Samstag, 25. November 2017

Image-Film der Feuerwehr l├Ąsst Flammen aus der Karl-Drais-Schule schlagen

Hurra, hurra, die Schule brennt

Im Imagefilm der Feuerwehr Heddesheim brennt es in der Karl-Drais-Schule. Dieser Brand ist eine Computeranimation und zeigt keine echten Flammen.

 

Heddesheim, 18. Dezember 2012. (red) Der neue Imagefilm der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim steht seit einiger Zeit im Netz und feiert die Feuerwehrleute in einer Art Heldenepos. Schnelle Schnitte, dramatische Musik, Action pur. Ein Image, als eine Ansehen ist wichtig – fragt sich nur, mit welchen Mitteln man arbeitet. Geh├Ârt ein simulierter Brand dazu?

Von Hardy Prothmann

Der Imagefilm der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim hatte schon kurz nach Ver├Âffentlichung Probleme und musste zur├╝ckgezogen werden. Was genau der Grund war, hat die Feuerwehr nicht kommuniziert. Die aktuelle Version ist aber nicht weniger problematisch. Ab Sekunde 0:58 schlagen spektakul├Ąr-lodernde Flammen bedrohlich aus einem Geb├Ąude. Dicker, schwarzer Rauch qualmt ├╝ber den Flammen.

Dabei handelt es sich, wie kurz drauf im Film ebenfalls zu sehen ist, um die Karl-Dreis-Schule in Heddesheim. Das Problem: Die Bilder sind nicht echt. Diese Flammen sind animiert – eine Computersimulation. Reine Fiktion also – aber eine, die durchaus problematisch sein k├Ânnte. Erstens gibt es keinerlei Hinweise auf die Animation. Der Betrachter muss annehmen, dass es sich um ein echtes Geschehen handelt. Wirkt doch sonst auch alles „echt“ in diesem Film. Und zweitens: Was, wenn hier jemand auf „Ideen“ gebracht wird?

Der Film wurde bei youtube eingestellt und ist ausweislich des Z├Ąhlers schon ├╝ber 4.000 Mal gesehen worden. Produziert wurde der Film vom Feuerwehrmann Robin Birr. Verantwortlich aber sind Kommandant Dieter Kielmayer sowie als Verwaltungschef B├╝rgermeister Michael Kessler.

Feuerwehr probt den Ernstfall

Blitzschlag bei EDEKA

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Die Drehleitern aus Ladenburg und Ilvesheim werden f├╝r den Einsatz vorbereitet.

Heddesheim 07. Mai 2012. (red/cr) Die Brand├╝bung des Feuerwehr-Unterkreises Ladenburg ist aus Sicht der Wehren ein voller Erfolg. Vereinte Einsatzkr├Ąfte der nordbadischen Gemeinden probten die Bek├Ąmpfung eines Gro├čbrandes bei der EDEKA in Heddesheim.

Dichter Rauch dringt aus der Staplerwerkstatt und der Leergutsortierung. Doch jetzt hei├čt es einen k├╝hlen Kopf bewahren f├╝r die Feuerwehrleute aus Heddesheim. Am Tor informiert der Hausmeister, dass es auch auf den Freifl├Ąchen zu Br├Ąnden gekommen ist. Mehrere Personen werden vermisst. Der Einsatzleiter entscheidet, dass das hier vereinte Kr├Ąfte n├Âtig sind und verst├Ąndigt sofort die F├╝hrungsgruppe des Unterkreises Ladenburg.

Kurze zeit sp├Ąter r├╝cken Einsatzkr├Ąfte aus Dossenheim, Edingen-Neckarhausen, Ilvesheim, Ladenburg, Schriesheim, Schriesheim-Altenbach, Schriesheim-Ursenbach sowie die Ladenburger Werkfeuerwehren CBL und Metzeler Richtung EDEKA aus. Auch die benachbarten Wehren aus Hirschberg und Viernheim kommen dazu.

Was sich wie ein Katastrophenszenario anh├Ârt, ist die Unterkreis├╝bung┬á der F├╝hrungsgruppe Ladenburg. In simulierten Brandf├Ąllen und Rettungsoperationen trainieren die Feuerwehrm├Ąnner die Brandbek├Ąmpfung, Personensuche und die Geb├Ąudeabsicherung. Hierbei kommen W├Ąrmebildkameras und tragbare Wasserwerfer ebenso zum Einsatz, wie die Drehleitern aus Ilvesheim und Ladenburg (DLK 23-12, Ladenburg 23 Meter H├Âhe bei 12 Meter Abstand vom Geb├Ąude ).

Feuerwehrkommandant Dieter Kielmayer ist mit dem Ablauf sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren verl├Ąuft reibungslos. Auch die ├ťbergabe der Verletzten an das DRK funktioniert ohne Komplikationen. In einem au├čerhalb des Gel├Ąndes aufgeschlagenen Zelt werden die Patienten versorgt.

Jeder Handgriff sitzt, alle sind hochkonzentriert. So gelingt es den Einsatzkr├Ąften in zwei Stunden den ├ťbungseinsatz erfolgreich zu beenden.

Viel Freude mit den Fotos!
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Jahreshauptversammlung der Feuerwehr

Notfallseelsorge immer wichtiger

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Gro├čbrand im Brunnenweg.

 

Heddesheim, 06. M├Ąrz 2012. (red) Im vergangenen Jahr gab es erfreulicherweise weniger Eins├Ątze f├╝r die Freiwillige Feuerwehr, daf├╝r aber „h├Ąrtere“. Vor allem der Scheunenbrand in der Brunnenwegsiedling war eine gro├če Herausforderung. Eine psychologische der Unfall in der Gro├čsachsener Stra├če. Kommandant Dieter Kielmayer fasste bei der Jahreshauptversammlung die Ereignisse im R├╝ckblick zusammen und erl├Ąuterte die Aufgaben f├╝r 2012.

Von Hardy Prothmann

Der Scheunenbrand in der Brunnenwegsiedlung war 2011 eindeutig die gr├Â├čte Schadenslage und der umfangreichste Einsatz. Einer der „eindr├╝cklichsten“ Eins├Ątze war aber der Unfall in der Gro├čsachsener Stra├če mit zwei eingeklemmten Personen.

Manche der Jungs kennen die Verunfallten und wenn die schreien, w├Ąhrend man arbeitet, ist das eine gro├če Belastung.

Kommandant Kielmayer hat sich deshalb mittelfristig zum Ziel gesetzt, dass es auch vor Ort eine Notfallseelsorge gibt. Bislang kommen die Notfallseelsorgen aus umliegenden Gemeinden:

Die Belastung ist hoch und ich stehe dazu, dass meine Leute hier ein Betreuungsangebot erhalten.

Das ist sicherlich richtig und wichtig.

Insgesamt 70 Eins├Ątze sind rund 20 weniger als 2010. Der R├╝ckgang sei durch ausgebliebene Unwetter begr├╝ndet, sagte Kommandant Kielmayer. Aber:

Die Schwere der Eins├Ątze war aber ungleich h├Âher wie in den vergangenen Jahren.

F├╝r 2012 werden noch ein paar Kameraden neu eingekleidet mit den schwarzen Anz├╝gen. Einige werden den F├╝hrerschein Klasse C machen, au├čerdem wir die Fahrzeughalle in Eigenleistung renoviert.

Zwei neue Fahrzeuge, der Einsatzleitwagen (ELW) und ein Ger├Ątewagen (GW) sollen ersetzt werden. Die Fahrzeuge werden gerade konzipiert und die Antr├Ąge auf F├Ârderung gestellt. 2012 oder 2013 kommt ein neuer ELW2, der rund 90.000 Euro kostet. In zwei bis drei Jahren ist ein GW Logistik 2 geplant, Kostenpunkt rund 200.000 Euro. Der GWL2 ist eine eigene Einheit mit f├╝nf Mann Besatzung und h├Ąlt wichtige Ger├Ątschaften auf Rollcontainern vor, so dass je nach Einsatzlage der Wagen schnell auf den Bedarf umger├╝stet werden kann.

Unsere Fahrzeuge sind noch einsatzf├Ąhig, aber ab 20 Jahre muss man sie austauschen.

Die Feuerwehren Heddesheim und Ladenburg kooperieren bei den Fahrzeugen – so hat Ladenburg eine Drehleiter, aber aktuell nur die „kleine“ Variante des Ger├Ątewagens neu erhalten. Ist der gro├če Wagen gefragt, r├╝cken die Heddesheimer f├╝r die Ladenburger damit aus.

Die aktive Wehr z├Ąhlt demn├Ąchst 84 Mitglieder: Tobias Ott, Steffen Brutscher, Okan Tekin und Robin Birr sind neu aufgenommen worden, m├╝ssen aber noch ihre Truppmann- und Atemschutzger├Ątetr├Ąger-Ausbildung absolvieren, bevor sie mit auf Eins├Ątze d├╝rfen. Tags├╝ber sind rund 20 Mitglieder sofort einsatzbereit.

Insgesamt gibt es 124 Mitglieder, 24 davon in Reserve und 20 bei der Jugendfeuerwehr.

Zum Oberfeuerwehrmann wurden bef├Ârdert: Erny Sascha, Kielmayer Tobias, Brenneisen Tobias, Koschel Stephan, Langend├Ârfer Dennis, ├ľzdemir Can, Skibowski Christian, Strahl Steve.
Zum Oberl├Âschmeister wurden bef├Ârdert: Gerstner Klaus, Keller Carsten, Joachim Hagen, Sch├╝tz Christian, Wenz Gerhard, Thomas Fleck.
Zum Hauptl├Âschmeister wurden bef├Ârdert: Bach Christian, Herre Frank, Schmitt Thomas.

2011 gab es 14 ├ťbungen der F├╝hrungsgruppe und des Kreisstabes sowie 4 Besprechungen der F├╝hrungskr├Ąfte.

 

Zwei verletzte M├Ąnner wurden nach dem schweren Unfall in der Gro├čsachsener Stra├če aus diesem Fahrzeug gerettet.

Feuerwehr l├Âscht Verteilerbrand in der Lilienstra├če


Wenig Schaden dank schnellem Einsatz: Die Feuerwehr l├Âschte einen Verteilerbrand mit Gas. Bild: heddesheimblog.de

Heddesheim, 05. Juli 2011. (red) Gegen 0:40 Uhr wurde die Feuerwehr heute Nacht wegen eines Wohnungsbrands in der Lilienstra├če alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Verteilerkasten im Keller schmorrte. Die Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen – nach kurzer Zeit hatte die Feuerwehr die Lage unter Kontrolle. Doch tats├Ąchlich war der Vorfall „brandgef├Ąhrlich“.

Von Hardy Prothmann

Kommandant Dieter Kielmayer schilderte die Lage gewohnt n├╝chtern: „Als der Alarm kam, sind wir von einem Wohnungsbrand ausgegangen – tats├Ąchlich war ein Stromverteiler im Keller durchgebrannt, kokelte und hatte schon den Nachbarverteiler „infiziert“. Wir haben mit Unterst├╝tzung von Elektrikern den „Saft“ f├╝r das Haus komplett abgedreht.“

Der Brand konnte mit CO2-Gas gel├Âscht werden: „Wir haben versucht, den Schaden so gering wie m├Âglich zu halten“, sagte Kommandant Kielmayer. Da das Treppenhaus stark verraucht war, mussten die Feuerwehrleute dieses noch „entl├╝ften“. Die Bewohner zeigten sich erleichtert, dass die Feuerwehr so schnell im Einsatz vor Ort war: „Die haben keine f├╝nf Minuten gebraucht.“

Einpacken nach dem dritten Einsatz in sieben Stunden. Bild: heddesheimblog.de

Eine Bewohnerin hatte die Feuerwehr alarmiert: „Mit dem Handy, denn die Telefone gingen ja nicht mehr. Die Einsatzzentrale sagte uns, wir sollten sofort das Haus verlassen und die Nachbarn warnen.“ Ihr Mann war bereits eingeschlafen, als die Frau das Signal der Rauchmelder h├Ârte und den Alarm ausl├Âste: „Wir sind dann raus aus der Wohnung und haben an die T├╝ren geklopft, denn auch die Klingeln funktionierten ja nicht mehr“, erz├Ąhlt sie.

Ebenso betroffen waren die elektrischen Roll├Ąden der Eigentumswohnung. Die Eigent├╝mergemeinschaft hatte auf jedem Stockwerk Rauchmelder anbringen lassen, die mit Batterie betrieben werden und unabh├Ąngig von der Stromversorgung reagierten. Welch ein gute Entscheidung.

Als die Feuerwehr abzog, gab es viele Danke-Rufe der erschreckten Bewohner, die kr├Ąftig winkten.

Trotzdem muss der Vorfall nachdenklich machen. Stromverteilerbr├Ąnde sind so selten nicht. Und wenn der Strom weg ist, funktioniert nichts mehr. Kein Telefon, kein Rolladen, keine Schlie├čanlage – zumindest, wenn diese am Stromnetz h├Ąngen.

Die Menschen in der Lilienstra├če sind zum Gl├╝ck unverletzt geblieben, werden sich aber nach diesem Schrecken sicher Gedanken machen, wie sie eine gr├Â├čere Sicherheit herstellen k├Ânnen.

Freude bei den Feuerwehrleuten: Die Bewohner waren sehr dankbar ├╝ber den schnellen und effizienten Einsatz.

 

Und alle Hausbewohner, ob Mieter oder Eigent├╝mer sollten sich Gedanken machen, wie wichtig und lebensrettend Rauchmelder sind.

Die EnBW war kurz nach der Feuerwehr vor Ort, um die Bewohner wieder mit Strom zu versorgen. Ob das bei der Schadenslage m├Âglich war, wissen wir leider nicht.

F├╝r die Feuerwehr war das heute der dritte Einsatz – obwohl, stimmt nicht ganz. Am sp├Ąten Nachmittag wurde sie zur Hilfeleistung bei einer T├╝r├Âffnung in der Lessingstra├če gerufen, gegen 22:15 Uhr zu einem „Motorbrand“ auf dem Edekaparkplatz. Hier war allerdings „nur“ der Unterbodenschutz angekokelt. Und der Einsatz nach 0:00 Uhr f├Ąllt statistisch auf einen neuen Tag. F├╝r die Feuerwehrleute waren es trotzdem drei Eins├Ątze in sieben Stunden.

