Freitag, 19. Juli 2019

+++Verschlusssache+++

Satire

B├╝rgermeister K.
Rathausplatz
Pfenningheim

An
die Gemeinder├ĄtInnen 18. Mai 2009

Nicht f├╝r die ├ľffentlichkeit / Status: +++GEHEIM+++
Az: 08/15, +++Verschlusssache+++

Betreff: Geschlossenheit und Nachrichtensperre

Liebe Gemeinder├Ątinnen und Gemeinder├Ąte,

wie Sie wissen, haben wir ein Problem in unserer Gemeinde. Seit einigen Wochen treibt sich hier ein sogenannter Journalist herum und macht die Leute verr├╝ckt. Leider ist „dieses Problem“ nicht zu ├╝bersehen, erreicht dieser Schmierfink doch zum Teil sein Ziel. Wir m├╝ssen deswegen Geschlossenheit zeigen. F├╝r ein einig Pfenningheim.

Deshalb bitte ich Sie, meine lieben Gemeinder├Ątinnen und Gemeinder├Ąte, um Haltung. Lassen Sie sich nicht beirren oder gar verr├╝ckt machen.

Die Journalisten schreiben eh nur dummes Zeug. Mit ihnen zu reden hat ├╝berhaupt keinen Sinn. Erstens verstehen sie nicht, was man ihnen sagt und zweitens, egal ob sie es verstehen oder nicht, schreiben sie nur Bl├Âdsinn.

Das allerletzte ist, dass sie auch noch behaupten, sie w├╝rden informieren. Das Gegenteil ist der Fall. Manipulation, Desinformation, Agitation: Nur das haben diese Berufsn├Ârgler und Wadenbei├čer im Sinn. Hauptsache, sie kriegen Aufmerksamkeit. Nur darum geht es ihnen in Wirklichkeit.

Deswegen sollte man sie ignorieren. Einfach ├╝bersehen. Irgendwann geben sie dann auf. Haben eh keine Steherqualit├Ąten, sonst w├Ąren sie auch nicht Journalisten geworden, sondern was Anst├Ąndiges, zum Beispiel B├╝rgermeister. Verdammtes Pack.

Aus dem Dorf jagen, k├Ânnen wir ihn leider nicht. Aber wir k├Ânnen ihn aushungern. Geben Sie deshalb auf keinen Fall Interviews, geben Sie keine Informationen heraus und warnen Sie die Leute vor diesem Wortverdreher.

Es gr├╝├čt Sie herzlichst

Ihr B├╝rgermeister K.

——————

Lesen Sie auch:
+++Verschlusssache+++ II
+++Verschlusssache+++ III

Leicht zu verstehen – schwer zu widerlegen

 

Ein neuer Flyer der Interessengemeinschaft neinzupfenning setzt Bürgermeister Kessler sowie CDU, SPD und FDP unter Druck

Kommentar: Hardy Prothmann

Herr Kessler befindet sich weiterhin in Not.

Vielleicht in noch gr├Â├čerer als zuvor. Der erste Flyer der Interessengemeinschaft neinzupfenning (IG) war sehr populistisch aufgemacht und arbeitete mit vagen Annahmen, was die IG so begr├╝ndet: „Wir hatten fast keine Informationen.“

Beispielsweise wurden zwei Zahlen genannt, die Herr Kessler in einem 6-seitigen Konvolut im Mitteilungsblatt Nummer 19 (Klick ├Âffnet PDF-Dokument) mehrfach staatstragend, aber sicherlich mit Genuss als „widerlegt“ bezeichnete: 80.000 Lkw pro Jahr w├╝rden durch Heddesheim fahren und das w├Ąren 220 Lkw pro Tag, mutma├čte die IG. Kesslers Credo├é┬álautete in seinem Text mehrfach: „Falsche Zahlen widerlegt.“ Sein Beweis: „vorl├Ąufige Gutachten“.
Auf diese st├╝tzten sich bislang auch die CDU, die SPD und die FDP, die nunmehr zusammen mit Herrn Kessler in Erkl├Ąrungsnot geraten d├╝rften.

„Echte Zahlen – vage Annahmen“

Die IG hat den Spie├č nun umgedreht: In einer Vergleichstabelle pr├Ąsentiert sie die „echten Zahlen“ des Herrn Kessler und kontrastiert sie mit den „vagen Annahmen“, die ebenfalls von Herrn Kessler genannt werden: „k├Ânnte“, „vorrausichtlich“, „m├Âglich“.

