Freitag, 28. Februar 2020

Ägypten: „Vermutungen und Klischees sind immer das Gegenteil von Information.“


Guten Tag!

02. Februar 2011. Die Ereignisse in Kairo sind nicht unser „Berichtsgebiet“ – wir schauen aber wie viele Menschen hier vor Ort auf das, was dort vor Ort passiert. Werden wir gut informiert? Daran gibt es erhebliche Zweifel, wie wir im Interview mit Christoph Maria Fröhder erfahren. Und immer, wenn die Ereignisse sich ĂŒberschlagen, gilt die alte „Reporterweisheit“: „Traue keinem.“

Vorbemerkung: Der freie Journalist Christoph Maria Fröhder ist einer der renommiertesten deutschen Krisenreporter und investigen Journalisten. Er berichtet seit fast 40 Jahren von den „Brennpunkten“ der Welt – ob Kambodscha, Vietnam, Afghanistan, Angola, Kosovo oder Irak. Seine exklusiven Berichte haben sich nie am „Mainstream“ orientiert. Als Reporter in Bagdad stieß er 1990/91 zusammen mit dem Tagesthemen-Moderator „Hajo“ Friedrichs die Debatte an, welchen „Bildern“ man trauen kann. Zensur und Manipulation sind allgegenwĂ€rtig, vor allem in Krisengebieten – so die Mahnung. Fröhder ist ein vielfach preisgekrönter Journalist und lebt in Frankfurt/Main.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Fröhder, wie beurteilen Sie die aktuelle Berichterstattung in Deutschland ĂŒber die Unruhen in Ägypten?

Christoph Maria Fröhder: „Mich stört vor allem der Mangel an Hintergrundgeschichten und vernĂŒnftigen Einordnungen, was da gerade vor sich geht. Bislang beschrĂ€nken sich die großen Medien auf eine chronologische Berichterstattung. Dann ist das und dann ist das passiert.“

Hier passiert gerade Geschichte.

Warum ist eine intensivere Berichterstattung ihrer Meinung nach nötig?

Mittendrin und nie dabei: Christoph Maria Fröhder im Irak 2003. Bild: privat

Fröhder: „Ägypten ist ein Nachbarland – fĂŒr alle Mittelmeerstaaten. Ägypten ist das wichtigste arabische Land in der Region mit der grĂ¶ĂŸten Armee und ein direkter Nachbar zu Israel. Und Ägypten ist ein Kulturland von herausragender Bedeutung. Und hier passiert gerade Geschichte.“

Was wĂŒrden Sie versuchen, wenn Sie vor Ort wĂ€ren?

Fröhder: „Das liegt doch auf der Hand. Das MilitĂ€r hĂ€lt sich bislang auffallend zurĂŒck und betont, dass MilitĂ€r und Volk eins sind. Wie geht das? Hat Mubarak keinen Zugriff mehr auf das MilitĂ€r? Wer entscheidet dann? Da muss man losziehen, Fragen stellen und sich das vom MilitĂ€r erklĂ€ren lassen.“

Das geht im Ausnahmezustand?

Fröhder: „Die FĂŒhrungspersonen des MilitĂ€rs sind ĂŒberraschend gebildete Leute, die auch ĂŒber ein entsprechendes Selbstbewusstsein verfĂŒgen – zumindest ist das meine Erfahrung. Ich war bei den Kontakten meist angenehm enttĂ€uscht, dass meine Vorurteile widerlegt worden sind. Die sind ĂŒberraschend offen, wenn man weiß, wie man sie zu nehmen hat. Außerdem nimmt man sie in die Pflicht.“

Wie meinen Sie das?

Fröhder: „Die MilitĂ€rs wissen sehr wohl, was Medien bedeuten. Wenn man sie zu Aussagen vor der Kamera bekommt, nimmt man sie in die Pflicht, nĂ€mlich beim Wort. Und wenn es heißt, die Armee und das Volk sind eins, dann will ich das von einem hochrangigen Offizier hören und dokumentieren. Sehr spannend ist, wie das MilitĂ€r sich verhĂ€lt. Die Leute dĂŒrfen auf die Panzer und diese sogar mit Anti-Mubarak-Parolen besprĂŒhen. Man muss doch herausfinden wollen, warum das möglich ist. Oder auch die Gemeinsamkeit von Christen und Moslems. Das ist doch hochspannend und ein wichtiges Signal fĂŒr die Zukunft.“

Recherche statt MĂ€rchen!

