Donnerstag, 12. Dezember 2019

Offener Brief an Jochen Tscheulin von der IFOK

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Die IFOK feiert den „Dialog“ in Heddesheim als Erfolg. Auf einem Logistik-Kongress. Die angeblich „neutrale“ Firma verdient ihr Geld damit, in scheinbar ergebnisoffenen „Dialogen“ den „Dampf“ aus strittigen Projekte zu bekommen. Hardy Prothmann schreibt in einem offenen Brief an einen der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer, Jochen Tscheulin. Denn die beiden haben mal zusammen studiert und w├Ąren fast Freunde geworden.

Von Hardy Prothmann

Lieber Jochen,

ich hoffe, es geht Dir gut. Wir haben uns ja schon gut sechszehn Jahre nicht mehr gesehen. Erst 2009 habe ich erfahren, dass Du erfolgreich Karriere gemacht hast und einer der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer bist.

Unsere Freundschaft damals war noch nicht gereift und ich dachte mir, dass es besser ist, im Frieden verschiedene Wege zu gehen, weil wir teils doch sehr unterschiedliche Einstellungen hatten.

Das hat sich viele Jahre sp├Ąter best├Ątigt – ich auf der einen Seite mit einem „lokalen Blog, das kritisch berichtet„, wie Ihr das in Eurem Vortrag beim „Logistik Kongress 2010“ in Stuttgart bezeichnet und auf der anderen Seite Du mit Deinem Spin-Doctor-Unternehmen, das angeblich „neutral“ Konflikte l├Âst.

Ich bin nicht entt├Ąuscht – ├Ąrgere mich aber ein bisschen.

Ganz ehrlich? Ich bin nicht entt├Ąuscht, sondern sehe mich in meiner Haltung Dir gegen├╝ber best├Ątigt. Ein bisschen ├Ąrgert mich, dass Deine Firma, die ohne die „kritische Berichterstattung eines lokalen Blogs“ niemals diesen Auftrag in H├Âhe von 35.000 Euro (oder sogar mehr?) bekommen h├Ątte, nicht einmal in der Lage ist, das Wort „heddesheimblog“ zu schreiben.

Soviel Anstand h├Ątte ich schon erwartet. Auf ein Danke-Sch├Ân f├╝r das viele Geld bestehe ich da gar nicht. Aber Ro├č und Reiter zu nennen sollte doch f├╝r eine Firma m├Âglich sein, die sich angeblich dem „offenen Dialog“ verschrieben hat. Und auch die Erw├Ąhnung der j├Ąmmerlichen Berichterstattung im Mannheimer Morgen w├Ąre einen Satz wert gewesen, aber wahrscheinlich ist das nicht im Sinne der Auftraggeber und auch nicht in Deinem.

Ihr schreibt das wirklich h├╝bsch auf und analytisch brillant, wie und warum es zu Konflikten kommt und habt da eine lukrative Gesch├Ąftsidee vermarktet: Die bornierte Sturheit von machtbesessenen B├╝rgermeistern, Politikern und sonstigen Funktion├Ąren oder verst├Ąndnislosen Gesch├Ąftsf├╝hrern oder „Investoren“ bietet jede Menge „Beratungsbedarf“, der sicherlich sehr, sehr, sehr gut bezahlt wird. Immerhin gehts bei solchen Projekten ja auch um sehr viel Geld.

Aber selbst die besten machen Fehler. So auch Du und Deine Dialog-Truppe.

F├╝r wen war was eigentlich schon "klar"? Solche S├Ątze k├Ânnen auch als Hohn aufgefasst werden. Quelle: IFOK

Erst zu behaupten, es g├Ąbe keine Abh├Ąngigkeit vom Auftraggeber (Gemeinde Heddesheim, respektive der B├╝rgermeister Michael Kessler) ist schon wenig glaubw├╝rdig gewesen. Dann aber auf einem Logistik-Kongress einen Vortrag ├╝ber den „Erfolg“ in Heddesheim zu halten, das ist ein strategischer Fehler. Denn damit ist allen, selbst den begriffstutzigsten Menschen klar, dass der „Erfolg“ das Erreichen einer „knappen Mehrheit“ von B├╝rgerstimmen f├╝r das Projekt war.

Nicht mehr und nicht weniger.

Viel Geld f├╝r Blabla.

Oder w├Ąret Ihr auch zu dem Logistik-Kongress eingeladen worden, h├Ątte eine „knappe Mehrheit“, konkret 40 B├╝rgerstimmen oder 0,7 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen das Projekt gestimmt? Wohl kaum. Und im ├╝brigen haben wir beide dasselbe studiert, deswegen wei├č ich, dass Du wei├čt, dass ein solches Votum als nicht erfolgreich gesehen werden muss und keine demokratische Legitimation haben kann, denn das Projekt wird gegen die H├Ąlfte des Ortes durchgef├╝hrt.

Da sind weitere Konflikte programmiert und so ist das auch gekommen. Soviel zum Erfolg.

Ihr von der IFOK habt das Geld genommen, ein bisschen Blabla gemacht, Schaubilder gezeichnet und gebetsm├╝hlenhaft den „offenen Ausgang“ beschworen – wie man sieht, sind der Wirtschaftsminister Pfister, der Logistik-Lobbyist der Dualen Hochschule Mannheim Schr├Âder und nicht zuletzt Karl-Martin Pfenning so sehr zufrieden, dass Ihr (sicher nochmals gegen Geld) einen Vortrag halten durftet.

Und irgendwie stellt sich dann heraus, dass die „Pfenning-Gegner“ ├╝berhaupt keine Chance hatten, aber ihre Erregung derart bedrohlich war, dass das Netzwerk, in dem Du aktiv bist, alles aufbieten musste. Regionalverband, Metropolregion Rhein-Neckar, Heinrich-Vetter-Stiftung, Duale Hochschule, Wirtschaftsministerium. Schon beeindruckend.

"Erfolg" enttarnt: "Umsetzung sicherstellen" ist das Ziel der IFOK. Nichts anderes. Daf├╝r wird sie bezahlt. Und sie macht ihren Job. Der "Erfolg" f├╝hrt ├╝ber einen "Dialog" - f├╝r viel Geld macht die IFOk eine "Einigung" m├Âglich. Quelle: IFOK

Ich lade Dich herzlich dazu ein, hier in Heddesheim (ohne Geld) mal vor den Projektgegnern ├╝ber diesen Erfolg zu referieren. ├â┼ôber die Arbeitspl├Ątze, die nicht kommen, die Gewerbesteuer, die ein M├Ąrchen ist, den fehlenden Bahnanschluss und, und, und. Du h├Ąttest es auch gar nicht mal weit von Bensheim hierher, ich bin mir aber irgendwie sicher, dass Du Dich das nicht traust.

Ist der „Dialog“ auch „erfolgreich“, wenn ein Projekt stirbt?

Und mal ganz ehrlich, Jochen! Was w├╝rde passieren, wenn die n├Ąchsten drei, vier Dialogverfahren auch „erfolgreich“ sind, aber dazu f├╝hren, dass die Projekte nicht umgesetzt werden? W├╝rde Euch dann noch einer engagieren, f├╝r das viele Geld, das Ihr nur bekommt, weils in der H├╝tte brennt?

Ich kann mich noch genau an Dich erinnern, wie Du immer fein gel├Ąchelt hast, wenn wir hei├če Diskussionen hatten und Dir die Argumente ausgegangen sind. Und ich kann mich gut erinnern, wie wir damals die „Westpoint-Absolventen“ f├╝r ZUMA (Zentrum f├╝r Umfragen, Methoden, Analysen) untersucht haben und Du Dich ├╝ber die kaputten Typen totgelacht hast. Und wie Deine Augen gestrahlt haben, als es ums Gesch├Ąftliche ging – die haben echt viel Geld f├╝r diese Untersuchung bezahlt und die Uminterpretation der Ergebnisse in eine „freundliche Lesart“ war echt harte Arbeit.

F├╝r mich sind das alte Zeiten – Du bist den Umfragen, Methoden und Analysen treu geblieben. Schlie├člich kann man damit viel Geld machen und muss keine s├Ąckeweise gehorteten „Bundeswehr-Verpflegungsmittel“ futtern. Die Kekse waren echt komplett geschmackfrei – aber wie Du sagtest, mit Kaffee konnte man die „essen“, selbst noch Jahre ├╝ber das Verfallsdatum hinaus, wie Du mir erkl├Ąrt hast. Und nahrhaft waren sie auch. Du konntest dadurch im Studium viel Geld sparen.

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Eins m├Âchte ich Dir noch gerne mitteilen: F├╝r mich war es das erste „Dialog-Verfahren“ in meinem Leben. Und ich habe dabei viel gelernt. Und nachdem ich ein wenig dr├╝ber nachgedacht habe, ist mir die Idee gekommen, dass ich auch ganz gut damit Geld verdienen k├Ânnte. Sicher nicht soviel wie Du, denn Du und Deine ├╝ber 100 Berater und den teuren Stundens├Ątzen arbeiten ja schlie├člich f├╝r „Investoren“ und jede Menge Geld.

Aber, wie Ihr treffend in Eurer Werbebrosch├╝re schreibt: Der Widerstand ist l├Ąngst nicht mehr Sache von Chaoten, sondern in der b├╝rgerlichen Mitte angekommen. Ein einzelner hat viel Geld, aber viele haben auch ne Menge Geld. Crowd-Sourcing nennt man das, glaube ich.

Und warum sollte ich das nicht einsammeln, ein paar clevere Analytiker davon bezahlen und dann bei k├╝nftigen Dialogen f├╝r die Projektgegner in den Dialog eintreten? Das wird sicher ein Riesenspa├č. Du kennst den Spruch: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Vor allem aber k├Ânnte es durchaus sein, dass der „Erfolg“ dann ganz anders aussieht. Deswegen hoffe ich f├╝r Dich, dass Du Dir ein paar Bundeswehrkekse aufbewahrt hast – f├╝r schlechte Zeiten.

Es gr├╝├čt Dein fr├╝herer Kommilitone
Hardy

Anmerkung der Redaktion: Der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer Jochen Tscheulin und Hardy Prothmann, freier Journalist und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, haben zusammen in Mannheim Politische Wissenschaften studiert und gemeinsam gut zwei Jahre beim Institut ZUMA als studentische Hilfskr├Ąfte gearbeitet.

Eine Frage der Kohle – in Sachen Pfenning ist noch alles offen

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Dezember 2009. In Mainz sollten ├╝ber eine Milliarde Euro in ein neues Kohlekraftwerk investiert werden. Der Stadtrat hat den Bau jetzt endg├╝ltig gestoppt.
Die Parallelen zu Heddesheim sind frappierend. Erst waren sich alle Parteien einig, dann stiegen die Gr├╝nen nach und nach aus. Die IFOK moderierte einen „Dialog“. Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Zukunftssicherheit“ lauteten auch hier die Argumente der Bef├╝rworter – gegen den begr├╝ndeten Willen der Gegner kamen sie nicht an.

Kommentar: Hardy Prothmann

In Mainz und Wiesbaden d├╝rfte die Meldung vom Stopp des umstrittenen „Kohleheizkraftwerk Ingelheimer Aue“ heute die Nachricht des Jahres gewesen sein. Fast f├╝nf Jahre k├Ąmpften verschiedene Interessenverb├Ąnde und Organisation gegen die Investitionsentscheidung in markanter H├Âhe: 1,2 Milliarden Euro wollte der Betreiber KWM AG in den Bau investieren.

Die Gemeinsamkeiten zu Heddesheim und Pfenning sind frappierend. Auch in Mainz wurde das Projekt ohne ausreichende B├╝rgerbeteiligung aufgesetzt. Auch hier sind die Argumente: Investition in die Zukunft, Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Umweltfreundlichkeit“, usw.

Als der Widerstand gr├Â├čer wurde – gab es einen „Gespr├Ąchskreis“. Moderator, die IFOK.

Auf der unternehmenseigenen Informationsseite der KMW AG zum Projekt: Die gleichen konzentrierten, adretten, nett l├Ąchelnden Mitarbeiter wie bei „Pfenning“. Es scheint, dass die IFOK-Beratung wie eine fertige Schablone f├╝r solcherart Websites dient, wo nur noch die Bilderchen und die immer gleich lobhudelnden Texte ausgetauscht werden.

kkw

Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Mainz ist das Geschichte. Quelle: KMW AG

Am 2. September 2008 „informiert“ die KMW AG per Pressemitteilung:

„Falsche Vermutungen werden nicht dadurch richtig, dass man sie einfach alle paar Monate wiederholt. Mit dieser Feststellung reagiert die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG auf den neuerlichen untauglichen Versuch von externen Betriebswirten das geplante Kohleheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue k├╝nstlich schlecht zu rechnen. Bereits im M├Ąrz 2008 hatten gut zwei Dutzend Unterzeichner anhand von l├Ąngst ├╝berholten und zwei bis drei Jahre alten Berechnungen versucht, die Wirtschaftlichkeit des Projektes in Frage zu stellen. (…)“

Ein Jahr sp├Ąter ist klar, dass die KMW AG das Projekt finanziell nicht stellen kann.

pfenning

Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Heddesheim noch offen. Quelle: "Pfenning"

Bei „Propfenning“ liest sich das im September 2009 so:

„Von den Projekt-Gegnern wurden immer wieder Unwahrheiten und falsche Ger├╝chte gestreut, um unser Unternehmen in Misskredit zu bringen. (…) Die oben zitierte unwahre Behauptung ist nur eines von vielen Beispielen, das die systematische Vorgehensweise der Projekt-Kritiker verdeutlicht.“

Die Verbindung der Zitate liegt im „angeblichen Schlechtreden“ durch die „Gegner“. Gar „systematisch“ sei das – das liest sich wie eine „Verschw├Ârung“. Das Opfer: Die armen Investoren.

In Mainz ist das Projekt tats├Ąchlich der politischen Klugheit geopfert worden. Dort hatten sich gem├Ą├č einer Forsa-Umfrage nur ein Drittel der Menschen definitiv gegen das Projekt ausgesprochen – Unsicherheit genug f├╝r die neue „Ampelkoalition“ aus SPD, FDP und Gr├╝nen, um in ihrem Koalitionsvertrag definitiv das Projekt zu beerdigen.

In Heddesheim hat sich die H├Ąlfte der befragten B├╝rger gegen die „Pfenning“-Ansiedlung ausgesprochen. Im Gemeinderat fand sich eine d├╝nne Mehrheit inklusive der Stimme des B├╝rgermeisters Michael Kesslers f├╝r den Bauvorentwurf. Eine abweichende Stimme im Lager der bisherigen Unterst├╝tzer h├Ątte das Projekt zu Fall gebracht.

Ohne eine kritische ├ľffentlichkeit w├╝rde „Pfenning“ l├Ąngst bauen.

Dabei haben die Bef├╝rworter so gut wie keine Fragen – sie winken jedes Gutachten einfach so durch, als k├Ânne man allem blind vertrauen. Sicherlich ist bis heute ein gro├čer Teil gekr├Ąnkte Eitelkeit daran Schuld – die CDU und die SPD haben bei den Wahlen enorm Federn lassen m├╝ssen, am Ende auch die FDP. Man ist halt einfach daf├╝r. Und erst recht, weil die anderen dagegen sind. Basta.

Gewonnen haben bislang die Gr├╝nen – an Sitzen und an Vertrauen. Dieses muss sich die ├ľko-Partei aber nun durch Arbeit sichern – wollen sie Willen ihrer W├Ąhler transparent machen.

Zur Zeit sind die Pl├Ąne und Gutachten auf dem Weg zu den zust├Ąndigen Beh├Ârden, die zur Stellungnahme aufgefordert werden. Ende Januar sollen nach Informationen des heddesheimblogs die Ergebnisse vorliegen.

Danach wird es noch einige Gemeinderatssitzungen geben und Zeit, die B├╝rger umfassend ├╝ber die Risiken und Nachteile der Ansiedlung zu informieren. Bis hin zur Ver├Âffentlichung der Unterlagen. Dann k├Ânnen die B├╝rger ihre Bedenken vorbringen. Die B├╝rger hierbei zu unterst├╝tzen, ist Aufgabe der Gr├╝nen.

Aber auch die anderen Parteien w├Ąren gut beraten, wenn Sie zeigten, dass sie nicht nur zum Abnicken da sind, sondern sich ebenfalls kritisch zum Wohl der Gemeinde mit dem Thema befassen.

Denn bislang sind alle Einschr├Ąnkungen einzig ein Erfolg des ├Âffentlichen Drucks: so das Versprechen, keinen Verkehr durch oder um den Ort zu lenken und keine hochgef├Ąhrlichen G├╝ter zu lagern (wie zuvor geplant) oder umfangreichere ├ľko-Massnahmen vornehmen zu wollen, als das Gesetz vorschreibt, .

Der wurde durch die IG neinzupfenning erreicht, die die B├╝rger mobilisieren konnte. Und durch die Gr├╝nen sowie einzelne Gemeinder├Ąte, die den Druck aufgenommen und in den Gemeinderat getragen haben haben. Und durch die kritische Berichterstattung und Dokumentation hier auf dem heddesheimblog.

Ohne diese Kritik zum Wohl der B├╝rger und der Gemeinde Heddesheim w├╝rde „Pfenning“ ohne jede Auflage bereits heute schon bauen.

Wenn „Pfenning“ kommen sollte, was noch lange nicht sicher ist, dann zu Bedingungen, die das Beste f├╝r den Ort und seine B├╝rger herausholen. Wenn das nicht m├Âglich ist, kann auch ein Projekt „Pfenning“ sicher gestoppt werden.

Dem geplanten Kraftwerk in Mainz ist buchst├Ąblich erst die „Kohle“ und dann die Unterst├╝tzung ausgegangen. Vielleicht auch, weil eine Aktiengesellschaft transparenter informierten muss als eine GbR Phoenix 2010.

Mal sehen, ob man „Pfenning“ in ein paar Monaten noch zutraut, das Projekt finanziell krisensicher zu stemmen und einfach dem Versprechen glaubt, das dem so sei ohne eine einzige Information zu haben au├čer der, das Karl-Martin Pfenning ein „Familienunternehmer“ ist.

Das ein Richtungswechsel m├Âglich ist, haben die Mainzer und hier vor allem die SPD mit ihrer Entscheidung deutlich gemacht.

Was Gutachten gut achten

Als Student bei einem Forschungsinstitut habe ich gelernt: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gef├Ąlscht hast. Warum sollte ich mich Gutachten, die ich nicht erstellt habe, anders umgehen?

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Pressemitteilung der IFOK wird uns folgenderma├čen informieren: „Er├Ârtert wurde die Verkehrsanalyse vom Juli diesen Jahres, bei dieser wurde der Knotenpunkt rund um das Gewerbegebiet untersucht. (…) Bei der Erschlie├čung der geplanten Fl├Ąche sind anhand bundesweit g├╝ltiger Regelwerte 3200 Verkehrsbewegungen (LKW und PKW) zu erwarten. Dieser Wert reduziert sich basierend├é┬áauf den Angaben der Firma Pfenning auf 2250 Bewegungen.“

Diese Botschaft ist f├╝r jeden klar denkenden Menschen klar, wie es klarer nicht sein kann: Pfenning bringt uns mehr Verkehr, aber immerhin ein Drittel weniger als wenn irgendwelche KFZ-Fuzzis oder Software-Pioniere sich hier kleinteilig ansiedeln w├╝rden. Die Botschaft habe ich verstanden.

Auch dass „Mittelwerte“ zustande kommen, weil Leiharbeiter nicht mit dem Auto, sondern per Bus angefahren werden, befriedigt mich. Das ist ├Âkologisch sinnvoll.

„Die Stichhaltigkeit dieser Angaben werden├é┬ávom Gutachter durch eine Stichprobenz├Ąhlung bei der Logistikfirma Dachser best├Ątigt. Laut Darstellung von├é┬áHerrn Nitzinger (Pfenning) handelt es sich bei den Angaben um obere Grenzwerte.“

Auch diese Botschaft habe ich verstanden. Herr Nitzinger geht immer vom Worst-case aus, also unbezahlten Ãœberstunden ohne Ende und Ausgleich. Da er der Chef ist, wird er schon dafür sorgen, so wie er sich um alles sorgt, dass das nicht kommt.

„Vertreter der Firma Pfenning erkl├Ąrten dar├╝ber hinaus, dass durch firmeninterne organisatorische Ma├čnahmen sichergestellt wird, dass kein zus├Ątzlicher Schwerlastverkehr ├╝ber die Ringstra├če gef├╝hrt wird. 100├é┬áProzent des Schwerlastverkehrs wird direkt auf die Autobahn geleitet. Zudem versicherte das Unternehmen, dass auch die Ortsmitte Heddesheim durch Pfenning mit Schwerlastverkehr nicht weiter belastet wird.├é┬áAllerdings wird aufgrund der zus├Ątzlichen Arbeitspl├Ątze der PKW-Verkehr in der Ortmitte zunehmen (laut├é┬áStudie ca. 13 Fahrzeuge pro Stunde mehr).“

Das ist doch mal eine Aussage, die jede Anstrengung des heddesheimblogs rechtfertigt: Zuvor wollte Pfenning noch jeweils 5 Prozent ├╝ber die Ringstra├če und durch den Ort lenken, also rund 80 Lkw-Fahrten pro Tag, die jetzt gestrichen sind. Leider bleiben 13 Fahrzeug mal, sagen wir 14 Stunden, das macht, grummelgrummel, 10×14=140 und 3×14=42, zusammen 182 Autos mehr pro Tag. Na das geht ja. Das sind ja nur… 182/14, genau: 13 Autos mehr pro Stunde. Oder anders 60/13, also nur ungef├Ąhr alle 4,5 Minuten ein Auto mehr – vorausgesetzt, die Prognose basierend auf den Zahlen von Pfenning stimmt. Ich habe schlie├člich aufgepasst.

„Auf die R├╝ckfrage von Teilnehmern wurde noch eingehender├é┬ádie Fragen er├Ârtert: Auf welche Kapazit├Ąt ist der Verkehrsknoten ausgelegt? Wie viel Verkehr herrscht aktuell? Wann sind wir an der Grenze? Der Gutachter betonte, dass die Verkehrssituation durch die Ansiedlung von Pfenning nicht besser, aber auch nicht wesentlich schlechter w├╝rde. Konkretes Beispiel: Die aktuell beim Gutachten festgestellte mittlere Wartezeit am Knoten betr├Ągt 7 Sekunden; die Experten haben├é┬áerrechnet, dass sich diese mittlere Wartezeit im Jahre 2012 auf 9 bis 10 Sekunden erh├Âhen wird.“

Dieser Abschnitt der Pressemitteilung ist sehr interessant. Der Gutachter sagt also, es wird nicht besser, aber auch nicht wesentlich schlechter. Da sind wir wieder bei der Statistik. Wenn ich bislang 7 Sekunden warten musste und in Zukunft 9 Sekunden, ist das eine Zunahme der Wartezeit um 28 Prozent, bei zehn Sekunden sind es sogar 30 Prozent.

In Bezug auf Sekunden ist das f├╝r uns klar denkende Menschen klar, dass Herr Leutwein sagt, das sei nicht wesentlich schlechter. In Bezug auf unser Gehalt w├╝rden wir das anders denken. Es kommt halt immer auf die Bezugsgr├Â├če an und wie man die versteht.

„Insgesamt├é┬ásei durch die Ansiedlung von Pfenning eine zentrale Steuerung der Verkehrsstr├Âme des neuen Gewerbegebiets gegeben. Damit seien die Grundbedingungen f├╝r die Gemeinde besser als bei einer kleinteiligen├é┬áErschlie├čung des Gel├Ąndes. Die Gesamtbelastung durch eine andere Nutzung des Gel├Ąndes w├Ąre somit├é┬ágr├Â├čer.“

Zentrale Steuerung klingt gut. „Bessere Grundbedingungen“ auch. Und eine „gr├Â├čere Gesamtbelastung durch eine andere Nutzung“ will niemand.

Puhh, wenn ich alles klar verstanden habe, ist Pfenning mit durchschnittlich 500 Lkw-Bewegungen am Tag und nur 800 am Tag in der Spitze ein Gl├╝cksfall f├╝r Heddesheim. Gott sei Dank ist niemand auf die Idee gekommen, das alles kleinteilig zu entwickeln.

Mit Pfenning wird also alles besser, dass habe ich klar verstanden. Was mich nur ein wenig gewundert hat, ist, dass der Gutachter, als ich ihn ein wenig zu den Zahlen gefragt habe, pl├Âtzlich in nicht-klare Erkl├Ąrungsn├Âte geriet und st├Ąndig etwas von Prognosen, Angaben, Plausibilit├Ąten, Annahmen usw. erz├Ąhlte und sich nicht festlegen wollte.

Glaubt er am Ende seiner eigenen Statistik nicht?

Oder hat es etwas damit zu tun, dass es nicht seine Statistik war, die er vorgestellt hat, sondern die von seinem Angestellten, Herrn Wammetsberger?

Auch der MM berichtet zum Thema:
Gutachter: Verkehrssituation am Kreisel zu bew├Ąltigen

Verkehrsgutachten und andere Meinungen

Guten Tag!

Heddesheim, 28. August 2009. Der Verkehrsgutachter Burkhard Leutwein, der Chef des Ingenieurb├╝ros Koehler, Leutwein und Partner, stellte die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung w├Ąhrend der 3. „Dialog“sitzung selbst vor.

Das war schon seltsam. Bereits drei Mal reiste Stefan Wammetsberger, der verantwortliche Ingenieur, aus Karlsruhe nach Heddesheim, um das Gutachten vorzustellen. Doch am Mittwoch, den 26. August 2009, kam der Chef.

Der war mittelm├Ą├čig vorbereitet und wusste nur immer ungef├Ąhr, wo was steht, aber versicherte immer wieder, dass sein Mitarbeiter, der nicht da war, sehr genau gearbeitet h├Ątte.

Und er sagte, dass die Zahlen, auf denen das Gutachten basiere, von „Pfenning“ selbst stammten, aber „plausibel“ seien, denn das habe man anhand einer Untersuchung der Firma Dachser in Seckenheim ├╝berpr├╝ft. Ob die Firma Dachser das wei├č und damit einverstanden ist, sagte er nicht.

Er erkl├Ąrte auch, dass Dachser und Pfenning ├Ąhnlich seien, andere sehen das ganz anders, immerhin soll in Heddesheim eines der gr├Â├čten kompakten Logistikzentren in ganz Deutschland entstehen – da kann Seckenheim mit Dachser auch nicht im Ansatz mithalten.

Insgesamt versuchte Herr Leutwein den „Dialog“-Teilnehmern klar zu machen, dass Pfenning ein Gl├╝cksfall f├╝r die Gemeinde ist: „Damit Sie mich nicht falsch verstehen, die Verkehrsbelastung wird definitiv zunehmen und wir verlassen uns hier auf vorgegebene Zahlen, aber es ist wahrscheinlich, dass eine kleinteilige Entwicklung mehr Verkehr bringen k├Ânnte, aber auch weniger, aber mehr ist wahrscheinlicher.“

Und: „Das ist nat├╝rlich nur eine Prognose. Genau wei├č man das erst nach einer Pfr├╝fung, ob die Aussage zutrifft. Das kann man diskutieren. Wir haben versucht, das zu verifizieren und im Prinzip kann man sagen, dass es keine Fahrten durch Heddesheim geben wird.“

„Dialog“-Teilnehmer Heinz Franke wollte wissen: „Au├čer, wenn die Autobahnen verstopft sind.“

Worauf Herr Nitzinger antwortete: „Da muss ich Sie korrigieren. Das wei├č ich besser als Sie. Es ist besser auf der Autobahn zu warten, als kompliziert zu umfahren.“

Darauf entwickelt sich eine Diskussion, in die sich der B├╝rgermeister einschaltet: „Ich muss das erl├Ąutern. Es gibt in der Tat viel Ziel- und Quellverkehr durch Heddesheim, haupts├Ąchlich ├╝ber das Viernheimer Kreuz Richtung Ladenburg und zur├╝ck. Da gibt es auch sicher mautbedingt einen Zuwachs.“

(Was Herr Nitzinger dazu denkt, der immer sagt, die Mautgeb├╝hr spiele keine Rolle, ist nicht dokumentiert, d. Red.)

Herr Leutwein f├Ąhrt fort: „Nach unseren Daten sind es nicht besonders viele 40-Tonner, die durch den Ort fahren. Omnibus und Linienverkehr machen den gr├Â├čeren Teil aus. Und es ist doch so: Die Frage der Stauwahrscheinlichkeit auf der A5 wird doch emotional viel zu hoch bewertet.“

(Niemand in der Runde, der schon mal zu den Hauptverkehrszeiten emotional zu hoch bewertet hat, m├Âchte sich dazu „outen“.)

Zum Kreisel im Gewerbegebiet sagte Herr Leutwein: „Der ist leistungsf├Ąhig, um das abzuwickeln und eventuelle Probleme sind in den Griff zu kriegen. In den n├Ąchsten 3-4 Jahren ist nicht zu erwarten, dass sich die Situation wesentlich ver├Ąndert. Die Faktenlage ist klar.“

Kristian Mansfeld sagte: „Wenn ich das richtig verstehe, wird also Pfenning weniger Verkehr bringen?“

Herr Leutwein sagte: „Im Vergleich zu angenommen 40 Arbeitspl├Ątzen bei kleinteiliger Entwicklung definitiv ja. Wobei das nur ein Mittwert ist, der meistens viel h├Âher ausf├Ąllt und selten geringer.“

(Das statistische R├Ątsel, wieso ein Mittelwert gebildet werden kann, der meistens viel h├Âher ausf├Ąllt und selten geringer, erkl├Ąrt Herr Leutwein nicht.)

Herr Doll sagte: „Mit ihrem Vergleich zu Dachser sind alle Zweifel entkr├Ąftet.“

Jetzt entwickelt sich eine Diskussion, die an Sch├Ąrfe zunimmt.

Einer der Teilnehmer fragt den Gutachter zu einzelnen Werten des Gutachtens. Das bringt den Gutachter in Schwierigkeiten, denn er ist zwar der Chef, kennt aber nicht die Details, die sein Mitarbeiter aber sicher genau kennt, wie er versichert, der aber nicht da ist.

Letztlich zieht sich Herr Leutwein auf statistische Mittelwerte und vorgegebene Zahlen zur├╝ck und verteidigt seinen Berufsstand.

Herr Mansfeld m├Âchte wissen, wie viel Verkehr es denn nun gibt? Herr Leutwein erkl├Ąrt und sagt, dass der Kreisel ein A-Kreisel sei und ein B-Kreisel werden wird, aber erst ein D-Kreisel schlecht w├Ąre. Die Kreisel-Klassen gehen bis F.

Dann sagt Andreas Schuster: „Das kapiert kein Mensch. Sie m├╝ssen das f├╝r den B├╝rger ├╝bersetzen, sonst wird das nicht ankommen.“

Herr Leutwein sagt: „Wir haben das schon sehr verst├Ąndlich dargestellt.“ Und versteht nicht, dass ihn keiner versteht.

Herr Kessler sagt: „Der Verkehr ist schon seit Jahrzehnten ein Thema bei uns, vor allem, was die Umgehungsstra├če angeht.“

Herr Franke sagt: „Die kommt fr├╝hestens 2016.“

Herr Kessler: „Das stand im blog.“ Herr Franke antwortet, es wird diskutiert und der Moderator Andreas Ingerfeld beendet die Diskussion.

Herr Ingerfeld sagt: „Herr Nitzinger, sie sagen also, dass Sie garantieren, dass im Ort und auf der Ringstra├če kein Pfenning-Verkehr stattfinden wird?“

Herr Uwe Nitzinger: „Ja.“

Herr Mansfeld: „Aber das ist doch so nicht richtig, die Arbeitnehmer und Zulieferer werden doch mehr Verkehr bringen, das kann man doch nicht trennen?“

Herr Leutwein sagt: „Wenn Sie Arbeitspl├Ątze ansiedeln, gibt es immer mehr Verkehr. Jeder andere Aussage w├Ąre v├Âllig unsinnig.“

Herr Frank Hasselbring sagt: „Also 100 Prozent des Verkehrs sollen ├╝ber die Autobahn laufen? Das ist doch eine neue Aussage, zumindest f├╝r mich.“

Die Diskussion ist zu Ende. Es geht jetzt um den Gr├╝nordnungsplan.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Auch der MM berichtet zum Thema:
Gutachter: Verkehrssituation am Kreisel zu bew├Ąltigen

Bauernverband gegen jede Form weiterer Fl├Ąchenversiegelung

Guten Tag!

Heddesheim, 28. August 2009. Der Heddesheimer Bauernverband ist gegen jede weitere Form der Fl├Ąchenversiegelung. Das sagte der Vorsitzende Rupert Bach w├Ąhrend der 3. „Dialog“sitzung der IFOK.

Von Hardy Prothmann

Die Teilnahme von Rupert Bach kam ├╝berraschend f├╝r die anderen Teilnehmer. Der Landwirt bat als B├╝rger und Vertreter des Heddesheimer Bauernverbands zuh├Âren zu d├╝rfen.

Dialog-Teilnehmer Andreas Schuster forderte den Mann aber auf, alles zu sagen, was er zu sagen habe, denn schlie├člich habe der „Dialog“kreis seiner Teilnahme zugestimmt und damit habe er das Recht, seine Meinung zu ├Ąu├čern.

Die war eindeutig: „Wir Bauern in Heddesheim arbeiten ├╝berwiegend auf gepachtetem Grund. 80-90 Prozent geh├Âren nicht uns. Wir k├Ânnen nachvollziehen, wenn jemand sein Land f├╝r viel mehr Geld verkauft, als wir Pacht daf├╝r zahlen. Auf der anderen Seite ist jede versiegelte Fl├Ąche f├╝r uns Bauern verloren. Auch f├╝r die Nahrungsmittelerzeugung der B├╝rger. Das stellen wir einfach fest, ohne das wir uns einmischen wollen.“

Der Landwirt bewirtschaftet Teile der Ackerfl├Ąche, auf dem die Pfenning-Ansiedlung geplant ist. Wie unterschiedlich die Betrachtung sein kann, belegen folgenden Aussagen:

Das von der Gemeinde beauftragte Ingenieursb├╝ro Sartorius und Partner aus Bensheim stellt fest: „Die Ackerfl├Ąchen sind aus faunistischer Sicht als wenig ergiebig anzusehen.“

Landwirt Bach sagt: „Das ist bestes Ackerland, auf dem wir in Fruchtfolge Tabak, Mais, Getreide und andere Pflanzen anbauen. Aus unserer Sicht ist das ein enormer Verlust.“

Auch der MM berichtet zum Thema:
Gutachter: Verkehrssituation am Kreisel zu bew├Ąltigen

Diskussion ├╝ber die Podiumsteilnehmer bei der ├Âffentlichen IFOK-Sitzung

Guten Tag!

Heddesheim, 27. August 2009. Am Ende der 3. „Dialog“sitzung stand die Organisation der 4. Sitzung an, die ├Âffentlich sein soll. Geplant ist diese Sitzung f├╝r den 18. September in der Nordbadenhalle.

Am 21. April reichte f├╝r die B├╝rgerinformation noch das B├╝rgerhaus. Der Andrang war gro├č, das Haus voll, an die 100 B├╝rger mussten stehen.

F├╝r die n├Ąchste Veranstaltung, auf der sich B├╝rger zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung informieren k├Ânnen, rechnet die IFOK mit einem noch gr├Â├čeren Andrang und hat die Nordbadenhalle reserviert.

Geplant sind schon vierzehn Tage vorher Infost├Ąnde, ├╝ber die sich die B├╝rger vorab im Rathaus informieren k├Ânnen sollen. Diese Info-Tafeln sollen auch im Foyer der Nordbadenhalle aufgebaut werden.

Wer sitzt auf dem Podium?

Auf dem Podium werden drei Experten sitzen. Die Gutachter f├╝r den Verkehr und die Umwelt sowie der Architekt. Das wurde vom „Dialog“kreis ohne Diskussion best├Ątigt.

Doch dann wurde es lebhaft. Die IFOK hatte auf der Seite der Bef├╝rworter den B├╝rgermeister und die „Firma Pfenning“ vorgeschlagen sowie einen Platz freigelassen. Auf der Gegenseite waren noch alle Pl├Ątze frei.

Zun├Ąchst ging es darum, ob die IG neinzupfenning nochmals eingeladen werden sollte. Dem wurde zugestimmt. Dann ging es darum, wen man nimmt, wenn die IG nicht kommt.

Wer soll auf der „Kontra“-Seite sitzen?

Als Vorschlag wurde f├╝r die ablehnende Seite Andreas Schuster genannt – doch der ist in dann in Urlaub: „Der ist gebucht.“ Dann wurden die „Dialog“-Teilnehmer Klaus Schuhmann und Kurt Klemm genannt. Kurt Klemm, in Vertretung f├╝r Klaus Schuhmann das erste Mal dabei, sagt zu. Klaus Schuhmann muss noch gefragt werden.

Dann ging es darum, wer auf der Bef├╝rworterseite sitzt. Der „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger sagte: „Herr Karl-Martin Pfenning wird sicherlich teilnehmen wollen.“ Damit waren es drei auf der Bef├╝rworterseite.

Jetzt ging es um die Diskussion, ob nicht noch jemand dazukommen k├Ânnte, denn schlie├člich sei es verst├Ąndlich, wenn Herr Pfenning sein Unternehmen vertritt, aber Herr Nitzinger mehr im Thema drin ist.

Das sah auch B├╝rgermeister Kessler so. Andreas Schuster machte der Runde aber klar, dass die B├╝rger sehr genau nachz├Ąhlen w├╝rden, wie viele f├╝r welche Seite auf dem Podium sitzen und dass ein ungleiches Verh├Ąltnis nur schwer zu vermitteln sei.

3:3-L├Âsung bei gleicher Redezeit.

Dann wurde dar├╝ber diskutiert, dass das doch ├╝ber die Redezeit f├╝r beide Seiten aufgefangen werden k├Ânnte. Der Zweifel blieb und man entschied sich f├╝r die 3:3-L├Âsung.

Dann wurde der „Dialog“-Teilnehmer und Unternehmer Kristian Mansfeld vorgeschlagen. Der sagte: „Ich sehe mich nicht auf der Seite der Gegner, sondern bin unentschieden.“

Die anschlie├čende Diskussion brachte Herrn Mansfeld doch aufs Podium als einen Vertreter, der Pro und Kontra ist, also unentschieden.

Auch Richard Landenberger vom BUND wurde f├╝r die Kontra-Seite vorgeschlagen. ├â┼ôber ihn gab es die meisten Diskussionen. Schlie├člich war er auch eingeladen und nicht gekommen, wieso sollte er dann bei der 4. Sitzung pl├Âtzlich mitreden d├╝rfen, war das Hauptargument.

Diskussion um Funktionen und Teilnahmen

Der Gemeinderat Michael Bowien wurde vorgeschlagen, aber sowohl vom B├╝rgermeister als auch vom SPD-Fraktionschef Merx abgelehnt. Herr Merx sagte: „Damit bin ich nicht einverstanden, denn wir haben in der SPD eine Bandbreite an Meinungen und wollen nicht nur eine vertreten sehen.“ B├╝rgermeister Kessler sagte: „Ich bin dagegen, weil Herr Bowien in seiner Funktion als Gemeinderat gesehen wird.“

Auf die Nachfrage, wo der Unterschied zwischen Herrn Bowien und den Herren Klemm und Schuhmann liege, denn beide sind auch Gemeinder├Ąte, sagte Herr Kessler: „Aber die haben am „Dialog“ teilgenommen.“ Die Frage, warum dann Herr Pfenning aufs Podium darf, wurde nicht diskutiert.

Jetzt herrschte Verwirrung. Es blieben keine Kandidaten mehr. Doch. Einer, der einzige B├╝rger am Tisch: Heinz Franke. Den schlug aber niemand vor. Stattdessen schlug Nicole Kemmet, als Vertreterin des BdS, den Journalisten Hardy Prothmann (Gr├╝nder des heddesheimblog, Anm. d. Red.) vor. Schlie├člich w├╝rde der ja umfangreich und kritisch in der Sache berichten und w├Ąre sicherlich ein f├╝r die Kritiker unter den B├╝rgern sehr glaubw├╝rdiger Vertreter gegen die Ansiedlung.

Unbekannte IFOK-Mitarbeiterin soll moderieren

Doch der wollte nicht, weil er sich auf seine neutrale Berichterstatterrolle berief und sagte, er k├Ânne sich deshalb genauso gut neben Herrn Nitzinger als Pro-Vertreter setzen, was zu allgemeiner Heiterkeit f├╝hrte. „Die Argumente Arbeitspl├Ątze und Steuereinnahmen m├╝ssen gepr├╝ft werden und k├Ânnten sich positiv auf eine Entscheidung auswirken“, sagte der Journalist. Dass er ├╝berwiegend kritisch ├╝ber die Ansiedlung berichte, sei der Situation geschuldet, weil ihm positive Informationen vorenthalten w├╝rden, sagte Hardy Prothmann.

Am Ende stand fest: Die Pro-Seite bilden B├╝rgermeister Kessler, Uwe Nitzinger und Karl-Martin Pfenning. Die Kontra-Seite Kurt Klemm sowie Klaus Schuhmann und Richard Landenberger, die beide noch zusagen m├╝ssen.

Moderiert wird die Veranstaltung von einer Kollegin des Moderators Andreas Ingerfeld: „Die Dame hat gro├če Erfahrung mit gro├čen Runden.“

Bevor der „Dialog“-Kreis ├╝ber die nicht vorhandene Frauenquote (bis auf die Moderatorin) diskutieren konnte – beendete IFOK-Moderator Andreas Ingerfeld die 3. Sitzung.

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Das heddesheimblog

Eiszeit

Guten Tag!

Heddesheim, 18. August 2009. Endlich reden B├╝rgermeister Michael Kessler und die IG neinzupfenning miteinander – heraus kommt ein weiteres Missverst├Ąndnis. Die Lage ist vollkommen verfahren.

Kommentar: Hardy Prothmann

Keiner hat wirklich erwartet, dass der B├╝rgermeister und die IG nach ihrem ersten Gespr├Ąch Freude strahlend vor die T├╝r treten w├╝rden und verk├╝nden: Alles wird gut.

Zumindest ein wenig Hoffnung hatten aber viele, dass wenigstens ein symbolisches Aufeinanderzugehen m├Âglich sein k├Ânnte. Ein Handschlag, eine Geste, ein guter Wille.

Dem war nicht so. Die IG schildert eine „unterk├╝hlte Atmosph├Ąre„, der B├╝rgermeister beschreibt in seiner Stellungnahme eine „sachliche Atmosph├Ąre“ – was so oder so dasselbe hei├čt.

Beide Seiten finden keine Worte, die auch nur den geringsten Anlass zu der Annahme geben, das dieses Gespr├Ąch etwas gebracht hat.

Au├čer einem Missverst├Ąndnis, dass der B├╝rgermeister gerne glauben wollte, die IG w├╝rde am IFOK-„Dialog“ teilnehmen.

Die IG hat ihre Teilnahme an Bedingungen gekn├╝pft. Der B├╝rgermeister will sich keine Bedingungen stellen lassen. Das ist eine definitiv unl├Âsbare Situation.

Die IG hat den Schritt gemacht und hat sich auf ein nicht-├Âffentliches Gespr├Ąch mit dem B├╝rgermeister eingelassen. Eigentlich muss man von Herr Kessler erwarten, dass er auch einen Schritt tut.

Auch wenn er aus seiner Sicht bei der Wahl des Moderators nicht mit sich reden l├Ąsst. Er h├Ątte wenigstens irgendeinen Vorschlag machen k├Ânnen. Irgendein Zeichen geben k├Ânnen, dass er willens ist, die verfahrene Situation zu entsch├Ąrfen.

Soweit ist Michael Kessler aber noch nicht. Er kann bis heute nicht zeigen, dass er auch ein B├╝rger ist. Er kann nicht zeigen, dass er ein Meister seiner B├╝rger ist, indem er sich kl├╝ger und umschauender verh├Ąlt, als viele, die seit Monaten mit Scheuklappen durch die Gegend laufen.

Was der B├╝rgermeister Michael Kessler zur Zeit versucht – ist ein Spagat. Nur widerwillig hat er sich auf einen „Dialog“ einlassen. F├╝r viel Geld. In den ihm genehmen Medien gibt er sich b├╝rgermeisterlich und rudert zur├╝ck und muss sich sogar anh├Âren, dass er „seine kleine Welt nicht mehr versteht„.

Im Tagesgesch├Ąft aber bleibt B├╝rgermeister Kessler stur und uneinsichtig. Und enttarnt seine zaghaft neue entdeckte B├╝rgern├Ąhe als Maske.

Das er├Âffnet der IG neinzupfenning neue M├Âglichkeiten – und wie es scheint, will dieser lose Verbund von B├╝rgern und Gewerbetreibenden, die teils eigene, teils ├╝bergeordnete Interessen vertreten, nicht locker lassen.

Das Verhalten dieses B├╝rgermeisters scheint neuen Schwung in den Widerstand gegen das „Pfenning“-Projekt gebracht zu haben, dass schon lange nicht mehr nur ein Widerstand gegen die geplante „Pfenning-Ansiedlung“ ist, sondern gegen den B├╝rgermeister und Teile des Gemeinderats, die fest entschlossen sind, nicht wahrhaben zu wollen, dass die B├╝rger diesen Kl├╝ngel um des Kl├╝ngels willen nicht mehr wollen.

Es bleibt mitten im Hochsommer bei der politischen Eiszeit in Heddesheim.

B├╝rgermeister Kessler k├╝ndigt IG-Teilnahme beim „Dialogkreis“ an – die IG kommt aber nicht

Guten Tag!

Heddesheim, 18. August 2009. Gestern hatte die IG neinzupfenning eine Pressekonferenz gegeben, ├╝ber die das heddesheimblog berichtet hat. Heute hat das heddesheimblog um ein Gespr├Ąch beim B├╝rgermeister geben, falls er zum Gespr├Ąch ebenfalls Stellung beziehen wolle. Der B├╝rgermeister wollte – aber nicht im Gespr├Ąch, sondern per Mitteilung. Darin k├╝ndigt er die Teilnahme der IG neinzupfenning am „Dialogkreis“ an, doch die kommt nicht.

Auf Nachfrage des heddesheimblogs sagte Dr. Kurt Fleckenstein: „Das hat der B├╝rgermeister falsch verstanden – was allerdings mit dem Gespr├Ąchsverlauf zu tun hatte und erkl├Ąrt werden kann.“

Nach den Angaben von Herrn Fleckenstein hatte der B├╝rgermeister die IG aufgefordert ihre Vorstellungen zum Ablauf der B├╝rgerinformation im „Dialogkreis“ vorzustellen. Das bejahten die Vertreter der IG. Im Anschluss daran habe die IG aber die Wahl des Moderators zur Sprache gebracht. Der B├╝rgermeister lie├č nicht mit sich reden und bestand auf einer Moderation durch den IFOK-Moderator Andreas Ingerfeld. „Damit war f├╝r uns eine Teilnahme am „Dialog“ vom Tisch. Ohne einen neutralen Moderator bleibt diese B├╝rgerveranstaltung f├╝r uns eine Farce“, sagte Kurt Fleckenstein dem heddesheimblog.

Wurde die Nicht-Teilnahme explizit ausgedr├╝ckt? „Nein. Das Gespr├Ąch war dann schnell vorbei und es wurde nicht explizit gesagt, dass wir nicht kommen. Insofern ist das Missverst├Ąndnis auf Seiten des B├╝rgermeisters erkl├Ąrbar. H├Ątte er aber ein bisschen aufgepasst, h├Ątte er auch nachfragen k├Ânnen. Aber Nachfragen stand auch gestern nicht auf seinem Programm.“

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Das heddesheimblog

„Es geht um die Kernfrage“

Leserbrief: Rainer Neutard

Schade, dass man sich in Heddesheim so schwer mit einem offenen Dialog tut.

W├Ąren die Informationen, die jetzt zur Gewerbeansiedlung vorliegen, von Anfang an gegeben worden, h├Ątte man keine IFOK gebraucht.

Wahrscheinlich h├Ątte die CDU weniger Sitze verloren und die Gr├╝nen weniger hinzugewonnen, wenn sich die Beteiligten um mehr Transparenz und eine offene Aussprache bem├╝ht h├Ątten.

Nolens volens wird jetzt die lange in Abrede gestellte B├╝rgerbefragung initiiert.

Dabei geht es den Beteiligten jedoch offensichtlich immer noch weniger um ein konkretes Votum, als weiterhin um Verschleierung! Diese Vermutung dr├Ąngt sich durch die Fragestellung f├Ârmlich auf.

Die erdrutschartigen Ver├Ąnderungen im Gemeinderat (und die „Spaltung“ der B├╝rgerschaft) resultieren keineswegs aus Dissonanzen bez├╝glich der Ausweisung zus├Ątzlicher Gewerbefl├Ąchen.

Nach der Ansiedelung von Arbeitspl├Ątzen zu fragen, grenzt an Verballhornisierung der Bev├Âlkerung, und kein vern├╝nftiger Mensch hat grunds├Ątzlich etwas gegen die Firma Pfenning, deren Unternehmenserfolg Respekt und Anerkennung verdient.

Es geht alleine um die Frage, ob die Gemeinde eine „Sonderwirtschaftszone“ f├╝r ein Logistikcenter mit 35 Ha Fl├Ąche ausweist, damit die n├Ąchste Generation pr├Ąjudiziert und sich zwangsweise anderer Entwicklungschancen begibt!

Warum wirft man mit Nebelbomben, anstatt die B├╝rger mit dieser Kernfrage zu konfrontieren?

IFOK legt Protokoll der 2. „Dialog“-sitzung vor


Guten Tag!

Heddesheim, 11. August 2009. Die von der Gemeinde Heddesheim mit der Moderation eines „Dialogs“ beauftragte PR-Firma IFOK hat das Protokoll der 2. Sitzung vom 29. Juli 2008 vorgelegt.

Das heddesheimblog dokumentiert das Protokoll f├╝r seine Leserinnen und Leser. Das Protokoll gibt eine Zusammenfassung wieder, die nach den Programmpunkten (die wurden kurzfristig ver├Ąndert, Anm. d. Red.) gegliedert ist. Am Ende des Textes finden Sie einen Link zum Download.

Im Protokoll werden der Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP Holding GmbH („Pfenning“), Uwe Nitzinger, der von Pfenning beauftragte Architekt G├╝nter Kr├╝ger sowie B├╝rgermeister Michael Kessler mehrfach zitiert. Andere Teilnehmer hei├čen nur „Teilnehmer“, obwohl diese zugestimmt haben, w├Ârtlich zitiert zu werden.

Pr├Ąsentation und Behauptungen – kaum Fakten

Unter Top 2, ab Seite 4, des PDF-Dokuments k├Ânnen Sie die Pr├Ąsentation des geplanten Projekt aus Sicht des Architekten nachlesen. Dabei handelt es sich ├╝berwiegend um Behauptungen, nicht um Fakten.

Dazu finden sich Fotos und Projektzeichnungen, deren Legenden aber nicht lesbar sind. Die Fotos vermitteln den Eindruck, als w├╝rde Pfenning „in der Landschaft verschwinden“, das gilt aber ebenso f├╝r die Kircht├╝rme und die Hochh├Ąuser in Heddesheim.

Standpunkte – keine Perspektiven

Auf Seite 11 und 12 k├Ânnen Sie die Diskussion zur „Zukunftsperspektive Heddesheims“ nachlesen. Sie ist stark verk├╝rzt und entspricht weder den tats├Ąchlichen Redezeiten noch der Heftigkeit der gef├╝hrten Diskussionen.

Das Protokoll bezeichnet beispielsweise den „Ausraster“ von Nitzinger als kontrovers.

Ein konstruktiver Austausch ├╝ber die Zukunftsperspektive Heddesheims fand im Wesentlichen nicht statt. Es ging in dieser Diskussion um Standpunkte und nicht um die Erarbeitung von Fakten und der Entwicklung einer Perspektive.

Erw├Ąhnt wird auch eine „kontroverse Diskussion…├╝ber einen Artikel….wiederholte Nachfragen…Herr Nitzinger betont, dass Pfenning in letzter Konsequenz alle Verhandlungen gewonnen hat.“

Dazu schrieb der Mannheimer Morgen:

23. Februar 2001
Pfenning-Fahrer geh├Âren zur PF
Arbeitsgericht Darmstadt gibt Gewerkschaft Recht

„Das Darmst├Ądter Arbeitsgericht hat ein Machtwort gesprochen: Die Arbeitnehmer der fr├╝heren Pfenning Spedition GmbH haben einen Besch├Ąftigungsanspruch gegen die Firma PF United Logistics Spedition GmbH. Es liegt ein Betriebs├╝bergang von der Pfenning Spedition auf die PF United vor.“

Das heddesheimblog hat mit seinem Vertreter Hardy Prothmann im „Dialog“-Kreis nicht einen Artikel angesprochen, sondern sehr viele, die allesamt im Mannheimer Morgen zu Pfenning erschienen sind. Darin ist von „Wild-West-Manieren“ zu lesen, von undurchsichtigen Firmengeflechten und der „Missachtung der Rechte anderer“.

Herr Uwe Nitzinger war dazu, freundlich gesagt, „not amused“.

Das heddesheimblog pr├╝ft zur Zeit die Aussage Herrn Nitzingers, ob tats├Ąchlich „in letzter Konsequenz alle Verhandlungen“ gewonnen wurden.

Im Anschluss an den „Dialog“-Kreis hatte das heddesheimblog Herrn Nitzinger gebeten, doch bei der Kl├Ąrung mitzuhelfen und die entsprechenden Klagen und Urteile der Redaktion zur Verf├╝gung zu stellen, die diese Aussage belegen.

Das ist bis heute nicht geschehen.

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Das heddesheimblog

Hier finden Sie die Artikel des Mannheimer Morgen zu Pfenning als Zusammenfassung. Die Artikel sind auch online abzurufen. Als Abonnent haben Sie die M├Âglichkeit, ihre Zugangsdaten einzugeben, ansonsten k├Ânnen Sie einen Tagesschl├╝ssel aus der Zeitung verwenden:

Archivrecherche MM: „Pfenning ist ein bedeutendes Unternehmen. Was hei├čt bedeutend?“

Protokoll IFOK: Protokoll „Dialogkreis“ Heddesheim 2. Sitzung

Kurz nach der Archivrecherche bei Mannheimer Morgen zur Frage, „Was hei├čt bedeutend?“ und der ├â┼ôberlegung, ob sich seit den Jahren 2000-2001 beim Unternehmen „Pfenning“ etwas ge├Ąndert haben k├Ânnten, hat das heddesheimblog ein Interview mit der Gewerkschaft verdi in Hessen gef├╝hrt:
„Pfenning ist ein Tariffl├╝chtling“
Der „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger sagte dazu im „Dialogkreis“: „Das ist doch absurd. Wir waren niemals Teil der Tarifgemeinschaft, also k├Ânnen wir auch kein Fl├╝chtling sein.“

Von ├âÔÇ×pfeln und Birnen


Der Mannheimer Morgen hat am 05. August 2009 einen Kommentar ├╝ber die Entscheidung des Heddesheimer Gemeinderats ├╝ber eine B├╝rgerbefragung ver├Âffentlicht.

Kommentar: Helle Sema

Frau G├Ârlitz! Zuallererst muss ich Ihnen meinen tief empfunden Respekt zollen. Ihr Kommentar hat die vollst├Ąndig absurde Entscheidung ├╝ber einen „Fragenkatalog“ f├╝r eine B├╝rgerbefragung auf den Punkt gebracht.

W├Ąhrend ich mich dar├╝ber freue, dass Sie das aufschreiben, was sicher viele so denken, mache ich mir aber Sorgen: Wird das Konsequenzen f├╝r Sie haben? Hoffentlich nicht.

Denn das w├Ąre sehr bedauerlich. Trotzdem hat die Vergangenheit die Erfahrung gebracht, dass so deutliche Worte auch deutliche Reaktionen hervorrufen.

Sie haben das aber geschickt formuliert, weil Sie niemanden direkt nennen. Manchmal sollte man das aber, denn sonst sind nicht nur Ross und Reiter beleidigt, sondern die ganze Herde.

Ich erl├Ąutere Ihnen das. Sie schreiben: „Und weil das (die ersten beiden Fragen „lenken“, wie Sie schreiben, in Richtung Bef├╝rwortung) so durchschaubar ist, grenzt es an Ver├Ąppelung der B├╝rger.“

Doch wer ver├Ąppelt – das ist doch die Recherchefrage!

Die Verwaltung? Die hat, scheint es, diese „lachhaften“ Fragen entworfen. Den B├╝rgermeister aber implizit (oder hei├čt es immanent?) einen „Ver├Ąppler“ zu nennen, ist ein starkes St├╝ck, das hat sich noch nicht mal der Prothmann getraut.

Die SPD? Die wollte den Fragenkatalog und hat die „lenkenden“ Fragen verteidigt. Hier sind also alle als Ver├Ąppler verd├Ąchtig.

Die CDU? Nein, unverd├Ąchtig in diesem Fall. Die hat den Antrag schlie├člich entr├╝stet abgewiesen (obwohl Frage 1 und 2 eigentlich aus ihrem Wahlprogramm sind), obwohl die Christlichen ja auch gerne ver├Ąppeln, aber doch systembedingt ihre Schamgrenzen haben.

Au├čer bis auf den jungen neuen, der war f├╝r die Befragung und ist damit potentiell ein noch gr├Â├čerer Ver├Ąppler als alle standhaften CDUler, die wissen, was gut und richtig ist und uns alle dolle voranbringt.
Und der, der nie was sagt, hat sich enthalten. Das war eigentlich der konsequenteste.

Die FDP? Die hat sich geduckt und ist praktisch umgefallen. War ja auch doof, denn in der Frage war die FDP gar nicht mehr so frei, wie sie das gerne h├Ątte. Die andere H├Ąlfte h├Ątte sicherlich einen guten Rat gehabt, durfte aber nicht am Ratstisch sitzen, weil sie befangen ist – von was auch immer.

Und die Gr├╝nen? Die essen gerne ├âÔÇ×pfel, weil die so ├Âko sind. Aber sind die nicht auch Ver├Ąppler? H├Ątten die sich nicht wehren m├╝ssen gegen die, wie Sie schreiben „lachhaften“ Fragen? Ich habe keinen von denen Lachen sehen, irgendwie guckten die alle ernst.

Und der Freie? Ich habs genau gesehen. Der hat den drei Fragen auch zugestimmt. Sp├Ąter wollte der die Frage drei am Anfang haben, aber vorher hat er den drei Fragen zugestimmt. Der lernt halt schnell, wie es geht, mit dem Geben und Nehmen.

Irgendwie ist das ein einziger ├âÔÇ×ppelmost – und der g├Ąrt vor sich hin.

Ihre Fragen sind brillant, weil es so kommen wird. Die Gemeinde wird Schaden nehmen, wenn die Ver├Ąppler weiterhin denken, dass sie vor sich hinfaulen k├Ânnen, wie sie wollen.

Und zu lachen, liebe Frau G├Ârlitz, hat dann aber leider niemand mehr.

Aber das kriegen die Ver├Ąppler bis heute nicht in ihre Birnen.

In eigener Sache: Vertraulichkeiten


Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2009. Das heddesheimblog zitiert heute aus einem Papier, dass auf sechszehn Seiten deutlich sichtbar den Ausdruck „vertraulich“ tr├Ągt. Ist das erlaubt? Ist das nicht „gesetzeswidrig“? Ist das am Ende „strafbar“?

Ein Jurist hat mir mal gesagt: „Es ist alles erlaubt, was a) nicht angeklagt und b) nicht verurteilt wird. Gesetze spielen dabei erst Mal keine Rolle.“

Der Volksmund kennt den Spruch: „Wo kein Richter, da kein Urteil.“

Das heddesheimblog steht f├╝r intensive Recherche und einen modernen Journalismus. Modern hei├čt: dieser Journalisms benutzt alte und neue Medien, neue Kommunikationsformen, bedient sich aber der bew├Ąhrten handwerklichen F├Ąhigkeiten und achtet auf Regeln.

Eine handwerkliche F├Ąhigkeit ist Recherche. Die gef├Ąllt nicht jedem – manchem Journalisten nicht, denn sie macht viel Arbeit. Aber auch manchen Personen oder Firmen nicht, den gut recherchierte Geschichten machen vor allem denen Probleme, die etwas zu verbergen haben.

Bew├Ąhrte Regeln sind: Respekt der Privatsp├Ąhre, Halten an Abmachungen, immer auch die Gegenseite h├Âren oder es zumindest versuchen und einige mehr. Und die wichtigste aller Regeln: Quellen genie├čen absoluten Schutz. Quellen – das sind Personen, die Journalisten mit ihrem (oft internen) Wissen bei der Recherche unterst├╝tzen. Journalisten k├Ânnen sich zum Schutz ihrer Quellen auch vor Gericht auf das „Zeugnisverweigerungsrecht“ berufen, ├Ąhnlich Pfarrern, ├âÔÇ×rzten und Rechtsanw├Ąlten.

Das heddesheimblog hat sich bei diesem Artikel nicht an die „Vertraulichkeit“ gehalten. Wieso nicht? Ganz einfach: Das heddesheimblog hat keine Vertraulichkeit in dieser Sache mit der IFOK vereinbart. Die hat das zwar ins Papier geschrieben, aber nicht um eine Best├Ątigung gebeten.


Die IFOK ist auch keine Quelle, die es zu sch├╝tzen gilt, sie ist kein Amt, keine Institution, keine Beh├Ârde, kein Gremium wie der Gemeinderat und schon gar kein „Whistleblower„, der pers├Ânliche Nachteile bef├╝rchten muss.

Zudem hat jeder „Dialog“-Teilnehmer auf Nachfrage des heddesheimblogs zugestimmt, zitiert werden zu k├Ânnen. Bei der 2. Sitzung war auch der Mannheimer Morgen anwesend, ein zweites Medienunternehmen, dass ├ľffentlichkeit herstellt.

Die angeblich 20 in diesem Papier zusammengefassten Interviews sind anonymisiert. Aus den Interviewpassagen haben wir nicht zitiert, weil es dar├╝ber eine Vereinbarung gibt – an die wir uns halten. Die gegliederten ├â┼ôbersichten hingegen sind Argumentesammlungen, die in unseren Augen absolut keiner wie auch immer gearteten „Vertraulichkeit“ unterliegen.

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IFOK-Papier: Argumente f├╝r und gegen die geplante „Pfenning-Ansiedlung“

Guten Tag!

Heddesheim, 04. August 2009. Vor einer Woche hat die IFOK im zweiten „Dialogkreis“ ein Papier verteilt mit den im Vorfeld des „Dialogs“ gef├╝hrten Interviews. Diese wurden anonymisiert, trotzdem steht auf jeder Seite vertraulich.


Das heddesheimblog zitiert trotz dieser „Vertraulichkeit“ aus dem Papier. Denn das heddesheimblog macht damit das, was die IFOK zu tun vorgibt: Den Heddesheimer B├╝rgern bei ihrer Meinungsbildung zu helfen.

Wir werden ab heute in den n├Ąchsten Tagen immer wieder Informationen aus diesem „vertraulichen“ Papier ver├Âffentlichen, au├čer, die IFOK und die Gemeinde geben das Papier sofort am St├╝ck frei – das w├╝rde die Transparenz erh├Âhen und den B├╝rger das Gef├╝hl nehmen, dass der „Dialog“-Kreis ein „vertraulicher“ Kreis ist. Es gibt n├Ąmlich keinen nachvollziehbaren Grund f├╝r diese „Vertraulichkeit“.

Bei der nachfolgenden ├â┼ôbersicht handelt es sich aber nicht um Fakten, sondern um Argumente. Vieles davon d├╝rften die interessierten B├╝rger schon kennen – trotzdem ist die ├â┼ôbersicht hilfreich.

Wenn Sie weitere Pro und Kontra-Argumente haben, schicken Sie uns Ihre Vorschl├Ąge an: redaktion (at) heddesheimblog.

Wir erstellen dann eine erweiterte Pro und Kontra-Liste daraus.

Dokumentation Auszug IFOK-Papier

Argumente f├╝r und gegen die geplante Ansiedlung

Pro:

  • 100 Millionen Investment
  • Wasserversorgung und Abwasservertr├Ąge
  • F├╝r die Firmen vor Ort: Neubau und Wartung
  • Anpassung der Stra├čen und Kreuzungsbereiche
  • Grundsteuer
  • Anteil an Mehrwertsteueraufkommen
  • Gewerbesteuer (Pfenning angeblich der gr├Â├čte Gewerbesteuerzahler in Heddesheim)
  • Anteil der Mehrwertsteuer (Doppler steht so in dem Papier, d. Red.)
  • Neue Arbeits- und Ausbildungspl├Ątze in der Gemeinde – auch einfache Arbeitspl├Ątze (Die Firma wird ca. 500-1000 Besch├Ąftigte haben)
  • Entwicklung und Belebung des Industriegebiets
  • Keine Durchfahrung von Wohnbebauung erforderlich

Contra:

  • Die Auswirkungen auf den verkehr (Lkw, Pkw und h├Âcheres Pendleraufkommen)
  • Das unvorbereitete Stra├čennetz
  • Bisher noch kein Durchfahrtsverbot f├╝r den Schwerlastverkehr erreicht
  • Man macht sich zu unflexibel, wenn mit einem Schlag eine so gro├če Firma wie Pfenning kommt
  • Eine gro├če Fl├Ąche wird innerhalb k├╝rzester Zeit zugebaut. „Ein gro├čes Flugzeug f├╝r den kleinen Ort und das ist das Problem=
  • L├Ąrm, n├Ąchtliche Unruhe wegen Schichtarbeit
  • Bodennahe Luftzirkulation funktioniert nicht mehr
  • Immobilien verlieren an Wert
  • Angst um Kinder und Senioren (├â┼ôbergangsbr├╝cke f├╝r Fu├čg├Ąnger ├╝ber die Ringstra├če zum Sportzentrum)
  • Pfenning auch Spezialist f├╝r Chemie-Transporte. Gefahrengut – nahe gelegener Badesee – weiteres Risikopotenzial
  • Angst, dass das Versprochene nicht umgesetzt wird

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Das heddesheimblog

Vergleich: Die Pressemitteilung der IFOK und der Kommentar in einer Tabelle


Guten Tag!

Das heddesheimblog dokumentiert hier die Pressemitteilung der IFOK zum zweiten „Dialog“-Kreis in einer Tabelle mit dem Kommentar des freien Journalisten Hardy Prothmann.

Der „Dialog“-Teilnehmer hatte die Zustimmung zu dieser Pressemitteilung abgelehnt – wegen umfangreichen inhaltlichen M├Ąngeln.

Die Tabelle als pdf-Dokument: Die kommentierte Pressemitteilung

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Das heddesheimblog

„Die Pressemitteilung ist l├╝ckenhaft und falsch“


Guten Tag!

Heddesheim, 1. August 2009. Der freie Journalist Hardy Prothmann nimmt f├╝r das heddesheimblog am so genannten „Dialog„-Kreis teil. Diesem Kreis geh├Âren etwa 20 Personen an, die bis auf einen B├╝rger alle pers├Ânliche, gesch├Ąftliche oder politische Interessen verfolgen.

Der Mannheimer Morgen hat ├╝ber den „zweiten Dialogkreis“ einen Artikel geschrieben und schreibt zum Schluss des Textes: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.“

Das heddesheimblog ver├Âffentlicht hier die kommentierte Pressemitteilung und listet darin die Gr├╝nde auf, warum Hardy Prothmann nicht bereit war, dieser zuzustimmen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wie der „Dialog“ abl├Ąuft, bestimmt die IFOK, ein von der Gemeinde Heddesheim teuer bezahltes PR-Unternehmen. Das angebliche Ziel dieser Gespr├Ąchsrunde steht in der Pressemitteilung:

„Ziel des Dialogkreises ist es, Fakten zu diskutieren und zu sammeln, an die B├╝rger zur├╝ckzugeben und ihnen somit eine Entscheidungsgrundlage in der Frage der geplanten Ansiedlung des Logistik-Unternehmens Pfenning zu geben.“

Diese Behauptung ist nichts anderes als eine massive T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit. Egal, wie viele Fakten die B├╝rger haben – die B├╝rger haben nichts zu entscheiden – sie k├Ânnen sich nur eine Meinung bilden. Allein der Gemeinderat entscheidet ├╝ber das Projekt.

Bei der zweiten Sitzung zeigte sich der Moderator Andreas Ingerfeld heillos ├╝berfordert. Manche Gespr├Ąchsteilnehmer lie├č er ├╝ber zehn Minuten am St├╝ck reden. Bei anderen lie├č er zu, dass diese mehrfach in ihrer Wortmeldung unterbrochen wurden.

Au├čerdem durften Bef├╝rworter des Projekts nach Belieben und nicht in der Reihenfolge der Wortmeldungen das Wort ergreifen. Es handelte sich also nicht um einen moderierten, sondern um einen chaotischen „Dialog“.

Die vorgelegte Pressemitteilung ist ebenfalls als T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit zu bewerten. Entscheidende Teile und Aussagen des „Dialogs“ fehlen, Nebenaspekte werden hervorgehoben.

Dieser „Dialog“ wird nicht kontrovers, sondern chaotisch gef├╝hrt

├â┼ôber das Chaos und die Anfeindungen w├Ąhrend der Veranstaltung wird nur ein Wort verloren: „Kontrovers“ sei die Diskussion gewesen. Der Inhalt des Textes informiert nicht im Ansatz dar├╝ber, wie heftig es teilweise zuging.

Es steht auch nichts darin, wie der B├╝rger Heinz Franke durch den B├╝rgermeister und Herr Nitzinger angegriffen wurde. Herr Franke hat Gr├Â├če gezeigt und Haltung bewahrt.

Der Mannheimer Morgen schreibt: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.

Diese Information ist nur fast richtig. Tats├Ąchlich richtig ist: Eine Mitarbeiterin der IFOK hat die Pressemitteilung verfasst, die an zwei oder drei Stellen von den zitierten Personen ein wenig ver├Ąndert wurde. Und das nach ├╝ber drei Stunden Sitzung, gegen 21:45 Uhr – die meisten wollten nur noch nach Hause. Im Krimi unterschreibt in dieser Situation fast jeder ein „Gest├Ąndnis“.

Fatal ist, dass mit dieser „gemeinsamen Pressemitteilung“ nach au├čen so getan wird, also herrschte eine „├â┼ôbereinkunft“ ├╝ber die Inhalte. Der Tag wird kommen, an dem „interessierte Kreise“ diese „gemeinsamen Pressemitteilungen“ verwendet werden, um zu beweisen, dass es diese „├â┼ôbereink├╝nfte“ gab.

Jeder, der dann nicht mehr zustimmen will – macht sich unglaubw├╝rdig. Das ist Teil der Strategie dieses „Dialogs“.

Ebenfalls nur fast zutreffend ist: Ich war nicht nur nicht einverstanden, ich habe die Pressemitteilung abgelehnt.

Warum, hat mich der Mannheimer Morgen nicht gefragt, obwohl die Autorin, Frau G├Ârlitz, daf├╝r ausreichend Gelegenheit gehabt hat.

Lesen Sie dazu auch:
Kommentar: Der Dialog ist keiner – weil er nicht gew├╝nscht ist
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion II
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion I
Bericht: Das „Pfenning“-Projekt aus Sicht des Planers
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch mit neuen Programmpunkten

Der Dialog ist keiner – weil er nicht gew├╝nscht ist

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Das zweite „Dialog“-Gespr├Ąch hat vor allem eine wichtige Erkenntnis gebracht: Der Dialog ist von den Bef├╝rwortern des „Pfenning-Projekts“ nicht gew├╝nscht.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der „Dialog“-Kreis soll Fakten an den Tisch bringen und die Debatte um die geplante „Pfenning-Ansiedlung“ von den Sorgen und ├âÔÇ×ngsten, also den Emotionen, befreien.

Dabei wird viel geredet – aber es wird nicht alles gesagt. Manchmal erf├Ąhrt man mehr, wenn man auch das h├Ârt, was nicht gesagt wurde.

Ein gutes Beispiel war der 2. „Dialog“-Kreis und die Reden von Herrn Doll, Herrn B├╝rgermeister Kessler und Herrn Nitzinger, Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP Holding GmbH („Pfenning-Gruppe“).

Herr Kessler und Herr Doll, die beide eine entscheidende Verantwortung f├╝r die zerstrittenen Verh├Ąltnisse durch ihre Geheimniskr├Ąmerei tragen, haben zwar auch gestern viel gesagt, aber etwas Entscheidendes nicht: Kein Wort des Verst├Ąndnisses f├╝r die Sorgen und ├âÔÇ×ngste der B├╝rger bringen sie ├╝ber ihre Lippen. Kein Wort der Anerkennung, dass nicht alle B├╝rger ihren Ideen folgen wollen. Kein Wort der Selbstkritik, dass sie es vielleicht vers├Ąumt haben, f├╝r eine ordentliche ├Âffentliche Debatte zu sorgen und die B├╝rger mitzubringen.

Auf den Punkt gebracht hat es der Rentner und fr├╝here Ingenieur Heinz Franke:├é┬á„Als B├╝rger habe ich den Eindruck, dass beim Pfenning-Projekt nur dar├╝ber nachgedacht und verhandelt wird, was f├╝r Pfenning gut ist. Das ist falsch. Die Frage muss lauten: Was ist f├╝r die B├╝rger gut?“

Herr Franke ist ├╝brigens der einzige in der Dialog-Runde, der keine anderen Interessen vertritt, au├čer seiner eigenen als B├╝rger.

Nichts zu bedauern? Das ist bedauerlich.

Und obwohl Herr Franke seine Anregung in mehreren Variationen vortrug, hat sie kein Geh├Âr gefunden. Nur einmal, als er Herr Nitzinger f├╝r die bereits angelaufene Vermarktung des Gel├Ąndes kritisierte und sagte: „Das ist eine Frage des Anstands. Sie sollten Ihr Verhalten wenigstens bedauern.“

Herr Nitzinger antwortete: „Wir haben nichts zu bedauern.“

Nur der Gemeinderat Klaus Schuhmann (B├╝ndnis90/Gr├╝ne) nahm die Anregung an und sagte: „Wir haben den Fehler gemacht, das Thema nicht fr├╝hzeitig breit in der ├ľffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.“

Damit hat er Recht und zeigt sein Bedauern.

Notorische Rechthaber wie Herr├é┬áDoll k├Ânnen nicht ├╝ber diesen Schatten ihrer eigenen Pers├Ânlichkeit springen.

Auch der B├╝rgermeister Michael Kessler zementiert seine B├╝rgerferne, indem er nicht auch nur im Ansatz bereit ist, einen Fehler einzusehen und es f├╝r die Zukunft besser machen zu wollen. Er verl├Ąsst sich lieber auf die IFOK.

Was von einer Unternehmensgruppe „Pfenning“ zu erwarten ist, hat der gestrige Auftritt auch gezeigt: Die Unternehmensleitung pflegt den harten Stil von vorgestern. Wenn es zur Sache geht, wird Herr Nitzinger ausfallend und verliert jede nur schwer kontrollierte Zur├╝ckhaltung und zeigt, welch unangenehmer Verhandlungspartner er ihn Wirklichkeit ist.

Luftballons und W├╝rstchen f├╝rs Volk sind das einzige, was Herrn Nitzinger und seinen Kollegen einf├Ąllt, um f├╝r sich zu werben. So gewinnt man allerdings nur einen vollen Magen f├╝r einen Nachmittag – aber keine Sympathien f├╝r die Zukunft.

Wenigstens herrscht Klarheit ├╝ber das, was von „Pfenning“ zu erwarten ist: Ein autorit├Ąrer F├╝hrungsstil, der keine Diskussion gegen seine Position duldet.

Wie soll man es den B├╝rgern unter diesen Umst├Ąnden verdenken, dass es ihnen mulmig wird, bei der Vorstellung, auf Jahrzehnte mit diesem Unternehmen zu tun haben zu m├╝ssen?

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Das heddesheimblog


Die Pressemitteilung zum zweiten „Dialog“-Gespr├Ąch

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Nachfolgend dokumentiert das heddesheimblog die im Anschluss an den „Dialog“-Kreis zur Abstimmung vorgelegte Pressemitteilung. Der Kreis hat den von der IFOK geschriebenen Text zur Ver├Âffentlichung angenommen – mit einer Ausnahme.
Hardy Prothmann ist mit dem Inhalt nicht einverstanden, weil die kontrovers gef├╝hrten Debatten nur unzureichend abgebildet werden und wesentliche Punkte sowie Zitate anderer Teilnehmer vollst├Ąndig fehlen.

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Das heddesheimblog


Pressemitteilung

Dialogkreis diskutiert kontrovers
Dialogkreises Heddesheim tagt gestern zum zweiten Mal – n├Ąchstes Treffen im August

Heddesheim, 30. Juli 2009 – Wie sollte eine nachhaltige Entwicklung Heddesheims aussehen? Das war die Leitfrage in der Debatte um die grunds├Ątzliche Ausrichtung der Gemeinde. Ziel des Dialogkreises ist es, Fakten zu diskutieren und zu sammeln, an die B├╝rger zur├╝ckzugeben und ihnen somit eine Entscheidungsgrundlage in der Frage der geplanten Ansiedlung des Logistik-Unternehmens Pfenning zu geben.

Das mit der Planung der Ansiedlung beauftragte Architektenb├╝ro Kr├╝ger Consult GmbH aus Burgwedel stellte sich nach einer kurzen Einleitung ins Thema den Fragen des Dialogkreises. Welche H├Âhe werden die einzelnen Geb├Ąude haben? Werden die H├Âhen noch nachtr├Ąglich ver├Ąndert? Wie wird der Schallschutz w├Ąhrend der Arbeitszeit von 6 bis 22 Uhr gestaltet? Wie sehen die Begr├╝nungskonzepte aus? Diese und andere Fragen wurden mit den Experten im Gremium diskutiert.

Von den 100.000 Quadratmetern Bebauungsfl├Ąche werden die Geb├Ąude auf einer Fl├Ąche von 60.000 Quadratmetern eine H├Âhe von 12,50 Metern nicht ├╝berschreiten. Auf 40.000 Quadratmetern ist eine maximale H├Âhe der Hallen und Geb├Ąude bis zu 18 Meter vorgesehen. Der Bau der 18 Meter-Hallen h├Ąngt allerdings noch von mehreren Faktoren ab – unter anderem von technischen Erfordernissen wie zus├Ątzlichen Sprinkleranlagen oder die gesch├Ąftliche Entwicklung – und ist in der Realisierung noch nicht verabschiedet. Ist die H├Âhe der Hallen und Geb├Ąude im Bau realisiert, kann sie aus Kostengr├╝nden nachtr├Ąglich nicht mehr aufgestockt werden. Die Bebauung startet im Westen des Gel├Ąndes (Brunnenweg) mit den 12,50 Meter hohen Geb├Ąuden; hier wird auch die einzige Zu- und Abfahrt f├╝r LKWs sein. Dann soll nach Osten weitergebaut werden. Insgesamt handelt es sich hier um eine Investition von 100 Millionen Euro; darin enthalten sind alle Kosten f├╝r den Grundst├╝ckskauf, die Errichtung der Hallen, des Verwaltungsgeb├Ąudes, des Parkdecks f├╝r die Mitarbeiter, die betriebseigene Tankstelle, die komplette Informationstechnologie, die Betriebs- und Haustechnik und Einrichtungen. Die Zufahrt und der Hof der Lagerhallen werden um 1,30 Meter gegen├╝ber dem Stra├čenniveau abgesenkt; auch die Schienen beim Gleiszugang sollen tiefergelegt werden.

Der Schallschutz zur Ortsrandlage war ebenfalls ein Thema. Es wurden externe Schallschutzgutachten angefertigt, die auch Bestandteil des Bebauungsplanes sind. Was die Begr├╝nung der Schutzwalls angeht sowie die Farbenwahl der Geb├Ąude g├Ąbe es noch gestalterischen Spielraum – jenseits der Vorgaben des Bebauungsplanes und der Industriebaurichtlinien. Der Vorschlag eines Teilnehmers aus dem Dialogkreis, bei der Gestaltung der Gr├╝nfl├Ąchen zur Nordseite hin die B├╝rger einzubeziehen, wurde positiv aufgenommen. B├╝rgermeister Kessler begr├╝├čte die Idee; die Gemeinde habe auch in dieser Frage Einflussm├Âglichkeiten. Das bis zu sechsgeschossige Verwaltungsgeb├Ąude ist mit einer maximalen H├Âhe von 24 Metern vorgesehen. Geplant ist au├čerdem zur Autobahn hin ein Werbepylon in H├Âhe von 30 Metern. „Auch hier ist die Realisierung noch nicht abgeschlossen, ├╝ber die konkrete Anmutung l├Ąsst sich noch reden“, erkl├Ąrt Uwe Nitzinger.

Unter der ├â┼ôberschrift „Zukunftsperspektive Heddesheim“ er├Ârterten die Teilnehmer, welchen Weg die Gemeinde grunds├Ątzlich einschlagen soll. Es wurde kontrovers diskutiert, wie Heddesheim in den n├Ąchsten zehn bis 15 Jahre aussehen sollte, damit die B├╝rger sich auch weiterhin in der Gemeinde wohlf├╝hlen. Szenarien und Themenbl├Âcke wie demographische Entwicklung, Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen wurden dabei besprochen. In der Debatte ging es vor allem um die Verringerung des Schwerlastverkehrs, die branchenspezifischen Schwerpunkte, die wirtschaftlich bei der Ansiedlung von potenziellen weiteren Arbeitgebern zu setzen w├Ąren. „Die Gr├Â├če des Unternehmens f├╝hrt zur Skepsis bei den B├╝rgern. Das ist der Punkt, der vielen Angst macht, weil es wenige Vergleichsm├Âglichkeiten gibt. Wie k├Ânnen wir vermeiden, dass Heddesheim sich ├╝bernimmt – diese Frage h├Âre ich oft bei den B├╝rgern? Dieser Faktor ist mindestens so wichtig wie der Verkehrsaspekt“, betonte Andreas Schuster von den Gr├╝nen. „Bisher ist nur die ├Ąltere Generation gegen das Bauvorhaben, ich habe bisher nur wenige der j├╝ngeren B├╝rger geh├Ârt, die sich so vehement dagegen aussprechen“, mahnte Dr. Josef Doll, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, das Thema nicht zur Generationen-Debatte werden zu lassen. Ziel sei es, f├╝r Heddesheim den sozialen Wohlstand zu sichern und dennoch die Lebensqualit├Ąt f├╝r die Heddesheimer der Gegenwart und Zukunft zu sichern.

Ob die Ansiedlung von Edeka nun ein Gl├╝cksfall oder ein Unfall f├╝r Heddesheim war – auch diese in die Vergangenheit gerichtete Frage wurde debattiert – ebenso wie die klein- oder gro├čfl├Ąchige Erschlie├čung und Vermarktung des Areals. Auch die Akzeptanz der Bebauung durch die B├╝rger wurde kontrovers diskutiert. „Es geht auch um eine Belebung des 40 Jahre alten Gewerbegebietes in Heddesheim. Wir brauchen einen Schub. Ohne Pfenning m├╝ssten wir viel Geld in die Hand nehmen, um die Fl├Ąche zu entwickeln. Und das kann Heddesheim sich nicht zumuten“, betonte Josef Doll. In der Diskussion rund um die Pfenning-Ansiedlung w├╝rden meist nur Teilaspekte diskutiert und nie das „gro├če Ganze“. Dennoch ist die grunds├Ątzliche Frage, ob Heddesheim eine Wohngemeinde bleiben sollte oder sich st├Ąrker zum Wirtschaftsstandort entwickeln soll, offen. Andreas Schuster warf die Frage auf, wie man mit dem grunds├Ątzlichen Misstrauen in der Bev├Âlkerung umgeht und regte die zeitnahe Unterf├╝tterung getroffener Aussagen seitens des Unternehmens Pfenning durch verbindliche Vereinbarungen an. Nicole Kemmet vom BdS, Ortsverband Heddesheim, schlug vor, die Entwicklung der Gewerbeentwicklung in Heddesheim in die Diskussion einzubringen und zu analysieren, um die Zukunftsperspektiven konkreter bewerten zu k├Ânnen. Au├čerdem sollte die Kommunikation zu den B├╝rgern klar und allgemeinverst├Ąndlich gehalten sein; Fachbegriffe sollten erkl├Ąrt und Zusammenh├Ąnge beschrieben werden – zum Beispiel im Mitteilungsblatt der Gemeinde. „Wir m├╝ssen aufpassen, dass wir die Leute in der Diskussion nicht abh├Ąngen“.

Der Dialogkreis wird sich das n├Ąchste Mal am 26. August treffen. Dann stehen die Themen Verkehr und Umwelt im Mittelpunkt. B├╝rger k├Ânnen ihre Fragen und Anregungen in eine eigens am Rathaus angebrachte Zettelbox einwerfen. Diese werden dann im Dialogkreis aufgenommen und diskutiert; die Ergebnisse der Diskussion werden dann wieder der Bev├Âlkerung bekannt gegeben. Das vierte Treffen des Dialogkreises im September wird als ├Âffentliche Sitzung und damit als B├╝rgerveranstaltung angesetzt; dieser Termin wird rechtzeitig ├Âffentlich bekannt gegeben. Konkrete Leitfrage hier wird sein: Wie soll das Gewerbegebiet in Heddesheim in der Zukunft aussehen?

Ansprechpartner: Andreas Ingerfeld, c/o IFOK GmbH: 06251 / 8416-31 oder andreas.ingerfeld@ifok.de

Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch: Erregte Diskussion II


Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Unter TOP3 widmete sich der „Dialog“ zur geplanten Pfenning-Ansiedlung dem Thema „Zukunftsperspektiven Heddesheims“ zu. Dabei wurde deutlich, dass ein Dialog dringend notwendig ist, aber auch, dass er trotz der daf├╝r eingeschalteten PR-Firma IFOK nicht stattfindet. Wieder wurde heftig diskutiert – bis an die Grenzen des Zumutbaren.

Als erster „Dialog“-Teilnehmer meldete sich zum Thema der B├╝rger Heinz Franke zu Wort. Heddesheim sei f├╝r ihn eine Wohngemeinde am Rande der Industriestadt Mannheim. Heddesheim biete ein hervorragendes Umfeld durch seine Einrichtungen wie beispielsweise den Sportanlagen. „Ich bef├╝rchte, dass eine derart gro├če Ansiedlung wie Pfenning diese Attraktivit├Ąt zunichte macht.“

Weiter sagte Herr Franke: „Damit ich richtig verstanden werde, ich bin eindeutig nicht gegen das Unternehmen Pfenning an sich. Ich denke nur, dass das Projekt zu gro├č ist f├╝r unsere Gemeinde und das Fass der Verkehrsbelastung zum ├â┼ôberlaufen bringt. Die Errichtung einer Monowirtschaft w├╝rde den Standard Heddesheims auf Jahrzehnte festlegen, jede Entwicklung w├Ąre erledigt.“

„Die Frage muss lauten, was ist f├╝r die B├╝rger gut?“

An die Politik richtete er den Appell: „Als B├╝rger habe ich den Eindruck, dass beim Pfenning-Projekt nur dar├╝ber nachgedacht und verhandelt wird, was f├╝r Pfenning gut ist. Das ist falsch. Die Frage muss lauten: Was ist f├╝r die B├╝rger gut?“

Als n├Ąchster sprach Josef Doll: „Wir brauchen f├╝r die Zukunft Heddesheims neue Arbeitspl├Ątze, um unsere Einrichtungen finanzieren zu k├Ânnen.“

Andreas Schuster sagte: „Ich verstehe Herrn Franke: Niemand hat etwas gegen Pfenning, die schiere Gr├Â├če des Projekts macht aber Angst, dass hier etwas entsteht, was nicht mehr umkehrbar ist.“

Frank Hasselbring sagte: „Nat├╝rlich stellen wir unsere Erwartungen an die Firma Pfenning und erwarten Antworten von der Firma.“

Herr Franke sagte: „Herr Doll, ich merke, dass Sie sich im Recht f├╝hlen. Das Problem ist, dass es keine ├Âffentliche und kontroverse Diskussion im Vorfeld der Entscheidung des Gemeinderats gegeben hat. Deswegen haben Sie jetzt das Problem, weil Sie die B├╝rger nicht mitgenommen haben. Deshalb ist es auch richtig, dass sich die Kirchen um den Seelenfrieden im Ort sorgen. F├╝r mich geht es gerade weniger um Pfenning, als um den Frieden in der Gemeinde.“

Es gab keine breite politisch-gesellschaftliche Diskussion
├╝ber das Projekt – das war ein Fehler.

Klaus Schuhmann sagte: „Das muss ich selbstkritisch best├Ątigen. Wir h├Ątten damals eine politische Diskussion ├╝ber das Projekt suchen sollen. Das waren wir alle nicht getan. Das tun wir aber jetzt und zwar mit der Frage, ob wir in einigen Jahren noch zu einer wie auch immer getroffenen Entscheidung stehen k├Ânnen.“

Uwe Nitzinger sagte: „Unsere Ansiedlung wird keinen zus├Ątzlichen Verkehr in die Kerngemeinde bringen. Wir werden das mit der Gemeinde sicherstellen. Was uns betroffen macht, es wird immer so dargestellt, als w├╝rden wir nur Unfrieden stiften.“

Herr Nitzinger verwies auf das Beispiel Worms, wo das Logistik-Unternehmen Fiege, dass viel gr├Â├čer sei als Pfenning, ebenfalls nicht Besitzer des Gel├Ąndes und der Hallen sei: „Diese Konstellation ist durchaus ├╝blich.“

Weiter sagte Herr Nitzinger: „Sie m├╝ssen die Dimension verstehen. Es handelt sich hier um eine Organverpflanzung. Wir geben unsere alten Standort auf und fassen unsere Betriebsteile in der Region in Heddesheim zusammen. Wir gehen mit allem, was wir haben von Viernheim weg. Wir wandern sozusagen aus.“

Herr Nitzinger stellte dabei fest, dass auch ein Tochterunternehmen aus dem IT-Bereich mit umziehen werde – als Beispiel, dass auch die geplante Pfenning-Ansiedlung anderen Gewerben n├╝tzlich sein wird.

„Wir sind eine Integrationswerkstatt.“

Dann sagte Herr Nitzinger: „Mich regt auch die Diskussion ├╝ber „gering qualifizierte Arbeitspl├Ątze“ auf. Wir geben Menschen Arbeit, aus allen Nationen. Wir sind sozusagen eine Integrationswerkstatt.“

Und weiter: „Wir sind zu Zugest├Ąndnissen bereit. Wir wollten ein Industriegebiet. Das haben wir nicht bekommen, sondern nur ein Gewerbegebiet, das als Sondergebiet ausgewiesen wurde. Und wir schaffen dort Arbeitspl├Ątze und die schaffen Wohlstand.“

Dann setzt Josef Doll in einem langen Beitrag nochmals die demographische Entwicklung Deutschlands in Beziehung zu Heddesheim. Dann erinnert er daran, dass die Gemeinde mit dem Verkauf von Grundst├╝cken viel Geld erwirtschaftet habe und die geplante Pfenning-Ansiedlung wieder Geld bringen w├╝rde, was dringend gebraucht wird.

Herr Franke erinnert an die Erfahrungen mit Gro├čprojekten in Heddesheim: „Gr├Â├če ist immer faszinierend, aber schauen Sie sich an, ob wir mit unseren Gro├čbauten heute zufrieden sind – das sind wir nicht. Auch bei der Edeka wird das so sein. Das hat man anders angefangen, als es heute ist. Heute ist die Edeka ebenfalls ein Logistik-Zentrum.“

„Wir wollen eine Gewerbeentwicklung.“

B├╝rgermeister Michael Kessler sagte: „Mich wundert, dass Herr Franke von sich glaubt, in die Zukunft schauen zu k├Ânnen. Aus unserer Sicht ist die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets richtig und ich kann Herrn Nitzinger nur unterst├╝tzen. Und die Edeka hat f├╝r Heddesheim eine gro├če Bedeutung: sie hat Gewerbesteuer und Arbeitspl├Ątze gebracht. Bedauerlich ist, dass sie den Unternehmenssitz verlagert hat, das ist halt so.“

Weiter sagte er: „Heddesheim hat sich stark entwickelt. Nat├╝rlich gibt es viele Fragen zum Pfenning-Projekt, die wir auch er├Ârtert haben. Generell gilt die Aussage: Wir wollen eine Gewerbeentwicklung.“

Hardy Prothmann sagte: „Ich m├Âchte mich zu Herrn Dolls Ausf├╝hrungen ├Ąu├čern: Wenn das so war, dass durch Fl├Ąchenverkauf Geld erwirtschaftet wurde, dann ist doch die Erkenntnis, dass jetzt kaum noch etwas zu verkaufen ist, aber eine nachhaltige, zukunftsorientierte Entwicklung der Gewerbe unterblieben ist. Diese Vers├Ąumnisse mit einem Schlag durch Pfenning l├Âsen zu wollen, ist mehr als fraglich. Dar├╝ber hinaus wird der Frieden in der Gemeinde durch die permanente Angstkampagne gewisser Leute besch├Ądigt, die uns einreden wollen, ohne Pfenning m├╝ssten wir vieles zusperren, nach dem Motto: K├Ânnen wir unsere Kinderg├Ąrten halten? Das ist unredlich.“

„Wir wollen nicht l├Ąnger das Dorf in der Umgebung sein.“

J├╝rgen Merx sagte: „Unser Ziel ist der Wohlstand. Und wir schlie├čen nat├╝rlich keine Kinderg├Ąrten. Und nat├╝rlich kann die Gr├Â├če des Projekts schon erschrecken. Wir Gemeinder├Ąte m├╝ssen uns aber der Entscheidung stellen. Wissen Sie, au├čerhalb wird Heddesheim immer noch als Dorf betrachtet. Ich sage aber: Stillstand ist R├╝ckschritt. Wir wollen nicht l├Ąnger das Dorf in der Umgebung sein.“

Herr Doll rechnet vor, dass die eigene Entwicklung des Gel├Ąndes f├╝r Heddesheim zu teuer w├Ąre: „Der durchschnittliche Preis f├╝r den Quadratmeter Gewerbegrundst├╝ck liegt bei 120 Euro. Das k├Ânnen wir als Gemeinde gar nicht stemmen. Wir brauchen aber einen Schub f├╝r das Gewerbegebiet und den wird Pfenning bringen.“

„Viele Heddesheimer sind misstrauisch.“

Andreas Schuster sagte: „Die k├Ânnen mir viel erz├Ąhlen, sagen die Menschen mittlerweile. Viele Heddesheimer B├╝rger sind misstrauisch, weil viele Behauptungen nicht mit konkreten Aussagen unterf├╝ttert sind. Das sollten wir ├Ąndern.“

Herr Nitzinger sagte: „Unser Projekt bietet die M├Âglichkeit einer positiven Abstrahlung. Wir bringen frisches Blut nach Heddesheim. Unsere Mitarbeiter werden einen wesentlichen Teil ihres Lebens hier verbringen. Sie kaufen in Heddesheim ein oder gehen auch hier in die VHS. Die gesamte Gemeinde wird profitieren.“

Herr Prothmann sagte: „Ich m├Âchte darauf hinweisen, dass die Gemeinde sich im Vorgriff auf die tats├Ąchliche Entwicklung schon als Logistik-Standort pr├Ąsentiert. Tats├Ąchlich bin ich der ├â┼ôberzeugung, dass diese Kennzeichnung f├╝r Heddesheim von Schaden sein wird. Wenn die Menschen beim Namen Heddesheim an Logistikstandort denken, werden die Immobilienpreise hier fallen und der von vielen zu Recht gew├╝nschte Zuzug von gut ausgebildeten Neub├╝rgern aus dem Mittelstand ausbleiben. Keiner zieht freiwillig an einen Logistikstandort. Insofern stelle ich zur Diskussion, ob eine Pfenning-Ansiedlung nicht einen Image-Schaden f├╝r die Gemeinde nach sich zieht.“

Und weiter: „Zudem hat die Logistik nicht den allerbesten Ruf und im Speziellen ist die Firma Pfenning in der Vergangenheit negativ aufgefallen mit Schlagzeilen wie „Betriebsratschef zusammengeschlagen“ und „Politik appelliert an Unternehmen“.“

Herr Prothmann wird heftig von Herrn Nitzinger wiederholt bei seinen Ausf├╝hrungen unterbrochen. Es wird heftig und laut diskutiert. Herr Nitzinger ├╝berzieht Herrn Prothmann mit einer Beleidigung, die er nicht ├Âffentlich zitiert haben will.

Moderator Andreas Ingerfeld: „Ich bitte die Teilnehmer, die Emotionen zur├╝ck zu nehmen und von weiteren, pers├Ânlichen Angriffen abzusehen.“

Heiner Gladbach sagte: „Ich finde die Vorw├╝rfe gegen Pfenning schon bedeutend und w├╝rde gerne wissen, ob man das mit Fakten belegen kann.“

Herr Nitzinger betont, dass alle Anschuldigungen und Behauptungen falsch seien und Pfenning alle Prozesse damals gewonnen h├Ątte.

„Es gibt nichts zu bedauern.“

Herr Franke sagte: „Ich finde es bedauerlich, dass Sie mit ihrer Vermarktung des Gel├Ąndes alle hier Anwesenden in Verlegenheit gebracht haben. Die Leute denken doch: Wor├╝ber reden die eigentlich, wenn Pfenning das Gebiet schon verkauft?“

Herr Nitzinger sagte: „Wir haben lange Vorlaufzeiten in unserem Gesch├Ąft, deswegen m├╝ssen wir so handeln.“

Dieser Punkt wird diskutiert. Es wird Verst├Ąndnis ge├Ąu├čert, dass das Unternehmen den Vorlauf braucht, aber festgehalten, dass auch hier die Kommunikation versagt hat.

Herr Franke sagte: „F├╝r mich ist das eine Frage des Stils und des Anstands. Sie sollten das wenigstens bedauern, oder?“

Herr Nitzinger: „Wir haben nichts zu bedauern.“

P├ęlagie Mepin sagte: „Sie m├╝ssen das so sehen, wir investieren viel Geld in die Kampagne. Sollte das Projekt nicht kommen, haben wir viel Geld verloren.“

Herr Franke: „Ich gebe meine Frage an den B├╝rgermeister weiter.“

B├╝rgermeister Kessler: „Ich kann die Haltung von Pfenning nur unterst├╝tzen. Nat├╝rlich m├╝ssen die sich um ihr Gesch├Ąft k├╝mmern.“

Herr Schuster sagte: „Ich sehe hier einen Konflikt zwischen einer PR-Katastrophe und einem Unternehmen, dass sich nach au├čen mit einer gewissen Potenz darstellen muss, um als attraktiver Gesch├Ąftspartner wahr genommen zu werden.“

Frau Kemmet sagte: „Ich f├Ąnde es wichtig, wenn wir im Dialog einen Katalog f├╝r die verwendeten Begriffe aufstellen w├╝rden, beispielsweise ist „Nachhaltigkeit“ ein Wort, das viel sagt, weil es viele Definitionen dazu gibt. Ich denke, dass ├╝berfordert viele B├╝rger.“

Kurz nach 21:30 Uhr war die „Dialog“-Zeit zu Ende.

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Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch: Erregte Diskussion I

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Der zweite Teil des „Dialog“-Kreises um die geplante Pfenning-Ansiedlung hatte es in sich. Erst wurde das Programm zwei Mal ver├Ąndert, dann wurde das Objekt aus Sicht des Planers vorgestellt und dann ging es in der Diskussion hart zur Sache.

Zum Ende der Vorstellung des Planers G├╝nter Kr├╝ger entwickelte sich eine Diskussion zwischen dem Heddesheimer B├╝rger Heinz Franke und dem Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP-Holding GmbH (Pfenning-Gruppe), Uwe Nitzinger.


Herr Franke wollte beharrlich wissen, warum Herr Nitzinger eigentlich nichts klar sagen k├Ânne, sondern immer von M├Âglichkeiten spreche. Herr Nitzinger sagte, dass er sich M├Âglichkeiten sichern wolle, aber noch nichts entschieden sei.

Beispielsweise wunderte Herrn Franke, dass „Pfenning“ doch seine Standorte im Gebiet in Heddesheim zusammenziehen wolle: „Dann m├╝ssen Sie doch wissen, was Sie dort lagern wollen.“ Darauf antwortete Herr Nitzinger: „Davon k├Ânnen Sie ausgehen.“ Darauf Herr Franke: „Brauchen Sie also die 18 Meter hohen Hallen oder nicht?“

Herr Nitzinger: „Ich habe den Eindruck, Sie verstehen das nicht.“
Heinz Franke: ├é┬á„Sie k├Ânnen davon ausgehen, dass ich das verstehe.“
Herr Nitzinger: „Sich ├Ąu├čern sich aber nicht so.“

Die Diskussion musste vom Moderator, Andreas Ingerfeld, unterbrochen werden.

Kurz darauf ging es wieder los: „Sie k├Ânnen mit mir deutsch sprechen“, sagte Herr Nitzinger zu Herrn Franke.
Herr Franke: „So wie Sie das darstellen, bauen Sie Schritt f├╝r Schritt ein bisschen mehr und wenn es nicht l├Ąuft, dann warten Sie eben und die Gemeinde auf die angebliche Gewerbesteuer.“
Herr Nitzinger: „Wir werden in dem Ma├če bauen, wie es sein wird.“

Der „Dialog“ endet unbefriedigend f├╝r beide Seiten. Der Moderator reicht an den n├Ąchsten Fragesteller weiter.

Das „Dialog“-Mitglied Frank Hasselbring will wissen: „So wie das auf den Fotos aussieht, ist das schon auff├Ąllig wei├č. K├Ânnte man das nicht auch gr├╝n streichen, damit es nicht so auff├Ąllig ist?“

Es folgt eine Erl├Ąuterung, dass das Geb├Ąude nicht auff├Ąllig ist, durch den „Begr├╝nungswall“.

Dann gibt es eine Frage zum „Schallschutz“: „Wieso wird das so gebaut? Ist das tats├Ąchlich ein Schallschutz?“

Der Planer Kr├╝ger erkl├Ąrt: „Nat├╝rlich. Wirtschaftlich gesehen ist das aber nicht optimal. Besser w├Ąre es, die Hallen von zwei Seiten anfahren zu k├Ânnen. Wir haben uns aber nach den Schallschutz-Gutachten daf├╝r entschieden.“

„Dialog“-Mitglied Hardy Prothmann will wissen: „Gab es also eine andere Planung? Mir ist nur diese bekannt?“
Planer Kr├╝ger: „Ja, aber wir haben uns fr├╝hzeitig darauf festgelegt.“
Herr Prothmann: „Nach dem Schallschutzgutachten oder vorher schon?“
Planer Kr├╝ger: „Nach dem Gutachten.“
Herr Prothmann: „Also, war das Gutachten nachteilig?“
Planer Kr├╝ger: „Nein, wir haben vorausschauend bereits im Dezember diese Variante vorgestellt.“

Jetzt schaltet sich der „Pfenning“-Vertriebschef Gerhard Wollnitz ein.

Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben diesen Plan Ende 2008 ver├Âffentlicht.“
Herr Prothmann: „Der Plan stand also schon im Dezember fest, obwohl angeblich erst im Februar die Entscheidung f├╝r Heddesheim fiel?“
Planer Kr├╝ger: „Wir haben mehrere Pl├Ąne gehabt.“
Herr Prothmann: „Was jetzt? “
Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben den Plan Ende 2008 gefasst und ver├Âffentlicht.“
Herr Prothmann: „Die ├ľffentlichkeit kennt diesen Plan nicht. Wo ist der ver├Âffentlicht worden?“
Herr Nitzinger: „Der ist nicht ver├Âffentlicht worden, sondern der, den Sie kennen. Das war nur eine Vorplanung.“
Herr Prothmann: „Also, wenn ich das richtig verstehe, planen Sie schon seit zwei Jahren mit Heddesheim, obwohl mir mitgeteilt wurde, dass sie erst vor einem Jahr Kontakt zu Gemeinde aufgenommen haben? Wie ist das Herr B├╝rgermeister?“
B├╝rgermeister Michael Kessler: „Das ist so richtig, wir haben erst seit Fr├╝hsommer 2008 Kontakt.“
Herr Nitzinger: „Wir planen das langfristig mit Varianten.“
Herr Prothmann: „Und Sie wollen uns hier klar machen, dass Sie im Februar die Entscheidung treffen und zwei Monate sp├Ąter schon detaillierte Pl├Ąne aufweisen k├Ânnen?“
Herr Nitzinger: „Wir haben das B├╝ro Kr├╝ger sehr stark besch├Ąftigt.“

Die Moderation unterbricht die Diskussion, um über  die Zukunftsperspektiven Heddesheims zu sprechen.

Lesen Sie unsere Fortsetzung am Donnerstag, 30. Juli 2009, ab 13:00 Uhr

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Das heddesheimblog

Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Eigentlich sollte ├╝ber Verkehr und ├ľkologie beim zweiten „Dialog“-Kreis gesprochen werden – diese Themen vielen aber aus.

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Stattdessen stellte der Planer G├╝nter Kr├╝ger das geplante „Pfenning“-Projekt aus seiner Sicht vor.

„Drei Standorte waren seit zwei Jahren in der engeren Planung – einer davon war Heddesheim“, sagte Planer G├╝nter Kr├╝ger von Kr├╝ger Consult, Burgwedel, in seiner Pr├Ąsentation.

Die Entscheidung f├╝r das geplante „Pfenning-Projekt“ sei wegen des Bahnanschlusses und des Gel├Ąndes auf Heddesheim gefallen. Bei dem Vorhaben handle es sich um ein „durchgeplantes Projekt“ (Klick f├╝hrt zu einer Pressemitteilung der Kr├╝ger Consult GmbH ├╝ber ein durchgeplantes Projekt, Anm. d. Red.).

„Wir mussten vielf├Ąltige Anforderungen bedenken, beispielsweise um einen m├Âglichst vielf├Ąltigen Nutzen der Anlage zu gew├Ąhrleisten“, sagte G├╝nter Kr├╝ger, „Nat├╝rlich unter Ber├╝cksichtigung der gesetzlichen Einschr├Ąnkungen.“

„So, wie Sie das Projekt hier sehen, haben wir uns f├╝r eine schallschutzoptimierte Variante entschieden, da die Ladefl├Ąchen innen liegen.“

Herr Kr├╝ger erkl├Ąrt das Projekt anhand mehrerer gro├čer Tafeln, die die bekannten zwei Geb├Ąudestreifen zeigen, mit innenliegenden Toren.

„Wir haben die Gr├╝nfl├Ąchen optimiert. Der tats├Ąchliche Bebauungsplan ist nat├╝rlich abh├Ąngig von den Gutachten und kritischen Anmerkungen, die dann noch eingearbeitet werden m├╝ssen.“

Herr Kr├╝ger verweist auf gro├čgezogene Fotos, auf denen auf mindestens der H├Ąlfte der Bildfl├Ąche Acker zu sehen ist, ganz im Hintergrund eine Baumgruppe und dahinter das „Projekt“.

„Sie k├Ânnen hier sehen, wie sich die Geb├Ąude in die Landschaft einf├╝gen.“

„Sie m├╝ssen wissen, dass wir das Gebiet kleinteilig entwickeln (was das sein k├Ânnte, lesen Sie hier, Anm. d. Red.). Das hei├čt, das, was sie hier als zwei komplexe Baureihen sehen, ist nicht so. Die Geb├Ąude sind voneinander getrennt. Jede Halle hat etwa 4.500 Quadratmeter.“

„Au├čerdem sehen Sie, dass wir Lichtb├Ąnder eingesetzt haben, das wirkt sehr sch├Ân, wenn das leuchtet.“

„Die Hallen m├╝ssen aus Brandschutzgr├╝nden getrennt sein, dass sind sie auch. Alle verf├╝gen ├╝ber Brandmauern, damit ein Feuer nicht ├╝bergreifen k├Ânnte.“

„Die Begr├╝nung der Fl├Ąchen entspricht dem heutigen Stand. Es werden 50.000 Quadratmeter begr├╝nt und ich kann Ihnen versichern, weil es die Diskussion gab, es geht kein Regenwasser verloren.“

„Die Hallen wollen wir hier und da als lebendige W├Ąnde mit Kletterpflanzen begr├╝nen.“

Das Verwaltungsgeb├Ąude solle 24 Meter hoch werden, einige Hallen, eventuell 40.000 Quadratmeter, k├Ânnten 18 Meter hoch werden.

Au├čerdem sei ein „Pylon„, also ein Turm, in H├Âhe von 30 Metern im nord-├Âstlichen Teil an der Autobahn geplant.

Die PKW w├╝rden von der Benzstra├če im Osten ein- und ausfahren, die Lkw ausschlie├člich im Westen ├╝ber eine noch zu bauende Anschlussstra├če.

Das Gebiet solle insgesamt von der Lkw-Zufahrt, also von Westen aus Richtung Osten nach und nach entwickelt werden. Darunter auch die „m├Âglicherweise“ 18 Meter hohen Hallen.

An den Vortrag schlossen sich Fragen an.

Wie breit soll der „Gr├╝ng├╝rtel“ sein? „Wir wollen ein Wall aufsch├╝tten, drei Meter hoch und 24 Meter breit. Damit w├╝rde sich auch die optische H├Âhe von 12,5 Metern auf knapp zehn Meter verringern.“

Welchen Sinn machen die „Lichtb├Ąnder“?├é┬áHerr Kr├╝ger erkl├Ąrt, dass die Lichtb├Ąnder aus Glas bestehen, damit in die Hallen Tageslicht eindringen kann: „Das spart Energie“. Abends w├╝rden sie dann „leuchten“ weil die Hallen dann beleuchtet seien.

Warum braucht es einen Pylon (Turm)? Herr Uwe Nitzinger, Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP Holding GmbH (Pfenning-Gruppe) erkl├Ąrt: „Das w├Ąre ungef├Ąhr so wie in Hirschberg. Wie wollen das als M├Âglichkeit. Warum sollen wir uns schlechter stellen als die Konkurrenz?“

Sind die 18 Meter m├Âglich oder geplant? Herr Nitzinger: „Diese H├Âhe erfordert Sprinkleranlagen, das macht es teuer. Gleichzeitig stehen die Regale eng, was hei├čt, dass die Arbeiten mit zunehmender H├Âhe langsamer werden. Das lohnt sich nur f├╝r Ware, die nicht schnell umgeschlagen wird. Wir wollen diese Option, weil wir vielleicht Kunden daf├╝r haben, wenn nicht, dann bauen wir das nicht.“

Kann man die 12-Meter-Hallen aufstocken? Herr Kr├╝ger erkl├Ąrt: „Nein, das ist technisch und ├Âkonomisch nicht realisierbar.“

K├Ânnen sich auch B├╝rger an der Begr├╝nung beteiligen? Es gibt in Heddesheim einige Naturexperten? Herr Kr├╝ger: „Die Begr├╝nung ist nicht unsere Sache, das w├╝rde ein Gartenbauplaner machen.“

Pfenning zieht doch Standorte zusammen, wieso wissen Sie eigentlich nicht, was in Heddesheim zusammenkommen soll? Sie m├╝ssen doch wissen, ob 12 Meter reichen oder 18 notwendig sind? Herr Nitzinger: „Wir wollen uns die Option offen halten.“

Die Vorstellung des Planers ging nahtlos in TOP3 ├╝ber: „Zukunftsperspektive Heddesheim“.

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