T├╝r├Âffnung: Person in Notlage


Beim heutigen Einsatz in der Lessingstra├če waren acht Fahrzeuge plus Besatzungen vor Ort. Foto: heddesheimblog.de


Heddesheim, 04. Juli 2011. (red) Die Feuerwehr wurde heute zur Amtshilfe in die Lessingstra├če gerufen, um eine T├╝r in einem der Hochh├Ąuser zu ├Âffnen.

Nach unseren Informationen befand sich ein Mensch in Notlage und musste ├Ąrtzlich versorgt werden. Ein etwa dreij├Ąhriges Kind wurde vom Jugendamt in Obhut genommen.

Die Feuerwehr war mit Signalhorn und vier Fahrzeugen vorgefahren. Laut Kommandant Dieter Kielmayer k├Ânne man nie wissen, „was einen vor Ort erwartet“. Die Polizei war mit zwei Einsatzwagen vor Ort, zudem ein Notarzt und der Rettungsdienst.

Im Anschluss an die T├╝r├Âffnung reparierte ein Schreiner die T├╝r, damit die Wohnung wieder verschlossen werden konnte.

Jahreshaupt├╝bung der Feuerwehr im Zeichen der Zusammenarbeit


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Brandbek├Ąmpfung ist Team-Arbeit.

Heddesheim, 16. Mai 2011. Die diesj├Ąhrige Haupt├╝bung der Feuerwehr war auch eine Demonstration der Zusammenarbeit der Wehren im Kreis. Der simulierte Brand im „Badischer Hof“ machte den Einsatz einer Drehleiter notwendig, die von der Ladenburger Feuerwehr in Stellung gebracht worden ist.

Kommandant Dieter Kielmayer kommentierte den ├â┼ôbungseinsatz ├╝ber Mikrofon und Lautsprecher f├╝r die rund 50 B├╝rgerinnen und B├╝rger, die sich f├╝r die Jahreshaupt├╝bung interessiert am Abend des 13. Mai 2011 am Fritz-Kessler-Platz eingefunden hatten. Direkt gegen├╝ber ist die Einsatzstelle – der Badischer Hof, ein altes, leerstehendes Geb├Ąude in der Schaafeckstra├če.

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Brandbek├Ąmpfung von oben: Die Ladenburger Drehleiter.

Die Situation: Ein Passant entdeckt Qualm und alarmiert die Feuerwehr. Die rast „um die Ecke“ heran, die Einsatzleitung verschafft sich einen ├â┼ôberblick und entscheidet sofort, dass wegen der gro├čen Dachfl├Ąche eine Drehleiter gebraucht wird. Deshalb wird nachalarmiert und die Kollegen in Ladenburg r├╝cken ebenfalls aus, da die Heddesheimer Feuerwehr keine Drehleiter hat.

Vor Ort wird die Ladenburger Drehleiter von den Heddesheimer Feuerwehrleuten eingewiesen und in einem Hof hinter dem Geb├Ąude in Stellung gebracht. W├Ąhrenddessen „greifen die Kollegen an“. Mit Atemschutzger├Ąten versehen schaffen sie sich Zugang zum Geb├Ąude und rutschen auf Knien durch die R├Ąumlichkeiten – der Rauch steigt nach oben, deswegen bewegt man sich m├Âglichst tief. Sie suchen mit einer W├Ąrmebildkamera den Brandherd und eventuelle Glutnester. Sie halten K├Ârperkontakt, kontrollieren sich gegenseitig – Selbstschutz ist ├Ąu├čerst wichtig.

Ein Kamerad muss in Sicherheit gebracht werden – Kreislaufkollaps. Kein unwahrscheinliches Szenario. Hitze und k├Ârperliche Anstrengung k├Ânnen enorm sein. Die Rettungskr├Ąfte des DRK versorgen den Mann. Derweil regelt die Polizei den Verkehr an der Einsatzstelle vorbei.

Die Jahreshaupt├╝bung der Feuerwehr ist eine Demonstration – sie dient aber vor allem dazu, die Leistungsf├Ąhigkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu zeigen. Kommandant Kielmayer und der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh zeigten sich zufrieden mit dem Einsatz. Wie immer.

Im Anschluss gab es eine Nachbesprechung der Feuerwehr in der Freizeithalle – ohne ├ľffentlichkeit. Warum eigentlich nicht? Im pers├Ânlichen Gespr├Ąch unter dem Eindruck der Demonstration lie├če sich sicher gut Werbung f├╝r die Feuerwehr machen, die dringend auf die freiwillige Mitarbeit angewiesen ist.

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„F├╝r die abgefahrensten Ideen sind wir immer zu haben. Udhijng – was sonst?“

Guten Tag!

Heddesheim, 17. Februar 2011. Der Mannheimer Morgen berichtet heute in einem Werbetext ├╝ber die neue Homepage der Gemeinde. Der Clou sind die „Wildcards“. B├╝rgermeister Michael Kessler honoriert die enorme B├╝rgerbeteiligung von 0,000869 Prozent der Einwohner und hat deswegen eine politische Bewertung beschlossen. Ab 2012 wird der Udhijng-Preis f├╝r innovative Querdenker ganz offiziell verliehen. Die Patin Ursula Brechtel zeigt sich bescheiden. Das Unternehmen Pfenning ist Sponsoring-Partner.

Von Helle Sema

Manchmal ├╝berrascht der Mannheimer Morgen mit besonderen Texten. Anja G├Ârlitz hat wieder einmal so einen geschrieben, wof├╝r wir die Dame ausdr├╝cklich loben wollen und gleichzeitig hoffen, dass sie nicht mit einem gerichtlichen Mahnverfahren reagiert.

Frau G├Ârlitz hat sich n├Ąmlich investigativ mit der Homepage der Gemeinde besch├Ąftigt. In ihrem Text ist zu lesen, dass sie wei├č, was man fr├╝her unter der „alten homepage“ finden konnte und nun unter der „neuen“.

Investigative Recherche l├Âst Unruhe aus: Bedrohen die Wildcards die Ordnung? Quelle: MM

Daf├╝r muss sie eine schier unglaubliche Rechercheleistung vollbracht haben. Man stelle sich das vor: Seite um Seite, Suchbegriff um Suchbegriff hat sie die „alte Seite“ protokolliert und dann dieselben Routinen auf der neuen Seite angewendet. Das nennt man Handwerk, harte Recherchearbeit.

Das Ergebnis ist „durchmischt“ – auch das ein Beweis f├╝r ihre unabh├Ąngige Recherche, die zu dem Ergebnis kommt: „Nutzer finden Seite gelungen, bringen aber auch Ideen ein“.

Weiter hei├čt es: „Beispiel Sterbefall“. Auf der alten Seite, so die Redakteurin, habe man nur eine „knappe Auskunft“ erhalten. Ganz anders jetzt auf der neuen Homepage: Mitarbeiter, Amt, Verfahrensablauf, ja sogar Kosten und Gesetzestexte findet man da. Wahnsinn. Tolle Recherche.

Doch der neue Service hat auch Schattenseiten. Beispiel Abwassergeb├╝hr: „1,69 Euro je cbm“ informierte die alte Seite kurz und knapp, erl├Ąutert die Reporterin in ihrem Text. „Jetzt hingegen muss man in vier Treffern (sic!), darunter die Abwassersatzung, ziemlich lange suchen.“ „Vier Treffer“ – da muss die Gemeinde dringend nachbessern.

Kleiner Skandal?

Das wird die Gemeinde gar nicht gerne lesen – klingt das doch noch einem Nachteil, wenn nicht gar nach einem kleinen Skandal: Was fr├╝her auf der alten Seite kurz und knapp zu finden war, ist jetzt irgendwo intransparent versteckt. Nicht wenige Skeptiker werden sich best├Ątigt f├╝hlen, dass das „Internet des Teufels“ ist, darunter auch der SPD-Franktionsvorsitzende J├╝rgen Merx.

Aber: Keine Aufregung. Die B├╝rger machen mit. Immerhin schon zehn Homepage-Besucher haben Anregungen geschrieben. Das sind immerhin 0,000869 Prozent der Einwohner.

Aufgedeckt: Heddesheim hat die Spezialadresse wehwehheddesheimdee. Kommentar Kessler: "Wir haben das eine W eingespart." Quelle: MM

Die Gemeindeverwaltung nimmt die B├╝rgerbeteiligung ernst, allen voran B├╝rgermeister Kessler und der Hauptamtsleiter Julien Christoph.

Denn die stehen bekanntlich f├╝r Transparenz und sind deswegen auch sehr „dankbar“. Vor allem ├╝ber solche S├Ątze: „Die neue Internetseite ist ansprechend und informativ gestaltet.“ Das zitiert der Hauptamtsleiter Christoph ganz kritisch aus einem „Verbesserungsvorschlag“.

Mal ganz ehrlich – die Heddesheimer B├╝rger trauen sich schon was. Der Gemeinde eine „ansprechende und informative Gestaltung“ vorzuwerfen, zeugt schon von einem sehr kritischen Geist und die schonungslose Ver├Âffentlichung weiterer Zuschriften wie „gut gelungen“ und „richtig gut“ zeugen von der demokratischen Grundhaltung in der Rathausf├╝hrung, die sich der Kritik stellt.

Als w├Ąre das nicht schon alles f├╝r alteingesessene Heddesheimer ganz sch├Ân viel progressive Politik, m├╝ssen die nun auch noch das Wort „Wildcards“ lernen. Diese wilden Karten bietet die neue Homepage n├Ąmlich auch an.

Ist www.heddesheim.de kommunistische Propaganda?

Man muss nicht mehr genau wissen, was man eigentlich sucht, sondern gibt eine Wort gefolgt von einem * an. Der Stern * steht f├╝r das Wilde. Das wissen auch alle, die als gute Demokraten wissen, dass der Stern sonst eher f├╝r die Russen, den Kommunismus steht.

Doch genau das muss man jetzt eingeben, wenn man nach Buchhandlung sucht. Die Suchmaschine ist n├Ąmlich absolut korrekt und findet nichts, wenn man nur „Buch“ eingibt. Weil die neue Internetseite aber „modular“ aufgebaut ist (noch so ein Unwort), kann man Buch* eingeben und findet… Buchhandlung. Ist das nicht sensationell?

Sicher, man wird sich an solche neumodischen Dinge gew├Âhnen m├╝ssen. Aber mit ein wenig Spieltrieb gelingt das auch. Und im Gemeinderat gibt es ja einige Gemeinder├Ąte, die gerne neues ausprobieren.

Nach meinen Recherchen haben beispielsweise Frau Brechtel, Herr Doll, Herr Hege, Herr Hasselbring und auch Herr Harbarth am vergangenen Wochenende eine Lan-Party veranstaltet.

Nein, das ist nichts unanst├Ąndiges. Dabei trifft man sich, baut seine Computer auf und vernetzt diese, um dann gemeinsam zu spielen.

Regeln gab es keine, Gewinner sollte der Spieler mit dem „abgefahrensten Treffer sein“.

Abgefahren: Ursula Brechtel zeigt es den anderen.

Also kein Spiel f├╝r Anf├Ąnger, sondern f├╝r ganz gewiefte.

Gewonnen hat die 1. stellvertretende B├╝rgermeisterin Ursula Brechtel. Aber nur, weil Dr. Joseph Doll den „Hot-Spot“ in der demographischen Entwicklungsstudie nicht gefunden hat und Herr Hege nicht wusste, wo man den Diesel in den „Schlepp-Top“ tankt und sich wunderte, dass der Systemstart nach einer vorsorglichen Spritzaktion nicht mehr m├Âglich war.

Herr Harbarth war auch schnell aus dem Rennen, weil er das Vereinsformular nicht gefunden hat. Denn er wollte dem Netzwerk schriftlich beitreten.

Unabh├Ąngig davon hatte Frau Brechtel leichtes Spiel. Sie ├╝berlegte sich einen cleveren Suchbegriff und gab Heddesheim ein. Kein Treffer.

Dann setzte sie die „Wildcard“ ein – verschmitzt l├Ąchelnd und „Bingo“. Sie hatte den brutalstm├Âglichen-abgefahrensten Treffer. An erster Stelle des Ergebnisses stand das „heddesheimblog“.

Brutalstm├Âglicher Treffer: Heddesheim alleine bringt unter Wirtschaft keine Treffer. Aber plus Wildcard schafft es das "heddesheimblog" auf den ersten Platz unter 146 Suchergebnissen! Macht BM Kessler die beauftragte Firma schadensersatzpflichtig? Sie glauben das nicht? Machen Sie den Test, klicken Sie auf die Grafik und suchen Sie nach Heddesheim*. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Auf diese Idee musste erst mal jemand kommen! Frau Brechtel gewinnt deshalb den erstmals ausgelobten Internet- und Social Media-Preis der Gemeinde Heddesheim. Und schnell war man sich einig, dass ihren Namen k├╝nftig damit verbinden sollte.

Denn wieder einmal hat sie sich beispiellos f├╝r die Gemeinde eingesetzt. Dieses herausragende Engagement ist Grund genug f├╝r B├╝rgermeister Kessler wieder einmal ergriffen festzustellen: „Ursel, des h├Ątt isch jedzd nett gedacht.“

Ab 2012 vergibt die Gemeinde Heddesheim den Idhijng-Preis f├╝r innovative Querdenker ganz offiziell. Der Gewinn: Eine Wildcard und ein Portr├Ąt im Mannheimer Morgen von der Star-Journalistin Anja G├Ârlitz.

Die Logistik-Gruppe „Pfenning“ hat sich als Sponsoring-Partner verpflichtet und wird das Konterfei des Preistr├Ągers f├╝r drei Monate auf jeden Lkw aufbringen lassen: „F├╝r die abgefahrensten Ideen sind wir immer zu haben. Udhijng – was sonst?“

Vom Unding zum Udhijng.

