Sonntag, 19. November 2017

Logistiker wirft Medien falsche Berichterstattung vor

Alles gut oder alles schlecht in Pfenningheim?

Heddesheim, 13. MĂ€rz 2014. (red) Das  angeschlagene Logistik-Unternehmen „Pfenning“ wehrt sich gegen angeblich falsche Berichte in verschiedenen Medien – das ist ulkig, denn insbesondere das Hausmedium Mannheimer Morgen hat dem Unternehmen breiten Raum gegeben, um die schlechte wirtschaftliche Situation als vollkommen „normal“ darzustellen. [Weiterlesen…]

Die Intransparenz geht weiter – Kessler lĂ€sst BauantrĂ€ge im kleinen Kreis vorstellen

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Juli 2010. (red) Am Dienstag, den 14. Juli 2010, fand im „Pflug“ ein Treffen von „Pfenning“ und „Angrenzern“ des geplanten Logistikzentrum statt. Eingeladen hatte BĂŒrgermeister Michael Kessler. Pikant: Die „Angrenzer“ sollten eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung zum „Bauvorhaben“ unterzeichnen – also auch fĂŒr den zweiten Bauabschnitt. Die angeblich bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze haben sich auf 750 reduziert – davon 250 Subunternehmer, die woanders ihre Steuern zahlen. Angeblich sei der Gleisanschluss beantragt – dessen LĂ€rmimmissionen hĂ€tten aber nichts mit dem Bau des Logistikzentrums zu tun.

Wie die Redaktion des heddesheimblogs heute erfahren hat, verlief das Treffen nach Aussage von Teilnehmern wie nachfolgend zusammengefasst. Eine Gegenrecherche war heute nicht mehr möglich.

Der „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger hatte ein paar seiner Leute mitgebracht, außerdem den Architekten GĂŒnter KrĂŒger und stellte ab 19:00 Uhr das Bauvorhaben „Nördlich der Benzstraße“ rund 40 „Angrenzern“, also Gewerbetreibenden auf der „Pfenning“-Seite im nördlichen Gewerbegebiet. Eingeladen hatte der BĂŒrgermeister Kessler, der zwei Mitarbeiter aus dem Bauamt dabei hatte.

Vier BauantrĂ€ge wurden eingereicht, fĂŒr die Hallen, das BĂŒrogebĂ€ude, das Parkhaus (300 PlĂ€tze) und eine Tankstelle. Außerdem werde es einen „Sprinklerturm“ mit 1.000 Liter Fassungsvermögen geben. Die Daimlerstraße solle an der Kreuzung zur Straße „Am Bundesbahnhof“ verbreitert werden.

Der Architekt stellte das Bauvorhaben vor. Demnach sollen die Pkw in Höhe der Siemensstraße/Benzstraße einfahren. Der Brunnenweg soll in der Dimension verdoppelt werden, dort sollen tĂ€glich 250 Lkw ein- und ausfahren, bei Stoßzeiten bis zu 800 Lkw-Bewegungen stattfinden. Die Einfahrtszeit wĂŒrde etwa zwei Minuten betragen.

(Anm. d. Red.: 400 Lkw x 2 Minuten sind 800 Minuten. Somit wĂŒrden tĂ€glich 13,5 Stunden am StĂŒck ein Lkw nach dem anderen einfahren, wenn diese absolut exakt hintereinander einfahren.)

Dagegen richtete sich der Unmut der Versammelten: Schon heute sei die Verkehrssituation unbefriedigend und alle im Gebiet beeintrĂ€chtigt. Ein Teilnehmer rechnete vor, dass die LagerflĂ€che in VerhĂ€ltnis zur Wirtschaftlichkeit gesetzt an die 800 Lkw regelmĂ€ĂŸig an- und abfahren mĂŒssten, sonst wĂŒrde sich das nicht rechnen.

Architekt KrĂŒger meinte, das sei heute kein Thema, es ging nur um die Vorstellung der PlĂ€ne.

Innerhalb des GelĂ€ndes könnten bis zu 50 Lkw parken, die vor allem nachts eintreffen wĂŒrden, andere Lkw mĂŒssten die nĂ€chsten RaststĂ€tten anfahren. Der Be- und Entladebetrieb solle zwischen 06:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr stattfinden.

Der Antrag auf einen Gleisanschluss sei gestellt worden. Es werde drei Zeitfenster fĂŒr ZĂŒge mit 18 Waggons geben: 08:-09:00 Uhr, 13:-14:00 Uhr und 18:-19:00 Uhr. Diese dĂŒrften mit maximal 20 Stundenkilometern einfahren. Am selben Tag soll es ein GesprĂ€ch im RegierungsprĂ€sidium gegeben haben.

Kritisiert wurde, dass der Gleisanschluss nicht Teil des gesamten Bauvorhabens sei – die LĂ€rmimmissionen des Zug- und Rangierverkehrs seien nicht berĂŒcksichtigt.

Daraufhin sei gesagt worden, dass man diese Immissionen nicht dazurechnen könne, weil der Bauantrag noch nicht eingereicht sei und auch nicht Teil des Bebauungsplanentwurfs sei. Allgemeines GelÀchter soll die Reaktion gewesen sein.

Weiter hieß es, eine ĂŒberdachte Anbindung der ZĂŒge (zur LĂ€rmdĂ€mmung) sei feuerwehrtechnisch nicht zulĂ€ssig. (TatsĂ€chlich fahren am Viernheimer Standort ZĂŒge in die Lagerhalle ein, wo sie ent- und beladen werden.)

Architekt KrĂŒger meinte, es habe keine gravierenden Änderungen zwischen dem Entwurf der ersten und jetzt der zweiten Offenlage gegeben, woraufhin Nitzinger intervenierte und meinte, doch, es wĂŒrden nur 12 Meter hohe Hallen gebaut werden. Der Entwurf behĂ€lt sich aber 18 Meter vor. Auf Nachfrage, ob definitiv keine 18 Meter gebaut wĂŒrden, soll Nitzinger eine Antwort schuldig geblieben sein.

Die Zahl der ArbeitsplĂ€tze solle nun bei 750 liegen, davon 250 Subunternehmer. Von den restlichen 500 seien 130 BĂŒrokrĂ€fte. HauptsĂ€chlich wĂŒrden Retouren abgewickelt, trotzdem gebe es ein Chemielager von 40.000 Quadratmetern LagerflĂ€che der Gefahrenklasse III nach 12. BImSchGV 9a und 9b.

(Anm. d. Red.: ZunĂ€chst sollten nach den Recherchen des heddesheimblogs noch gefĂ€hrlichere Stoffe eingelagert werden. Auf öffentlichen Druck hin hatte Pfenning sich selbst beschrĂ€nkt. Trotzdem bleibt es ein Gefahrgutlager. Zwar soll der Firmensitz der „Pfenning“-Gruppe nach Fertigstellung der Baumaßnahme nach Heddesheim verlagert werden – die Firmensitze fĂŒr ein Drittel der ArbeitskrĂ€fte werden aber woanders sein. 2009 war zunĂ€chst immer von „bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tzen“ die Rede. Recherchen des heddesheimblogs hatten dies widerlegt.)

Außerdem habe man Solaranlagen fĂŒr 30.000 Quadratmeter beantragt. Die Bauzeit solle zwei Jahre betragen.

Die Teilnehmer waren mit einem Brief angeschrieben worden. Anbei eine ErklĂ€rung, dass sie mit dem „Bauvorhaben“ einverstanden seien. Pikant: Eine Unterzeichnung des Bauvorhabens wĂ€re eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung fĂŒr Bauabschnitt I und II. Vom zweiten Bauabschnitt aber „ist noch ĂŒberhaupt keine Rede“, hatte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Nitzinger immer wieder betont: „Das sei nur eine Option.“

Mehrere Teilnehmer sagten: „Die halten uns anscheinend fĂŒr völlig bescheuert, wenn die glauben, dass wir den Trick nicht bemerkt hĂ€tten.“

Der Gemeinderat hat bislang weder Kenntnis Inhalt der BauantrĂ€ge noch von diesem Treffen und war dazu auch nicht eingeladen. BĂŒrgermeister Kessler hatte die Öffentlichkeit am 24. Juni 2010 lediglich darĂŒber informiert, dass „Pfenning“ „einen umfangreichen Bauantrag eingereicht hat“.