Wie sind Sie inhaltlich mit den verbreiteten Informationen zufrieden?

Fröhder: „Ich kann mich nur wundern, was alles geschrieben wird. Beispielsweise ĂŒber Omar Suleiman, den eingesetzten Vize von Mubarak. Die „graue Eminenz“ wird fast schon heroisch verklĂ€rt. Dabei gibt es genug Hinweise, dass Suleiman als Geheimdienstchef in Folterungen und andere Verbrechen direkt verwickelt war. Dem sollte man mal nachgehen, statt MĂ€rchen nachzuerzĂ€hlen.“

Was wĂŒrden Sie noch vor Ort berichten?

Fröhder: „NatĂŒrlich ĂŒber die Opposition, die HoffnungstrĂ€ger. Das schĂŒtzt diese Leute auch vor ÃƓbergriffen. CNN ist es beispielsweise problemlos gelungen, ein 40-minĂŒtiges Interview mit ElBaradei zu bekommen, obwohl der unter Hausarrest stand. Wie das? Die sind hingefahren und habens im Garten hinterm Haus gemacht. Was ich bei ARD und ZDF gesehen habe, waren dagegen Schnittbilder wĂ€hrend einer Demo, mit begrenzter Aussage.“

Was meinen Sie?

Fröhder: „Fast nur so genannte Aufsager und kaum selbstrecherchierte, selbstgedrehte Geschichten. Da hat Antonia Rados bei RTL mit Bildern von improvisierten Lazaretten der Muslimbruderschaft mehr gezeigt. Solche Geschichten wĂ€ren nach meiner EinschĂ€tzung in den vergangenen Tagen immer möglich gewesen.“

„Man muss kritisch einordnen.“ Christoph Maria Fröhder

Waren die RTL-Bilder ĂŒber die Lazarette der MuslimbrĂŒder nicht zu unkritisch?

Spezialgebiet: Kontinuierliche Beobachtung. Christoph Maria Fröhder. Bild: privat

Fröhder: „Doch. NatĂŒrlich versuchen die sich dadurch ans Volk ranzumachen. Das muss man kritisch einordnen. Man muss aber auch herausfinden, ob sie wirklich fĂŒr einen totalitĂ€ren Gottesstaat stehen oder nicht. Die MuslimbrĂŒder waren lange verboten und die Frage ist, ob sie nicht eine gesellschaftliche Gruppe sind, die ihren Platz suchen und haben und darĂŒber muss man zutreffend berichten. Vermutungen und Klischees sind immer das Gegenteil von Information.“

Welche Berichte wĂŒrden Sie sich noch wĂŒnschen?

Fröhder: „Wo sind die Hintergrundstories ĂŒber die jugendliche Elite? Die Studenten, die jungen Vordenker? Oder die vielen gut ausgebildeten Frauen? Auch hier gilt die Frage: Haben die Ideen, was aus Ägypten werden kann und soll? Sind sie organisiert? Stehen sie dem Land zur VerfĂŒgung? Man muss vernĂŒnftigen Leuten eine Stimme geben, die sonst bei den Bildern in der Masse untergehen. Und was passiert eigentlich draußen auf dem Land oder in anderen StĂ€dten? Ich sehe fast nur Bilder vom Tahrir-Platz.“

Folklore vs. Journalismus.

Vielleicht liegt es daran, dass man die nicht kennt?

Fröhder: „Ganz bestimmt sogar. Das ist etwas, was ich schon sehr lange kritisiere. Klar, es wird hier und da aus Nordafrika berichtet. Aber was? Folkloristisches Zeugs. Eine kontinuierliche journalistische Beobachtung ĂŒber die kritische Entwicklung zur Gewaltherrschaft kann ich nicht erkennen. Man muss Kontakte halten und pflegen. Ohne die versteht man nichts und kommt auch nicht zu den interessanten Menschen.“

Wie informieren Sie sich zur Zeit?

