Mittwoch, 21. August 2019

In eigener Sache: Wir machen Betriebsferien und w├╝nschen Ihnen sch├Âne Festtage

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Dezember 2010. 2010 war ein aufregendes Jahr und 2011 wird sicherlich mindestens so gut werden. Denn das Leben ist aufregend – manchmal sch├Ân, manchmal weniger. Wir hoffen, dass wir Sie gut unterrichtet und auch unterhalten haben. Und freuen uns, Sie im kommenden Jahr wieder mit Nachrichten und Meinungen zu versorgen. Wir sind ab dem 10. Januar wieder f├╝r Sie da.

Das wichtigste im Leben ist Gesundheit. Das w├╝nschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, am meisten.

Dazu aber auch sch├Âne besinnliche Tage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2011!

Wir hoffen, dass wir Sie gut unterrichtet haben. Und freuen uns, Sie im kommenden Jahr wieder mit Nachrichten und Meinungen zu versorgen.

Unser lokaljournalistisches Angebot hat sich etabliert, bleibt aber trotzdem in Entwicklung.

Sie wirken daran mit, durch Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Interesse, Ihre (mittlerweile 3.700) Kommentare, Ihre Informationen, die Sie uns geben. Und das ist gut so.

Herzlichen Dank daf├╝r. Genauso an die Vereine und ├Âffentliche Einrichtungen, Unternehmen und alle, die uns mit Informationen in unserer Arbeit ganz selbstverst├Ąndlich unterst├╝tzen.

Und nat├╝rlich allen Mitarbeitern in unserem kleinen Team f├╝r die leidenschaftlich getane Arbeit.

├â┼ôberall in Deutschland sind gerade im Jahr 2010 zahlreiche „Blogs“ oder „Internet-Zeitungen“ entstanden, die auf die Vorz├╝ge der Berichterstattung im Internet setzen: kostenfrei, 24 Stunden am Tag erreichbar, schnell, hintergr├╝ndig, vernetzt und multimedial.

Wir w├╝nschen den Kollegen viel Erfolg und viele Leserinnen und Leser.

Am Erfolg haben auch die Werbekunden teil, denen wir sehr herzlich f├╝r die Auftr├Ąge danken. Durch die Werbeeinnahmen wird ein Teil unserer Arbeit finanziert. Wir bitten deshalb um freundliche Beachtung der Anzeigen.

W├Ąhrend wir Betriebsferien machen, sind Sie herzlich eingeladen, unsere Artikel „nachzulesen“ – st├Âbern Sie einfach.

Oben k├Ânnen Sie ├╝ber das Men├╝ zu verschiedenen Kategorien springen, rechts unten finden Sie in der Seitenleiste Schlagw├Ârter und eine hierarchische Darstellung der Kategorien.

Wenn Sie uns ein Weihnachtsgeschenk oder eines zum neuen Jahr machen wollen, dann schreiben Sie uns, was Ihnen gef├Ąllt, was Sie vermissen, was wir besser machen k├Ânnen.

Das schlie├čen wir dann in unsere guten Vors├Ątze f├╝r 2011 ein! ­čÖé

In diesem Sinne
w├╝nschen wir Ihnen sch├Âne Tage

Ihre
Redaktion heddesheimblog

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Interview: Rechtsanwalt Udo Vetter zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag


Guten Tag!

Heddesheim, 04. Dezember 2010. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sorgt f├╝r Aufregung. Mit seinen f├╝nf Buchstaben („JMStV“) h├Ąlt er die gesamte Blogosph├Ąre seit einigen Tagen in Atem. Dabei betrifft der Staatsvertrag ab 01.01.2011 alle Telemedien. Im ung├╝nstigsten Fall also auch ihre Homepage. Was der JMStV ├╝berhaupt ist und was er f├╝r Sie bedeuten kann, haben wir im Interview mit Udo Vetter, Fachanwalt f├╝r Strafrecht gekl├Ąrt.

Von Christian M├╝hlbauer und Hardy Prothmann

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Felix Neumann meint bei Carta: Klagen statt Sperren!

Auf einschl├Ągigen Seiten ist der JMStV bereits seit mehreren Monaten ein wichtiges Thema. Immer wieder Flammen Zensur-Vorw├╝rfe auf. Mit diesem vermeintlich neuen Gesetz wolle man das Internet kontrollieren. Fakt ist: Der JMStV ist nicht neu. Er wird ab dem 01.01.2011 lediglich in aktualisierter Form in Kraft treten. Vorausgesetzt alle fehlenden Bundesl├Ąnder unterzeichnen ihn noch.