Kurz vor Redaktionsschluss haben wir noch erfahren, dass Frank Hasselbring einen Missbilligungsantrag einbringen will, weil ihm als „Liberalem“ diese Form der Einflussnahme „stinkt“: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mit rechten Dingen zugegangen sein soll. Man muss der Sache auf den Zahl f├╝hlen, ob nicht der Prothmann seine Finger im Spiel hatte.“

J├╝rgen Merx beeilte sich in einer Stellungnahme, dem beizupflichten. Reiner Lang forderte eine Klarstellung, Frau Karin Hofmeister-Bugla l├Ąchelte, ebenso Frau Ingrid Kemmet, die sich nicht zur Sache ├Ąu├čern wollte. Diese Haltung teilten Hans Siegel und Volker Schaaf.

Martin Kemmet „kotzten“ die Lan-Spiele an, was Kielmayer best├Ątigte. Walter Gerwien k├╝ndigte an: „Sollte es sich um ein illegales Spiel handeln sollte, werde ich ermitteln.“

Michael Bowien enthielt sich ebenso wie die Gr├╝nen: „Wir stimmen nur zu, wenn erstens klar gestellt ist, dass garantiert niemand atomstromgetrieben auf die Seite surft und zweitens ein Button „Free the hamster“ auf der Homepage angebracht wird.“ Kurt Klemm forderte: „Wildcards m├╝ssen gesch├╝tzt werden.“

Hardy Prothmann erkl├Ąrte sich in der Sache f├╝r „befangen“ und ├Ąu├čerte sich auf Nachfrage knapp: „Kein Kommentar.“

Unterdessen best├Ątigte B├╝rgermeister Michael Kessler, dass pro Klick ein Euro in die Vereinsf├Ârderung flie├če und als erster Nutznie├čer die Fortuna in nicht-├Âffentlicher Sitzung bestimmt worden sei, die dringend einen neuen Kunstrasen braucht: „Zehn Klicks- zehn Euro sind ein Anfang. Der Zehnte ist schon immer gut gewesen. Das wussten F├╝rsten vor mir, das wei├č auch ich, den ich bin, ├Ąh, die Gemeinde, also ich, gehe davon aus, dass wir das Ziel erreichen“, ├Ąu├čerte sich Kessler zuversichtlich. Die Frage, ob auch er eine „Wildcard“ einsetzen wolle, lie├č er offen.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Der Schauprozess

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Dezember 2010. CDU, FDP, SPD und B├╝rgermeister Michael Kessler haben in der Gemeinderatssitzung vom 22. Dezember 2010 ihren „S├╝ndenbock-Antrag“ best├Ątigt und gegen die Meinungsfreiheit und eine Gleichbehandlung gestimmt.

Was aus Sicht der „Anti-Prothmann-Front“ zun├Ąchst die eigenen „Rache-Gel├╝ste“ befriedigt hat, wird sich langfristig als Fehler herausstellen. Die selbsternannte „Allianz der Anst├Ąndigen“ hat ohne Sinn und Verstand ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und zur demokratischen Ordnung abgelehnt.

Von Hardy Prothmann

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Hardy Prothmann, freier Journalist. Bild: sap

Der Blick in die Gesichter der Gemeinder├Ąte der CDU, FDP und SPD und B├╝rgermeister Kessler war aufschlussreich. Die Mimiken schwankten zwischen versteinerter H├Ąrte und einer gewissen lustvollen Befriedigung.

Man hatte sich verabredet, einem Mitglied aus dem Rat den „moralischen Prozess“ zu machen.

Absurde Zust├Ąnde.

Dass der „Missbilligungsantrag“ durchgehen w├╝rde, war klar. Auch die Absurdit├Ąt zwischen ├âÔÇ×u├čerungen und Abstimmungsverhalten war klar. Der SPD-Fraktionschef J├╝rgen Merx konnte sich wie die SPD-Fraktion zwar dem Antrag wegen „seiner Art“ nicht anschlie├čen, die vier SPD-Gemeinder├Ąte stimmten aber zu (Michael Bowien fehlte in der Sitzung).

Auch CDU-Gemeinderat Martin Kemmet betonte ausdr├╝cklich, dass er nicht allein mich f├╝r die „Zust├Ąnde“ im Gemeinderat verantwortlich macht, sondern auch viele andere (ohne Namen zu nennen) und stimmte dann doch f├╝r den Antrag.

Das muss man nicht verstehen. Das muss man aber zur Kenntnis nehmen.

Gegen das Grundgesetz.

Ebenso das Abstimmungsverhalten zu meinem erweiterten Antrag. CDU, SPD, FDP und B├╝rgermeister Kessler haben in der Sitzung vom 22. November 2010 ausdr├╝cklich gegen die Anerkennung von Artikel 5 Grundgesetz, sich frei eine Meinung bilden und diese ├Ąu├čern zu k├Ânnen, gestimmt. Martin Kemmet hat sich enthalten.

Und sie haben ebenso gegen eine geordnete Gleichbehandlung im Gemeinderat gestimmt. Ganz selbstverst├Ąndlich. Ohne Z├Âgern. Aus ├â┼ôberzeugung.

Ist der Schluss also richtig, dass B├╝rgermeister Kessler und die vierzehn Gemeinder├Ąte von CDU, SPD und FDP Antidemokraten sind, weil sie gegen die Anerkennung eines Grundgesetzartikels und gegen die korrekte Einhaltung der Gemeindeordnung stimmen?

Ich hoffe nicht. Ich befürchte aber, dass in der wütenden Auseinandersetzung mit meiner Person demokratische Spielregeln und demokratische Ãœberzeugungen seit geraumer Zeit keine Rolle spielen.

Gestern wurde wieder das ├╝bliche Rollenspiel von vorab nicht-├Âffentlich verabredeten Entscheidungen „├Âffentlich“ aufgef├╝hrt.

„Sie sind ekelhaft.“ B├╝rgermeister Michael Kessler zu Gemeinderat Hardy Prothmann.

In nicht-├Âffentlicher Sitzung darf B├╝rgermeister Michael Kessler zu mir sagen: „Sie sind ekelhaft“, ohne dass es auch nur den Hauch einer geheuchelten Welle der Emp├Ârung gibt. Auch damals war in den Gesichtern der „Allianz der Anst├Ąndigen“ eine lustvolle Befriedigung zu sehen. Der B├╝rgermeister hat sich sp├Ąter daf├╝r „entschuldigt“. Aber nicht offen und ehrlich, sondern nur irgendwie.

Ich habe gestern meine Bemerkung gegen├╝ber Herrn Hasselbring als „unangebracht“ zur├╝ckgezogen und bem├Ąngelt, dass die Mehrheit im Gemeinderat zweierlei Ma├č in Sachen Anstand und Moral anlegt.

Dies wurde auch prompt durch das gewohnte Sitzungsverhalten des B├╝rgermeisters und gewisser Gemeinder├Ąte wie Herrn Dr. Doll best├Ątigt.

Dreckspatzigkeit.

Und durch den SPD-Gemeinderat Reiner Lang, der das journalistische Angebot des heddesheimblogs als „Dreckspatzigkeit“, als „Sauerei“ und „Schwachsinn“ bezeichnete.

Diese ├╝ble Vulg├Ąrsprache fand offensichtlich die stillschweigende Anerkennung sowohl des B├╝rgermeisters Kessler als auch die der anderen Gemeinder├Ąte, die sich im Besitz des Anstands w├Ąhnen.

Unter diesen „Anst├Ąndigen“ ist auch CDU-Gemeinderat Rainer Hege. Der hat mir gestern am Ratstisch erstmals Gru├č und Handschlag verweigert. Warum, hat er nicht gesagt. Auch FDP-Gemeinder├Ątin Ingrid Kemmet verzichtet sein gestern darauf.

Doppelmoral.

Auch der B├╝rgermeister Michael Kessler verweigert schon seit gut einem Jahr Gru├č und Handschlag. CDU-Fraktionschef und Antragsteller Josef Doll sowieso wie auch FDP-Fraktionschef Frank Hasselbring und SPD-Fraktionschef J├╝rgen Merx.

Auch CDU-Gemeinderat Hans Siegel ist seit kurzem nicht mehr in der Lage der einfachsten und erwartbarsten Form der Respektsbezeugung nachzukommen, ebensowenig wie Reiner Lang und J├╝rgen Harbarth (beide SPD).

Die Form wahren bis heute Karin Hoffmeister-Bugla und Michael Bowien (SPD), Walter Gerwien, Dieter Kielmayer und Volker Schaaf sowie alle Gemeinder├Ąte der Gr├╝nen.

Ich habe dazu gestern deutlich meine Meinung gesagt: Die ├ľffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wie „Moral“ von Teilen des Gemeinderats ├Âffentlich geheuchelt und nicht-├Âffentlich gemeuchelt wird.

Die selbstgef├Ąllige, pharis├Ąerhafte Doppelmoral vieler Gemeinder├Ąte ist offensichtlich.

Selbst die Br├╝cken, die die Gemeinder├Ąte der Gr├╝nen mit ihren Wortbeitr├Ągen gebaut haben oder der Apell von Martin Kemmet (CDU), dass viele Personen an den „Heddesheimer Zust├Ąnden“ beteiligt sind, erreichte keinen der „Missbilliger“.

Front der Verh├Ąrtung.

Die Front der Verh├Ąrteten ist derart negativ belastet, dass eine Entspannung ├╝berhaupt nicht zur erwarten ist.

Das zeigten auch Form, Inhalt und Vortrag des Antrags. Statt eines Apells mit Aussicht auf eine Ver├Ąnderung oder Erneuerung der Verh├Ąltnisse, ging es um die Festschreibung der verbohrten Stellungen und den innigen Wunsch, mich loszuwerden.

Statt sich dem Bibelsatz „Wer unter euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“ anzuschlie├čen, gingen die H├Ąnde mit versteinerten Mienen der „Ankl├Ąger“ in diesem „Schauprozess“ hoch.

„Unbequemlichkeit ist wichtig.“ Andreas Schuster

Ich werde es weiter so halten, wie der Gr├╝nen-Gemeinderat Andreas Schuster es formulierte: „Ich halte eine gewisse Unbequemlichkeit f├╝r wichtig.“

Das haben andere vor mir auch schon so gehalten, beispielsweise Georg B├╝chner, der wegen seiner politischen Schriftstellerei per Haftbefehl gesucht wurde und nach dem heute der bedeutendste Literaturpreis Deutschlands benannt ist.

Oder Heinrich Heine, der gro├čartige Dichter, der f├╝r seine Dichtung „Deutschland. Ein Winterm├Ąrchen“ ebenfalls per Haftbefehl gesucht wurde und dessen Werk zensiert wurde. Darin hei├čt es:

„Noch immer das h├Âlzern pedantische Volk,
Noch immer ein rechter Winkel
In jeder Bewegung, und im Gesicht
Der eingefrorene D├╝nkel.“

Besser als mit diesem Heine-Wort kann man die Haltung von CDU, FDP, SPD und B├╝rgermeister Michael Kessler mit einer „gewissen Unbequemlichkeit“ nicht wiedergeben.

Download:
Antrag zu Meinungsfreiheit und Gleichbehandlung

hardyprothmann

Gl├Ąserner Gemeinderat: Im Fr├╝hjahr gibt es einen Markt – was f├╝r einen ist unklar

Guten Tag!

Heddesheim, 13. Oktober 2010. Ab dem kommenden Fr├╝hjahr wird es auf dem Dorfplatz einen Wochenmarkt geben – mit welchen Angeboten ist noch unklar. Der Markt wird freitags stattfinden, weil angeblich Samstag kein guter Tag ist. ├â┼ôber einen Mittwoch oder Donnerstag wurde nicht diskutiert – ebensowenig ├╝ber die Bed├╝rfnisse der Heddesheimer B├╝rgerInnen.

Von Hardy Prothmann

Wenn man im Gemeinderat Herrn Hasselbring (Fraktionsvorsitzender FDP) zuh├Ârt, was der so sagt, dann wei├č man genau, wo der Mann einkauft: Bevorzugt in Ladenburg und Umgebung, nur nicht in Heddesheim: „In Schriesheim, Hirschberg und Ladenburg gibt es oder entsteht eine Einkaufsqualit├Ąt, die wir hier nicht mehr kriegen.“ „Super, toll, klasse“, sagt der Mann mit einer Lebendigkeit, die sonst so gar nicht an den Tag legt.

Herr Hasselbring kauft gerne in der Nachbarschaft ein.

Herr Hasselbring l├Ąsst sich so ausf├╝hrlich schw├Ąrmend ├╝ber die tollen Standorte in der Nachbarschaft aus, dass B├╝rgermeister Kessler kommentiert: „Bitte keine Werbung Herr Hasselbring.“ Dar├╝ber wird gelacht. Haha. Dabei ist es ein ernstes Thema.

In Ladenburg ist mit der Kombination aus Edeka, Aldi und DM, ausreichend Parkpl├Ątzen und Gastronomie an der Wallstadter Stra├če eine Einkaufsgelegenheit entstanden, die viele Heddesheimer anzieht – seit einiger Zeit sowieso, da die Viernheimer Br├╝cke noch bis Jahresende Baustelle ist. Zudem lockt die Altstadt – vergangenen Freitag war dort Einkaufsnacht mit ordentlich Betrieb – im krassen Gegensatz zur Heddesheimer Einkaufsnacht, die ganz klar ein Misserfolg war und das bleiben wird, solange es keinen besonderen Anreiz gibt.

In Hirschberg wird im Neubaugebiet „Sterzwinkel“ ebenfalls ein moderner Edeka-Markt entstehen – der aus Sicht der angeblich „bis zu 1.000 Arbeitnehmern“ der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung bei weitem einfacher zu erreichen sein wird, als der Heddesheimer Edeka-Markt, der nun wahrlich keine Augenweide ist. Sofern die „bis zu 800“ Lkw t├Ąglich die Strecke nicht komplett verstopfen.

Ger├╝chte.

In Heddesheim hat die Metzgerei Schmich zugemacht, bekannterma├čen ist der Discount Treff schon lange zu und glaubt man den Ger├╝chten, die viele kennen, wird das auch so bleiben. Treff geh├Ârt ebenfalls zum Edeka-Konzern und man sagt, die Miete w├╝rde f├╝r den leeren Laden weiterbezahlt, damit sich dort keine Konkurrenz ansiedelt. Das ist ein Ger├╝cht, f├╝r das Argumente sprechen. Andererseits kann man genauso gut glauben, dass da niemand rein will, weil Heddesheim und die Lage im Speziellen nicht attraktiv genug sind – es mangelt an Parkpl├Ątzen und die wollen alle haben.

