Freitag, 22. September 2017

Seit 15 Jahren mehr Chancen im Leben

ÔÇ×Job CentralÔÇť hilft Jugendlichen in den Beruf

Weinheim, 23. September 2014. (red/pm) Seit ├╝ber 15 Jahren gibt es „Job Central“. Die Agentur hilft Jugendlichen dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden und will den Berufseinstieg erleichtern. Tr├Ąger der Einrichtung sind die Stadt Weinheim, der Stadtjugendring und die Freudenberg-Stiftung, sowie die Nachbarkommunen Schriesheim, Heddesheim, Hirschberg, Gorxheimertal, Laudenbach und Hemsbach. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Schulpolitik muss zukunftsorientiert debattiert werden

Die Ganztagesschule muss kommen – aber sie ist trotzdem ein Problem

Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red) Alles sch├Ân und gut. Die Forderung nach einer Ganztagesschule ist richtig, aber trotzdem problematisch. Aktuell wurde im Ladenburger Gemeinderat ├╝ber die Einf├╝hrung der Ganztagesschule an der dortigen Werkrealschule diskutiert – aber die Debatte wird auch in anderen Gemeinden unseres Einzugsgebiet laufen. Und vermutlich St├╝ckwerk bleiben. Weil immer nur kurzfristig geplant wird und niemand den Mut aufbringt, mal zehn oder sogar 20 Jahre nach vorne zu schauen. Oder auch mal zur├╝ck.

Kommentar: Hardy Prothmann

Dieser Beitrag kommt ohne Zahlen aus, weil es nicht um Erbsen z├Ąhlen gehen soll, sondern um einen Aufruf zu einer weitsichtigen Debatte, die leider nicht stattfindet.

Baden-W├╝rttemberg ist unbestritten ein guter Schulstandort. Aber die Zeiten ├Ąndern sich. Mit ihnen die Menschen und die Bedingungen, unter denen sie miteiander leben. Deswegen beginne ich auch mit einem Sprung zur├╝ck.

Ich bin 1966 geboren und bin nach der vierten Klasse in Frankenthal aufs Gymnasium gegangen. Mit ein paar Freunden. Andere Freunde wechselten auf die Reals- oder Hauptschule. F├╝r die Freundschaften war das weitgehend unbedeutend. Um 13:00 Uhr l├Ąutete es, ich war um 14:00 Uhr mit Essen und meist auch mit Hausaufgaben fertig, sp├Ątestens um drei ging es raus: Kicken, Rad fahren, Schwimmen gehen, Bl├Âdsinn machen, Vereinstraining. Mit meinen Freunden und anderen Kindern. Beim Abendessen war ich oft todm├╝de, weil ausgepowert.

Gemeinsamkeit

Mit einigen meiner Freunde bin ich unabh├Ąngig vom Schulabschluss und der sp├Ąteren beruflichen „Laufbahn“ immer noch gut befreundet. Die einen arbeiten als Handwerker, andere in Heilberufen ohne ├ärzte zu sein, es gibt H├Ąndler und Dienstleister unter ihnen. Alles feine Leute, die teils mal richtig ordentlich mehr Geld verdienen als ich. Und die oft um einiges weniger arrogant sind als die, die sich f├╝r die Elite halten.

├ťberhaupt diese ganze leidige Elitendiskussion: Wenn ich einem Kumpel einen franz├Âsischen Text ├╝bersetzt habe oder die Inschriften auf alten Denkm├Ąlern lesen und verstehen konnte, wusste ich, dass ich mehr wei├č als mein Hauptschulfreund. Na und? Daf├╝r konnte der flitzeflink sp├Ąter Ma├če und Winkel berechnen, wusste immer, wo gerade die besten Preise f├╝r was auch immer waren. Das erg├Ąnzt sich bis heute.

Zusammen, statt getrennt

Hardy Prothmann (45) fordert mehr Weitblick bei der Schulpolitik.

Damit bin ich beim Kern der Debatte: Vor meiner Zeit wurden Jungs und M├Ądchen getrennt. Auch zu meiner Zeit wurden wir Kinder getrennt. Gemeinsames Lernen gab es nicht. Aber wir hatten neben der Schule viel Zeit f├╝r Gemeinschaft. Heute werden die Kinder auch getrennt, aber durch die Lebenssituation vieler Eltern brauchen sie eine l├Ąngere Betreuung. Sicher sind auch die Anforderungen in der Schule gestiegen, also auch l├Ąnger Schule.

