Mittwoch, 20. September 2017

Entwurf Top 9

Badesee wird „weiter verbessert“

Heddesheim, 21. Februar 2014. (red/ms) In den vergangenen drei Jahren wurden am Badesee der Kassenbereich umgestaltet und der Innenbereich um die sanitĂ€ren Anlagen erneuert. Der Gemeinderat will die „kontinuierliche Verbesserung des Eingangsbereich“ weiter vorantreiben und hat fĂŒr dieses Jahr 105.000 Euro eingeplant, um etwa 700 Quadratmeter vor dem Eingangsbereich auszubessern und FahrradstellplĂ€tze zu erneuern. Nach einer Ausschreibung entschied sich der Gemeinderat einstimmig fĂŒr ein Angebot von Martin Pfenning & Söhne, Viernheim in Höhe von 68.000 Euro. Die Maßnahmen sollen, noch bevor die Badesaison eröffnet, abgeschlossen werden. 

Gemeinderat stimmt Zuschuss ĂŒber Vereinsförderung hinaus zu

3.000 Euro fĂŒr Rettungsschwimmer

badesee-0109Heddesheim, 31. Januar 2014. (red/ld) Im Hallenbad und am Badesee sorgt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fĂŒr die Sicherheit der BadegĂ€ste. Der Gemeinderat zeigt sich sehr zufrieden mit den erbrachten Leistungen – allerdings ist die MobilitĂ€t der Lebensretter etwas eingeschrĂ€nkt, weil das bisher verwendete Fahrzeug durchgerostet ist und stillgelegt wird. Als Ersatz wurde der reparaturbedĂŒrftige Einsatzleitwagen der freiwilligen Feuerwehr bereits der DLRG kostenlos ĂŒbergeben. Gestern beschloss der Gemeinderat einstimmig, die 3.047 Euro fĂŒr die Reparatur des Fahrzeugs zu ĂŒbernehmen, als Zuschuss ĂŒber die Richtlinien fĂŒr Vereinsförderung hinaus. In Wahlkampfzeiten fließt das Geld einfach besser als sonst.

dlrg feuerwehr

Der alte Einsatzleitwagen der Feuerwehr trÀgt schon den Schriftzug der DLRG. Foto: privat

Gemeinde legt "Ausruhbereich" an Badesee-"Insel" neu an

„Pflege vernachlĂ€ssigt“

Heddesheim, 15. Januar 2014. (red) Ein Leser informierte uns, BĂŒrgermeister Michael Kessler habe wieder mal ein „ĂŒbliches RĂŒckschneidemassaker“ angerichtet. TatsĂ€chlich handelt es sich um eine Pflegemaßnahme am Badesee, die auch Gemeinderat Kurt Klemm auf Nachfrage unproblematisch findet. [Weiterlesen…]

Polizei sucht Zeugen

WartehÀusschen demoliert

Foto: Privat

Foto: Privat

Heddesheim, 13. November 2013. (red/ld) Vermutlich in der Nacht von Montag auf Dienstag – 11. auf 12. November, wurde eine Scheibe des WartehĂ€uschens an der Bushaltestelle Ringstraße/Badesee zerstört. Ob es sich dabei um einen Unfall oder unsinnigen Vandalismus handelt, ist bislang unklar. Auf Anfrage teilte die Gemeinde mit, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden sei. Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 06203-41443 entgegen. [Weiterlesen…]

1.000 Euro Schaden

Unfallflucht am Heddesheimer Badesee

Heddesheim, 06. August 2013. (red/pol) Vergangenen Montag ereignete sich auf dem ParkplatzgelĂ€nde des Heddesheimer Badesees eine Verkehrsunfallflucht. Eine Frau rammte mit ihrem Fahrzeug einen geparkten Audi und verschwand von der Unfallstelle. [Weiterlesen…]

Vorstellung des Energieberichts fĂŒr kommunale GebĂ€ude im Jahr 2012

Gesamtkosten fĂŒr Energie und Wasser steigen um 30.000 Euro

wasseruhr

Die Kosten fĂŒr den Wasserverbrauch der kommunalen GebĂ€ude der Gemeinde sind gestiegen. Die Gesamtkosten fĂŒr Wasser und Energie liegen bei 458.800 Euro.

 

Heddesheim, 25. Juli 2013. (red) Die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckarkreis (KliBA gGmbH) stellte dem Gemeinderat und der Verwaltung in der Sitzung des 25. Juli den Energiebericht fĂŒr die kommunalen GebĂ€ude der Gemeinde Heddesheim vor. Demnach sankt der Gesamtenergieverbrauch im Betrachtungszeitraum 2012 um 28,6 Prozent gegenĂŒber dem Verbrauch von 1997. Die Gesamtkosten fĂŒr Energie und Wasser stiegen im Vergleich zu 2011 um rund 30.000 Euro, liegen aber trotzdem unter den Werten der Jahre 2007 bis 2010. [Weiterlesen…]

Anschwimmen im Baggersee

Still ruht der See …

Badesee

Noch ist nichts los am schönen Heddesheimer See.

 

Heddesheim, 06. Mai 2013. (red/sw) Der morgendliche Blick aus dem Fenster ließ am Samstag nicht wirklich Baggersee-Stimmung aufkommen – auch wenn die langersehnte Schwimmsaison eröffnet worden ist. [Weiterlesen…]

Boden am Eingang wird erneuert

Neues Pflaster am Badesee

Heddesheim, 24. MĂ€rz 2013. (red/ld) Der Bereich am Badesee soll pĂŒnktlich zum Badebeginn Anfang Mai fertig sein, versicherte BĂŒrgermeister Michael Kessler. Zuvor beschloss der Gemeinderat, die gepflasterten FlĂ€chen am Eingang fĂŒr gut 35.000 Euro zu erneuern. Der Zuschlag ging an den Straßenbaumeister Wolfgang JĂ€ger aus Heddesheim. [Weiterlesen…]

Der Gemeinderat fĂŒhrte die Leinenpflicht ein und schaffte die Mittagsruhe ab

Hunde an die Leine!

Heddesheim, 22. Februar 2013. (red/ld/zef) Die Leinenpflicht gilt fĂŒr den gesamten innerörtlichen Bereich, den Seeweg, den Badesee, sowie auf den FlĂ€chen, die an das Viernheimer Naturschutzgebiet Neuzenlache angrenzen: die SchĂ€ffertswiese, und der Rad- und Fußweg an der Werderstraße. Das beschloss gestern der Gemeinderat.  Gleichzeitig wurde die Mittagsruhe per Verordnung abgeschafft.

Von Lydia Dartsch und Ziad-Emanuel Farag

Im innerörtlichen Bereich wird die Leinenpflicht aus SicherheitsgrĂŒnden eingefĂŒhrt. Andernfalls könnte es durch aufgeschreckte Passanten oder Hunde und dem Kraftverkehr schnell zu brenzligen Situationen kommen. Infolge dessen sei es in der Vergangenheit zu Konflikten zwischen Hundehaltern und Passanten gekommen. [Weiterlesen…]

BUND Heddesheim engagiert sich auch 2013 fĂŒr den Naturschutz

VermĂŒllte Biotope und ein zerstörtes Insektenhotel

Heddesheim, 20. Februar 2013. (red/zef) Auch fĂŒr das Jahr 2013 stehen bei der Ortsgruppe Heddesheim des Bunds fĂŒr Umwelt und Naturschutz in Deutschland große Herausforderungen an: Die Biotope sind teilweise heftig vermĂŒllt, das Insektenhotel wurde erneut zerstört. Auf der Jahreshauptversammlung stellte die Ortsgruppe die Weichen, um dies zu meistern.

