Samstag, 21. Juli 2018

Von wegen zĂŒgig - das Prestigeprojekt lahmt und das auch noch richtig teuer

S-Bahn hat mindestens drei Jahre VerspÀtung

Rhein-Neckar, 25. September 2014. (red/ld) Die Planfeststellungsverfahren fĂŒr die neuen S-Bahnhöfe in Laudenbach, Heddesheim/Hirschberg, Ladenburg und Schwetzingen sind derzeit in der Offenlage. In Weinheim fiel der Beschluss im Juli vergangenen Jahres. Bis Ende 2017 will die Deutsche Bahn die Strecke in Betrieb nehmen. Doch weder ist sicher, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, noch ob die Kosten sich nicht nochmals steigern. [Weiterlesen…]

Zeugenaufruf

Seniorin angefahren, Fahrer flieht

Heddesheim, 19. Juni 2013. (red/pol) Vergangene Woche, am Mittwoch, dem 12. Juni, fanden RettungssanitĂ€tern in der NĂ€he des Bahnhofs gegen 20:15 Uhr eine schwer verletzte Rentnerin (wir hatten bereits berichtet). Vermutlich wurde sie angefahren. [Weiterlesen…]

„Stuttgart 21 bremst die S-Bahn in der Region aus“

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Stuttgart, 15. November 2011. In Stuttgart und anderswo streitet man sich auf allen möglichen Ebenen, Sinn und Unsinn, Kosten und Nutzen werden gegeneinander aufgewogen. Und natĂŒrlich ist der Großraum Stuttgart am meisten betroffen. Doch Stuttgart 21 hat schon jetzt konkrete negative Wirkungen in unsere Region. Und wenn Stuttgart 21 kommt, werden die Nachteile fĂŒr uns vor Ort noch grĂ¶ĂŸer, sagt Michael Löwe, Experte des Fahrgastverbands Pro Bahn, im Interview. Am 27. November sind die BĂŒrger zur Volksabstimmung aufgerufen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Löwe, hat Stuttgart 21 direkte Auswirkungen auf die Region Nordbaden?

Michael Löwe: Ganz sicher. Um das zu erklÀren, muss ich ein wenig ausholen.

Tun Sie das.

Löwe: Es gibt verschiedene Finanzierungstöpfe fĂŒr Eisenbahnprojekte. Einer davon sind die sog. BSchwAG-Mittel (Mittel gemĂ€ĂŸ dem Bundesschienenwegeausbaugesetz, die zur Finanzierung der Projekte des Bundesverkehrswegeplans – BVWP – dienen). Wie alle Mittel können diese natĂŒrlich nur einmal ausgegeben werden. Es gibt etwa 80 BVWP-Schienen-Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 46 Milliarden Euro. Rund 1,5 Milliarden Euro werden jĂ€hrlich aus diesem BSchwAG-Topf ausgegeben. Die 5-600 Millionen Euro, die fĂŒr Stuttgart 21 eingesetzt wĂŒrden, fehlen dann natĂŒrlich bei anderen Projekten, beispielsweise der geplanten Neubaustrecke (NBS) zwischen Frankfurt und Mannheim.

„Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim kommt nicht vor 2025.“

Das heißt konkret?

Bahn-Experte Michael Löwe - Privatfoto von einer Norwegenreise 2011: "Wir waren nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, das war toll."

Löwe: Es gibt einige Projekte, die aktuell im Gang sind, die bekommen das Geld zuerst, damit diese fertig gestellt werden können, beispielsweise NĂŒrnberg-Erfurt bis 2017. Hier fließen also große Summen ab, die fĂŒr andere Projekte nicht mehr zur VerfĂŒgung stehen. Dann werden PrioritĂ€tslisten neu erstellt und aktuell ist die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim aus der PrioritĂ€tsliste 1 in die zweite oder dritte Reihe gerutscht.

Aber die ersten Planungen laufen doch schon seit 1998?

Löwe: Richtig. Aber der Bundesverkehrsminister lĂ€sst aktuell das Projekt neu ausschreiben, dann mĂŒssen PlĂ€ne und Gutachten gemacht werden und das wird dauern.

Wann könnte diese fĂŒr unsere Region wichtige Linie fertig sein?

Löwe: Im optimalen Fall bis 2023, eher aber 2025 und das nur, wenn alles wie am SchnĂŒrchen klappt. BerĂŒcksichtigen muss man dabei, dass dies ein relativ einfaches Projekt wĂ€re, weil es nicht viele Tunnels braucht und das GelĂ€nde in der Ebene verlĂ€uft.

Hat Stuttgart 21 Einfluss darauf?

Löwe: Sicher, wenn Stuttgart 21 kommt, fehlen ĂŒber mehrere Jahre mehrere hundert Millionen Euro. Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim wĂŒrde nach SchĂ€tzungen der Bahn gut zwei Milliarden Euro kosten, also viel mehr als in einem Jahresbudget fĂŒr alle Bahnprojekte in Deutschland vorhanden ist. Und jeder woanders ausgegebene Euro fehlt hier, z.B. ĂŒbrigens auch fĂŒr die S-Bahn.

„Das Argument des Zeitgewinns  durch S21 ist regional gesehen Quatsch.“

Wieso die S-Bahn?