Meinen Einwurf, dass man auch in Heddesheim bei einem Wochenmarkt auf ausreichend Parkpl├Ątze achten m├╝sse, wollte niemand zur Kenntnis nehmen. Mein Antrag, ├╝ber das Internet die W├╝nsche der Heddesheimer Bev├Âlkerung einzusammeln, um ein m├Âglichst zielgenaues Angebot entwickeln zu k├Ânnen wurde nur von den Gemeinderatskollegen Reiner Edinger und Kurt Klemm unterst├╝tzt.

Nun hat der Gemeinderat einstimmig den Antrag der SPD auf einen Wochenmarkt beschlossen – also auch ich. Warum? Von meiner Seite als Signal. Ich glaube n├Ąmlich, dass ein attraktiver Markt ein positives Signal setzen kann. Das Angebot und die Preise m├╝ssen stimmen. Wenn man Herrn Kessler im Mai genau zugeh├Ârt hat, w├╝nscht der sich K├Ąse, Bio und Fisch und „was man sonst nicht im Ort finden kann“.

Angebote.

Naja, es gibt einen Fischwagen, im Edeka gibt es auch Bio und eine solide K├Ąsetheke – irgendwie verstehe ich den B├╝rgermeister nie so recht. Ein Angebot mit Gem├╝se und Obst ist nicht explizit besprochen worden und wird meiner Meinung nach nicht kommen. Denn das w├Ąre eine Konkurrenz f├╝r den CDU-Vorsitzenden und Gemeinderat Rainer Hege, der einen Scheunenladen betreibt und sich demonstrativ f├╝r befangen erkl├Ąrt hat. Die Mehrheit der CDU-Mitglieder stimmte denn auch gegen den Antrag der SPD: „Wir sehen eine Konkurrenz f├╝r die bestehenden Betriebe“, sagte Dr. Josef Doll, der CDU-Fraktionsvorsitzende. N├Ąher erl├Ąutert hat er das nicht.

Und K├Ąse, Bio, Fisch? Das sind eher hochpreisige Angebote, die sich nicht jeder leisten k├Ânnen wird – vielleicht wusste Herr Kielmayer schon mehr als andere, als er meinte: „Da holt man sich Appetit, aber eingekauft wird im Supermarkt.“ Ich fand das Argument absurd – da guckt man vielleicht ein- zwei Mal und beschlie├čt dann, dass es zu teuer ist. Sicherlich geht niemand freiwillig dahin, wo er sich nichts leisten kann.

Fragen darf man aber schon, was Herr Doll denn meinen k├Ânnte? K├Ânnen Brillen, B├╝cher, Blumen, Orthop├Ądie-Ger├Ąte, Schuhe, Zahnpflege, Friseurdienstleistungen, Reiseb├╝ro, Sonnenstudio, Kiosk und B├╝robedarf Konkurrenz durch einen Wochenmarkt bekommen? Keines dieser Gesch├Ąfte d├╝rfte einen „Lebensmittel-„Markt als Konkurrenz betreiben. Der Edeka-Markt kann das verschmerzen, weil er noch andere Artikel anbietet. Der Tschibo-Laden mit Backwaren w├Ąre schon eher „betroffen“, doch der ist im Gemeinderat nicht vertreten. Der Hege-Laden noch mehr und das hat die CDU ja auch ein klares Signal gegeben.

Bereits Ende 2009 wurde der Markt von der SPD erstmals in den Gemeinderat gebracht – jetzt entschieden und fr├╝hestens in weiteren sechs Monaten soll es losgehen. Auch das ist „Standortpolitik“. Man muss sich nur wundern, wie schnell „Pfenning“ dageben vorangebracht wurde.

Geheimnisse.

Als gro├čes Geheimnis bleibt, was denn so an Standbetreibern kommen wird. Schlie├člich liebt Herr Kessler Geheimnisse und hasst es, das Volk zu fragen – das hat er mit vielen Repr├Ąsentanten im Gemeinderat gemein.

W├Ąhrend der B├╝rgermeister 2009 noch sehr unentschlossen war, gibt er sich nun zuversichtlich, dass der Markt „Kaufkraft im Ort gehalten oder zur├╝ckgeholt werden kann“.

Kurt Klemm begr├╝├čte den Markt als „Ort der Begegnung“, „Gr├╝nen“-Specher Klaus Schuhmann ebenso, vor allem wegen der „├Ąlteren Leute“: „Man darf die, die nicht so mobil sind, nicht vergessen.“

CDU-Enthaltung.

Frau Brechtel, Herr Doll, Herr Kielmayer und Herr Schaaf (alle CDU) enthielten sich der Stimme, trotz des „Alten“-Arguments, das sie sonst immer hochhalten.

Auch ich finde eine Markt in Heddesheim gut, weil er den Ort attraktiv macht und den leblosen Dorfplatz wenigstens einmal die Woche mit Leben f├╝llen kann. Tats├Ąchlich bef├╝rchte ich, dass der Bauernmarkt vor dem Rhein-Neckar-Zentrum und in Ladenburg, die zeitgleich stattfinden, eine harte Konkurrenz sind und somit der Freitag kein gut gew├Ąhlter Tag ist.

Und dann kommt es noch auf das Angebot an – man darf gespannt sein, was das sein wird.

Bevor der Markt ├╝berhaupt starten wird, ist eines aber klar: F├╝r die W├╝nsche der Heddesheimer B├╝rgerInnen haben sich weder Herr Kessler noch die Mehrheit im Gemeinderat interessiert.

Und das finde ich bedauerlich.

hardyprothmann

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Download:
Gemeinderat-Protokoll Mai 2010 ├╝ber die Diskussion zum Markt-Antrag der SPD.

Feuerwehr: F├╝nfzehn Eins├Ątze zum Tag der offenen T├╝r

Guten Tag

Heddesheim, 20. September 2010. (red/p├Âl) Die Feuerwehr hatte dieses Jahr zum „Tag der offenen T├╝r“ eine besondere Attraktion zu bieten: In einer mobilen Brand├╝bungsanlage haben die Feuerwehrleute zuerst trainiert und dann gezeigt, unter welchen Bedingungen ein Brandeinsatz abl├Ąuft.

Von Horst P├Âlitz

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Gnadenlose Hitze in der Brandübungsanlage. Ãœbung, Demonstration, Erfahrung.

Angriff ├╝bers Dach. Dann ein Treppenbrand. Ein Bettbrand. Ein Schrankbrand. Ein Gasflanschbrand. Ein Elektroverteilerbrand. Die Freiwilligen Feuerwehren Ladenburg und Heddesheim demonstrierten mit der mobilen Brand├╝bungsanlage verschiedene Brandszenarien.

„F├╝nfzehn ├â┼ôbungen haben wir f├╝r heute eingeplant“, sagt Brandmeister Ralf Tiemann aus Ladenburg, der f├╝r die Eins├Ątze am mobilen Steuerstand verantwortlich zeichnet. Vierzehn Angeh├Ârige der freiwilligen Feuerwehr Ladenburg unterst├╝tzten die Wehr aus Heddesheim.

„F├╝r den ersten Einsatz mit Atemschutzger├Ąten m├╝ssen mindestens f├╝nfzig ├â┼ôbungen vorher absolviert werden. Dabei muss grunds├Ątzlich ein erfahrener Atemschutztr├Ąger sein“, so Hauptbrandmeister Josef Karlberger (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Ladenburg), der die ├â┼ôbungen koordinierte und dem Publikum den Einsatzablauf zeitnah als Moderator erkl├Ąrte.

Verschiedene Szenarien wurden gezeigt: Ein Hausbrand. Atemschutztr├Ąger kontrollieren zuerst gegenseitig die Ausr├╝stung. Dann folgt der „Angriff“ ├╝bers Dach. Die Treppenhausbrandl├Âschung erfolgt mittels eines „2-C-Rohrs“, gef├╝hrt durch Truppmann Benny Bucher. Begleitet wurde er durch Truppf├╝hrerin Christina Lang. Der Truppf├╝hrer ist grunds├Ątzlich verantwortlich f├╝r Kontrolle und Umfeld. Dann werden Bettbrand- und Schrankwandbrandl├Âschung gezeigt.

Im Keller angekommen, wurde ein Gasflanschbrand teilweise einged├Ąmmt, da r├╝ckseitig ein Elektroverteilerbrand ausgebrochen war. Nach zwanzig Minuten Einsatz hie├č es „Feuer aus“.

Die ├â┼ôbungen, die schon am Tag zuvor absolviert wurden und die Demonstrationen sind schwei├čtreibend: Bei Temperaturen zwischen 500 und 550 Grad Celsius, schwitzen die Feuerwehrleute pro Person ein Liter Wasser in wenigen Minuten. Das Ausr├╝stungsgewicht betr├Ągt auch ohne die Belastung schon insgesamt f├╝nfundzwanzig Kilogramm (Einsatzjacke, Helm, Hose, Stiefel, Handschuhe, Funkger├Ąt und Maske), das Atemschutzger├Ąt wiegt zw├Âlf Kilogramm. Bei einem richtigen Einsatz kommen noch Axt, W├Ąrmebildkamera und Schlauchtragekorb hinzu. Eine enorme Anstrengung also.

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Der stellvertretende Ladenburger Kommandant Karlberger beim "Show"-Teil. In der Brand├╝bungsanlage kann man angeblich auch W├╝rstchen grillen.

Der Heddesheimer Kommandant Dieter Kielmayer bedankt sich bei der EnBW f├╝r die mobile Brand├╝bungsanlage: „Wir k├Ânnen hier sehr gut unter realistischen Bedingungen trainieren.“ Als besonderer „Gag“, um die Hitze zu demonstrieren, wird um 16:00 Uhr eine Bratwurst im Innern der Anlage gegrillt – beim echten Einsatz w├Ąre statt einer ordentlich gegrillten Wurst nur schwarze Kohle ├╝brig geblieben.

Wer sich an den Wagen rantraute, bekam die enorme Hitze zu sp├╝ren, die ein Feuer ausl├Âsen kann: „Der Einsatz erfolgt deshalb immer bodennah, denn die gr├Â├čte Hitze ist oben“, sagt Kielmayer. In der Brand├╝bungsanlage ist auch ein sehr gef├Ąhrliches Szenario zu erleben: „Es brennt, dann macht jemand eine T├╝r auf, der Luftstrom gibt dem Feuer Kraft und es rollt eine Feuerwalze durch den Raum“, sagt Kielmayer. Dann m├╝ssen die Feuerwehrkameraden sich selbst sch├╝tzen und spr├╝hen von unten gegen diese „Hitzewelle“.

Kommandant Kielmayer sagt: „Die Belastungen sind unter solchen Bedingungen enorm. Deswegen wird auch regelm├Ą├čig die Einsatzf├Ąhigkeit der Leute ├Ąrztlich untersucht. Und ganz wesentlich ist die Teamarbeit, die eigene Absicherung, denn wenn einer ausf├Ąllt, haben alle Probleme.“

Die Feuerwehren Heddesheim und Ladenburg haben sich bei diesem Tag der offenen T├╝r gegenseitig unterst├╝tzt: „Wenn anderswo ├╝ber „kommunale Zusammenarbeit“ geredet wird, zeigen wir, dass wir das schon lange machen“, sagt ein Feuerwehrmann.

Viel Freude mit unseren Fotos.
Bilder: Robin Birr, Horst P├Âlitz

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Der gl├Ąserne Gemeinderat: Was die Zahlen 910, 220, 12 und 9 bedeuten

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juni 2010. Das Ergebnis der Gemeinderatssitzung vom 24. Juni 2010 stand von vorne herein fest. Der Verlauf nicht – aber um den ging es auch nicht. Erstaunlich ist das Ergebnis trotzdem.

Von Hardy Prothmann

Von au├čen betrachtet kann man das, was im Heddesheimer Gemeinderat am 24. Juni 2010 verhandelt wurde, ├╝berhaupt nicht glauben.

Kann es tats├Ąchlich sein, dass bis auf die Gr├╝nen das Gremium bei 910 Einwendungen durch B├╝rgerInnen nicht wenigstens eine „kritische Anmerkung“ teilen kann?

Kann es sein, dass sich 220 B├╝rgerInnen die au├čerordentliche M├╝he machen, Einwendungen zu formulieren, die von der „Mehrheit“ von 12 gegen├╝ber den neun kritischen Gemeinder├Ąten einfach ├╝berstimmt werden?

Das kann nicht nur so sein, das ist so.

Die Fraktionen der CDU, SPD und FDP haben keine kritischen Fragen in Sachen „Pfenning“ – ausgenommen die Gemeinder├Ąte Michael Bowien (SPD) und Martin Kemmet (CDU).

CDU, SPD und FDP halten die Einwendungen f├╝r „Kopien“ der Vorlagen der „Gr├╝nen“.

Und wenn?

Es ist best├╝rzend, dass CDU, SPD und FDP in der Sache nicht einen Schritt weiterkommen und sich jeglichem Nachdenken verweigern.

Alle Einwender sind namentlich benannt worden. „Einfache“ B├╝rgerInnen, die mir ihrem Namen f├╝r ihre Einwendungen einstehen. F├╝r ihre Meinung, ihre Haltung, ihre Sorgen.

CDU, SPD (bis auf die Ausnahmen) und FDP diskreditierten in dieser Gemeinderatssitzung die ├Âffentliche Anteilnahme dieser B├╝rger aufs ├â┼ôbelste.

Es ist das gute Recht dieser B├╝rgerInnen, sich der „Textbausteine“ der „Gr├╝nen“ zu bedienen, wenn diese ihre Meinung, ihre Haltung, ihre Sorgen wiedergeben.

Und es ist ein enormer Erfolg der „Gr├╝nen“, dass so viel B├╝rgerInnen sich dieser bedienten – darunter viele, die nicht „gr├╝n“ sind, sondern CDU, SPD und vielleicht auch FDP.

Und es ist eine Schande f├╝r CDU, SPD und FDP, dass es nicht auch einen Einwand von deren Seite gab. Diese Schande hat die Koalition der 11+1=12 bislang nicht bemerkt.