Die „echten“ Zahlen, also die des Herrn Kessler lauten: „die somit verbleibende, rechnerische Belastung f├╝hrt zu durchschnittlich 1-2, saisonal auch 3 Lkw-Bewegungen (Bewegung = Fahrten, d. Red.) pro Stunde auf der Ringstra├če“.
Die IG hat diese Zahlen „nachgerechnet“ und ├╝bersetzt: „… sind das 21.600 Lkw (pro Jahr, d. Red.) allein auf der Ringstra├če. Die Lkw, die durch den Ort fahren, noch nicht mitgez├Ąhlt.“

Zur├╝ck zur Sache!

Der Mannheimer Morgen, changierend zwischen staatstragender Berichterstattung und dem zaghaften Bem├╝hen um kritischen Journalismus, (bei gleichzeitig minimalem Rechercheaufwand)├é┬áforderte j├╝ngst ein vehementes „Zur├╝ck zur Sache, bitte!“.

Genau das macht der Flyer: Er fordert den Einstieg in die Sachdiskussion, bietet und fordert Transparenz. Kritische Heddesheimer werden ihn genau studieren und sich ihre Gedanken machen.

Man darf gespannt sein, wie Herr Kessler mit dem neuen Flyer umgeht. Versucht er erneut, die „Zahlen der IG eindeutig“ zu widerlegen, widerlegt er sich selbst, denn es sind seine Zahlen.

„Wen soll man w├Ąhlen?“

Leserbrief: Friedhelm Kaufmann

Unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit wurden durch B├╝rgermeister Kessler und den gesamten Gemeinderat Entscheidungen im Fall Pfenning getroffen, deren negative Auswirkungen weit ├╝ber die Amtszeit der gew├Ąhlten Vertreter reichen werden.

Wenn ├Âffentlich gew├Ąhlte Amtstr├Ąger in geheimen Sitzungen Entscheidungen absegnen, welche gegen jeden normalen Menschenverstand sind und alle Grundlagenarbeit vermissen lassen, so glaube ich, dass hier einiges zum Himmel stinkt. Wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man keine Sitzungen unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit abzuhalten.

Alle offenen Fragen zum obigen Projekt sind unzureichend oder ├╝berhaupt nicht beantwortet. Die Gutachten sind sehr projektfreundlich vorgetragen worden. Gutachten sind nur f├╝r den gut, der sie in Auftrag gegeben hat und haben keinen Anspruch auf Richtigkeit.

Meines Erachtens sollte von gerichtlich anerkannten Wirtschaftspr├╝fern das zu erwartende Steueraufkommen gepr├╝ft werden, wobei auch die derzeitige Wirtschaftslage einflie├čen muss.

Wegen der so viel angepriesenen Arbeitspl├Ątze kann ich nur sagen, dass man sich Illusionen macht. Es gibt keine Zentralisierung in der Wirtschaft, wo Arbeitspl├Ątze erhalten bleiben, das Gegenteil ist der Fall, es werden Arbeitspl├Ątze abgebaut.
Der Gewerbepark mit Autobahn- und Bahnanschluss ist so wertvoll, dass man bei der Gewerbeansiedlung w├Ąhlerisch sein kann und kein zweifelhaftes gel├Ąndefressendes primitives Projekt mit unbeschreiblicher Umweltbelastung ansiedeln muss.

Wenn man heute die Parteikommentare zum Pfenning-Projekt verfolgt, so scheint f├╝r alle Parteien ein einziger Verfasser zust├Ąndig zu sein. Lediglich das Parteiemblem weicht ab. Die au├čerparlamentarische Finanzgruppierungen scheinen die Entscheidungen f├╝r das Projekt in geheimen Sitzungen so beeinflusst zu haben, dass alle etablierten Parteien die besten Vertreter der obigen Gruppe sind und in nicht-├Âffentlichen Sitzungen die falschen Entscheidungen getroffen haben.

In K├╝rze stehen Gemeinderatswahlen an und es stellt sich die Frage, wen man w├Ąhlen soll. Es w├Ąre denkbar, dass sich die verantwortlichen Herren unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit w├Ąhlen lassen.

Das falsche Geschw├Ątz geht mir so richtig auf den Keks.

Ich als ehemaliger CDU-Stammw├Ąhler bin ein Teil der ├ľffentlichkeit, die man geschickt ausgebremst hat und sage nein zum Pfenning-Projekt.

Schnappschuss: Fotos vom Wahlkampf

Guten Tag,

ist Ihnen auch ein Schnappschuss zur Kommunalwahl 2009 in Heddesheim gegl├╝ckt?

Schicken Sie uns das Bild mit ihrem Kommentar:
redaktion (at) heddesheimblog.de

Wahlkampf-Panorama

Biete Wahlprogramm, brauche Stimme. Bild: privat

Biete Wahlprogramm, brauche Stimme. Bild: privat

Jahrmarkt

Jahrmarkt der politischen Meinungen: Parteien werben vor Edeka um Stimmen. Neinzupfenning f├╝r ihre Position. Bild: pro

Jahrmarkt der politischen Meinungen: Parteien werben vor Edeka um Stimmen. Neinzupfenning f├╝r ihre Position. Bild: pro

„Goldener Maulkorb“

Urkunde: Gr├╝ne verpassen den anderen Parteien den goldenen Maulkorb. Bild: pro

Urkunde: Gr├╝ne "verpassen" den anderen Parteien den "goldenen Maulkorb". Bild: pro

Keine Fotos?

├ľffentlich oder privat? Kandidaten geben sich ├Âffentlich, wollen aber privat bleiben. Bild: pro

├ľffentlich oder privat? Kandidaten geben sich ├Âffentlich, wollen aber privat bleiben. Bild: pro

 Kandidaten mit Balken unkenntlich gemacht. Lesen Sie dazu den Text unter dem folgenden Foto.

W├Ąhlen Sie mich!

Wahlkampfst├Ąnde: Werben um jede Stimme. Bild: pro

Wahlkampfst├Ąnde: Werben um jede Stimme. Bild: pro

Die beiden Herren im Vordergrund sind auf ihren Wunsch hin├é┬á„gepixelt“ und damit unkenntlich gemacht, weil sie nicht im Bild erscheinen wollten und sich auf das Recht am eigenen Bild berufen haben.
Dieses Recht hat grunds├Ątzlich in Deutschland nach deutschem Recht jeder Mensch, allerdings nicht, wenn er selbst die ├ľffentlichkeit sucht, wie die beiden SPD-Kandidaten oder wenn die abgebildeten Personen Teil einer Menge sind.
Das heddesheimblog.

Barfu├č

CDU-Kandidat gibt sich barf├╝├čig. Bild: pro

CDU-Kandidat gibt sich barf├╝├čig. Bild: pro

Nicht in Ordnung

Ãœberklebte Plakate: Nicht gerade die feine Art. Bild: privat

Ãœberklebte Plakate: Nicht gerade die feine Art. Bild: privat

Danke f├╝r das Foto. Der Einsender ist der Redaktion bekannt.

Modell der Pfenning-Ansiedlung

Neinzupfenning mit nach eigenen Angaben ma├čstabsgetreuem Modell. Bild: pro

Neinzupfenning mit nach eigenen Angaben ma├čstabsgetreuem Modell. Bild: pro

Gl├╝ck gehabt

Hat gut l├Ącheln. Die gr├╝ne

Hat gut l├Ącheln. Die gr├╝ne "Kandidatenvorstellung" verlief unfallfrei.

CDU und FDP machen Druck

CDU und FDP machen Ernst. Die Plakatwand reicht Ihnen nicht mehr.

CDU und FDP machen Ernst. Die Plakatwand reicht Ihnen nicht mehr.

Verkehrte Welt

SPD will nicht ├╝ber Pfenning reden, die Laster fahren weiter durch den Ort

SPD will nicht ├╝ber Pfenning reden, die Laster fahren weiter durch den Ort.

heddesheimblog sagt Danke f├╝r diesen Schnappschuss an sabiland

SPD Kandidatenvorstellung

Reiner Lang tuschelt mit J├╝rgern Merx: Wie kommen wir aus der Sache blo├č wieder raus?

Unsch├Ąrfe: Reiner Lang tuschelt mit J├╝rgern Merx: Wie kommen wir aus der Sache blo├č wieder raus?

heddesheimblog sagt Danke f├╝r diesen Schnappschuss an Frank

Ist Ihnen auch ein Schnappschuss zur Kommunalwahl 2009 in Heddesheim gegl├╝ckt?

Schicken Sie uns das Bild mit ihrem Kommentar:
redaktion (at) heddesheimblog.de

Das Gesetz des Schweigens: Omerta

Glosse

Die politische Landschaft in Heddesheim liegt am Boden. Die Parteien verstecken sich. Denn sie f├╝rchten Fragen. Ob schwarz, rot, gelb oder gr├╝n. Sie alle sind farblos.
Am Mittwoch wollte die SPD ihre Kandidaten vorstellen: Heimatn├Ąhe, Einsatz, Herzblut, politisches Engagement auch bei den Jungen (!!!), Einsatz f├╝r die Alten – es war so sch├Ân zu h├Âren. Nur keiner wollte es wissen.

Die Heddesheimer interessiert zur Zeit nur ein Thema: Das Pfenning-Projekt.
Alle wissen, dass die Pfenning-Ansiedlung die Geschichte und Entwicklung Heddesheims entscheidend ver├Ąndert wird. Was tun die Parteien? Sie m├Âchten gerne ├╝ber „andere Themen“ reden. Zu Pfenning schweigen sie, als gelte das Gesetz des Schweigens, die Omerta.

Nur einer ist bislang aus diesem „mafi├Âsen“ System ausgestiegen: Michael Bowien, Kandidat der SPD. Er ist aber kein Pentito (also ein reuevolles Mitglied der Mafia). Er war nie Mitglied dieser ehrenwerten, verschwiegenden Geheimrunde und will auch keines werden.

Die einzige Partei, die aus dem System des Schweigens auszusteigen bereit scheint, sind die Gr├╝nen. Noch aber h├Ârt man das nur ger├╝chteweise. Heute Abend wird die Partei bei ihrer Kandidatenvorstellung im „Schluckspecht“ Farbe bekennen m├╝ssen. Vielleicht sind sie bereit f├╝r eine Politik der mani pulite, „der sauberen H├Ąnde“.

Gerade auf FDP und CDU darf man am meisten gespannt sein: Denn von denen h├Ârt und liest man seit Wochen nichts mehr. Hier gilt weiterhin das eiserne Gesetz der Omerta.

Ihr Pate sitzt im Rathausturm.

„Die SPD wird in der Mitte aufgerieben und geschw├Ącht aus der Wahl hervorgehen“

Ist die Kommunalwahl 2009 in Heddesheim schon entschieden?
Definitiv nein. Entschieden wird sie am Wahltag. Wenn W├Ąhler ihre Stimmen abgegeben oder eben nicht abgegeben haben. Dann wird ausgez├Ąhlt. Z├Ąhltag eben.

Die Parteistrategen aber rechnen schon: F├╝r SPD und Gr├╝ne wird es eng, wenn sie bei ihrer Entscheidung f├╝r Pfenning bleiben. Warum, erl├Ąutert ein Brief „PFENNING-PROJEKT und Wahlausgang in Heddesheim“, der dem heddesheimblog vorliegt.

Dieser Brief brachte die SPD vor ihrer Kandidaten-Vorstellung m├Ąchtig durcheinander: „Es wurde versucht, Druck auf die Kandidaten auszu├╝ben“, sagte J├╝rgen Merx mit erhobener Stimme und rollenden Augen und gar keinem L├Ącheln mehr im Gesicht in Richtung der Urheber, als die Veranstaltung in einen Tumult abzudrehen drohte.

Ein SPD-Kandidat sagt: „Dagegen werde ich eine einstweilige Verf├╝gung erwirken“, mit triumphierendem Blick und straffem Kreuz, trotz des Alters. Zusammenhalten, signalisiert das.

Das Schreiben hat es in sich. Das hat der Mann verstanden. Es geht um das Schicksal seiner Partei, der SPD. In Heddesheim. Sechs Sitze haben die Genossen, drei die FDP, drei Die Gr├╝nen, zehn die CDU.

F├╝r eine „einstweilige Verf├╝gung“ aber wird es ganz sicher nicht reichen, wie es sich der alte Genosse vorstellt. Er, der vielleicht gerne nochmal f├╝r „zur Freiheit, zur Sonne“ k├Ąmpfen w├╝rde. Wie damals, als es noch Solidarit├Ąt gab.

Die Zeiten ├Ąndern sich. „Die Konservativen sollten sich bei SPD und Gr├╝nen bedanken“, steht fettgedruckt im Brief. „Viele W├Ąhler w├╝nschen keine Ansiedlung von Pfenning…. das d├╝rfte f├╝r die Wahlentscheidung relevant sein.“

„Bleiben alle Parteien bei ihrem Ja zu Pfenning, wird ein Teil der W├Ąhler nicht w├Ąhlen“, analysiert das Schreiben weiter. Verteilt auf alle Parteien sei das kein Problem – denn dann verlieren alle.

Wenn jedoch viele W├Ąhler nicht zur Wahl gingen, entstehe ein Ungleichgewicht zwischen Traditionsw├Ąhlern (CDU, FDP), die aus Pflichtgef├╝hl w├Ąhlen und Stimmungsw├Ąhlern (SPD, B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen), die eher bereit sind „die Partei abzustrafen“.

„Eine niedrige Wahlbeteiligung l├Ąsst also die Gr├╝nen voraussichtlich abst├╝rzen und d├╝rfte die SPD schw├Ąchen“, so der Brief.

Weiter analysiert das Schreiben, dass ein „Burgfrieden“ der „gro├čen“ Parteien, also CDU und SPD, zu Lasten der SPD gehen w├╝rde. Da CDU und FDP „Sachzw├Ąnge von den linken Parteien durch scheinbar zuf├Ąllig gr├Â├čere Opfer“ geltend machen.

L├Ąsst sich die SPD darauf ein, w├╝rden Kandidaten, die sich gegen Pfenning aussprechen, profitieren. W├Ąhler, die w├Ąhlen wollten, w├Ąren bereit, „das schw├Ąchste Ja zu w├Ąhlen.“ (Die Bauchweh-Kandidaten, d. Red.) Warum? Weil sie w├Ąhlen wollen und kein Nein zur Verf├╝gung steht.

„Sollte eine Partei, zum Beispiel die Gr├╝nen, sich nun gegen Pfenning positionieren, gibt es pl├Âtzlich eine Wahlalternative.“

Jetzt kommt der Passus, der den Haudegen von „Verf├╝gungen“ fabulieren l├Ą├čt. Wahlverweigerer der SPD w├Ąhlen Gr├╝n, CDU und FDP r├╝cken zusammen, mobilisieren letzte W├Ąhler gegen Rot-Gr├╝n: „In der Mitte aufgerieben wird auch die SPD als zweiter Verlierer geschw├Ącht aus der Wahl hervorgehen“, steht es im Brief.

Der Aufruf im Brief hei├čt: „Noch ist nichts entschieden! Alle Parteien k├Ânnen selbstverst├Ąndlich zu dem Schluss kommen, dass Pfenning doch nicht zu Heddesheim passt.“

Dann wird es verhei├čungsvoll: „Entscheiden sich nur SPD und Gr├╝ne zu einem eindeutigen Nein zu Pfenning, sind f├╝r beide Parteien wesentlich mehr Mandate zu erwarten als bisher.“

pro

Einladung an die Parteien

Das Heddesheim-Blog hat die Heddesheimer Parteien CDU, SPD, FDP und B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen eingeladen, ihre w├Âchentlichen Kolumnen f├╝r das Amtsblatt auch in diesem Forum kostenfrei zu ver├Âffentlichen:

„Guten Tag!

Vielleicht haben Sie schon vom Heddesheim-Blog heddesheimblog geh├Ârt oder bereits Gelegenheit, sich dieses anzuschauen:
http://heddesheim.blogger.de
Das heddesheimblog
Das Forum soll der Diskussion um die Pfenning-Ansiedlung dienen.
Ich lade Sie herzlich ein, sich und ihre Postionen hier einzubringen.
Dazu lade ich die Vertreter von CDU, SPD, FDP und Gr├╝nen ebenfalls ein.

Sie k├Ânnen mir dar├╝ber hinaus jederzeit weitere Informationen per email schicken, die ich unzensiert ver├Âffentlichen werde, sofern ich keine publizistischen Bedenken habe.
Au├čerdem haben alle Leser die M├Âglichkeit, die vorhandenen Texte zu kommentieren.
Bei R├╝ckfragen stehe ich gerne zu Ihrer Verf├╝gung.

Mit besten Gr├╝├čen

Hardy Prothmann“

———————

Eine erste Antwort liegt vor:

Die Gr├╝nen:
„Sehr geehrter Herr Prothmann,
Gr├╝ne Fraktion und die Ortsgruppe haben ├╝ber Ihren Vorschlag diskutiert und beraten.
Nach W├╝rdigung aller Umst├Ąnde ist die einhellige Meinung die, da├č wir ihre freundlich Einladung nicht annehmen werden.“

Mit freundlichen Gr├╝├čen

G├╝nther Heinisch
Sprecher

———————

In der Nacht zum Sonntag hat auch die SPD geantwortet:
„Sehr geehrter Herr Prothmann,├é┬á

vielen Dank f├╝r Ihre Email. Unsere Positionen und Stellungnahmen sind auf├é┬á unserer Homepage www.spd-heddesheim.de nachzulesen und k├Ânnen auch hier├é┬á kommentiert werden. Daher sehen wir keinen Bedarf einen weiteren Internetauftritt in Anspruch zu nehmen. Dar├╝ber hinaus sind unsere Positionen und Stellungnahmen auch im Mitteilunsgblatt der Gemeinde Heddesheim und im Mannheimer Morgen nachzulesen.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

J├╝rgen Merx
1. Vorsitzender SPD OV Heddesheim und
Fraktionsvorsitzender der SPD GR Fraktion“

„hier einzubringen
Wir m├Âchten von Ihrem Angebot kein Geb“
Diese Fragmente hingen an der email, wahrscheinlich ein erster Entwurf….

———————

am 13.05.2009 hat der FDP-Franktionschef Frank Hasselbring telefonisch geantwortet:
„Ich wollte Ihnen kurz R├╝ckmeldung auf ihre Anfrage geben und ihnen mitteilen, dass der FDP-Vorstand entschieden hat, dass eine Publikation im Mitteilungsblatt und dem Mannheimer Morgen ausreicht.“

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CDU ?

Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen:

Heddesheim
Die beschauliche Gemeinde liefert gar keinen so schlechten Internet-Auftritt ab. Weil es nur wenige Informationen gibt, bleibt es ├╝bersichtlich. Manches findet man aber trotzdem besser ├╝ber die Suchfunktion. Wenn man die Vergangenheit mit der Zukunft vergleichen will, ist man aber verlassen. Denn in Heddesheim z├Ąhlt das Jetzt, was fr├╝her war, wird man hier kaum finden.

pfenning logistics
Sauberer Auftritt: Nach allen Regeln der PR-Lehre wird hier ein inhabergef├╝hrtes, mittelst├Ąndisches Unternehmen pr├Ąsentiert. Klar und unverbindlich.

neinzupfenning
Noch gibt es wenig Informationen, aber das Layout wurde erweitert.
Nachtrag: Mittlerweile gibt es mehr Informationen. Dr. Kurt Fleckenstein hat sich in einem umfangreichen Beitrag ge├Ąu├čert ├╝ber „St├Ądtebauliche, landschaftsplanerische und ├Âkonomische Beurteilung der geplanten Pfenning Ansiedlung in Heddesheim.“

CDU
Gnadenlos schlechter Internetauftritt (Beispiel hier). Die meisten Texte datieren aus dem Jahr 2002. Kein Mensch, der nicht muss, tut sich das ein zweites Mal an.

SPD
Teil des „Sozi-nets“. Was auch immer das ist. Auf keinen Fall sollte man die Zoom-Funktion f├╝r Rentner benutzen, sonst bleibt der Bildschirm leer.

FDP
Sehr bem├╝ht, zumindest, was die Amtsblatt-Meldungen angeht. Immerhin erf├Ąhrt man kontinuierlich, was die FDP Heddesheim meint.

B├╝ndnis90/Gr├╝ne
Mittelpr├Ąchtig. Verharzt wie die CDU, bleibt hinter der SPD zur├╝ck, hat nicht die Kontinuit├Ąt der FDP. Es scheint sich im Gegensatz zur CDU aber jemand um die Seite zu k├╝mmern.

Verkehrte Welt

Gastbeitrag: sabiland

Habe ich das falsch verstanden oder ist die Linke nicht links und steht die CDU nicht eher rechts, so sitzt man doch auch im Parlament? In Heddesheim haben wir eine verkehrte Welt: Auf den von der Gemeinde aufgestellten Plaktatw├Ąnden finden wir das Gemeinderatswahlplakat der CDU ganz links, daneben das der FDP, in Folge SPD und Gr├╝ne und ganz im rechten Feld h├Ąngt ein Plakat der Linke zur Kreistagswahl- soll ich daraus auch R├╝ckschl├╝sse auf das Wahlprogramm ziehen? Aber schlie├člich, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, da die beiden konservativen Parteien eindeutig schneller waren, blieb dem linken Fl├╝gel kein anderer Platz mehr. Die Plakate von SPD und Gr├╝nen zur Gemeinderatswahl sind wohl noch in Druck, denn die Bilder der SPD- und Gr├╝ne-Kandidaten fehlen noch – auch sch├Ân.

Reaktionen der Heddesheimer Fraktionen

Nun haben die Heddesheimer Fraktionen doch reagiert – und zwar so, wie man es erwarten durfte, schlie├člich habe ja alle f├╝r das Pfenning-Projekt gestimmt.

Der Mannheimer Morgen hat angefragt:
„1. Warum sind Sie f├╝r/gegen die Ansiedlung des Unternehmens?“
„2. Wie stehen Sie zu den Bef├╝rchtungen der B├╝rger hinsichtlich der zus├Ątzlichen Verkehrsbelastung?“

Der Mannheimer Morgen schreibt in einem Begleitartikel, dass sich der Widerstand „in einer so genannten Interessengemeinschaft“ formiert habe.
Warum man zu einer Interessengemeinschaft, also einer Gruppe die gemeinsame Interessen verfolgt, „so genannt“ schreiben muss, wei├č nur die Redaktion. Der „so genannten“ Zeitung war sicherlich nicht bewusst, dass sie hier einen abwertenden Ausdruck benutzt.
Wie auch immer…

Die Antworten lesen Sie auf der website der Zeitung hier.

Kurz zusammengefasst:
Interpretationen und Anmerkungen sind von mir und kursiv.

In der Reihenfolge, in die Zeitung die Stellungnahmen gebracht hat:

Die CDU
Chance auf mehr Arbeitspl├Ątze

„In Heddesheim haben die Arbeitspl├Ątze von 2003 bis 2007 um 9,4 Prozent abgenommen, ein Trend der anh├Ąlt.“
Wie soll man das nun verstehen? Vielleicht ist die Zahl der Arbeitspl├Ątze gemeint. Sollte das so sein, ist es recht lustig, wie die CDU f├╝nf Jahre zusammenrechnet, um auf eine einigerma├čen beeindruckende Zahl zu kommen. Beeindruckender w├Ąre, dass Heddesheim seit 2000 ├╝ber 40 Prozent weniger Arbeitslose hat, aber mit dieser Erkenntnis k├Ânnte man ja das „mehr Arbeitspl├Ątze“-Argument glatt vergessen.

„…der Regionalverband rechnet mit zus├Ątzlichen 0,6 bis 0,8 Arbeitspl├Ątze je Arbeitsplatz beim Logistikunternehmen.“
Welcher Regionalverband? Der der Landfrauen, der Kaninchenz├╝chter, der CDU, der….?

„Das zweifellos hohe Verkehrsaufkommen der Anwohner der Ringstra├če ist urs├Ąchlich unabh├Ąngig von der Ansiedlung der Firma Pfenning.“
Der Satz hat es in sich! Die Anwohner sind schuld. Sie sind zweifellos schuld am Verkehrsaufkommen, zumindest steht das da. Und zweitens steht da, dass das Verkehrsaufkommen hoch ist, das aber nichts mit Pfenning zu tun hat. Wer h├Ątte das gedacht. Die Anwohner haben ja genau deswegen Angst, dass es noch mehr wird.

Die SPD
Bedenken werden so nicht eintreten

Na dann.

„Es werden neue Arbeitspl├Ątze und Ausbildungspl├Ątze geschaffen.“
Die SPD hatte schon immer das Problem, es besser wissen zu wollen, als andere. Ein anderer ist Karl-Martin Pfenning. Der wurde im Zuge des Zuschlags f├╝r das Pfenning-Projekt in der Presse so zitiert, dass ca. 450 Arbeitspl├Ątze von Viernheim nach Heddesheim verlagert w├╝rden. Au├čerdem sollen 200 Arbeitspl├Ątze aus der weiteren Region hier zusammengezogen werden. Wie das mit dem Zusammenziehen gemeint war, konnten sich Besucher der B├╝rgerinformation vergangene Woche selbst ausrechnen. Dort pr├Ąsentierte Pfenning die Zahlen (wof├╝r man ja schon fast dankbar sein durfte, weil es endlich mal konkrete Zahlen waren). Danach plant Pfenning 500 Arbeitspl├Ątze in Heddesheim. Macht also ein dickes Minus von 150 Arbeitspl├Ątzen oder gute 20 Prozent Arbeitsplatzabbau. Hinzu k├Ąmen 250 Leiharbeiter. Bei denen ist das halt so, dass sie mal hier mal da besch├Ąftigt sind, sie werden geliehen und nicht eingestellt. Und: 250 Subunternehmer. Dieses Wort l├Ą├čt sich mehr oder weniger auch als Scheinselbst├Ąndiger lesen. Das d├╝rften konkret LKW-Fahrer sein, die, wenn schon denn schon, ihren Arbeitsplatz selbst schaffen – sie sind ja, ├Ąhm, Unternehmer. Sch├Ân, dass die Heddesheimer Genossen sich daf├╝r aussprechen.

„Dies (siehe oben, d.V.) steigert die Attraktivit├Ąt Heddesheims als Arbeits- und Wohnort.“
Um die rhetorische Volte zu genie├čen: 200.000-400.000 Quadratmeter Ackerland werden versiegelt, 1000-2000 LKW werden in Spitzenzeiten auf dieser Fl├Ąche abgefertigt – das ist das Szenario f├╝r die „Mehr-Arbeitspl├Ątze“. Daraus zu folgern, dass die Attraktivit├Ąt als Wohnort gesteigert wird, kann man nur verstehen, wenn man der Arbeiterpartei angeh├Ârt, die gucken n├Ąmlich gerne auf Hallen und f├╝hlen sich nur wohl, wenn die Luft nach Diesel riecht.

„Die Bedenken der B├╝rger (bzgl. Verkehrsbelastung, d.Verf.) sind nachvollziehbar, werden aber so nicht eintreten, da der LKW-Verkehr nicht durch den Ortskern geleitet wird.“
Warum sind diese Texte so schwer verst├Ąndlich. Ich lese, dass jemand den LKW-Verkehr durch den Ortskern leiten wollte und das jetzt nicht so sein wird. Wenn also niemand die LKWs durch den Ortskern leitet, dann wohl drum herum, also beispielsweise auch ├╝ber die Ringstra├če. Da scheinen keine SPD-W├Ąhler zu wohnen.

„Wir werden die FA.Pfenning an ihren Aussagen messen.“
Damit wei├č jeder Heddesheimer, wo die Autorit├Ąt sitzt.

Die FDP
Einnahmen f├╝r die Gemeinde

„Mit Pfenning erwartet die FDP Zug um Zug neue Arbeitspl├Ątze unterschiedlicher Ausbildung und Qualifikation auch f├╝r Heddesheimer ortsnah.“
Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Pfenning gibt seinen Standort Viernheim auf und die Arbeiter werden sicherlich den Weg von Viernheim nach Heddesheim schaffen, um dann dort ihren vermutlich ├╝berwiegend gering bezahlten Job zu machen.

„Wir fordern seit langem eine Verkehrsentlastung in der Ortsmitte und diese Forderung gilt nat├╝rlich auch f├╝r Pfenning.“
Auch nicht schlecht. Man holt sich einen Logistiker ins Haus, der viel Verkehr mit sich bringt und will gerade von dem dann eine Verkehrsentlastung.

Die Gr├╝nen
Brauchen Vertrag zu LKW-Verkehr

„Wichtig f├╝r uns waren die Sicherung von ca. 1000 Arbeitspl├Ątzen in unserer Region…“
Die Heddesheimer Gr├╝nen sehen sich also eher als Regionalverband. Auch gut. Aber viel besser ist, dass sie ca. 1000 Arbeitspl├Ątze sichern, obwohl es (siehe oben) bislang nur 650 oder vielleicht auch nur 500 sind.

„Vor allem das ├Ârtliche Verkehrsaufkommen und hier der Anteil der LKW muss begrenzt werden.“
Die Gr├╝nen wissen was, was andere nicht wissen. Sie fordern weniger LKW und sind f├╝r die Ansiedlung eines Unternehmens, dass selbst zugibt, in Spitzenzeiten bis zu 1000 LKW-Fahrten pro Tag zu erzeugen. Das verstehe, wer will.

„Ein generelles Durchfahrtverbot f├╝r alle schweren LKw (├╝ber 7,5 Tonnen) ist ein denkbarer Weg.“
Starke Forderung. Da Gemeinden aber nicht ├╝ber Landes- und Kreisstra├čen befinden k├Ânnen, wissen die Gr├╝nen, dass ihre starke Forderung von vorneherein zwar denk- aber nicht durchf├╝hrbar ist.

„Dar├╝ber hinaus muss mit Pfenning eine vertragliche Festlegung getroffen werden, dass alle LKW-Fahrten auf die A5 erfolgen m├╝ssen.“
Goldig. Da strahlt die Sonnenblume. Erstens wird es einen solchen Vertrag nie geben, weil er grob wettbewerbsverzerrend w├Ąre und zweitens fragt man sich, ob die gr├╝ne Utopie tats├Ąchlich denkt: Alle LKW auf die Autobahn und alles ist gut.

pro