Von Ziad-Emanuel Farag

Am Samstag, den 23. Februar, sĂ€ubert die BUND-Gruppe Heddesheim die Biotope. Maria Landenberger, Vorsitzende der Ortsgruppe, Ă€ußert sich hierzu optimistisch:

Gut 20 Personen aus Heddesheim haben letztes Jahr sehr viel MĂŒll aus den Biotopen entfernt. Es haben sehr viele mit angepackt, die zum Teil gar nicht Mitglied der Ortsgruppe sind. Das hat uns sehr gefreut. Auch in diesem Jahr hoffen wir wieder auf viele tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung. Besonders in den LandgrĂ€ben können wir jede helfende Hand gebrauchen. Es ist erschreckend, dass jedes Jahr ÖlfĂ€sser auftauchen.

Ihre GrundstĂŒcke möchte die Ortsgruppe pflegen und so weitere FlĂ€chen unberĂŒhrter Natur schaffen. Dabei stören momentan wildwuchernde Brombeeren und Kirschen, die der restlichen Vegetation kaum Platz lassen. Hierbei soll auch das Insektenhotel wieder aufgebaut werden. Wie 2009 wurde es auch 2012 zerstört.

Der Vorstand der BUND-Gruppe Heddesheim (von links nach rechts): Dr. Klaus Wagner (stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart) Johanna Fath und Richard Landenberger (KassenprĂŒfer) und Maria Landenberger (Vorsitzende)

Insgesamt kann man aber mit der Bilanz fĂŒr 2012 zufrieden sein: Am 26. Juli 2012 konnten am Badesee in Heddesheim ZwergfledermĂ€use in freier Wildbahn beobachtet werden. Es stand außerdem eine KrĂ€uterwanderung in Hemsbach an. Die reiche Flora und Fauna des Odenwaldes erwies sich hierfĂŒr als reichhaltiger Schatz.

Das Ganze stieß auf so eine große Resonanz, dass es in diesem Jahr auch eine fĂŒr Eltern und ihre Kinder stattfinden wird. Ebenfalls wird es eine Aktion geben, bei der Kinder zusammen mit ihren Eltern PfĂ€hle bauen, die die einzelnen GrundstĂŒcke begrenzen sollen.

Die gute Arbeit 2012 schlug sich auch in den Vorstandswahlen nieder: Maria Landenberger als erste Vorsitzende und Dr. Klaus Wagner als Kassenwart und ihr Stellvertreter wurden einstimmig wiedergewÀhlt.

 

Ausgabe der SchließfĂ€cher am 12. Mai

Badesee öffnet am 07. Mai

Heddesheim, 04. Mai 2012. (red) Die Badesaison beginnt in Heddesheim am 07. Mai 2012. Die SchlĂŒssel fĂŒr die FĂ€cher können ab dem 12. Mai 2012, 08:00 Uhr, direkt an der Kasse am Badesee erworben werden. Weitere Informationen zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten finden Sie auf der Seite der Gemeinde.

Gastbeitrag zur Biotop-Vernichtung am Badesee

Der vergitterte Blick

Dieser wichtige Lebensraum fĂŒr Tiere wurde fĂŒr den "freien Blick" abgeholzt. Bild: Kurt Klemm

 

Heddesheim, 13. Januar 2012. Der Heddesheimer VogelschĂŒtzer und Naturschutzbeauftragte des Vogelvereins, Kurt Klemm, hat sich das abgeholzte StĂŒck am Badesee selbst angeschaut und ist entsetzt. Verschiedene NaturschutzverbĂ€nde wurden von ihm alarmiert, ebenso die Untere Naturschutzbehörde. Sein Gastbeitrag ist ein dringender Appell, der Natur Schutz zu gewĂ€hren, statt sie in Form zu schneiden.

Von Kurt Klemm

Kurt Klemm zeigt Futterangebote fĂŒr Vögel in seinem Garten.

Das beste Beispiel wie man mit Artenschutzmaßnahmen nicht verfahren soll, hat sich wieder einmal unser BĂŒrgermeister Michael Kessler geleistet.

Auf seine persönliche Anordnung hin, wurde eine ca. 200 m lange Uferbewachsung am nordöstlichen Ende des Badesees abgeholzt und so dem Erdboden gleichgemacht, damit man beim Spaziergang den Badesee gittermĂ€ĂŸig einsehen kann.

Wer von denen, die angeblich als BĂŒrger unserer Gemeinde solche Forderungen an den Gemeindechef stellen, nennt sich allen ernstes „Naturfreund“?

Hier wird ein vollkommen intaktes Biotop einfach nur mal so vernichtet, um „Naturfreunden“, einen freien Blick durch eine meterhohe Gitterwand auf den See zu gewĂ€hren.

Gutachten zur Artenvielfalt

In einem Gutachten, das unser BM von dem Vogelschutzgebiet des Vogelvereins 2007 erstellen ließ, um die Vogelwelt dort genau kartiert zu haben, heißt es von dem Gutachter:

Im Verlaufe der Bestandserhebung wurden 43 Vogelarten beobachtet, von denen 22 Arten nach gĂ€ngigen Vorgaben als Brutvögel einzustufen sind. Die ĂŒbrigen 21 Arten nutzen das Gebiet als Nahrungshabitat oder als Rastgebiet wĂ€hrend des Vogelzuges.

Weiter heißt es in einem Auszug aus diesem Gutachten:

Die Verteilung der Brutreviere lĂ€sst erkennen, dass der gesamte Gehölzbestand als Bruthabitat genutzt wird Die höchste Revierdichte wurde im sĂŒdlichen Teil des Gehölzbestandes festgestellt.

Das ist genau die Stelle, wo der Übergang des Vogelschutzgebietes in diese Uferbewachsung geht, die jetzt vernichtet worden ist.

Wozu werden fĂŒr viel Geld solche Gutachten erst erstellt, um am Ende statt Lebensraumschutz, den SpaziergĂ€ngern einen vergitterten Panoramablick auf den See zu gewĂ€hren?

Zwei Sichtfenster in diesem Heckenbereich hÀtten es auch getan.

Vernichtung von Artenvielfalt

Lebensraumverlust ist die Vernichtung der Feldraine, Rodung von Hecken und Feldgehölzen, dies wiederum fĂŒhrt zu Nahrungsmangel, fehlenden Schutz-und Deckungsmöglichkeiten vor Beutegreifern, keine BrutplĂ€tze, Artenarmut.

Hinzu kommt noch der geradezu verschwenderische FlĂ€chenverbrauch, wie bei Pfenning, Edeka und die BauplĂ€tze „Mitten im Feld“, all diese Verluste kann die Natur nicht mehr kompensieren, am Ende bleibt nur noch der Verlust der Artenvielfalt. Aber ohne Artenvielfalt verliert auch der Mensch sein irdisches Dasein.

Was sind das fĂŒr Menschen, die sich einfach an der Schöpfung Gottes vergreifen, nur um sich vermeintliche Vorteile auf eine bessere Aussicht zum See zu verschaffen?

Angesichts der meterhohen GitterzĂ€une, fragte ein besorgter BĂŒrger an, ob hier angesichts der mannshohen Gitterlaufwege demnĂ€chst Gefangene aus GuantĂĄnamo einquartiert wĂŒrden.

Aber machen Sie sich bitte selbst ein Bild und urteilen sie dann ĂŒber dieses StĂŒck Rundweg am nordöstlichen Ende des Badesees. Ich freue mich auf ihre Resonanz im Heddesheimblog.

Wie grĂŒĂŸten die Gladiatoren ihren CĂ€sar oder BM noch: „Morituri te salutant“.

Zur Person:
Kurt Klemm ist parteiloser Gemeinderat und Mitglied der Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen. FĂŒr seine NaturschutzaktivitĂ€ten ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Gemeinde holzt wie ĂŒblich nieder

Biotop-Massaker fĂŒr „Blick auf den See“

Kahlbeschlagens Biotop.

