Donnerstag, 27. Februar 2020

Bahn: Streckensperrung zwischen Hemsbach und Bensheim

Rhein-Neckar, 28. Februar 2012. (red) Seit etwa 18:00 Uhr ist die Bahnstrecke zwischen Hemsbach und Bensheim in beiden Richtungen wegen eines Bombenfundes gesperrt. Nähere Auskünfte waren bislang nicht zu erhalten.

Das Polizeipräsidium Südhessen führte die Maßnahme aufgrund einer Anordnung der Bundespolizei durch. Nach unserem Kenntnisstand wurde in einem Gebäude nahe der Bahnlinie zwischen Heppenheim und Bensheim eine Bombe gefunden.

Ob es sich um einen Blindgänger aus dem Weltkrieg oder eine andere Bombe handelt, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen. Auch die regionale Pressestelle der Bahn hatte aktuell keine näheren Informationen.

Unser Mitarbeiter Christian Heck wollte sich kurz vor 18:00 Uhr auf den Heimweg nach Weiterstadt machen und hängt seit kurz vor 20:00 Uhr in Hemsbach fest, wo teils Busse im Einsatz sind, um die Menschen weiterzutransportieren.

Er berichtet, dass sich viele ein Taxi genommen haben oder privat abgeholt worden sind.

Wie lange die Streckensperrung noch andauern wird, ist unklar.

Offener Brief an Jochen Tscheulin von der IFOK

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Die IFOK feiert den „Dialog“ in Heddesheim als Erfolg. Auf einem Logistik-Kongress. Die angeblich „neutrale“ Firma verdient ihr Geld damit, in scheinbar ergebnisoffenen „Dialogen“ den „Dampf“ aus strittigen Projekte zu bekommen. Hardy Prothmann schreibt in einem offenen Brief an einen der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Jochen Tscheulin. Denn die beiden haben mal zusammen studiert und wĂ€ren fast Freunde geworden.

Von Hardy Prothmann

Lieber Jochen,

ich hoffe, es geht Dir gut. Wir haben uns ja schon gut sechszehn Jahre nicht mehr gesehen. Erst 2009 habe ich erfahren, dass Du erfolgreich Karriere gemacht hast und einer der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer bist.

Unsere Freundschaft damals war noch nicht gereift und ich dachte mir, dass es besser ist, im Frieden verschiedene Wege zu gehen, weil wir teils doch sehr unterschiedliche Einstellungen hatten.

Das hat sich viele Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt – ich auf der einen Seite mit einem „lokalen Blog, das kritisch berichtet„, wie Ihr das in Eurem Vortrag beim „Logistik Kongress 2010“ in Stuttgart bezeichnet und auf der anderen Seite Du mit Deinem Spin-Doctor-Unternehmen, das angeblich „neutral“ Konflikte löst.

Ich bin nicht enttĂ€uscht – Ă€rgere mich aber ein bisschen.

Ganz ehrlich? Ich bin nicht enttĂ€uscht, sondern sehe mich in meiner Haltung Dir gegenĂŒber bestĂ€tigt. Ein bisschen Ă€rgert mich, dass Deine Firma, die ohne die „kritische Berichterstattung eines lokalen Blogs“ niemals diesen Auftrag in Höhe von 35.000 Euro (oder sogar mehr?) bekommen hĂ€tte, nicht einmal in der Lage ist, das Wort „heddesheimblog“ zu schreiben.

Soviel Anstand hĂ€tte ich schon erwartet. Auf ein Danke-Schön fĂŒr das viele Geld bestehe ich da gar nicht. Aber Roß und Reiter zu nennen sollte doch fĂŒr eine Firma möglich sein, die sich angeblich dem „offenen Dialog“ verschrieben hat. Und auch die ErwĂ€hnung der jĂ€mmerlichen Berichterstattung im Mannheimer Morgen wĂ€re einen Satz wert gewesen, aber wahrscheinlich ist das nicht im Sinne der Auftraggeber und auch nicht in Deinem.

Ihr schreibt das wirklich hĂŒbsch auf und analytisch brillant, wie und warum es zu Konflikten kommt und habt da eine lukrative GeschĂ€ftsidee vermarktet: Die bornierte Sturheit von machtbesessenen BĂŒrgermeistern, Politikern und sonstigen FunktionĂ€ren oder verstĂ€ndnislosen GeschĂ€ftsfĂŒhrern oder „Investoren“ bietet jede Menge „Beratungsbedarf“, der sicherlich sehr, sehr, sehr gut bezahlt wird. Immerhin gehts bei solchen Projekten ja auch um sehr viel Geld.

Aber selbst die besten machen Fehler. So auch Du und Deine Dialog-Truppe.

FĂŒr wen war was eigentlich schon "klar"? Solche SĂ€tze können auch als Hohn aufgefasst werden. Quelle: IFOK

Erst zu behaupten, es gĂ€be keine AbhĂ€ngigkeit vom Auftraggeber (Gemeinde Heddesheim, respektive der BĂŒrgermeister Michael Kessler) ist schon wenig glaubwĂŒrdig gewesen. Dann aber auf einem Logistik-Kongress einen Vortrag ĂŒber den „Erfolg“ in Heddesheim zu halten, das ist ein strategischer Fehler. Denn damit ist allen, selbst den begriffstutzigsten Menschen klar, dass der „Erfolg“ das Erreichen einer „knappen Mehrheit“ von BĂŒrgerstimmen fĂŒr das Projekt war.

