Montag, 25. September 2017

Ifok-Moderator spricht überraschend offen über seinen klaren Auftrag

Herr Ingerfeld und die Hanseln

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 11. September 2012. (red) Der Ifok-Moderator Andreas Ingerfeld hat auf einer Veranstaltung der Deutschen Logistik-Zeitung einen Vortrag gehalten. Darin erklärt er, wie man als Unternehmer seine Investition schützt und „die Hanseln“ dazu bekommt, zu erkennen, dass der Investor ein Wohltäter ist. Unterm Strich geht es um ein Ziel, wenn die Ifok antritt – die Durchsetzung der Investitionspläne gegen einen möglichen bürgerlichen Widerstand. Als Paradebeispiel bezieht sich der Spin-Doctor auf den Planungsprozess zu „Pfenning“.

Von Hardy Prothmann

Wer tatsächlich jemals geglaubt hat, die Ifok moderiere neutral, ist nach dem Vortrag von Andreas Ingerfeld schlauer. Vor Logistik-Fachleuten erläutert der „Kommunikationsspezialist“ umfassend, worum es geht.

Ein Unternehmer, ein Wohltäter der Menschheit, möchte etwas bauen und wird zu unrecht angefeindet und es werden „unwahre Behauptungen“ aufgestellt. Von Wutbürgern, die allerdings keinen roten Bart mehr haben und auch nicht einer marxistisch-leninistischen Gruppe angehören, sondern Porsche Cayenne fahren, Geschäftsführer sind und ein freistehendes Einfamilienhaus auf 1.000 Quadratmeter Grundstück haben. Und die sind zudem noch sehr gut vernetzt.

Während früher eine Vereinsgründung für eine Bürgerinitiative sehr lange dauerte und teuer war, funktioniert das heute Ruck-zuck. Und gerade Branchen mit einem „nicht so guten Leumund“, wie die Logistikbranche, hätte damit ein großes Problem. Selbstverständlich vergisst Herr Ingerfeld nicht darauf hinzuweisen, wer bei solchen Problemen helfen kann: professionelle „Dialog“-Moderatoren wie er von der Ifok oder vergleichbare Unternehmen. Aber niemals der eigene Pressesprecher, dem glauben die Hanseln nämlich nicht, ist er doch Angestellter des Wohltäters, der zum Schlechttäter diffamiert wird. Die entscheidende Frage lautet:

Trauen Sie Ihrem Kommunikator zu, dass am Ende das Logistikzentrum auch gebaut werden kann?

Kaum jemand in der Zuhörerrunde glaubt das. So war auch die Situation in Heddesheim. Alles passte. Der Bürgermeister Michael Kessler strahlte, der Wohltäter Karl-Martin Pfenning strahlte, der Mannheimer Morgen jubelte, die „Zukunft Heddesheims ist gesichert“. Zwar war bis dato nicht bekannt, dass diese Zukunft gefährdet war. Aber es hörte sich alles so gut an. Doch dann kamen die Hanseln ins Spiel, die sogar den Namen des Wohltäters missbrauchen: Die „IG Nein zu Pfenning“.

Und jetzt hat der Wohltäter ein Problem. Erstens versteht er nicht, warum er angefeindet wird und zweitens versteht er nicht, wie er mit diesen Störenfrieden umgehen soll. Dabei hat der Unternehmer doch das beste vor, „belastet seine GmbH bis an die Schmerzgrenze“ und „dann kommt mit einem Mal eine Verzögerung und die kostet Sie jeden Tag Geld“:

Und dann kommt auf einmal so eine Bürgerinitiative und handelt nicht rechtens, sondern gibt sehr subjektive Meinungen wieder.

Subjektive Meinungen sind also aus Sicht des Spin-Doctors „nicht rechtens“. Aber „brandgefährlich“. Wer sich dagegen rechtfertige, hat verloren:

Die Bürger sind der David und Sie sind der Goliath. Sie werden nicht recht bekommen. Das ist ein Phänomen, mit dem Sie pragmatisch umgehen müssen. Es geht nicht um die Frage, ist das rechtens. Es ist so.

Andreas Ingerfeld weiß die Lösung:

Sie müssen den Bürgern das Gefühl geben, dass Sie sie ernst nehmen. Ich würde einen Schritt weitergehen: Sie müssen sie ernst nehmen.

Andreas Ingerfeld lacht wie sein Publikum über diesen köstlichen Witz und wird dann wieder ernst:

Wer betroffen ist, hat recht.

Das Problem, alle wollen alles, aber nicht da, „wo es mir den Blick verbaut“. Und dann gibt es die neuen Medien – die sind schnell und haben einen „Mobilisierungsgrad, von dem Sie nur träumen“:

Und bis Sie reagieren können, ist der größte Bullshit über Facebook schon verbreitet worden.

Immerhin stellt er das Baurechtsverfahren in Zweifel, das stamme noch aus Preußens Zeiten und funktioniere heute nicht mehr so.

Die nächste entscheidende Frage ist:

Was können Sie tun? Einen vernünftigen Dialog führen.

Ingerfeld erklärt weiter, dass man klar machen muss, über was man redet. Nicht über alles, sondern über „Ihr Thema“. Die Aspekte werden sortiert. Die Konsensfläche ausgearbeitet und dann Stück für Stück von der Agenda runtergenommen. Und dann schafft man „Einigkeit“. Übrig bleiben „Grundsatzfragen“.

Wieder lobt Ingerfeld „Pfenning“:

Die haben was gemacht, was sensationell war. Die haben eine Zusage gegeben, dass die Lkw nicht durch den Ort fahren. Die Bauarbeiten haben mittlerweile begonnen.

Und wenn dann der Vorwurf kommt, der Mediator sei vom Unternehmen oder der Gemeinde bezahlt, ist es gut gelaufen:

Das ist das beste was Ihnen passieren kann. Jetzt wird der Mediator beschimpft und nicht mehr Sie. Sie können sich zurücklehnen, der ist dafür da beschimpft zu werden. Der ist dafür da, sich da rauszukämpfen.

Der Mediator müsse sich auch mal gegen den Auftraggeber stellen, sonst glaubt ihm niemand. Wie das geht, sagt Herr Ingerfeld nicht. Eine denkbare Lösung ist ein verabredeter Konflikt. Der Unternehmer knickt nach außen hin bei einem Punkt ein, macht Zugeständnisse, die der Mediator nutzt, um seine Glaubwürdigkeit zu untermauern. Das kann ein Verkehrslenkungsvertrag sein oder ein anderer „Nebenkriegsschauplatz“. Motto: Verliere einen Kampf und gewinne die Schlacht.

Das Ziel eines Dialogverfahrens der Ifok ist nicht, wie behauptet, eine moderierte, neutrale Hilfe zur Entscheidungsfindung, die völlig offen ist. Die Gemeinde Heddesheim hat 35.000 Euro Steuergelder an Ifok bezahlt, um die Stimmungslage so zu verändern, dass das Ziel, der Bau von „Pfenning“ erreicht wird. „Pfenning“ hat ordentlich Anzeigen im Medienverbund des Mannheimer Morgen gebucht. Die Berichterstattung war unkritisch und „Pfenning“-freundlich.

Die Ifok hat ihren Zweck nur bedingt erfüllt. Bei einer Bürgerbefragung stimmten 50,35 Prozent für das Projekt, 49,65 Prozent dagegen. Diese „Mehrheit“ von 0,7 Prozentpunkten waren real 40 Stimmen. Setzt man das Honorar an, also knapp 1.000 Euro für jede Stimme.

Den Rest hat die Mehrheit aus Bürgermeister, CDU, SPD und FDP erledigt: Das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde und ein sehr großes in der Region wurde entgegen der „guten Sitte, bedeutende Projekt mit großer Mehrheit zu beschließen“ mit der äußerst knappen Mehrheit von 12:9 Stimmen beschlossen.

Das Bensheimer Spin-Doctor-Unternehmen Ifok ist in der Region gut vernetzt und war in Mannheim beispielsweise in Sachen Stadtbahn Nord aktiv.

Leserbrief: Sinneswandel und behaarliches Schweigen der SPD

Guten Tag!

Heddesheim/Ladenburg, 18. November 2010. In seinem Leserbrief wundert sich Grünen-Gemeinderat Günther Heinisch über die SPD, ihren Sinneswandel und das behaarliche Schweigen.

Leserbrief: Günther Heinisch

Herr Merx zeigt sich verwundert über das Verhalten der Grünen in Sachen Bürgerbefragung und der Akzeptanz des Ergebnisses derselben? Versteht die SPD den Unterschied zwischen Bürgerbefragung und Bürgerentscheid? Da muß sie aufpassen. In Sachen Stuttgart 21 fordert Ihr einen „Volksentscheid“ Genossen, das ist wieder etwas anderes, nur daß Ihr da keinen Fehler macht.

Die Fraktion der Grünen ist „in sachlicher Art“ am Ratstisch und da offenbar diejenige Fraktion, die „gemeinsam anstehende Aufgaben“ angeht und SPD Anträge, die offenbar nur für die Galerie gestellt wurden, verteidigt und begründet, während sich die SPD den Schneid abkaufen läßt.

Beim Thema „Barrierefreies Heddesheim“ hat die SPD den Antrag zwar „auf den Weg gebracht“ aber dahinter zu stehen scheint sie nicht. Sonst hätte sie sich den Kernpunkt eines Behindertenbeauftragten nicht so schnell vom Bürgermeister ausreden lassen. Obwohl die SPD also Gemeinsamkeiten sieht, ist sie nicht in der Lage einsichtsgeleitet zu handeln. Schade.

An anderer Stelle hat die SPD sich auch verwundert über die Grüne Demonstration gegen Pfenning gezeigt und sich Sorgen um das Demokratieverständnis der Grünen gemacht. Dabei war sie selbst mit einem Gemeinderat vertreten. Oder sollte Rat Michael Bowien bereits wegen Unbotmäßigkeit aus der SPD
ausgeschlossen worden sein? Es ist immer nützlich auf andere loszugehen um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.

Wir hätten eigentlich zumindest noch ein weiteres Mitglied der SPD Gemeinderatsfraktion erwartet. Im „Gemeinderatsprotokoll Nr. 1/2001 Öffentlich Sitzung vom 25. Januar 2001“ ist zu lesen, daß „Mit Schreiben vom 30.12.2000 hat Herr … Bugla Einwendungen gegen die Änderungen des Flächennutzungsplanes zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbepark Hirschberg“ vorgebracht. Dieses Schreiben wurde von den Eheleuten Bugla sowie von 91 weiteren Personen
unterschrieben. Die Mehrzahl dieser Personen wohnt in der Großsachsener Straße.“

Diesen Sinneswandel und das beharrliche Schweigen von Frau Gemeinderätin Bugla zu allen Bereichen im „Verfahren Pfenning“ darf die SPD den Bürgerinnen und Bürgern Heddesheims gerne erklären bevor sie sich über die Grünen ausläßt. Vor allem den 89 Mitunterzeichnern aus dem Bereich Großsachsener Straße ist sie eine Erklärung bis heute schuldig geblieben.

Günther Heinisch
Bündnis 90/Die Grünen

Neujahrsansprache: Auch 2010 „kein Verständnis“

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Januar 2010. Der Neujahrsempfang ist für einen Bürgermeister die Gelegenheit zurück, aber vor allem nach vorne zu schauen. Michael Kesslers Blick auf die Zukunft ist der in die Vergangenheit. Er bleibt unversöhnlich und wird auch 2010 kein Verständnis zeigen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Gleich nach den üblichen Begrüßungsfloskeln kam Bürgermeister Michael Kessler auf das Thema in der Gemeinde, „das seit langem wie kein anderes kontrovers diskutiert worden ist“: Die geplante „Pfenning„-Ansiedlung.

„Bürgerinitiativen haben großen Einfluss“, sagte Kessler, „und bemühen sich, alternative Wege aufzuzeigen.“ Wer jetzt erwartete, dass der Bürgermeister einen Schritt auf die Gegner des Projekts zumacht, wurde enttäuscht. „Sie vertreten aber auch eigene Interessen. Bürgerinitiativen haben eng begrenzte Ziele“, sagte Kessler. Und: „Ich habe kein Verständnis dafür, wenn unterstellt wird, dass wir nicht zum Wohl der Gemeinde handeln.“

Bürgermeister Kessler war im vergangenen Jahr ein Verständnisloser und wird es auch in diesem Jahr bleiben. Verständnis und Selbstkritik übt er in einem Satz, den er aber im Konjunktiv formuliert: „Umfangreichere Informationen zu Beginn hätten vielleicht dazu beigetragen….“

Doch dann legt er nach und kritisiert „Auswüchse, die die Ebene der Sachlichkeit verlassen haben“. Damit meint er nicht sich und andere „verdiente Persönlichkeiten“ der Gemeinde. Damit meint er ausnahmslos alle, die nicht seiner Meinung sind.

Damit zementiert Bürgermeister Kessler seinen unversöhnlichen, herrischen Standpunkt. Er betont die Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats (11:9) für das Vorantreiben der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung und erhebt einen Vorsprung von 0,7 Prozentpunkten bei der Bürgerbefragung zum mehrheitlichen Willen der Bürger (50,35 Prozent : 49,65 Prozent).

Schade, dass er es nötig hat, mit diesem Tunnelblick auf das neue Jahr zu schauen.

Als hätten die Autoren des Artikels „Bürgerinitiative“ der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia sich eingehend mit Heddesheim beschäftigt, steht dort zu lesen:

„Für das Entstehen von Bürgerinitiativen sind z. B. die Probleme des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundenen Umweltbelastungen verantwortlich. Dieser Bereich wird von den Interessenverbänden kaum abgedeckt und muss deshalb durch Bürgerinitiativen eingeklagt werden.
Des Weiteren ist ihr Entstehen meist auf ein Versagen von politischen Planern in Parteien und Verwaltungen zurückzuführen. Viele Bürger kritisierten, dass diese Planer lediglich sachliche Korrektheit, nicht aber die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigten.
Einen nicht minder wichtigen Anteil an der Entstehung von Bürgerinitiativen hat sicherlich auch die außerparlamentarische Opposition (APO).
Kritiker von Bürgerinitiativen betrachten sie als reine Verhinderungsallianzen, die das Wirtschaftswachstum behindern und häufig auf egoistischen Anrainerinteressen beruhen.“

Der Bürgermeister sieht sich als Statthalter des Gemeinwohls und alle, die nicht seiner Meinung sind, als Egoisten.

Damit macht er mit dem weiter, was ihm viele Heddesheimer Bürgerinnen und Bürger schon im vergangenen Jahr 2009 übel genommen haben – er treibt den Keil tiefer und tiefer und behauptet, andere seien daran schuld.

Lesetipp hirschbergblog:
Der Vertrauenspsychologe

Die „politische Bewertung“ der Bürgerbefragung im Gemeinderat durch die Fraktionen

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Oktober 2009. Eine knappe Mehrheit im Gemeinderat hat sich mit 11:9 Stimmen für den Fortgang des Verfahrens zur geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ ausgesprochen. Die Stellungnahmen verliefen erwartungsgemäß. Der Zuhörerraum musste bis in den Gang hinaus erweitert werden: Ãœber 80 Bürger waren zur Gemeinderatssitzung gekommen.

heddesheimblog

Die ersten drei Punkte der Tagesordnung waren schnell erledigt: Niederschrift der Juli- und Augustsitzungen, Bekanntgabe nicht-öffentlicher Beschlüsse sowie die Fragezeit für Einwohner.

Die meisten Zuschauer interessierte Top 4 – die kommunalpolitische Aussprache und Bewertung der Bürgerbefragung vom 27. September 2009. Die Positionen der Gemeinderäte zum Ergebnis der Bürgerbefragung aber waren wenig überraschend.

CDU: Ansiedlung ist wichtig und notwendig

CDU-Fraktionschef Dr. Josef Doll sagte: „Die ersten beiden Fragen waren sehr wichtig. Obwohl diese von der Gegenseite negativ beurteilt worden waren, sind sie von den Bürgern sehr gut angenommen worden. Bei der dritten Frage gab es eine knappe Mehrheit. Die CDU-Fraktion hält die Ansiedlung für wichtig und notwendig. Wir stimmen mehrheitlich zu.“

Bündnis90/Die Grünen: Die Hälfte der Bürger will diese Ansiedlung nicht

Grünen-Fraktionchef Klaus Schuhmann sagte: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten der Bürgerbefragung bedanken. Dieses Instrument war ein Novum in der Geschichte Heddesheims und ein besonderes Element von Bürgernähe. Das Ergebnis hat gezeigt, dass nicht nur eine Handvoll Bürger gegen die geplante Pfenning-Ansiedlung ist, sondern die Hälfte der Bürger. Das hat verschiedene Gründe: der Verkehr ist schon heute unerträglich und nicht mehr tolerabel und viele befürchten den Verlust von Wohnwert. Aus unserer Sicht ist das Ergebnis ein voller Erfolg, weil die Hälfte der Bürger diese Ansiedlung nicht will, auch wenn die Befragung nicht mit einem Bürgerentscheid gleichzusetzen ist.“ Schuhmann äußerte die Hoffnung, dass der Gemeinderat sich einem von SPD-Gemeinderat im Vorfeld ins Spiel gebrachten Leitbild für die Gemeinde widmen werde.

SPD: Wir brauchen keine einzelnen Unruhestifter

SPD-Fraktionschef Jürgen Merx sagte: „Wir hätten uns ein klares Votum erhofft, werten das Ergebnis der Bürgerbefragung aber positiv. Die überwiegende Mehrheit hat sich für eine weitere Entwicklung und eine kleine Mehrheit für diesen Markt der Zukunft, der auf Wachstum aus ist, ausgesprochen. Jeder Gemeinderat muss für sich bewerten wie er entscheidet. Pfenning hat viele Zusagen gemacht. Weiter hoffen wir auf ein konstruktives Miteinander. Wir brauchen keine einzelnen Unruhestifter.“

FDP: Wir erwarten ein zügiges Verfahren

FDP-Fraktionschef Frank Hasselbring sagte: „Die FDP hat während der vergangenen Monate eine geradlinige Haltung gezeigt. Unsere Erwartungen wurden erfüllt und die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung sind gegeben. Wir erwarten ein zügiges weiteres Verfahren.“

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Das heddesheimblog

0,7 Prozentpunkte Vorsprung für „Pfenning“-Ansiedlung

Hinweis: Bitte beachten Sie bei der Lektüre, dass die Zahlenangaben sich auf die Berechnungsergebnisse der Gemeinde beziehen. Die Redaktion hat die Zahlen erneut berechnet und kommt auf andere Ergebnisse.