Es ist eine Schande, dass alle „Vereinbarungen“ mit „Pfenning“ nicht auf die Arbeit der Bef├╝rworter dieser mehr als umstrittenen Ansiedlung zur├╝ckgehen, sondern auf die Gegner.

Es ist eine Schande, dass diese Bef├╝rworter sich im Gemeinderat so abf├Ąllig ├╝ber die B├╝rgerInnen ├Ąu├čern, deren Wohl sie angeblich repr├Ąsentieren.

Es ist eine Schande, dass es kein Werben, keine Argumentation, keine Angebote, keine Beweise aus dieser „Ecke“ gibt, sondern nur die sture Gewissheit, dass 12 mehr als 9 ist.

Und es ist eine gro├če Schande f├╝r die 12, dass diese denken, sie handelten demokratisch.

Sie repr├Ąsentieren mit 12 Stimmen die stumme Mehrheit gegen├╝ber 220 B├╝rgern, die 910 Einwendungen formuliert haben – mehr nicht.

Diese zw├Âlf Stimmen, die sich auf ihre drei Sprecher Doll, Merx und Hasselbring reduziert haben, best├Ątigten ├Âffentlich, dass sie „au├čerstande“ waren, die 910 Einwendungen zu lesen.

Diese auf drei Stimmen geschmolzene „Mehrheit“ beschr├Ąnkt sich auf die Zusammenfassung und verzichtet auf eine Pr├╝fung. Diese drei „Vorstimmer“ sagen, wo der Rest die Hand zu heben hat – das Wort erhebt der Rest so gut wie nie.

Die Namen hinter Herrn Doll, Herrn Merx, Herrn Hasselbring lauten Ursula Brechtel, Reiner Hege, Walter Gerwien, Dieter Kielmayer, Hans Siegel, Karin Hoffmeister-Bugla, J├╝rgen Habarth, Rainer Lang. Dazu kommt ein B├╝rgermeister, der noch nicht mal mehr so tut, als w├╝rde er die Einwendungen „sch├Ątzen“.

Diese zw├Âlf Personen haben keine Sorgen, keine N├Âte und sind ausschlie├člich am „Wohl der Gemeinde“ interessiert, was sie durch ihre „konsequente“ Abstimmung demonstrieren.

Demokratie ist mit Sicherheit mehr, als eine Mehrheit zu haben.

Eine Debatte dar├╝ber hat es nicht gegeben.

hardyprothmann

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog und ist partei- sowie fraktonsfreier Gemeinderat.

Argumente zum Wochenmarkt – machen Sie mit

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Januar 2010. Die Mehrheit des Gemeinderats lehnte eine Befragung der B├╝rger und eine schriftliche Liste mit Pro- und Kontra-Argumenten zu einem Wochenmarkt auf dem Dorfplatz ab. Trotzdem wurden schon in der Sitzung entsprechende Argumente vorgebracht. Wir dokumentieren die wichtigsten nach dem Verlauf der Sitzung. Haben Sie weitere Ideen, W├╝nsche, Argumente? Machen Sie mit!

Dokumentation der Argumente:

Dieter Kielmayer (CDU):

  • Familien holen sich Appetit und kaufen dann beim Discounter
  • Umsatzrisiko f├╝r Heddesheimer Firmen
  • Bestand der Firmen bedroht
  • 2 Obst- und Gem├╝seh├Ąndler haben bereits aufgegeben
  • Heddesheimer H├Ąndler, die selbst anbieten, haben doppelte Kosten (Personal+Stand)
  • Umsatz wird nicht steigen
  • „Themenmarkt“, vier Mal im Jahr, beispielsweise Spargelmarkt, Weihnachtsmarkt, Ostermarkt

Ulrich Kettner (Gr├╝ne):

  • Leute gehen nicht zum Discounter, wenn die Ware ├╝berzeugt
  • Nachteile f├╝r lokale H├Ąndler m├Âglich. L├Âsung: Sollen sich beteiligen

Martin Kemmet (CDU):

  • Sachverhalt gr├╝ndlich er├Ârtern
  • H├Ąndler mit ins Boot nehmen
  • Bei aller Liebe zur „Atmosph├Ąre“ muss man die zus├Ątzliche Konkurrenz sehen

Andreas Schuster (Gr├╝ne):

  • Impuls f├╝r die Ortsmitte
  • Aufwertung der Ortsmitte
  • Investition in den Wert des Gemeindelebens

Karin Hoffmeister-Bugla (SPD):

  • B├╝rger gehen sowieso woanders auf den Markt

G├╝nther Heinisch (Gr├╝ne):

  • Meinungsbild ist wichtig

B├╝rgermeister Kessler:

  • Bund der Selbstst├Ąndigen unterst├╝tzt den Markt

Frank Hasselbring (FDP):

  • Jede Menge Heddesheimer gehen in Ladenburg einkaufen

J├╝rgen Merx (Gr├╝ne):

  • Es geht um Vielfalt
  • Wichtiger Impuls

Reiner Edinger (Gr├╝ne):

  • Keine Konkurrenz zu Edeka schaffen – wichtig f├╝r ├Ąltere Menschen
  • Welche Waren sollen angeboten werden?
  • Keine Gro├čmarkteink├Ąufer
  • Erinnert an „Standort“-Politik: Pflug abgerissen, um Caf├ę zu etablieren – nicht gelungen

Andreas Schuster (Gr├╝ne):

  • Edeka sicherlich nicht durch einen Wochenmarkt bedroht
  • Eigenes „Heddesheimer Gepr├Ąge“ – Waren anbieten, die es woanders nicht gibt.

Dieter Kielmayer (CDU):

  • Blumenh├Ąndler und B├Ącker bedroht

Andreas Schuster (Gr├╝ne):

  • Zumindest ein Blumenh├Ąndler am Rand der Ortsmitte positioniert sich anders, keine Gefahr

Volker Schaaf (CDU):

  • Fr├╝here Anl├Ąufe gescheitert
  • Themenmarkt vorstellbar

Hardy Prothmann (partei- und fraktionsfrei):

  • Belebung des Gesch├Ąfts auch f├╝r andere H├Ąndler und Gesch├Ąfte
  • Flankierende Ma├čnahmen wie Parkordnung anpassen auf eine halbe Stunde
  • Markt darf die Gemeinde nichts kosten
  • Pro- und Kontraliste mit B├╝rgerbeteiligung erstellen

B├╝rgermeister Kessler:

  • Marktordnung kann das Angebot regeln
  • B├╝rgerbeteiligung verz├Âgert das Angebot

Kurt Klemm (Gr├╝ne):

  • Die Gemeinde vergibt sich nichts mit dem Versuch.

Reiner Edinger (Gr├╝ne):

  • Markt steht und f├Ąllt mit der Akzeptanz durch die Kunden – Meinungsbild wichtig

Frank Hasselbring:

  • R├Ąt dringend von B├╝rgerbefragung ab

Welche Argumente haben Sie? Bringen Sie sich mit ein und schreiben Sie einen Kommentar zum Thema. Wir sammeln W├╝nsche und Ideen sowie Pro- und Kontra-Argumente.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsloser Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Der gl├Ąserne Gemeinderat: Der Markt belebt den Gemeinderat

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Januar 2010. W├Ąhrend ein Gro├čprojekt wie „Pfenning“ trotz neuer Erkenntnisse inhaltlich seit Monaten nicht mehr diskutiert wird, gab es vergangene Woche erstmals eine umfangreiche Diskussion an der sich viele Gemeinder├Ąte inhaltlich beteiligten: Die SPD beantragte die Etablierung eines Wochenmarktes auf dem Dorfplatz.

Von Hardy Prothmann

Die SPD-Fraktion hat in der Sitzung vom 20. Mai 2010 den Antrag eingebracht, auf dem Heddesheimer Dorfplatz einen w├Âchentlichen Markt zu installieren, damit der „Marktplatz mit neuem Leben gef├╝llt wird“, wie SPD-Fraktionschef J├╝rgen Merx sagte.

Zumindest mehr Leben als gewohnt brachte allein der Antrag in die Debattenkultur des Gemeinderats. Tats├Ąchlich ├Ąu├čerten sich auch Gemeinder├ĄtInnen, die man sonst nur sehr selten h├Ârt.

Und das ist gut so.

Ich habe den Vorschlag der SPD gerne unterst├╝tzt. Denn die Meinung im Ort ├╝ber den Dorfplatz ist klar: er ist neu und er ist leblos. Deswegen hat die SPD ja auch den Antrag eingebracht: „Damit der Platz mit neuem Leben erf├╝llt wird.“

Neues Leben f├╝r den Ort und im Gemeinderat.

Der B├╝rgermeister lobt gerne, wie toll doch dieser Dorfplatz geraten ist. Es geht der Unkenruf, dass Herr Kessler, alles, was leblos und leer ist, so bewertet.

Vielleicht war er deshalb auch stellenweise so gereizt in der Sitzung. Immerhin diskutierte die Gemeinder├ĄtInnen zum ersten Mal seit ihrer konstituierenden Sitzung vom 22. Juli 2009 in einer konstruktiven Art und Weise miteinander.

Klar, dass die SPD-Gemeinder├Ąte den Antrag unterst├╝tzten. Rainer Hege (CDU) erkl├Ąrte sich f├╝r befangen.

Erst war unklar, wo die Reise hingeht, dann wurde durch die Wortbeitr├Ąge von Herrn Kemmet, Herrn Kielmayer und Herrn Schaaf deutlich, dass die CDU eher keinen w├Âchentlichen Markt will – sondern, wenn, dann einen pro Quartal. Als „Themenmarkt“ – auch das eine Idee, die man diskutieren kann.

Die Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen war geteilter Meinung – nicht bei der Unterst├╝tzung des SPD-Antrags, aber was die sinnvollste L├Âsung und wie diese zu erreichen ist.

Den Vorschlag von Herrn Hasselbring nahm niemand auf: „Wenn das da ist, sehen wir, wo das hingeht.“

Die Heddesheimer und andere zur├╝ckholen.

Herr Hasselbring sagte aber noch etwas anderes: „Wenn ich in Ladenburg im neuen Edeka einkaufen gehe, treffe ich dort jede Menge Heddesheimer.“ Dem stimmte nicht nur Frau Hoffmeister-Bugla (SPD) mit einem „genau“ spontan zu. Es gab viele, die nickten.

Soviel war einigen Gemeinder├Ąten klar: Die Heddesheimer gehen gerne auf M├Ąrkte, in Ladenburg, in Viernheim und anderswo. Und vielen Heddesheimern ist die Ortsmitte schnuppe, sie fahren die drei Kilometer nach Ladenburg, wo es sich in je einem moderner Edeka-, Aldi- und DM-Markt mit vielen Parkpl├Ątzen trefflich einkaufen l├Ąsst. Die Kunden nehmen dieses Angebot gerne an – weil die Sortimente sich erg├Ąnzen, die Wege kurz sind und auch oder gerade ├Ąltere Menschen gerne mit dem Auto vorfahren wollen.

Die teils chaotische Verkehrssituation in der Heddesheimer Ortsmitte, den eher nicht besonders gut gef├╝hrte Edeka-Markt hingegen kritisieren sogar manche Gemeinder├Ąte – dass dann aber lieber hinter vorgehaltener Hand.

Im Ort ist man l├Ąngst ver├Ąrgert ├╝ber die F├╝hrung des Edekamarktes, die Parkplatzsituation und den mysteri├Âsen Umstand, dass sich f├╝r den fr├╝heren „Treff“-Laden anscheinend kein Mieter mehr findet. Das Ger├╝cht, dass Edeka die Miete f├╝r den leeren Laden zahlt, um Konkurrenz zu verhindern, ist l├Ąngst im Ort rum.

Kein Ger├╝cht ist, dass Schlecker zu einem Schlecker XL-Markt umgebaut wird – ├╝berall im Land gibt es Arbeitsgerichtsprozesse und Proteste der Gewerkschaften gegen die Niedriglohnpolitik des Discounters.

Protektionismus der CDU.

Doch geh├Ârt der Discounter ebenso wie Edeka zu den wenigen Gesch├Ąften, die Produkte des t├Ąglichen Bedarfs anbieten. So werden durch die CDU protektionistische Argumente ins Feld gef├╝hrt, die nur scheinbar ernst gemeint sind.

Vor allem die These von Herr Kielmayer (CDU), Kunden w├╝rden sich auf dem Markt beim Anschauen der Produkte Appetit holen, um dann beim Lebensmittel-Discounter einzukaufen, ist doch eher sehr konstruiert. Man stelle sich das vor: Eine Familie f├Ąhrt in die Ortsmitte, sucht einen Parkplatz, l├Ąuft ├╝ber den Markt, holt sich Appetit, erkl├Ąrt den Kindern, dass das Gem├╝se sch├Ân, aber zu teuer ist und f├Ąhrt dann ins Gewerbegebiet oder nach Ladenburg, um dort „billigere“ Frischware einzukaufen? Na ja.

Martin Kemmet (CDU) forderte, die H├Ąndler und den Bund der Selbstst├Ąndigen (BdS) mit ins Boot zu nehmen – der BdS unterst├╝tzt den Antrag der SPD allerdings bereits.

Herr Hege k├Ânnte mit seinem Hofladen Konkurrenz erhalten – er k├Ânnte sich dieser aber auch stellen und selbst einen Stand auf dem Markt halten. Auch dieser Situation wurde durch die CDU begegnet: Doppelte Lohnkosten f├╝r Gesch├Ąft und Markt – ruin├Âser Wettbewerb – Pleiten und Gesch├Ąftsaufgaben k├Ânnten die Folgen sein. Das h├Ârte sich an wie der Untergang des Abendlandes.

Ladenburg zeigt, wie es geht.

Wenig wahrscheinlich – wahrscheinlicher eher, dass die L├Ąden und Gesch├Ąfte von neuem Leben in der Dorfmitte profitieren k├Ânnten. Sind die Kunden erstmal im Ort, k├Ânnten sie noch auf die Idee kommen, andere Dinge zu erledigen.

Deshalb will man den Markt auf den Donnerstag legen, da haben Bank und Rathaus l├Ąnger auf. Wenn es gel├Ąnge, mehr Kunden f├╝r die Ortsmitte zu interessieren, k├Ânnten auch vielleicht wieder andere Gesch├Ąfte in den Ort zur├╝ckkommen, die l├Ąngst abgewandert sind.