Löwe: Weil auch hier das Geld fehlt, beispielsweise fĂŒr den Ausbau der Strecke Mannheim-Heidelberg, die zu 40 Prozent aus dem BSchwAG-Topf bezuschusst werden muss. Dieser Abschnitt wird fĂŒr alle S-Bahn-Linien benötigt und muss drei-, bzw. viergleisig ausgebaut werden. Nur dann können z.B. die S-Bahn-Linien von Eppingen und Aglasterhausen wie geplant bis Worms, bzw. Mainz durchgebunden werden. Heute muss man in Heidelberg umsteigen und verliert Zeit. Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die Debatte um Stuttgart 21 und die Zeitvorteile.

Was meinen Sie?

Löwe: Das Argument der S21-BefĂŒrworter, der Bahnhofsumbau wĂŒrde Zeitvorteile bringen, ist Quatsch. Diese könnte man jetzt schon haben. Man hat sie aber nicht, weil man in dem vorwiegend als Regionalbahnhof genutzten Hauptbahnhof kaum Regional-ZĂŒge „durchfahren“ lĂ€sst. Man muss umsteigen, hier wird die Zeit verloren. WĂŒrden die ZĂŒge ein- und weiterfahren, wĂ€re ein Ă€hnlicher Zeitvorteil zu gewinnen. Der einzig echte Zeitvorteil entsteht durch die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, doch ĂŒberwiegend fĂŒr Durchreisende in Richtung MĂŒnchen. Der Umbau des Bahnhofs ist nicht entscheidend.

„Ich befĂŒrchte durch S21 eine deutliche Verzögerung fĂŒr die S-Bahn Rhein-Neckar.

Nochmal zurĂŒck zur zweiten Ausbaustufe der S-Bahn. BefĂŒrchten Sie, dass die nicht kommt?

Löwe: Sie kommt, aber sicher nicht so, wie das viele behaupten. Die Bahnen fahren, aber die Frage ist, ob man durchfahren kann oder umsteigen muss. Das ist zeitrelevant. Der „Knoten Mannheim“, das HerzstĂŒck der S-Bahn rutscht auch durch S21 nach hinten bei den PrioritĂ€ten.

In einer aktuellen Umfrage haben wir die BĂŒrgermeister im Wahlkreis 39 Mannheim befragt, ob S21 Vor- oder Nachteile bringt. Alle sagten, „keine Meinung, haben wir uns noch nicht mit befasst.“

Löwe: Das hĂ€ngt wohl von der Perspektive ab. Sicher gibt es auf kommunaler Ebene keine direkten Verbindungen – aber im Gesamtzusammenhang schon. Und wenn Gelder fĂŒr den Knoten Mannheim fehlen, ist die LeistungsfĂ€higkeit der S-Bahn enorm eingeschrĂ€nkt. Sie fĂ€hrt, aber eben weit unter ihren Möglichkeiten. Wer das erkennen will, tut das, wer nicht, schaut weg.

Was kostet dieser Ausbau?

Löwe: Rund 213 Millionen Euro. 40 Prozent muss die DB Netz tragen, 60 Prozent werden ĂŒbers Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz geregelt. Somit tragen dann Bund und Land 80 Prozent, Kreise und Kommunen 20 Prozent.

„Vielleicht ist man hier froh ĂŒber die Verzögerung.“

Wie hoch ist der Anteil auf kommunaler Ebene konkret?

Löwe: Gut 42 Millionen Euro fĂŒr Kreise und Kommunen – wenn die Finanzierung klappt. Wohlgemerkt nur fĂŒr den Abschnitt Mannheim – Heidelberg, wobei nach einem komplizierten SchlĂŒssel nicht nur die direkten Anlieger zahlen sollen, sondern auch die weiter entfernten, da die dort verkehrenden S-Bahn-Linien ja auch vom Ausbau Mannheim-Heidelberg profitieren.

Könnte das der Grund sein, aus dem die Kommunen gar nicht so traurig sind, wenn der Ausbau hier vor Ort nicht kommt, weil sie das Geld nicht haben?

Löwe: Das haben Sie jetzt vermutet. Man sollte dazu die EntscheidungstrĂ€ger fragen. Ich vermute eher, dass man die S-Bahn schon will, aber ĂŒber eine zeitliche Streckung ganz froh ist. Dass ein Ausbau stattfindet, wie jetzt der neue Haltepunkt „Arena-Maimarkt“ im Dezember 2011 ist unbestritten – aber er wird zusehends langsamer und ich befĂŒrchte durch Stuttgart 21 eine weitere, deutliche Verzögerung.

Wie ist die Haltung von Pro Bahn zu Stuttgart 21 und wie werden Sie abstimmen?

Löwe: Die Verbandshaltung ist klar gegen Stuttgart 21 und ich stimme auch fĂŒr den Ausstieg. Gerade fĂŒr unsere Region gibt es wichtigere Projekte und der Bahnhofsumbau bringt den Reisenden in der Großregion Stuttgart keine erkennbar wesentlichen Vorteile.

Zur Person:
Michael Löwe (57 Jahre) wohnt seit 16 Jahren in Weinheim, ist Diplom-Mathematiker und war von 1997-2007 Vorsitzender des Regionalverbands Pro Bahn Rhein-Neckar, einer Untergliederung von Pro Bahn Baden-WĂŒrttemberg e.V..
Der gemeinnĂŒtzige Fahrgastverband hat bundesweit rund 5.000 Mitglieder und findet durch seine konstruktive Zusammenarbeit und durchdachten VorschlĂ€ge zur Entwicklung der Bahn hohe Anerkennung.
Als Verband, der sich fĂŒr die Verbesserung der Zugverkehre einsetzt, ist er politisch unverdĂ€chtig, eine Parteilinie zu verfolgen.

