Donnerstag, 27. Februar 2020

Offener Brief an die CDU: „Das ist Volksverdummung!“

Guten Tag Herr Wittneben, sehr geehrte CDU Heddesheim,

spÀtestens nach Ihrer, vielleicht sogar gutgemeinten, Wurfsendung zum Thema Pfennig ist eine Stimmvergabe an einen CDU Kandidaten nÀchste Woche unmöglich geworden:

Sie werfen der IG Nein-zu-Pfenning „verdrehte oder unwahre Argumente“ (Zitat) vor. Sie selber sind Dank Ihrer Wurfsendung noch viel schlimmer!

Die 7 Fragen / Aussagen sind absolute Volksverdummung!

Hier meine BegrĂŒndung:

1) „ArbeitsplĂ€tze sind mir wichtig.“: Clevere Formulierung, da jeder normal denkende Mensch zuerst anerkennend nicken wird. Was hat dies mit der Ansiedlung der Firma Pfenning zu tun? NatĂŒrlich nichts. Mit der Ansiedlung dieser Firma kommt es, betriebswirtschaftlich absolut sinnvoll, zu gewĂŒnschten Synergieeffekten, so dass zumindest in der Verwaltung sogar ArbeitsplĂ€tze wegfallen könnten. ArbeitsplĂ€tze werden hier nicht neu geschaffen, die jetzigen Arbeitnehmer fahren morgens anstatt nach Viernheim halt nach Heddesheim. Dies gilt auch fĂŒr die AusbildungsplĂ€tze (siehe Punkt 5) Von den Sub-Unternehmen, die ĂŒberhaupt keinen Mehrwert bringen und nur die Luft mit Ihren Trucks verpesten, ganz zu schweigen.

2) „Der Erhalt unserer öffentlichen Einrichtungen ist mir wichtig.„: NatĂŒrlich, dieser Hinweis suggeriert, dass a) in Heddesheim alle öffentliche Einrichtungen geschlossen werden mĂŒssen, wenn Pfenning nicht kommt und b) Pfenning ĂŒberhaupt nennenswerte Steuern zahlt.

3) „Solide Gemeindefinanzen sind mir wichtig.“: Was soll eigentlich immer diese AnhĂ€ufung von SelbstverstĂ€ndlichkeiten? NatĂŒrlich sind solide Finanzen im Gemeindehaushalt immer wichtig. Warum stellen Sie sich als CDU nicht hin und sagen: Die Firma Pfenning zahlt uns auf Jahre konstante und hohe Steuern, so daß die Gemeindefinanzen stets solide sind. Dies können Sie nicht, da Sie es ja nicht wissen, ob dies der Fall ist. Hier spielt nur das Prinzip Hoffnung eine Rolle.

Nach meinem Recherchen tritt die Firma Pfenning im Gewerbegebiet als Mieter(!) auf, zahlt also an eine (Tochter-)firma Miete, so dass es hier zu einer Gewinnverrechnung kommt. Sehr clever von diesem Logistik-Unternehmen. Aber die Gemeinde geht, was Gewerbesteuer betrifft, hier wahrscheinlich auf Jahre leer aus.

4) „Ich akzeptiere eine Erhöhung des Durchgangsverkehrs auf der Ringstraße.“ Wenigstens hier bleiben sie ehrlich. Als direkter Ringstraßenbewohner kann ich hier natĂŒrlich nur dagegen sein. Alle Immobilien in 100 Meter Radius zur Ringstraße werden quasi ĂŒber Nacht weniger wert sein. Die Ringstraße wurde damals nicht fĂŒr so viele Lkw entworfen. Ansonsten hĂ€tte man entweder den LĂ€rmschutz verstĂ€rkt oder einer Ansiedlung bis zur Straße seitens der Gemeinde gar nicht zugestimmt.

Sehr geehrte CDU-Gemeinderatsmitglieder und die, die es werden wollen:
Haben Sie an die untragbare GefĂ€hrdung der FußgĂ€nger gedacht?
Schon jetzt ist es fĂŒr Ă€ltere MitbĂŒrger und Kinder lebensgefĂ€hrlich von der Ahornstrasse z.B. zum Hallenbad, Baggersee oder Eislaufbahn zu kommen. Ein Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist. Hier fehlt (und dies wird durch die Zunahme des LKW Verkehrs noch verstĂ€rkt) entweder eine UnterfĂŒhrung oder eine ÃƓberfĂŒhrung fĂŒr Radfahrer und FußgĂ€nger. Und kommen sie mir nicht mit der Ampel bei der Kepler-Schule. Von der Ahornstrasse ist diese ĂŒber 300 Meter weiter weg und keine Alternative.

5) „ArbeitsplĂ€tze fĂŒr unsere Jugend sind mir wichtig.“: Dasselbe Problem wie oben: Ein allgemeiner Hinweis, dem jeder zustimmen kann, wird hier auf den Einzelfall ĂŒbertragen. Billig, billig!

Ich gehe hier mit jedem von Ihnen eine Wette ein: Es wird aufgrund der Ansiedlung kein Azubi mehr eingestellt als frĂŒher. Ich wĂŒnsche zukĂŒnftigen Auszubildenden aus Heddesheim eine erfolgreiche Bewerbung bei der Firma Pfennig in Viernheim! Ich denke die Entfernung nach Viernheim nimmt jeder Auszubildende gerne in Kauf. Warum sollte die Ansiedlung mehr AusbildungsplĂ€tze bringen? Dies unterstellt ja wohl Ihre Aussage.

6) „Eine, fĂŒr die Gemeinde risikofreie Entwicklung….ist mir wichtig.“: Ja, aber Gewerbetreibende, die weniger FlĂ€che
verbrauchen sind mir noch wichtiger. Ein Beton-Schandfleck fĂŒr Heddesheim ist kilometerweit sichtbar. Ein Gewerbemix mit vielen kleineren Unternehmen unterschiedlichster PrĂ€gung ist mittelfristig finanziell sogar besser, da das Risiko breiter gestreut wird. Bei kleineren Unternehmen werden auch nicht so horrende Erschließungskosten zu zahlen sein.

7) „Der Wandel von Ackerland hin zu gewerblich genutzter FlĂ€che ist fĂŒr mich akzeptabel.“: Und wieder: ja im allgemeinen schon (zumal diese FlĂ€che, schon immer als Gewerbegebiet ausgewiesen war). Im besonderen aber nein! Diese Betonburg ist einfach 10 Nummern zu groß. Schauen Sie bitte mal Richtung Bergstraße. Schon die Erweiterung der EDEKA war grenzwertig. Mit der Firma Pfennig setzt man sogar noch einen drauf. BetonwĂ€nde soweit das Auge reicht. Aber ich kann ja dann nach Ladenburg fahren, wenn ich die Bergstraße sehen möchte…

Fazit: Die Firma Pfennig ist fĂŒr Heddesheim eine Nummer zu groß. Die Nachteile ĂŒberwiegen bei Weitem. Um eines klar zu stellen: Ich habe nichts gegen die Firma Pfenning an sich. Betriebswirtschaftlich kann man zu Standortfrage nur gratulieren. Durch den neuen geplanten Standort verschafft man sich Wettbewerbsvorteile gegenĂŒber den anderen Logistik Firmen. Nur die Auswirkungen fĂŒr die Heddesheimer BĂŒrger sind nicht akzeptabel. Verbaute FlĂ€che, zersiedelte Landschaft, mehr Dreck mehr LĂ€rm. Viele Minuszeichen, die Sie als Vertreter der BĂŒrger einfach ĂŒbergehen.

Deshalb sage ich: Nein zu Pfennig und nein zur CDU Heddesheim!!

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Steffen Warmuth