Guten Tag!

Heddesheim, 28. September 2009. Die Bürgerbefragung ist äußerst knapp ausgegangen. 50,35 Prozent der Teilnehmer stimmten für eine Ansiedlung der Unternehmensgruppe Pfenning, 49,65 Prozent dagegen. Dazwischen liegen 0,7 Prozentpunkte.

Die Bürgerbefragung zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung hat keine eindeutige Mehrheit erbracht: 50, 35 Prozent der Teilnehmer stimmten für die Ansiedlung, 49,65 Prozent dagegen. Rechnerisch ergibt sich also ein Vorteil für die Befürworter von 0,7 Prozentpunkten.

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer lehnt eine weitere Entwicklung der Gewerbegebiete ab: 25,74 Prozent. 74,26 Prozent sprechen sich dafür aus.

Mehr als ein Fünftel der Teilnehmer lehnt den Ausbau von Arbeitsplatz- und Ausbildungsangeboten ab: 21,81 Prozent. 78,19 Prozent stimmten dem zu.

Auffällig sind die Ergebnisse zu den ersten beiden Fragen und der dritten Frage. Während bei den ersten beiden Fragen jeweils rund neun Prozent ungültige Stimmen gezählt wurden, waren es bei der dritten Frage nur gut ein Prozent ungültige Stimmen.

Die Beteiligung an der Bürgerbefragung betrug 64,33 Prozent. 9077 Personen waren zur Bürgerbefragung aufgerufen, 5839 nahmen daran teil.

Link: Download der detaillierten Ergebnisse

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Das heddesheimblog

Briefwahl – Rund 1200 Briefe zur Bürgerbefragung und 1700 zur Bundestagswahl eingegangen

Guten Tag!

Heddesheim, 26. September 2009. Es zeichnet sich eine hohe Beteiligung bei der Bundestagswahl und der Bürgerbefragung ab.

Im Rathaus sind bis heute Mittag, 12:00 Uhr, bereits fast 1.200 Briefe zur Bürgerbefragung und 1.700 Briefe zur Bundestagswahl 2009 eingegangen. Wahlamtsleiter Achim Weitz sagt: „Das deutet auf eine hohe Wahlbeteiligung hin.“

2005 lag die Wahlbeteiligung in Heddesheim bei über 80 Prozent. Gewinner des Wahlkreises 274 (Heddesheim) war die SPD mit 35,8 Prozent, dicht gefolgt von der CDU mit 34,9. Zugleich mussten beide Parteien Stimmen abgeben, die SPD fast vier Prozentpunkte, die CDU drei Prozentpunkte. Auch die Grünen hatten einen Prozentpunkt verloren und kamen auf 9,4 Prozent. Steigern konnte sich mit fast drei Prozentpunkten plus nur die FDP, die auf 11,2 Prozent gekommen war.

Link: Schaubild

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Das heddesheimblog

Manipulationsgerüchte und Tatsachen


Guten Tag!

Heddesheim, 26. September 2009. Im Ort gehen Gerüchte um, die Bürgerbefragung könnte manipuliert werden. Für diese Vorwürfe gibt es keine Anhaltspunkte – außer einer hohen Nervosität.

Für Irritationen sorgte der Stimmzettel zur Bürgerbefragung, der sich ohne großen Aufwand leicht kopieren lässt. Könnte nicht einfach jemand statt einem Stimmzettel gleich mehrere abgeben, um die Befragung zu beeinflussen?

Das heddesheimblog hat noch einmal beim Wahlamt im Rathaus nachgefragt – Achim Weitz sagt: „Sollte bei der Briefwahl mehr als ein Fragebogen in einem Brief abgegeben worden sein, werden diese Stimmzettel ungültig. Im Wahllokal kann auch immer nur ein Stimmzettel eingeworfen werden, darauf achten die Helfer an den Urnen.“

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Das heddesheimblog

Sonderschicht im Rathaus


Guten Tag!

Heddesheimblog, 25. September 2009. Der Bürgerservice des Rathauses wird auch am Samstag, den 26. September von 09:00-13:00 Uhr geöffnet sein.

heddesheimblog

In dieser Zeit sind im Bürgerservice des Rathauses die durch das Rathaus zur Verfügung gestellten Informationen zugänglich. Dort können auch „Stellungnahmen“ abgegeben werden. Außerdem können „Erläuterungen“ zum geplanten Projekt „gegeben werden“.

burgerbefragung

Bis Samstag, den 26. September 2009 könnten hier Briefabstimmungen eingeworfen werden. Bild: hblog

Auch die Teilnahme an der Bürgerbefragung per Brief kann ebenfalls noch am Samstag beantragt oder abgegeben werden, falls am Sonntag eine Teilnahme an der Bürgerbefragung nicht möglich sein sollte.

Ein Einwurf in den Briefkasten des Rathauses bzw. eine Ãœbergabe am Befragungstag im Wahlbüro in der Schulturnhalle der Hans-Thoma-Schule, Schulstr. 4 ist bis Sonntag 27.09.2009, 18.00 Uhr möglich.

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Was vom „Leuchtturmprojekt“ übrig bleibt


Guten Tag!

Heddesheim, 24. September 2009. Das heddesheimblog dokumentiert die Aussage von Karl-Martin Pfenning auf der IFOK-Bürgerveranstaltung am Freitag, den 18. September 2009. Nach Darstellung von Herrn Pfenning, bezeichnete der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die geplante „Pfenning“-Ansiedlung als Leuchtturmprojekt. Diese Aussage ist nicht belegt.

Der Unternehmenschef der KMP-Holding GmbH, Karl-Martin Pfenning sagte im Wortlaut:

„Ende letzten Jahres 2008 war ich bei einem Roundtable-Gespräch eingeladen von Bundesumweltminister Gabriel. Bei diesem Gespräch habe ich in groben Zügen unser Bauvorhaben in Heddesheim vorgestellt. Und ich kann Ihnen nur eins sagen, er (Bundesumweltminister Gabriel, d. Red.) sagte zu mir: „Das ist genau das, was die SPD und die Grünen eigentlich wollen. Ich wäre froh, alle Logistikzentren in Deutschland hätten diese Bauausführung wie das, was Sie dort in Heddesheim planen. Für mich ist das ein Leuchtturmprojekt, was Sie dort realisieren wollen und ich würde gerne bei der Einweihung zugegen sein.“ Das möchte ich nochmal in aller Deutlichkeit gesagt haben, weil es ja immer heißt, dieses Objekt wäre umweltschädlich.“

Diese Aussage von Herrn Pfenning können Sie hier gleich am Beginn des Videos im Original sehen.