Ich habe zwei Kinder. Der Sohn hat gerade nach dem achtj├Ąhrigen Gymnasium Abitur gemacht, die Tochter besucht die 8. Klasse. Die kennen keine Haupt- und Realsch├╝ler mehr. Nicht wegen Elitegedanken – ich achte drauf, dass sie bewusst bescheiden bleiben -, sondern weil sie keine Zeit haben. Morgens um sechs Uhr aufstehen, Schule bis um 16-17:00 Uhr. Dann noch Hausaufgaben machen, lernen, etwas Sport und etwas Musik. Damit ist der Tag rum. Ab und an treffen sich „beste Freundinnen“ und das ist nat├╝rlich jemand aus der Klasse. Andere Kinder bekommen sie ja nicht zu Gesicht.

Diese Trennung der Kinder f├╝hrt auch irgendwann zu einer Trennung der Gesellschaft. Gymnasiasten wissen nicht wie Realsch├╝ler ticken und die nicht, wie Hauptsch├╝ler so als Menschen sind. Falsche Elitendebatten f├╝hren zu falschen Selbstbildern bei den „Besten“ wie bei denen, die es „halt nicht geschafft haben“. Und vor allem CDU, SPD und FDP hei├čen diese heillosen Debatten auch noch an. Christliche Verbundenheit, soziales Miteinander oder freies F├╝reinander f├Ąllt diesen „politischen Eliten“ nicht mehr ein. Und umgekehrt kriegen die Gr├╝nen Pickel, wenn jemand Elite sagt, obwohl man die ganz sicher ebenso braucht wie den soliden Handwerker.

Der Schultyp der Zukunft, der auch den Gemeinsinn der Menschen st├Ąrkt und der gesellschaftlichen Situation Rechnung tr├Ągt ist die gemeinsame Ganztagsschule. Damit die nachwachsenden Generationen auch f├Ąhig sind, gemeinschaftlich zu denken. Und ├╝bereinander Bescheid wissen. Nat├╝rlich geh├Ârt auch Inklusion dazu.

Und man muss die Sportvereine in die Ver├Ąnderungen ebenso mit einbeziehen wie Musikschulen. Wenn die Ganztags-Werkrealschule kommt, werden die Vereine erneut Kinder und Jugendliche verlieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass nicht alle auf ein Mal im Zeitfenster 17:00-19:00 Uhr auf demselben Platz kicken oder diesselbe Halle belegen k├Ânnen.

Alle m├╝ssen zusammenr├╝cken

Fr├╝her ging man nach der Schule in den Sportverein. „Nach der Schule“ ist heute sp├Ąter Nachmittag oder fr├╝her Abend. Also m├╝ssen die Vereine in die Schulen, ebenso die Musikschulen.

Das wird ein gewaltiger Umbau – denn daf├╝r muss vieles neu gedacht werden. Von Geb├Ąuden, ├╝ber Pl├Ątze, ├╝ber Mittel bis hin zur Organisation. In vielen Gemeinden reichen die Hallenkapazit├Ąten nicht mehr aus. Nicht weil die von morgens bis abens belegt sind, sondern weil immer mehr Anspruch auf diesselben Zeitfenster erheben. Wo soll das hinf├╝hren? Dass jeder 10.000-Einwohner Ort vier Hallen und zwei Kunstrasenpl├Ątze hat?

Man muss nicht nur gesellschaftlich die Schulen neu denken, sondern auch wirtschaftlich. Denn bekanntlich fehlt es an Geld zur Unterhaltun und es wird weniger Kinder geben. Ob man sich diesen Luxus, drei Schulsysteme mit entsprechenden Verwaltungen noch wird leisten k├Ânnen, ist heute schon fraglich. Hinzu kommt der Sch├╝lerverkehr, denn die wenigstens laufen nach der Grundschule in eine weiterf├╝hrende Schule.

Was die Hauptsch├╝ler schon mitmachen mussten, Zusammenlegungen, Werkrealschulreform, erneute Zusammenlegung, jetzt Ganztagsschule wird auch auf die anderen Schultypen zukommen. Gymnasien f├╝hren teils wieder die 9-j├Ąhrigen Z├╝ge nach der G8-Reform ein oder bieten beide Z├╝ge an. Die Realschulen haben „Sorge“, dass ihre „Homogenit├Ąt“ durch Hauptsch├╝ler gest├Ârt wird, da der Wegfall der Schulempfehlung nun Kindern die Realschule erlaubt, die sonst auf der Hauptschule gelandet w├Ąren. Und die Hauptschulen, neudeutsch Werkrealschulen, m├╝ssen bangen, ob sie ├╝berleben k├Ânnen.