Fröhder: „ÃƓber CNN, ABC, Al Jazeera, aber vor allem ĂŒber die New York Times oder auch El Pais und Le Monde. Da gibt es großen journalistischen Ehrgeiz.“

Der Blogger Richard Gutjahr ist kurzentschlossen von Israel nach Kairo geflogen. Halten Sie das fĂŒr journalistischen Ehrgeiz und eine gute Idee?

Fröhder: „Ich kenne Herrn Gutjahr nicht. Es könnte fĂŒr ihn problematisch werden, wenn er niemanden kennt, kein Netzwerk hat. FĂŒr ihn sehe ich auch ein wirtschaftliches Problem. FĂŒr Zimmer, Fahrzeug, Dolmetscher mĂŒssen Sie mindestens 500 Dollar pro Tag rechnen. Dazu kommen ÃƓbertragungskosten. Das kann schnell ein finanzielles Abenteuer werden. Ansonsten ist es natĂŒrlich richtig, vor Ort zu sein, aber nur, wenn man weiß, was man will und wer die Abnehmer sind.“

„Man kann nicht aus dem Stand ĂŒber komplexe Vorkommnisse berichten.“

HĂ€tten Sie das gemacht?

Fröhder: „Ich bin nicht ĂŒber die VerhĂ€ltnisse von Herrn Gutjahr unterrichtet. Ich kann fĂŒr mich nur sagen, dass ich es immer abgelehnt habe, im Schnellschußverfahren aus einem Land zu berichten, in dem ich zuvor nie gewesen bin, zu wenig Wissen habe und keine Kontakte. Ohne diese Voraussetzungen ist eine hintergrĂŒndige und verlĂ€ssliche Berichterstattung nicht möglich. Man kann nicht einfach aus dem Stand ĂŒber sehr komplexe Vorkommnisse berichten.“

Wird man noch ernst genommen, wenn man solche AuftrÀge ablehnt?

Fröhder: „Wer nachdenkt, sollte ernst genommen werden. Der Mut, einen Auftrag abzulehnen, ist leider nicht sehr entwickelt. Viele denken, sie können alles. Das Ergebnis sehen wir gerade.“

Auch die Tageszeitungen haben offensichtlich niemanden vor Ort. Warum?

Fröhder: „Weil die nicht miteinander reden und kooperieren und keinen Sinn fĂŒr spannende Berichterstattung haben. Wer hindert die großen Zeitungen daran, ein Team zu schicken, das Kontakte hat, sich auskennt und fundiert von vor Ort berichten kann? Die Kosten? Das ist lĂ€cherlich. Man begnĂŒgt sich mit Agenturmeldungen.“

Das Internet hat erkennbar an Bedeutung zugenommen.

Wie beurteilen Sie das Internet und seine Rolle fĂŒr die Berichterstattung?

Fröhder: „Es hat erkennbar an Bedeutung zugenommen. Das gilt fĂŒr Informationen von Akteuren vor Ort genauso, wie fĂŒr die Online-Redaktionen und Blogs der großen Redaktionen. Allerdings ist gerade das Niveau sehr schwankend. Wenn ich zum Beispiel lese, dass der Chef eines großen Mediums einen Diktator wie Mubarak kumpelhaft als „der Bursche“ bezeichnet, strĂ€uben sich mir die Haare. Man muss nicht versuchen, sich durch eine solche Sprache jungen Menschen anzudienen. Die fallen auf solche Plumpheiten nicht herein. Sorge habe ich vor den vielen Videoaufnahmen mit Handies. Sie sind – auch wegen ihrer schlechten QualitĂ€t – sehr leicht zu fĂ€lschen. Hier sollten Redaktionen sehr zurĂŒckhaltend sein und solche Bilder nur in AusnahmefĂ€llen ĂŒbernehmen.“

Links:

Christoph Maria Fröhder, wikipedia, tagesschau.de, Spiegel: „Lösegeld und sĂŒĂŸer Tee“

Richard Gutjahr, Gutjahr’s blog

Al JazeeraLive-ÃƓbertragung

New York Times

El Pais

Le Monde

Krieg der Eitelkeiten

Netzwertig.de ĂŒber den freien Korrespondenten Ulrich Tilgner, der das ZDF wegen „BĂŒndnisrĂŒcksichten“ verlassen hat.