Volksabstimmung zu Stuttgart 21: Wenn Ja Nein und Nein Ja bedeutet – der Abstimmungszettel im Detail

Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2011. (red) Am 27. November können alle Wahlberechtigten BĂŒrger Baden-WĂŒrttembergs ĂŒber das „Gesetz ĂŒber die AusĂŒbung von KĂŒndigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen fĂŒr das Bahnprojekt Stuttgart 21“ abstimmen. Es gibt nur zwei Antwortmöglichkeiten. FĂŒr oder gegen das Gesetz. Im nachfolgenden möchten wir den Stimmzettel kurz anhand einer Animation erlĂ€utern.

Von Christian MĂŒhlbauer

„Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ‚Gesetz ĂŒber die AusĂŒbung von KĂŒndigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen fĂŒr das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S21-KĂŒndigungsgesetz)‘ zu?

Wer am 27. November im Zuge der Volksabstimmung zur Wahl geht, wird sich dieser Frage gegenĂŒbersehen. Die Antwortmöglichkeiten sind dabei klar gefasst: Ja oder Nein.

Klingt einfach – ist es aber nicht, denn Ja bedeutet Nein zu Stuttgart 21 und Nein bedeutet Ja zu Stuttgart 21.

Abstimmung – Ja? Nein? [Weiterlesen…]

Tödlicher Unfall am Bahnhof


Tödlicher Unfall am Heddesheimer Bahnhof - RettungskrÀfte und Polizei im Einsatz

Heddesheim/Hirschberg, 25. Juli 2011. (aktualisiert) Heute Abend ist kurz vor 22:00 Uhr ein 72-jĂ€hriger Mann aus Worms auf den Gleisen des Bahnhofs Heddesheim/Hirschberg tödlich verunglĂŒckt. Die Polizei und die RettungskrĂ€fte sind noch vor Ort und haben den Bahnhof weitrĂ€umig abgesperrt.

ZunĂ€chst war unklar, ob es sich um eine Selbsttötung oder einen Unfall handelt: „Das ist fĂŒr uns vor Ort und in der KĂŒrze der Zeit kaum feststellbar“, sagte Polizeihauptkommissar Daniel Neideck, der Regionalgruppenleiter der Bundespolizei Mannheim.

Die Feuerwehr Großsachsen im Einsatz.

„Der ZugfĂŒhrer ist natĂŒrlich mitgenommen von dem Vorfall, hat aber eindeutig ausgesagt, dass der Mann von links, also der Hirschberger Seite, die Gleise ĂŒberqueren wollte“, sagte Herr Neideck uns gegenĂŒber: „Der Beschreibung nach gehen wir von einem tragischen Unfall aus.“

Der GĂŒterzug konnte nicht mehr rechtszeitig stoppen und erfasste den  72-jĂ€hrigen Mann, der an der Unfallstelle verstorben ist: „FĂŒr den ZugfĂŒhrer ist das eine ausweglose Situation, selbst wenn er einige hundert Meter zuvor die Gefahr erkennt, kann er den Zug nicht mehr rechtzeitig stoppen.“

„Leider versuchen immer wieder Menschen Gleise zu ĂŒberqueren“, so Herr Neideck: „Es ist und bleibt eine tödliche Gefahr.“ So wie man eben schnell mal ĂŒber die Gleise will, ZĂŒge sind oft schneller da, als „man denkt“. Wer beim GleisĂŒberqueren erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von 25 Euro: „Es gibt keinen direkten Weg zum AbkĂŒrzen ĂŒber die Gleise. Jeder Umweg ist besser und sicherer.“

Die Deutsche Bahn hat eigene "Unfallmanager" bei PersonenschÀden im Einsatz.

Im Einsatz ist die Feuerwehr Großsachsen/Hirschberg, da die Alarmierung der Leitstelle auf die „Großsachsener“ Seite wies. TatsĂ€chlich passierte der Unfall auf der Heddesheimer Seite des gemeinsamen Bundesbahnhofs.

Nach Angaben des „Unfallmanagers“ der Deutschen Bahn vor Ort und des Bahnpersonals war dies der erste Unfall im Bahnhof. Am Bahnhof wurde kurz nach 22:00 Uhr ein nĂ€chster Personenzug erwartet. Ein aufmerksamer Leser hat uns per email informiert, dass es am 09. April 2008 in der NĂ€he des Bahnhofs einen tödlichen Unfall gegeben hat.  Wobei damals von „Personenschaden“ die Rede war, was auf Selbsttötung hindeutet.

Die Strecke Weinheim ĂŒber Heddesheim Richtung Mannheim wurde gesperrt, bis die Bergungsarbeiten abgeschlossen waren und der Zug weiterfahren konnte. Nach unseren Informationen kam der GĂŒterzug aus Frankfurt und wollte ĂŒber Mannheim-Friedrichsfeld weiter nach SaarbrĂŒcken. Der Tritteinstieg wurde beschĂ€digt, der Zug konnte nach Personaltausch aber die Fahrt fortsetzen.

H21 – Der Bahnhof, den offenbar keiner finden soll


heddesheimhirschberg

Nach "langer" Fahrt gefunden: Der Bahnhof Heddesheim/Hirschberg. Bild: heddesheimblog.de

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Dezember 2010. Wie man einen „Ortsfremden“ quĂ€lt? Man schickt ihn an einen vermeintlich einfach zu erreichenden Ort. Findet er diesen nicht, entstehen GesprĂ€che wie dieses: „Suchen Sie was bestimmtes? Sie sind ja offenbar nicht von hier“ – „Ja, ich such den Bahnhof“. Was folgt ist die Untertreibung des Jahrhunderts: „Der ist gleich da vorne, bisschen schlecht beschildert.“ Gar nicht beschildert trifft es wohl besser.

Von Christian MĂŒhlbauer

Ja, Navigationssysteme gehören heute zum Standard in allen Fahrzeugen. Ich hab auch eins. Leider etwas Ă€lter. Aber die großen Straßen kennt das gute StĂŒck.

Die Redaktion beauftragt mich: „Fahr zum Bahnhof Heddesheim und fotografier das neue Bahnhofsschild.“ Wir hatten keine Zeit fĂŒr den Pressetermin vor ein paar Tagen.

Ich fahre los. „Kann ja nicht so schwer werden, den Bahnhof zu finden“, denke ich.

Das Navi packe ich gar nicht erst aus. Die Wegbeschreibung meines Chefs klingt schließlich einfach. Immer der „Hauptstraße“ nach in Richtung Hirschberg. Irgendwann ganz spĂ€t kommt ein Kreisverkehr, da musst du dann raus. Ist sicher beschildert.

Klingt perfekt. Immer geradeaus fahren, rein in den Kreisverkehr, Schilder kucken, Ausfahrt „Bahnhof“ nehmen. Selbst wenn man auf Anhieb nicht alle Schilder lesen kann: Kein Problem, dann fĂ€hrt man einfach nochmal im Kreis herum.

Zonk…

Als der Kreisverkehr naht, wĂ€hne ich mich bereits an meinem Ziel. Abfahrt 1, 2 oder 3. Die Auswahl ist ja wirklich nicht groß. Die Schilder der ersten Ausfahrt bieten schon mal keinen Bahnhof an. Ok. An der zweiten Ausfahrt dasselbe. „Super“ ist mein erster Gedanke, dann kanns ja nur noch die Nummer 3 sein. Ein Blick auf die Schilder zeigt: Keins zum Bahnhof.

Ich entschließe mich trotzdem, die dritte Ausfahrt zu nehmen. Da unten sieht es ruhig aus. Da kann ich auch anhalten und das NavigationsgerĂ€t in Ruhe einschalten. Eine Adresse habe ich natĂŒrlich nicht dabei. Aber es gibt ja internetfĂ€hige Handys. Am Bundesbahnhof 2, so das nĂŒchterne Suchergebnisse fĂŒr „Bahnhof Heddesheim Adresse“.

Ich tippe sie ins Navi ein: „Bitte wenden Sie!“. Aha. Gut, dass ich nicht blind auf die allmĂ€chtige Stimme vertraue. Das Navi zeigt an, dass ich 100 Meter zurĂŒckfahren soll. Laut der Karte ist da auch das Ziel. Ein kurzer Blick durch die Heckscheibe bestĂ€tigt mir: Nein, das kann nicht richtig sein.

Heddesheim 21 – Ist der Bahnhof unterirdisch?

„Ok, denke ich mir. Probierst du es eben mit ner anderen Hausnummer.“ Muss ja wohl direkt daneben liegen. Der Prozessor des Navis werkelt sich erneut halbtot. Die Karte wird angezeigt. Ich traue meinen Augen nicht.

Die Zielmarkierung und „mein Fahrzeug“ liegen ĂŒbereinander. Im selben Augenblick ertönt mein Navi: „Sie haben ihr Ziel erreicht“. Tatsache? Weit und breit kein Bahnhof.

Ob Heddesheim ĂŒber einen unterirdischen Bahnhof verfĂŒgt? Nunja, das Thema dĂŒrfte in Baden-WĂŒrttemberg erstmal durch sein. Mein Blick schweift in die Ferne, als ich plötzlich so ein Ding sehe.

Sie wissen schon. Gleis-Signalanlagen.

Ha! Da vorne muss also irgendwie ein Gleis sein.

Gut versteckt. Aber nicht unterirdisch.

Ein bisschen schlecht beschildert

Ich will gerade wieder den Motor starten, als jemand ans Fenster klopft.

„Ja?“ „Suchen Sie was bestimmtes? Sie sind ja offenbar nicht von hier, wie ich an ihrem Nummernschild sehe“ „Ja, ich such den Bahnhof“„Das ist gleich da vorne, bisschen schlecht beschildert“. Ich bedanke mich und fahre langsam in Richtung „Ziel“. Und um ehrlich zu sein, auch fast wieder dran vorbei. Wieso?

Es fehlt ein Schild vor dem GebĂ€ude, auf dem „Bahnhof“ steht.

Auch von der Hirschberger Seite aus ist der Bahnhof nicht zu finden, wenn man nicht weiß, wo der ist.

Rund 13.000 Euro soll das neue Schild auf dem Bahnsteig: „Heddesheim-Hirschberg“ gekostet haben – also nicht das Schild allein, sondern auch die Änderungen im neuen Fahrplan und die fĂŒr die Stationsanzeigen, der ab 12. Dezember 2010, gilt.

Das ist verdammt viel Geld fĂŒr einen Bahnhof, der zwar einen neuen Namen hat, den man als Ortsfremder aber fast nicht finden kann.

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Fahrplanwechsel in Heddesheim – Neue ÖPNV-BroschĂŒre


Guten Tag!

Heddesheim, 09. Dezember 2010. Aufgrund eines Fahrplanwechsels ab dem 12. Dezember 2010 bietet die Verwaltung eine Neuauflage der ÖPNV-BroschĂŒre an. Die BroschĂŒre beinhaltet alle Verbindungen des Öffentlichen Personennahverkehrs in Heddesheim. Die BroschĂŒre liegt im BĂŒrgerservice des Rathauses kostenlos zur Abholung bereit. Alternativ kann sie auf www.heddesheim.de heruntergeladen werden.

Wie die Gemeinde mitteilt, werden die bisherigen Bus- und Bahnverbindung weitgehend unverÀndert weitergelten. Auch die Linie 627 zwischen Heddesheim und Ladenburg. Die Fahrt Montag bis Freitag ab Heddesheim OEG wurde von 7:36 Uhr auf 7:30 Uhr vorverlegt.
Auf den Linien 629 und 630 werden weiterhin Fahrten nach 20 Uhr angeboten.

Mit dem Fahrplanwechsel wird „ein seit mehreren Jahren bestehender Wunsch der Gemeinden Heddesheim sowie Hirschberg erfĂŒllt“. Mit dem Fahrplanwechsel ist der Bahnhof Großsachsen-Heddesheim in „Heddesheim/Hirschberg“ umbenannt worden. Die Bahnanlagen liegen direkt an den Gemarkungsgrenzen der beiden Gemeinden.

Die veraltete Bezeichnung fĂŒhrte bei FahrplanauskĂŒnften oft zu Problemen, da entweder Heddesheim oder Hirschberg als Adresse eingegeben werden musste, um ans Ziel gefĂŒhrt zu werden.

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Die neue InformationsbroschĂŒre – kritisch betrachtet

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Download: Klicken Sie, um die BroschĂŒre (A2572.pdf) von der Seite der Gemeinde zu laden (10 MB).

Heddesheim, 29. Mai 2010. Am Mittwoch wurde die neue InformationsbroschĂŒre „Leben in Heddesheim“ vorgestellt. Sie soll vor allem NeubĂŒrgern eine Orientierung bieten. Das tut sie nur, wenn man sich ausgiebig mit ihr beschĂ€ftigt. Dann fallen aber auch viele Ungereimtheiten auf.

Von Hardy Prothmann

Die perfekte InformationsbroschĂŒre ist wahrscheinlich bis heute noch nicht erfunden worden – auch nicht mit dieser neuen BroschĂŒre.

Der Heddesheimer Alexander Lenhart hat das neue Erscheinungsbild der Gemeinde im Rahmen seines Kommunikationsdesign-Studiums an der Hochschule Mannheim als Bachelor-Arbeit erstellt.

Die Farben leiten nicht zufriedenstellend.

Das hat er auf den ersten Blick ganz ordentlich gemacht. Kennzeichnend ist eine stilisierte Tabakscheune, die Hausfarbe Ocker leitet sich ebenfalls vom Tabak ab. Auf den zweiten Blick fehlt es aber an einer Kommunikation der BroschĂŒre mit dem Nutzer. Sie ist unĂŒbersichtlich gestaltet. Die Farben allein geben keine Orientierung.

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Problem Farbgebung: Macht das alles Sinn?

TatsĂ€chlich fangen hier die Fragen an: Der Tabakanbau war ĂŒber viele Jahrhunderte prĂ€gend fĂŒr den Ort, ist das aber schon lange nicht mehr. Wahrscheinlich wird schon bald ĂŒberhaupt kein Tabak mehr in Heddesheim angebaut.

FĂŒr meinen Geschmack wĂ€re eine grĂŒne Farbgebung als Freizeit- und Wohngemeinde sinniger gewesen. Denn das will Heddesheim sein. Von den ĂŒber 11.000 Einwohnern sind nur siebzehn Bauern und nur einige wenige bauen noch Tabak an. Aber das ist nur eine Meinung.

Mit der Farbgebung gibt es weitere Probleme. Unter der Gemeinde Heddesheim im Farbton Ocker gibt es neun Punkte auf Seite 6. Auf Seite 5 werden viel mehr Inhalte unter der Gemeinde angegeben – auf 28 Seiten. Ein gezieltes Aufschlagen, beispielsweise von „Was erledige ich wo?“ ist nicht möglich, das gibt das Inhaltsverzeichnis nicht her. Es gibt auch am Ende kein Schlagwortverzeichnis. Informativ ist das nicht, sondern mĂŒhsam, weil man immer wieder durchblĂ€ttern muss, wenn man etwas sucht.

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Auch die Orientierung auf Seite 6 fĂ€llt schwer, ist sie doch nicht alphabetisch. Wieso der Golfclub an erster Stelle unter „Freizeit Heddesheim“ steht und die „Nordbadenhalle 1“ als Punkt 3 aufgefĂŒhrt ist, die „Nordbadenhalle 2“ aber als Punkt 5 und dazwischen das „TennisgelĂ€nde“ ist unklar und folgt einer unbekannten Logik.

Ebenso die Nennung von Punkt 6 auf Seite 6 unter Gemeinde Heddesheim: Autobahnanschluss A5 steht dort. Gehört der der Gemeinde? Wohl eher nicht.

Redaktionelle Fehler.

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Der Bahnhof heißt kĂŒnftig Heddesheim/Hirschberg - nicht so in der InformationsbroschĂŒre.

Auf Seite 18 und 19 erscheint ÖPNV – öffentlicher Personennahverkehr. Der wird auf Seite 5 genannt, auf Seite 6 steht aber unter Punkt 2 „OEG Bahnhof“ und unter Punkt 3 „DB-Bahnhof Großsachsen/Hedd.“ Der DB-Bahnhof wurde per Gemeinderatsbeschluss in „Heddesheim/Hirschberg“ umbenannt, wird aber die nĂ€chsten Jahre in der InformationsbroschĂŒre den alten Namen tragen. Ein vermeidbarer Fehler, der wiederholt wird, beispielsweise auch unter „Wirtschaft und Wirtschaftsförderung“.

A propos Namen: Auch die Johannes-Kepler-Schule wird als eigenstĂ€ndige Schule genannt. Im Begleittext wird zwar eine VerĂ€nderung beschrieben – aber nicht, dass die neue Leitung bei der Martin-Stöhr-Schule in Hirschberg liegt – denn der gemeinsame Name ist noch nicht gefunden. DafĂŒr wird vom Namen Johannes-Kepler-Schule aber reichlich Gebrauch gemacht.

Auch die Sonderstellung des BĂŒrgerhauses in TĂŒrkis ist nicht klar – gehört das nicht zur Gemeinde Heddesheim wie der „Dorfplatz mit Tiefgarage“?

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Banken-Promotion: Welche Wirtschaft wird hier gefördert?

DafĂŒr erscheinen auf Seite 5 unter „Gemeinde Heddesheim“ die EintrĂ€ge „Wirtschaft, Banken“ und auch „Vereine/VerbĂ€nde/Organisationen“. Die Vereine standen frĂŒher unter Freizeit – sind die eingemeindet worden? Und die Wirtschaft sowie die Banken erscheinen auf Seite 34 und 35 unter „Wirtschaft und Wirtschaftsförderung“. Dort werden hauptsĂ€chlich die Gewerbegebiete angesprochen sowie die Unterdorf- und die Oberdorfstraße. Gehören alle Unternehmen, die sich nicht dort befinden, nicht zur Wirtschaft?

Was die Kirchen unter „Familie und Soziales“ verloren haben, ist auch nicht klar. Sind diese nicht fĂŒr Singles da? Und ist ein Gottesdienst eine soziale Einrichtung? Doch wohl eher ein religiöser Akt. Und die Schulen gehören doch eher unter Bildung? Ebenso die VHS und die BĂŒcherei?

Und wieso die Farbe „Rosa“ „Geborgenheit“ vermitteln soll, ist auch nicht klar, denn das tun eher dunkle, satte Farben. Rose steht heute eher fĂŒr Weiblichkeit, aber auch HomosexualitĂ€t. Eindeutig ist hingegen GrĂŒn – Sport, Freizeit, Natur sind damit eindeutig assoziiert.

Der Freizeitwert wird inhaltlich auf Seite 10 unter „Wir ĂŒber uns“ erst am Ende der zweiten Spalte erlĂ€utert. Zuvor heißt es allerdings: „Durch die verkehrsgĂŒnstige Lage an den Autobahnen… ist Heddesheim ein gefragter Wohnort mit hohem Freizeitwert.“ Wieso Autobahnen einen hohen Freizeitwert begrĂŒnden, wird nicht klar.

Der wichtigste Teil, die Kontaktdaten, sind irgendwo zu finden.

Der vor allem fĂŒr Ă€ltere Menschen wichtigste Teil, Kontaktdaten zu Verwaltung und anderen Einrichtungen erscheint erst ab Seite 20. Wenigstens wird hier eine alphabetische Ordnung unter „Was erledige ich wo?“ angeboten. Das gilt auch fĂŒr „Vereine, VerbĂ€nde und Organisationen“ auf den Seiten 28-33.

Leider sind auch redaktionell einige Fehler zu finden. So leitet immer noch Pfarrer Heiner Gladbach die katholische Kirchengemeinde St. Remigius – das aber hat lĂ€ngst „kommissarisch“ Regionaldekan Klaus Rapp ĂŒbernommen. Und die Leiterin der Hans-Thoma-Grundschule, Frau Gertrud Junghans, heißt in der BroschĂŒre „Getrud“.

Wieso statt „Uhr“ das Zeichen „h“ verwendet wird, ist unklar, ebenso ist es kein einheitliches Auftreten, wenn die Gemeinde im Internet unter heddesheim.de firmiert, die Volkshochschule aber unter vhs.heddesheim.net.

Unter „Freizeit“ steht auf Seite 50 der Punkt 2 „Freibad mit Badesee“, gefolgt von Punkt 14 „Hallenbad“ , gefolgt von Punkt 6 „Kunsteisbahn“ und von Punkt 1 „Golfclub“. Hat das Methode? Und wenn ja, welche?

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Auch der Dialekt hat ein Recht auf richtige Schreibweise.

Unvermittelt taucht auf Seite 64 (die Seitenzahl fehlt, wie sehr oft im Heft) unter Heddesheimer Traditionen nun wieder in Ocker ein „traditionelles Gericht“, die „vaschlubbde Aija“ auf. Schön im Dialekt geschrieben – mal abgesehen davon, ob die „Transkription“ tatsĂ€chlich zutreffend ist, in dem kurzen Text sind gleich zwei Fehler: einmal wird „unn“ mit drei „n“ geschrieben, ein anderes mal steht „und“ im Text, „danach“ heißt einmal „danoch“ und einmal „nodad“… Weiter findet sich „ck“, was vermutlich eher ein „gg“ sein mĂŒsste und auslautendes „t“, was eher ein „d“ sein sollte. Als „Noigeplaggde“ will ich mich hier aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

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UnterstĂŒtzungsbedĂŒrftiges Gewerbe...

Auf der gefĂŒhlten Seite 66 (keine Seitenzahl) steht dann: „Bitte unterstĂŒtzen Sie unsere Gewerbetreibenden…“ Es gibt in der BroschĂŒre viele Formulierungen, die leider dem gestelzten Beamtendeutsch entspringen, aber muss das sein: „Bitte unterstĂŒtzen Sie…“? Sind die Gewerbetreibenden notleidend? Und was machen Betriebe wie die „Viernheimer Stadtwerke“ darunter, die sicherlich kein Heddesheimer Betrieb sind?

Und hier wundere ich mich als Unternehmer umso mehr, als auch ich gerne die „kostenlose Verteilung“ der BroschĂŒre mit einer Anzeige unterstĂŒtzt hĂ€tte. Immerhin ist das heddesheimblog die einzige eigenstĂ€ndige journalistische Redaktion im Ort, ist eine UnternehmensneugrĂŒndung, deutschlandweit in der Branche bekannt und gilt vielen als Modell fĂŒr die Zukunft des Lokaljournalismus. Es gab keine Information ĂŒber die Werbemöglichkeit, keine Anfrage. Der Grund: unklar.

Optimaler Einblick?

Vielleicht sollte ich mich deswegen an die kommunale „Wirtschaftsförderung“ wenden. Wo war die noch einmal zu finden? Irgendwo zwischen Seite 10 und 37. Das weiß ich aber nur, weil ich die ganze BroschĂŒre durchgeblĂ€ttert habe. Nur blöd, dass ich mir die Seitenzahl nicht gemerkt habe.

Also blĂ€ttere ich noch einmal, angefangen beim „Inhaltsverzeichnis – fĂŒr einen optimalen Einblick in unsere Gemeinde“ auf der gefĂŒhlten Seite 5, denn auch hier fehlt die Seitenzahl, ebenso wie ein Hinweis auf die Inserenten ab Seite 67.

Wer will, kann der Gemeinde eine RĂŒckmeldung (modern „Feedback“) geben:

„Um ein Feedback zu bekommen, sind die Leserinnen und Leser der neuen BroschĂŒre dazu aufgerufen, ihre Meinung an die Gemeinde zu ĂŒbermitteln. Bitte senden Sie uns dazu bitte eine E-Mail an broschuere@heddesheim.de. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.“

WofĂŒr die Anregungen allerdings gut sein sollen, verrĂ€t die Gemeinde nicht. Die BroschĂŒre ist gedruckt.

Link:
Wer möchte, liest beim Mannheimer Morgen nach, wie dort ĂŒber die InformationsbroschĂŒre berichtet wurde. Denn es ist immer besser, sich aus mehr als einer Quelle zu informieren…
Und weils so schön ist, noch ein Text: Informationen satt…

Faktencheck: Wie zuverlÀssig werden GemeinderÀte informiert?

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 10. Mai 2010. Glaubt man der Verwaltung unter BĂŒrgermeister Kessler, gab es vor „ein paar Jahrzehnten einen Gemarkungstausch“ – glaubt man der Hirschberger Verwaltung unter BĂŒrgermeister Just, liegt der Heddesheimer Bahnhof schon seit weit ĂŒber einhundert Jahren auf Heddesheimer Gebiet. Wie auch immer – die Umbenennung ist hier wie dort beschlossen. Die Kosten von rund 13.500 Euro stehen fest.

Von Hardy Prothmann

Im Kleinen wie im Großen gilt – es muss alles seine Ordnung haben.

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13.500 Euro fĂŒr mehr Klarheit? Bild: hblog

In Heddesheim und Hirschberg wird bald eine Ordnung hergestellt, die eigentlich schon lĂ€ngst jemand anders hĂ€tte herstellen können – die Deutsche Bahn AG.

Die Umbenennung der DB-Station „Großsachsen/Heddesheim“ in „Heddesheimb/Hirschberg“ hat sowohl in Heddesheim als auch in Hirschberg Fragen aufkommen lassen, wieso die Umbenennung einer Bahnhofsstation rund 13.500 Euro kostet. Geld, das woanders, beispielsweise in Schulen besser investiert sein könnte.

Als BegrĂŒndung fĂŒr die Umbenennung wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung durch BĂŒrgermeister Just in Hirschberg angegeben, dass man nach Durchsicht der Unterlagen erkannt habe, dass das GelĂ€nde schon weit ĂŒber 100 Jahre auf Heddesheimer Gemarkung lĂ€ge.

Die Verwaltung unter Leitung von BĂŒrgermeister Michael Kessler prĂ€sentierte dem Heddesheimer Gemeinderat einen Antrag, in dem steht: „Der Bahnhof lag frĂŒher auf der Gemarkung der damals noch selbststĂ€ndigen Gemeinde Großsachsen. Nach einem Gemarkungstausch liegen die Bahnanlagen heute komplett auf Heddesheimer Gemarkung.“

In der mĂŒndlichen PrĂ€sentation in der vergangenen Gemeinderatssitzung erklĂ€rte BĂŒrgermeister Kessler, dass sei „irgendwann vor einigen Jahrzehnten“ vorgenommen worden – genau ließe sich das nicht mehr nachvollziehen.

Was nun? Vor einigen Jahrzehnten oder vor ĂŒber 100 Jahren?

Die GemeinderĂ€te können so etwas kaum selbst prĂŒfen und mĂŒssen sich auf die Angaben der Verwaltung verlassen.

Und angeblich seinen Bahn-FahrgĂ€ste ĂŒberfordert, wenn diese von Hamburg nach Hirschberg fahren wollten, weil der Zielbahnhof nicht genau benannt werde – hieß es im Hirschberger Gemeinderat.

Und auch in Heddesheim wollte man Klarheit.

KĂŒnftig wird der Hamburger Reisende nicht mehr „Hirschberg-Großsach“ oder „Hirschberg-Leutersh“ angezeigt bekommen, wenn er nach „Hirschberg an der Bergstraße“ reisen will. Und auch nicht „Heddesheim-Großsach“, wenn er nach Heddesheim reisen will, sondern vermutlich „Heddesheim/Hirschberg“.

Vielleicht bekommt er das aber nur zu sehen, wenn er von Hamburg nach Heddesheim reisen will. Will er von Hamburg nach Hirschberg reisen, mĂŒsste der Hirschberg/Heddesheim angezeigt bekommen, weil „Heddesheim/Hirschberg“ doch nicht klar wĂ€re und fĂŒr „Verwirrung sorgen könnte“…

Die viel entscheidendere Frage ist, warum die Bahn schon seit ĂŒber 100 Jahren oder seit einigen Jahrzehnten diesen Bahnhof nicht ordentlich benannt hat. Also „Heddesheim/Großsachsen“ und spĂ€ter „Heddesheim/Hirschberg“. Und noch entscheidender: Wieso taucht eigentlich „Hirschberg/Leutersh“ im Angebot von bahn.de auf, wenn der Bahnhof irgendwann einmal auf Großsachsener Gemarkung lag, dann auf Heddesheimer, aber nie auf Leutershausener?

Wer das alles fĂŒr „entscheidend“ hĂ€lt, hat keine oder zu viele Fragen.

FĂŒr mich ist eine entscheidende Frage: Wieso zahlen eigentlich die Gemeinden Heddesheim und Hirschberg hĂ€lftig fĂŒr die Umbenennung eines Bahnhofs mit einer falschen Bezeichnung? Ob die nun jahrzehntelang oder ĂŒber hundert Jahre falsch war?

Das ist so, als wĂŒrde man in der BĂ€ckerei die Umbenennung von „Weck“ in „Brötchen“ bezahlen mĂŒssen. Der Bahnhof gehört der Deutschen Bahn AG. Die bietet als Dienstleistung die Beförderung von FahrgĂ€sten an und definiert ihr Produkt: Transport von A nach B.

Das sollte die Bahn vernĂŒnftigerweise selbst benennen und auch bezahlen.

Hirschberg ist mehr als Großsachsen. Wenn die Hirschberger darauf wert legen, können die das doch bezahlen – könnte man als „Heddesheimer“ argumentieren. Als Hirschberger wĂŒrde man kontern: Wenn ihr Heddesheim vorne haben wollt, zahlt ihr.

Der Kompromiss ist – beide zahlen.

Doch fĂŒr was? Und unter welchen Voraussetzungen?

Die Hirschberger oder die Heddesheimer Verwaltung haben ihren jeweiligen Gemeinderat falsch informiert – damit ist mindestens eine der beiden Beschlussfassungen falsch, da sie auf falschen Angaben beruhte.

Da kommt wieder Arbeit auf das Kommunalrechtsamt zu – das erhöht die Kosten nochmals, weil mindestens eine der Verwaltungen geschlampt hat.

Sind ja „nur“ „peanuts“, die 13.500 Euro, mag man gedacht haben.

Aus Sicht der BĂŒrgerInnen ist das viel Geld und ein laxer Umgang damit nicht akzeptabel.

Bahnhof wird umbenannt in Heddesheim/Hirschberg

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 28. April 2010. Der Hirschberger Gemeinderat hat den Antrag angenommen, den Bahnhof „Großsachsen/Heddesheim“ in „Heddesheim/Hirschberg“ umzubenennen.

bahnhof

KĂŒnftig steht hier Heddesheim-Hirschberg. Bild: hblog

Damit haben beide GemeinderĂ€te der Umbennung des Bahnhofs von „Großsachsen/Heddesheim“ in „Heddesheim/Hirschberg“ zugestimmt. Der Heddesheimer Gemeinderat hatte diesen Beschluss bereits in öffentlicher Sitzung am 22. April gefasst.

Die Umbennung kostet rund 13.400 Euro, die sich die Gemeinden hÀlftig teilen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog