Dienstag, 20. Oktober 2020

Heddesheim als „Ort der Kunst“: Beeindruckende Fotografien von Martin Kemmet


Martin Kemmet stellt seine Kunst-Fotografie ├╝ber Heddesheimer K├╝nstler zur Zeit im Alten Rathaus aus. Der Schreiner und K├╝nstler Roland Schmitt "posiert" in einer Tabakscheune mitten im Ortskern. Kunst ist immer schon auch Politik - auf der Scheune liegt neben Licht und Schatten auch eine "Ver├Ąnderungssperre". Fr├╝her einmal war Heddesheim die gr├Â├čte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Der Anbau ist eingestellt. Einige Scheunen sind noch da. Diese ist besonders beeindruckend. Bild: Martin Kemmet

Guten Tag!

Heddesheim, 19. September 2011. Unter dem Titel „Ort der Kunst“ er├Âffnete am gestrigen Sonntag der Heddesheimer Kunstverein die Ausstellung mit Fotografien von Martin Kemmet. Es ist der erste Teil eines Projekts, das Heddesheimer K├╝nstler in Fotografien an ihren pers├Ânlichen Kunstorten zeigt. Im Oktober folgt die Ausstellung mit den Werken eben dieser K├╝nstler.

Von Sabine Prothmann

Wer in Heddesheim ein Passbild braucht geht zu Martin Kemmet. Er ist der Fotograf am Ort – f├╝r Hochzeitsbilder, Bilder mit Kindern, Familienportraits, Einschulungen. Wegen dieser Arbeit kennen ihn viele im Ort.

Aber im zweiten Leben ist Martin Kemmet ein K├╝nstler mit der Kamera. Er versteht sein Handwerk und er spielt mit dem Licht, dem Moment, dem Detail.

Die Ausstellung „Ort der Kunst“ mit Fotografien von Martin Kemmet wurde am gestrigen Sonntag mit einer Vernissage im Alten Rathaus er├Âffnet. Und der „Ort der Kunst“ ist Heddesheim.

Die gut vierzig Ausstellungsbesucher waren begeistert.

Heddesheim als Kunstort

Rund zwanzig Fotografien im Alten Rathaus zeigen nicht nur Heddesheimer K├╝nstler, sondern die K├╝nstler auch an ihrem Heddesheimer Kunstort.

Da sieht man zum Beispiel den K├╝nstler und Schreiner Roland Schmitt in dem Dachstuhl einer alten Scheune. Es ist ein Schwarz-Wei├č-Bild und das Licht bricht sich einen Weg durch die Holzbalken. Das ist ganz gro├čartig. Hier und aus diesem Holz ist Kunst entstanden, in doppelter Hinsicht.

Die Malerin Veronika Drop pr├Ąsentiert auf einer Baustelle ihr Bild einer Baustelle. „Das war nicht einfach zu fotografieren“, sagt Kemmet.

Einfach war auch nicht die Fotografie von dem Eingangstor (eine Installation des Heddesheimer K├╝nstlers Kurt Fleckenstein) am Edekakreisel, davor die K├╝nstlerin mit ihrem Gem├Ąlde vom selbigen Eingangstor. Hier wurde mit Weitwinkel gearbeitet und ein faszinierender und fremder Blick auf das Vertraute ist entstanden. „Ich bin da schon tausende Male dran vorbeigefahren, jetzt h├Ątte ich es fast nicht erkannt“, sagt einer Besucherin der Ausstellung.

Vertrautes wirkt fremd

Fast fremd wirkt auch die Kreuzung am Alten Rathaus, davor der K├╝nstler Bernd Gerstner mit seinem Bild vom Rathaus. Idyllisch zeigt sich das Dorf vom Feld her betrachtet, Gerstner sitzt hier mit seiner Staffelei.

Besonders ausdrucksstark sind auch die beiden Schwarz-Wei├č Fotografien, die im Alten Rathaus selbst entstanden sind. Frauen laufen mit B├╝chern in der Hand durch den Raum. Zu den Seiten werden die Bilder unscharf, was Dynamik vermittelt. Es sind die Frauen des Literaturkreises um Eva Martin-Schneider.