Wie der Name schon sagt, geht es um den Schutz der Jugendlichen gegen├╝ber Medien – oder vielleicht auch umgekehrt. Der Jurist Udo Vetter kann die Hysterie um den JMStV nicht teilen. Am 01. Dezember 2010 verdeutlichte er das auch in seinem Weblog. Der Beitrag „Blogger k├Ânnen leidlich gelassen bleiben“ war mehr oder weniger eine Reaktion auf die Ank├╝ndigung diverser Blogger, ihre Angebote ab dem 01.01.2011 einzustellen. So beispielsweise das „VZLog„.

Die Einsch├Ątzungen des Juristen zum JMStV sorgten binnen k├╝rzester Zeit f├╝r wahre Massen an weiteren Blogeintr├Ągen. Zustimmende, wie auch ablehnende Beitr├Ąge sprudelten f├Ârmlich hervor. Das Pottblog zeigte sich angriffsfreudig: Rechtsanwalt Vetter w├╝rde sich irren.

Das juristische Blog „Telemedicus“ besch├Ąftigte sich mit der Frage, ob das „Nachrichtenprivileg“ des JMStV auch f├╝r Blogs gelten w├╝rde. Der Jurist Thomas Stadler betonte, dass sein Blog online bleiben werde – auch ohne Alterskennzeichnung. Der Rechtsprofessor Dr. Thomas Hoeren bittet gar darum, dass man den Unsinn namens JMStV lassen solle.

Wir haben Rechtsanwalt Vetter kontaktiert, um mehr Details zu erfahren. Ist der JMStV nur Humbug oder tats├Ąchlich eine ernste Gefahr f├╝r alle Betreiber einer Webseite?

Miserables Wischwaschi

Herr Vetter, es gibt Aufregung um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Warum?


Udo Vetter: „Das Problem ist die grunds├Ątzlich schlechte, weitgehend unverst├Ąndliche Formulierung des Gesetzes. Die Schwammigkeit l├Âst zu recht Bef├╝rchtungen aus. Selbst einer der Verfasser, Staatssekret├Ąr Martin Stadelmaier, ├Ąu├čert sich zum Text heute so, dass man fast annehmen kann, er versteht ihn selbst nicht mehr.

Was hei├čt „schlechte Formulierung“?

Vetter: „Salopp ausgedr├╝ckt, B├╝rokratendeutsch und Wischiwaschi von der ersten bis zur letzten Zeile. Selbst Juristen diskutieren nun sehr kontrovers, was da wie genau geregelt ist. Letztlich erzeugen die miserablen Formulierungen Unsicherheit und damit Aufregung und auch Angst.“

„Glaube nicht an Abmahnwelle.“

Innerhalb der Bloggerszene wird Ihr Beitrag dazu kritisiert, denn Sie geben sich „entspannt“.

Das pottblog teilt die Einsch├Ątzung von Rechtsanwalt Vetter nicht

Das pottblog teilt die Einsch├Ątzung von Rechtsanwalt Vetter nicht

Vetter: „Bin ich auch. Ich glaube weder, dass es eine gro├če Abmahnwelle geben wird, noch glaube ich, dass die strikten Regelungen durchgesetzt werden k├Ânnen. Was ich aber dringend richtig verstanden wissen will: Ich unterst├╝tzte dieses Gesetz nicht. Ich halte es f├╝r ├╝berfl├╝ssig, weil es nichts f├╝r den Jugendschutz bringt. Das best├Ątigen auch namhafte Medienp├Ądagogen.“

Die Politik scheint Ihnen f├╝r diese Einsch├Ątzung geradezu dankbar zu sein, wie man h├Ârt.

Vetter: „Ich habe verwundert festgestellt, wie man mich vereinnahmt. Dass mit dem Gesetz nicht das Internet untergehen wird, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass wir die Regelung brauchen. Im Gegenteil: Der Entwurf ist weltfremd und er verbessert nicht den Jugendschutz.“

„Vermeintliche Sachzw├Ąnge und Eitelkeiten.“

Irgendwie aber doch erstaunlich, welche „Auswirkungen“ der JMStV so hat.

Vetter: „Erstaunlich finde ich die Haltung der SPD und der Gr├╝nen, die in NRW von Sachzw├Ąngen sprechen und deswegen bereits sind, ein anerkannt schlechtes Gesetz durchzuboxen, „blo├č weil es schon so weit fortgeschritten“ ist. Und in anderen L├Ąndern, wo zum Beispiel die SPD in der Opposition ist, lehnt diese das Gesetz als untauglich ab. Hier regiert nicht mehr der Verstand, sondern vermeintliche Sachzw├Ąnge und Eitelkeiten.“

Lassen Sie uns doch mal ├╝ber das Ziel des Gesetzes reden. Ist es nicht n├Âtig, die Jugend zu sch├╝tzen?

Vetter: „Sicher ist das ein hehrer Anspruch. Nur wird mit diesem Gesetz kein einziger Jugendlicher besser gesch├╝tzt werden. Der JMStV ist ein organisatorisches Monster, dass nur einen Zweck erf├╝llt: Es ist ein „Schaut-her-wir-tun-was“-Gesetz.“

Trotzdem bef├╝rchten viele Blogger Abmahnungen und Probleme.

Vetter: „Die kann es im Einzelfall geben, das muss man abwarten. Tats├Ąchlich glaube ich nicht daran. Gerichte m├╝ssten erst einmal davon ausgehen, dass eventuelle Verst├Â├če gegen den JMStV wettbewerbsrechtlich relevant sind. Das ist l├Ąngst nicht ausgemacht.“

Was ist mit redaktionell-journalistischen Blogs?

Vetter: „Die sind privilegiert. Das hei├čt, wer eine an die Allgemeinheit gerichtete, periodische, politische und gesellschaftliche Berichterstattung anbietet, f├Ąllt unter die „Lex Bildzeitung“, die hier eingearbeitet worden ist.“

„Lex Bildzeitung.“

Lex Bildzeitung? Erkl├Ąren Sie das doch genauer.

Vetter: „Na, wenn das Gesetz ernst gemeint w├Ąre, m├╝ssten bild.de und andere Boulevardmedien am 1. Januar 2011 ihr mit einer Altersfreigabe 16 oder vielleicht sogar 18 Jahren versehen. Nacktfotos und Ratgeber ├â┬í la „10 Tipps f├╝r tollen Sado-Maso-Sex“ sind nach den Ma├čst├Ąben des JMStV „desorientierend“ und beeintr├Ąchtigen die Entwicklung junger Menschen.“

Und Sie meinen, der Axel-Springer-Verlag…

Rechtsanwalt Udo Vetter

Rechtsanwalt Udo Vetter

Vetter: „… hat ein W├Ârtchen mitgeredet? Das ist m├Âglich. Die Boulevardpresse will ihre freiz├╝gigen Inhalte weiter anbieten. Sex sells, das gilt insbesondere f├╝r sie. Aber ebenso f├╝r die Softporno-Portale. Diese m├╝ssen zwar eine Altersklassifizierung durchf├╝hren, daf├╝r d├╝rfen sie aber k├╝nftig ihre Angebote auch tags├╝ber „senden“.“

„Der gesunde Menschenverstand wird’s richten.“


Nochmal: Nicht alle Blogger sehen das so entspannt wie Sie. Was tun?

Vetter: „Der Jurist sagt jetzt, das h├Ąngt vom Einzelfall ab. Meine pers├Ânliche Einsch├Ątzung ist: Der gesunde Menschenverstand wirdÔÇÖs richten. Wer mit Google-Anzeigen die Serverkosten reinholen will, betreibt noch lange kein „Gewerbe“ und kann deshalb von jedermann abgemahnt werden. Abmahnfalle Nr. 1 w├Ąre ohnehin der fehlende Jugendschutzbeauftragte. Den kann man aber nun wirklich einfach ins Impressum aufnehmen, denn einen Qualifikationsnachweis muss der Beauftragte nicht erbringen.“

Und sonst?

Vetter: „Verweise ich auf die Impressumspflicht und die Welle, die darum gemacht wurde. Soweit mir bekannt ist, ist nicht viel passiert. Auch die erste Fassung des JMStV, die ja bereits viele ├Ąhnliche Regelungen wie etwa die „Sendezeiten“ verbindlich anordnet, h├Ątte eigentlich schon viel Potenzial f├╝r „Abmahnungen“ haben m├╝ssen, wenn man alles sehr eng sind. Tats├Ąchlich ist nicht viel passiert.“

Weiterf├╝hrende Links:

Zur Person:
Udo Vetter ist Fachanwalt f├╝r Strafrecht in D├╝sseldorf. Unter „Lawblog“ schreibt er ├╝ber die verschiedensten Themen. Meist sind diese juristischer Natur oder aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung. Einer seiner bekanntesten Vortr├Ąge ist „Sie haben das Recht zu Schweigen„.

Haben Blogs Herrn K├Âhler zum R├╝cktritt bewegt?

Guten Tag!

Heddesheim/Berlin, 31. Mai 2010. (Artikel wurde erweitert) Wie kam es eigentlich dazu, dass das K├Âhler-Zitat ├╝ber den „Wirtschaftskrieg“ in Afghanistan so bekannt wurde, dass der Mann letztlich wenige Tage sp├Ąter vom Amt des Bundespr├Ąsidenten zur├╝ckgetreten ist? Robin Meyer-Lucht, Politikwissenschaftler, Journalist und Blogger hat eine Dokumentation vorgelegt, die zeigt, dass Blogs mittlerweile eine hohe publizistische Bedeutung haben – auch wenn seiner Meinung nach dann der Spiegel den Druck so entscheidend erh├Âht hat, dass Horst K├Âhler sich zum R├╝cktritt entschlossen hat.

Von Hardy Prothmann

Dr. Robin Meyer-Lucht ist eine Gr├Â├če in der deutschen Blog-Szene. Der Politikwissenschaftler und Journalist betreibt mit dem Blog Carta eine herausragende Plattform f├╝r politische und mediale Betrachtungen.

carta

CARTA: Ein Politikblog, an dem man nicht vorbeikommt.

Wer sich f├╝r Politik, Medien und Journalismus interessiert, st├Â├čt irgendwann unweigerlich auf Carta und wird immer wiederkehren, weil hier interessante Menschen interessante und kontrovers-diskutierte Texte ver├Âffentlichen.

Aktuell hat Carta eine Dokumentation erstellt, wie es zur „Wirtschaftskrieg“-Nachricht in Afghanistan kam – der chronologische Abriss zeigt deutlich, dass vor allem Blogs und nicht die klassischen Medien, die Nachricht als relevant erkannt und weiterverbreitet haben.

Mit einiger Zeitverz├Âgerung reagierten dann auch Zeitungen und Magazine – bis der aktuelle Spiegel einen Artikel ├╝ber Horst K├Âhler brachte. In Berlin ist der Spiegel nicht erst am Montag, sondern schon am Samstag zu haben. Zwei Tage Druck k├Ânnten gereicht haben, Herrn K├Âhler den Spa├č am Bundespr├Ąsidentenamt gr├╝ndlich zu vermiesen.

Noch haben Blogs nicht die publizistische Macht des Spiegels – aber wie lange wird das noch dauern? Ein paar Monate? Ein Jahr, zwei Jahre?

Blogs sind schneller, vernetzter und frecher als alle so genannten etablierten Medien. Ihnen fehlt das Gehabe des „Staatstragenden“. Was nicht hei├čt, dass Blogger den Staat unterlaufen wollten: Viele Blogger setzen sich vehement f├╝r die Grundrechte ein und tragen damit zur Stabilit├Ąt des Staates bei, indem sie Missst├Ąnde thematisieren. So auch in Sachen K├Âhler.

Hinzu kommt, dass viele Blogger die so genannten „sozialen Netzwerke“ wie Twitter oder Facebook virtuos bedienen.

Und: Sie handeln ihre Nachrichten und Inhalte frei zug├Ąnglich, ohne Bezahlschranken. Damit sorgen sie f├╝r eine enorm schnelle Verbreitung – in Echtzeit.

Kritiker versuchen immer noch, Blogs eine journalistische Relevanz abzusprechen. Diese Kritiker sind meist die etablierten Medien oder Politiker, die unter Druck geraten oder dies f├╝rchten.

Die Macht der Blogs f├╝rchten diese Leute zu Recht: Denn Blogs bilden ein lockeres Netzwerk. Hinter jedem Blog steht mindestens ein (kluger) Kopf und es werden immer mehr. Sie tauschen ihre Informationen aus, weisen auf Quellen hin – sie verlinken, verbinden sich also, als w├Ąren sie eine gro├če, fl├Ąchendeckende Redaktion.

Dabei ziehen Blogs bei weitem nicht immer an einem Strang, manchmal kritisieren sie sich auch gegenseitig. Sie lassen Kommentare zu und befruchten damit umso mehr die Debatten – Blogs sind Zellen der Meinungsfreiheit. Und es werden immer mehr.

Link:
Robin Meyer-Lucht und Hardy Prothmann im Video zur Identit├Ątskrise des Journalismus
Focus Online: Der verz├Âgerte Skandal
S├╝ddeutsche: Blogger machten auf K├Âhlers ├âÔÇ×u├čerungen aufmerksam