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Teilnahme an der Bürgerbefragung per Brief noch möglich


Guten Tag!

Heddesheim, 24. September 2009. Noch ist eine Briefwahl möglich – sofern Sie die entsprechenden Unterlagen noch nicht haben, können Sie diese im Bürgerservice abholen.

Das Bürgermeisteramt Heddesheim informiert:

„Wie bei der Bundestagswahl, so ist auch für die Bürgerbefragung am 27.09.2009 eine Teilnahme per Brief bis Freitag 25.09.2009, 18.00 Uhr möglich.
Die Unterlagen können im Bürgerservice im Rathaus beantragt werden. Hierzu ist das Einladungsschreiben zur Bürgerbefragung auf der Rückseite persönlich zu unterschreiben.
In Fällen von plötzlicher Erkrankung ist es möglich bis zum Befragungstag 15.00 Uhr noch Unterlagen zur Teilnahme per Brief auszustellen.
Auch für Personen die bereits per Briefwahl ihre Stimme nur für die Bundestagswahl abgegeben haben, ist die Teilnahme an der Bürgerbefragung per Brief weiterhin möglich.
Wenn Sie an der Bürgerbefragung per Brief teilnehmen, so stellen Sie bitte sicher, dass Ihr Brief rechtzeitig beim Wahlamt eingeht. Ein Einwurf in den Briefkasten des Rathauses bzw. eine Ãœbergabe am Befragungstag im Wahlbüro in der Schulturnhalle der Hans-Thoma-Schule, Schulstr. 4 ist bis Sonntag 27.09.2009, 18.00 Uhr möglich.

Bürgermeisteramt“

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„Bürgerbefragung läuft unter Wahlbedingungen ab


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Zum Prozedere der Briefwahl haben sich Bürger an die Redaktion des heddesheimblogs gewandt: Beispielsweise wurde moniert, dass ein Briefwahlumschlag zur Bürgerbefragung von einer Gemeindebediensteten angenommen wurde und „in einer Schublade“ verschwand.

heddesheimblog

Achim Weitz (Rathaus/Wahlamt) sagt auf Anfrage: „Diese Aussage ist falsch. Die Briefe werden genauso gesammelt wie die Briefwahlumschläge, die mit der Post kommen oder in den Briefkasten des Rathauses eingeworfen werden. Die Bürger können davon ausgehen, dass die Bürgerbefragung korrekt behandelt wird und unter gleichen Bedingungen wie eine Wahl abläuft. Dass Briefumschläge abgegeben werden, ist das normale Verfahren. Die Bediensteten werfen diese dann in die Urne ein.“

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RNF-Bericht über Bürgerveranstaltung


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Der Sender RNF hat einen Beitrag über die Bürgerveranstaltung vom 18. September 2009 gebracht.

Hier geht es zum Beitrag: Bürger kritisieren Speditions-Neubau

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Das heddesheimblog

Die Podiumsbesetzung für die Bürgerveranstaltung steht fest.


Guten Tag!

Heddesheim, 15. September 2009. Die Teilnehmer auf dem Podium bei der Bürgerveranstaltung stehen seit heute vormittag fest.

Die Bürgerveranstaltung am 18. September 2009 in der Nordbadenhalle soll als 4. IFOK-„Dialog“ die Bürger zum geplanten Pfenning-Projekt informieren. Auf dem Podium werden für die Befürworterseite sitzen: Bürgermeister Michael Kessler sowie Uwe Nitzinger und Karl-Martin Pfenning, beide Geschäftsführer der KMP-Holding GmbH (Penning).
Auf der Gegenseite werden sitzen: Dr. Kurt Fleckenstein (IG neinzupfenning), Kurt Klemm und Klaus Schuhmann (beide Grünen-Gemeinderäte).
Außerdem wird Herr Kristian Mansfeld als „unentschiedener“ Bürger und Unternehmen teilnehmen.

Fachvorträge werden gehalten von: Burkhard Leutwein (Verkehrsgutachten), Günter Krüger (Architekt) und Ilsmarie Warnecke (Umweltgutachten).

Bis zur Zusage der IG neinzupfenning war für die Gegenseite Herr Richard Landenberger, Kreisvorsitzender des BUND, im IFOK-„Dialogkreis“ vorgeschlagen worden. Die IFOK informierte Herrn Landenberger aber nicht über dessen mögliche Teilnahme. Herr Landenberger erfuhr aus dem Protokoll der 3. „Dialogsitzung“ von seiner Nominierung und fragte dann von sich aus telefonisch bei der IFOK nach, bis wann er mit einer Zusage rechnen könne.
Er wurde mehrmals vertröstet und stellte dann bis Montag, 14. September 2009, eine Frist. Die IFOK bat ihn, bis heute vormittag diese Frist zu verlängern, weil die IFOK dann mit Antwort der IG neinzupfenning rechnete.

Richard Landenberger kommt aber dennoch zum Zug. Am Mittwoch, den 16. September 2009, 19:00 Uhr, veranstaltet der BUND zusammen mit der IG neinzupfenning und dem Ortsverband Bündnis90/Die Grünen einen Informationsabend im Bürgerhaus:  „Nachhaltige Entwicklung des Gewerbegebiets – Heddesheim ohne Pfenning“

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Das heddesheimblog

Die Pfenning-Information im Rathaus


Guten Tag!

Heddesheim, 11. September 2009. Die Informationen der Gemeinde zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung sind seit Montag im Rathaus ausgestellt.

Noch fehlen die Plakate der IFOK und die Themen zur 4. IFOK-Veranstaltung am 18. September 2009 in der Nordbadenhalle.

Die Präsentation der Informationen erscheint reichlich lieblos. An einem Tisch können die Bürger Einsicht in die bisher vorliegenden Gutachten sowie die Protokolle der IFOK-„Dialoggespräche“ nehmen. Der informationshungrige Bürger muss dazu unter den Augen alle Rathaus-Angestellten und aller Personen, die den Bürgerservice betreten an einem Tisch mit dem Rücken zum Raum Platz nehmen.