 

Heddesheim, 12. Januar 2012. Was der Gemeinderat Kurt Klemm schon seit Jahren anprangert, hat Methode: Der gnadenlose RĂŒckschnitt von Natur. Verantwortlich: BĂŒrgermeister Michael Kessler. AusfĂŒhrende: Die Mitarbeiter des Bauhofs. Konsequenz: Entweder passt sich die Natur in die „Vorstellungen“ ein oder sie wird gnadenlos bekĂ€mpft.

FĂŒr NatĂŒrschĂŒtzer ist „GestrĂŒpp“ ein Lebens- und RĂŒckzugsraum fĂŒr Tiere. FĂŒr den BĂŒrgermeister Michael Kessler etwas, dass er konsequent bekĂ€mpft. Seine Strategie: RĂŒckschnitt bis auf Knöchelhöhe. Vermutlich ist ihm das GestrĂŒpp zu „unordentlich“.

Die Ästhetik des BĂŒrgermeisters orientiert sich an Beton und Stein. Sichtbar am Dorfplatz – der nur Stein lebt und kalt und ungemĂŒtlich ist.

Oder an seinem „Jahrhundert-Projekt“ „Pfenning“. Beton, Hallen, Fahrbahnen, Fahrzeuge. Das ist sein Metier.

Um den Badesee gibt es ein neues TeilstĂŒck des Rundwegs. Benutzer sollen nicht auf „GestrĂŒpp“ schauen, sondern auf den See. Dessen glatte FlĂ€che sieht vermutlich in den Augen des BĂŒrgermeisters auch irgendwie wie eine planierte BetonflĂ€che aus. Obwohl man sehr gut auf den Badesee auf den bisherigen Wegen schauen kann, musste ein langer Streifen gewachsenes Biotop weichen – fĂŒr einen Blick auf den Badesee.

Abschneiden, kurz machen, in Form bringen. Manch einer in Heddsheim hĂ€lt das fĂŒr ein politische Formel, die vor allem fĂŒr gewisse GemeinderĂ€te gilt, die sich willfĂ€hrig fĂŒgen.

Deshalb ist hier auch kein Protest zu erwarten, sondern ganz sicher Zustimmung oder vielleicht sogar die Nachfrage, ob man nicht die Kosten fĂŒr radikale RĂŒckschnittsaktionen langfristig besser durch konsequentes Duchbetonieren senken könnte.

Verbunden mit der Formel:

Genießen Sie den neuen Blick auf den Badesee. Alles ist in „Ordnung“.

Beim Heckenschnitt geht es „ganz sicher“ um eine Machtdemonstration

Heddesheim, 02. November 2011. (red) Am morgigen Donnerstag wird die Hecke um das Biotop des Vogelparks auf mehreren hundert Metern zurĂŒckgeschnitten. Angeblich geht es um die „Sicherheit“ der FußgĂ€nger. TatsĂ€chlich darf man das bezweifeln. Und andere GrĂŒnde vermuten.

Von Hardy Prothmann

Dass BĂŒrgermeister Michael Kessler „grĂŒn nicht grĂŒn ist“, braucht man kaum jemandem zu erklĂ€ren.

Der derzeit amtierende BĂŒrgermeister gilt als „Betonkopf“. BĂŒsche, StrĂ€ucher, Hecken – die Natur bedeutet Herrn Michael Kessler nicht viel. Er baut lieber oder lĂ€sst bauen, auch wenn bei seinem Lieblingsprojekt „Pfenning“ irgendwie nichts vorwĂ€rts geht.

Beton gegen Natur

Der Heddesheimer Gemeinderat Kurt Klemm ist so ziemlich das Gegenteil von Herrn Kessler. Dem Vogelfreund und NaturschĂŒtzer ist jedes Unkraut lieber als Beton.

Und der Zoff um den HeckenrĂŒckschnitt rund um das Biotop des Vogelparks ist das beste Beispiel, um diesen Systemwiderspruch zu belegen.

Kurt Klemm ist einer der GrĂŒnder des Vogelparks. Seit ĂŒber 50 Jahren haben sich die Vereinsmitglieder ehrenamtlich eingebracht und den intaktesten Flecken Natur geschaffen, den Heddesheim zu bieten hat. Eine Naturoase am Badesee. Den grĂ¶ĂŸten Teil davon darf niemand betreten. Er gehört der wilden Natur, nicht den Menschen. Als RĂŒckzug fĂŒr die wenigen Wildtiere, die Heddesheim geblieben sind. Ein Eingriff findet nicht statt.

Doch das stimmt nicht ganz. Das GelÀnde gehört der Gemeinde, der Vogelverein hat es nur gepachtet. Das GelÀnde gehört also allen Heddesheimerinnen und Heddesheimern, aber einer hat den absoluten Besitzanspruch. Michael Kessler.

Dessen Vater ist Legende im Ort, all die großen Projekte des Gemeinwohls, Sportzentrum, Schwimmbad, Badesee, sind untrennbar mit dem Namen Fritz Kessler verbunden. Seinem Sohn Michael bleibt nur die Verwaltung des Erbes. Oder das Zubetonieren der Natur.

Der GĂŒllelaster braucht den ganzen Weg - fĂŒr FußgĂ€nger ist kaum Platz. Deswegen soll die Vogelparkhecke beschnitten werden. An anderer Stelle wird es keine "Ausweichmöglichkeiten" geben. Bild: privat

Als wollte Michael Kessler sich das Erbe einvernehmen, plant er einen „umfassenden“ Rundweg um den Badesee. DafĂŒr wĂ€re er auch mitten durchs Biotop „gegangen“ – doch das wurde verhindert. So muss er den Weg um Badesee und Vogelpark herum „gestalten“.

Aktuell wird bald ein weiterer Wegeabschnitt fertig sein. Und es gab immer Streit, weil Kessler zu nah ans Biotop ran will. Er bedrĂ€ngt es geradezu. Diese NatĂŒrschĂŒtzer… was mag er ĂŒber sie denken?

Der RĂŒckschnitt der Biotop-Hecken ist wie ein Schnitt ins Fleisch der VogelschĂŒtzer-Seelen. BĂŒrgermeister Michael Kessler muss wissen, wie weh es den engagierten Vereinsmitgliedern tun muss, wenn sie wieder ein StĂŒck Natur opfern mĂŒssen.

HeckenschĂŒtze vs. HeckenschĂŒtzer

Die Hecken bieten Schutz und Nahrung – nicht nur fĂŒr Vögel. Der RĂŒckschnitt ist ein Einschnitt – nein, eigentlich ein „RĂŒckschritt“. Denn ĂŒber Jahrzehnte sind die Hecken gewachsen, in ein, zwei Tagewerken werden sie „begradigt“, „in Form“ gebracht. Aus Sicht der VogelschĂŒtzer ist es ein Schnitt ins Fleisch ihrer ÃƓberzeugung: Möglichst viel Natur der Natur zu ĂŒberlassen.

Das Argument, die FußgĂ€nger brĂ€uchten einen „Ausweg“ fĂŒr die sichere Passage, ist nur vorgeschoben. Jeder im Ort, der sich fĂŒr die VorgĂ€nge interessiert, weiß, dass Herrn Kessler die Vogelfreunde ein Dorn im Auge sind. Denn sie haben sich gegen sein Betonprojekt „Pfenning“ ausgesprochen. Und dass, obwohl einige bei der Gemeinde beschĂ€ftigt sind oder waren. Also bei ihm, dem BĂŒrgermeister, der von sich denkt und sagt, dass ihm die Gemeinde gehört.

So viel Zivilcourage muss „begrenzt“ und zurĂŒckgeschnitten werden.

Umso mehr, als ein ehemaliger „Bediensteter“ nun als ehrenamtlicher Gemeinderat im höchsten Gremium der Gemeinde mitwirkt: Kurt Klemm, der als Hausmeister fĂŒr die Gemeinde tĂ€tig war und nun im Ruhestand ist. Und einer, der es immer wieder wagt, dem BĂŒrgermeister zu widersprechen. Einer, der Fragen stellt, statt stumm abzunicken. Einer, der sich jenseits der großbĂŒrgermeisterlichsten Ideen aller Zeiten ganz anders engagiert. Mit Besinnung. Einer, der keinen RĂŒckschnitt als Fortschritt begreift.

Wer sich vor Ort selbst ein Bild macht, erkennt sofort die schwache Argumentationslage.

Wenn es wirklich darum ginge, den SpaziergĂ€ngern einen „Ausweichraum“ zu schaffen, um „gefĂ€hrliche Begegnungen“ mit Fahrzeugen auf dem Wirtschaftsweg zu vermeiden, dann mĂŒssten nicht nur die Hecken am Vogelpark weichen und ein „Schotterrasen“ neben der Fahrbahn angelegt werden.

Wenn dem so wĂ€re, mĂŒsste neben allen landwirtschaftlichen Wegen ein solcher „Schotterrasen“ angelegt werden, auf dem die SpaziergĂ€nger neben der Fahrbahn laufen könnten. Denn ausgerechnet vor Ort am Vogelpark ist mehr als genug Platz fĂŒr FußgĂ€nger, um ein Fahrzeug mit einem Schritt zur Seite passieren zu lassen.

Einsicht vs. FahrlÀssigkeit

TatsĂ€chlich mĂŒssen FußgĂ€nger sonst meistens „in den Acker treten“, wenn sie an anderer Stelle ausweichen wollen – vor allem Fahrzeugen, die hier eigentlich gar nicht fahren dĂŒrften, deren „Anlieger“-Status durchaus bezweifelt werden darf und die die Wege nutzen, um „abzukĂŒrzen“.

Auch das Argument der „Einsicht“ – also auf den landwirtschaftlichen Weg – ist durchschaubar. Wer keine Einsicht hat, schaut vorsichtig. Ob FußgĂ€nger oder Autofahrer. Tut weder der eine noch der andere das, handelt man fahrlĂ€ssig. Schafft man nun „Einsicht“, können zumindest Autos und Traktoren schneller fahren, denn sie sehen ja, ob da jemand steht oder lĂ€uft oder nicht.

Und darum scheint es zu gehen: Nicht das Spazieren zu befördern, sondern das Verkehren. Die Fahrzeuge sollen Platz bekommen.

BĂŒrgermeister Michael Kessler weiß, dass jeder „RĂŒckschnitt“ am Biotop einen Eingriff in die Seelen der VogelschĂŒtzer bedeutet. Die Heddesheimerinnen und Heddesheimer sollten das genau verstehen, sonst verstehen sie nicht, was der wahre „Antrieb“ ist.

Es geht um Macht. Und deren Demonstration. Ohne Sinn und Sinnlichkeit. Es geht gegen die Natur anderer, die nicht fĂŒr die „Macht“ sind.

Es geht um Durchsetzung von Interessen – angeblich im Sinne der Gemeinde. TatsĂ€chlich im Unsinn desjenigen, der sich dafĂŒr hĂ€lt.

Oder auch um die Bedienung der Landwirtschaftslobby, die „sehr gut“ im Gemeinderat vertreten ist. Vor allem beim Abnicken.

Wer nun vermutet, dass ein Interesse das andere bedient – tja, der hat eine Meinung. Und die lĂ€sst sich nicht so leicht zurĂŒckschneiden wie eine Hecke.

Wer meint, es gehe unter dem „vorgeschĂŒtzen“ Argument der „Sicherheit“ um eine Art „Revanche der Macht“, tja, der darf diese Meinung haben und sich vor Ort selbst ein Bild machen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr das Heddesheimblog und selbst ehrenamtlicher Gemeinderat. Er ist als partei- und fraktionsfreier Gemeinderat stĂ€ndig mit der WillkĂŒr und Missachtung des BĂŒrgermeisters Michael Kesslers konfrontiert und kritisiert diesen fĂŒr dessen Intransparenz und seine heillose Leitung des Gemeinderats – 2009 hat Hardy Prothmann als unabhĂ€ngier Kandidat die Wahlliste der FDP mit herausragendem Vorsprung gewonnen. Zur Aufstellung auf der FDP-Liste sagt er heute: „Das ist einer meiner grĂ¶ĂŸten Fehler gewesen, fĂŒr die ich mich sehr schĂ€me. Ich bin parteilos und bleibe das. Die FDP hat mich gefragt, ob ich mich auf deren Liste als Kandidat bewerben wĂŒrde. Ich kann nur betonen, dass ich nichts mit dieser Partei und schon gar nicht mit diesem seelenlosen Ortsverband zu tun habe und froh wĂ€re, nicht auf dieser Liste gestanden zu haben.“

Behinderungen durch Bauarbeiten


Guten Tag!

Heddesheim, 21. Oktober 2011 (red) Das BĂŒrgermeisteramt gibt Behinderungen durch Bauarbeiten fĂŒr den Weg am Badesee und den Rathausvorplatz bekannt.

Instandsetzung des Weges am Badesee

Wegen Instandsetzungsarbeiten des Weges am Badesee, zwischen der Minigolf Anlage und der nördlichen BrĂŒcke ĂŒber den Landgraben, muss der Weg fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer gesperrt werden. Die Arbeiten werden am 24.10.2011 beginnen und ca. 1-2 Wochen dauern.

FĂŒr die auftretende BeeintrĂ€chtigung bitten wir um Ihr VerstĂ€ndnis.

Pflasterreparaturarbeiten am Rathausvorplatz

Wegen Pflasterreparaturarbeiten am Rathausvorplatz, auf der ParkplatzflÀche zur Sparkasse, muss die Zufahrt und die ParkplÀtze gesperrt werden. Die Arbeiten werden am 24.10.2011 beginnen und ca. 4-5 Wochen dauern.

Die lange Bauzeit von rund 1 Monat ist erforderlich, da nach der Herstellung des Natursteinpflasterbelages dieser noch rund 28 Tage zum Abbinden des Betons und der Ausfugung nicht befahren werden darf.

FĂŒr die auftretende BeeintrĂ€chtigung bitten wir um Ihr VerstĂ€ndnis.“

Badesee: Neuer Eingang, neuer Weg

Die DrehtĂŒr links fĂ€llt weg - damit auch breite Kinderwagen und Rollstuhlfahrer problemlos durchkommen.

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Juli 2011. (red) Der Eingangsbereich des Badesees wird umgebaut und neu gestaltet. Außerdem wird der „östliche Wegeabschnitt“ am Badesee fertig gestellt werden.

40 Jahre alte Fliesen werden erneuert.

Der Gemeinderat hat die Vergabe von Metallbauarbeiten „Fenster und TĂŒren“ an die Firma Pabst Metallbau GmbH aus Bammental fĂŒr 27.400 Euro beschlossen. Das Unternehmen wird nach Planungen des Stuttgarter BĂŒros Reinhard KĂŒhn den Eingangsbereich neu gestalten.

Eine der DrehtĂŒren links fĂ€llt weg. Der Bereich wird mit zwei TĂŒren neu gestaltet – eine fĂŒr DauergĂ€ste und eine fĂŒr TagesgĂ€ste. Die DrehtĂŒr rechts zum Verlassen des BadeseegelĂ€ndes bleibt.

Weiter werden die Fließen im Eingangsbereich erneuert und das KassenhĂ€uschen neu gestaltet. Der Boden wird angehoben, „damit die Mitarbeiter auf Augenhöhe mit den GĂ€sten sind“. Hier wird auch ein KlimagerĂ€t eingebaut und der Platz vergrĂ¶ĂŸert, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Insgesamt sind 140.000 Euro veranschlagt, darunter fĂŒr Schreiber-, SanitĂ€r-, Elektro-, Abbruch- und andere arbeiten. Diese AuftrĂ€ge werden ohne Zustimmung des Gemeinderats vergeben, da diese jeweils unter 25.000 Euro liegen und damit in der „Kompetenz des BĂŒrgermeisters“. Wieso ein Gesamtprojekt in Einzelprojekte aufgeteilt werden kann, erlĂ€uterte BĂŒrgermeister Michael Kessler nicht.

Die Firma Josef Schnell GmbH Hirschberg hat den Zuschlag fĂŒr die Herstellung des „östlichen Wegeabschnitts rund um den Badesee“ in Höhe von knapp 58.000 Euro erhalten. Der Wegeverlauf wurde 2007 beschlossen. Gegen die „zu nah“ an den Brutgebieten verlaufende WegefĂŒhrung gab es Widerstand, vor allem von Kurt Klemm, der seit 2009 Gemeinderat ist. Der geschlossene Kompromiss sah einen rund 80 Zentimeter hohen Zaun zum Schutz vor Hunden vor sowie eine Brombeerhecke. Da diese nun dicht genug gewachsen sei, könne der Weg realisiert werden.

Im Hintergrund an den BÀumen entlang wird der östliche Teil des Wegs um den Badesee verlaufen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog.de

Von Vögeln und Fischen


Guten Tag!

Heddesheim, 30. MĂ€rz 2011. Kurt Klemm, Vogelkenner und passionierter NaturschĂŒtzer war bei den Heddesheimer Sportfischern zu Gast, um einen Vortrag zu halten. Klemm, alles andere als ein trockener Theoretiker, wĂ€hlte einen ungewöhnlichen Weg, um den Fischern den Naturschutz nĂ€her zu bringen: Er zeigte einen wunderbaren Film.

Von Christiane Eisele

Es ist bereits dĂ€mmrig, als ich das Vereinsheim der Heddesheimer Sportfischer erreiche. Um die Fischer bei ihrer dem Vortrag vorangehenden Mitgliederversammlung nicht zu stören, beschließe ich, noch ein bisschen draußen zu warten.

Ich lehne mich an das GelĂ€nder des VereinsgelĂ€ndes und schaue auf den ruhigen See. Es ist die „blaue Stunde“. Das Licht wirft ein zartes Leuchten auf den See, Wasservögel tauchen nach ihrem Abendessen, in den umliegenden StrĂ€uchern und BĂ€umen singen noch einige Vögel. Ich fĂŒhle, wie ich mich entspanne.

Kurt Klemm, der noch ein bisschen Luft schnappen will, bevor er beginnt, gesellt sich zu mir. Wir beginnen ein leises GesprĂ€ch, in dessen Verlauf ich mit seiner Hilfe vieles entdecke, was mir vorher gar nicht aufgefallen ist. Da ist die Ufer-Steilwand, in der noch vor drei Jahren ein PĂ€rchen Eisvögel gebrĂŒtet hat, bis Unbekannte mit Stöcken in den Brutröhren herumstocherten und das Weibchen auf dem Gelege töteten.

Eisvogel, Haubentaucher, Blessrallen

Die NaturschĂŒtzer haben nun eine kĂŒnstliche, nicht zugĂ€ngliche Wand angelegt und hoffen, dass sich dort wieder ein Eisvogelpaar ansiedelt. Kurt Klemm erzĂ€hlt mir aus dem Leben der vor uns im See ausdauernd tauchenden Haubentaucher, der kleinen schwarzen Blessrallen mit ihrem weißen Hornschildchen auf der Stirn und von dem Stockentenpaar, das ruhig seine Bahnen ĂŒber den See zieht.

Der Vogel, der im Baum ĂŒber uns singt, ist eine Nachtigall, erfahre ich. Kurt Klemm kennt den See und seine Tiere genau, als GrĂŒndungsmitglied des Heddesheimer Sportfischervereins fĂŒhlt er sich den Fischern auch heute noch sehr verbunden und es ist ihm ein BedĂŒrfnis mit ihnen ĂŒber den Erhalt der Artenvielfalt zu sprechen und ĂŒber das, was sie dafĂŒr tun können.

Wundervoller Ausblick

In der Pause nach der Mitgliederversammlung bis zu Kurt Klemms FilmvorfĂŒhrung komme ich im liebevoll ausgebauten, gerĂ€umigen Vereinsheim mit einigen Fischern ins GesprĂ€ch. Ihre Augen leuchten, als sie mir von der Schönheit des Sees erzĂ€hlen und mir den wunderbaren Ausblick aus den großen Fenstern des Vereinsheims zeigen. Weit ĂŒber den See hinaus reicht der Blick, bis zu den beleuchteten Burgen an der Bergstraße, ein Anblick, den sie immer wieder aufs Neue genießen.

Der Film, den Kurt Klemm zeigt, ist vor einiger Zeit im WDR gelaufen: „Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land„. Die Wupper, bis 1930 biologisch vollkommen tot durch die Einleitung von Industrie-Unrat, hat sich sich mittels eines einfachen und preisgĂŒnstigen Konzepts wieder zu einem lebendigen Biotop entwickelt: Der Renaturierung.

Eindrucksvoller Naturfilm des WDR: Die Wupper

Der Fluss und die ihn umgebende Landschaft wurde weitgehend sich selbst ĂŒberlassen, es gab kaum Eingriffe mehr, die Einleitung von AbwĂ€ssern wurde verboten. Bis heute hat sich die Flusslandschaft vollkommen erholt, in der Wupper leben beispielsweise wieder Eschen, die nur in den saubersten GewĂ€ssern zu finden sind.

Eindrucksvolle Bilder

Mit wunderbaren, klaren Bildern erzÀhlt der Film von dem einzigartigen Zusammenspiel der Natur, zeigt eindrucksvolle Bilder vom Leben der dort heimischen Fische, Vögel, Insekten, SÀugetiere und Pflanzen. Kurt Klemm kommentiert den Film gelegentlich, macht auf Tiere aufmerksam, denen die Fischer auch am Heddesheimer See begegnen. Als ein Eisvogel zu sehen ist, erzÀhlt ein Fischer, dass der noch am See lebende mÀnnliche Vogel eines Abends auf der Spitze seiner Angel Platz genommen hat, um von dort Ausschau nach Fischen zu halten.

Der Film kommt an, das VerstĂ€ndnis der Fischer fĂŒr das Zusammenspiel der Natur und die Bereitschaft, aktiv zum Naturschutz beizutragen, ist groß.

Nach dem Film bleibt Kurt Klemm sitzen und spricht den Film und sein Anliegen mit den Anwesenden noch einmal durch. Es ist ihm wichtig, dass die Sportfischer beispielsweise ihre AngelplĂ€tze sauber halten, sich mit leisen Schritten den GewĂ€ssern nĂ€hern und das Geschrei zeternder Vögel, die ihr Gelege schĂŒtzen wollen, verstehen und darauf RĂŒcksicht nehmen.

Leidenschaft

Eingestreute Anglerwitze, eigene Naturerlebnisse, Kochrezepte fĂŒr WildkrĂ€uter und Erfahrungen mit einer weitgehend verstĂ€ndnislosen Ortsverwaltung gegenĂŒber den BedĂŒrfnissen der hier heimischen Flora und Fauna machen seine AusfĂŒhrungen ĂŒberaus lebendig, man spĂŒrt die Leidenschaft und Begeisterung, die diesen Mann antreibt.

Bei den Sportfischern ist Klemms Anliegen an diesem Abend auf mehr als fruchtbaren Boden gefallen, denn man bittet ihn, regelmĂ€ĂŸig wiederzukommen und auch der Fischerjugend von der Natur zu erzĂ€hlen. Kurt Klemm hat sich in der Naturverbundenheit dieser Menschen nicht getĂ€uscht.

Kurt Klemm wird sich zunÀchst voraussichtlich mit einem Programm an der Jugendfreizeit der Fischer ab 30. Juli 2011 beteiligen.

Quo vadis Heddesheim?

Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2010. Nur gut 90 Demonstranten nahmen an der „Demo gegen Pfenning“ teil.

Ist das ein „Misserfolg“? Ist das ein erster „Anfang“? Oder ist das eine BestĂ€tigung fĂŒr die BefĂŒrworter des „Pfenning“-Projekts?

In den kommenden Tagen wird viel ĂŒber diese Fragen diskutiert werden.

Schnelle Urteile werden ganz sicher andere Antworten finden. Heddesheim hat seine erste Demonstration erlebt. Gleichzeitig wurde im ganzen Land gegen den Castor-Transport und in Stuttgart wieder gegen „S21“ demonstriert. Klar ist: Der Landtagswahlkampf hat begonnen.

Von Hardy Prothmann

Nur 90 Demonstranten sind auf den ersten Blick eine sehr ernĂŒchternde Zahl. Ganz sicher war der Samstag in den Herbstferien ein schlecht gewĂ€hlter Tag fĂŒr eine Demonstration. Ganz sicher war die öffentliche Bewerbung dieser Kundgebung miserabel. Ganz sicher hat das herbstlich-stĂŒrmische Regenwetter nicht gerade einladend gewirkt.

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Bleibt das von der Demo ĂŒbrig?

Ganz sicher ist aber auch, dass Heddesheim seine erste offizielle Demonstration erlebt hat, in der Amtszeit von BĂŒrgermeister Michael Kessler. Wer hĂ€tte sich das vor dessen Zeit vorstellen können, unter einem BĂŒrgermeister Fritz Kessler oder Fritz Alles? Niemand?

Wahnsinns-Idee.

BĂŒrgermeister Michael Kessler, Sohn des „legendĂ€ren“ Fritz Kessler arbeitet daran, der 100-Millionen-Euro-Kessler zu werden und stellt durch seine intransparente, bĂŒrgerferne Politik den Ort auf den Kopf. Eine Demonstration in Heddesheim. Wegen einer „Wahnsinns-Idee“, wie der GrĂŒnen-Gemeinderat GĂŒnter Heinisch die geplante „Pfenning“-Ansiedlung nennt. Das hat es noch nie gegeben.

Der „alte Fritz“, so hört man, hat gerne mal NĂ€chte durchzecht, mit Spiel und Alkohol und auch mal die „FĂ€uste fliegen“ lassen, um „Entscheidungen herbeizufĂŒhren“. GerĂŒchte? Geschichten? Ja. Genau das. Fritz Kessler ist und bleibt der „geschichtstrĂ€chtigste BĂŒrgermeister“. Einer, ĂŒber den alle was zu erzĂ€hlen haben. Im Guten wie im Schlechten.

Die Geschichten enden regelmĂ€ĂŸig mit Respekt, also einer RĂŒckschau: „Der Fritz war nie unumstritten, aber er war ein Original und hat den Ort vorangebracht, soviel steht fest.“ Auch seine SĂŒnden, wie die HochhĂ€user, die nicht zum Ort passen, gehören dazu (die vielen Menschen, die sich kein Haus leisten könne, Wohnraum bieten). Aber auch seine Leistungen, wie Badesee, Hallenbad und Sport-Zentrum. Die Ära Fritz Kessler ist aber lange her.

Ära Fritz vs. Ära Michael.

Michael Kessler, im 12. Jahr BĂŒrgermeister, verwaltet all das, was sein Vater „vorangebracht“ hat. Darunter eben auch Badesee, Hallenband und Sportzentrum. Alles Zuschussprojekte, die die Gemeinde Jahr fĂŒr Jahr viel Geld kosten. Auch das RathausgebĂ€ude – das saniert werden musste. Oder Kanalsysteme, die den Geist aufgeben.

Michael Kessler ist eine traurige Gestalt. Vom Charisma des Vaters hat er nichts bis auf den „kesslerischen“ JĂ€hzorn. Keiner liebt ihn wirklich, keiner versteht ihn wirklich. Er ĂŒberblickt zuverlĂ€ssig seinen „Apparat“, der nie etwas „verdient“, sondern immer nur „Verdientes“, sofern vorhanden, verteilt. Trotzdem muss er „alles“ bezahlen. Nicht er selbst als Privatmann, sondern sein alter ego, also „Ich bin die Gemeinde“. Und jeder will etwas von ihm.

Die Hellesemer vor allem „Grund gegen Geld“ oder andere Vorteile, die sich manche im Zuge der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung versprechen. Viele Bauern und deren Familienangehörige sind „reich“ geworden im Zuge der Umwandlung des Tabakdorfs zur „familienfreundlichen Gemeinde“.

Diese Leute haben ihre Äcker aufgegeben, ihre Tradition, ihre Herkunft. Nicht aber ihren Machtanspruch. Im Dorf hat nur zu entscheiden, wer von hier stammt, wer nicht „noigeblaggt“ ist.

Das denken die „angestammten Familien“ ohne Kompromisse, denn das halten sie fĂŒr ihr „Grundrecht“.

Dass es ein „ehemaliges“, feudalistisches und wenig demokratisches ist, fĂ€llt ihnen nicht ein. Frau Brechtel (geborene Bach), Herr Schaaff, Herr Hege, Herr Kemmet und so weiter. Im Ort raunt man gerne von „Heddesheimer Familien“ als wĂ€re man in Monaco oder sonstwo.

Selbst ich soll mit „diesem System“ verbunden werden, habe ich doch eine „Enkelin“ vom „Menze-Seppl“ geheiratet.

Josef Menz habe ich nie kennengelernt. Dass er ein allseits geachteter Mann war, Polizist und Gemeinderat, haben mir sehr, sehr viele Menschen erzÀhlt.

Das wĂŒrdige ich so, wie ich es erzĂ€hlt bekomme. Ich hĂ€tte den Mann, von dem viele sagen, dass ich mich gut mit ihm verstanden hĂ€tte, gerne kennengelernt. Ich lebe aber im Hier und Jetzt.

Grund gegen Geld.

TatsĂ€chlich hat der Heddesheimer Bauernadel erst den Grund und dann den Einfluss nach und nach verloren und verliert ihn weiter. Ob mit dem Grundverlust der Verstand flöten ging oder erst spĂ€ter oder es keinen gab, ist nicht ĂŒberliefert.

Heute stellen die „Noigeblaggde“ die Mehrheit, die Steuern dieser Menschen bringen viel Geld in den Ort, den sie strategisch als „familienfreundlich“ und „verkehrsgĂŒnstig“ im Einzugsbereich von Mannheim, Heidelberg und Walldorf als idealen Standort ermittelt haben.

Und trotzdem geht kaum jemand auf die Straße, um „mit den FĂŒĂŸen“ abzustimmen.

ÃƓber 1.200 Stimmen wollte die „IG neinzupfenning“, eine kleine Gruppe Gewerbetreibender, gesammelt haben, gegen dieses Megaprojekt vor ihrer HaustĂŒr. Immerhin 2.870 BĂŒrgerInnen stimmten Ende September 2009 gegen eine Ansiedlung der Firma „Pfenning“ – 2.910 BĂŒrgerInnen dafĂŒr. Die „Mehrheit“ bestand aus 40 Stimmen.

Wo war am Samstag zur „Demo“ dieser „Rest“ von rund 2.800 Stimmen? Alle im Urlaub? Alle beim Einkaufen? Alle „ohne Bock“ im Trockenen? Alle resigniert?

Sicher ist, dass sich traditionell wenig mit dem Ort verbundene Menschen schwerer motivieren lassen als die, deren Familie, deren Geschichte an Heddesheim hĂ€ngt. Umgekehrt ist ebenso sicher: Die „BefĂŒrworter“ haben genau Null Prozent Menschen bislang „FĂŒr Pfenning“ auf die Straße bringen können.

Erfolg gegen alle WiderstÀnde.

So gesehen ist die Demonstration mit all ihren widrigen UmstĂ€nden aus historischen Gegebenheiten, schlechter Organisation und miesem Wetter ein Erfolg. Einer, ĂŒber den sich zur Zeit keiner der TeilnehmerInnen freut. Und einer, der die „Gegner“ sicher nicht freuen kann.

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Mit den FĂŒĂŸen abstimmen - in Heddesheim?

BĂŒrgermeister Michael Kessler, sein SteigbĂŒgelhalter Josef Doll und der erzkonservative Bauer Rainer Hege (der oft sehr menschlich verzweifelt wirkt), sowie ein selbstgefĂ€lliger, dauergrinsender SPD-Fraktionschef JĂŒrgen Merx und seine Krakeeler JĂŒrgen Harbarth und Reiner Lang werden alles tun, um die Demonstranten in Schimpf und Schande zu reden und sich ĂŒber deren „Misserfolg“ freuen.

Im Verein, am Stammtisch, auf der „Gass“, ohne Erkenntniswillen, dass ihr „Erfolg“ lediglich auf einer kleinen Stimmenmehrheit von 12:9 beruht. Und ohne die Einsicht auf Verantwortung, dass eine solch knappe Entscheidungsbasis angesichts eines „Jahrhundertsprojekts“ gegen jede gute alte (und neue) Tradition spricht.

Mediale Deckung.

Bemerkenswert ist auch die „öffentliche“ Aufmerksamkeit durch „die Medien“. TatsĂ€chlich hat der Mannheimer Morgen ja mit dem 02. November 2010 seine Berichterstattung ĂŒber „Rhein-Neckar“ von drei auf sechs Seiten verdoppelt – aber nicht um Journalismus zu bieten, sondern möglichst viele Termine „abfeiern“ zu können.

WĂ€hrend sonst der Mannheimer Morgen seine Redakteurin Anja Görlitz oder in Vertretung auch den Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich oder den Kollegen Roth ĂŒber „Pfenning“ und „Heddesheim“ hochherrschaftlich „berichten“ lĂ€sst, ist die „Demo“ aus Sicht der Zeitung ein so minderwertiges Ereignis, dass man einen „Bratwurstschreiber“ zweiter Klasse wie Herr Peter Jaschke einer ist, schickt, um dieses „historische“ Ereignis zu „dokumentieren“. (Naja, es hĂ€tte mit dem drittklassigen Schwurbler Dietmar Thurecht schlimmer kommen können. NatĂŒrlich macht Herr Jaschke mit einer kleinen Kamera selbst die Fotos, wĂ€hrend den Redakteuren ab und an noch das Privileg eines schlecht bezahlten Fotografens zusteht.)

Worauf der Mannheimer Morgen vollends verzichtet, ist ein Kommentar, eine Einordnung, eine Bewertung, eine verantwortliche Berichterstattung. Das „Top“-Ereignis ist aus Sicht der Redaktion ein „Schrilles Lustspiel in grellen Farben“.

Der Standort verÀndert sich.

Das mag der Mannheimer Morgen so verkĂŒnden. DarĂŒber mögen sich BĂŒrgermeister Kessler, Doll und Konsorten freuen. Das mag „Pfenning“ bestĂ€rken. Der Mannheimer Morgen und seine miserable journalistische Kompetenz wird noch weiter geschwĂ€cht. Leider auch die Demokratie. Und das meine ich sehr, sehr ernst.

Die große Frage ist allerdings: Handelt es sich nur um Desinteresse? Oder um eine gefĂŒhlte Zustimmung? Oder ist was anderes im Gange?

Wie man hört, sind viele im Ort durchaus gewillt, sich anders zu orientieren. Heddesheim ist lĂ€ngst kein „1a“-Standort fĂŒr „Familienfreundlichkeit“ mehr. Sondern auf dem Weg zum Industriestandort. Pfenningheim. Auf der „Gass“ wird schon ĂŒbers „Gesocks“ geredet, das bald kommen soll.

Vielleicht rechnen viele, die sich nicht „fĂŒr den Ort einsetzen“ wollen, im Trockenen aus, wann sie den Exit vollziehen sollten, um ihr „Kapital“ zu retten. Ganz sicher will es sich niemand mit BĂŒrgermeister Kessler „Ja, ich bin die Gemeinde“ ohne Not verscherzen, weil der klar gemacht hat, was gilt.

Paragraphen-Kessel.

Paragraphen, Paragraphen und nochmals Paragraphen. Herr Kessler ist entschlossen, „Pfenning“ streng nach Vorschrift „durchzuziehen“. GefĂŒhle, Ängste, Sorgen spielen fĂŒr diesen beharrlichen BĂŒrokraten lĂ€ngst keine Rolle mehr. Auch kein BemĂŒhen um Verbindlichkeit. Er re(a)giert nach Vorschrift.

Das tun andere auch. In Stuttgart Herr Mappus, in Berlin Frau Merkel.

Wenn man sich die laschen Besucherzahlen von CDU-Veranstaltungen in Hirschberg und Heddesheim anschaut und diese mit der „Demo“ in Heddesheim vergleicht, haben die „GrĂŒnen“ absolutes „Oberwasser.“

Ein Peter Hauk, CDU-Fraktionsvorsitzender im baden-wĂŒrttembergischem Landtag, „zieht“ gerade mal 28 ĂŒberwiegend sehr alte MĂ€nner ins Hirschberger Rathaus. Ein „Staatsminister“ Georg Wacker gerade mal 23, ĂŒberwiegend grauhaarige Menschen ins „GerĂ€tehaus“ der Feuerwehr Heddesheim.

Die GrĂŒnen dagegen fast 100 Leute auf die Straße, in den strömenden Regen. Die Umfragewerte sind fĂŒr die GrĂŒnen „gigantisch“, trotzdem findet die nĂŒchterne Wahl im MĂ€rz 2011 statt. Dann werden „Stimmungen“ gegen Stimmen ausgezĂ€hlt.

Der Wahlkampf ist voll im Gange.

Soviel steht fest: Der Wahlkampf ist im vollen Gange. Und vermutlich werden die GrĂŒnen in Heddesheim punkten. Bislang nicht auf der Straße, aber sicher in der Wahlkabine.

In Heddesheim wird 2014 zum nĂ€chsten Mal kommunal gewĂ€hlt und auch ein neuer BĂŒrgermeister. Der Name Michael Kessler wird schon lange nicht mehr favorisiert, sondern nur noch die Frage, „welcher Kandidat sonst?“.

Bis dahin ist es noch eine lange Zeit, die ein bĂŒrgerferner Michael Kessler mit der Legitimation der Paragraphen nutzen wird, um sich seinen Zweitnamen zu sichern: Beton-Kessler. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, sondern der Lauf der Geschichte.

Denn Söhne haben oft das gegenteilige Schicksal ihrer VĂ€ter eingenommen – zumal, wenn beide als „stur“ gelten durften. War Fritz Kessler ein BĂŒrgermeister der Emotionen, ist sein Sohn Michael einer der KĂ€lte. Seine Handschrift, sei es Seniorenheim oder Dorfplatz oder Rathaussanierung ist eindeutig.

Die Frage, „Quo vadis, Heddesheim“, hĂ€ngt aber nicht nur von einem Beton-Kopf, wie Herr Kessler einer ist, ab.

Sondern auch davon, was die BĂŒrgerInnen wollen.

Zur Zeit stehen alle Zeichen auf Betonköpfe gegen BĂŒrgerInnnen. Ganz nĂŒchternd betrachtet.

Das nĂŒtzt den GrĂŒnen. Im Land. In Stuttgart. Auch in Heddesheim?

Zu Risiken und Nebenwirkungen

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Oktober 2010. Wie aus einem „Wirbel“ eine „wĂŒnschenswerte Warnung“ werden kann, prĂ€sentiert uns der Mannheimer Morgen. Innerhalb einer Woche lernt die Zeitung, dass Hofberichterstattung kein gutes Mittel ist, um die öffentliche Meinung zu bekĂ€mpfen.

Von Hardy Prothmann

Das Thema ist ein leidiges. Kurt Klemm prangert immer und ewig einen zu radikalen Heckenschnitt durch die Gemeinde an, der den Lebensraum von Vögeln „beschneidet“ – der BĂŒrgermeister Michael Kessler nimmts zur Kenntnis und lĂ€sst die Gehölzer weiter auf das Maß roden, das ihm gefĂ€llt. Alles ĂŒber „HĂŒfthöhe“ scheint im suspekt, alles, was zu „wild“ wĂ€chst, lĂ€sst er „begradigen“, hat man den Eindruck.

Kurt Klemm redet ĂŒber „Futterpflanzen“, damit meint er nicht agrarwirtschaftlich-industriell angebaute „Superpflanzen“, sondern schlicht und einfach Brennessel und Disteln und andere KrĂ€uter. Krautige Pflanzen, die viele als „Un“kraut verstehen, die aber fĂŒr die Natur „Nutz“kraut sind.

Eine „Un“zahl von Raupen lieben die Brennessel und die Distel. Sie fressen sich satt und reif daran. Die Menschen freuen sich ĂŒber die flatternden Schmetterlinge, die BlĂŒte um BlĂŒte besuchen und bestĂ€uben. Dabei sind diese Schönheiten höchst gefĂ€hrdet. Sie werden als Raupen oder als Schmetterlinge von Vögeln gefressen oder an die Brut verfĂŒttert. Das nennt man „natĂŒrlichen Kreislauf“. Oder auch „Öko-System“.

Es gibt aber auch ein anderes System.

FĂŒr den Heddesheimer BĂŒrgermeister Michael Kessler sind diese „Natur“-KrĂ€uter einfach nur SchĂ€dlinge. Die lĂ€sst er wegspritzen. Abtöten. Kaputt machen. Ohne RĂŒcksicht auf Verluste. Dabei orientiert er sich vielleicht an den BedĂŒrfnissen von gewissen Bauern.

Wie auch immer.

Wie konsequent er das tut, konnte man in der vergangenen Woche erleben. NaturschĂŒtzer Kurt Klemm warnte mit „Gift-Schildern“ vor einer vergifteten Wiese, die BĂŒrgermeister Kessler mit „U46“ spritzen lies. Das Gift ließ Kessler spritzen und die Warschilder sofort entfernen.

Der Mannheimer Morgen berichtete zunĂ€chst: „VerblĂŒht seien die Disteln, sonst nichts.“

Das heddesheimblog stellte das in Frage, schrieb die Gemeinde an und forderte weitere Informationen und stellte die Berichterstattung des MM in Frage.

Gestern „legte“ der MM nach: „Öko-Institut: Warnung wĂ€re sinnvoll“ , ĂŒberschreibt die Zeitung einen Bericht, der sich mit einem Mal ganz anders liest. Plötzlich ist vom Gift die Rede, von „Hautreizungen“ und „ernsten AugenschĂ€den“.

Was ist passiert?

Ganz einfach. Das heddesheimblog hat Fragen gestellt und sich nicht „abwimmeln“ lassen.

Behörden, also auch die „Gemeinde Heddesheim“, mĂŒssen meistens Fragen der Presse beantworten.

Der MM, der erst von einem „Wirbel“ berichtet hat, stellte nun fest, dass eine „Warnung sinnvoll“ gewesen wĂ€re. Warum? Aufgrund eigener Fragen und Zweifel oder gar Recherche?

Oder aufgrund unserer Nachfragen, die oft viele Tage bis zu einer Antwort brauchen, wĂ€hrend der MM quasi eine Art „Standleitung“ ins BĂŒrgermeisteramt hat und so tut, als wĂŒrde die Zeitung „kritisch“ berichten?

Nun haben die Zeitung und ihre Re(d)akteurin Anja Görlitz so getan, als ob sie wirklich „aufklĂ€ren“ wollten. TatsĂ€chlich ist nur ein quasi-„kritischer“ Bericht dabei herausgekommen.

WĂ€hrend die erste Meldung noch so tat, als sei „alles in Ordnung“, tastet sich die zweite Meldung daran an, dass „wegen der möglichen Haut- und Augenreizungen“, die Öko-Institut-Expertin Rita Groß „einen Warnhinweis auf öffentlichen FlĂ€chen fĂŒr wĂŒnschenswert“ hĂ€lt. Also genau das bestĂ€tigt, was Kurt Klemm mit dem Einschlagen der Warnschilder getan hat und die Gemeinde Heddesheim, respektive ihr BĂŒrgermeister Kessler sofort wieder hat entfernen lassen.

Vermissen Sie eine Nachfrage der Zeitung gegenĂŒber der Gemeinde in der Sache? „Die Zeitung“ hat nicht nachgefragt, denn sie will „kein Fass aufmachen“.

BĂŒrgermeister Kessler und der MM beschreiben nie ohne Aufforderung, was die Risiken und Nebenwirkungen ihres Handelns bedeuten.

Um das zu erkennen, braucht es Experten wie Kurt Klemm und freie Medien wie das heddesheimblog.

Der Gift-Einsatz ist sicherlich aus Sicht des MM und der verantwortlichen Redakteurin Anja Görlitz „ausreichend“ berichtet. Aus Sicht des heddesheimblogs aber nicht.

Wir werden am Montag unsere Story dazu veröffentlichen, die mehr Fakten und Informationen ĂŒber U-46 und was die Gemeinde davon hĂ€lt, berichten wird.

Soviel ist sicher: Die anbiedernde Hofberichterstattung des MM und die „Pseudo“-Recherche der Redakteurin Anja Görlitz beweisen einmal mehr, dass der MM weit davon entfernt ist, eine journalistisch neutrale und qualitativ hochwertige Berichterstattung zu liefern.

Die Risiken und Nebenwirkungen sind bekannt.

Die konrekte Nebenwirkung heißt: Aktuell hat der MM wie schon seit Jahren zuvor an Auflage verloren.

Das Risiko heißt: Man möchte der Zeitung glauben, es gibt aber begrĂŒndete Zweifel, dass man das ohne Sorge tun kann.

„VerblĂŒht“ seien die Disteln? „Und sonst nichts“?

Das ist leider nicht so.

Frau Görlitz hat das Datenblatt vorliegen. Darin steht alles und mehr als „sonst nichts“. Ihre Berichte lassen vermuten, dass sie selbst nie in Augenschein genommen hat, worĂŒber sie „wertend“ berichtet.

Wir berichten am kommenden Montag ĂŒber „sonst nichts“.

Und das ist durchaus wörtlich gemeint.

Kurt Klemm „hat die Schnauze voll“

Guten Tag!

Heddesheim, 15. Oktober 2010. Kurt Klemm, Vogelfreund und NaturschĂŒtzer, hat „die Schnauze voll“. Wieder einmal hat „die Gemeinde“, respektive BĂŒrgermeister Michael Kessler, wider die Natur gehandelt, sagt er. Deswegen handelt er nun gegen die „Vergiftung“.

Von Hardy Prothmann

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Kurt Klemm protestiert gegen aus seiner Sicht unnötigen Gifteinsatz. Bild: privat

Der Gemeinderat (parteilos, Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) Kurt Klemm ist „sauer“, so richtig sauer. Auf der Wiese hinter dem Vogelpark, wo das neue TeilstĂŒck des Rundwegs um den Badesee angelegt wurde, ist „Gift gesprĂŒht worden“, sagt er.

„Seit ewigen Zeiten prangere ich das an“, sagt Klemm. Er meint das Spritzen von „Unkrautvernichtungsmitteln“. Diese „UnkrĂ€uter“ seien wichtige Nahrungsgrundlage fĂŒr viele Insekten und die wiederum fĂŒr die Vögel. „Aber der will nichts verstehen und macht, was er will“, sagt Klemm und meint BĂŒrgermeister Michael Kessler.

Kurt Klemm hat sich deshalb zu einer privaten Protestaktion entschlossen. Auf der gespritzten Wiese hat er Warnschilder aufgestellt: „Vorsicht Gift“.