Man k├Ânnte das Durcheinander auch als „lebendig“ bezeichnen. Tats├Ąchlich wei├č ich aus vielen Gespr├Ąche mit Eltern und Kindern, dass es als chaotisch begriffen wird. Eine „neue Ordnung“ kann nicht mehr Schaden anrichten als das verkorkste Herumexperimentieren der vergangenen Jahre.

Berufserkundung im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Zur Berufserkundung im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis: Elf Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der Realschule Waibstadt informierten sich in der vergangenen Woche ├╝ber das Ausbildungsangebot der Kreisbeh├Ârde.  (Foto: Silke Hartmann)

Zur Berufserkundung im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis: Elf Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der Realschule Waibstadt informierten sich in der vergangenen Woche ├╝ber das Ausbildungsangebot der Kreisbeh├Ârde. (Foto: Silke Hartmann)

Rhein-Neckar-Kreis, 29. April 2012. (cm/pm) Sch├╝ler der 8. Klasse der Realschule Waibstadt informierten sich im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis ├╝ber m├Âgliche Ausbildungsberufe und Chancen einer T├Ątigkeit im Landratsamt.

Information des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

Was macht eine Verwaltungsfachangestellte? Wie kann ich Stra├čenw├Ąrter, Vermessungstechniker oder Forstwirt werden? Diese und weitere Fragen beantwortete Katrin Distelrath vom Haupt- und Personalamt des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis elf Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern der 8. Klasse der Realschule Waibstadt. Fachkundig unterst├╝tzt wurde die Ausbildungsexpertin der Kreisbeh├Ârde von zwei Auszubildenden zur Verwaltungsfachangestellten, Anna Hai├čer-Kammauf und Elena Kampp, die ├╝ber ihre Berufswahl und den Beginn der Ausbildung im Landratsamt berichteten.

Die Realsch├╝lerinnen und Realsch├╝ler haben sich im Rahmen des Tages der Berufe, der Bestandteil des Unterrichtsplans ist, f├╝r den Besuch beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis als k├╝nftigen Kooperationspartner der Schule entschieden. Sie informierten sich mit ihrer Lehrerin K├Âster ├╝ber die vielf├Ąltigen Ausbildungsm├Âglichkeiten der Kreisverwaltung wie Bachelor of Arts ÔÇô Public Management, Verwaltungsfachangestellte, Vermessungstechniker, Stra├čenw├Ąrter, Forstwirte.

Au├čerdem konnten die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler Interessantes und Wissenswertes ├╝ber den Rhein-Neckar-Kreis und die Kreisverwaltung erfahren.
Das neu erworbene Wissen konnten die G├Ąste aus Waibstadt bei einer Erkundungstour durch das Hauptgeb├Ąude der Beh├Ârde in der Kurf├╝rsten-Anlage 38 bis 40 unter Beweis stellen.

Fazit: Die Realsch├╝lerinnen und Realsch├╝ler waren beeindruckt vom Angebot der Kreisbeh├Ârde. Und Katrin Distelrath von der Ausbildungsleitung: ÔÇ×Es w├Ąre w├╝nschenswert, wenn wir durch diese und weitere Veranstaltungen das Interesse der jungen Menschen an unseren Ausbildungsberufen steigern und so potentielle Bewerber und Bewerberinnen gewinnen k├Ânnen.ÔÇť

Beruf – W├╝nsche – Ideen


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Das heddesheimblog

Berufswunsch Bundeswehr?


Guten Tag!

Heddesheim, 26. September 2009. Gedr├Ąnge war am Bundeswehrstand anl├Ąsslich der Berufsinformationsb├Ârse angesagt. Staunendes Interesse bei Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler gab es bez├╝glich der Ausbildungsm├Âglichkeit zum Gesellen und Meister – 50 Lehrberufe bietet die Bundeswehr an. Im Gespr├Ąch mit dem heddesheimblog beantwortet Oberstabsfeldwebel Herbert Renner aus Mannheim Fragen zur Ausbildung.

Interview: Horst P├Âlitz

Wie alt muss ich sein, um bei der Bundeswehr „anzufangen“?
Renner: „Das Mindestalter ist siebzehn Jahre.“

Was kann ich verdienen?
Renner: „Nach fester Einstellung liegt das Anfangsgehalt bei ca. 1.300 ├óÔÇÜ┬Č“

Kann ich F├╝hrerscheine machen?
Herbert Renner: „Ja, wenn das mit der gew├Ąhlten Berufsrichtung in Einklang steht.“

Muss ich ins Ausland, also auch in Krisengebiete?
Renner: „Nicht in der Ausbildungszeit.“

K├Ânnen auch Frauen in die Bundeswehr?
Renner: „Selbstverst├Ąndlich, wir haben einen Frauenanteil von ├╝ber 25 Prozent.“

Kann ich nach einer Ausbildung weiter bei der Bundeswehr arbeiten?
Renner: „Wenn ein zwei- bis dreit├Ągiger Einstellungstest positiv ausf├Ąllt, ja. Hier spielen Faktorten wie Charakter, Geist und Gesundheit eine grosse Rolle.“

Welchen Schulabschluss muss ich haben, um „genommen“ zu werden ?
Renner: „Hauptschule mit „sehr gut“, besser ist ein Realschulabschluss.“

Was kann ich bei ihnen „lernen“?
Renner: „Wir bieten ├╝ber 50 Berufe in allen Richtungen an.“

Habe ich bei ihnen einen krisensicheren Job?
Renner: „Auf jeden Fall. Bei ├â┼ôbernahme sind Sie ja Bundesbediensteter.“

„Kann ich Beamter werden?“
Renner: „Ja, wenn sie weiterbildende Seminare besuchen und die Beamtenpr├╝fung bestehen.“

Beruf – Information- Chance


Guten Tag!

Heddesheim, 26. September 2009. Die 11. Berufsinformationsb├Ârse an der Johannes-Kepler-Schule hat wie gewohnt ein breites Informationsangebot f├╝r die k├╝nftigen Azubis und Lehrlinge pr├Ąsentiert. 35 Firmen, Institutionen und Verb├Ąnde gaben Auskunft ├╝ber Berufsbilder und die n├Âtigen Qualifikationen.

Pinar Sedefoglu ist ein Gewinn f├╝r den Stand der Edeka. Frisch, aufgeschlossen, gespr├Ąchsbereit repr├Ąsentiert die junge Frau das, was sich Unternehmen w├╝nschen: Motivierte Mitarbeiter.

azubis

Azubine Pinar Sedefoglu (rechts) mit Kollegin: Die beiden sind "drin" und werben mit guter Laune und klaren Zielen f├╝r den Berufseinstieg: Bild: hblog

Sehr sympathisch beantwortet die Auszubildende f├╝r Gro├č- und Au├čenhandel Fragen zu ihrem Beruf. Die 23-j├Ąhrige Heddesheimerin ist nicht einfach „froh“, ihre Ausbildung bei Edeka zu machen, sondern: „Es macht wir total viel Spa├č und ich strenge mich an. Ich bringe gerne Leistung und will mich nach dieser Ausbildung noch weiter qualifizieren.“

Ihr Weg bis zur Ausbildung bei Edeka: Werkrealschule, zwei Jahre Berufskolleg Fremdsprachen, Jobben, ein Praktikum bei Edeka und dann vor zwei Jahren die Ausbildungsstelle.

Sie ist „drin“ im Berufssystem. Sie hat Schule, Weiterbildung und dann den Schritt in den Beruf geschafft. Eine Ausbildungsstelle zu haben, die sie mit Freude macht, die sie motiviert und die ihr die M├Âglichkeit gibt, sich Ziele zu setzen.

Daf├╝r ist die Berufsb├Ârse f├╝r 370 Sch├╝ler aus sieben Gemeinden da: Wege und Chancen in einen Beruf zu zeigen. Was werden, was tun? Hebamme, ein Beruf aus dem KFZ-Bereich, Bau, Handwerk, B├╝ro, Bundeswehr, Dienstleistung, kaufm├Ąnnische Berufe – die Angebote sind vielf├Ąltig.

Die Interessen sind dabei bis heute noch sehr „klassisch“: „Die M├Ądchen interessieren sich ├╝berwiegend f├╝r Pflegeberufe oder den medizinisch-helfenden Bereich, die Jungs eher f├╝r Technik und kaufm├Ąnnische Berufe“, sagt Siegrid Wiedeck, verantwortlich f├╝r die Organisation der B├Ârse an der Johannes-Kepler-Schule.

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Bauberufe sind nicht sehr gefragt: "Dabei bieten diese Berufe ein gro├če Befriedigung." Bild: hblog

Die Klassenstufen 7-10 sind eingeladen: „Ab der 8. Klasse sollte man eine Idee entwickeln, was man sp├Ąter tun m├Âchte“, sagt die Lehrerin, die aktuell eine 8. Klasse unterrichtet.

Gar nicht im Trend sind Bauberufe. Ein Zimmermann, der sympathisch f├╝r seinen Beruf wirbt, sagt: „Das ist harte Arbeit, aber auch eine sehr verantwortliche, denn man ist der Chef auf der Baustelle f├╝r seine Arbeit.“ Doch seiner Meinung nach gibt es nicht viele, die sich daf├╝r interessieren: „Bauberufe sind anstrengend. Das schreckt viele ab. Das ist schade, weil diese Berufe auf der anderen Seite auch viel Befriedigung geben k├Ânnen – mehr als andere Berufe.“

Sehr im Trend sind Berufsziele als Sachbearbeiter bei Versicherungen, Krankenkassen oder Banken: „Leider nehmen nur noch wenige Banken Hauptsch├╝ler oder Werkrealsch├╝ler“, sagt eine Mutter, die ihren Sohn aber gerne bei der VR Bank unterbringen m├Âchte: „Die geben noch Chancen.“

information

Viele Informationen - viele Berufe - viele Fragen. Bild: hblog

Die Sch├╝lerin Melek S├╝zer aus Schriesheim strebt den Beruf Automobilkauffrau an: „Mir hat das heute viel gebracht, ich habe einige informative Gespr├Ąche gef├╝hrt.“ Andre Schmidt, Sch├╝ler an Johannes-Kepler-Schule, w├╝rde gerne etwas im kaufm├Ąnnischen Bereich lernen. Sara H├╝o├╝k besucht die neunte Klasse in Heddesheim. Ihr Berufsziel: Hebamme. Vanessa Vierling kocht gerne in der Schule. Sehr grossen Wert legt sie aber auch auf Mathematik. Ihr pers├Ânliches Traumziel nach der zehnten Klasse ist Kosmetikerin.

Doch nicht nur die Sch├╝ler interessieren sich auf dieser Berufsinformationsb├Ârse: Es sind vor allem die Eltern, die versuchen, einen geeigneten Beruf f├╝r die Tochter oder den Sohn zu finden.

heddesheimblog/ Mitarbeit: H├Ârst P├Âlitz

Ausbildung? Welche? Wo? Bei wem? Wann? – Heute Abend!

Guten Tag!

Heddesheim, 24. September 2009. Kontakte kn├╝fen – sich interessieren – sich kennenlernen, ist die Idee der Berufsinformationsb├Ârse der Hauptschulen mit Werkrealschulen. Sieben Gemeinden und 50 Firmen und Institutionen stehen f├╝r die Inhalte.


Gelegenheiten soll man nutzen. Die Berufsinformationsb├Ârse will k├╝nftige Lehrlinge oder Auszubildende in der Schule „abholen“. Eltern und Sch├╝ler sind aufgerufen, sich zu informieren und Kontakte zu kn├╝pfen.

Die teilnehmenden Gemeinden sind Heddesheim, Hirschberg, Ilvesheim, Ladenburg, Schriesheim, Hemsbach und Dossenheim.

Termin: Donnerstag, 24. September 2009, 18:00-21:00 Uhr
Ort: Johannes-Kepler-Schule, Rheinstra├če 43, Heddesheim

Link: Berufsinformationsb├Ârse

Siehe: Terminkalender

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Die Stilberaterin: Shoppen geh├Ârt zum Beruf


Linda Scholz ist immer „schick“ gekleidet. Mal sportlich, mal elegant: „Das h├Ąngt davon ab, wie ich mich f├╝hle und welche Termine ich habe“, sagt sie. Aussehen und Auftreten ist ihr Beruf. Sie ber├Ąt vor allem Frauen, die „ihren Stil“ finden oder verbessern wollen. Linda Scholz ist Stilberaterin.

Portr├Ąt: Hardy Prothmann

Frau Scholz: Wie kann man sich vorstellen, was Sie als Stilberaterin eigentlich machen?
Linda Scholz: „Ich begleite Menschen, die sich ├Ąu├čerlich ver├Ąndern wollen. Meistens ist das „├âÔÇ×u├čere“ mit dem „Inneren“ nicht mehr kompatibel. Beispielsweise durch eine berufliche Ver├Ąnderung. Eine Kundin steigt die Karriereleiter hoch und ich berate sie, wie sie dazu das richtige Outfit findet.

Gutes Aussehen gibt ein gutes Lebensgef├╝hl. Bild: privat

"Gutes Aussehen gibt ein gutes Lebensgef├╝hl", sagt Linda Scholz. Bild: privat

Ist das denn nicht klar: Business-Kost├╝m, m├Âglichst dunkel nicht zu auff├Ąllig?
(lacht) „Ja, das Klischee ist gut beschrieben. Aber so einfach ist das in der Realit├Ąt nicht.

Ich mache das ├âÔÇ×u├čere mit dem Inneren kompatibel.“
Linda Scholz.

Wie sieht die Realit├Ąt denn aus?
„Die Kundin m├Âchte Kompetenz ausstrahlen oder modern sein oder sucht ein Outfit, das ihr Selbstsicherheit verschafft. Die Kleidung ist unsere zweite Haut. Wenn wir uns etwas ├╝berstreifen, dann m├╝ssen wir da auch reinpassen. Tun wir das nicht, f├╝hlen wir uns unwohl. Passt alles, f├╝hlen wir uns wohl und sicher.

Und je nach Arbeitsumfeld m├Âchte ich treffsicher auftreten und meine Pers├Ânlichkeit unterstreichen. Und man m├Âchte den Eindruck, den man hinterl├Ąsst, nicht dem Zufall ├╝berlassen: Denn wir k├Ânnen eins nicht, nicht wirken. Denn jeder hat eine Meinung ├╝ber das Aussehen anderer.“

Nur, wie Linda Scholz sagt, erfahren wir es nie von unserem Gegen├╝ber.

Unterschiedlichste Bed├╝rfnisse

Linda Scholz ist in ihrem Element. Zu jedem Detail kann sie etwas erz├Ąhlen. Kleidung, Schuhe, Frisur, Make-up. Das alles geh├Ârt zusammen. Nichts steht f├╝r sich alleine. Ihre Arbeit hat System. Die Bed├╝rfnisse der Kundinnen sind immer anders. Die Ver├Ąnderungen sind vielf├Ąltig: Meist geht es um den Beruf, manchmal aber auch um sehr Privates, beispielsweise nach der Trennung von einem Partner oder gar nach einem Schicksalsschlag wie z.B. einem Todesfall, muss ein „neuer Anfang“ gemacht werden. Auch solchen Kundinnen hat sie schon zu einem neuen „Lebensgef├╝hl“ verholfen, denn alles was wir von au├čen dazutun wirkt auch nach innen.

Also nochmal: Wie l├Ąuft denn eine Stilberatung ab?
„Zu Beginn steht das Erstgespr├Ąch hier wird nach dem Soll – Ist Zustand ein pers├Ânliches Konzept erarbeitet. Meist folgt eine Farbanalyse zur Ermittlung der pers├Ânlichen Ausstrahlungsst├Ąrken und Sensibilisierung der Kunden in ihrer Farbwahl.

Wenn ich wei├č, was mir nicht steht, kann das meinen Geldbeutel enorm entlasten und viele Fehlk├Ąufe vermeiden.“

So hat manches Kleidungsst├╝ck nach der schicken Tragetasche weder das Sonnenlicht, noch eine rauschende Ballnacht erlebt und die Kundin musste feststellen, dass sie sich hat verleiten lassen. Durch eine Stilberatung lernt man auch f├╝r sich selbst ein guter Berater zu sein.

Irgendwann gucke ich in den Schrank.“ Linda Scholz

Wie l├Ąuft eine Farbanalyse ab?
„Zun├Ąchst einmal: Die Farben, die einem Menschen pers├Ânlich gefallen, sind nicht unbedingt die, die zu diesem Menschen auch passen. Hier wird oft schon der erste Fehler gemacht. Sind die Farben analysiert, geht es um die Frage, in welcher Umgebung sich die Kundin bewegen will oder muss: Also beruflich, privat oder auf einem festlichen Anlass.“

Ok. Was kommt dann?
„Dann gucke ich in den Schrank. Das ist eine intime Situation, aber sie ist sehr wichtig, weil sie mir viel erz├Ąhlt. Anhand der Kleidungsst├╝cke kann ich erkennen, wie die Kundin sich bisher eingekleidet hat und vergleiche das mit ihren Ver├Ąnderungsw├╝nschen.

Aber keine Sorge, es muss passen, manchmal sind die Ver├Ąnderungen daher nur kleine Verbesserungen, manchmal muss aber etwas ganz Neues gefunden werden. Passen muss es aber immer zur Pers├Ânlichkeit.

Kleidungsst├╝cke k├Ânnen erz├Ąhlen?
„Aber klar doch. Rockl├Ąngen, Schnitte, Muster, Stoffe, Farben. Das erz├Ąhlt viel ├╝ber Vorlieben. Nach dem Check schaue ich mir an, was „noch zu gebrauchen“ ist, also modisch, schick, qualitativ in Ordnung. Die „guten“ Sachen sollen ja weiterhin in Gebrauch sein. Die Garderobe, wof├╝r die Kundin und ich uns entscheiden, wird dann „systematisiert“.

Linda Scholz ist Stilberaterin: Ich helfe meinen Kundinnen, ihren eigenen Stil zu finden und sich wohl zu f├╝hlen.Bild: privat

Linda Scholz ist Stilberaterin: "Ich helfe meinen Kundinnen, ihren eigenen Stil zu finden und sich wohl zu f├╝hlen."Bild: privat

Der Riesenspa├č: Shoppen!

Und dann?
Linda Scholz Augen strahlen: „Gehen wir shoppen.“ Sie lacht. Man kann sich gut vorstellen, wie sie mit der Kundin von Boutique zu Boutique, von Kaufhaus zu Kaufhaus eilt, immer wieder Kleidungsst├╝cke heranschafft.
Manchmal wollen ihre Kundinnen nicht ihren Vorschl├Ągen folgen, dann wird auch mal gesagt:
„Jetzt zieh das an!“ Und ├â┼ôberraschung: Die Kundin, die vorher nie R├Âcke tragen wollte, hat ihre „Pers├Ânlichkeit“ erweitert und merkt, dass sie sich wohl f├╝hlt, im neuen Dress.

Die arme Kundin muss sich stundenlang umziehen?
„Glauben Sie mir, die Kundinnen und ich haben dabei meistens einen Riesenspa├č. Wir sind nun mal Frauen und die allermeisten m├Âgen das und ich greife nur selten daneben.
Positiver Nebeneffekt: ein Fitnessprogramm ist inklusive, ich habe es getestet bei einem Shopping-Marathon durch Mannheim legt man locker sechs Kilometer zur├╝ck, laut Schrittz├Ąhler, in etwa vier Stunden. Danach ist der Mensch ersch├Âpft.“

Mal ehrlich, sind wirklich alle Frauen so?
„Nein, es gibt auch Frauentypen, die wollen n├╝chterner vorgehen. Immer das entsprechende Ziel vor Augen. Oberstes Gebot f├╝r mich ist: „Die Kundin ist die K├Ânigin.“ Und wird auch so behandelt. Ich trage die T├╝ten (soviel ich kann) und nat├╝rlich gehen wir Kaffee trinken und zum Abschluss g├Ânnen wir uns ein nettes Restaurant, um alles Revue passieren zu lassen unterhalten uns ├╝ber den Ver├Ąnderungsprozess, der nicht von heute auf morgen vollziehbar ist.“

Wie wichtig ist diese „Revue“?
„Ganz wichtig: So eine Beratung und das Einkaufen sollen etwas Sch├Ânes sein und zur pers├Ânlichen Weiterentwicklung helfen, fast ein Coaching mit Wellness-Charakter. Wichtig dabei ist, jede Frau soll sich dabei gut f├╝hlen, was nicht immer einfach ist, denn in einem Ver├Ąnderungsprozess bewege ich mich auf neuem Boden und das kann sich komisch anf├╝hlen, das darf es auch, wenn man von Birkenstocks auf Pumps umsattelt.“

Das Vergn├╝gen beginnt bei rund 500 Euro –
und kann mehrere tausend Euro erreichen.

Klingt nach einem teuren Vergn├╝gen?
„├â┼ôberhaupt nicht. Kleidung kostet Geld, klar. Aber die Kundin sagt mir, welches Budget sie sich vorstellt und daran orientiere ich mich. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, wie wir alle wissen. Ich betreue meine Kunden nicht selten f├╝r einen langen Zeitraum.“

Wo f├Ąngt das an?
„Etwa ab 500-600 Euro, meist aber zwischen 1000 und 1500 Euro, manchmal auch mehr bis hin zu einigen tausend Euro. Ich hatte allerdings auch ein Mal eine arbeitslose Kundin, die auf Jobsuche war und nur 400 Euro zur Verf├╝gung hatte. Auch das hat gereicht, um einen ordentlichen, kompetenten Eindruck zu machen. Deren Schwester hat mein Honorar ├╝bernommen.“

Wie hoch ist das?
„Das h├Ąngt von der Aufgabe ab und wird individuell mit der Kundin verhandelt.“

Linda Scholz zeigt Bilder von Kleidungsst├╝cken, die sie kombiniert hat und erkl├Ąrt, warum was kombiniert wurde, zu welchen Situationen das passt, was „vorhanden“ war, was neu eingekauft werden musste, welche Schuhe passen, erkl├Ąrt die M├Âglichkeiten von Frisuren. Eine Wissenschaft f├╝r sich.

So viele Kombinationen, das kann sich doch kein Mensch merken?
(lacht) „Untersch├Ątzen Sie uns Frauen nicht… Aber im Ernst. Wer sich beruflich auf andere Dinge zu konzentrieren hat, legt seinen Fokus nicht unbedingt auf die Kleidung, das stimmt. Aber alleine mit Fachwissen kann ich nicht immer gewinnen, der Arbeitsmarkt ist hart und mein ├âÔÇ×u├čeres ist und bleibt der erste Eindruck und dar├╝ber kann ich selbst bestimmen.

Gerne fotografiert sie die Kombinationen. So entsteht ein pers├Ânliches „Look-book“, an dem sich die Kundin orientieren kann. Da kommen aus 10 Kleidungsst├╝cken schon mal 25 Kombinationen zum Vorschein. Ihre Klientinnen k├Ânnen sich um ihren Job k├╝mmern und sind abwechslungsreich gekleidet: beruflich wie privat.

Ihr Beruf ist ausgefallen, gibt es wirklich einen Markt daf├╝r?
Man muss das so sehen, in den USA sind private Stylisten keine Seltenheit. Hier hinken wir noch hinterher. Ich sage immer: wenn meine Waschmaschine kaputt is,t muss ich mir auch einen Monteur holen. So hat doch jedes Handwerk seine Berechtigung und diese liegt eben in der Spezialisierung auf entsprechendem Gebiet.

Ein Handwerk also: Zum letzten Schliff fehlen nur noch Make-up, Frisur und nat├╝rlich Schuhe?
Wieder lacht Linda Scholz sympathisch: „Das stimmt sogar. Zur Pers├Ânlichkeit geh├Âren nat├╝rlich auch die passende Frisur und das passende Make-up. Und das kann man lernen: Als Einzelperson oder auch in kleinen Gruppen. Anstatt mit meinen Freundinnen gemeinsam ins Kino zu gehen, treffen wir uns zum Schminken und es entsteht unser eigener „Film“, wunderbare sch├Âne Geschichten, die hier in meiner Schatzkiste liegen.

Dann kommt eigentliche abschlie├čende Arbeit“, …da grinst sie spitzb├╝bisch und zwinkert… „die beginnt bei den Schuhen.“

Die meisten Menschen beurteilen andere Menschen nach dem ├âÔÇ×u├čeren.

Jede Beratung umfasst die Person als Ganzes, sagt Linda Scholz. Das ist der zentrale Gedanke f├╝r sie. F├╝r den beruflichen Werdegang soll der optische Au├čenauftritt ein visueller Smalltalk sein, ein Auftakt zu tiefer gehenden Gespr├Ąchen und Verhandlungen. Die Kleidung zeigt, dass „frau“ Verantwortung ├╝bernehmen kann, „frau“ zeigt den Kunden gegen├╝ber ihre Wertsch├Ątzung ohne allzu viel Pers├Ânliches preiszugeben.“

Das gilt bestimmt f├╝r den Beruf, wie ist das im Privatleben?
„F├╝r den privaten Bereich gilt es etwas f├╝r sich selbst zu tun und auch ein St├╝ck weit zu sich zu finden, nicht stehen zu bleiben und genau das auch durch das ├âÔÇ×u├čeres zu zeigen.

Meine pers├Ânliche Empfehlung an alle Damen, ob im Beruf, als Hausfrau oder wie heute oft in beiden Bereichen: Nehmen Sie sich wichtig, aber nicht wichtiger als andere und beurteilen Sie andere nie nach Ihrem ├âÔÇ×u├čeren, aber gehen Sie davon aus, dass andere genau das tun werden.“
Zur Person:

Linda Scholz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie lebt seit 27 Jahren in Heddesheim, ist also schon fast eine Hellesemerin.

Nach der Schule hat sie Friseurin gelernt. Seit 2000 arbeitet sie als selbstst├Ąndige Stilberaterin. Ihr Mann ist am Nationaltheater als Abteilungsleiter der Kost├╝me besch├Ąftigt.

Kontakt:

www.treffsicher-kleiden.de

kontakt (at) linda-scholz.de