So wie in Ladenburg – da gibt es gar dienstags und freitags ein Marktangebot mit acht bis neun St├Ąnden. Lokale Erzeuger und erg├Ąnzende Angebote. Der Markt funktioniert stabil, seit Jahren hat es keine Standwechsel gegeben. Stadt und lokaler Handel sind sehr zufrieden: „Die Kunden sch├Ątzen den Markt sehr“, hei├čt es aus dem Rathaus.

Tatsache ist heute: Heddesheim ist kein sehr attraktiver Einkaufsstandort. Die Tante-Emma-L├Ąden sind tot, immer mehr Kneipen und Wirtschaften machen zu, der Dorfplatz ist ohne Leben und die Gemeinde hat zu lange zu wenig getan, um daran etwas zu ver├Ąndern. Und wer sich au├čerhalb einer f├╝nf Minuten „Fu├čreichweite“ zu Ortsmitte befindert, kann gleich das Auto nehmen und ist in Ladenburg oder im Gewerbegebiet besser bedient.

Es braucht flankierende Ma├čnahmen.

Der Markt alleine wird deshalb nicht reichen, um die Ortsmitte als attraktiven Einkaufsstandort zu entwickeln. Da m├╝ssen mehr Ideen her als ein Wochenmarkt, der nur einmal die Woche acht Stunden vor Ort ist und schon mit dem Antrag zumindest durch die CDU stark angezweifelt wird.

├â┼ôberall da, wo M├Ąrkte gewollt werden, funktionieren sie auch – vor allem, wenn auf die Bed├╝rfnisse der Konsumenten R├╝cksicht genommen wird. Es gilt nunmal Angebot und Nachfrage in der freien Marktwirtschaft.

Mein erweiterter Antrag, Pro- und Kontra-Argumente der Gemeinder├Ąte, des Bunds der Selbstst├Ąndigen, der H├Ąndler und vor allem der B├╝rgerInnen zu sammeln, wollten die meisten Gemeinder├Ąte nicht unterst├╝tzen – ├╝brigens haben auch Gr├╝ne dagegen gestimmt, aber das nur f├╝rs Protokoll. Nicht ├╝berrascht hat mich Herr Hasselbring, der sagte: „Von einer Befragung der B├╝rger rate ich dringend ab.“

Dass der Antrag der SPD letztlich mit sechszehn Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung angenommen wurde, hat mich auch nicht ├╝berrascht. Es ging ja nur um eine „grunds├Ątzliche“ Zustimmung, die sich Herr Merx sehnlichst w├╝nschte.

Sollte der Markt kommen und funktionieren, wird auch die CDU daf├╝r gewesen sein wollen, kommt er nicht oder kann er sich nicht etablieren, weil flankierend zu wenig daf├╝r getan wird, wird man darauf verweisen, dass die SPD dies „grunds├Ątzlich“ wollte -trotz der mahnenden Stimmen der CDU.

Wie auch immer: Im ersten Fall gibt es zwei Gewinner, im zweiten nur einen Verlierer. Das muss die SPD noch lernen.

Insgesamt hat durch diese Sitzung aber die Hoffnung ein wenig gewonnen, dass der Gemeinderat sich in ├Âffentlicher Debatte austauschen kann. Auch, wenn es ein erster zaghafter Versuch war.

hardyprothmann

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Der gl├Ąserne Gemeinderat: Fragen zur Feuerwehr

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Mai 2010. Die Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2010 dokumentiert nicht zum ersten Mal den maroden Zustand dieser Versammlung, deren Vertreter demokratisch legitimiert gew├Ąhlt wurden, dessen innere Verfassung aber alles andere ist. Denn allen voran glaubt der B├╝rgermeister Michael Kessler entscheiden zu k├Ânnen, welche Fragen zul├Ąssig sind und welche nicht – die Mehrheit beugt sich diesem Verhalten.

Von Hardy Prothmann

In der Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2010 stand als Tagesordnungspunkt (TOP) 4 die Zustimmung zur Wahl des Feuerwehrkommandanten und seines Stellvertreters nach ├é┬ž8 des Feuerwehrgesetzes f├╝r Baden-W├╝rttemberg auf der Tagesordnung.

fragenfeuerwehr

Dokumentation der B├╝rgeranfrage. Klicken Sie f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung

Nach der Einf├╝hrung des B├╝rgermeisters Michael Kessler zu TOP 4 bekam ich das Wort erteilt. Ein B├╝rger hatte sich mit Fragen zur Feuerwehr an mich gewandt, die ich nicht beantworten konnte, aber zul├Ąssig fand und sicher war, dass diese selbstverst├Ąndlich im Gemeinderat beantwortet werden k├Ânnten.

Ich trug diese vern├╝nftig formulierten Fragen vor und bat um Beantwortung. Es gab keine Antworten.

Die Fraktionen verlasen ihre vorbereiteten Stellungnahmen, ein durchaus ├╝bliches Ritual. Alle lobten die Arbeit der Feuerwehr.

So auch ich.

Journalistisch habe ich mich schon vielfach mit der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim befasst. Aktuell hat das von mir verantwortete heddesheimblog in Text, Bild und Video die Jahreshaupt├╝bung dokumentiert und die komplexe Arbeit der ehrenamtlichen FeuerwehrkameradInnen einer breiten ├ľffentlichkeit vorgestellt.

Mit kritischem Blick, ohne Lobhudelei, aber mit der klaren Aussage, dass die Feuerwehr Heddesheim ein engagiertes Team ist, die selbstlos ihren Einsatz bringen – um anderen Menschen zu helfen.

Ich habe die Fragen, die ein B├╝rger an mich per email gestellt hat, sehr kritisch gesehen. Sollte hier diese Arbeit in Misskredit gebracht werden?

Diese Frage lag nahe. Doch selbst wenn dem so w├Ąre – eine offene Antwort w├╝rde jeder Spekulation den Boden entziehen. Zumindest ist das meine Devise.

Deswegen habe ich vor der Verlesung dem Kommandanten, Herrn Dieter Kielmayer, auch meinen Respekt ausgesprochen.

Herr Kielmayer hat sich auf Fragen zur Feuerwehr bislang stets offen und transparent pr├Ąsentiert, was ich pers├Ânlich sehr respektiere.

Gleichzeitig war ich aber auch der ├â┼ôberzeugung, dass durch einen offenen und souver├Ąnen Umgang mit diesen Fragen jeder Zweifel ausger├Ąumt werden w├╝rde.

Tats├Ąchlich kam es anders. Herr Kielmayer ├Ąu├čerte sich aus mir unbekannten Gr├╝nden erstmals nicht, auch weil der B├╝rgermeister Michael Kessler, als oberster „Feuerwehrmann“ die Fragen und die Antworten nicht zulie├č. Ganz im Gegenteil entzog er mir dar├╝ber hinaus sogar das Wort. Ohne Vorank├╝ndigung, ohne Begr├╝ndung.

Wieso der B├╝rgermeister Kessler so unsouver├Ąn aufgetreten ist, wei├č ich nicht.

Was ich wei├č, ist, dass Herr Kessler jegliche Souver├Ąnit├Ąt durch dieses unbegr├╝ndete und nicht nachvollziehbare Handeln l├Ąngst verloren hat.

Warum hat er nicht einfach den Kommandanten das Wort erteilt und sie aufgefordert, die Fragen klipp und klar zu beantworten?

Warum hat er nicht gesagt, dass er bedaure, dass es Zweifel an der Arbeit der Feuerwehr geben k├Ânnte, diese aber sofort und transparent ausger├Ąumt werden?

Damit w├Ąre alles innerhalb weniger Minuten erledigt gewesen – so bleiben die Antworten auf die Fragen offen.

Herr Kessler hat alle Fragen weggebissen und einem souver├Ąnen Gemeinderat ohne Begr├╝ndung das Wort entzogen.

Die Antworten auf die Fragen stehen aus. Diese werden nun auf dem „Beh├Ârdenweg“ gestellt werden m├╝ssen. Herr Kessler ist sp├Ątestens dann zur Auskunft verpflichtet.

Absolut bedauerlich w├Ąre es, wenn alles korrekt ist und durch dieses Verhalten diese Korrektheit in Frage gezogen w├╝rde.

Ich muss leider feststellen, dass Herr Kessler es sich zum „Gewohnheitsrecht“ gemacht hat, sich intransparent in der ├ľffentlichkeit zu pr├Ąsentieren. Es ist seine souver├Ąne Entscheidung, wie er wahrgenommen werden m├Âchte, als ein Verfechter des offenen Wortes oder als herrischer Bestimmer.

Ich bedaure das im Sinne der ├ľffentlichkeit und des Gemeinderats zutiefst. Denn durch dieses Verhalten ist es kein Wunder, dass die Menschen in Heddesheim beim Namen „Kessler“ nicht von Respekt erf├╝llt sind, sondern nur noch den Kopf sch├╝tteln.

Denn Souver├Ąnit├Ąt hei├čt, auf Fragen Antworten zu haben oder sich darum zu bem├╝hen, wenn man zun├Ąchst keine hat, was immer wieder vorkommen kann. Nicht souver├Ąn ist jemand, der seinen Sitzungsvorsitz missbraucht, einem Fragesteller das Wort zu entziehen.

Im Anschluss habe ich wie alle anwesenden Gemeinder├Ąte und der B├╝rgermeister der Wahl der Kommandanten zugestimmt. Aus der ├â┼ôberzeugung heraus, dass Herr Kielmayer und die Feuerwehr Heddesheim einen guten Job machen.
hardyprothmann

Link:
„Knapp die H├Ąlfte der befragten Verantwortlichen aus Feuerwehr und Kommunen sieht eine Gef├Ąhrdung der Beschaffungspl├Ąne durch geringere Haushaltsmittel. „

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Feuerwehrkommandant Kielmayer und Stellvertreter Merx best├Ątigt

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Mai 2010. Der Heddesheimer Gemeinderat hat die Anfang M├Ąrz in der Hauptversammlung der Feuerwehr wiedergew├Ąhlten Kommandanten best├Ątigt.

Der Gemeinderat hat der Wahl von Kommandant Dieter Kielmayer, der gleichzeitig Gemeinderat der CDU ist, nach ├é┬ž8 Feuerwehrgesetz Baden-W├╝rttemberg zugestimmt – ebenso der Wahl seines Stellvertreters J├╝rgen Merx, Gemeinderat der SPD.

Die Freiwillige Feuerwehr Heddesheim hatte die Feuerwehrf├╝hrung am 5. M├Ąrz 2010 in der Hauptversammlung wiedergew├Ąhlt. Die Amtszeit betr├Ągt f├╝nf Jahre.

Vor der Best├Ątigung hat der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann eine an ihn gerichtete email eines B├╝rgers verlesen, die mehrere Fragen in Sachen Feuerwehr beinhaltete, unter anderem, ob es „definierte Schutzziele“ g├Ąbe, ein „abgestimmtes Fahrzeugkonzept“ sowie eine „Gef├Ąhrdungsanalyse“. Au├čerdem m├╝sse gekl├Ąrt sein, ob die Kommandanten einen nach der „Feuerwehrdienstverordnung 2“ vorgeschriebenen Lehrgang zur „Leitung einer Feuerwehr“ vorweisen k├Ânnten?

Hardy Prothmann betonte, dass er davon ausgehe, dass diese Fragen zufriedenstellend beantwortet werden w├╝rden, er sie der Form halber aber vor der Entscheidung des Gemeinderats stellen m├╝sse, da er als Gemeinderat dazu befragt worden sei und dies nicht w├╝sste. Er entschuldigte sich vor der Verlesung beim Kommandanten Kielmayer, da er die email erst kurz vor der Gemeinderatssitzung erhalten habe und damit f├╝r ihn keine M├Âglichkeit bestanden habe, au├čerhalb des Gremiums eine Antwort zu erhalten. Er bat deshalb um eine Best├Ątigung in der Gemeinderatssitzung, dass alles seine Ordnung habe.

B├╝rgermeister Michael Kessler wehrte die Fragen ab und lie├č die Fraktionen ihre „Stellungnahmen“ abgeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende dankte der Feuerwehr und sagte: „Es ist nicht immer so, dass man alles fragen kann, manches sollte man auch wissen.“ Und an die anderen Gemeinder├Ąte gerichtet: „Ich rufe Sie auf, sich mal zu engagieren und nicht immer alles zu akzeptieren.“

Ulrich Kettner dankte in Vertretung f├╝r den entschuldigt fehlenden Gr├╝nen-Fraktionsvorsitzenden Klaus Schuhmann ebenfalls der Feuerwehr. Der Gemeinderat J├╝rgen Harbarth (SPD) schloss sich dem an und sagte auf den Vortrag von Prothmann bezogen: „Ich kann das nicht beurteilen.“

Auch Frank Hasselbring dankte im Namen der FDP der Feuerwehr. Hardy Prothmann schloss sich dem Dank an und sagte: „Herr Harbarth, ich greife ihr Wort auf, ich kann es auch nicht beurteilen, deswegen habe ich um Kl├Ąrung gebeten.“

B├╝rgermeister Michael Kessler lies die Fragen nicht zu und entzog dem Gemeinderat Hardy Prothmann nach kurzer Diskussion ohne Vorank├╝ndigung und Begr├╝ndung das Wort.

Der Gemeinderat stimmte der Wahl der Kommandanten einstimmig zu.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Video: Jahreshaupt├╝bung der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim

Guten Tag!

Heddesheim, 17. Mai 2010. Die Freiwillige Feuerwehr Heddesheim hat am fr├╝hen Freitagabend des 14. Mai 2010 ihre Jahreshaupt├╝bung abgehalten. Der Einsatz simulierte einen Verkehrsunfall mit zwei verletzten Personen.

Von Hardy Prothmann

Eigentlich waren es drei verletzte Personen – denn der Unfallverursacher d├╝rfte angesichts des Schadens, den er angerichtet hat, einen geh├Ârigen Schock erlitten haben und „T├Ąter und Opfer“ zugleich gewesen sein.

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Teamarbeit: Jahreshaupt├╝bung der Freiwilligen Feuerwehr. Bild: heddesheimblog

Ein Opfer im gerammten Auto verletzt, eine andere Person durch eine schlecht gesicherte Ladung eingequetscht. Kein sch├Âner Anblick, der sich der Feuerwehr hier bot. Was tun?

Einsatzleiterin Daniela F├╝tterer (Zugf├╝hrerin) hatte gleich zwei „Baustellen“, die bearbeitet werden mussten – der unter Schock stehende Unfallverursacher war das dritte und kleinste zu l├Âsende Problem.

Teamarbeit.

Am schwersten war sicherlich der Radfahrer verletzt, der, von der Ladung eingequetscht, komplett hilflos war. Ersthilfe leistete die Feuerwehr, bis das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ├╝bernahm. Die Ansprache und Betreuung eines Opfers ist immens wichtig. W├Ąhrenddessen sicherten die Kameraden die Last ab und hoben sie dann an, um den Verletzten zu retten.

Die zweite Baustelle war das Fahrzeug – Verdacht auf massive Verletzungen des Fahrers. W├Ąhrend fr├╝her einfach nur gerettet wurde, manchmal „ohne R├╝cksicht auf Verluste“, arbeitet sich die Feuerwehr heute behutsam vor, um durch die Rettung m├Âgliche Folgesch├Ąden f├╝r die Opfer zu vermeiden: „Weitere Sch├Ąden durch die Rettung m├╝ssen vermieden werden“, moderierte Kommandant Dieter Kielmayer den „Einsatz“.

Es kommt eine hydraulische Blechschere zum Einsatz, die erst die T├╝ren und dann das Dach des Fahrzeugs „wegbei├čt“. Der Grund: Man will das Oper m├Âglichst stabil bergen und weitere Verletzungen an der Wirbels├Ąule vermeiden. Das dauert l├Ąnger, ist im Zweifel aber besser als ein lebenslanger Schaden, beispielsweise eine Querschnittsl├Ąhmung.

Eine ├â┼ôbung ist eine ├â┼ôbung. Auch, wenn sie Jahreshaupt├╝bung hei├čt. Im wirklichen Leben ist alles im Zweifel anders.

Schonende Rettung.

Mehrere Vertreter von Unterkreiswehren, aus Ladenburg, Dossenheim, Hirschberg beispielsweise verfolgten das Spektakel. Wie l├Âsen die Heddesheimer die Probleme? Was k├Ânnen wir uns abschauen und welche Tipps k├Ânnen wir geben, wie es besser geht, wird sicher in der n├Ąchsten Zeit im R├╝ckblick besprochen. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh zeigte sich ├╝berzeugt von der ├â┼ôbung und bezeichnete sie auf den ersten Blick als „gelungen“ – auch wenn sicherlich noch Details besprochen werden k├Ânnten.

Denn darum geht es: Immer besser zu werden, immer die beste Hilfeleistung zu bringen.

Auf den ersten Blick war man zufrieden mit der „erfolgreichen“ Jahreshaupt├╝bung. Das konnte man auch.

Im Detail gibt es immer etwas zu verbessern.

Auch etwas, was nichts mit der Leistung der FeuerwehrkameradInnen an sich zu tun hat: Die ├â┼ôbung fand unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit statt. Das ist schade. Denn die B├╝rgerInnen sind sicherlich sehr daran interessiert, zu sehen und zu wissen, was Feuerwehren leisten.

Der ehrenamtliche Einsatz der freiwilligen FeuerwehrkameradInnen ist es wert, nicht nur an einem Tag der offenen T├╝r, sondern auch bei ├â┼ôbung der ├ľffentlichkeit pr├Ąsentiert zu werden, damit sich diese selbst von der Leistungsf├Ąhigkeit der Menschen ├╝berzeugen kann, die man im Zweifel nur im Notfall kennenlernt, dann aber sehr froh ├╝ber die Hilfe sein muss.

Das Szenario der ├â┼ôbung war nat├╝rlich konstruiert. Tats├Ąchlich aber sehr realit├Ątsnah, denn die Feuerwehren sind l├Ąngst nicht mehr ├╝berwiegend bei Brandeins├Ątzen t├Ątig, sondern bei Unf├Ąllen und technischen Hilfen im Einsatz. Mit viel Know-how und modernem Ger├Ąt, wie im aktuellen „Fall“ zu sehen.

Zum Gl├╝ck musste niemand „geborgen“ werden – denn gerettet werden Lebende, Tote kann man nur noch bergen.

Feuerwehr berichtet zeitnah – jedes Foto muss auf den Pr├╝fstand

Guten Tag!

Heddesheim, 07. Mai 2010. Die Feuerwehr Heddesheim berichtet zeitnah im Internet ├╝ber ihre Eins├Ątze. Dabei ver├Âffentlicht sie Fotos und Texte. Die m├╝ssen auf den Pr├╝fstand, damit es keinen ├âÔÇ×rger gibt.

Von Hardy Prothmann

Vor ein paar Tagen erreichte uns ein Leserhinweis: Darf die Feuerwehr eigentlich Fotos von Eins├Ątzen ver├Âffentlichen?

internet

Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim.

Wir haben uns die Ver├Âffentlichungen der Feuerwehr angeschaut – tats├Ąchlich finden sich darunter Fotos, die das Innere von Geb├Ąuden zeigen. Das ist eigentlich nicht erlaubt – au├čer, es wurde erlaubt.

Beispielsweise beim Einsatz in einer Halle der Edeka, bei der Anfang der Woche ein Ladeger├Ąt f├╝r Stapler-Batterien durchgeschmort war. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und der Schmorbrand schnell gel├Âscht – auf Anfrage teilte die Edeka mit, dass der Schaden sehr gering geblieben war.

Kommandant Dieter Kielmayer sagte uns auf Anfrage: „Wir achten sehr sorgf├Ąltig darauf, was wir ver├Âffentlichen. Ganz klar wird es bei uns keine Fotos von verunfallten Personen zu sehen geben oder andere Bilder, die ├╝ber die Dokumentation eines Einsatzes hinausgehen. Bei der Edeka haben wir selbstverst├Ąndlich das Einverst├Ąndnis eingeholt.“

Hintergrund: Im vergangenen Jahr wurden Bilder eines Unfallopfers durch eine Feuerwehr im Kreis ver├Âffentlicht. Kreisbrandmeister Peter Michels (Ladenburg): „Das hat jede Menge ├âÔÇ×rger gegeben. Ich habe daraufhin die Feuerwehren dar├╝ber informiert, dass diese darauf achten sollten, keine Fotos zu ver├Âffentlichen, auf denen Opfer zu sehen sind, Nummernschilder zu pixeln und aus Geb├Ąuden nur Fotos zu zeigen, wenn daf├╝r eine Erlaubnis vorliegt. Berichte und Fotos m├╝ssen die Pers├Ânlichkeitsrechte ber├╝cksichtigen. Das gilt besonders f├╝r Personen in Ausnahmezust├Ąnden.“

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Kommandant Kielmayer. Bild: hblog

Verantwortlich f├╝r die Berichterstattung ist die jeweilige Feuerwehr selbst, der Hinweis des Kreisbrandmeisters ist nur eine „Empfehlung“.

„Bei uns koordiniert Stefan Koschel die Berichte. Mein Sohn Tobias ist f├╝r die Texte zust├Ąndig, Robin Birr f├╝r die Fotos“, sagt Kommandant Kielmayer: „Meist haben wir bereits eine Stunde nach dem Einsatz einen Bericht fertig im Internet.“

Das Mehr-Augen-Prinzip soll gew├Ąhrleisten, dass die Berichte und Fotos „in Ordnung“ sind: „Meine Leute und ich nehmen das sehr ernst und wissen um unsere Verantwortung“, sagt Dieter Kielmayer.

Diskussion um Begr├╝nungskonzept – „Ich bin die Gemeinde“

Guten Tag!

Heddesheim, 23. April 2010. Die Fl├Ąchen um den neu erstellten n├Ârdlichen Teil des Wegs um den Badesee sollen durch ein Begr├╝nungskonzept aufgewertet werden. Im Gemeinderat gab es eine Diskussion um die Beauftragung der Landschaftsarchitektin Warneke und nicht nur eine bemerkenswerte Aussage des B├╝rgermeisters.

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Die Umgebung des neuen Teilst├╝cks des Wegs um den Badesee soll begr├╝nt werden. Bild: hblog

 

Die Fl├Ąchen am n├Ârdlichen Teil des Weges um den Badesee sollen im Herbst durch ein Begr├╝nungskonzept als Biotop aufgewertet werden. Nach Angaben der mit der Planung beauftragten Landschaftsarchitektin Ilsmarie Warnecke werden dadurch dem ├ľko-Konto der Gemeinde 400.000 Punkte oder umgerechnet 140.000 Euro zugeschlagen.

Auf den Fl├Ąchen links und rechts des Weges sollen Geh├Âlze, Kr├Ąuter und Blumen angepflanzt werden. Weiter ist eine Benjes-Hecke geplant.

Tats├Ąchlich m├╝ssen noch Bodenproben genommen werden, um das Konzept und m├Âgliche Anpflanzungen in Einklang zu bringen. Der Gemeinderat Kurt Klemm (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) erkundigte sich, ob unter den Anpflanzungen auch gen├╝gend Futterpflanzen f├╝r V├Âgel vorgesehen sein, was Warnecke best├Ątigte.

Die Gemeinder├Ąte Rainer Hege und Dieter Kielmayer (beide CDU) erinnerten daran, dass urspr├╝nglich gedacht war, dass der Weg durch Baumpflanzungen beschattet werden solle – nach dem Begr├╝nungskonzept sehe das aber anders aus.

B├╝rgermeister Kessler f├╝hrte aus, dass die B├Ąume keinen Schatten werfen w├╝rden, wenn die Sonne den Weg entlangs z├Âge. Der freie Gemeinderat Hardy Prothmann wunderte sich dar├╝ber und sagte, da der Weg nord-s├╝dlich verlaufe und die Sonne im Osten aufgeht und im Westen unter, sei sehr wohl mit Schattenwurf zu rechnen.

Die Gemeinder├Ąte Kurt Klemm und Rainer Hege diskutierten ├╝ber den Weg, der an der Streuobstwiese entlangl├Ąuft. Klemm behauptete, das sei kein echter Weg, Hege hingegen, das sei ein Wirtschaftsweg.

„Ich bin die Gemeinde.“ B├╝rgermeister Kessler

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Erstes Konzept f├╝r die Begr├╝nung um das Wegst├╝ck n├Ârdlich des Badesees. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Der Gemeinderat Prothmann gab mit Hinweis auf das Protokoll eine Erkl├Ąrung ab: „Ich halte es f├╝r ├Ąu├čerst ungl├╝cklich, Frau Warnecke, die auch das Gr├╝ngutachten f├╝r die geplante Pfenning-Ansiedlung gemacht hat, mit diesem Auftrag zu betreuen. Das hat nichts mit der Person von Frau Warneke zu tun, kann aber als Belohnung missverstanden werden.“

„Ich erlaube, was Frau Warneke sagt.“ B├╝rgermeister Kessler

Zuvor hatte sich Prothmann erkundigt, wie viele Auftr├Ąge Frau Warneke denn schon vor dem „Pfenning“-Auftrag f├╝r die Gemeinde gehabt h├Ątte. Frau Warneke konnte sich nicht erinnern, ebenso wenig B├╝rgermeister Michael Kessler: „Ich erinnere mich nicht.“ Als Herr Prothmann dann nochmals Frau Warneke fragen wollte, verbot B├╝rgermeister Kessler sowohl die Frage an Frau Warneke als auch eine Antwort durch Frau Warneke.

Daraufhin fragte Prothmann: „Ist es nicht m├Âglich, Frau Warneke eine Frage zu stellen, auf die sie selbst antwortet?“ B├╝rgermeister Kessler: „Ich erlaube, was Frau Warneke sagt.“ Es entwickelte sich eine kurze Diskussion, an deren Ende B├╝rgermeister Kessler feststellte: „Ich bin die Gemeinde.“

Das Begr├╝nungskonzept wurde bei einer Enthaltung durch Prothmann angenommen.

Hinweis der Redaktion: Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Sieben Gemeinder├Ąte verweigern Wahlteilnahme zum Umlegungsausschuss

Guten Tag!

Heddesheim, 26. M├Ąrz 2010. (red/p├Âl) Die wiederholte Wahl des Umlegungsausschusses brachte ├╝berraschende Ergebnisse: CDU, SPD und FDP k├╝ndigten das Proporzprinzip auf. Die Gemeinder├Ąte von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen und der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann weigerten sich, an der Wahl teilzunehmen.

Von Horst P├Âlitz

Die Verwaltung war gut vorbereitet auf Tagesordnungspunkt 6 „Wahl eines nicht-st├Ąndigen Umlegungsausschusses„. Wahlzettel waren ausgedruckt. In der Ecke stand eine Wahlkabine.

Diesmal sollte die Wahl funktionieren. Gegen die vergangene Wahl in der Dezembersitzung hatte ein B├╝rger Beschwerde eingereicht. Das Kommunalrechtsamt empfahl dem B├╝rgermeister deshalb, die Wahl wegen Formfehlern zu wiederholen.

Der „Umlegungsausschuss“ soll ├╝ber die „Verlegung“ eines Gel├Ąndes auf dem Gebiet der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung entscheiden, da Eigent├╝mer nicht verkaufen wollen. Der Ausschuss besteht aus dem B├╝rgermeister und sechs Mitgliedern.

In der vergangenen Wahl wurden je zwei Mitglieder der Fraktionen von CDU und Gr├╝nen gew├Ąhlt, sowie eine SPD-Vertreter und der fraktions- und parteifreie Gemeinderat Hardy Prothmann, der sich in der geheimen Wahl gegen den FDP-Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring durchsetzte.

Auch die CDU, SPD und FDP waren gut vorbereitet. Die drei Parteien hatten eine gemeinsame Liste vorbereitet: Auf dieser stand kein Kandidat der Gr├╝nen mehr.

Im Gemeinderat entwickelte sich deshalb eine teils hitzige Diskussion. Vertreter der Gr├╝nen bezweifelten, ob diese Wahlliste „in Ordnung“ sei, da sie den Proporz nicht wahre.

CDU-Fraktionschef Dr. Josef Doll sagte, dass die Gr├╝nen bei der vergangenen Wahl sich nicht an „Absprachen“ gehalten h├Ątten und dass das „dem Gemeinderat“ nicht noch mal passiere.

Gemeinderat G├╝nther Heinisch entgegnete, ob Herr Doll sich noch an die Wahl der B├╝rgermeisterstellvertreter erinnern k├Ânne. Nach den Gepflogenheiten werden ├╝ber die Fraktionen nach deren St├Ąrke die drei Stellvertreter gew├Ąhlt. Der Gr├╝ne-Kandidat Klaus Schuhmann wurde, obwohl die Gr├╝nen die zweitst├Ąrkste Fraktion mit sechs Mitglieder stellen zwei Mal nicht gew├Ąhlt – stattdessen wurde Ingrid Kemmet aus der 2-er Fraktion der FDP gew├Ąhlt. Aus CDU-Gr├╝ne-SPD wurde CDU-SPD-FDP.

Das wiederholte sich in dieser Sitzung.

Zun├Ąchst beantragten aber die Gr├╝nen eine Sitzungsunterbrechung. Nach kurzer Pause kam der Gemeinderat wieder zusammen. B├╝rgermeister Kessler fragte die Gr├╝nen, ob diese eine Liste aufstellen wollten. Gemeinderat Rainer Edinger sagte: „Wir stellen keine Liste auf und nehmen an dieser Wahl nicht teil.“

Wieder gab es Diskussionen. Gemeinderat Klaus Schuhmann stellte den Antrag, die Wahl auf die n├Ąchste Sitzung zu verschieben und zuvor zu kl├Ąren, ob die Wahl in dieser Form mit dieser Listenaufstellung statthaft sei.

Gemeinderat Hardy Prothmann stellte die Frage an CDU, SPD und FDP, ob den Parteien die Problematik dieser Liste klar sei und ob die Parteien wirklich riskieren wollten, in dieser Form ├Âffentlich wahrgenommen zu werden. Als „Vorschlag zur G├╝te“ stellte er den Antrag, die gew├Ąhlten Mitglieder der Dezembersitzung in der Runde zu best├Ątigen. Dies spare dem Gemeinderat, der Verwaltung, dem Kommunalrechtsamt Arbeit, Zeit und ├âÔÇ×rger.

Der Vorschlag fang kein Geh├Âr.

Gemeinderat Prothmann fragte den B├╝rgermeister Kessler, ob dieser den Gemeinderat in der Dezembersitzung falsch ├╝ber die Wahlmodalit├Ąten informiert h├Ątte. Denn nach Angabe von Kessler durfte Prothmann nur sich selbst vorschlagen, nun aber eine ganze Liste. B├╝rgermeister Kessler sagte, er k├Ânnen sich nicht daran erinnern, was er gesagt h├Ątte, aber so h├Ątte er das bestimmt nicht gesagt. Gemeinderat Prothmann wiederholte die Frage mehrfach, Kessler wies diese mehrfach zur├╝ck.

Im Zuge der Diskussionen kam es mehrmals zu spontanem Applaus der B├╝rgerinnen und B├╝rger – immer zur Unterst├╝tzung der Gr├╝nen. B├╝rgermeister Kessler forderte nicht einmal entgegen seiner Gewohnheit Ruhe.

B├╝rgermeister Kessler fragte Hardy Prothmann mehrfach, ob er eine Liste aufstellen wolle. Prothmann sagte, er warte die Entscheidung der beiden Antr├Ąge ab. Beide Antr├Ąge wurden mit der Mehrheit der Stimmen von CDU, SPD und FDP abgelehnt. Michael Bowien (SPD) und Martin Kemmet (CDU) enthielten sich.

B├╝rgermeister Kessler stellte danach nochmals die Frage, ob Prothmann eine Liste aufstellen wolle, was dieser verneinte.

Die Antr├Ąge 1 und 2 des Tagesordnungspunkts „Bildung eines Umlegungsausschusses“ und Wahl desselben wurden mit je 12 Stimmen angenommen, bei sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Bei der anschlie├čenden Wahl verweigerten die Gemeinder├Ąte von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen sowie Prothmann die Teilnahme.

Nach der Stimmausz├Ąhlung waren Dr. Josef Doll (CDU), Dieter Kielmayer (CDU), Frank Hasselbring (FDP), Reiner Lang (SPD), J├╝rgen Harbarth (SPD) mit je 12 Stimmen gew├Ąhlt, bis auf Rainer Hege (CDU) der nur 11 Stimmen erhielt.

Au├čerdem wurden je eine Stimme f├╝r f├╝nf Stellvertreter abgegeben, die deswegen f├╝r eine Reihenfolge gelost werden mussten. Die Reihenfolge ergab: Ursula Brechtel (CDU), Andreas Schuster (Gr├╝ne), Hardy Prothmann (parteilos), Klaus Schuhmann (Gr├╝ne), Michael Bowien (SPD).

Die Ausschussmitglieder sowie Ursula Brechtel und Michael Bowien nahmen die Wahl an.

Danach wurde ├╝ber den Antrag, „beratende Sachverst├Ąndige“, in den Ausschuss zu w├Ąhlen, abgestimmt.

Mit 13 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag angenommen.

Gemeinderat Prothmann beantragte im Anschluss auf die Frage des B├╝rgermeisters eine geheime Wahl. B├╝rgermeister Kessler sagte: „Herr Prothmann, Sie machen sich l├Ącherlich.“

Prothmann fragte, ob der B├╝rgermeister dies wirklich so gesagt habe wollte, was dieser best├Ątigte. Danach bat Prothmann um Aufnahme der Aussage ins Protokoll der Sitzung.

Der Vermessungsingenieur Dr. Ing. Matthias Neureither wurde mit 13 Stimmen gew├Ąhlt, der Bautechniker Ulrich St├╝demann mit 12 Stimmen ebenso wie der Rechtsanwalt Dr. Thomas Burmeister bei je einer Nein-Stimme. Ein Stimmzettel war ung├╝ltig.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog.

Feuerwehr: Was war 2009, was wird 2010?

Guten Tag!

Heddesheim, 06. M├Ąrz 2010. Jahreshauptversammlungen bieten eine R├╝ck- und Vorschau: Wie lief das vergangene Jahr, was wird f├╝r das aktuelle erwartet? Bei der Heddesheimer Feuerwehr wird es Umbauten geben, Schulungen und Kooperationen.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Michael Kessler dankte als Feuerwehrchef den Kommandanten und Feuerwehrleuten f├╝r die geleisteten Hilfsdienste: „Die Aufgaben der Feuerwehr haben sich allerdings deutlich in Richtung technische Hilfeleistung gegen├╝ber der fr├╝heren Aufgabe der Brandbek├Ąmpfung ver├Ąndert.“

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Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus. Bild: hblog

Die Statistik aus den Jahren 2008 (74 Eins├Ątze) und 2009 (81 Eins├Ątze) veranschaulicht die Situation. Aus zwei Jahresangaben ist zwar noch kein Trend erkennbar, aber doch ein deutliches Verh├Ąltnis: 2008 gab es 31 „technische Hilfen“ und 14 „Brandeins├Ątze“. 2009 waren es 42 „technische Hilfen“ und 13 „Brandeins├Ątze“.

Die meisten Eins├Ątze sind technische Hilfeleistungen.

Auch diese Zahlen sagen f├╝r sich allein noch zu wenig aus und wurden vom Kommandanten Dieter Kielmayer erl├Ąutert: „Wir hatten w├Ąhrend eines Starkregens 15 technische Eins├Ątze, was die Zahl 2009 nach oben getrieben hat. Die Zahl der Brandeins├Ątze ist in etwa gleich geblieben, doch es hat nicht immer gebrannt – es gab jeweils einige Fehlalarme, die wir aber trotzdem z├Ąhlen, weil die Mannschaften ausr├╝cken.“

Brandmeldealarme sind aus Sicht der Feuerwehr „reale Alarme“, die aber sp├Ąter unter „sonstige Eins├Ątze“ eingeordnet werden, wenn es nicht zu einem Brandl├Âscheinsatz gekommen ist. Erfahrungsgem├Ą├č gibt es zudem mindestens einen gro├čen „Unwettereinsatz“ pro Jahr.

Im Gegensatz zu den Vorjahren z├Ąhlt die Heddesheimer Feuerwehr seit 2008 jede geleistete Hilfe w├Ąhrend eines Ereignisses auf: „Das machen andere Wehren auch so“, sagte Kielmayer: „Um den besseren Vergleich zu haben, z├Ąhlen wir jeden Einsatz.“

Das zeigt sich deutlich an der Verteilung der Eins├Ątze. In der Zeit von 16:00-20:00 Uhr gab es 2009 insgesamt 30 Eins├Ątze gegen├╝ber „nur“ 13 Eins├Ątzen im Jahr 2008: „Das war der Sturmtag. An einem Tag kamen 15 Eins├Ątze zusammen.“

Tats├Ąchlich ist die „Haupteinsatzzeit“ mit gut 20 Eins├Ątzen zwischen 08:00-12:00 Uhr. „Hier m├Âchte ich mich im Namen unserer Feuerwehr bei allen Arbeitgebern bedanken, die unsere Kameraden selbstverst├Ąndlich ihre Pflichten erf├╝llen lassen. Manche r├Ąumen daf├╝r sogar zus├Ątzliche Urlaubstage ein. Kein einziges Unternehmen hat uns den Ausfall von Arbeitszeiten berechnet“, sagte Kielmayer.

Jede Menge zus├Ątzliche Eins├Ątze.

Dann gab es noch jede Menge andere „Eins├Ątze“: Ob als Sicherungswache bei Veranstaltungen in der Nordbadenhalle, Absperrma├čnahmen bei Sommertags- und Martinszug, der j├Ąhrlichen Haupt├╝bung und 22 Sitzungen oder Besprechungen sowie 14 ├â┼ôbungen der F├╝hrungsgruppe und des Kreisstabes. Zudem gibt es alle drei Woche eine Gesamtwehr├╝bung. Wenn man die Atemschutzger├Ątetr├Ąger- und Maschinisten├╝bungen hinzuz├Ąhlt, ergibt sich statistisch alle vierzehn Tage eine ├â┼ôbung.

2009 wurden neun Mitglieder zum Truppmann und Sprechfunker ausgebildet sowie acht Atemschutzger├Ątetr├Ągerpr├╝fungen erfolgreich abgenommen. Zwei Kameraden qualifizierten sich zu Zugf├╝hrern.

Bis auf zwei „Piepser“ sind alle Aktiven nun mit digitalen „Funkmeldeeinheiten“ ausgestattet: „Zwei wollten ihre analogen Ger├Ąte behalten, was ich akzeptiere“, sagte Kielmayer. Au├čerdem wurde „auf neue Einsatzhosen“ umgestellt – die Jacken folgen 2010 „und zwar nach Zahl der Eins├Ątze – die mit den meisten Eins├Ątzen bekommen die Jacken zuerst.“

Au├čerdem wurde die Atemschutzwerkstatt aus dem Keller ins Erdgeschoss verlegt: „Atemschutz wird immer wichtiger und Aufr├╝stung und Wartung der Ger├Ąte muss gew├Ąhrleistet sein“, sagte Kielmayer.

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Was war, was wird? Kommandant Kielmayer informiert ├╝ber 2009 und die Vorhaben f├╝r 2010. Bild: hblog

Im Jahr 2010 werden acht F├╝hrerscheine der Klasse C gemacht, „damit wir auch genug Fahrer f├╝r die gro├čen Fahrzeuge haben“, sagte B├╝rgermeister Kessler. Insgesamt plant Kielmayer mit f├╝nfzehn neuen Fahrzeugf├╝hrern ├╝ber die kommenden Jahre.

Neue Investitionen.

Schriftf├╝hrer, Kassen- und Jugendwart pr├Ąsentierten ihre Berichte. Jugendfeuerwehrwart Gerhard Merx betreute 2009 drei M├Ądchen und siebzehn Jungs, 2010 sind es ein M├Ądchen und vierzehn Jungs (Altersdurchschnitt 15,2 Jahre). F├╝nf junge M├Ąnner wechselten von der Jugend- in die aktive Feuerwehr.

Die Kassenpr├╝fer bescheinigten dem Kassenwart Ulrich Keller eine einwandfreie Kassenf├╝hrung. Die Kasse schloss am 31. Dezember 2009 mit einem Plus von 313 Euro.

In diesem Jahr werden 20.000 Euro, die der Gemeinderat bewilligt hat, f├╝r Einsatzjacken sowie f├╝r neue Handschuhe f├╝r technische Hilfeleistungen (Arbeitshandschuhe) als auch Handschuhen f├╝r den „Hei├čeinsatz“ ausgegeben. Auch die F├╝hrerscheine werden mit diesem Geld bezahlt.

Insgesamt 140.000 Euro sind f├╝r einen Anbau mit 50 Umkleiden vorgesehen, im Keller werden Duschen und WC eingebaut – zur Zeit ziehen sich die Feuerwehrleute im Ger├Ątehaus um.

K├╝nftig „online“ beim Einsatz.

Eine besondere Neuerung ist der Einsatz eines Notebooks mit „Surfstick“, das in K├╝rze im Einsatzleitwagen mitf├Ąhrt: „Damit haben einen schnellen Zugriff auf Geb├Ąudepl├Ąne und andere wichtige Unterlagen, k├Ânnen email empfangen und bei Bedarf das Internet nutzen.“

Ein ungel├Âstes Problem stellen noch die Tore der Feuerwehr mit ihren Klappt├╝ren dar. Gerade das gro├če L├Âschfahrzeug (LF 16) kann nicht einfach ausfahren, sondern muss rangiert werden, damit es „um die Ecke“ kommt. Die baulichen Gegebenheiten machen eine L├Âsung zur schwierigen Aufgabe: „Wir haben jetzt eine Firma an der Hand, die den Mangel beheben will und warten auf deren Vorschlag“, sagte Kielmayer.

Aus Sicht eines Feuerwehrmanns gibt es aber noch andere M├Ąngel bei der F├╝hrung und Kommunikation innerhalb der Feuerwehr. Der gerade zum Oberl├Âschmeister bef├Ârderte Marcus Michel bat deshalb, aus dem aktiven Dienst entlassen zu werden.