Nicht mehr und nicht weniger.

Viel Geld fĂŒr Blabla.

Oder wĂ€ret Ihr auch zu dem Logistik-Kongress eingeladen worden, hĂ€tte eine „knappe Mehrheit“, konkret 40 BĂŒrgerstimmen oder 0,7 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen das Projekt gestimmt? Wohl kaum. Und im ĂŒbrigen haben wir beide dasselbe studiert, deswegen weiß ich, dass Du weißt, dass ein solches Votum als nicht erfolgreich gesehen werden muss und keine demokratische Legitimation haben kann, denn das Projekt wird gegen die HĂ€lfte des Ortes durchgefĂŒhrt.

Da sind weitere Konflikte programmiert und so ist das auch gekommen. Soviel zum Erfolg.

Ihr von der IFOK habt das Geld genommen, ein bisschen Blabla gemacht, Schaubilder gezeichnet und gebetsmĂŒhlenhaft den „offenen Ausgang“ beschworen – wie man sieht, sind der Wirtschaftsminister Pfister, der Logistik-Lobbyist der Dualen Hochschule Mannheim Schröder und nicht zuletzt Karl-Martin Pfenning so sehr zufrieden, dass Ihr (sicher nochmals gegen Geld) einen Vortrag halten durftet.

Und irgendwie stellt sich dann heraus, dass die „Pfenning-Gegner“ ĂŒberhaupt keine Chance hatten, aber ihre Erregung derart bedrohlich war, dass das Netzwerk, in dem Du aktiv bist, alles aufbieten musste. Regionalverband, Metropolregion Rhein-Neckar, Heinrich-Vetter-Stiftung, Duale Hochschule, Wirtschaftsministerium. Schon beeindruckend.

"Erfolg" enttarnt: "Umsetzung sicherstellen" ist das Ziel der IFOK. Nichts anderes. DafĂŒr wird sie bezahlt. Und sie macht ihren Job. Der "Erfolg" fĂŒhrt ĂŒber einen "Dialog" - fĂŒr viel Geld macht die IFOk eine "Einigung" möglich. Quelle: IFOK

Ich lade Dich herzlich dazu ein, hier in Heddesheim (ohne Geld) mal vor den Projektgegnern ĂŒber diesen Erfolg zu referieren. ÃƓber die ArbeitsplĂ€tze, die nicht kommen, die Gewerbesteuer, die ein MĂ€rchen ist, den fehlenden Bahnanschluss und, und, und. Du hĂ€ttest es auch gar nicht mal weit von Bensheim hierher, ich bin mir aber irgendwie sicher, dass Du Dich das nicht traust.

Ist der „Dialog“ auch „erfolgreich“, wenn ein Projekt stirbt?

Und mal ganz ehrlich, Jochen! Was wĂŒrde passieren, wenn die nĂ€chsten drei, vier Dialogverfahren auch „erfolgreich“ sind, aber dazu fĂŒhren, dass die Projekte nicht umgesetzt werden? WĂŒrde Euch dann noch einer engagieren, fĂŒr das viele Geld, das Ihr nur bekommt, weils in der HĂŒtte brennt?

Ich kann mich noch genau an Dich erinnern, wie Du immer fein gelĂ€chelt hast, wenn wir heiße Diskussionen hatten und Dir die Argumente ausgegangen sind. Und ich kann mich gut erinnern, wie wir damals die „Westpoint-Absolventen“ fĂŒr ZUMA (Zentrum fĂŒr Umfragen, Methoden, Analysen) untersucht haben und Du Dich ĂŒber die kaputten Typen totgelacht hast. Und wie Deine Augen gestrahlt haben, als es ums GeschĂ€ftliche ging – die haben echt viel Geld fĂŒr diese Untersuchung bezahlt und die Uminterpretation der Ergebnisse in eine „freundliche Lesart“ war echt harte Arbeit.

FĂŒr mich sind das alte Zeiten – Du bist den Umfragen, Methoden und Analysen treu geblieben. Schließlich kann man damit viel Geld machen und muss keine sĂ€ckeweise gehorteten „Bundeswehr-Verpflegungsmittel“ futtern. Die Kekse waren echt komplett geschmackfrei – aber wie Du sagtest, mit Kaffee konnte man die „essen“, selbst noch Jahre ĂŒber das Verfallsdatum hinaus, wie Du mir erklĂ€rt hast. Und nahrhaft waren sie auch. Du konntest dadurch im Studium viel Geld sparen.

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Eins möchte ich Dir noch gerne mitteilen: FĂŒr mich war es das erste „Dialog-Verfahren“ in meinem Leben. Und ich habe dabei viel gelernt. Und nachdem ich ein wenig drĂŒber nachgedacht habe, ist mir die Idee gekommen, dass ich auch ganz gut damit Geld verdienen könnte. Sicher nicht soviel wie Du, denn Du und Deine ĂŒber 100 Berater und den teuren StundensĂ€tzen arbeiten ja schließlich fĂŒr „Investoren“ und jede Menge Geld.

Aber, wie Ihr treffend in Eurer WerbebroschĂŒre schreibt: Der Widerstand ist lĂ€ngst nicht mehr Sache von Chaoten, sondern in der bĂŒrgerlichen Mitte angekommen. Ein einzelner hat viel Geld, aber viele haben auch ne Menge Geld. Crowd-Sourcing nennt man das, glaube ich.

Und warum sollte ich das nicht einsammeln, ein paar clevere Analytiker davon bezahlen und dann bei kĂŒnftigen Dialogen fĂŒr die Projektgegner in den Dialog eintreten? Das wird sicher ein Riesenspaß. Du kennst den Spruch: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Vor allem aber könnte es durchaus sein, dass der „Erfolg“ dann ganz anders aussieht. Deswegen hoffe ich fĂŒr Dich, dass Du Dir ein paar Bundeswehrkekse aufbewahrt hast – fĂŒr schlechte Zeiten.

Es grĂŒĂŸt Dein frĂŒherer Kommilitone
Hardy

Anmerkung der Redaktion: Der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jochen Tscheulin und Hardy Prothmann, freier Journalist und verantwortlich fĂŒr das heddesheimblog, haben zusammen in Mannheim Politische Wissenschaften studiert und gemeinsam gut zwei Jahre beim Institut ZUMA als studentische HilfskrĂ€fte gearbeitet.

Saukopftunnel wird erst kurz vor Weihnachten geöffnet

Guten Tag!

Heddesheim, 01. Dezember 2009. Die Bauarbeiten am Saukopftunnel dauern wegen „unvorhergesehener Probleme“ an. Das Amt fĂŒr Straßen- und Verkehrswesen geht davon aus, dass der Tunnel vor Weihnachten wieder in Betrieb genommen werden kann.

Die Arbeiten zur VerstĂ€rkung der Tunnelröhre des Saukopftunnels sind zwar abgeschlossen, allerdings gab es bei den Arbeiten Verzögerungen. Wie das Amt fĂŒr Straßen- und Verkehrswesen Bensheim (ASV) auf Anfrage des heddesheimblogs mitteilte, ergaben sich bei der Sanierung unerwartete Schwierigkeiten bei den Abbruch- und Betonierarbeiten sowie auf Ă€ußere EinflĂŒsse, wie WassereinbrĂŒche. „Da die einzelnen Arbeitsschritte bei der Planung der Maßnahme bereits minutiös aufeinander abgestimmt waren und Mehrschichtbetrieb ausgeschrieben worden war, konnten diese Verzögerungen leider nicht mehr aufgefangen werden.“ Geplant war eine Öffnung nach den Arbeiten im November 2009.

Um die VerstĂ€rkung der Tunnelröhre durchfĂŒhren zu können, mussten im Vorfeld der Arbeiten verschiedene betriebstechnische Tunneleinrichtungen wie das Abluftsystem ausgebaut werden: „Zur Zeit bauen wir die Betriebstechnik wieder ein“, sagte Amtsleiter Andreas Moritz: „Wir verstehen natĂŒrlich, dass sich viele Autofahrer Ă€rgern, dass es noch andauert, aber wir sind verantwortlich fĂŒr den sicheren Betrieb des Tunnels.“ Deshalb folgten nach dem Einbau noch umfangreiche FunktionsprĂŒfungen. Die Kosten betragen insgesamt rund zwei Millionen Euro.

Wie das ASV ergĂ€nzend mitteilt, sind die Arbeiten zum Bau des Fluchtstollens sowohl auf baden-wĂŒrttembergischer als auch auf hessischer Seite plangemĂ€ĂŸ angelaufen. Der bergmĂ€nnische Tunnelanstich wird im Januar nĂ€chsten Jahres erfolgen. LĂ€ngere Sperrungen der Fahrröhre sind beim Bau des Fluchtstollens allerdings nicht zu befĂŒrchten. „Es wird voraussichtlich wĂ€hrend der ganzen Bauzeit nur zu kurzzeitigen Sperrungen wĂ€hrend der Sprengarbeiten und an einzelnen Wochenenden kommen.“ Der Fluchtstollen soll 2012 fertig gestellt sein.

Der 20 Jahre alte Saukopftunnel wird seit Mitte Juli saniert. Rund 20.000 Fahrzeuge mĂŒssen dadurch tĂ€glich eine der drei Umleitungen ĂŒber die L3408 durch Birkenau und Weinheim, die L3120 ĂŒber Heppenheim oder die B460 ebenfalls Heppenheim nehmen. Auf diesen Straßen kam es teils zu erheblichen Belastungen durch den zusĂ€tzlichen Verkehr.

querschnitt

Unvorhergesehene Probleme verzögerten die Sanierung des Saukopftunnels. Quelle: ASV Bensheim

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog