Mittwoch, 20. Juni 2018

18. und 19. Januar an der Kunsteisbahn

Heddesheimer Eiszauber

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Der Heddesheimer Eiszauber findet am 18. und 19. Januar statt. Foto: Gemeinde Heddesheim

Heddesheim, 07. Januar 2014. (red/pm) Am 18. und 19. Januar findet auf der Kunsteisbahn der Heddesheimer Eiszauber statt. Die Gemeinde und einige Vereine haben sich ein unterhaltsames Programm einfallen lassen. [Weiterlesen…]

Kunsteisbahn öffnet am 01. November

Winterzeit – Eislaufzeit

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Die Eisbahn ist im Winter ein beliebter Treffpunkt. Foto: Gemeinde Heddesheim

Heddesheim, 16. Oktober 2013. (red/pm) In zwei Wochen ist es endlich wieder soweit: Die Freiluft-Eisbahn Heddesheim ist ab dem 01. November geöffnet. [Weiterlesen…]

Vorstellung des Energieberichts fĂŒr kommunale GebĂ€ude im Jahr 2012

Gesamtkosten fĂŒr Energie und Wasser steigen um 30.000 Euro

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Die Kosten fĂŒr den Wasserverbrauch der kommunalen GebĂ€ude der Gemeinde sind gestiegen. Die Gesamtkosten fĂŒr Wasser und Energie liegen bei 458.800 Euro.

 

Heddesheim, 25. Juli 2013. (red) Die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckarkreis (KliBA gGmbH) stellte dem Gemeinderat und der Verwaltung in der Sitzung des 25. Juli den Energiebericht fĂŒr die kommunalen GebĂ€ude der Gemeinde Heddesheim vor. Demnach sankt der Gesamtenergieverbrauch im Betrachtungszeitraum 2012 um 28,6 Prozent gegenĂŒber dem Verbrauch von 1997. Die Gesamtkosten fĂŒr Energie und Wasser stiegen im Vergleich zu 2011 um rund 30.000 Euro, liegen aber trotzdem unter den Werten der Jahre 2007 bis 2010. [Weiterlesen…]

KliBA stellt Energiebericht vor

Eisbahn frisst Energieeinsparung auf

Heddesheim, 28. Juni 2012. (red) Die gute Nachricht – die Gemeinde spart ĂŒberwiegend durch investive Maßnahmen Energie ein. Die schlechte: Die Kosten steigen trotzdem. Eisbahn und Hallenbad sind nach wie vor Energiefresser.

In der Gemeinderatsitzung vom 28. Juni 2012 berichtete Dr. Klaus Keßler, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der KliBA gGmbH,  ĂŒber den aktuell vorliegenden Energiebericht des Controllings aus dem Vorjahr ĂŒber die EnergietrĂ€ger Erdgas, Heizöl, Holzpellets, Strom und Wasser.

Der gesamte Energie- und Wasserverbrauch der Gemeinde wird von wenigen Großverbrauchern entscheidend beeinflusst. Auch Witterung und schwankende Besucherzahlen wirken sich direkt auf die Höhe des WĂ€rme-, Strom- und Wasserverbrauchs aus.

Die KliBA GmbH stellte neben den Ergebnissen aus der Kontrolle, Analyse und Dokumentation des Jahresverbrauchs  auch die im Jahr 2011 entstandenen zugehörigen Kosten und die Höhe der CoÂČ-Emissionen dar.

Konsequentes Energiecontrolling

Durch das konsequent durchgefĂŒhrte Energiecontrolling konnten seit 2003 die Verbrauchwerte aller erfassten fossilen EnergietrĂ€ger (Erdgas, Heizöl, Holzpellets, Strim und Wasser) deutlich reduziert werden. Diese Reduktion wurde bis zum Jahr 2006 konstant gehalten.

In den folgenden Jahren gelangen den Liegenschaften weitere Reduzierungen durch verschiedenartig durchgefĂŒhrte Maßnahmen der Gemeinde und durch die EinfĂŒhrung des Energiesparcontracting. Als einziger Ausreißer bildet das Jahr 2009 eine Ausnahme – hier verursachte das Blockheizkraftwerk durch eine ganzjĂ€hrige Stromproduktion und lĂ€ngerer Laufzeiten einen höheren Gasverbrauch.

Der vorjĂ€hrige Gesamtenergieverbrauch der Liegenschaften sank gegenĂŒber 2010 erneut – mit dem Verbrauch von 5.600 MWh konnte im Vergleich zum Jahr 1997 eine Einsparung von 25 Prozent erreicht werden. Die CO2-Verbrauch ist sogar um 40 Prozent zurĂŒckgegangen – das bedeutet eine Einsparung von 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Diese Reduzierung entstand vor allem durch Einsparungen im WĂ€rmebereich (76 Prozent der Gesamtenergie). Die Einsparungen wurden zur HĂ€lfte vom Rathaus und der Heizungszentrale in der Johannes-Kepler/Karl-Drais-Schule realisiert.

Auch der Stromverbrauch konnte bei nahezu allen reduziert werden, mit Ausnahme der Eisbahn, welche durch ihren Ausfall in der KĂ€ltesteuerung die Einsparungen der anderen Liegenschaften zunichte machte. In der Betrachtung der Gesamtbilanz ist daher nur eine sehr geringe Einsparung des Stroms zu verzeichnen.

Bei einem nur graduellen Anstieg von unter einem Prozent des Gesamtverbrauchs (213 mÂł) blieb der Wasserverbrauch im Vorjahr fast konstant.

Kosten steigen kontinuierlich

Die Kosten fĂŒr Energie sind jedoch trotz aller durchgefĂŒhrten Einsparungen seit 2003 kontinuierlich angestiegen. Seit einem im Jahr 2009 erstmalig aufgetretenen RĂŒckgang der Kosten gegnĂŒber dem Vorjahr wuchsen die Kosten 2010 bereits wieder erneut, und das trotz sinkenden Energieverbrauchs.

In der aktuellen Bilanz 2011 konnten die Kosten von etwa 515.000 € auf 431.000 € gesenkt werden. Diese Kostenwerte liegen sogar unter den 2006 festgestellten Energiekosten. Die Gemeinde hat langfristige BezugsvertrĂ€ge geschlossen und somit fĂŒr die entsprechenden ZeitrĂ€ume „feste“ Preise.

Eine Ursache fĂŒr die aktuelle verzeichnete starke Abnahme ist der milden Witterung im Jahre 2011 zuzurechnen, welches das wĂ€rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997 war. Hier wurde deutlich weniger HeizwĂ€rme verbraucht als in den Vorjahren. Das warme Wetter hat direkte Auswirkungen auf die Kosten die nicht witterungsbereinigt sind.

Als eine weitere positive Einwirkung auf die Kosten sind auch die durchgefĂŒhrten Maßnahmen zur Energieeinsparung zu sehen.

Der gesamte Gasverbrauch der Liegenschaften wurde reduziert. Im Jahr 2011 musste weniger externer und teurer Strom zugekauft werden, da das Blockheizkraftwerk (BHKW) ĂŒber die Laufzeit eines gesamten Jahres mehr Strom selbst produzierte. Auch das Heizöl im Rathaus musste aufgrund der Bevorratung nicht nachgetankt werden.

Sehr umfassend durchgefĂŒhrte DĂ€mmmaßnahmen an der GebĂ€udehĂŒlle des Rathauses haben den Heizölverbrauch so stark reduziert, dass der Verbrauch von Pellets im Bauhof den Heizölverbrauch ĂŒberwog.

Neuer Kostenfaktor Straßenbeleuchtung

Ebenfalls auf den milden Winter und den dadurch niedrigeren WĂ€rmeverbrauch von unter 1.500 Tonnen  ist der  um 40 Prozent (Vergleichsjahr 1997)  gesenkte COÂČ-Verbrauch. Durch den Bezug von Ökostrom wird dieser Wert auch in Zukunft weiter sinken.

Die Straßenbeleuchtung ging am 01. April 2012 in den Bereichen Wartung und Instandhaltung vom Eigentum der EnBW  in das Eigentum der Gemeinde ĂŒber. Diese werden ab sofort ebenfalls in den Energiebericht aufgenommen, um die VerĂ€nderungen der Kosten bzw. Einsparungpotential der Stromkosten erfassbar machen zu können.

Aus Sicht von Dr. Keßler sei es sinnvoll Anfang des kommenden Jahres FörderantrĂ€ge fĂŒr ein Klimaschutzkonzept zu stellen. Auch der Kreis habe so ein Konzept in Vorbereitung mit dem Ziel des energieautarken Kreises.

Anm. d. Red.: In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heddesheim fĂŒhrt die KliBA GmbH seit dem Jahr 2001 ein Energiecontrolling fĂŒr die 12 ausgewĂ€hlten Liegenschaften der Kommune Heddesheim durch.

 

Eiszeit startet bei mildem Wetter


Die Eissaison 2011/2012 hat heute begonnen.Foto: Jennifer Siegert

Heddesheim, 01. November 2011. (red/js) AnlĂ€sslich des heutigen Saisonstarts der Kunsteisbahn Heddesheim versammelten sich Familien und Jugendliche, um den Winter auf Eis zu begrĂŒĂŸen. Der Start am Vormittag war jedoch verhalten. Bei milden Temperaturen von 13 Grad Celsius kamen nur rund 100 Besucher.

Öffnungszeiten der Heddesheimer Eisbahn

Montag – 14:00-17:00

Dienstag – 9:30-22:00

Mittwoch – 9:30-20:45

Donnerstag – 9:30-22:00

Freitag – 9:30-22:00

Samstag – 9:30-22:00

Sonntag – 9:30-22:00

Preise

Kinder (unter sechs Jahren) – Eintritt frei!

Kinder (ab sechs Jahren) – 2,20 Euro

Jugendliche/ErmĂ€ĂŸigte – 2,20 Euro

Erwachsene: – 3,20 Euro

Eisdisco am Samstag:

Kinder/Jugendliche/ErmĂ€ĂŸigte – 3,20 Euro

Erwachsene – 4,20 Euro

Zuschauer (ab sechs Jahren) – 0,50 Euro

Sonderaktionen

Montag, 14:00-17:00 – Kindernachmittag ab Dezember, im Anschluss, Kindereisdisco

Samstag, 17:00-22:00 – Eisdisco

einmal im Monat, Freitags – Special Friday Night Parties

Kindergeburtstagsfeier: Geburtstagskind kostenlos, je Kind, mit einem Essen und GetrĂ€nk, fĂŒr 5,50 Euro, zwei Begleitpersonen fĂŒr je 2 Euro

Kindereislaufkurse: ab 2. November 2011, Anmeldung unter: patriziawittich@yahoo.de

Die Kunsteisbahn ist mit der Buslinie 629, Haltestelle Sportzentrum, vom OEG Bahnhof Heddesheim oder Leutershausen/Großsachsen, zu erreichen.

Verhaltener Start: bei milden Temperaturen "starteten" nur wenige GĂ€ste in die neue Eislaufsaison. Foto: Jennifer Siegert

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das Heddesheimblog.de

Drogen und Alkohol bei Jugendlichen: Ignoranz löst keine Probleme


Guten Tag!

Ladenburg, 18. Februar 2011. Nur 28 Eltern von CBG-SchĂŒlern haben die Chance genutzt, sich vom Drogen-Experten der Mannheimer Polizei informieren zu lassen. Von einem „Interesse“ kann also keine Rede sein – eher von Ingnoranz. „Drogen oder Alkohol? Bei meinen Kindern? Nein“, mögen viele Eltern „Probleme“ von sich weisen. Die RealitĂ€t ist nicht „nĂŒchterner“, sondern bedenklich zugedröhnt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Zahlen sprechen fĂŒr sich: 28 anwesende Eltern sind bei 1.150 SchĂŒlern gerade mal 2,5 Prozent. Geht man davon aus, dass alle SchĂŒler zwei Eltern haben, sind es noch 1,25 Prozent der Eltern, die sich fĂŒr den AufklĂ€rungsvortrag des Polizeihauptkommissars Willi Stier interessierten.

Vielleicht sind das auch nur die Eltern, die sich noch nicht informiert haben und die restlichen rund 98 Prozent wissen schon Bescheid, „was so alles geht“. Und vielleicht ist es auch so, dass es am CBG keine Drogen- und Alkoholprobleme bei SchĂŒlern gibt.

143 Prozent mehr Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen. Stand: 2007

Damit wĂ€re das Ladenburger CBG die rĂŒhmlichste Ausnahme der Republik. Bundesweit sehen die Zahlen anders aus, wie der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2009 ausweist:

„Im Jahr 2007 wurden 23.165 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung stationĂ€r im Krankenhaus behandelt. Das ist die höchste Zahl seit der Ersterhebung im Jahr 2000 und entspricht einer Zunahme um 143 %.“

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Eltern informieren sich ĂŒber Drogen- und Alkoholmissbrauch bei einer Informationsveranstaltung im CBG.

Das sind nur die „statistisch“ erfassten FĂ€lle. Wie viele Kinder und Jugendliche sich die „Seele aus dem Leib gekotzt“ oder sich mit Drogen vergiftet haben und am Krankenhaus gerade nochmal vorbei gekommen sind, ist und bleibt eine Dunkelziffer.

Bei der Einnahme von Cannabis-Produkten liegen die Zahlen bei einer Zunahme von sechs bis zwölf Prozent. Diese Daten stammen aus dem Jahr 2007. Seither sind keine neuen Daten veröffentlicht worden. Wie die Entwicklung 2008-2010 war? Das ist nicht zu belegen.

Wer denkt, dass sein(e) Kind(er) nicht betroffen sind, verschließt die Augen. Drogen- und Alkoholmissbrauch finden nicht erst statt, wenn es eine amtliche Erfassung gibt, sondern haben meist eine lange „Karriere“ hinter sich. Immer wieder, immer hĂ€ufiger, immer exzessiver – bis der „Extremfall“ eingetreten ist und man die Augen nicht mehr verschließen kann.

Und machmal ist das sehr bitter: Immer hĂ€ufiger, so Willi Stier, werden „k.o.“-Tropfen eingesetzt und die Opfer, meist junge Frauen, vergewaltigt. Die Dunkelziffer ist hoch: „Die MĂ€dchen können sich an nichts erinnern und schĂ€men sich.“

Keine Frage der Schule oder der Milieus.

Man darf davon ausgehen, dass sowohl das CBG, als auch die Merian-Realschule oder die Sickingenschule und andere Schulen in anderen Orten ungefĂ€hr gleich von all diesen „Entwicklungen“ betroffen sind. „Drogen-Willi“, wie sich Polizeihauptkommissar Stier selbst scherzhaft nennt, sagt: „Es ist keine Frage der Schule oder der Milieus. Es ist ein allgemeines Problem.“

Und es ist ein Problem in den Familien. Wo sonst? Sind es immer nur die anderen Kinder – nie die eigenen?

Alle Eltern, die mit ĂŒbermĂ€ĂŸigem Alkoholkonsum ihrer Kinder konfrontiert werden oder gar mit Drogen, werden zunĂ€chst mit Schutzreflexen reagieren. Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Es muss ein „Ausrutscher“ sein, eine „JugendsĂŒnde“ und wie die Schutzbehauptungen auch heißen mögen.

Der Reflex zu Scham, Sorge und es „wieder gut haben zu wollen“, ist verstĂ€ndlich und nachvollziehbar – aber leider wenig hilfreich zur Lösung der Probleme.

Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung hat die Redaktion im November 2009 von zwei alkoholisierten MÀdchen auf der Heddesheimer Eisbahn erfahren. Beide waren zwölf Jahre alt und wurden in einer Weinheimer Klinik behandelt. Ein MÀdchen ist aus Ladenburg, wo das andere MÀdchen wohnt, haben wir nicht erfahren.

Nichts sehen. Nichts hören. Nichts sagen.

Die Reaktion der Gemeinde Heddesheim war bezeichnend: Der Vorfall wurde verschwiegen. Durch hartnĂ€ckiges Nachfragen bekamen wir nur die Informationen bestĂ€tigt, die wir schon wussten. Andere Medien haben darĂŒber nicht berichtet. Auch die Stadt Ladenburg hat sich unserer Kenntnis nach nicht dazu geĂ€ußert – vielleicht, weil es dort keine „Erkenntnisse“ gab.

Der „Affenreflex“, „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“, ist verbreitet.

Seither sind die Kontrollen angeblich verstĂ€rkt worden. Und selbst wenn. Willi Stier schilderte, wie es ablĂ€uft. Bei „Adler“-Spielen wird eben schon vorher „geschluckt“, „Aufreißer“ in den Taschen enthalten hochprozentiges und schmecken sĂŒĂŸ. Selbst geschulte „TĂŒrsteher“ können diese „Mitbringsel“ nur schwer entdecken.

Woran es fehlt, ist der Wille zur AufklĂ€rung. Sowohl bei Eltern, als auch bei Behörden. Und der Wille zur echten PrĂ€vention. Ein paar Unterrichtseinheiten, wie sie der MM „lobend“ in seinem Bericht erwĂ€hnt, dienen nur den „FormalitĂ€ten“, nichts sonst: „Alles ok bei uns, keine „bekannten“ Probleme.“

Wie passen aber eine bundesweite Zunahme von 147 Prozent „mehr“ stationĂ€r behandelter Alkoholvergiftungen mit dieser „RealitĂ€t“ zusammen? Wohl eher gar nicht.

Solche Zahlen muss man nicht „kĂŒnstlich“ dramatisieren, wie man das dann der „Presse“ gerne vorwirft – sie sind dramatisch (auch wenn die Kritik an der Presse oft berechtigt ist – wir sparen ja auch nicht damit).

Wo gedeckelt wird, gibt es keine Probleme. Nur woanders.

Gehören die Saufgelage auf der Neckarwiese und das zertrĂŒmmerte Rundklo nicht zu diesem Thema? Sind Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum in Ladenburg, Heddesheim und anderswo nicht bekannt? Ist das so?

Solange man es irgendwie „deckeln“ kann, ist das so. Denn dann gibt es keine Probleme.

Auch nicht zu anderen „Problemfeldern“.

Unser Bericht ĂŒber SchĂŒlerInnen des CBG, die sich mit „Hitlerscherzen“ die Zeit vertreiben, hatte genau keine „Nachwirkungen“ – bis auf Anfeindungen und Drohungen und ĂŒble Nachreden gegen unsere Redaktion.

Obwohl – das stimmt nicht ganz.

Seither erhalten wir durch die Schulleitung fast keine Termineinladungen oder andere Informationen mehr zum CBG. Rektor GĂŒnter Keller und sicher auch andere haben unsere Redaktion offensichtlich als „Problem“ identifiziert.

Das Problem sind nicht die Berichte, sondern die Haltung dazu.

Ganz sicher werden „interessierte Kreise“ nach unserem Bericht und diesem Kommentar sich in ihrer Haltung bestĂ€rkt fĂŒhlen. Unseren „Blogs“ werden dann gerne die abstrusesten Motive unterstellt, warum wir „negativ“ berichten.

Wer sich nĂŒchtern zurĂŒcklehnt, wird feststellen, dass wir einfach nur „informieren“, anstatt eine Schönwetter-„Berichterstattung“ zu betreiben und alles zu ignorieren, was „nicht ins Bild passt“. Wir berichten nicht „negativ“, sondern kritisch. Das ist ein bedeutender Unterschied.

Die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt:
„Es gab Zeiten, da war Lokalzeitungen jeder Jugendliche eine Meldung wert, der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Heute sind die Koma-MĂ€dchen und Koma-Jungs verschwunden – aus den Nachrichtenspalten; denn ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren in einer Weise explodiert, die eine tĂ€gliche Berichterstattung unmöglich macht.“

Nicht die Zahl der FÀlle verhindert eine Berichterstattung, sondern die Ignoranz. Und die löst keine Probleme, sondern hofft, dass sie vorbeigehen.

Wir gehen nicht vorbei, sondern halten an, schauen hin, recherchieren und schreiben auf. Ob das nun „gefĂ€llt“ oder nicht.

„Gefallen zu wollen“ hat mit Journalismus nichts zu tun.

Eisbahn öffnet am 1. November

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Oktober 2010. (pöl/pm) Am 01. November 2010 öffnet die Heddesheimer Freiluft-Eisbahn.

Pressemitteilung der Gemeinde Heddesheim:

„Der Countdown zum Beginn der Eislaufsaison in Heddesheim lĂ€uft: Ab Montag, 1. November 2010, öffnet die Freiluft-Kunsteisbahn im Sportzentrum (Ahornstraße 78) wieder ihre TĂŒren und lĂ€dt zum tĂ€glichen Schlittschuh-Spaß mit Blick auf die Bergstraße ein.

Die Anlage bietet alles, was ein Besuch zum Erlebnis werden lÀsst. Angeschlossen an die Kunsteisbahn sind ein Kiosk und ein Glaspavillon, in dem sich die Besucher aufwÀrmen oder das Treiben auf der Bahn verfolgen können. Ein Schlittschuhverleih befindet sich ebenfalls vor Ort.

Montagnachmittags zwischen 14 und 17 Uhr findet auch in diesem Jahr wieder der Kindernachmittag statt. Mit Hilfe von Lernhilfen haben Kinder bis zehn Jahre die Möglichkeit spielerisch das Eislaufen zu lernen. Im Anschluss an den Kindernachmittag findet ab Dezember 14-tÀgig eine Kindereisdisco statt, denn auch die Kleinen bekommen bei uns die Gelegenheit bei fetziger Musik und winterlichem Lichterzauber mal so richtig abzutanzen.

Dienstags, donnerstags, freitags und sonntags ist jeweils von 9.30 bis 22 Uhr öffentlicher Lauf, mittwochs von 9.30 bis 20.45 Uhr und samstags von 9.30 bis 16.30 Uhr. Fast schon legendĂ€r ist die Eisdisco, die jeden Samstag von 17 bis 22 Uhr stattfindet. Gespielt werden die neuesten Chartbreaker und eine Lightshow sorgt fĂŒr DiscoatmosphĂ€re. DarĂŒber hinaus finden einmal im Monat Special Friday Night Parties statt. Von Disco Hits ĂŒber R`n`B Night Fever bis zur Ü 30 Party, Oldies, etc. ist fĂŒr jedes Alter und jeden Musikgeschmack etwas geboten.

Ab 01. November 2010 können Kinder fĂŒr nur 5,50 ñ‚¬ pro Kind inkl. einem Essen, GetrĂ€nk und einer kleinen ÃƓberraschung ihren Geburtstag auf der Eisbahn feiern. Dabei kann zwischen folgenden Gerichten inkl. eines 0,5 l GetrĂ€nkes gewĂ€hlt werden: Rinds-/Bockwurst mit Brötchen oder Cheeseburger/Hamburger oder Currywurst mit Brötchen. Zwei Begleitpersonen zahlen einen ermĂ€ĂŸigten Eintrittspreis von nur 2,00 ñ‚¬ pro Person. Das Geburtstagskind hat selbstverstĂ€ndlich freien Eintritt! Wir bitten um eine rechtzeitige Anmeldung des Kindergeburtstages unter der Tel.-Nr. (06203) 4039686.

FĂŒr Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt frei. Kinder ab sechs Jahren sowie Jugendliche und ErmĂ€ĂŸigte (SchĂŒler, Studenten, Rentner etc.) zahlen 2,20 ñ‚¬, Erwachsene 3,20 ñ‚¬. Billiger wird es in allen Kategorien mit einer Mehrfachkarte. Die Eisdisco am Samstag kostet fĂŒr Kinder/Jugendliche und ErmĂ€ĂŸigte 3,20 ñ‚¬ und fĂŒr Erwachsene 4,20 ñ‚¬. FĂŒr 0,50 ñ‚¬ können Zuschauer (ab sechs Jahren) am Eislaufspaß teilhaben.

Die Kunsteisbahn ist mit der Buslinie 630, Haltestelle Sportzentrum, vom OEG Bahnhof Heddesheim oder Leutershausen/Großsachsen, gut zu erreichen.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und noch einiges mehr finden Sie unter www.heddesheim.de. Dort ist auch ein neues Image-Video der Eisbahn zu finden.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Nachdem offensichtlich zuerst der Mannheimer Morgen informiert wurde und wir wieder einmal die Ungleichbehandlung unserer Redaktion thematisiert haben, schickte uns die Gemeindeverwaltung die vorliegende Pressemitteilung am 25. Oktober 2010 zu, mit der Bitte um Veröffentlichung „um die beliebte Eisbahn in der Region bekannter zu machen“. Und darin wurde uns erstmals seit November 2009 die Möglichkeit von „RĂŒckfragen“ beim Hauptamtsleiter Julien Christof angeboten.

Der Bitte entsprechen wir gerne im Sinne der Öffentlichkeit. Diese bitten wir auch zu berĂŒcksichtigen, dass der Fall von alkoholisierten 12-jĂ€hrigen MĂ€dchen auf dem GelĂ€nde der Eisbahn im vergangenen Jahr von der Gemeinde nicht öffentlich gemacht wurde und der Redaktion trotz Nachfrage bis heute keine Informationen vorliegen, wie die Gemeinde den Schutz vor Alkoholmissbrauch sicherstellt.

Das „Image-Video“ wurde von „Nussbaum-Medien“ erstellt, die das Internet-Portal „Lokalmatador“ betreiben. Der Nussbaum-Verlag, der auch das Mitteilungsblatt herausgibt, sitzt in St. Leon-Rot und wird von der Gemeindeverwaltung ebenfalls gegenĂŒber des einzigen örtlichen Mediums, dem heddesheimblog, bevorzugt bedient.

Der Nussbaum-Medien-Verlag ist der grĂ¶ĂŸte badische Anzeigenverlag und ist beispielsweise auch fĂŒr den BdS Heddesheim tĂ€tig. Er generiert sein GeschĂ€ft mit bezahlten Inhalten – journalistische Informationen bietet der Verlag nicht. BĂŒrgermeister Michael Kessler hat eine Gegendarstellungsanfrage im Mitteillungsblatt durch „Hausjuristen“ des Nussbaum-Verlags bearbeiten lassen – es gibt hier eine „gedeihliche“ Zusammenarbeit, die beiderseitig „interessengesteuert“ ist.

Mit der Namensgebung „Lokalmatador“ hat der Nussbaum-Verlag das eigene SelbstverstĂ€ndnis zum Ausdruck gebracht, aber gleichzeitig wenig Sinn fĂŒr die Bedeutung gezeigt. Matador leitet sich von spanisch „matar“=töten ab. Der Lokalmatador ist folglich der „Lokaltöter“.

Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

Guten Tag!

Heddesheim, 09. September 2010. Heute berichtet der Mannheimer Morgen unter der ÃƓberschrift „Die Sanierung geht weiter“ ĂŒber den Ammoniak-Unfall an der Eisbahn vom Montag. Angeblich hat der Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich einen vierspaltigen Bericht geschrieben. Doch das ist eine TĂ€uschung.

Von Hardy Prothmann

Die Zeitungsbranche ist bundesweit in der Krise – mehrere hundert festangestellte Redakteure haben allein im vergangenen Jahr ihre Jobs verloren. Der Grund: Verluste im AnzeigengeschĂ€ft und vor allem die stetigen Abo-RĂŒckgĂ€nge stetzen den Zeitungen massiv zu – und dafĂŒr gibt es GrĂŒnde.

Im Anzeigenbereich haben die Zeitungen die frĂŒheren „Goldgruben“, die so genannten „RubrikenmĂ€rkte“ Auto, Jobs, Immobilien lĂ€ngst an Internetangebote verloren. Und auch im Nachrichtenbereich habe es die Zeitungen zunehmend schwerer, gegen die Internetkonkurrenz anzugehen. Fast jede Nachricht gibt es schon am Vortag meist viel ausfĂŒhrlicher und kostenfrei im Internet – sei es Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur.

Qualitatives Problem bei der Berichterstattung.

Hinzu kommt ein qualitatives Problem in der Berichterstattung. Statt eigene Recherche zu leisten und eigene Gedanken zu verarbeiten, transportieren Zeitungen immer hÀufiger vorgefertigte Berichte. Und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

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Umgeschriebene Pressemitteilung wird als "eigener Bericht" ausgegeben. Quelle: MM

So auch heute im Mannheimer Morgen. Der Bericht unter der ÃƓberschrift „Die Sanierung geht weiter“ ist angeblich durch den Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich geschrieben worden. Vierspaltig mit großem Aufmacherfoto. TatsĂ€chlich handelt es sich bei dem „Redakteursbericht“ um eine umgeschriebene Pressemitteilung der Gemeinde Heddesheim.

Ist das Umschreiben einer Pressemitteilung eine „journalistische“ Leistung, die es rechtfertigt, dass ein Redakteur dies als eigene, unabhĂ€ngige Berichterstattung ausgibt? Immerhin steht er fĂŒr seinen Namen damit ein.

Mogelpackung.

Oder kann oder muss man das nicht eher als eine gedruckte BankrotterklĂ€rung verstehen? Journalismus lebt vor allem von der GlaubwĂŒrdigkeit. Dazu gehört, dass Journalisten die von ihnen veröffentlichten Informationen sorgfĂ€ltig prĂŒfen, nachrecherchieren und ihre Quellen belegen. Dazu gehört, dass wo „MM“ oder „Emmerich“ draufsteht, das auch drin sein sollte. Alles andere ist eine Mogelpackung.

Hans-JĂŒrgen Emmerich benennt mehrfach seine „Quelle“, die Gemeinde Heddesheim. Soweit in Ordnung. Dass aber der ĂŒberwiegende Teil des Textes 1:1 ĂŒbernommen ist und nur hier und da ein wenig umgeschrieben wurde – darĂŒber informiert er die LeserInnen nicht. Eine Information hat er tatsĂ€chlich nachrecherchiert, die nicht in der Pressemitteilung vorhanden war: 20.000 Euro sind fĂŒr die Sanierungsarbeiten im Gemeindehaushalt 2010 eingestellt.

Diese Praxis, sich fremde Inhalte anzueignen und so zu tun als ob, ist allerdings gang und gĂ€be bei vielen Zeitungen, denen der journalistische Anstand lĂ€ngst abhanden gekommen ist. Diese Praxis lĂ€uft meist nach einem einfachen Muster ab. Es gibt eine Textvorlage, eine Presseinformation, einen PR-Artikel oder eine dpa-Meldung, man „recherchiert“ ein, zwei Fakten zusĂ€tzlich und schwupsdiwups tut man so, als sei das eine eigenstĂ€ndige Leistung und schreibt seinen Namen drĂŒber. Damit macht sich der MM selbst zum journalistischen Sanierungsfall.

Nicht immer ist eine PrĂŒfung und Nachrecherche fĂŒr Redaktionen einfach. Der BĂŒrgermeister Michael Kessler hat zum Beispiel wegen der intensiven Recherchen und der aus seiner Sicht missliebigen Berichte im heddesheimblog seinen Mitarbeitern einen Maulkorb verpasst – sie dĂŒrfen dem heddesheimblog keine Auskunft erteilen (was viele aber doch tun und dabei wissen, dass wir unsere Quellen schĂŒtzen). Der Mannheimer Morgen hat dieses Problem nicht, denn der berichtet meist so, wie sich der BĂŒrgermeister das vorstellt.

GrĂŒnde der Kritik.

Unsere Kritik an der Arbeit des Mannheimer Morgen hat verschiedene GrĂŒnde: Ganz klar stehen wir mit der Zeitung in Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Journalistisch betrachten wir den MM schon lange nicht mehr als Konkurrenz, weil dessen Lokalberichterstattung ĂŒberwiegend frei von eigener Recherche und journalistischer Kompetenz ist. Ganz im Gegenteil findet hier hĂ€ufig eine „interessierte“ Berichterstattung statt und noch viel schlimmer: ÃƓber Dinge, die der Redaktion und den „guten Verbindungen“ nicht passen, wird erst gar nicht berichtet.

Es gibt aber noch einen viel gewichtigeren Grund, warum wir ĂŒber die aus unserer Sicht mangelhafte Berichterstattung informieren: Wir nehmen unsere LeserInnen ernst, genauso, wie unsere Aufgabe, die BĂŒrgerInnen umfassend, wahrhaftig und vor allem unabhĂ€ngig zu informieren. Dabei verweisen wir auch auf die Arbeit von anderen Redaktionen, wenn diese einen „Mehrwert“ an Informationen fĂŒr die LeserInnen haben. Denn keine Redaktion dieser Welt hat immer alle Informationen und setzt jedes Thema immer am besten um – wer das behauptet, lĂŒgt.

Verlorene ExklusivitĂ€t. Verlorene GlaubwĂŒrdigkeit.

ZurĂŒck zum Internet. Die Lokalberichterstattung war bis vor einiger Zeit der einzig „exklusive“ Inhalt, den Lokalzeitungen noch hatten. Doch auch hier verliert die Zeitung an „ExklusivitĂ€t“, also an Wert, in dem Maß, in dem eine solide Lokalberichterstattung auch im Internet stattfindet.

Schneller, hintergrĂŒndiger, transparenter, sind drei Eigenschaften von Internet-Angeboten, die den Zeitungen bundesweit zu schaffen macht. Es gibt löbliche Ausnahmen wie die Stuttgarter Zeitung oder die Rhein-Zeitung in Koblenz, die mit journalistischem Ehrgeiz ausgestattet sind.

Der Mannheimer Morgen gehört definitiv nicht dazu. Ein Beispiel? Im „Fall“ Kachelmann ist es der Zeitung wieder einmal nicht gelungen, journalistisch der bundesweiten Konkurrenz voraus zu sein. ÃƓberall in der Republik konnte man meist exklusivere Nachrichten zur Sache lesen, als im „MM“. Das war auch so beim „Peter Graf“-Prozess oder dem „Flowtex“-Skandal, um nur zwei weitere prominente Beispiele zu nennen.

Stattdessen feiert die Zeitung Vereine, Fasching, Feste ab. Dabei handelt es sich um „Terminjournalismus“. Zu den Terminen werden „Reporter“ geschickt, die schreiben auf, was man ihnen sagt oder wie im Fall Emmerich, schreiben sie einfach mal eine Pressemitteilung um und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

Dem Anspruch, als „4. Gewalt“ Behörden, Ämter, Institutionen, Firmen und andere im Sinne der Öffentlichkeit zu kontrollieren, kommt eine solche Presse lĂ€ngst nicht mehr nach. Und da es immer noch viele (vor allem Ă€ltere) Menschen gibt, die sich nur aus einer Quelle, der Zeitung, „informieren“, hat das auch nachteilige Wirkungen auf unser demokratische Gesellschaft.

Es gibt noch mehr GrĂŒnde, warum der Mannheimer Morgen durch das heddesheimblog hĂ€ufig kritisiert wird. Ich habe als Student meine ersten journalististischen Erfahrungen bei dieser Zeitung gesammelt und war von 1991-1994 freier Mitarbeiter dieser Zeitung, die einstmals einen wirklich guten Ruf hatte und bekannte Journalisten hervorgebracht hat, beispielsweise Hugo MĂŒller-Vogg, der spĂ€ter langjĂ€hriger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war und heute als Kolumnist fĂŒr die Bild-Zeitung tĂ€tig ist. FrĂŒher habe ich gerne diese Zeitung als Referenz genannt, heute muss man sich schon fast dafĂŒr schĂ€men.

Journalistische Ehre

Der Hauptgrund aber ist und bleibt die journalistische Haltung: Die Menschen haben ein Recht darauf, ordentlich und transparent informiert zu werden.

Es ist auch eine Frage der journalistischen Ehre: Sie, liebe Leserinnen und Leser, können sich beim heddesheimblog darauf verlassen, dass, wo heddesheimblog drauf steht, auch heddesheimblog drin ist.

Auch wir ĂŒbernehmen hin und wieder fremde Berichte und Pressemitteilungen – so auch zum aktuellen Thema „Ammoniak-Unfall“ an der Eisbahn. Aber wir ordnen die Information so ein, dass unsere LeserInnen wissen, wer diese Information verfasst hat.

Anmerkung der Redaktion: Wer sich die MĂŒhe machen will, kann die Pressemitteilung der Gemeinde mit dem Bericht des Mannheimer Morgen vergleichen.

Der Ammoniak-Unfall aus Sicht der Gemeinde

Guten Tag!

Heddesheim, 09. September 2010. Die Gemeinde Heddesheim hat auf den Gas-Unfall auf der Eisbahn am Montag mit einer Pressemitteilung reagiert. Die liest sich fast so, als sei der Unfall eingeplant gewesen. Alles in Ordnung, nix passiert, alles im Plan. Ist das so?

Die Redaktion hatte die Gemeinde wie gewohnt schriftlich angefragt – denn der BĂŒrgermeister hat ja bekanntlich ein Sprechverbot der Mitarbeiter gegenĂŒber dem heddesheimblog erlassen. Unsere Presseanfragen mĂŒssen an die email-Adresse gemeinde@heddesheim.de gesendet werden.

Am Montag, den 06. September 2010, um 18:50 Uhr haben wir die Gemeinde angeschrieben, am darauffolgenden Mittwoch um 11:46 Uhr die Antwort erhalten:

  1. Wieso wurden die Rohrleitungen sandgestrahlt?
  2. Wann war die letzte SicherheitsĂŒberprĂŒfung der Anlage?
  3. Wer hat diese vorgenommen?
  4. Muss man nicht davon ausgehen, dass ÃƓberprĂŒfungen zu lasch durchgefĂŒhrt worden sind? Denn ein solcher Rohrfraß entsteht sicherlich nicht binnen kurzer Zeit?
  5. Gab es eine Sicherheitseinweisung fĂŒr die Arbeiter?
  6. Nach unseren Informationen sind einige der Rohre deutlich von Rost angefressen. Wieso sind diese Rohre nicht lÀngst ausgetauscht worden?
  7. Da die Feuerwehr das Gas mit Wasser niedergeschlagen hat, ist von einer Basenbildung auszugehen. Sind hier weitere SchÀden an der Anlage entstanden?
  8. Liegen schon Informationen vor, wie hoch die SchÀden sind?
  9. Welches Notfallkonzept gibt es fĂŒr den Fall, dass wĂ€hrend des Eisbahnbetriebs Ammoniak austreten sollte?
  10. Ist die Gemeinde schadensersatz-/schmerzensgeldpflichtig gegenĂŒber den verletzten Arbeitern?

Sechs von 10 Fragen (4, 6, 7, 8, 9, 10) sind nicht oder nur unvollstÀndig aus Sicht der Redaktion beantwortet. Bei manchen Fragen hÀtten wir gerne noch Details gewusst, andere tiefer nachgefragt, beispielsweise das Notfallkonzept (Frage 9).

Und vor allem Frage 4 wirft Folgefragen auf: Sicherlich hat der TÃƓV die Anlage ausweislich der Presseinformation im Juli 2009 ĂŒberprĂŒft. Aber auch beim TÃƓV arbeiten keine heiligen und fest steht, das ein einfaches Sandstrahlen der Rohre dazu gefĂŒhrt hat, dass Gas austreten konnte. Konkret heißt das, dass mehr oder weniger nur noch der Rost die betreffenden Stellen „abgedichtet“ hat.

War dies nicht schon vor einem Jahr abzusehen?
Muss nicht bis zum Beweis des Gegenteils unterstellt werden, dass der TÃƓV diese Stellen ĂŒbersehen hat?

Auf der Hand liegt, dass, wenn Rohre so schnell korrodieren sollten, diese jĂ€hrlich ausgetauscht werden mĂŒssten, was nicht zu vermuten ist. Hat also der TÃƓV geschlampt oder ein Auge zugedrĂŒckt? Das sind Antworten, auf die Besucher der Eisbahn, ĂŒberwiegend Kinder und Jugendliche und deren Eltern ein Recht haben. Nach Darstellung der Gemeinde liest es sich aber, als sei alles in Ordnung. Der Beweis: Die Arbeiter konnten schon am nĂ€chsten Tag ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Presseinformation der Gemeinde Heddesheim

„Ammoniakaustritt an der Kunsteisbahn Heddesheim am 06.09.2010

Heddesheim. Bei Wartungsarbeiten an der Kunsteisbahn Heddesheim sind am Montagnachmittag geringe Mengen Ammoniak ausgetreten. Zwei Arbeiter der ausfĂŒhrenden Firma wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht und konnten am Dienstag wieder ihrer Arbeit nachgehen. Das gasförmige Ammoniak wurde mit Wasser niedergeschlagen und dann verdĂŒnnt in geringen Mengen in das Kanalsystem eingeleitet. GefĂ€hrdungen fĂŒr weitere Personen sowie Gefahren fĂŒr die Umwelt bestanden nicht.

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EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr in SchutzanzĂŒgen. Bild: heddesheimblog.de

Der verwendete Ammoniak ist Teil der KĂ€lteanlage der Kunsteisbahn und wird durch Rohrleitungssysteme unter dem Boden der EisbahnflĂ€che verteilt. Er dient der KĂŒhlung der FlĂ€che und ist Voraussetzung dafĂŒr, dass auf der EislaufflĂ€che das Eis gefriert und gefroren bleibt.

Am Montag waren zwei Arbeiter einer Firma auf dem GelĂ€nde, die zur AusfĂŒhrung von Korrosionsschutzarbeiten an diesen Rohrleitungen beauftragt war. Dies geschah durch sogenannte Sandstrahlarbeiten. Die Arbeiten waren zur Beseitigung von KorrosionsschĂ€den an den Rohren anberaumt worden. Diese waren zuvor an einigen Stellen der Rohre sichtbar, an anderen Stellen jedoch durch eine Ummantelung bzw. Lackierung der Rohre nicht. Die Korrosion entsteht bei diesen Rohren nicht an der Innenseite, sondern lediglich an der Außenseite, da Ammoniak selbst nicht zu RostschĂ€den fĂŒhrt.

Die Arbeiter entfernten dazu die Ummantelung an den Rohren. In einem zuvor auf Grund der Ummantelung bzw. Lackierung nicht sichtbaren Bereich an der Unterseite eines Rohres kam es durch die Sandstrahlarbeiten zu einem Ammoniakaustritt.

Beide Arbeiter waren im Vorfeld der Arbeiten auf dem GelĂ€nde entsprechend in Sicherheitsvorkehrungen eingewiesen worden. Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. der Einsatz einer SchutzausrĂŒstung mit externer Luftzufuhr bei Kontakt mit den Rohrleitungen wurden eingehalten. Die Freiwillige Feuerwehr Heddesheim, die entsprechende Kenntnisse zum Einsatzszenario bei einem Ammoniakaustrittsfall besitzt, der Bauhof und der Eismeister der Eisbahn haben rasch und besonnen gehandelt.

Auch eine Firma zum KĂ€lteanlagenbau, die mit der Anlage vertraut ist, die Wasserschutzpolizei Mannheim sowie ein Mitarbeiter des Abwasserverbands Unterer Neckar (KlĂ€ranlage Edingen-Neckarhausen) waren im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr wurde um 13:36 Uhr alarmiert. Um 13:47 Uhr, also elf Minuten spĂ€ter, waren die Feuerwehrangehörigen, die mit Sondersignal ausgerĂŒckt waren, mit ihrer speziellen SchutzausrĂŒstung vor Ort. Insgesamt waren 14 Feuerwehrangehörige mit drei Fahrzeugen im Einsatz.

Der Ammoniak wurde mit Wasser verdĂŒnnt in die Kanalisation geleitet. Die Austrittstelle am Rohr wurde unter Beisein einer Fachfirma mit einer Manschette abgedichtet. An der Eisbahn sind dadurch keine weiteren SchĂ€den entstanden. Das restliche KĂ€ltemittel wurde inzwischen aus der Außenverrohrung abgesaugt, so dass die weiteren Arbeiten gefahrlos stattfinden können.

Die Korrosionsschutzarbeiten bzw. die Sanierungsarbeiten werden in den nĂ€chsten Wochen fortgesetzt. ZusĂ€tzlich ist an einigen Bereichen ein Austausch von Rohrleitungen notwendig. Die Arbeiten werden anschließend vom TÃƓV abgenommen.

Ein Teil der vorhandenen Rohre ist bereits im vergangenen Jahr saniert worden. Die restliche Sanierung, zu der die aktuellen Arbeiten gehören, ist momentan im Gang. DafĂŒr waren Haushaltsmittel im Gemeindehaushalt 2010 eingestellt.

An der Kunsteisbahn finden einmal jĂ€hrlich Wartungsarbeiten mit einer SachkundigenprĂŒfung statt. Die letzte Wartung der Anlage ist im Juli 2009 erfolgt, bei der auch der TÃƓV die Anlage ĂŒberprĂŒft hat. Die nĂ€chste Wartung findet im Oktober 2010 statt. Die Eismeister sind darĂŒber hinaus in den Anlagen und außerdem fĂŒr das Verhalten bei einem solchen Vorfall geschult.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Ammonikaustritt an der Eisbahn

Heddesheim, 06. September 2010. (red) Gegen 13:30 Uhr ist es heute zu einem Unfall an der Eisbahn gekommen. Zwei MĂ€nner wurden durch den Austritt von Ammoniak leicht verletzt. Der Einsatz der Feuerwehr vor Ort dauert zur Zeit (14:40 Uhr) noch an.

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Einsatz an der Eisbahn: Ammoniak, ein gefĂ€hrliches Gas, das zur KĂŒhlung gebraucht wird, ist ausgetreten. Zwei MĂ€nner wurden leicht verletzt. Bild: heddesheimblog

Zwei Mitarbeiter einer Baufirma aus Schwetzingen waren im Maschinenraum der KĂŒhlanlage mit Reinigungsarbeiten betraut. Die MĂ€nner sandstrahlten Rohrleitungen, als einer der beiden das stark stechend riechende Gas Ammoniak wahrnahm und seinen Kollegen alarmierte.

Beide MÀnner konnten das GebÀude selbststÀndig verlassen, zogen sich aber Reizungen der SchleimhÀute und Atemwege zu. Beide wurden vor Ort durch das Deutsche Rote Kreuz und den ASB notÀrztlich versorgt. Die beiden leichtverletzten MÀnner wurden in eine Klinik zur Beobachtung gebracht.

Die Freiwillige Feuerwehr Heddesheim hat das GelÀnde gesichert und schlÀgt das Gas mit Wasser nieder. Vor Ort wird nach unseren Informationen die Wasserschutzpolizei erwartet, die bei derartigen BetriebsunfÀllen die polizeiliche Untersuchung vornimmt.

Ob der Ammoniak-Austritt schon gestoppt ist, ist zur Zeit nicht bekannt. Kurz nach 14:00 Uhr sollen die Ventile des Tanks geschlossen worden sein. Wieviel Gas ausgetreten ist, ist ebenfalls nicht bekannt. Die EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr sind mit SchutzanzĂŒgen und AtemgerĂ€ten im Einsatz.

Nach Informationen der Redaktion wurden die rostigen Rohrleitungen durch das Sandstrahlen porös, in der Folge konnte das Gas austreten. Nach Informationen vor Ort sind die Rohrleitungen in keinem guten Zustand – es wird von deutlichen Verrostungen berichtet.

Auf den umliegenden SportstÀtten war zum Zeitpunkt des Unfalls nach unseren Informationen kein Betrieb. Die Eisbahn öffnet traditionell im November.

Ammoniak (NH3) ist eine der weltweit meist produzierten Chemikalien und wird beispielsweise zur DĂŒngemittelherstellung verwendet, aber auch als KĂ€ltemittel. Das hochgiftige Gas wirkt stark reizend auf die SchleimhĂ€ute und erstickend.

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