Licht und Schatten - Bewegung und Moment. Bild: Martin Kemmet

Ganz anders dagegen die vier aneinandergef├╝gten Fotografien von einem Literatur- und Theaterabend dieser Gruppe – hier liegt der Ausdruck in der Farbe und im Portrait.

Auf einer anderen Fotografie in Schwarz-Wei├č steht fast unwirklich die Scheune im Feld an der Stra├če nach Ladenburg, davor die K├╝nstlerin, sie scheint mit dem Bild zu verschmelzen.

In der katholischen Kirche hat Martin Kemmet die junge Heddesheimer K├╝nstlerin Carolin Przybyla mit ihrem Bild, das abstrakt ein Kreuz symbolisiert, fotografiert.

Eine weitere Schwarz-wei├č Fotografie zeigt den Fotograf selbst auf den Steinkreisen am Badesee, das hat er mit dem Selbstausl├Âser gemacht.

Zehn K├╝nstler beziehungsweise eine Gruppe, Maler, Bildhauer, zehn Orte der Kunst – zehn Motive, die der K├╝nstler Martin Kemmet mit seiner Kamera eingefangen hat.

Die Fotografien sind in drei Wochen entstanden

Der Heddesheimer Kunstverein war auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er darauf Lust habe. Und die hatte er. Durch einen Krankenhausaufenthalt wurde die Zeit ziemlich knapp, letztlich blieben nur noch drei Wochen Zeit.

Von fr├╝h um sechs bis zum Sonnenuntergang habe er K├╝nstler und Orte, Lichter und Details eingefangen, erz├Ąhlt die Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins Veronika Drop in ihrer Einf├╝hrung.

Die Fotografien zeigen Heddesheim als Ort der Kunst, ein normaler Ort, in dem aus einem Traum Wirklichkeit wird. Kemmet wurde zu den pers├Ânlichen Kunstorten der K├╝nstler gef├╝hrt. „Martin Kemmet kann sein Handwerk“, so Drop. Vor allem lobte sie sein Instinkt f├╝r Licht und seinen K├╝nstlerblick f├╝rs Detail.

Die Ausstellung habe einen neuen Blick auf Heddesheim geworfen und „wir sind stolz hier so begabte K├╝nstler und K├╝nstlerinnen zu haben“, sagte Veronika Drop und verwies auf die Ausstellung im Oktober, die eben diese Werke dieser K├╝nstler zeigen wird.

Die Ausstellung ist noch bis zum 09. Oktober 2011 im Alten Rathaus zu sehen, ge├Âffnet ist sie immer sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Anmerkung der Redaktion:
Aus Transparenzgr├╝nden informieren wir Leserinnen und Leser, dass Martin Kemmet CDU-Gemeinderat in Heddesheim ist.

Kunst aus der Mitte des Lebens – 16 Hobbyk├╝nstler stellen aus


Guten Tag!

Heddesheim, 16. M├Ąrz 2011. Unter dem Titel „Inspirationen“ haben 16 Heddesheimer Freizeit-K├╝nstler drei Tage lang im B├╝rgerhaus ihre Werke ausgestellt. Die neue Leiterin der Volkshochschule Theresia Br├╝ck begr├╝├čte die G├Ąste zu dieser ganz besonderen Ausstellung. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage „Jungen Bl├Ąserquartett“.

Von Sabine Prothmann

Im Herbst 1996 fand sich ein kleiner Kreis von Freizeitmalerinnen und Malern zusammen, mit dem Ziel mit Gleichgesinnten ihre Arbeiten einer breiten ├ľffentlichkeit vorzustellen und mit dem Gedanken: „Farben und Formen inspirieren, regen an und bereichern“. Daran erinnerte Ursula Brechtel, langj├Ąhrige Leiterin der Heddesheimer Volkshochschule, in ihren einf├╝hrenden Worten.

Initiator damals und heute: Dietmar He├č

Der Initiator der Hobbymaler-Ausstellung, die alle zwei Jahre stattfindet, war damals und ist es bis heute Dietmar He├č, so Brechtel.

Die ehemalige Leiterin der Volkshochschule betonte, dass ein g├╝nstiges Klima f├╝r Kunst und Kultur sehr wichtig sei. Die Frage: Was ist Kunst? Beantwortete sie mit einem Zitat von Joseph Beuys: „Jeder Mensch ist ein K├╝nstler“. Denn, so Brechtel, jeder Mensch verf├╝ge ├╝ber ein kreatives Potential.

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Hobbyk├╝nstler stellen aus.

Sie beschrieb Kunst als „Gegenwelt zu unserem Alltag“ und die Ausstellung als „Anerkennung f├╝r das, was der K├╝nstler geschaffen hat“.

Gut 80 Besucher waren gekommen, um die unterschiedlichen Bilder der 16 Heddesheimer Hobbyk├╝nstler anzuschauen. Die j├╝ngste K├╝nstlerin, Laura B├Âll, ist 12 Jahre beziehungsweise, wie sie sagt, fast 13 Jahre. Sie habe schon immer gemalt, das habe sie von der Oma und sie ist m├Ąchtig aufgeregt, denn sie stellt zum ersten Mal aus.

Kunst verbindet ├╝ber Generationen hinweg.

Im Kreis der Mitglieder sind 13 Frauen und drei M├Ąnner, das j├╝ngste Mitglied ist knapp 13, das ├Ąlteste 70 Jahre. „Ein Zeichen“, wie es in der Einladung zur Vernissage hei├čt, „dass die Kunst ├╝ber Generationen hinweg verbindet.“

Die Hobbyk├╝nstler malen und arbeiten mit ganz unterschiedlichen Materialien, mit ├ľl, Acryl, Tempera, Aquarell, Pastell, Mischtechniken und Holzschnitt. Aber auch mit Wasserfarben, Bleistift und Kohle. Oder wie Sibylle Engel mit Naturpigmenten, die sie aus dem Roussillion mitgebracht hat. Ihre Bilder und Zeichnungen entstehen aus der Situation aus der jeweiligen Stimmung heraus und so verwendet sie auch immer verschiedene Materialien und Techniken.

Wie aus der griechischen Mythologie entsprungen sind die drei Bilder, die Veronika Drop ausstellt. Mediterrane Farben und Formen erz├Ąhlen Geschichten von vergangenen Zeiten und Menschen, auf Leinwand gemalt und ohne Rahmen.

Die Bilder von Dietmar Hess bestechen durch klare kr├Ąftige Farben und Formen.

Die Bilder zeigen eine beindruckende Vielfalt.

Der Betrachter geht vorbei an l├Ąnglichen Bildern mit bunten Blumenranken in Acryl, die an ostasiatische Kunst erinnern. Er begegnet einem gro├čen Elefantenkopf in Graut├Ânen, er sieht Zeichnungen und Bilder, die die Landschaft und die Orte in der Umgebung auffangen wollen oder sich auf Stillleben in sch├Ânen klaren Farben konzentrieren.

Erw├Ąhnenswert sind sicherlich auch die beeindruckenden Bilder von der jungen K├╝nstlerin Carolin Przybyla. Auf gro├čer Fl├Ąche entwickelt sich bei ihr in warmen T├Ânen abstrakte Malerei, die Gegenst├Ąndliches assoziieren l├Ąsst. Wie Menschengewimmel, das sich zu einem Kreuz formiert.

Die Ausstellung gibt den Besuchern die M├Âglichkeit immer wieder neue Kunstwerke und Details zu entdecken. Die Menschen bleiben stehen, reden mit den K├╝nstlern, bewundern und staunen.

Es ist Kunst aus der Mitte des Lebens und in seiner Vielfalt gro├čartig. Die 16 Heddesheimer Hobbymaler Heike Baar, Maria Bauer, Karin Bayer, Helga Birr, Marco Birr, Laura B├Âll, Veronika Drop, Sibylle Engel, Dietmar He├č, Barbara Kollmar, Heidi Kronauer, Ingmar Neumann, G├╝nther P├Âllmann, Carolin Przybyla, Ina Stabenau und Petra Wett k├Ânnen stolz sein.

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