„Wenn in diesem Chemielager mal was passiert, ist die Kacke am Dampfen.“ Teil 3


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog prĂ€sentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der BĂŒrger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabhÀngiges Bild zu machen.

Eine BĂŒrgerin fragt nach der Höhe der GebĂ€ude, nach den Standorten, die zur Auswahl standen. Zum Dritten möchte Sie wissen, welche Chemikalien gelagert werden sollen und welche Gefahren damit verbunden sind. Auch die Gewerbesteuer kommt zur Sprache: „Weiß die Gemeinde, mit welcher Gewerbesteuer sie zu rechnen hat oder bleibt das im Dunkeln?“

  • „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger sagt: „Wir wollen eine auslaufsichere FlĂ€che schaffen, das sind die 40.000 Quadratmetern, auf denen Produkte gelagert werden können, die auf Grund ihrer Menge eine besondere Vorkehrung hinsichtlich Sprinkleranlage und RĂŒckhaltung erforderlich machen. Das sind im Jargon der Fachleute umweltgefĂ€hrdende Produkte (…) gefĂ€hrlich fĂŒr Wasserorganismen (…).“
  • Klaus Schuhmann, Gemeinderat der GrĂŒnen hĂ€lt einen Fachvortrag und sagt: „Wenn in diesem Chemielager mal was passiert, ist „die Kacke am Dampfen“.“
  • Karl-Martin Pfenning sagt zur Gewerbesteuer: „Wie verlegen unseren Hauptsitz hierher und versteuern unser Ergebnis in Deutschland.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Pfenning plant ein 40.000 Quadratmeter großes Chemielager in Heddesheim

Guten Tag!

Heddesheim, 27. August 2009. Die KMP-Holding („Pfenning“) plant ein 40.000 Quadratmeter großes Chemielager in Heddesheim – das sind 40 Prozent der geplanten Hallen. Die Lager fallen mindestens teilweise unter die „Störfall“-Verordnung, sind also Lager, die wegen ihrer GefĂ€hrlichkeit besondere Sicherheitsauflagen erfĂŒllen mĂŒssen.

In der Fachzeitschrift „CheManager“ 2/2009 bewirbt Unternehmenschef Karl-Martin Pfenning den Standort Heddesheim: „Wir haben langjĂ€hrige Erfahrungen in der Chemielogistik und im Umgang mit Chemielagern. In Heddesheim werden wir unseren Kunden nicht nur auslaufsichere, sondern auch BIMSch-fĂ€hige LagerflĂ€chen mit Gleisanschluss zur VerfĂŒgung stellen.“

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Zitat: Karl-Martin Pfenning. Quelle: CheManager 2/2009

In der gleichen Ausgabe schaltet „Pfenning“ eine Anzeige und wirbt fĂŒr 40.000 Quadratmeter „ChemieflĂ€chen – zentral in Europa“: „Gerade schwierige Stoffe bewahren wir besonders sicher auf. (…) Und womit fordern Sie uns heraus?“

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40.000 Quadratmeter Chemielager als Herausforderung. Quelle: CheManager 2/2009, Erscheinungsdatum: 09. April 2009

Hinweis der Redaktion: Der unterstrichene Absatz enthÀlt eine nicht korrekte Schlussfolgerung. Lesen Sie dazu bitte unsere Korrekturmeldung.

Brisant: Die Werbeanzeige und der Kommentar erschienen bereits am 29. Januar 2009. Durch den Anzeigen- und Redaktionsschluss muss davon ausgegangen werden, dass mindestens 14 Tage zuvor schon der Auftrag erteilt wurde – vor der Entscheidung des Gemeinderats.

Lesen Sie auch: Zweifel an Aussagen von Pfenning-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Lesen Sie auch: „Pfenning“ vermarktet bereits ungebaute und noch nicht genehmigte Hallen in Heddesheim