Netzwerk Recherche

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben verschiedene Links auf wikipedia gesetzt, das wir selbst fĂŒr die Recherche benutzen – aber niemals den dort angegebenen Informationen „trauen“, solange wir keine anderen Belege fĂŒr diese Informationen recherchiert haben.

Die freien Journalisten Christoph Maria Fröhder und Hardy Prothmann sind GrĂŒndungsmitglieder von Netzwerk Recherche. Sie kennen sich seit 1996.

LektĂŒre-Empfehlung

Guten Tag!

Sind Sie Abonnent des MM, des Mannheimer Morgen? Nein? Noch nicht? SpĂ€testens nach diesem exklusiven StĂŒck werden Sie es werden…

Lesen Sie: Rund 150 GĂ€ste in Viernheim.

Von Helle Sema

In diesem famosen StĂŒck journalistischer Höchstleistung werden Sie mit Kritik konfrontiert. Also Achtung!

Gleich das erste Zitat hat es in sich. Der Antworter ist neutral, aber doch gegen mehr Verkehr: „Wir sind weder dafĂŒr noch dagegen. Wir wollen nur nicht, dass noch mehr Verkehr durch den Ort fĂ€hrt.“ Der Firmenchef KARL-MARTIN PFENNING höchstpersönlich (der symbolisch fĂŒr mehr Verkehr steht, d. Red.) „nutzt die Gelegenheit, nochmals zu versichern…“.

Ein anstĂ€ndiger KERL halt. Wahrscheinlich hat er jedem der 150 Besucher beim offenen Tag bei Pfenning selbst beide HĂ€nde gedrĂŒckt, womit es eigentlich schon fast 300 Besucher waren und wenn man die beiden HĂ€nde vom Chef und das DrĂŒcken mitzĂ€hlt, waren es ganz sicher  600 und gefĂŒhlt das Doppelte – sonst wollte ja niemand vors Haus gestern.

„150 Besucher, vielleicht auch ein paar mehr“, labten sich an Bier und Bratwurst und stellten ein paar Fragen. Respekt, Frau Görlitz. Sie waren vor Ort und Ihnen ist nichts entgangen, auch nicht das „Abgreifen von Werbegeschenken“. Aber mal ehrlich: Bis 150 oder vielleicht mehr mĂŒssten sie doch zĂ€hlen können. So schwer ist das nicht. Warum schreiben Sie das? Finden Sie 150 klĂ€glich? HĂ€tten Sie selbst gerne mehr dort gesehen?

Immerhin konnten die Kinder in der Spielecke spielen… Haben Sie eigentlich schon recherchieren können, ob es auf dem geplanten Pfenning-GelĂ€nde eine „Laster-Spielecke gibt?“. Auf „Laster“ sind schließlich die kleinen wie die großen Jungs ganz scharf.

Der Nitzinger war ein bisserl enttĂ€uscht, aber dennoch nicht „unzufrieden“. Immerhin waren ihm rund die HĂ€lfte der Zuhörer gewogen und „bedachten ihn mit freundlichem Applaus“. Selbst der „eifrigste Fragensteller nickt auf die Frage, ob seine Fragen beantwortet wurden“.

„Aber ĂŒberzeugt hat mich die Antwort nicht“, sagt er auf „Nachfrage“ des MM. Frau Görlitz, Respekt, Sie lassen sich nichts vormachen. Sie haken nach und bleiben dran. Wie ein Bluthund. Da jagt es mir Schauer ĂŒber den RĂŒcken.

„WeichgespĂŒlt“ verwenden Sie sogar eine synĂ€sthetische Metapher. Respekt. „Wieder andere finden das gar nicht so schlimm“, spĂŒlen Sie sich und alle anderen in ihrem Bericht konsequent selbst weich. „Die Edeka hat ja auch hohe Hallen“.

Und am Ende geht keiner unzufrieden nach Hause. Happy End… 🙂

Frau Görlitz, ehrlich, Sie schreiben echt toll und vor allem so informativ. Danke!

In eigener Sache: Vielen Dank!

Guten Tag,

wir möchten heute all unseren Leserinnen und Lesern fĂŒr ihr großes Interesse danken. Warum heute? Weil mittlerweile, zusammengerechnet mit den ersten zwei Wochen des heddesheimblogs, insgesamt ĂŒber 30.000 Besuchen gezĂ€hlt wurden.

Besonders freut uns, dass politische  Texte mit großem Interesse gelesen werden – in Zeiten der Politikverdrossenheit ist das nicht selbstverstĂ€ndlich. Aber auch die „unpolitischen“ Texte wie PortrĂ€ts und Meldungen finden gleichermaßen ein großes Interesse.

Auch die Bilderseiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir arbeiten dran, die QualitĂ€t und GrĂ¶ĂŸe der Ansicht zu verbessern.

Ein herzliches Danke-Schön geht an die Leser, die sich mit uns in Verbindung gesetzt haben, um Themen vorzuschlagen, MissstĂ€nde anzuzeigen oder selbst Inhalte beisteuern möchten wie bei den „Heddesheimer Bildern“.

Ganz besonders haben wir uns ĂŒber zwei RĂŒckmeldungen gefreut:
Die eine sagte: „Schönen Dank fĂŒr ihren Bericht. Ich fĂŒhle mich von Ihnen Ernst genommen, auch wenn das Problem nicht aus der Welt ist. Machen Sie weiter so!“

Die andere sagte: „Das des mit dem Bericht so schnell geht, hĂ€tt ich nie gedacht. Der Mannheimer Morgen haben wir vor einer Woche informiert, da gabs noch keinen RĂŒckruf und schon gar keinen Bericht.“

Im Gegensatz zu den „etablierten“ Medien, ist das sehr junge heddesheimblog (uns gibt es seit dem 28. April 2009) sehr schnell. Meist dauert es nur kurze Zeit (wenige Stunden), bis unsere Berichte online sind. In Text und Bild, bald auch in Ton und Video. Und unsere Artikel stehen 24 Stunden am Tag zu Ihrer VerfĂŒgung und sind kostenlos.

Die Philosophie dahinter ist einfach: Ein engagierter Journalismus schafft Inhalte, die die Menschen interessieren. Die ihre Sorgen und Probleme, aber auch ihre Hoffnungen und WĂŒnsche und auch die Freude ernst nehmen. Unser Journalismus interessiert sich dafĂŒr, was die Leser betrifft. Und wir recherchieren auf eigene Faust, mit eigenen Ideen.

Wie unsere Leser wissen, heißt das: Es gefĂ€llt nicht jedem. Im Gegenteil. Obwohl das heddesheimblog erst acht Wochen alt ist, hat es sich dieses Informationsportal schon mit vielen „MĂ€chtigen im Ort verscherzt“. Auch hier auf der Seite sind die Anfeindungen und Angriffe nachzulesen.

Wir sagen: Na und? Dann ist das halt so! Es gibt „GefĂ€lligkeitsjournalismus„, der will gefallen und es gibt einen professionellen Journalismus, der will informieren. Auch wenn das bestimmten Personen nicht passt und sie mit allen Mitteln, auch denen der Denunziation und sozialen Ächtung, versuchen, dagegen anzugehen. Solche Menschen versuchen, anderen zu schaden, zeigen dadurch aber gerade, wie stark sie selbst schon beschĂ€digt sind.

Mittlerweile reden allerdings immer mehr der „verschnupften MĂ€chtigen“ wieder mit uns – weil sie es mĂŒssen oder weil sie ein Einsehen haben, sei dahingestellt. Zumindest haben sie festgestellt, dass das heddesheimblog nicht nur eine kurzfristige Verschnupfung ist, sondern Teil dessen, womit sie sich auseinandersetzen mĂŒssen.

Die Redaktion bedankt sich fĂŒr Ihr Interesse!

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Statistik

Heute wurde auf dem neuen Server die Marke von 28.000 „unique users“, also eindeutigen Besuchen seit dem 7. Mai 2009  genommen. Zusammen mit den 3.000 auf unserem ersten Angebot sind das 31.000 Besuche.

Das ist Statistik, der Computer zÀhlt Computer, doch die werden von Menschen bedient, von Ihnen, unseren Lesern. Im Schnitt rufen die Leser pro Besuch etwa sechs Texte auf.

Die Zugriffe auf unsere Seiten kommen ganz ĂŒberwiegend aus der Region, allerdings auch ĂŒberregional und aus dem Ausland. Die allermeisten Zugriffe kommen ĂŒber die Deutsche Telekom, gefolgt von Kabel-BW und AOL sowie 1und1.
Aber auch vom Mannheimer Morgen und der CDU 😉

Die Seite, die am meisten gelesen wurde, ist die zum Ergebnis der Kommunalwahlen in Heddesheim: ca. 3.500 Zugriffe (ja wir wissen, dass der ZĂ€hler auf der Seite „nur“ ca. 770 anzeigt – und wir schaffen das, die richtigen (viel höheren) Ergebnisse anzeigen zu lassen… irgendwann).

Die Zahl der abgerufenen Seiten liegt bei gut 178.000. Das entspricht in etwa den sechs Seitenaufrufen pro Besucher und ist fĂŒr uns ein enormer Erfolg: Das VerhĂ€ltnis zwischen Besuchern und Seitenaufrufen hĂ€lt sich konstant – fĂŒr uns heißt das, dass wir Ihnen Informationen bieten, die Sie sich wĂŒnschen.
(Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie bei einem Besuch mehrmals eine Seite aufrufen, wir immer nur der „erste“ Aufruf gezĂ€hlt.)

In eigener Sache: Glosse, Satire, Kommentar, Artikel…

Guten Tag!

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Tagen haben wir sehr, sehr viele RĂŒckmeldungen zum heddesheimblog bekommen. Das freut uns und alle, auch Sie, die daran beteiligt sind.

Was uns nicht freut, ist, dass nicht alle verstehen, was hier wie veröffentlicht wird. Das heddesheimblog ist ein journalistisches Angebot. Das heißt, alle Veröffentlichungen unterliegen dem Presserecht und dem Grundgesetz.

Die Veröffentlichungen verwenden unterschiedliche Stilmittel, auch Darstellungsformen genannt. Obwohl wir in einer „Mediengesellschaft“ leben, scheinen viele Menschen diese Feinheiten nicht zu kennen. Deswegen fasse ich die wichtigsten hier zusammen, zum besseren VerstĂ€ndnis und als Argumentationshilfe, wenn Sie mit anderen ĂŒber das heddesheimblog diskutieren.

Journalistische Stilmittel (hier gehts zur ÃƓbersicht auf Wikipedia)

Artikel:
Dieser Begriff trifft auf alle journalistischen Texte zu. Also die Nachricht oder Meldung, den Bericht, die Reportage, das Interview, den Kommentar, die Glosse, die Satire, das Feature, das PortrĂ€t…
Journalisten nennen einen Artikel auch „StĂŒck“ oder „Riemen“ (besonders langer Text)

Meldung, Nachricht, Bericht:
Das sind kurze Formen journalistischer Texte. Sie beantworten die sogenannten W-Fragen (Wer hat wann was warum mit welcher Wirkung usw. getan), die beliebig erweiterbar sind.

Artikel:
Eigentlich der Oberbegriff fĂŒr alle Texte. Wird aber hĂ€ufig fĂŒr einen umfassenden Text verwendet, der deutlich lĂ€nger als ein Bericht ist.

Reportage, Feature:
Das sind sehr bildhafte Darstellungen auch mit persönlichem Blick des Journalisten. Eine Reportage muss vom Journalisten selbst „erlebt“ sein, das heißt, er ist vor Ort gewesen. Die Berichterstattung kann subjektiv sein.
Beispiel: SPD-Kandidatenvorstellung lÀuft aus dem Ruder

PortrÀt:
Bei Personen eine sehr persönliche Darstellung mit Elementen der Reportage, des Interviews, des Features. Bei Unternehmen oder Institutionen etwas sachlicher.
Beispiel: Unser Mann von der Tankstelle

Kommentar:
Subjektiver Artikel, in dem entweder das FĂŒr und Wider von Argumenten abgewogen wird oder eine eigene Meinung pointiert dargestellt wird.
Beispiel: Herr Kessler ist in Not oder Die „sauberste Lösung“

Glosse:
aus Wikipedia: „Ein Sammelbegriff fĂŒr besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. In einer Glosse können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Meist ist ihr Unterton heiter und ironisch…“
Beispiel: Das Gesetz der Omerta

Satire:
aus Wikipedia: „…ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche MissstĂ€nde anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische SchmĂ€hschrift).
Beispiel: +++Verschlusssache+++

Einen schönen Tag wĂŒnscht

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