Freitag, 22. September 2017

Fertigstellung im FrĂŒhjahr 2016 geplant

Spatenstich fĂŒr neuen GetrĂ€nkevertrieb in Heddesheim

Heddesheim, 04. MĂ€rz 2014. (red/ld) Am vergangenen Mittwoch begann der lang geplante Bau fĂŒr die Edeka-Tochter A. Kempf GetrĂ€nkegroßhandel GmbH im Gewerbegebiet mit einem symbolischen ersten Spatenstich des GetrĂ€nkelagers. Im FrĂŒhjahr 2016 soll es fertig sein. Dann sollen an dem Standort bis zu 250 neue ArbeitsplĂ€tze entstehen. [Weiterlesen…]

Pflichttermin: Edeka hakt BĂŒrgerbeteiligung ab

Nur rund 70 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger "beteiligten" sich an der PrĂ€sentation von Edeka. Bild: heddesheimblog.de

Heddesheim, 05. Mai 2011. (red) Gestern stellte Edeka SĂŒdwest in GrundzĂŒgen die PlĂ€ne fĂŒr den Standort Heddesheim im BĂŒrgerhaus vor. Die BĂŒrger wurden eingeladen. Es kamen nur wenige. Die PrĂ€sentation war kurz. Es wurde nur ein paar Fragen gestellt.

Von Hardy Prothmann

Soviel ist klar. Die ErweiterungsplĂ€ne der Edeka SĂŒdwest sind noch nicht offiziell entschieden. Weniger klar ist, inwieweit diese PlĂ€ne „inoffiziell“ schon lĂ€ngst entschieden sind.

Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Detlev Weiler gab sich bescheiden beim Pflichttermin „BĂŒrgerbeteiligung“. Es seien noch keine GrundstĂŒckskĂ€ufe getĂ€tigt worden. Es seinen keine Entscheidungen vorab getroffen worden. Man wolle frĂŒhzeitig die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger informieren und beteiligen. Deswegen habe man auch eingeladen, um das Projekt vorzustellen. Gerne wĂŒrde man diesen Jahr noch mit dem Bau beginnen.

Die Edeka-Delegation weiß um das durch einen selbstherrlichen BĂŒrgermeister und einen treuseligen Gemeinderat selbstverschuldete Pfenning-Debakel in Heddesheim und gibt sich bemĂŒht offen.

Vorne links sitzt BĂŒgermeister Michael Kessler ganz alleine – symbolisch entfernt vom Edeka-Podium, so, als hĂ€tte er mit all dem, was da prĂ€sentiert wird, nichts zu tun und wĂŒrde heute erstmals davon erfahren. SpĂ€ter wird klar, dass der Gemeinderat erst vor kurzem ĂŒber die PlĂ€ne informiert wurde.

Hinten rechts sitzt SPD-Gemeinderat JĂŒrgen Harbath neben dem KĂ€mmerer und dem Bauamtschef und vier CDU-GemeinderĂ€ten, dahinter sitzt der Hauptamtsleiter mit dem stellvertretenden Bauamtsleiter.

Rund 85 „GĂ€ste“ sind gekommen. Zieht man die GemeinderĂ€te und die Gemeindebediensteten ab, verbleiben noch gut 70 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Darunter ein paar lokale GeschĂ€ftsleute, aber sonst ĂŒberwiegend Ă€ltere Menschen.

Dabei prĂ€sentiert hier Deutschlands Nummer 1 im LebensmittelgeschĂ€ft seine ZukunftsplĂ€ne fĂŒr Heddesheim. Der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber der Gemeinde. Ein Unternehmen, dass seit 40 Jahren im Ort ist und laut BĂŒrgermeister Kessler das Gewerbegebiet begrĂŒndet und zum Leben erweckt hat.

Auf dem Podium zeigt sich niemand ĂŒber diese „Ignoranz“ enttĂ€uscht, eher froh, denn dieser Schritt in Sachen „BĂŒrgerbeteiligung“ wird einfach werden.

Im Vorraum gibt es Brezeln und Wasser. Und kein einziges Blatt, auf dem steht, wie Edeka die Zukunft in Heddesheim plant. Nichts, was die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mitnehmen können, um darĂŒber nachzudenken, ob ihnen diese PlĂ€ne zusagen, ob sie diese mittragen wollen. Ob das, was Edeka fĂŒr seinen Teil der Unternehmenszukunft hĂ€lt, auch mit den Zukunftsvorstellungen der Heddesheimerinnen und Heddesheimer ĂŒbereinstimmen kann.

Mehrmals betont Christhard Deutscher, ein smarter Typ und Leiter Unternehmenskommunikation, die „BĂŒrgerbeteiligung“. „So, gibt es Fragen?“, fragt er am Ende der knapp einstĂŒndigen PrĂ€sentation.

Die Menchen zögern. Dann fragt ein Gast, ob es nicht besser sei, GĂŒter ĂŒber die Schiene zu transportieren. „Ja, schon“, ist die Antwort, „aber zu teuer.“ NĂ€chste Frage. Andreas Schuster, Gemeinderat der GrĂŒnen stellt Fragen, auch sein Kollege Klaus Schuhmann. Es geht um LĂ€rm, um FlĂ€chenversiegelung, um Verkehr – die Antworten sind verstĂ€ndnisvoll. „Wir verstehen Sie, aber…“ Und dann wird erlĂ€utert, was das Unternemen Edeka fĂŒr Probleme hat.

Von den anwesenden CDU-, SPD, und FDP-GemeinderĂ€ten gibt es nicht eine Frage. Einige nicken immer dann, wenn es um die „Probleme“ der Edeka geht und wie diese durch die PlĂ€ne in Heddesheim gelöst werden könnten.

„Gibt es weitere Fragen?“, fragt Christhard Deutscher. „Dann möchte ich die Veranstaltung schließen.“ Der Leiter Unternehmenskommunikation ist sichtlich froh, dass der Pflichttermin erledigt ist und er einen Haken an den Punkt „BĂŒrgerbeteiligung“ machen kann: Erledigt.

Der Saal klatscht ein wenig. Die Veranstaltung löst sich auf.

„Edeka gilt schon was in Heddesheim“, sagt einer im Weggehen. Ebenfalls grauhaarig. Er kennt Edeka lange. „Edeka war in Heddesheim stark. Jetzt wird Heddesheim ein GetrĂ€nkelager. Das scheint wichtig fĂŒr Edeka, aber fĂŒr Heddesheim?“