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Lieblose Präsentation. Bild: hblog

Man kann getrost davon ausgehen, dass diese Atmosphäre wenig einladend und damit geeignet ist, dass Bürger diese „Informationsmöglichkeit wahrnehmen.

Die Ausstellung wäre erheblich besser in einem eigenen, ruhigen Raum aufgehoben.

Kritische Informationen des BUND oder der IG neinzupfenning oder eine Sammlung der zum Thema veröffentlichten Medienartikel fehlen vollständig.

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Leere Flächen: Die Informationen der IFOK fehlen noch. Bild: hblog

Die Informationsstellwände im Rathaus sind deswegen nur als Teilinformation zu betrachten.

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Das heddesheimblog

Wie die Abstimmung ausgeht – ist eine gute Frage


Guten Tag!

Heddesheim, 10. September 2009. Wie gewohnt, guckt das heddesheimblog über den Tellerrand auf das, was die anderen machen. Der Mannheimer Morgen lässt über Pfenning beispielsweise abstimmen. Interessant ist, was das „Ergebnis“ aussagt.

Nach dem aktuellen Zwischenergebnis bei der Umfrage des Mannheimer Morgens ist die Frage der Pfenning-Ansiedlung abgelehnt. Damit es auch die SPD versteht: 55 Prozent Nein / 45 Prozent Ja sind ein klares Votum.

Das überrascht uns nicht. Auch bei unserer Umfrage „Ja oder Nein zu Pfenning“, gibt es mehr Gegner: 50 Prozent zu 47 Prozent. Drei Prozent stimmten für „Weiß nicht“.

Lässt sich daraus schließen, dass dies ein Trend ist?

Nein. Erstmal muss klar sein, dass diese Art von Umfragen manipulierbar sind. Teils werden sie „automatisch“, also ohne böse Absicht durch technische Gegebenheiten manipuliert, darüber hinaus kann man die Manipulation steuern.

Man muss zuerst feststellen: Beide Abstimmungen müssen mit Skepsis betrachtet werden. Es kann ebenso gut sein, dass interessierte Gegner die Zahlen „hochtreiben“, wie dass ein kleiner Haufen interessierter „Unterstützter“ eine Menge vorgibt, die nicht existiert.

Darüber hat das heddesheimblog schon aufgeklärt.

Schade ist, dass der Mannheimer Morgen das nicht tut. Er gibt in seiner „Abstimmung“ auch keine Information über die Zahl der „Stimmen“.

Egal. Wie geht sie aus? Die Bürgerbefragung?

Dazu muss man erst noch einmal darüber nachdenken, was bislang passiert ist:

  • In nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzungen wurde die Ansiedlung „ausgehandelt“
  • Das Projekt wird der Öffentlichkeit bekannt gegeben
  • Die IG neinzupfenning bringt den Ort mit einem Flyer in Aufruhr – plötzlich gibt es Zweifel
  • Der Bürgermeister Michael Kessler „informiert“ die Bürger am 21. April
  • Kurz darauf schreibt der Bürgermeister ganze sechs Seiten Pro Pfenning – ohne einen einzigen Zweifel anzugeben!
  • Mit der Kommunalwahl 2009 ändert sich die „gewohnte“ Ordnung. Die Grünen gewinnen 100 Prozent dazu und sind mit sechs Sitzen jetzt zweitstärkste Fraktion. Mit Martin Kemmet, Michael Bowien und Hardy Prothmann sitzen drei „Ãœberraschungskandidaten“ im Gemeinderat. Allen dreien hatte man wenig bis keine Chancen zugerechnet.
  • Die Diskussion um das Pfenning-Projekt zieht an.
  • So sehr, dass der Bürgermeister mit dem alten Gemeinderat die IFOK engagiert – vier „Dialog“-Gespräche für 35.000 Euro. Das sind 8.750 Euro pro „Dialog“. Die IFOK sagt, sie ist unabhängig.
  • Der Bürgermeister stellt die IFOK Ergebnisse auf der homepage, im Rathaus und per „Informationsschrift“ der Bevölkerung zur Verfügung.
  • Im Sommerloch gibt Bürgermeister Kessler Auskunft, die „Pfenning-Gruppe“ sei nur ein „Platzhalter“ gewesen, um die „plötzliche“ Präsens des Investors „Phoenix 2010 GbR“ zu erklären.
  • „Pfenning“ beginnt mit Tag der offenen Tür, Info-Prospekten und Anzeigen eine Kampagne – was erlaubt ist. Auch wenn die „Mittel“ ungleich verteilt sein dürften.
  • Am 16. September lädt der BUND ins Bürgerhaus zu einer Informationsveranstaltung ein, am 18. September lädt der Bürgermeister zur 4. IFOK-Veranstaltung ein.
  • Am 20. September 2009 richtet der BdS einen Tag der offenen Gewerbegebiete aus.
  • Am 27. September findet die Bürgerbefragung zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung statt. Gleichzeitig auch die Bundestagswahl 2009.
  • Wahrscheinlich wird davor auch der Heddesheimer Gemeinderat nochmals tagen. Und sehr sicher wird es eine „nicht-öffentliche“ Sitzung zum Thema geben.

Jetzt haben wir nachgedacht. Sind wir schlauer? Nicht wirklich. Der „gefühlte und wachsende“ Widerstand scheint größer als die Front der Befürworter. Alles deutet darauf hin.

Wem gilt der Widerstand? Der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung? Ganz sicher. Aber es kommt etwas hinzu. Die zwei Suggestivfragen vor der „Entscheidungsfrage“, die nichts entscheidet, weil sie nicht verbindlich ist. Trotzdem wurden diese „zwei depperten“ Fragen gestellt.

Das ist den Bürgern sauer aufgestoßen. Das kann man – bei aller gebotenen Vorsicht – auch aus den Zahlen der MM-Abstimmung rauslesen: Fast ein Viertel ist gegen die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets. 13 Prozent sind gegen eine Bemühung um Arbeits- und Ausbildungsplätze. Diese Zahlen überraschen nicht, sie zeigen, wie viele der Besucher aus „Prinzip“ alle Fragen mit Nein beantworten.

Das „Prinzip“ ist dabei Protest. Sicher gegen Pfenning, aber noch viel mehr gegen den Bürgermeister Michael Kessler und die „vertrauten“ Strukturen der „alten“ Gemeinderäte.

Pfenning übrigens macht das einzig richtige: Es verlässt sich auf gute Marketing-Berater, statt auf die Gemeinde. Pfenning gibt Gas, weil das die Gemeinde, respektive der Bürgermeister, nur in beschränktem Umfang tun kann – beispielsweise mit der „Information zur Bürgerbefragung“.

Die Stimmung ist für jeden Beobachter klar gegen die Ansiedlung. So wird sie auch aller Voraussicht nach entschieden. Die eigentliche Frage ist: Wie geht die Bürgerbefragung aus? Ist 55:45 ein klares Ergebnis oder erst 60:40 oder gar erst 70:30 oder nicht schon 25:75 (Nein- zu Ja-Stimmen)?

Keine der Parteien hat sich bislang dazu geäußert, obwohl sie darüber intern heftig nachdenken und diskutieren.

Was die Bundes- und Landeskollegen an Transparenz und Offenheit (auch wenn das vielleicht zum „Spiel“ gehört) vorleben, erreicht die meisten Ortsverbände nicht.

Deswegen ist es auch vollständig egal, ob die CDU und die FDP für Pfenning werben, die Grünen die Ablehnung empfehlen und die SPD nicht weiß, was sie will.

Die „Auffassungen der Gemeinderatsfraktionen“ wird tatsächlich nur wenige Heddesheimer Bürgerinnen und Bürger interessieren.

Sie werden nach ihrem Gefühl wählen, denn Sie selbst sind mehr oder weniger betroffen. Betroffenheit hilft oft zu einer guten Wahlbeteiligung.

Es ist übrigens auch erlaubt, nur bei der Bürgerbefragung seine Stimme abzugeben. Diese Info an alle Bundestagswahl-Muffel.

Und wenn Sie schon auf dem Weg sind, wählen Sie auch bei der Bundestagswahl 2009. Was Sie wollen. Es sind freie Wahlen.

Lesen Sie auch: Informationen zur Bürgerbefragung

Der gläserne Gemeinderat: Ist diese „Information zur Bürgerbefragung“ korrekt?

Heddesheim, 10. September 2009.

Guten Tag!

  • Ist das eigentlich korrekt, so wie die „Information zur Bürgerbefragung“ herausgegeben wurde?
  • Kann der Bürger nicht erwarten, dass er umfassend über die Risiken einer solchen Ansiedlung informiert wird?
  • Wieso gab es nicht wenigstens eine Seite „Kritik und angenommene Risiken“?
  • Wäre es nicht transparent gewesen, auch dem BUND und der IG neinzupfenning wenigstens je eine halbe Seite anzubieten?

Dann nämlich wären die Bürger informiert worden: Ãœber Vorteile und über Nachteile (in die nicht nur im Nebensatz). So nutzt der Bürgermeister wiederum eine mediale Verbreitung mit unfairen Mitteln.

Dem Bürgermeister Michael Kessler ist jedes Mittel recht, um sein Gesicht zu wahren. Ich persönlich glaube ihm kein Wort, wenn er sagt: „Mir ist es wichtig, dass der Gemeinderat die Meinung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger hören kann.“

Die Meinungen sind ihm egal. Es kommt ihm auf die Stimmung an. Er will wissen, wie die politische Lage ist. Auf jeden Fall will er als Gewinner aus der Sache rauskommen – davon ist er aber noch weit entfernt.

Diese „Information“ ist die Langfassung der „depperten Fragen“

Diese „Information zu Bürgerbefragung“ ist ein weiteres Indiz, was der Bürgermeister von uns Heddesheimern hält. Nicht viel. Diese „Information“ ist nur die Langfassung der von Fritz Kuhn zu recht als „völlig depperte“ Fragen 1 und 2 der Bürgerbefragung.

Aber auch die Parteien waren enttäuschend. Wie einfach wäre eine übersichtliche Liste zu schreiben gewesen: Was spricht für Ja, was für Nein?

Trotzdem wurden klare Positionen: Die CDU und die FDP werben für Pfenning, die Grünen werben gegen Pfenning und die SPD, ja die beugt sich einem „klaren Votum“, wenngleich sie nicht definiert was das ist. So bleibt die SPD bei einem vielleicht nicht ganz „klarem Votum“ – wie wahrscheinlich noch oft in der Zukunft – das große Rätsel.

Die Teilinformationskampagne des Bürgermeisters setzt sich auch im Rathaus fort. Dort wird die IFOK, kommunikationstechnisch optimiert, für das Projekt werben. Die IFOK würde sicher sagen, sie moderiert das nur.

Der Bürgermeister hat keine basisdemokratische Grundhaltung

Und bei all diesem Aufwand ist der Bürgermeister noch nicht mal in der Lage, beim Nussbaum-Medienverlag anzurufen und zu sagen: „Liebe Leut, veröffentlicht die Gegendarstellung und die Anzeige. Bei uns wird nichts unter den Teppich gekehrt.“

Ich weiß, dass klingt utopisch. Denn dazu müsste der Bürgermeister diese basisdemokratische Grundhaltung haben. Die hat er aber nicht.

Ansonsten hätte er die „Information zur Bürgerbefragung“ mindestens mit gleichen Informationsteilen für ein Ja und ein Nein angeordnet. Wenn er sich dann hinstellt und sagt: Die Entscheidung ist wichtig. Meine Entscheidung ist Pro Pfenning, dann wäre er zumindest glaubwürdig.

Die Auffassungen der Gemeinderatsfraktionen


Guten Tag!

Heddesheim, 10. September 2009. Auch die Gemeinderatsfraktionen haben „Auffassungen“ zur geplanten Pfenning-Ansiedlung. Zumindest steht das so in der „Information zur Bürgerbefragung“.

Kommentar: Helle Sema

CDU-Fraktion (8 Mitglieder)

Die CDU verzichtet in ihrer Auffassung diesmal auf die gewohnte Angstkampagne, wirbt aber für die Pfenning-Ansiedlung. Dabei kombiniert sie die bekannten Sprechblasen: „Wohl der Gemeinde“, „wichtige Aufgabe“, „starker Wettbewerb“, „erhebliche Vorteile“, „Entwicklungsrisiko“, „Steuerzahlungen“, „Impulse“, „weitere positive Folgen“.

Nachdem Sie die Schlagworte gelesen haben, wissen Sie, was in dem Text steht.

Bündnis90/Die Grünen (6 Mitglieder)

Die Grünen empfehlen als einzige Fraktion die Ablehnung des Projekts. Mittlerweile würden „mehr Fragen als Antworten zu dem Projekt auftauchen“, „der zu erwartende Nutzen der Ansiedlung ist kaum prognostizierbar, die Nachteile (…) dagegen absehbar“. Tatsächlich bringen die Grünen mit der „Vision“, eine kleinteilige Ansiedlung zu fördern, die auch ökologische Aspekte berücksichtigt, eine Alternative ins Spiel.

Hoffentlich verwirrt das nicht die Leute.

Die SPD (5 Mitglieder)

Die SPD braucht Hilfe von jedem einzelnen Bürger. Das ist aber eine vage Hoffnung, wo sie doch bei der Gemeinderatswahl ordentlich Stimmen und sogar einen Sitz verloren hat. So viele Helfer hat die SPD im Moment nicht im Ort. Vielleicht hängt das auch an dem „Wir, die SPD-Gemeinderatsfraktion“. Bürgernah klingt das nicht. Schon gar nicht, wenn man „einen wesentlichen Anteil daran hat, diese Möglichkeit der politischen Willensbildung eröffnet zu haben“. Richtig ist, dass die SPD erst ziemlich viele Schwierigkeiten gemacht, selbst nichts erarbeitet hat ausser der Forderung nach mehr als einer Frage. Das Ergebnis kennen wir: „Völlig deppert“.

Die SPD: über die muss man am meisten schreiben, weil sie so arm dran ist. Sie schwingt sich zur basisdemokratisch gestimmten Partei hoch, wo sie doch vor kurzem noch ganz anderes geredet hat. Die Leute wissen das. Und wenn dann noch zu lesen ist: „Unentschlossenheit ist an dieser Stelle nicht gefragt“, fragt man sich, wenn die eigentlich meinen?

Die FDP (2 Mitglieder)

„Die FDP in Heddesheim beurteilt die Ansiedlung des Logistikunternehmens Pfenning in unserem Gewerbegebiet positiv.“ Na, das ist doch mal eine klare Ansage. Dann aber macht die FDP das, was die CDU diesmal nicht gemacht hat: Sie argumentiert die Angstkampagne. In Bezug auf Pfenning aber ist alles „positiv“.

Einen gravierenden Denkfehler hat die FDP in ihren Text eingebaut: „Der Standort ist damit gerade für ein Logistikunternehmen in besonderem Maße interessant.“ Das ist es nämlich nicht das, was die Menschen in Heddesheim zur Zeit wissen wollen.

So füllen Sie den „Befragungsbogen“ aus


Guten Tag!

Heddesheim, 09. September 2009. „Die Information zur Bürgerbefragung“ klärt nicht genau, wie der Befragungsbogen ausgefüllt werden kann. Das heddesheimblog hat nachgefragt.

Herr Achim Weitz, Rathaus Bürgerservice/Wahlamt, hat dem heddesheimblog folgende Informationen gegeben:

  • Ein nicht ausgefüllter und abgegebener Befragungsbogen wäre ungültig und so auch in der Statistik gezählt.
  • Notizen auf dem Befragungsbogen machen ihn ebenfalls ungültig.
  • Es ist möglich, nur eine oder zwei Fragen zu beantworten.
  • Jede Frage, die kein Kreuz bei Ja oder Nein hat, wird als ungültig gewertet. Angekreuzte Fragen werden als gültig bewertet.
  • Es ist möglich, nur eine Frage zu beantworten und die beiden anderen durchzustreichen. Die durchgestrichenen Fragen würden dann als ungültig gezählt, die beantwortete Frage als gültig.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Werben um die Bürgerstimmen – Polizei vor Ort wegen Fotoaufnahmen

Guten Tag!

Heddesheim, 05. September 2009. Auch heute haben die „Pfenning-Gruppe“ und die IG neinzupfenning vor der Edeka mit Informationsständen um die Stimmen der Heddesheimer Bürger geworben. Am 27. September geht es um die Frage, ob die Bürger wollen, dass sich „Pfenning“ ansiedelt oder ob die Bürger das nicht wollen.

Geht man nach der Besucherfrequenz liegen, die „Pfenning“-Gegner der IG deutlich vorne. Während der zwei Stunden vor Ort kamen einzelne Personen an den „Pfenning“-Stand, während bei der IG neinzupfenning eigentlich fortwährend Betrieb herrschte. Auch heute haben sich wieder viele Bürger in die Liste der IG neinzupfenning eingetragen.

Während es vergangenen Samstag zu Irritationen wegen Werkschutz-Angestellten gekommen war, die vermeintlich den „Pfenning“-Stand bewachten, rückte heute die Ladenburger Polizei an.

Die „Pfenning“-Mitarbeiterin Pélagie Mepin hatte Fotos von Personen am Stand der IG neinzupfenning gemacht. Diese forderten daraufhin ihr Persönlichkeitsrecht ein und dass diese Fotos gelöscht werden.

Die „Pfenning“-Angestellte weigerte sich. Daraufhin wurde die Polizei angefordert. Die Beamten forderten die Löschung der Bilder oder die Herausgabe der Kamera. Die „Pfenning“-Angestellte stimmte dann der Löschung der betreffenden Bilder zu.

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Das heddesheimblog

„Völlig depperte Fragestellung“

Guten Tag!

Heddesheim, 04. September 2009. Das heddesheimblog dokumentiert auf seinem youtube-Kanal die Aussagen von Fritz Kuhn, MdB, vom 03. September 2009 über das geplante „Pfenning“-Projekt in Heddesheim.

MdB Fritz Kuhn nimmt Stellung zur Situation in Heddesheim: „Unklare Kommunikation hat Misstrauen angehäuft“, und sagt zur Bürgerbefragung: „Das ist eine völlig depperte Fragestellung.“ Weiter sagte er: „Das verschärft das nur.“

Klicken Sie auf das Video.

Lesen Sie auch den Bericht: So läuft die Bürgerbefragung ab.
Lesen Sie auch den Kommentar: „Ist das der Durchbruch?“
Lesen Sie auch den Gastbeitrag: „Vertrauen ist die Basis guter Nachbarschaft.“

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog