Mittwoch, 20. September 2017

Der Pfenning-Bau w├Ąchst und mit ihm die Zweifel

Neues von der Baustelle – Folge 14: Es ist zw├Âlf vor neun

Kann es hier ab September losgehen? Der Zeitplan ist knapp bemessen.

 

Heddesheim, 23. Juli 2012. (red) Angeblich soll „Pfenning“ ab dem 1. September den ersten (Teil-)Betrieb aufnehmen – das wird knapp, wenn man sich die Baustelle so anschaut. Aber „Angeblichkeiten“ ist man ja schon seit 2009 gewohnt. Angeblich sind Angeblichkeiten der Normalzustand, seit Pfenning in Heddesheim ist.

Von Hardy Prothmann

Unsere ├ťberschrift „Zw├Âlf vor neun“ ist eine poetische Anspielung auf das Abstimmungsverhalten im Gemeinderat. Es gab zw├Âlf Bef├╝rworter bei CDU, SPD und FDP inklusive B├╝rgermeister und neun „Nein-Sager“, die Gr├╝nen, ich selbst* und je einer von CDU und SPD. Es ist nat├╝rlich „High Noon“ – der Show-Down oder auch der Shoot-Down am „Pfenning“-Corral hat begonnen.

Wie man h├Ârt, soll „Kraft-Foods“ ab September einlagern. Wenn man sich die Baustelle ansieht, kann man nur vermuten: Das wird aber knapp. Sicher ist, dass ein fr├╝her angek├╝ndigter Start wieder mal nicht eingehalten worden ist. Aber das kennt man ja schon: Erst hie├č es 2010, dann 2011, jetzt 2012. Dieses Jahr k├Ânnte hinhauen – aber nur, wenn nix dazwischen kommt.

Gerichtstermin

Ein Dazwischenkommen k├Ânnte der Gerichtstermin Ende August vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim sein. Sollte das Gericht Zweifel an der Korrektheit des Bebauungsplan haben, kommt wieder „was dazwischen“ und das w├Ąre vermutlich nicht g├╝nstig f├╝r den „Erfolg“. Denn weitere Verz├Âgerungen kann sich „Pfenning“ vermutlich nicht erlauben.

Auch nicht die Politik – B├╝rgermeister Michael Kessler hat zwar f├╝r jede nicht-eingehaltende Vereinbarung immer „Verst├Ąndnis“ und unterscheidet sich damit nicht wesentlich von CDU, SPD oder FDP. Trotzdem wird mehr und mehr klar, dass die „Zukunftssicherung“ Heddesheims immer fragw├╝rdiger wird. Zur Erinnerung: Die H├Ąlfte des Ortes war gegen „Pfenning“ – 40 Stimmen mehr bei der B├╝rgerbefragung wurden zur „mehrheitlichen“ Zustimmung umgedeutet. Eine Farce – deren realistische Fratze nun t├Ąglich jeder selbst anschauen kann. „Pfenning“ ist ein gigantisches Betonmonster vor dem Herrn.

Betonmonster -

 

Wer ist eigentlich der Investor?

Wobei – wir reden immer ├╝ber „Pfenning“. Tats├Ąchlich ist ja eine „Phoenix 2010 GbR“ der Investor – das sollte man nicht vergessen. Die Zwei-Personen-Gesellschaft aus Karl-Martin-Pfenning und des regionalen Immobilien-Moguls Johann Georg Adler, der sich auch gern „der III.“ nennt, sich angeblich die Investoren.

Nun h├Ârt man, dass Adler nicht mehr dabei sei und man h├Ârt noch ganz andere Spekulationen. Beispielsweise, dass das „Pfenning“-Projekt an sich ein Spekulationsobjekt ist und „Pfenning“ gar nicht der „Besitzer“ ist.

Wenn dem so ist, braucht man an den B├╝rgermeister und seine bedingungslose „Ja-Sager-Clique“ keine Frage mehr richten, au├čer, ob sie vielleicht in der Lage sind, so etwas wie einen Rest von Scham ├╝ber ihr vors├Ątzlich-verantwortungsloses Verhalten zu empfinden.

Wichtige Argumente?

Die Schiene, die vormals als wichtiges Argument ins Feld gef├╝hrt worden ist, kommt fr├╝hestens in drei Jahren – gez├Ąhlt ab dem Jahr, ab dem sie beschlossen wird. Das kann in ein, zwei, f├╝nf, zehn Jahren oder nie sein.

Die „bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze“ bei „Pfenning“ k├Ânnen schon heute als „entscheidungsbedingende L├╝ge“ bezeichnet werden. 2008 besch├Ąftigte „Pfenning“ laut Bilanz 1.624 Mitarbeiter, ein Jahr sp├Ąter nur noch 1.592 und im Jahr 2010 noch 1.459. Damit wurden 165 Mitarbeiter in drei Jahren abgebaut, das Personal um gut zehn Prozent reduziert. Wie auf dieser Basis ein Job-Wunder passieren soll, ist mehr als fraglich.

„Erhebliche Gewerbesteuereinnahmen“ sind mehr als zweifelhaft. „Pfenning“ behauptet trotz gegenteiliger Bilanzdaten, ├╝ber 200 Millionen Euro Umsatz zu machen. 2007 waren es gerundet 176 Millionen Euro, 2008 waren es 170 Millionen Euro, 2009 waren es 157 Millionen Euro, 2010 waren es 155 Millionen Euro.

Die „erfolgreiche“ Firma hat also vier Jahre in Folge an Umsatzerl├Âsen massiv eingeb├╝├čt. Die Zahlen 2011 sind noch nicht ├Âffentlich. Der Umsatz liegt gut 25 Prozent unter den eigenen Umsatzangaben. Der Erl├Âs ist l├Ącherlich. Die Zukunftsf├Ąhigkeit fraglich.

Investition in eine „Zukunftsbranche“?

Heddesheim – oder vielmehr der Gr├ÂBaZ (gr├Â├čter B├╝rgermeister aller Zeiten) Kessler sowie seine willf├Ąhrigen „Ja-Sager“ haben also in eine Firma „investiert“, die seit Jahren auf dem absteigenden Ast ist. Und dazu k├╝nftig f├╝r noch mehr Verkehrsbelastung gesorgt. Der Verkehrslenkungsvertrag ist auch so eine „angebliche“ Sache und man wird gespannt sein d├╝rfen, ob er was taugt.

Man kann nur hoffen – nichts anderes bleibt ├╝brig, weil Fakten geschaffen worden sind -, dass „Pfenning“ solide finanziert und nicht am Ende ein B├Ârsen- oder Fonds-finanziertes Objekt ist, bei dem vollst├Ąndig unklar ist, wem die „Immobilie“ eigentlich geh├Ârt. Also Russen, Chinesen, Arabern oder irgendwelchen Investment-Bankern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und wer mit?

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und in Sachen „Pfenning“ ist das seit Anbeginn ein schleichender Krankheitsprozess.

Lassen wir uns ├╝berraschen, ob alles „gut geht“ oder wie gewisse Leute ohne jedes Gef├╝hl f├╝r Verantwortung die Lage „sch├Ân reden“ wollen, statt konsequent ihren Hut zu nehmen.

Es stand 12:9 im Gemeinderat – ein solch immenses Projekt h├Ątte eine gr├Â├čere Mehrheit ben├Âtigt und konnte nicht gegen die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung entschieden werden. Aber es gab keine gr├Â├čere Mehrheit und es wurde gegen die H├Ąlfte des Ortes entschieden. Der 100-Millionen-Euro-Kessler hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass „alles seine Ordnung hat“, CDU-Fraktionschef Josef Doll wie SPD-Fraktionschef J├╝rgen Merx wie FDP-Fraktionschef Frank Hasselbring wurden nie m├╝de, alles einvernehmlich abzunicken. Der Rest schwieg ├╝berwiegend und hob, wo erforderlich, die Hand.

Irgendwann wird aber immer abgerechnet – die n├Ąchste Wahl ist 2014. Gar nicht mehr so lang hin.

Es bleibt spannend. ­čśë

 

* Hardy Prothmann war seit der Kommunalwahl 2009 bis zum 01. M├Ąrz 2012 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er stellte sich als unabh├Ąngiger Kandidat auf der Liste der FDP zur Wahl und gewann seine erste Gemeinderatskandidatur mit 20 Prozent Vorsprung auf den Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring. Nach der ersten „Fratkionssitzung“ informierte er B├╝rgermeister Kessler, dass er nicht Teil der Fraktion ist. Pers├Ânlich empfindet er die Kandidatur auf dieser Liste als gro├čen Fehler: „Ich habe vor der FDP im Sinne eines Genscher oder Baum Respekt gehabt, aber die aktuelle Lage der Partei ist mehr als desolat. Meine Entscheidung, auf dieser Liste anzustreten, war ein gedanklicher Fehler, weil ich vom Begriff des freiheitlichen Denkens ausgegangen bin.“

Anm. d. Red.: Hardy Prothmann ist verantwortlicher Redakteur f├╝r die Inhalte von Heddesheimblog.de

Mindestens 350.000 Euro kommen von der Gemeinde

Kunstrasenplatz kommt 2013

Heddesheim, 28. Juni 2012. (red) In der heutigen Sitzung hat der Gemeinderat 350.000 Euro f├╝r den Bau eines Kunstrasenplatzes bewilligt. Das Land bezuschusst das Projekt mit 104.000 Euro. Insgesamt kostet der Kunstrasenplatz nach Sch├Ątzungen 450.000-500.000 Euro.

Von Hardy Prothmann

Gro├če ├ťbereinstimmung in Sachen Kunstrasenplatz – der Gemeinderat hatte keinen Diskussionsbedarf in der Sache. Schlie├člich sei das schon fast Standard in umliegenden Kommunen.

Walter Gerwien (CDU) interessierte, was denn die Fortuna einbringen werde, denn:

Im Endeffekt wird es der Fortuna-Platz sein.

B├╝rgermeister Michael Kessler meinte, dass man das noch anfragen m├╝sse. Geldleistungen seien nicht zu erwarten, aber sicher Pflegeleistungen.

Der Platz kann zehn bis f├╝nfzehn Jahre bespielt werden, bis eine Sanierung ansteht. Es kann aber auch sein, dass der Strafraum vorher getauscht werden muss, weil dieser st├Ąrker belastet werden.

Die Bauma├čnahme muss ausgeschrieben werden – eventuell erledigt die Gemeinde die Planung selbst. B├╝rgermeister Kessler betonte, dass man die Planung sehr gut machen m├╝sse.

Der Gemeinderat stimmte bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung zu.

 

Gemeinde Hirschberg sieht Verkehrslenkungsvertr├Ąge zu ihren Lasten

Gute Nachbarschaft?

Die Edeka soll um ein zentrales Getr├Ąnkelager der Tochter "Kempf" erweitert werden. Quelle: Edeka

 

Hirschberg, 22. Juni 2012. (red) Zwischen den Gemeinden Hirschbeg und Heddesheim knirscht es gewaltig. B├╝rgermeister Manuel Just ├╝bt deutliche Kritik an der Nachbargemeinde – grunds├Ątzlich steht er Gewerbeentwicklungen positiv gegen├╝ber, aber nicht, wenn seine Gemeinde darunter zu leiden hat. Ein eigenes Verkehrsgutachten soll pr├╝fen, ob Hirschberg den schwarzen Peter zieht, wenn in Heddesheim mit der Pfenning-Ansiedlung nun auch noch die Edeka-Erweiterung kommen sollte. Die M├Âglichkeiten der Gemeinde Hirschberg sind begrenzt – mittlerweile ist es aber vorbei mit H├Âflichkeiten. Gemeinderat Werner Volk bezeichnete unl├Ąngst die Verkehrslenkungsvertr├Ąge als „nahezu b├Âsartig“. Grund genug, den Verwaltungschef nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

Im unserem Interview bringt Bürgermeister Manuel Just deutlich seinen Ärger zum Ausdrück:

Die Verkehrslenkungsvertr├Ąge sind zu Lasten Dritter geschlossen worden.

Mit „Dritten“ meint er die Gemeinde Hirschberg – denn bei Staus auf der A5 werden die Lkw ├╝ber die B3 durch Hirschberg geleitet. Weiter sieht der Hirschberger B├╝rgermeister eigene Entwicklungen gef├Ąhrdet. Immerhin ist er zuversichtlich, dass es einen weiteren Kreisel zur Verkehrsentlastung geben wird – die Ert├╝chtigung des bestehendes Kreisels vor dem Hirschberger Gewerbegebiet ist aber die aus seiner Sicht wichtigste Entlastungsma├čname.

Grunds├Ątzlich zeigt sich der junge Hirschberger B├╝rgermeister Just positiv gegen├╝ber Gewerbeentwicklungen – ganz klar ├Ąrgert er sich aber auch, weil Heddesheim ohne R├╝cksicht auf den Nachbarn plant. Aktuell hat der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt in Hirschberg beschlossen, ein eigenes Verkehrsgutachten anfertigen zu lassen. Der Grund: Gemeinderat und B├╝rgermeister sehen „erhebliche Plausibilit├Ątsprobleme“bei den bestehenden Gutachten, die die Gemeinde Heddesheim eingeholt hat.

Das Verh├Ąltnis der beiden B├╝rgermeister bezeichnet Just als „professionell“ – mehr nicht.

Das ausf├╝hrliche Interview lesen Sie hier auf dem Hirschbergblog.de

 

Bauliche M├Ąngel der Johannes Kepler/Karl-Drais-Schule werden behoben

Brandschutzt├╝ren f├╝r die Schule

Heddesheim, 24. Mai 2012. (red) Der Gemeinderat hat die Auftragsvergabe f├╝r Brandschutzt├╝ren an die Firma K.J. Weidinger aus Hardheim-Schweinberg genehmigt. Die Ma├čnahme kostet 27.700 Euro. Befangener Gemeinderat Lang wird im Zuschauerraum befragt.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat mal wieder ein Beispiel f├╝r seine spezielle Sitzungsleitung gezeigt. Der SPD-Gemeinderat Reiner Lang bekommt h├Ąufiger Planungsauftr├Ąge von der Gemeinde zugeschanzt.

Bei TOP 7 ├╝ber die Auftragsvergabe war er dementsprechend befangen und musste den Ratstisch verlassen. Als Fragen zur Ma├čnahme auftauchten, befragte Kessler den befangenen Gemeinderat im Zuschauerraum. Sonst verwahrt er sich strikt gegen jede Meinungs├Ąu├čerung oder Fragen aus den Reihen der Zuschauer. Fraglich ist auch, ob das zul├Ąssig ist und der Gemeindeordnung entspricht: In dem Moment, wenn der befangenen Gemeinderat befragt wird und Auskunft erteilt – nimmt er dann nicht wieder an der Sitzung zumindest „indirekt“ teil?

F├╝r B├╝rgermeister Michael Kessler sicherlich eine „unzul├Ąssige“ Frage, denn sie w├╝rde sich ja mit seinem „Ich-bin-die-Gemeinde-Selbstverst├Ąndnis“ bei├čen.

Vielleicht sollte man auf das Verlassen des Ratstischs bei gegebener Befangenheit k├╝nftig ganz verzichten, wenn diese Trennungen wahrnehmbar nicht eingehalten werden und somit vermutlich keine demokratische Rolle „spielen“.

MdL Uli Sckerl besucht Heddesheim und erkennt den Ort als "Verkehrsopfer"

„Die Verkehrslenkungsvertr├Ąge m├╝ssen umgesetzt werden.“

Nadel├Âhr vor dem Schluckspecht - Uli Sckerl machte sich selbst ein Bild von der Verkehrssituation.

 

Heddesheim, 20. Mai 2012. (red) Der gr├╝ne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl hat am 15. Mai Heddesheim besucht und sich einen ├ťberblick ├╝ber die dr├Ąngensten Verkehrsprobleme verschafft. Nach einer Fahrradrundfahrt zu den neuralgischsten Punkten traf man sich in der TG Gastst├Ątte, um ├╝ber die aktuellen und k├╝nftigen Verkehrsprobleme in Heddesheim zu reden. Hier definierte Sckerl den Ort als „Modellgemeinde“ – ausgerechnet wegen „Pfenning“. Und er fordert, dass die Edeka ebenfalls einen bedinungslosen Verkehrslenkungsvertrag abschlie├čt – angeblich keinen Einfluss auf Tomantenlaster zu haben, sei Bl├Âdsinn. Und die Umgehungsstra├če? Deren Bau k├Ânnte „fr├╝hestens“ 2018 begonnen werden.

Von Hardy Prothmann

ÔÇ×Erstaunlich, hier gibtÔÇÖs ja gar nix an Markierungen f├╝r RadfahrerÔÇť, sagt Uli Sckerl, bevor er vom Rathaus Richtung Oberdorfstra├če (Schluckspecht) f├Ąhrt und sich die Engstelle anschaut. Zehn Radler begleiten den Landtagsabgeordneten beim Besuch in Heddesheim. Sckerl will sich hier vor allem die dr├Ąngende Verkehrssituation vor Ort anschauen.

N├Ąchste Station ist die Werderstra├če. ÔÇ×Es ist f├╝rchterlich, wie viele Lkw hier t├Ąglich durchdonnernÔÇť, sagt Herr Ernst, ein Anwohner. Uli Sckerl h├Ârt sich die Schilderungen ausf├╝hrlich an, stellt Fragen. Doch es ist schwer sich zu unterhalten, wenn Fahrzeuge im Hintergrund vorbeifahren, obwohl heute wenig los ist. Dazu kommt ein unfreundlicher, kalter Wind.

Baustellenfahrzeuge, Pfenning, Edeka

Klaus Schuhmann, Gemeinderat der Gr├╝nen, weist daraufhin, dass Baustellenfahrzeuge der Firmen REL und Grimmig besonders h├Ąufig ├╝ber die Werderstra├če fahren, sowie fremde Lkw, die aktuell wegen einer Baustelle auf der A5 noch zus├Ątzlich ├╝ber Heddesheim fahren.

Weiter geht es ├╝ber die Blumenstra├če zur Ringstra├če. Ein Anwohner l├Ądt die Tour auf seine Dachterrasse ein. Hier geht es um den Verkehr auf der Ringstra├če und die Zukunft, wenn Pfenning-Verkehr hier ÔÇ×abgewickeltÔÇť wird. Sowie der zus├Ątzliche Edeka-Verkehr.

Nach der Fahrradtour trifft man sich in der Gastst├Ątte der TG. B├╝rgermeister Michael Kessler ist der Einladung auch gefolgt, insgesamt nehmen knapp 30 Personen teil. Beim Vortrag von Klaus Schuhmann, der anhand von Fotos die problematischen Stellen nochmal zeigt und mehr Durchfahrtsverbotsschilder und an anderer Stelle fordert, sch├╝ttelt Herr Kessler immer wieder den Kopf – man merkt ihm seinen Unwillen deutlich an. Klaus Schuhmann sagt:

Wir brauchen keinen Schilderwald, sondern ein einheitliches Schild: Lkw ├╝ber 3,5 Tonnen haben Durchfahrtsverbot.

Der Gemeinderat zeigt anhand der Folien die prek├Ąre Verkehrssituation in Heddesheim:

Die ├╝bergeordneten Stra├čen ziehen sich durch den Ort wie ein Spinnennetz. Dazu sind wir von Autobahnen umzingelt.

Abgenervter B├╝rgermeister

MM-Redakteurin G├Ârlitz neben BM Kessler.

W├Ąhrend des Vortrags melden sich B├╝rger zu Wort – Hans Weber von der IG Neinzupfenning moniert die Beschilderung auf der Viernheimer- und Ringstra├če, „die Lkw-Fahrer sehen die viel zu sp├Ąt“. Der B├╝rgermeister weist das zur├╝ck:

Es gibt ein Durchfahrtsverbot. Sicher gibt es vereinzelte, die durchfahren, das ist halt so.

Seiner Meinung nach habe der Schwerlastverkehr ├╝ber die Viernheimer Stra├če deutlich abgenommen. Kontrollen seien Angelegenheit der Polizei. Herr Weber weist auf Gespr├Ąche mit Frank Hartmannsgruber, dem Leiter des Polizeireviers Ladenburg hin, der ihm gesagt haben soll, wegen der schlechten Beschilderung seien Kontrollen nur schwer m├Âglich.

Daraufhin grinst Herr Kessler s├╝ffisant und sagt:

Dann soll der Herr Hartmannsgruber Verbesserungsvorschl├Ąge machen.

Auf die weitere Aussage des B├╝rgermeisters, man k├Ânne nichts tun, sagt Schuhmann:

Man kann doch die Firmen anschreiben und hier das Gespr├Ąch suchen und f├╝r eine Entlastung des Ortes werben.

„Richtig fettes Problem“

Der B├╝rgermeister stimmt dann doch ein Bi├čchen zu, dass die Belastung hoch sein, aber die klassifizierten Stra├čen verhinderten eine Verkehrsberuhigung. Erst mit einer Umgehungsstra├če sei es m├Âglich, die Stra├čen zu Ortsstra├čen zu machen. Uli Sckerl kommentiert volksnah:

Das ist ein richtig fettes Problem, was sich hier aufsummiert hat.

Hat er die L├Âsung dabei? Kann er eine Umgehung versprechen? Kann er nicht und er raubt allen die Illussion, dass ein m├Âglicher Baubeginn einer Umgehung vor 2018 m├Âglich sei. Einen fr├╝heren Beginn hatten CDU-Abgeordnete und auch Herr Kessler immer wieder suggiert, man sei auf dem Weg, die Planungen schritten voran. Sckerl macht die Lage deutlich:

Wir f├╝hren die unverantwortliche Versprechungspolitik der Vorg├Ąngerregierung nicht fort. Wir haben einen R├╝ckstau von nahezu 500 Millionen f├╝r fertige Planfeststellungen. Und wir haben enorme Haushaltsprobleme. Wir m├╝ssen Priorit├Ąten setzen, Stra├čenbau geh├Ârt dazu. Wir m├╝ssen als erstes Landesstra├čen sanieren: Das machen wir mit hohem Nachdruck.

CDU-Altlasten ├╝berall

Er f├╝hrt weiter aus, welch teilweise dramatischen Lasten von der Vorg├Ąngerregierung ├╝bernommen werden mussten. Schildert ein System von Schattenhaushalten und Versprechen, die auf Kosten der k├╝nftigen Generationen gemacht worden seien. Trotzdem sei man nun als Regierung in der Verantwortung, das Beste draus zu machen. Dazu hat er ein Beispiel parat:

Wir stemmen auch den Tunnel in Schriesheim. Die Vorg├Ąngerregierung hat immer behauptet, der Tunnel ist durchfinanziert. Damals redete man ├╝ber 40 Millionen. Die Nachpr├╝fung der Kosten landete bei 85 Millionen Euro, das wird aber nicht reichen. Wir m├╝ssen zwei Drittel davon neu finanzieren ÔÇô die Durchfinanzierung ist eine Luftnummer der CDU gewesen.

Mittelfristig h├Ąlt er demgem├Ą├č eine Realisierung der Umgehungsstra├če fr├╝hestens 2018 f├╝r „vorsichtig realistisch“, alle fr├╝heren Versprechungen seien nichts wert. Dabei gelte es auch viele Konsequenzen zu beachten, wie die Zergliederung der Landschaft, L├Ąrmschutz, Umweltaspekte. Er stellt weiter die Frage:

Muss das eine Landesstra├če sein? K├Ânnte man nicht den Kreis mit ins Boot holen?“

Mit der Umgehungsstra├če kommen enorme Kosten

Und dann benennt er eine Konsequenz, die zweifeln l├Ąsst, ob B├╝rgermeister Kessler ├╝berhaupt an einer Umgehungsstra├če interessiert ist:

Eine Abstufung der ├╝bergeordneten Stra├čen zu Gemeindestra├čen wird erhebliche Kostenlasten auf die Gemeinde verlagern, denn dann geh├Âren die Stra├čen der Gemeinde und die bezahlt auch f├╝r deren Unterhalt.

Zudem gebe es jede Menge Projekte, die „in der Schlange“ vor Heddesheim stehen, wie beispielsweise die neue Neckarbr├╝cke, die voraussichtlich 32 und 35 Millionen Euro koste. Und f├╝r Heddesheim sieht er bei der Beurteilung Schwierigkeiten bei der Betrachtung, ob Heddesheim mehr unter fremden oder eigenem Verkehr leidet:

Es wird schwierig in Heddesheim, festzustellen, was ist Durchfahrtsverkehr, was kommt durch die eigenen Gewerbe im Ort? Klar ist: Heddesheim ist Opfer einer verkehrlichen Entwicklung. Ich werde das im Ministerium auch so vortragen.

Die Verkehrsinfrastruktur h├Ąnge aber auch von anderen Faktoren ab, die nicht mehr weiter so wie in der Vergangenheit behandelt werden d├╝rften. Ein Erfolgsrezept hat Sckerl noch nicht, aber er ist sicher, dass man eins finden muss:

Wir schaffen es immer noch nicht, regionale vern├╝nftige Planungen hinzubekommen. Dieser l├Ąngst unsinnig gewordene Wettlauf, sich ├╝ber Gewerbe zu finanzieren, ist leider immer noch Wirklichkeit.

Sckerl „verhaftet“ Kessler

Ganz gewiefter Politiker „verhaftet“ er dabei B├╝rgermeister Kessler. Anders als gro├če Teile der ├ľffentlichkeit stellt er nicht seine Zweifel an der Wirksamkeit der „Verkehrslenkungsvertr├Ąge“ dar, sondern nimmt den B├╝rgermeister, die „Pfenning“-Bef├╝rworter beim Wort. Sckerl wei├č nur zu gut, dass diese Vertr├Ąge f├╝r Heddesheim „erfunden“ worden sind, um das kritische Projekt durchdr├╝cken zu k├Ânnen. Jetzt macht er deutlich, dass es keine Alternative zur Durchsetzung gibt:

Die Verkehrslenkungsvertr├Ąge m├╝ssen umgesetzt werden. Heddesheim hat hier eine Pilotfunktion. Es gibt nicht viele Gemeinden, die das versuchen. Pfenning und Edeka bringen ein massives Lkw-Aufkommen. Es wird spannend, ob wir auf der Ebene von freiwilligen Vereinbarungen setzen k├Ânnen oder mit gesetzlichen Grundlagen die Umsetzung erzwingen m├╝ssen. Wir helfen Ihnen da.

Besucher der Veranstaltung monieren, dass die Edeka nur f├╝r ihre Fahrzeuge einen Verkehrslenkungsvertrag abschlie├čen will. Auf andere Fahrzeuge, die beispielsweise „Tomaten von Terminb├Ârsen“ anlieferten, h├Ątte man keinen Einfluss. Uli Sckerl weist das als „Bl├Âdsinn“ zur├╝ck und macht deutlich:

Wenn ein Konzern wie Edeka das will, kann ein solches Unternehmen das durchsetzen. Das hat ja keine Kostenfolge. Ich sehe da ├╝berhaupt kein Hindernis. Das muss gemacht werden, wenn nicht, muss das administrativ erfolgen.

Daraufhin sagt G├╝nther Heinisch, Fraktionssprecher der Gr├╝nen in Heddesheim:

Keine Landesregierung wird Gemeinden, die den Verkehr aus eigener Entscheidung anziehen, einen Bedarf erkennen. Man wird denken, die konnten sich noch mehr Verkehr leisten. Man sollte in Heddesheim noch mal dringlich ├╝ber die Erweiterung mit der Getr├Ąnkelogistik nachdenken.

Kessler stielt sich aus der Verantwortung

B├╝rgermeister Michael Kessler ist das alles etwas unangenehm. Er schaut ├╝berwiegend auf den Boden, sch├╝ttelt h├Ąufig den Kopf, weil ihm etwas, was er h├Ârt, nicht gef├Ąllt. und sagt dann:

Wir haben in den letzten zehn Jahren dieses Thema Umgehungsstra├če mehrfach behandelt. Ich wei├č, dass diese Stra├če im Grunde fertig geplant ist. Eine R├╝ckstufung aus dem vordringlichen Bedarf w├Ąre ein Katastrophe. Ich habe nie Jahreszahlen in den Mund genommen.

Der Anwohner, der in der Werderstra├če stellvertretend f├╝r viele sein Leid mit dem Verkehr geklagt hat, kommentiert die Debatte ├╝ber die Umgehungsstra├če mit einem Appell sowohl an den B├╝rgermeister als auch an die Gr├╝n-Rote Landesregierung:

Wir brauchen humanere L├Âsungen und die h├Ąngen nicht von einer Umgehungsstra├če ab.

Heinisch, Sckerl, Anwohner: Umfangreiche Schilderungen des Verkehrsproblems.

 

Anmerkung der Redaktion:

Welchen Wahrheitsgehalt die Aussagen von B├╝rgermeister Kessler in bezug auf andere Beh├Ârden und Verkehr haben, kann man hier gut nachlesen.

Blick zur├╝ck nach vorn: Vor zwei Jahren haben wir die „N├Âte“ des B├╝rgermeisters bereits kommentiert – in zwei Jahren ist die n├Ąchste B├╝rgermeisterwahl.

Das gemeindliche Amtsblatt, der Mannheimer Morgen, schreibt immer sch├Ân auf, was die Verwaltung will.

Bereits 2009 haben wir berichtet, dass die Umgehungsstra├če fr├╝hestens 2016 angefangen werden k├Ânnte. Urspr├╝nglich sollte Planfeststellungsentwurf Ende 2011/Anfang 2012 offengelegt werden – bis heute ist kein Termin dazu bekannt.

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. Zun├Ąchst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als B├╝rger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung ver├Âffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell f├╝r einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im Fr├╝hjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze, Gewerbesteuer in H├╝lle und F├╝lle, ein gl├╝cklicher B├╝rgermeister – die (bis dato nicht gef├Ąhrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild f├╝hrt zum Artikel)

Weil ich als B├╝rger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde f├╝ndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ├╝ber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ f├╝r Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zun├Ąchst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Gro├čes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und ver├Âffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht m├Âglich w├Ąre, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu gr├╝nden. Ich hatte schon von ├Ąhnlichen Projekten geh├Ârt, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gew├Ąhlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben m├╝ssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ├╝ber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines bei├čw├╝tigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt f├╝r einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 w├Ąhlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Ver├Âffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, S├╝ddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ├╝ber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist l├Ąngst ├╝ber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegr├╝ndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur Verf├╝gung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

Dar├╝ber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schw├Ârbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten gr├╝nden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seri├Âsen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine Wohlf├╝hl-Schwurbelei, sondern eine f├╝r die Demokratie herausragende Aufgabe zu erf├╝llen. Meinungen durch Informationen zu erm├Âglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die Gesch├Ąftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seri├Âses Gesch├Ąft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern f├╝r die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-Aff├Ąre. Der gr├╝ne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str├Âbele hatte uns f├╝r einen Bericht abgemahnt. S├Ąmtliche Berliner Zeitungen berichteten ├╝ber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs st├╝rzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der Gr├╝nen-Bundespolitiker Hans-Christian Str├Âbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zur├╝ck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zur├╝ck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-Aff├Ąre mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema f├╝r die „unabh├Ąngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren gesch├Ânte und klientelabh├Ąngige „Berichterstattung“ skandal├Âs wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen h├Ąufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

F├╝r mich pers├Ânlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige Verf├╝gung wegen widriger Umst├Ąnde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was ├Âffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichg├╝ltig sind. Diesen m├Âchte ich stellvertretend f├╝r das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Beh├Ârden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit m├Âchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erw├Ąhnenswert, B├╝rgermeister Manuel Just in Hirschberg und B├╝rgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch B├╝rgermeister Lorenz in Dossenheim m├Âchte ich gerne als neuen Kontakt erw├Ąhnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer B├╝rgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein Amtsverst├Ąndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

Unabh├Ąngige Berichterstattung

Wie unabh├Ąngig wir tats├Ąchlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „Gr├╝ne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“.┬á Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU m├Âchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gespr├Ąchsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien W├Ąhler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der Gr├╝ne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erw├Ąhnt werden – trotz kontr├Ąrer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur Aufkl├Ąrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das Verh├Ąltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktions├╝bergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ├╝ber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bev├Âlkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer Oberb├╝rgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter f├╝r den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Pers├Ânlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portr├Ątiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch best├Ątigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten P├Âbel„). Zu seinem Kollegen W├╝rzner in Heidelberg besteht noch kein pers├Ânlicher Kontakt, aber das wird sich ├Ąndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir ver├Âffentlichen Nachrichten, die f├╝r die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielf├Ąltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen Verb├Ąnden und Vertr├Ągen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielf├Ąltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir m├╝ssen manchmal den Mut zur L├╝cke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen k├Ânnen.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. ├ťberbordende Berichte in den Zeitungen ├╝ber Vereinsfeste haben Bed├╝rfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „F├╝rs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erz├Ąhlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch h├Âhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den G├Ąsten gn├Ądig, der k├╝hle Gerstensaft flo├č in Str├Âmen und die Luft war erf├╝llt vom Duft leckerer Bratw├╝rste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ├╝ber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), daf├╝r aber mit vielen Fotos. Die erz├Ąhlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, k├Ânnen aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gef├Ąllt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie k├Ânnen Kommentare schreiben und viel einfacher als fr├╝her die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, Vorschl├Ągen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ├╝ber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgew├Ąhlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ├╝ber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, m├Âchte ich Ihnen sehr herzlich genau daf├╝r danken. F├╝r Unterst├╝tzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist t├Ątig und seit drei Jahren als "Blogger".

F├╝r die Zukunft w├╝nsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse f├╝r etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht m├Âglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, wei├č ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu sch├Ątzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterst├╝tzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten w├╝nschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne m├Âchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverst├Ąndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, f├╝r das Engagement, das Verst├Ąndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spa├č meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Edeka-Erweiterung: Debatte zwischen BM Kessler und den Gr├╝nen

Gemeinderat stimmt Bebauungsplanentwurf „Untereres B├Ąumelgewann“ zu

Noch gibt es ein wenig Blick auf die Bergstra├če - wenn das neue Edeka-Lager steht, ist der weg.

 

Heddesheim, 26. April 2012. Nach heftiger Debatte, die von Fragen und Kritiken der Gr├╝nen an der Behandlung der Eingaben zur Eu deka-Erweiterung gepr├Ągt war, hat der Gemeinderat wie zu erwarten dem Entwurf des Bebauungsplans f├╝r weitere Logistikhallen zugestimmt.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Michael Kessler reagierte wie so oft: Mit rotem Kopf und ablehnender Haltung auf die Redebeitr├Ąge der Gr├╝nen.

„Mir reicht das jetzt, immer diese Falschaussagen. Das ist falsch, was sie sagen.“

Der Grund f├╝r die Aufregung waren Fragen und Debattenbeitr├Ąge der Gr├╝nen, die nach wie vor das Verkehrsgutachten zu „Pfenning“ anzweifeln und damit auch die Prognosen zum Edeka-Verkehr, die auf diesem Gutachten basieren.

Dr. Gericke, der planende Architekt stellte die Behandlung der 39 Eingaben von Beh├Ârden und anderen Tr├Ągern ├Âffentlicher Belange vor. Vor allem die Gemeinde Hirschberg hatte sich intensiv gegen das Vorhaben ausgeschlosse und auch die Polizei sieht verkehrsm├Ą├čig Probleme, worauf Gemeinderat Andreas Schuster (Gr├╝ne) insbesondere hinwies.

Der Architekt sagte, er k├Ânne verstehen, dass es seltsam wirke, dass trotz Erweiterung unterm Strich so viel Verkehr herrsche, wie zu den Zeiten, als das Edeka-Fleischwerk noch in Betrieb war. Aber das sei ein Zufall.

Zweifel am Verkehrsgutachten bleiben

G├╝nther Heinisch:

„Ich sehe das anders. Die Angaben, die Pfenning 2009 gemacht hat, gelten heute alle nicht mehr. Pfenning wei├č nicht, welche Kunden auf das Gel├Ąnde kommen.“

Damit bezog sich Heinisch auf die aktuell bekannt gewordenen Informationen, n├Ąmlich, dass der Gro├čkunde Henkel, der ├╝ber die Schiene anliefern wollte, weggefallen sei und Kraft Foods als neuer Kunde hinzugekommen sei.

B├╝rgermeister Michael Kessler widersprach: „Es geht nicht um die Kunden, sondern um die Leistungsf├Ąhigkeit dieses Betriebs. Es ist egal, wer die Kunden sind.“

Gemeinderat Reiner Lang (SPD) ├Ąu├čerte sich in einem langen Redebeitrag, dass es nicht sein k├Ânne, dass „gewissen Gruppen immer alles in Frage stellen“: „Das sind unabh├Ąngige Gutachten. Es kann doch nicht sein, dass man immer alles ablehnt.“

Kurt Klemm erwiderte, es sei seine Aufgabe f├╝r das Wohl der Gemeinde zu entscheiden und Angaben kritisch zu pr├╝fen.

Dr. Joseph Doll (CDU) verstieg sich in eine Aussage, dass durch Automatisierung und Hebehilfen, „arbeitnehmerfreundlichere Strukturen geschaffen werden. Jeder der dagegen stimmt, will das also nicht.“
Edeka binde sich langfristig an den Standort, es w├╝rden verlorene Arbeitspl├Ątze kompensiert und die Einnahmen f├╝r die Gemeinde blieben erhalten.

Die Gr├╝nen lehnten die Zustimmung ab: „Wir lehnen ab, weil hier nicht ausreichend auf die Eingaben eingegangen wurde und man sich auf zweifelhafte Gutachgten bezieht.“

Im Anschluss stimmten 15 Gemeinder├Ąte und der B├╝rgermeister f├╝r den Entwurf und die Annahme der Stellungnahmen der Verwaltung zu den Eingaben. Die anwesenden vier Gr├╝nen stimmten dagegen. Klaus Schuhmann war befangen, Rainer Edinger fehlte.

St├Ądtebaulicher Vertrag

├ähnlich wie bei „Pfenning“ will die Gemeinde einen St├Ądtebaulichen Vertrag zur „Verkehrslenkung“ schlie├čen. Gemeinderat G├╝nther Heinisch bemerkte:

Erstaunlich ist, dass Edeka sich nicht bereit erkl├Ąrt, auch f├╝r Fremdunternehmen die Zusicherung zu geben, nicht durch den Ort zu fahren.

B├╝rgermeister Michael Kessler behauptete:

Die Edeka hat uns versichert, dass das nicht geht, weil viele Zulieferer nicht bekannt sind. Beispielsweise bei Tomaten. Da gibt es eine B├Ârse und dann liefert der an, bei dem man einkauft.

Der B├╝rgermeister sagte, es sei der Edeka hoch anzurechnen, diese Zusagen f├╝r das gesamte Gel├Ąnde zu machen, dazu sei man nicht verpflichtet.

Die Gr├╝nen stimmten auch gegen den st├Ądtebaulichen Vertrag.

Kindergarten Werderstra├če soll f├╝r 3,3 Millionen Euro neu gebaut werden

BM Kessler bezeichnet Entwurf als „pfiffige L├Âsung“

Der Kindergarten soll schrittweise abgerissen und neu gebaut werden.

 

Heddesheim, 26. April 2012. Der Gemeinderat hat eine Vorplanung f├╝r den Neubau des Kindergartens Werderstra├če in Auftrag gegeben. Als Zahl steht eine Investitionssumme von 3,3 Millionen Euro im Raum. Weil der Neubau in mehreren Schritten umgesetzt werden soll, k├Ânnen noch f├╝nf bis zehn Jahre ins Land gehen, bis das Projekt komplett umgesetzt sein wird.

Von Hardy Prothmann

Das Heidelberger Architekturb├╝ro Reichel + Benkeser stellte Planungen f├╝r einen Neubau des evangelischen Kindergartens in der Werderstra├če vor.

Geplant ist Neubau in zwei Schritten. Erst soll ein neues Geb├Ąude errichtet werden, dann ein Teil des alten Kindergartens abgerissen werden, dann der zweite Teil des Neubaus errichtet werden, um danach das alte Geb├Ąude komplett abzurei├čen und dort eine Freifl├Ąche zu schaffen. Das alte Geb├Ąude w├╝rde demnach zun├Ąchst f├╝r die vorhandenen Kindergartengruppen weiter betrieben, die dann sp├Ąter in den Neubau umziehen. Der erste Teil k├Ânnte im Jahr 2013 durchgef├╝hrt werden.

Kern der Vorplanung ist die Schaffung von zwei Gruppen mit je 20 Kindern im Alter von 0-3 Jahren. Wie bekannt, gibt es ab August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz.

Laut Darstellung des Architekturb├╝ros w├╝rde eine Sanierung plus Anbau 3,5 Millionen Euro kosten, ein Neubau soll 3,227 Millionen Euro kosten.

Gemeinderat Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass er gerne wissen wolle, wie ein Geb├Ąude aussieht, wof├╝r ├╝ber drei Millionen Euro ausgegeben werden sollen. B├╝rgermeister Micheal Kessler reagierte unwirsch: „Herr Hasselbring, es geht hier nicht um eine konkrete Planung, sondern eine Vorplanung. Das m├╝ssten Sie wissen.“

J├╝rgen Heinisch (Gr├╝ne) sagte: „Ich m├Âchte darum bitten, dass wir uns darauf verlassen k├Ânnen, dass es bei den 3,227 Millionen Euro bleibt und nicht nach der Vorplanung das Projekt etwas teurer wird.“

B├╝rgermeister Kessler sagte daraufhin: „Die Aufgabenstellung war, zu analysieren, was eine Sanierung kostet. Das ist detailliert geschehen. Weil wir ├╝ber mehr als 3 Millionen reden, war die Frage, welche effektive Vorgehensweise gibt es? Eine Kostenannahme ist sehr grob. Es ist sicher der Anspruch da, realistische Kosten zu nennen. Wir m├╝ssen aber eine gewisse Unsch├Ąrfe hinnehmen.“

Gegen 17:45 Uhr beantragte der CDU-Fraktionschef Dr. Joseph Doll eine Sitzungsunterbrechung.

B├╝rgermeister Kessler meinte nach der Wiederaufnahme, der Neubau erm├Âgliche den Bedarf von 60 Krippenpl├Ątzen zu decken.

Daraufhin sagte Gemeinderat Doll: „Wenn das so ist, stimmen wir der Vorplanung zu.“ Argumente brachte er keine vor.

Gemeinderat Ulrich Kettner (Gr├╝ne) sagte: „Ich gehe davon aus, dass auch Lager- und Teamr├Ąume geschaffen werden. Ist denn der Neubau auch f├╝r die Ganztagesbetreuung geeignet.“ B├╝rgermeister Kessler meinte: „Das ist dann Teil der Planung f├╝r 2015.“

Gemeinderat Heinisch betonte, dass die Gr├╝nen der Planung auch zustimmen, weil es ein Passivhausstandard geben werde. Gemeinderat Hasselbring sagte: „Wenn sicher ist, dass wir einen ansehnlichen Bau bekommen.“

„Als grunds├Ątzlch richtig“, bezeichneten die Architekten den Vorschlag von Gemeinderat Michael Bowien (SPD), den Kingergarten komplett auszulagern und in einem Rutsch Abriss und Neubau vorzunehmen: „Den Ablauf bestimmt aber der Auftraggeber.“

Beim Abriss und Neubau, m├╝sste das Projekt komplett umgesetzt werden – nat├╝rlich auch mit den entstehenden Kosten. Aus weiteren ├äu├čerungen lie├č sich heraush├Âren, dass der Altbau noch f├╝nf bis zehn Jahre aus „wirtschaftlichen Gr├╝nden“ genutzt werden soll.

Der Gemeinderat stimmte dem Vergabeauftrag an die Architekten f├╝r eine Vorplanung zu. Gemeinderat Reiner Lang (SPD) stimmte dagegen – in der Sitzung hatte er sich nicht ge├Ąu├čert, warum er den Neubau ablehnt.

Der Neubau soll auf die Freifl├Ąche, eine neue Freifl├Ąche soll da entstehen, wo das jetzige Kindergartengeb├Ąude ist.

 

Sch├Âner Ausblick?

Neues von der Baustelle – Folge 11: Der Klotz w├Ąchst

Die riesigen Dimensionen werden langsam deutlich.

Heddesheim, 20. April 2012. (red) Wer sich bislang die Ausma├če des „Pfenning“-Projekts nicht so richtig vorstellen konnte, kann sich langsam aber sicher einen Eindruck verschaffen. Es wird ein sehr gewaltiger Betonklotz werden. Die n├Ârdliche Hallenreihe ist von der L├Ąnge her nun „erfassbar“. Interessant: W├Ąhrend „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger vor wenigen Monaten noch ank├╝ndigte, man wolle nun doch nicht die alten Standorte in Heddesheim konzentrieren, sagt Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning genau das Gegenteil.

Weder der neue, „gute“ Nachbar Pfenning, noch die Gemeindeverwaltung Heddesheim legte Wert darauf, uns zur Grundsteinlegung einzuladen. Ist nicht schlimm, solche Termine sind sowieso langweilig und dienen nur der Selbstdarstellung.

Verlautbarungssender wie das Rhein-Neckar-Fernsehen hingegen sind sehr willkommen, die berichten ja auch vollst├Ąndig unkritisch das, was man ihnen vorsetzt und bei ner Grundsteinlegung gibts auch immer H├Ąppchen, das l├Ąsst man sich nicht entgehen.

Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning darf dann behaupten, dass man hier das Gesch├Ąfts konzentriere, w├Ąhrend sein Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger vor ein paar Monaten davon sprach, es werde nun doch Neugesch├Ąft hier angesiedelt. Aber das kennt man schon von „Pfenning“ – wen interessiert schon das Geschw├Ątz von gestern? Man hat die Baugenehmigung in der Tasche, die Mehrheit des Gemeinderats und den B├╝rgermeister Kessler, also macht und sagt man, was man will. Zu Beginn der Planungen wurde mit einer Konzentration der Standorte geworben, dann hie├č es, man plane Neugesch├Ąft und jetzt soll doch wieder konzentriert werden.

Der n├Ârdliche Hallentrack ist in Teilen schon im Rohbau, die Bodenplatten sind gelegt. Wer sich den „Spa├č“ macht und mal den Brunnenweg entlang spaziert, stellt schon heute fest, dass der Blick auf die Bergstra├če definitiv weg ist.

Daf├╝r soll es ab September den ersten Lkw-Verkehr gehen. Angeblich nimmt man dann die erste Halle in Betrieb.

Was man weit und breit nicht erkennen kann, sind irgendwelche Vorbereitungen f├╝r den Gleisanschluss. Ob der nun kommt oder nicht, ist vermutlich sowohl der Gemeinderatsmehrheit als auch B├╝rgermeister Kessler egal. Die zeigten bei jedem Schwenk und jeder ├änderung in den Planungen bislang immer „Verst├Ąndnis“.

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Aus dem Bauausschuss:

Bauantrag f├╝r Maschinenhalle, zwei weitere Bauvoranfragen

Heddesheim, 02. April 2012. (red/jt) Der Bauausschuss der Gemeine Heddesheim entschied bei seiner Sitzung am Montag ├╝ber zwei Bauvoranfragen sowie einen Bauantrag. Gepr├╝ft wurden der geplante Bau einer Ger├Ątehalle sowie eines Flachdachanbaus. Zudem wurde ├╝ber den Bauantrag ├╝ber den Neubau einer Maschinenhalle entschieden.

Im L├Ąrchenweg 2 soll das Wohnhaus um einen Flachdachanbau erweitert werden. Der Antragsteller einer Bauvoranfrage lies die Zul├Ąssigkeit dieser Wohnhauserweiterung durch die Gemeinde pr├╝fen. Geplant hat er einen Flachdachanbau zwischen der Doppelhaush├Ąlfte und der Doppelgarage.

Die Besitzer der angrenzenden Grundst├╝cke hatten der Erweiterung bereits schriftlich zugestimmt. Die geplante Erweiterung liegt jedoch vollst├Ąndig ausserhalb des g├╝ltigen Bebauungsplan „G├Ąnswasen“ von 1967. Da es bereits fr├╝her zu Abweichungen des Bebauungsplans gekommen war, diese jedoch nicht den hier vorliegenden Umfang aufwiesen, wurde der Sachverhalt in der Sitzung genauer er├Ârtert.

Bereits in den Jahren 1968/69 kam es zu sogenannten „Befreiungen“ vom Bebauungsplan im Ulmenweg 3 und 4. Dort wurde der Bebauungsplan um jeweils drei Meter ├╝berschritten.

Eine ├ťberschreitung des Bebauunsplans um f├╝nf Meter, wie bei der Bauvoranfrage vorgesehen hielt die Verwaltung f├╝r „viel zu viel“. B├╝rgermeister Michael Kessler sagte, „das Zugest├Ąndnis w├Ąre schon gro├č“. Kessler weiter:

So eine Entscheidung hat auch immer Auswirkungen auf andere. Da muss man mit Fingerspitzengef├╝hl rangehen.

Zudem sei es wichtig, keinen „Pr├Ązedenzfall zu schaffen“.

Um dem Antragssteller entgegenzukommen, hatte die Verwaltung eine Alternative mit einer ├ťberschreitung von 3,5 Meter vorbereitet. Dieser Alternative wurde seitens des Bauausschuss einstimmig zugestimmt.

Neubau einer Maschinenhalle und eines Unterstandes

Ein 66 auf 6 Meter gro├čer Unterstand sowie eine 12,30 auf 8,40 Meter gro├če Maschinenhalle werden auf dem Flurst├╝ck 6439 am Brunnenweg 8 errichtet. Durch auslaufende Mietvertr├Ąge und wirtschaftliche Zw├Ąnge muss der dort ans├Ąssige Landwirt seinen zweiten Betriebsstandort im ehemaligen Musthof der Firma Freudenberg aufgeben.

Gem├Ą├č dem Bauantrag soll an den rot gekennzeichneten Fl├Ąchen neu gebaut werden. Bild: Gemeinde Heddesheim

Um seine landwirtschaftlichen Maschinen auch weiterhin unterbringen zu k├Ânnen, ist der Neubau erforderlich. Die geplanten Neubauten sollen s├╝dlich entlang bereits bestehender Hallen errichtet werden.

Unter der Auflage, dass entlang der s├╝dlichen Geb├Ąudeseite eine bereits bestehende Heckenbepflanzung dauerhaft unterhalten wird, stimmte der Bauausschuss dem Antrag einstimmig zu. Begr├╝ndet wurde die Zustimmung damit, dass das Vorhaben einem sogenannten „priviligierten Betrieb“ dient und somit gem├Ą├č ┬ž35 Abs. 1 BauGB zu├Ąssig sei.

Hinter diesen bereits bestehenden Hallen soll gebaut werden.

Bauvoranfrage der Familie Glock aus Muckensturm

Um die Zukunftsf├Ąhigkeit des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Glock zu sichern, wird der Neubau einer Ger├Ątehalle notwendig. Eine bisher als Ger├Ątehalle genutzte Tabakscheune soll zu diesem Zweck abgerissen werden. An der selben Stelle soll dann eine neue Ger├Ątehalle mit Wohnung im Obergeschoss entstehen.

Laut Verwaltung sei die Scheune „nicht erhaltungsw├╝rdig“, zudem sei sie „teuer und aufw├Ąndig im Unterhalt“.

Der geplante Neubau entspricht in seinen Ausma├čen ann├Ąhernd der alten Scheune. Zudem begr├╝├če man das Vorhaben, um die Zukunft der bereits seit Generationen bestehenden Betrieb sicherzustellen.

Fraglich sei laut B├╝rgermeister Kessler lediglich, ob das Unternehmen durch das Landratsamt als „priviligierter Betrieb“ anerkannt w├╝rde.

Der Bauvoranfrage stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Gemeinderat verabschiedt Haushaltsreste 2011

Mehr Durchblick bei Stra├čenbeleuchtung

 

Nach einem Jahr eine feste Gr├Â├če: Der freit├Ągliche Markt in der Ortsmitte.

Heddesheim, 30. M├Ąrz 2012. (red/cr) Nur wenig Diskussionsbedarf gab es bei der Gemeinderatssitzung am 29. M├Ąrz. Einig ist man sich bei der ├ťbernahme der Haushaltsreste 2011. Ebenso bei der Vergabe der Heizungssanierung der Johannes-Kepler-Schule. Der Bauhof wird in Zukunft die Stra├čenbeleuchtung instand halten. ┬á

Von Christian Ruser

Au├čerhalb des Sitzungssaals biegen Sturmb├Âen die noch laublosen B├Ąume. Im Inneren ist von einer Schlechtwetterlage nicht die geringste Spur. Mit gro├čem Einvernehmen werden die auf der Tagesordnung stehenden Themen angegangen.

Frisch ist der Freitag

Ein allgemeiner Konsens besteht bereits beim Wochenmarkt ÔÇ×frischer FreitagÔÇť. Seit einem Jahr wird er auf dem Marktplatz im Ortskern abgehalten und ┬áwird mehr und mehr zu einer festen Gr├Â├če im Gemeindeleben.

Die gute Resonanz innerhalb der Bev├Âlkerung, so B├╝rgermeister Kessler, l├Ąsst sich auch auf die Rahmenveranstaltungen zur├╝ckf├╝hren. In Zukunft sind deshalb weitere Veranstaltungen geplant. Ein fester Stamm von acht Markth├Ąndlern hat sich inzwischen etabliert. Noch fehlt aber ein verl├Ąsslicher Fischh├Ąndler.

Andreas Schuster von den Gr├╝nen m├Âchte wissen, ob es bereits eine Erhebung der Marktbesucher gibt. Michael Kessler begr├╝├čt diesen Gedanken und verspricht in dieser Richtung ein Erfahrungsbericht bei den H├Ąndlern einzuholen.

Die SPD ist ebenfalls von der Entwicklung des Wochenmarkts begeistert. Eine Verl├Ąngerung der ├ľffnungszeiten ist ├╝berlegenswert und mit den H├Ąndlern abzukl├Ąren.

Anders sehen es die Vertreter der CDU Fraktion. Sie bef├╝rchtet im Markt eine zus├Ątzliche Konkurrenz f├╝r die ans├Ąssigen H├Ąndler und einen Kostenfaktor f├╝r die Gemeinde. Diesem Einwand h├Ąlt Kessler entgegen, dass solche Projekte nicht kostenlos zu stemmen sind, die gute Annahme des Marktes seitens der Bev├Âlkerung aber f├╝r den Markt spreche.

Noch nicht alles ist erledigt

Aus dem Haushalt 2011 sind noch Posten offen, die in das Haushaltsjahr 2012 ├╝bernommen werden m├╝ssen. So ist im Zuge der Sanierung der Johannes-Kepler-Schule noch eine technische Verbesserung der Heizungsanlage offen. Weitere 2011 veranschlagte Bauma├čnahmen auf den Sportpl├Ątzen, dem See und dem Hallenbad stehen ebenfalls aus.

Aus diesem Grund stimmt der Gemeinderat den 2011 gebildeten Haushaltsresten geschlossen zu.

Bauhof sorgt f├╝r helle Stra├čen

Zum Monatsende l├Ąuft der Stromliefervertrag mit der EnBW aus. In der bisherigen Praxis hat sich gezeigt, dass der Bauhof in vielen F├Ąllen schneller und kosteng├╝nstiger Netzdefekte beheben konnte. Die Verwaltung schl├Ągt vor, diese Aufgabe dem Bauhof zu ├╝bertragen. Als Stromlieferant werden die Stadtwerke Viernheim beauftragt.

Die Instandhaltung des Stra├čenbeleuchtungsnetzes durch den Bauhof wirft die Frage nach einer 24 st├╝ndigen Rufbereitschaft auf. Um diese zu gew├Ąhrleisten, wird bei den Stadtwerken Viernheim ein St├Ârungstelefon angemietet. Dieses Vorgehen soll zun├Ąchst ein Jahr laufen, um danach Bilanz zu ziehen.

Frank Hasselbring von der FDP bem├Ąngelt, dass man keine klare Bewertungsgrundlage haben wird. Es fehlt eine Gesamt├╝bersicht der bisherigen Kosten. Auch m├Âchte er im Antrag an den Gemeinderat klar die Befristung der Entscheidung auf ein Jahr verankert wissen.

B├╝rgermeister Kessler erl├Ąutert, dass im bisherigen Vertrag mit der EnBW die Kosten f├╝r die Instandhaltung der Stra├čenbeleuchtung nicht ausgewiesen wurden. Die EnBW hatte die Kosten im Strompreis umgelegt. Deshalb sei eine direkte Gegen├╝berstellung der Kosten nicht m├Âglich.

Nach der Einarbeitung der Ein-Jahres-Klausel wird einstimmig beschlossen, den Bauhof mit der Instandhaltung der Stra├čenbeleuchtung zu betrauen.

W├Ąrme per Mausklick

Die Heizungsanlage der Johannes-Kepler/Karl-Drais-Schule ben├Âtigt eine Erneuerung. Durch einen zentralen PC werden zuk├╝nftig die einzelnen Klassenr├Ąume separat w├Ąrmereguliert.

Nach VOB wurde der Auftrag beschr├Ąnkt ausgeschrieben. Von vier angefragten Firmen haben drei ein Angebot vorgelegt. Das g├╝nstigste Angebot legte die Firma Kieback & Peter aus Ludwigshafen vor. F├╝r die Elektroarbeiten wurden zwei Firmen angefragt. Das wirtschaftlichste Angebot legte Elektro-Kemmet aus Heddesheim vor.

Da sie in dieser Entscheidung befangen ist, nimmt FDP-Gemeinder├Ątin Ingrid Kemmet nicht an der Abstimmung teil. Die ├╝brigen Gemeinder├Ąte stimmen dem Antrag ausnahmslos zu.

AWO deckt das Dach

Nach Ausschreibung der Sanierung des Geb├Ąudedachs in der Oberdorfstra├če 20 haben zwei Firmen ein Angebot vorgelegt. Das preisg├╝nstigste Angebot erfolgte von AWO Dachbau GmbH.

Da das Angebot etwa 8.500 ÔéČ unter dem Konkurrenzangebot liegt, erteilt der Gemeinderat der AWO Dachbau den Auftrag.

Aussch├╝sse neu besetzt

Durch das Ausscheiden von Hardy Prothmann aus dem Gemeinderat, r├╝ckte Markus Schulz nach. Die neue Personalsituation zwingt die FDP-Fraktion sich in den Kommissionen und Aussch├╝ssen neue aufzustellen. Markus Schulz wird Mitglied im Kultur-/Sport-, Umwelt- und Jugendausschuss werden. Auch wird er Mitglied der Grundst├╝ckskommission.

Mit einer Sitzungszeit von 67 Minuten ist die Gemeinderatssitzung ungew├Âhnlich schnell vorbei.

MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgew├Ąhlt“

"Pfenning"-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und h├Ąufig auch nur irgendwas, was sp├Ąter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. M├Ąrz 2012. Der Mannheimer Morgen f├Ąhrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch f├╝r unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erw├╝nscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, gro├če Teile der Heddesheimer Bev├Âlkerung nicht zu erreichen. N├Ąmlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei wei├č Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die H├Ąlfte des Ortes gegen die montr├Âse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem Ackergel├Ąnde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen Einw├Ąndungen durchgesetzt war, sah und h├Ârte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine l├Ąppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Gesch├Ânte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der n├Ârdliche Teil, von Ost nach West, dann der s├╝dliche Teil. Daf├╝r werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max B├Âgl verbaut. B├Âgl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, St├╝tzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter besch├Ąftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der B├Âgl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-Gel├Ąnde tats├Ąchlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im s├╝dlichen Teil zur Benz-Stra├če hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU f├╝r die Logistikansiedlung. Jetzt erf├Ąhrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf n├Âtig seien, falls denn mal jemand Interesse haben k├Ânnte.

Fragw├╝rdige ├äu├čerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand h├Ątte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist haneb├╝chen.

Nat├╝rlich wei├č man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Stra├čen sind h├Ąufig verdreckt – wie das halt so ist in der N├Ąhe von Baustellen. Wer allerdings f├╝r die Stra├čenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer wei├č, dazu gibt es keine Informationen.

Daf├╝r erh├Ąlt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn t├Ąglich hunderte zus├Ątzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer besch├Ądigt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das Regierungspr├Ąsidium zust├Ąndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner wei├č oder sagen kann, wann diese Sch├Ąden, die auch unfallgef├Ąhrlich sein k├Ânnen, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ├╝ber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen Vertr├Ąge das „Pfenning“-Projekt ├╝berhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verk├╝ndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele Ger├╝chte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizit├Ątspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder gro├če „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es w├╝rde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise f├╝r Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt f├╝r die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen f├╝r den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die H├Ąlfte als Leihkr├Ąfte. Die Zahl „bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze“, mit der B├╝rgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP f├╝r das Projekt geworben haben, f├Ąllt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier Ausbildungspl├Ątze halte „Pfenning“ nach wie vor frei f├╝r Heddesheimer Berufsanf├Ąnger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

Ausgew├Ąhlte G├Ąste

Am 23. M├Ąrz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – f├╝r ausgew├Ąhlte G├Ąste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erf├╝llt.

B├╝rgerhaus hat "neue optische Eingangssituation"

Ist diese „Versch├Ânerung“ 13.000 Euro wert?

Bunt reflektiert sich die Ampelanlage in der "neuen Gestaltung" des Eingangsbereichs des B├╝rgerhauses.

 

Heddesheim, 09. M├Ąrz 2012. (red) Seit ein paar Tagen ist die „Versch├Ânerung“ des Eingangsbereichs am B├╝rgerhaus montiert. Begr├╝ndet wurde die rund 13.000 Euro teure Ma├čnahme damit, dass „ausw├Ąrtige Besucher“ das B├╝rgerhaus oft nicht finden. Wer nun davorsteht, kann den Eingangsbereich kaum noch ├╝bersehen – aber auch nicht die unsch├Ân aussehenden Zettel im Schaukasten und Lichtreflektionen der Ampel.

Von Hardy Prothmann

F├╝r repr├Ąsentative Zwecke geben B├╝rgermeister Kessler und Teile des Gemeinderats viel lieber Geld aus, als beispielsweise f├╝r Jugendsozialarbeit.

F├╝r die Sanierung des Brunnens vor dem Rathaus beispielsweise werden knapp 100.000 Euro ausgegeben, jetzt 13.000 Euro f├╝r die Gestaltung des Eingangsbereichs des B├╝rgerhauses.

Leider hilft die sch├Ânste Ma├čnahme nichts, wenn ein Zettelkasten immer noch wie ein Zettelkasten aussieht.

Und obwohl es sich angeblich um eine sehr erfahrene Firma handelt, hat diese wohl nicht die Lichtreflektionen der Ampelanlage bedacht, wie man auf unserer Aufnahme gut sehen kann. Die wechselnd rot, organenen, gr├╝nen Reflektionen wollen sich nicht so recht ins neue „Design“ einpassen.

Vielleicht handelt es sich ja aber auch um einen gewollten Effekt – das Design mit dem roten Punkt sozusagen.

 

Gemeinderat Kurt Klemm antwortet auf Kommentare

„Man darf Kulturdenkmale nicht vergammeln lassen.“

Fotografische Dokumentation: Erh├Ąlt man mit diesen "Ma├čnahmen" ein Geb├Ąude oder beschleunigt man den Zerfallsprozess? Bilder: privat

Heddesheim, 08. M├Ąrz 2012. (red) Kurt Klemm hatte in der vergangenen Gemeinderatssitzung einen Disput mit B├╝rgermeister Michael Kessler zum Schlatterhaus – vielmehr, wie damit umgegangen worden ist. Dieses wird in K├╝rze abgerissen. Eine Kommentatorin zeigte daf├╝r Verst├Ąndnis – Kurt Klemm antwortet.

Anm. d. Red.: Da wir kein M├Âglichkeit haben, in Kommentaren Bilder zu ver├Âffentlichen, dokumentieren wir die Antwort als Artikel.

Kommentar: Kurt Klemm

„Hallo Suhedd, den Inhalt Ihres Leserbriefes kann ich sehr gut verstehen, doch ich m├Âchte, da auch ich das Geb├Ąude sehr gut kenne nicht falsch verstanden werden. Bei meinem Protest ging es auf keinen Fall darum, dass dieses Geb├Ąude in der Oberdorfstra├če 3 nicht abgerissen wird, viel mehr wollte ich protestieren wie mit unseren Kulturdenkmalen in der Vergangenheit schon umgegangen wurde.

Ich begleite das ehemalige ev. Pfarrhaus seit ├╝ber 40 Jahren und kenne sehr wohl die Probleme dieses Kulturdenkmales. Aber all meine Bitten in dieser Zeit, gegen diesen, f├╝r alle ersichtlichen Verfall etwas zu unternehmen, verhallten ungeh├Ârt (siehe Bild 2010).

Es kann daher nicht angehen, dass es in unserem Lande zum Erhalt dieser Kulturdenkm├Ąler Gesetze gibt, aber keiner h├Ąlt sich daran. In Paragraph 6 Erhaltungspflicht hei├čt es:

ÔÇ×Eigent├╝mer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln. Das Land (Baden-W├╝rttemberg) tr├Ągt hierzu durch Zusch├╝sse nach Ma├čgabe der zur Verf├╝gung stehenden Haushaltsmittel bei.ÔÇť

Einer Gemeinde wie Heddesheim sollten Kulturdenkmale erhaltenswert sein und sie nicht als abbruchreife Tauschobjekte vergammeln zu lassen.

Die Liste der abgerissenen Kulturdenkmale in Heddesheim ist lang und ich kann nur hoffen dass alle noch vorhandenen Kulturdenkmale von unseren B├╝rgern in Zukunft sehr aufmerksam und kritisch beobachtet werden, wie zum Beispiel der ÔÇ×Badische HofÔÇť in der Schaafeckstra├če 3.

Es muss einfach einen Weg geben, um Kulturdenkmale f├╝r unsere Nachwelt zu erhalten.

Kurt Klemm protestiert

Schlatterhaus wird abgerissen

Ist angeblich seit hundert Jahren nicht mehr zu retten und wird jetzt abgerissen: Das Schlatterhaus.

Heddesheim, 05. M├Ąrz 2012. Das alte Pfarrhaus, besser gekannt als Schlatterhaus, wird abgerissen. Nicht ohne deutliche Protestnote des Gemeinderats Kurt Klemm, der dem B├╝rgermeister vorgeworfen hat, er habe das Haus verloddern lassen.

Von Hardy Prothmann

Es ist eines der ├Ąltesten Geb├Ąude Heddesheims und eines der geschichtstr├Ąchtigsten, das Schlatter-Haus in der Oberdorfstra├če 3. Ab 1832 wirkte der geb├╝rtige Weinheimer Georg Friedrich Schlatter in Heddesheim, wo er auch Schulvisitator und Verwalter des Dekanats war.

Er gilt als einer der Vorreiter der Badischen Revolution, beseelt durch Liberalismus und war ein bedeutender Kritiker der Zust├Ąnde in Staat und Kirche. Seine kritische Haltung brachte ihm als „Landesverr├Ąter“ zehn Jahre Zuchthaus ein, au├čerdem wurde er aus dem Kirchendienst entlassen.

Zuchthaus f├╝r den Revolution├Ąr

Der Vater, seine Frau und seine 17 Kinder b├╝├čten die kritische Haltung mit gro├čer Not.

Schlatter setzte sich neben der Kritik an Staat und Kirche f├╝r die Gleichberechtigung der Juden ein und war ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. Au├čerdem kritisierte er aus eigener Erfahrung die Haftbedingungen in den damaligen Gef├Ąngnissen. Ein moderner, kritischer Geist, den man sich heute in der evangelischen Kirche in Heddesheim auch w├╝nschen w├╝rde.

Angeblich ist das Geb├Ąude nach Aussagen von B├╝rgermeister Michael Kessler bereits seit einhundert Jahren nicht zu retten. Stellt sich die Frage, warum es dann nicht l├Ąngst abgerissen worden ist. Seit 2003 geh├Ârt es der Gemeinde. Auf die Frage von Gemeinderat Kurt Klemm, was die Gemeinde zum Erhalt des Geb├Ąudes getan habe, entgegnete Kessler nur, dass man nichts habe tun k├Ânnen.

Verloddern vs. verludern

Klemm unterstellte, dass es dazu auch keinen Willen gegeben habe, sondern bewusst keine fehlenden Ziegel ersetzt worden seien und offene Fenster dem Geb├Ąude noch mehr zugesetzt h├Ątten:

„Man hat das Geb├Ąude verloddern lassen.“

BM Kessler entgegnete, wie ├╝blich sehr ungehalten:

„Das ist eine Unterstellung, wenn Sie sagen, wir h├Ątten das Geb├Ąude verludern lassen.“

Verloddern oder verludern – fest steht, dass es keinerlei Ambitionen gegeben hat, das alte Haus, an dem eine der wichtigsten Pers├Ânlichkeiten der Heddesheimer Geschichte gewirkt hat, doch erhalten zu k├Ânnen. Noch nicht einmal die Fassade als „gutem Anschein“.

Mit drei Enthaltungen und einer Gegenstimme der Gr├╝nen stimmte der Rest des Gemeinderats f├╝r den Abriss.

Symbolischer Abriss?

Man kann das auch symbolisch sehen – das Kulturdenkmal eines kritischen Geistes wird durch die Bef├╝rworter des Abrisses f├╝r immer getilgt. Das wird viele nicht verwundern.

Wird ebenfalls abgerissen - Weidigstra├če 1.

Immerhin bleibt es als fotografische und zeichnische Dokumentation der Nachwelt erhalten – das erledigt allerdings das Denkmalamt.

Den Abriss erledigt das Heddesheimer Unternehmen Grimmig GmbH f├╝r gut 21.000 Euro. Zum selben Tagesordnungspunkt wurde auch der Abriss des Geb├Ąudes Weidigstra├če 1 f├╝r knapp 14.000 Euro beschlossen.

Die Gemeinde plant einen Fl├Ąchentausch, danach geht das Grundst├╝ck des Schlatterhauses zur├╝ck an die Evangelische Kirchengemeinde, die dort ein neues Gemeindehaus errichten m├Âchte. Man darf gespannt sein, welche Anstrengungen unternommen werden, f├╝r das Andenken an den Revolution├Ąr Schlatter unternommen werden. Denn Revolution├Ąre und freie Geister haben es in Heddesheim bekanntlich nicht ganz einfach.

Dokumentation der Schlussrede von Hardy Prothmann

„Ich bleibe Heddesheim verbunden“

Heddesheim, 01. M├Ąrz 2012. (red) Heute ist der partei- und fraktionsfreie Hardy Prothmann aus dem Heddesheimber Gemeinderat ausgeschieden. Wir dokumentieren die Abschlussrede.

„Sehr geehrte B├╝rgerinnen und B├╝rger, sehr geehrte Gemeinder├Ątinnen und Gemeinder├Ąte, sehr geehrter Herr B├╝rgermeister.

Ich bedaure sehr, dieses Gremium nach zwei Jahren und neun Monaten verlassen zu m├╝ssen, weil die Gemeindeordnung dies so vorsieht. Da ich nicht mehr in Heddesheim wohne, bin ich kein w├Ąhlbarer Heddesheimer B├╝rger mehr und muss mein Ehrenamt abgeben.

Ich bedaure nicht den Sinngehalt der kommunalen Verfassung – nat├╝rlich ist es stimmig, dass Gemeinder├Ąte auch B├╝rger der Gemeinde sein sollen und m├╝ssen.

Die Zeit und Mitwirkung im Gemeinderat habe ich gem├Ą├č meines Wahlversprechens nach bestem Wissen und Gewissen genutzt und mich aktiv eingebracht. Ich habe gr├Â├čtm├Âgliche Transparenz versprochen, B├╝rgerbeteiligung, Unabh├Ąngigkeit und eine kritische Haltung.

Ob es dabei immer ma├čvoll von meiner Seite zugegangen ist, m├Âchte ich nicht selbst beurteilen. Sondern ich stelle auch hier wieder die Frage, wer alles beteiligt war, wer f├╝r was verantwortlich ist, wer sich wie eingebracht hat. Und die Antworten m├Âgen die B├╝rgerinnnen und B├╝rger Heddesheims selbst finden.

Den einen wars zuviel, andere konnten nicht genug davon bekommen, wenn ich, wie der Noch-Kollege Andreas Schuster es ausgedr├╝ckt hat, eine um die andere Attacke im Galopp geritten bin.

Das aber ist nicht ganz richtig – mein Ansporn war niemals Attacke zu reiten, weder im Galopp noch in einer anderen Schrittform. Ich habe nur Fragen gestellt und Positionen vertreten.

Ich habe mich darum bem├╝ht, mein Ehrenamt mit Verantwortung auszuf├╝llen. Verantwortlich zu sein, f├╝r das, was ich mitbestimme, indem ich Ja, Nein oder Enthaltung sage. Und daf├╝r Gr├╝nde benannt habe.

Und indem ich mich bem├╝ht habe, vor jeder Entscheidung zu wissen, warum ich mich wie entscheide.

Nicht nach einer parteipolitischen Linie, nicht nach einem Fraktionszwang, nicht, damit die Stimmung unter den ÔÇťKollegenÔÇŁ gut ist, nicht, um mir selbst oder anderen zu gefallen, nicht, um mich in sinnlosen, nicht enden wollenden Selbstdarstellungsreden zu ergehen und schon gar nicht, um pers├Ânliche Vorteile zu erlangen.

Das kann ich guten Gewissens ├╝ber diese spannende Zeit feststellen. Au├čerdem hat es mich sehr gefreut, dass die Besucherzahlen bei Heddesheimer Gemeinderatssitzungen mit Abstand an der Spitze aller zehn Kommunen im Wahlkreis 39 liegen. Das ist bemerkenswert und war wohl fr├╝her einmal anders.

Da man mich f├╝r meine offenen Worte kennt, bin ich zum Abschied gerne bereit, ein paar zu ├Ąu├čern.

Beispielsweise zu den Gr├╝nen. Was leider zu wenig aufgefallen ist: Die haben als erste Partei die volle Breitseite meiner kritischen Haltung abbekommen.

Die Gr├╝nen haben sich ebenso wie andere mit meiner Kritik zun├Ąchst schwer getan, aber sie sind damit umgegangen. Das respektiere ich. Wir waren oft, aber nicht immer einer Meinung und es wurde nach ├ťberzeugungen, nach Argumenten und Fakten entschieden. F├╝r die gute und offene Zusammenarbeit m├Âchte ich mich ausdr├╝cklich bedanken.

Bedauerlich finde ich, dass die anderen Fraktionen ├╝berwiegend nicht mit Kritik umgehen k├Ânnen. Kritik hei├čt im Wortsinne, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen.

Jeder hat seine Haltung f├╝r sich zu verantworten und alle B├╝rgerinnen und B├╝rger k├Ânnen sich ihr eigenes Bild von ihren politischen Vertretern machen.

Was bedeuten diesen Ratsmitgliedern Ehre und Amt? Laut Gemeindeordnung ist jeder Gemeinderat souver├Ąn und hat sich f├╝r das Wohl der Gemeinde und der Abwehr von Schaden einzusetzen. K├Ânnen alle hier im Rat nach bestem Wissen und Gewissen die Frage, ob sie danach gehandelt haben, mit Ja beantworten?

Es ist nur eine Frage. Die Antwort muss jeder selbst finden. Und die B├╝rgerinnen und B├╝rger bilden sich ihre eigene Meinung dar├╝ber.

Nat├╝rlich m├Âchte ich auch Sie, Herr B├╝rgermeister, in meiner Abschiedsrede nicht vergessen.

Und auch, wenn Sie das nicht erwarten, werde ich Sie zuerst loben. Sie sind ein flei├čiger Verwaltungsbeamter.

Da ich viele Gemeinderatssitzungen besuche oder von meinen Mitarbeitern Kenntnis erlange, wei├č ich, dass ihre Sitzungen in aller Regel gut bis sehr gut vorbereitet sind.

Ob die Art, wie Sie in dieser Wahlperiode bislang die Sitzungen geleitet haben, ebenfalls als gut bis sehr gut zu betrachten ist, ├╝berlasse ich wiederum dem Urteil aller Menschen, die sich daf├╝r interessiert haben. Und vielleicht, Herr Kessler, kommen Sie in einer ruhigen Minute auch auf selbstkritische Gedanken.

Wiederholten Wortentzug, Redeverbot f├╝r Gutachter, Drohungen mit Ordnungsgeld, Abmahnungen und andere Druckmittel habe ich in den Sitzungen anderer Gemeinden nicht feststellen k├Ânnen. Man stellt sich dort dem Diskurs und achtet das Amt der Gemeinder├Ąte.

Es ist Ihre Verantwortung, Ihr Verm├Ąchtnis, die sch├Âne Wohngemeinde Heddesheim durch und in der ÔÇťPfenningÔÇŁ-Frage gespalten zu haben.

Der renommierteste Politikwissenschaftler Baden-W├╝rttembergs, der T├╝binger Professor Wehling, hat klar festgestellt, dass man gegen die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung keine Entscheidung durchdr├╝cken darf, ohne das eine Gemeinde einen massiven politischen Schaden davontr├Ągt.

Das war und ist Ihnen, Herr Kessler, aus welchen Gr├╝nden auch immer, nach Aktenlage egal.

Leider verstehen Sie Kritik ├╝berwiegend pers├Ânlich – entweder man ist mit Ihnen oder gegen Sie. Mit ging es immer um die Sache.

Und damit wir uns heute hier im Rat zum letzten Mal richtig verstehen: Ich respektiere Sie daf├╝r.

Respektare hei├čt n├Ąmlich zur├╝ckschauen und nichts anderes habe ich gerade gemacht.

Wenn ich zur├╝ckschaue, sehe ich einen B├╝rgernmeister, der nicht Meister aller B├╝rger ist, sondern einen, der sich gerne zum 100-Millionen-Euro-Kessler machen wollte und f├╝r ÔÇťBed├╝rfnisseÔÇŁ eines fragw├╝rdigen Unternehmens mehr Verst├Ąndnis hat, als daf├╝r, was die B├╝rgerinnen und B├╝rger denken. Und sicher sindnach all den Problemen mittlerweile mehr als die H├Ąlfte des Ortes gegen das ÔÇťPfenningÔÇŁ-Projekt, weil immer klarer wird, das wenig bis nichts von den Versprechungen, die Sie, Herr Kessler, zuallererst, versprochen haben.

Deswegen bedaure ich es umso mehr, dass ich in diesem Gemeinderat nicht mehr mitwirken darf. Als kritische Stimme. Denn wenn ich nach vorne schaue, gibt es zu wenige kritische Stimmen aus tats├Ąchlich allen Fraktionen in diesem Rat.

Nachdem ich als Gemeinderat ausgeschieden bin, kann ich mich ganz meiner journalistischen T├Ątigkeit widmen, was ich direkt im Anschluss durch den Wechsel an den Pressetisch tun werde.

Den B├╝rgerinnen und B├╝rgern in Heddesheim verspreche ich weiterhin Transparenz, eine kritische Haltung – und zwar gegen├╝ber allen. Das war mein Wahlversprechen – das habe ich gehalten.

F├╝r mich ist der Abschied bedauerlich, weil ich mich gerne f├╝r die B├╝rgerinnen und B├╝rger eingebracht habe, aber er hat auch klare Vorteile.

Als Gemeinderat war ich zu oft zur Verschwiegenheit verpflichtet – sonst h├Ątte mir ein Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro gedroht.

Als Journalist bin ich nicht mehr an Verschwiegenheitspflichten gebunden, sondern kann frei und kritisch gem├Ą├č Artikel 5 Grundgesetz berichten.

Man wird sehen, ob die Freude, die sicherlich der ein oder andere hier im Gemeinderat und in der Gemeinde ├╝ber mein Ausscheiden empfinden, in der Zukunft anhalten wird.

Ich m├Âchte mich bei meinen W├Ąhlerinnen und W├Ąhlern f├╝r Ihr Vertrauen bedanken und hoffe, dass ich w├Ąhrend meiner Amtszeit alle B├╝rgerinnen und B├╝rger mindestens gut vertreten habe.

Ebenso bei den Bediensteten der Gemeinde, die mir ganz ├╝berwiegend hilfsbereit, freundlich und kompetent begegnet sind.

Meinem Nachr├╝cker w├╝nsche ich Mut und Entschlossenheit und die Haltung, dass er sein Amt souver├Ąn, das hei├čt, nur seinem Gewissen unterworfen, ausf├╝llen kann.

Den fr├╝heren ÔÇŁKollegenÔÇŁ w├╝nsche ich eine gute Restzeit in der aktuellen Wahlperiode. Herr Schuster hat in einem Artikel geschrieben, dass er sich w├╝nscht, der Gemeinderat m├Âge ohne mich nicht zum Business as usual zur├╝ckzukehren, sondern weiter im 21. Jahrhundert voran schreiten. Ich teile diesen Wunsch und hoffe auf das beste.

Ich bleibe Heddesheim verbunden, als Journalist, und bem├╝he mich, zu dem, was den Ort bewegt, wie gewohnt kritisch etwas beitragen zu k├Ânnen.“

Anm. d. Redaktion: Hardy Prothmann ist f├╝r das Heddesheimblog.de als Redaktionsleiter verantwortlich.

Andreas Schuster, Gemeinderat B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen, ├╝ber die Gemeinderatszeit von Hardy Prothmann

ÔÇ×Sie k├╝ssten und sie schlugen ihnÔÇť

Heddesheim, 28. Februar 2012. (red/pm) Am 01. M├Ąrz 2012 wird der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann zum letzten Mal in dieser Wahlperiode an einer Ratssitzung teilnehmen. Allerdings nur bis Tagesordnungpunkt 3, denn der behandelt dessen Ausscheiden aus formalen Gr├╝nden aus dem Gemeinderat, da Hardy Prothmann seinen Wohnsitz nach Mannheim verlegt hat. Nach der Gemeindeordnung┬á kann er demnach kein Gemeinderat mehr sein, da er kein w├Ąhlbarer B├╝rger der Gemeinde mehr ist. Sein Kollege Andreas Schuster (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) hat zur Person und Wirkung von Hardy Prothmann einen Text verfasst, der zun├Ąchst im Mitteilungsblatt ver├Âffentlicht worden ist und auf Anfrage auch uns zur Verf├╝gung gestellt worden ist.

Von Andreas Schuster

Andreas Schuster ist "gr├╝ner" Gemeinderat.

Die Kunde verbreitete sich rasch in unserer Gemeinde: Der partei- und fraktionslose Hardy Prothmann verl├Ąsst zum 1. M├Ąrz den Gemeinderat. Die Reaktionen auf diese Meldung werden mit Sicherheit das ganze Spektrum menschlicher Gef├╝hle abdecken. Eines jedoch ist sicher: Die Arbeit im Gemeinderat wird sich grundlegend ver├Ąndern. Denn Herrn Prothmann kam in dieser Institution eine ganz eigene Rolle zu. Und das ist an dieser Stelle ganz bewusst wertfrei gemeint.

In seinen besten Momenten gelang es Herrn Prothmann, die politische Landschaft in Heddesheim mit v├Âllig neuen Impulsen zu beleben. Unbequem, hartn├Ąckig und in gesunder Missachtung ├╝berkommener Rituale durchbrach er immer wieder den Erwartungshorizont der anderen Ratsmitglieder. Er polarisierte, provozierte und stellte kontinuierlich Dinge in Frage. Dabei eckte er nat├╝rlich an und sorgte f├╝r Skandale und Skand├Ąlchen. Es gab kaum eine heilige Kuh, der er sich nicht mit gewetztem Messerchen gen├Ąhert h├Ątte.

Es gab aber auch die andere Seite des Hardy Prothmann. Immer wenn die Angriffe pers├Ânlich wurden und die Provokation zum Selbstzweck geriet, man├Âvrierte er sich im Rekordtempo ins Abseits. Dann schien es fast, als w├╝rde er aus Prinzip um sich schlagen. Leider ├╝berschritt Hardy Prothmann dabei immer wieder auch die Grenzen des pers├Ânlichen Anstands. In unserer Region w├╝rde man sagen: ÔÇ×Er warf mit dem AÔÇŽsch um, was er mit den H├Ąnden aufgebaut hatteÔÇť.

Gerade das pers├Ânliche Kr├Ąftemessen zwischen den beiden ÔÇ×Alpha-M├ĄnnchenÔÇť Kessler und Prothmann erinnerte manchmal an die Auseinandersetzungen zwischen Jack Lemmon und Walter Matthau (Filmtipp: ÔÇ×Ein seltsames PaarÔÇť aus dem Jahre 1968). Und so wollte man als Zeuge des politischen Tauziehens Herrn Prothmann in einer Sekunde f├╝r eine gelungene Recherche oder eine gut platzierte Frage gratulieren, w├Ąhrend man in der n├Ąchsten angesichts eines groben pers├Ânlichen Angriffs am liebsten im Boden versunken w├Ąre.

Hardy Prothmann als Gemeinderat, das war Feuer und Wasser in einer Person vereint. W├Ąhrend ein Teil der Bev├Âlkerung seine im Galopp gerittenen Attacken gen├╝sslich degustierte, waren andere bem├╝ht, noch nicht mal die gleiche Luft wie er zu atmen. Schon wenige Wochen nach Amtsantritt standen sich die Lager der Anh├Ąngern und Gegner gegen├╝ber.

Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Arbeit im Gemeinderat in Zukunft entwickelt. W├Ąhrend etwas mehr Augenma├č in der Kritik der Zust├Ąnde sicher hilfreich ist, w├Ąre die R├╝ckkehr zu einem ÔÇ×Business as usualÔÇť fatal. Der Gemeinderat Heddesheim hat sich unwiederbringlich ver├Ąndert. Er wurde im Stahlgewitter der neuen Medien geh├Ąrtet und ist im 21. Jahrhundert angekommen. Und das ist gut so.

Lassen Sie mich mit einem Zitat von Voltaire schlie├čen das lautet: ÔÇ×Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben daf├╝r einsetzen, dass du es sagen darfst.ÔÇť

Anm. d. Redaktion: Hardy Prothmann ist der verantwortliche Redakteur f├╝r das heddesheimblog.de

Hier entsteht die Zukunft Heddesheims

Neues von der Baustelle: Folge 8 ÔÇô ein erstes Gerippe

Das erste Pfenning-Gerippe entsteht.

 

Heddesheim, 25. Februar 2012. (red) Bis Anfang 2013 soll das riesige „Pfenning“-Gel├Ąnde n├Ârdlich der Benzstra├če bebaut sein. Aktuell entsteht ein erstes Hallengerippe.

Der Zeitplan d├╝rfte als sehr optimistisch gelten. Schon mehrmals musste die Viernheimer „Pfenning“-Gruppe ihre Zeitvorgaben anpassen.

Die Bauunternehmung Max B├Âgl ist ein Spezialist f├╝r das Verbauen von Fertigbetonteilen. Vergleicht man die Bauzeiten f├╝r andere Logistikprojekte, d├╝rfte es mit Anfang 2013 auch nichts werden, sondern eher Ende 2013.

Im Sommer 2014 sind Kommunal- und B├╝rgermeisterwahlen. Die Frage wird dann sein, ob sich das dann vielleicht realisierte Mega-Projekt eher positiv oder eher negativ auf die Bef├╝rworter und ihr Ansehen in der Bev├Âlkerung auswirkt.

Fest steht schon heute, dass dass „angesehene“ Unternehmen „Pfenning“ ein Wortbrecher ist. Statt einer Konzentration der verschiedenen Standorte will man nach eigener Aussage nun „Neugesch├Ąft“ hier ansiedeln. B├╝rgermeister Michael Kessler ├Ąu├čerte gegen├╝ber dem Mannheimer Morgen „Verst├Ąndnis“ f├╝r den Wortbruch. Ob er sich damit zum Wortbruch bekennt und welchen seiner Worte man glauben kann, mag jeder selbst entscheiden.

Der B├╝rgermeisterwahlkampf hat unterdessen schon begonnen. Seit einigen Monaten hat der Mannheimer Morgen einen „Sch├Ânschreiber“ mit dem K├╝rzel „Diko“ im Einsatz, der garantiert nur positiv ├╝ber BM Kessler berichtet und keine Gelegenheit f├╝r Lobhudelei vers├Ąumt.

In eigener Sache

Hardy Prothmann verl├Ąsst Gemeinderat

Heddesheim/Rhein-Neckar, 17. Februar 2012. (red) Der Journalist Hardy Prothmann verl├Ąsst im M├Ąrz 2012 den Heddesheimer Gemeinderat. Das Ausscheiden des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats erfolgt aus formalen Gr├╝nden durch die Bestimmungen der Gemeindeordnung. Durch den Wechsel des Wohnsitzes nach Mannheim kann Hardy Prothmann kein Gemeinderat mehr in Heddesheim sein.

Hardy Prothmann verl├Ąsst den Gemeinderat, weil er nach Mannheim umgezogen ist.

Nach ┬ž 31 Abs. 1 und ┬ž 28 Abs. 1 der Gemeindeordnung f├╝r Baden-W├╝rttemberg (GemO) scheidet ein Gemeinderat aus dem Gremium aus, wenn er die W├Ąhlbarkeit verliert, d.h. auch, wenn er nicht mehr B├╝rger der Gemeinde ist. Die Voraussetzungen f├╝r das B├╝rgerrecht sind in ┬ž 12 Abs. 1 GemO geregelt, der Verlust des B├╝rgerrechts in ┬ž 13. Danach ist u.a. nicht mehr B├╝rger einer Gemeinde, wer aus dieser wegzieht.

Bei Wegzug tritt das Ausscheiden aus dem Gemeinderat automatisch ein; zur Klarstellung der Rechtslage hat der Gemeinderat festzustellen, dass durch den Wegzug der Verlust der W├Ąhlbarkeit gem├Ą├č ┬ž 28 Absatz 1 in Verbindung mit ┬ž 13 GemO gegeben ist.

B├╝rgermeister Michael Kessler wurde umgehend ├╝ber den Wegzug informiert und hat gegen├╝ber Herrn Prothmann bereits angek├╝ndigt, das Ausscheiden des Gemeinderats am 01. M├Ąrz auf die Tagesordnung zu nehmen, was gleich zu Beginn verhandelt werden wird.

Liste gewonnen

Hardy Prothmann hatte bei der Kommunalwahl im Juni 2009 aus dem Stand die Liste der FDP gewonnen, auf der er als unabh├Ąngiger Kandidat auf Platz 11 aufgestellt worden war. Insgesamt erhielt er bei seiner ersten Kandidatur rund 20 Prozent mehr Stimmen als der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring. Aufgrund unvereinbarer politischer Haltungen schloss sich Herr Prothmann nicht der FDP-Fraktion an, sondern nahm das Ehrenamt als einziger partei- und fraktionsfreier Gemeinderat wahr.

Sein „Wahlversprechen“ war, dass er f├╝r mehr Transparenz in der Kommunalpolitik sorgen wollte. Dies hat er eingehalten, durch eine kritisch-offene Haltung im Gemeinderat gegen├╝ber allen Parteien und insbesondere gegen├╝ber B├╝rgermeister Michael Kessler, dem Hardy Prothmann immer wieder Intransparenz und eine selbstherrrliche Sitzungsleitung vorgeworfen hat. Dazu geh├Ârte auch die Bem├Ąngelung der Sitzungsprotokolle, die bei kritischen Punkten aus Sicht Prothmanns gesch├Ânt wurden oder wichtige Abl├Ąufe und Inhalte nicht ausreichend wiedergegeben haben.

Prothmann geht und bleibt

Als verantwortlicher Redakteur des Heddesheimblogs bleibt der Journalist Prothmann allerdings der Gemeinde erhalten und wird mit seinem Team weiter ├╝bers Ortsgeschehen und die Kommunalpolitik berichten. Er wechselt vom Rat- zur├╝ck an den Pressetisch.

Hardy Prothmann (45) sagt mit Blick in die Vergangenheit und Zukunft:

Mir war das Ehrenamt sehr wichtig und ich habe es gern und engagiert ausgef├╝llt. Bei meinen W├Ąhlerinnen und W├Ąhlern bedanke ich mich f├╝r das Vertrauen und den guten Kontakt w├Ąhrend der Amtszeit. Ich hoffe, die Erwartungen in mich erf├╝llt zu haben und bedanke mich bei allen, die konstruktiv mit mir zusammengearbeitet haben. Die Kommunalordnung sieht vor, dass man das Amt mit dem Wegzug aus der Gemeinde aufgeben muss. Das Amt hat aber auch eine gro├če Belastung mit sich gebracht: Als Gemeinderat war ich oft und unn├Âtig zur Verschwiegenheit verpflichtet, was meine journalistische Arbeit enorm eingeschr├Ąnkt hat. Diese Einschr├Ąnkung f├Ąllt nun weg.

Das Ausscheiden wird zum Beginn der Sitzung am 01. M├Ąrz 2012 festgestellt werden. Als Nachfolger wird einer der bei der Wahl angetretenen Kandidaten auf der FDP-Liste bestimmt werden und zwar in der Reihenfolge der Stimmergebnisse. Allerdings muss erst gepr├╝ft werden, ob der betreffende Kandidat alle Voraussetzungen f├╝r das Ehrenamt immer noch erf├╝llt und seine Bereitschaft erkl├Ąren. Dann k├Ânnte in der darauffolgenden Sitzung der B├╝rgermeister den Nachfolger verpflichten.

"Pfenning" k├╝ndigt "Neugesch├Ąft" an

Neues von der Baustelle: Folge 7 – Pfenning h├Ąlt sich nicht an eigene Aussagen

Heddesheim/Viernheim, 26. Januar 2012. (red/pm) Nach Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Herbst 2012 der Kraft Foods Konzern Hallenkapazit├Ąten in Heddesheim nutzen. Entgegen der urspr├╝nglichen Zusage, man wolle die Lager der Region konzentrieren, wird also Neugesch├Ąft angesiedelt.

Dass man den Aussagen von „Pfenning“ nur sehr bedingt trauen kann, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wieder einmal best├Ątigt das Unternehmen, dass getroffene Aussagen nicht eingehalten werden.

„Pfenning“ hatte die Entscheidung f├╝r Heddesheim zun├Ąchst damit begr├╝ndet, dass man verschiedene Standorte in der Region b├╝ndeln wolle – andernfalls w├Ąre ein Weggang aus der Region denkbar. B├╝rgermeister Michael Kessler sowie die Bef├╝rworter aus CDU, SPD und FDP beschworen die regionale Verbundenheit und die sinnvolle Konzentration.

Tats├Ąchlich ist davon schon lange keine Rede mehr. In den Verhandlungen wurde zudem angek├╝ndigt, dass nach Abschluss der Konzentration der Firmensitz nach Heddesheim verlagert werden w├╝rde. Da die Konzentration ausbleibt, darf man gespannt sein, ob auch diese Aussage nicht eingehalten werden wird.

Pressemitteilung von „Pfenning Logistics“:

„Der weltweit zweitgr├Â├čte Nahrungs- und Genussmittelkonzern Kraft Foods hat sich entschieden die pfenning-Gruppe mit der Abwicklung seines Logistikstandorts S├╝d zu beauftragen.

Kraft Foods mu├čte nach der Integration des Cadbury- und LU-Gesch├Ąftes die Logistik europaweit neu organisieren und aufstellen. In diesem Zusammenhang wurde in 2010 neben den Transportstrukturen auch die Dienstleistung f├╝r das S├╝dlager ausgeschrieben. Hier hat pfenning logistics das insgesamt ├╝berzeugendste Konzept f├╝r das S├╝dlager abgegeben, das den Gro├čkunden vor allem in puncto Multi-User-Lagerung, weitgehende Flexibilit├Ąt, geographische Lage sowie ├Âkologische Nachhaltigkeit ├╝berzeugte.

Das Kraft Foods Produktsortiment wird das pfenning-Lager aus Produktionsst├Ątten in ganz Europa erreichen und reicht von K├Ąse und Ketchup ├╝ber Kaffee bis hin zu Schokolade, darunter befinden sich bekannte Marken wie Jacobs Kr├Ânung , Caf├ę HAG, T-Discs f├╝r das Hei├čgetr├Ąnke-System Tassimo, Milka und Toblerone, Philadelphia Frischk├Ąse, das Fertiggericht Mir├ícoli, die Salatcreme Miracel Whip sowie das Kraft Feinkostsortiment.

Der Logistikdienstleister ├╝bernimmt mittels eines ma├čgeschneiderten Logistikkonzepts die Lagerhaltung, Kommissionierung sowie das Co-Packing der Produkte, die auf ganzen und kommissionierten Paletten oder in regalfertigen Displays das Lager wieder verlassen sol-len. Damit werden ma├čgeblich die Anforderungen der Kraft Foods Kunden erf├╝llt.

Der Startschuss f├╝r die Einlagerung f├Ąllt im September 2012 im neuen Logistikzentrum Heddesheim, das sich aktuell noch in der Bauphase befindet.

Damit siedelt der Logistikdienstleister entgegen urspr├╝nglicher Planungen erhebliches Neugesch├Ąft an und sorgt damit f├╝r weiteres Wachstum in der Region. K├╝nftig wird f├╝r Kraft Foods eine Gesamtkapazit├Ąt von bis zu 80.000 Paletten in einem Gro├čteil des Lagerkomplexes bereitgehalten. Dieser Bereich wird im Zwei- bis Drei-Schicht-Betrieb von ├╝ber 200 Mitarbeitern bewirtschaftet. ├ľkologisch bietet das Logistikzentrum Heddesheim eine hohe Energieeffizienz.“