Freitag, 22. September 2017

Fragen zu "Pfenning" werden von Michael Kessler nicht beantwortet

Der schweigende B├╝rgermeister

Heddesheim, 16. September 2013. (red) Angeblich sollte „Pfenning“ die Zukunft Heddesheims sichern helfen – aktuell ist die Zukunft des Logistik-Dienstleisters selbst ungewiss. B├╝rgermeister Michael Kessler hat den B├╝rger/innen das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Auf Nachfragen reagiert er mit Schweigen. Wir dokumentieren unsere Anfrage vom 04. September 2013. [Weiterlesen…]
MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgew├Ąhlt“

"Pfenning"-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und h├Ąufig auch nur irgendwas, was sp├Ąter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. M├Ąrz 2012. Der Mannheimer Morgen f├Ąhrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch f├╝r unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erw├╝nscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, gro├če Teile der Heddesheimer Bev├Âlkerung nicht zu erreichen. N├Ąmlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei wei├č Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die H├Ąlfte des Ortes gegen die montr├Âse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem Ackergel├Ąnde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen Einw├Ąndungen durchgesetzt war, sah und h├Ârte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine l├Ąppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Gesch├Ânte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der n├Ârdliche Teil, von Ost nach West, dann der s├╝dliche Teil. Daf├╝r werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max B├Âgl verbaut. B├Âgl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, St├╝tzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter besch├Ąftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der B├Âgl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-Gel├Ąnde tats├Ąchlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im s├╝dlichen Teil zur Benz-Stra├če hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU f├╝r die Logistikansiedlung. Jetzt erf├Ąhrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf n├Âtig seien, falls denn mal jemand Interesse haben k├Ânnte.

Fragw├╝rdige ├äu├čerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand h├Ątte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist haneb├╝chen.

Nat├╝rlich wei├č man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Stra├čen sind h├Ąufig verdreckt – wie das halt so ist in der N├Ąhe von Baustellen. Wer allerdings f├╝r die Stra├čenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer wei├č, dazu gibt es keine Informationen.

Daf├╝r erh├Ąlt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn t├Ąglich hunderte zus├Ątzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer besch├Ądigt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das Regierungspr├Ąsidium zust├Ąndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner wei├č oder sagen kann, wann diese Sch├Ąden, die auch unfallgef├Ąhrlich sein k├Ânnen, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ├╝ber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen Vertr├Ąge das „Pfenning“-Projekt ├╝berhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verk├╝ndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele Ger├╝chte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizit├Ątspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder gro├če „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es w├╝rde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise f├╝r Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt f├╝r die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen f├╝r den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die H├Ąlfte als Leihkr├Ąfte. Die Zahl „bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze“, mit der B├╝rgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP f├╝r das Projekt geworben haben, f├Ąllt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier Ausbildungspl├Ątze halte „Pfenning“ nach wie vor frei f├╝r Heddesheimer Berufsanf├Ąnger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

Ausgew├Ąhlte G├Ąste

Am 23. M├Ąrz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – f├╝r ausgew├Ąhlte G├Ąste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erf├╝llt.

Edeka: Heute wird es wieder eine Discount-B├╝rgerbeteiligung geben

Heddesheim/Rhein-Neckar, 29. Juni 2011. (red) Heute Abend um 19:00 Uhr laden der Handelsriese Edeka und die Gemeinde Heddesheim zu einem „Infoabend“ ein. Der Ablauf ist vorprogrammiert. Es spricht Edeka, es spricht B├╝rgermeister Kessler und es werden wenige B├╝rger sprechen, weil es ihnen an Informationen fehlt.

Von Hardy Prothmann

Edeka-Gesch├Ąftsf├╝hrer Dr. Detlev Weiler wird sagen, dass Edeka Lebensmittel liebt, das man ganz auf die Region setzt, auf Treue, auf die lange Tradition, dass man zwar enorm investiert, aber die Belastung, beispielsweise durch Verkehr sinkt. Und ja, man verlagert zwar Arbeitspl├Ątze, aber man schafft auch neue und schaut so in eine gute Zukunft. Man bekennt sich zum Standort Heddesheim.

B├╝rgermeister Kessler wird die Tradition loben, den gr├Â├čten Arbeitgeber, die vertrauensvolle Zusammenarbeit, wird auf die Gewerbesteuer verweisen, wird das Unternehmen loben und Sorgen klein reden.

Und dann sind die B├╝rger dran. Doch was sollen die fragen, wenn sie nur „wissen“, was St├╝ck f├╝r St├╝ck bekannt gegeben wird?

Warum sollten sie fragen, wenn von vorneherein klar ist, dass Fragesteller damit rechnen m├╝ssen, als St├Ârenfriede zu gelten?

Warum sollte jemand das Risiko eingehen, durch Fragen aufzufallen?

Wer Fragen stellt, macht sich keine Freunde bei denen, die in Heddesheim das Sagen haben. Also B├╝rgermeister, gewissen Gemeinder├Ąten, Bauern und „einflussreichen Leuten“.

Dennoch sollten die Heddesheimerinnen und Heddesheimer wissen, dass Edeka nicht erst seit kurzem auf die Idee gekommen ist, in Heddesheim zu erweitern. Die vergangene Gemeinderatssitzung hat klar gemacht, dass diese Pl├Ąne schon seit Jahren vorangetrieben werden.

"Unumg├Ąnglich" hei├čt - es gibt keine Alternativen. Ist das so?

Den B├╝rgerinnen und B├╝rgern muss auch klar sein, dass die Schlie├čung des Fleischwerks in Heddesheim und der Wegfall von fast 300 Arbeitspl├Ątzen ein Grund war, f├╝r die Ansiedlung von Pfenning zu werben – trotz Kenntnis der Edeka-Pl├Ąne. Dieses Projekt soll bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze bringen, also mehr als drei Mal so viel, wie durch das Fleischwerk wegfallen werden.

Trotzdem werden B├╝rgermeister Kessler und Gesch├Ąftsf├╝hrer Weiler die Arbeitsplatzargumentationskarte ziehen. Um die „Zukunft zu sichern, ist der geplante Umbau unumg├Ąnglich“, steht im Prospekt, dass Edeka an die Haushalte verteilen lies. Umgekehrt hei├čt das, wenn nicht „umgebaut“ wird, ist die Zukunft ungewiss. Dass der Umbau einen enormen Neubau einschlie├čt wird an dieser Stelle nicht erw├Ąhnt.

Erinnert sich noch jemand, dass in Zusammenhang mit Pfenning argumentiert wurde, dass durch die Schlie├čung des Fleischwerks Edeka-Verkehr wegfalle? Das ist durch den Um- und Neubau Vergangenheit – der Verkehr wird mindestens in gleicher St├Ąrke erhalten.

Erinnert sich jemand, wie mit dem Wegfall der Edeka-Arbeitspl├Ątze f├╝r die „neuen“ Pfenning-Arbeitspl├Ątze geworben wurde? Obwohl dem B├╝rgermeister, gewissen Gemeinder├Ąten und anderen die Edeka-Pl├Ąne schon bekannt waren?

Fragt sich jemand, ob hier eigentlich tats├Ąchlich offen und transparent Politik gemacht und B├╝rger einbezogen werden oder doch alles in Hinterzimmern vorher „in trockene T├╝cher“ kommt?

Fragt jemand nach der Qualit├Ąt der Arbeitspl├Ątze? Oder, ob das Logistikmodell wirklich nachhaltig Wirtschaft und Wertsch├Âpfung betreiben wird?

Fragt jemand, welche Entwicklungsm├Âglichkeiten Heddesheim verbleiben oder ob das Schicksal als Gro├člogistikstandort besiegelt ist?

Fragt jemand, wie es eigentlich zusammenpasst, dass Edeka zwar ein so regionverbundender „Betrieb“ ist, aber gleichzeitig B├Ącker, Metzger, Lebensmittelh├Ąndler aufgeben m├╝ssen, weil sie gegen Edeka und seine Billigmarken keine Chance haben?

Fragt jemand, ob tendenziell Arbeitspl├Ątze erhalten bleiben oder zunehmende Automatisierung daf├╝r sorgt, dass immer weniger Menschen die Arbeit machen?

Edeka ist nicht nur „Qualit├Ąt“ – Edeka ist Deutschland drittgr├Â├čter Billigmarktanbieter, nach Aldi und Lidl.

Edeka wird vom Bundeskartellamt beobachtet – Filialen wurden durchsucht. Mitarbeiter wurden bespitzelt, jede „Konzentration“ forderte unbedingte Unterwerfung der Angestellten – ansonsten droht Job-Verlust.

Edeka ist ein Handels-Moloch, ein riesiger Konzern, dessen Gesch├Ąftsmodell spitz gerechnet ist und dessen gro├če Gewinne im Vergleich zum Umsatz l├Ącherlich sind.

Dabei wird ein gnadenloser Wettbewerb verursacht, der vielen Betrieben die Existenz raubt. Es wird unglaublich viel Verkehr erzeugt, Stra├čen werden belastet, die aus Steuergeldern bezahlt werden m├╝ssen. Es werden Fl├Ąchen versiegelt ohne Garantie eines R├╝ckbaus.

Und es werden Arbeitspl├Ątze geschafffen, die h├Ąufig genug eine „Aufstockung“ brauchen, weil man zu wenig f├╝r den Lebensunterhalt verdient. Und wenn man in die Rente geht, reicht es nicht, sondern muss zum Sozialamt gehen und wieder braucht es Steuergelder, um die „Grundsicherung“ zu geben.

Fragt jemand danach, ob „gro├č=gut“, „Umsatz=alles“, sich nicht als Wirtschaftsideal l├Ąngst ├╝berholt hat? Oder danach, welche Auswirkungen es hat, wenn absolute Monopolisten ├╝ber alles entscheiden?

Frankreich und Gro├čbritannien sind schon weiter als Deutschland. Dort fehlt jeder Wettbewerb fast vollst├Ąndig – die Konzerne machen, was sie wollen.

Ganz klar wird in Heddesheim nicht ├╝ber europ├Ąische Wirtschaftsm├Ąrkte entschieden. Aber doch f├╝r den Ort und f├╝r eine langfristige Zukunftssicherung und irgendwie auch ein wenig f├╝r andere. Wer nur egoistisch handelt, handelt verantwortungslos. Zukunftssicherung k├Ânnte in der F├Ârderung traditoneller Berufe bestehen und neue zukunftstr├Ąchtige Ansiedlungen f├Ârdern.

Daf├╝r ist ein B├╝rgermeister Kessler aber nicht zu haben. Der hat es gerne gro├č und gerne betoniert. Und m├Âglichst automatisch. Und ohne Widerspruch.

Bürgerbeteiligung ist für ihn wie für einen Mega-Konzern wie Edeka (46 Milliarden Euro Umsatz) ein Greul. Ein gesetzliches Ãœbel, dass man bürokratisch erledigen kann.

Herr Kessler inszeniert die „B├╝rgerbeteiligung“ nur. Er hat kein Herz und keinen Verstand daf├╝r. Es ist l├Ąstige Pflicht, notwendiges ├â┼ôbel, aber niemals eine K├╝r, in der er zeigen wird, dass er wirklich f├╝r seine B├╝rgerinnen und B├╝rger da ist, sie ernst nimmt, sie verstehen will und sich f├╝r deren Willen einsetzt.

B├╝rgeranliegen passen f├╝r ihn dann, wenn es ihm passt. Wenn nicht, dann nicht.

Da muss man sich keine Illussionen machen.

Unterst├╝tzt wird er dabei von Zirkeln, in denen entschieden wird, was gut ist und was nicht.

Gro├če Medien, wie der Mannheimer Morgen, die wirtschaftlich abh├Ąngig von den Anzeigen der gro├čen Konzerne sind, werden den Teufel tun und kritisch berichten – das ist lange vorbei. Donnerstag ist Zahltag – da werben Aldi, Lidl und die anderen Discounter und auch Edeka. Ein falscher Bericht und die Einnahmen sind dahin. ├â┼ôber das Wohlwollen der Zeitung braucht sich deshalb niemand zu wundern.

Schaffen statt streiken: Wie Journalisten der Zeitungskrise entkommen k├Ânnen

Mannheim/Rhein-Neckar, 28. Juni 2011. (red) K├╝rzungen, Arbeitsverdichtungen, Entlassungen – das sind die Schlagw├Ârter, die seit vielen Jahren die Redaktionen deutscher Zeitungsverlage bestimmen. Die Arbeit wird immer unertr├Ąglicher, das Produkt Zeitung immer banaler. Aktuell wird gestreikt, nicht f├╝r „mehr“, sondern f├╝r „nicht noch weniger“. Dabei ist Journalismus ein sch├Âner Beruf, einer, den die meisten aus Leidenschaft ergriffen haben – ohne Idee, dass diese Entscheidung heute „Leiden schafft“. Doch es gibt einen Ausweg: Unternehmerjournalismus.

Von Hardy Prothmann

Ganz ehrlich liebe Redakteure? Wenn ich lese, dass ein Berufseinsteiger mit 3.200 Euro brutto beginnt und nach zehn Jahren bei 4.500 Euro brutto liegt und dann je nach Stellung in der Redaktion noch ein paar tausender drauf gepackt bekommt, kriege ich Tr├Ąnen in den Augen. Denn nach 20 Berufsjahren bin ich weit entfernt von solchen Geh├Ąltern im Vergleich zu einem Zeitungsredakteur. Aber es wird besser.

Ehrlich, transparent, leidenschaftlich

Krise? Na und? Nutzt Eure Chance, sagt Hardy Prothmann Bild: sap

Und ich bin mein eigener Chef, entscheide selbst ├╝ber die Themen, bin ehrlich und transparent sein und „eine Schere im Kopf“ gibt es nicht. Unsere Texte sind so lang wie sie sein m├╝ssen und nicht auf eine feste Zeilenzahl begrenzt. Wir k├Ânnen mit allen Informationen „spielen“ – also experimentieren, wie wir mit unseren Informationen die Menschen am besten erreichen.

Wir sind in engem Kontakt mit unseren Lesern und das macht unsere Angebote aktueller, hintergr├╝ndiger und einfach besser als die unkritische Lobhudel- und Bratwurstberichterstattung, die man t├Ąglich in der Zeitung findet.

Ich habe beim Mannheimer Morgen als freier Mitarbeiter angefangen, habe f├╝r einen Hungerlohn von damals 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile geschrieben und ab 1994 f├╝r einigerma├čen ordentliche Honorare f├╝r alle m├Âglichen gr├Â├čeren Medien in ganz Deutschland, habe H├Ârfunk und Fernsehen gemacht. Ich bin Journalist, mein Schwerpunkt war Print.

Das Blog kommt

Seit nunmehr zwei Jahren baue ich mit einem kleinen Team eine Redaktion auf, deren Angebot sich etabliert hat und ein fester Begriff geworden ist: „Das Blog kommt“, sagen die Leute. Oder: „Hab ich im Blog gelesen.“

Mein kleines Team dreht der „gro├čen Zeitung“ h├Ąufig eine Nase – obwohl wir vom Gesamtumfang nicht mithalten k├Ânnen. Das wollen wir auch gar nicht. Den kompletten Mantel (also Politik, Wirtschaft, Sport) kann man besser und aktueller bei Nachrichtenportalen wie Spiegel Online oder Sueddeutsche.de oder, oder, oder lesen.

Aktuell, exklusiv, investigativ

Im Lokalen sind wir aber inhaltlich schon fast gleichwertig im Umfang und h├Ąufig investigativer, aktueller und exklusiver – wir verzichten auf viele Gef├Ąlligkeitsnachrichten, die eine Zeitung aus lauter Verzweiflung ver├Âffentlicht, um die Seiten zu f├╝llen. Das hat mit Journalismus schon lange nichts mehr zu tun.

Unsere Geschichten sind dann fertig, wenn sie fertig sind und nicht, wenn der Andruck beginnt.

Was noch aussteht, ist der wirtschaftliche Erfolg – unser Teammitglieder arbeiten f├╝r kleines Geld, aber mit gro├čer Leidenschaft f├╝r die „Blogs“. Unser Ziel ist nat├╝rlich, anst├Ąndig zu bezahlen – wir k├Ânnen uns aber nicht auf 60 Jahre Lizenzmonopol und Jahrzehnte fettester Gewinne st├╝tzen, sondern m├╝ssen uns bescheiden zeigen und den G├╝rtel eng halten. Und von 35 Stunden k├Ânnen wir nur tr├Ąumen.

Unternehmerjournalismus

Aber wir sind frei. Wir k├Ânnen ├╝ber alles und jeden berichten, sofern das f├╝r die ├ľffentlichkeit interessant ist. Wir k├Ânnen richtigen, echten, leidenschaftlichen Journalismus machen.

├â┼ôberlegt es Euch gut – die Verleger werden Euch zu Tode sparen. Das wisst Ihr. Die Fotografen sind schon am Rande Ihrer M├Âglichkeiten – Euch wird in den n├Ąchsten Jahren dasselbe passieren. Ihr werdet ausgegliedert und m├╝sst die Brocken fressen, die man Euch hinwirft.

Die Alternative ist, selbst Unternehmer zu werden und endlich wieder die journalistische Leidenschaft zu sp├╝ren. Echte Stories zu machen, genau hinzuschauen, kritisch zu berichten und meinungsstark zu kommentieren. Eben die vierte S├Ąule unserer Gesellschaft sein. Das wichtige demokratische Gut der Meinungsfreiheit zu bef├Ârdern.

Verhandelt Abfindungen und gr├╝ndet Eure eigene Redaktion – gerne mit uns zusammen. Ihr m├╝sst ein bis drei Jahre durchhalten, dann werden die Gesch├Ąfte laufen. Wenn viele mitmachen, geht es schneller.

Ihr seid kompetent, kennt Euch aus, habt viele Kontakte und das ist ein wunderbares Kapital, dass Ihr selbst nutzen k├Ânnt, statt Euch von Verlagsmanagern ausnehmen zu lassen.

Wer sich jetzt dazu entscheidet, braucht sicherlich Mut. Aber es wird die richtige Entscheidung sein, denn sp├Ątestens in f├╝nf bis zehn Jahren habt Ihr nichts mehr zu entscheiden. Dann werdet Ihr sicher entlassen.

Andere, vielleicht ich, vielleicht jemand anders, werden es bis dahin geschafft haben, eigene Redaktionen aufzubauen und sie werden Ihre eigenen Chefs sein und Leute besch├Ąftigen. Entlassene Redakteure, die bis zuletzt auf die Zeitung statt auf die Information ├╝bers Internet gesetzt haben, werden garantiert nicht gebraucht werden.

Nutzt Euer Kapital, bevor es wertlos ist

Denn bis dahin kennen sich die neuen Redaktionen auch aus, haben Kontakte und berichten kompetent – Ihr k├Ânnt nichts bieten, was die neue Generation nicht schon hat. Und es werden leidenschaftlicher Macher sein, die mit gefeuerten Angestellten nichts anfangen k├Ânnen. Dann seid Ihr raus aus dem Gesch├Ąft.

Schaut Euch an, wie die WAZ vor kurzem 300 Leute entlassen hat, schaut Euch die K├╝rzungen bei der S├╝ddeutschen an, bei Focus und das elende Schicksal der Frankfurter Rundschau.

Gro├če Chancen gib es aber im Lokalen – da, wo die Menschen leben und jede Geschichte wirklich exklusiv sein kann. Hier ist professioneller Journalismus gefragt, der sich aber gerne neu erfindet, der Teil der Gesellschaft ist, der f├╝r die Menschen da ist.

Willkommen sind leidenschaftliche Journalisten – ob vom MM, der Rhein-Neckar-Zeitung, der Rheinpfalz, der Stuttgarter Zeitung oder woher auch immer. Redaktionelle Strukturen sind vorhanden, die Themen liegern auf der Stra├če – im n├Ąchsten Schritt wird es darum gehen, ausreichende bis gute Ums├Ątze zu generieren. Wenn man sich Aufgaben teilen kann, wird dies schnell m├Âglich sein.

Wer sich daf├╝r interessiert, kann gerne vertraulich Kontakt mit uns aufnehmen und die Chancen und Risiken erfragen. Noch habt Ihr die M├Âglichkeit, selbst zu entscheiden. Nutzt sie. Aber bald.

„Pfenning“ wirbt mit Online-Prospekt und Rehen auf Kr├Ąuterwiesen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 13. April 2011. (red) Die KMP Holding, Muttergesellschaft von „pfenning logistics“, wirbt im Internet mit einer aufw├Ąndigen Pr├Ąsentation des geplanten Logistikzentrums. Die hat sicherlich viel Geld geskostet – und das, obwohl „Pfenning“ heftig sparen muss. Denn der Umsatz 2009 ist abermals eingebrochen – um 7,3 Prozent. Das Unternehmen, das laut B├╝rgermeister Michael Kessler und der Mehrheit im Gemeinderat die Zukunft Heddesheims sichern soll, hat enorm zu k├Ąmpfen. Arbeitspl├Ątze wurden abgebaut, die Umsatzrendite liegt bei 0,9 Prozent. Eine Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht.

Von Hardy Prothmann

Vorweg – Sie sollten mindestens ├╝ber DSL 3000 verf├╝gen, selbst dann wird der Aufruf dieser vollkommen unn├Âtigen Programmierung zum Geduldsspiel. „Pfenning“ pr├Ąsentiert unter http://www.bestplace-morespace.com einen Art „Online-Prospekt“ f├╝r das geplante Logistikzentrum.

Neu ist daran eigentlich nichts. So hat Pfenning seit Jahren exakt 1.850 Mitarbeiter und der Umsatz 2009 liegt nach Prospekt bei 204 Millionen Euro.

Ein kleiner Blick ins Handelsregister verr├Ąt, dass es 2008 insgesamt 1.852 Mitarbeiter waren und 2009 nur noch 1.810.

Nach „offiziellen“ Angaben behauptete „Pfenning“ im Jahr 2008 insgesamt 220 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 169,5 Millionen Euro. F├╝r 2009 behauptet „Pfenning“ insgesamt 204 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 157,1 Millionen Euro.

Zur Bilanz 2008 hatten wir bereits nachgefragt: Die Auskunft war, man habe noch andere Beteiligungen, die f├╝r die 50 Millionen Differenz beim Umsatz gesorgt h├Ątten. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Deshalb kann man sich nur auf die vorhandenen Zahlen st├╝tzen und die sehen mies aus.

Zwar hat die Unternehmensgruppe 2009 laut Bilanz einen Gewinn von knapp 1,4 Millionen Euro gemacht (2008: 20.000 Euro), wer sich aber die Zahlen etwas genauer anschaut, erkennt, dass rund 1,1 Millionen Euro weniger f├╝rs Personal ausgegeben wurden – und das bei einer Firma, die versprochen hat, neue Arbeitspl├Ątze nach Heddesheim zu bringen. Was noch nicht mal falsch sein muss, vielleicht werden die neuen Arbeitspl├Ątze ja so schlecht bezahlt, dass unterm Strich hier nochmals gespart werden kann. Beispielsweise wurde die Aufwendungen f├╝r die Altersvorsorge um das Doppelte oder eine halbe Million Euro zur├╝ckgefahren.

Bei den Aufwendungen f├╝r Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden ganze sieben Millionen Euro eingespart – ein Hinweis, dass hier Ausgaben nicht get├Ątigt wurden und der Sparstrumpf ganz eng gezogen wurde. Lapidar ├╝bersetzt: Man schiebt den ├ľlwechsel halt ein bisschen raus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass fast alle „Vorr├Ąte“ teils bis um ein Drittel zur├╝ckgefahren wurden.

Auch der Aufwand f├╝r bezogene Leistungen ging um gut zehn Prozent oder drei Millionen Euro zur├╝ck – sprich. Firmen, die „Pfenning“ als Kunden haben, mussten den G├╝rtel auch enger schnallen. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 2,4 Millionen Euro oder ebenfalls knapp 10 Prozent zur├╝ck. Und es wurden rund eine Million Euro weniger Zinsen gezahlt. Vielleicht, weil weniger Schulden da sind, kann aber auch gut sein, dass man die Bank gebeten hat, die Zinsen sp├Ąter zu zahlen.

Insgesamt darf man die Zahlen durchaus so interpretieren, dass sparen, sparen, sparen angesagt war. „Pfenning“ nennt das „Konsolidierung“.

Ein interessanter Satz steht unter „Preisdumping“:

„Parallel zu unserer eigenen Flotte bedienen wir uns schon immer bei entsprechenden Transportunternehmen, um unsere ben├Âtigten Spitzenkapazit├Ąten abdecken zu k├Ânnen.“

├â┼ôbersetzt hei├čt das, Pfenning f├Ąhrt einen Grundfahrzeugpark und bedient sich anderer Logistiker, um „Spitzen“ zu bedienen. Die Heddesheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger erinnern sich, dass es laut Pfenning├é┬á mindestens zwei Spitzen im Jahr gibt: im Fr├╝hjahr und vor Weihnachten. Dann fahren also vermehrt nicht-„Pfenning“-Lkw ├╝ber die Ringstra├če und „vielleicht“ auch durch den Ort. Das ist die Zeit f├╝r die Aufpasser, die sich dann Kennzeichen notieren, um feststellen zu lassen, ob „Pfenning“ den „Verkehrslenkungsvertrag“ bricht. Die Gemeindekasse f├╝r soziale Zwecke wird sich dann ├╝ber 20 Euro je Versto├č freuen, sofern diese „festgestellt“ werden.

Gr├╝ne Wiese als "Ausstiegsperspektive" - sollte "Pfenning" pleite gehen, k├Ânnten Rehe k├╝nftig regengesch├╝tzt in hochmodernen Hallen weiden. Quelle: KMP Holding

Ebenfalls interessant ist auch dieser Satz zum Personal:

„Aufgrund des Konjunktureinbruches ist jedoch eine Entspannung am Arbeitsmarkt beim gewerblichen Fahrpersonal zu verzeichnen.“

Hei├čt, die Leute suchen Arbeit und schaffen sicherlich auch f├╝r wenig Geld.

Als Prognose erwartet der Konzern laut Bilanzbericht f├╝r 2010 eine „Konsolidierung“ auf dem Niveau von 2009 – sprich, der Umsatz wird nicht wachsen. Da „Pfenning“ den Gro├čkunden Henkel verloren hat, darf man gespannt sein, wie die tats├Ąchlichen Zahlen aussehen werden.

Mit einer Umsatzrendite von 0,9 Prozent ist Pfenning, naja, nicht gerade das, was man ein „erfolgreiches Unternehmen“ nennt. Anders ausgedr├╝ckt, von 100 Euro Umsatz bleiben nach Abszug aller Ausgaben 90 Cent „Gewinn“ in der Tasche.

Zur├╝ck zur Pr├Ąsentation: Geht es nach Pfenning, k├Ânnten die Hallen im Notfall auch als „Renaturierungsgebiet“ genutzt werden – aber vielleicht ist das einfach wieder nur eine Fehlinterpretation.

Offener Brief an die CDU: „Das ist Volksverdummung!“

Guten Tag Herr Wittneben, sehr geehrte CDU Heddesheim,

sp├Ątestens nach Ihrer, vielleicht sogar gutgemeinten, Wurfsendung zum Thema Pfennig ist eine Stimmvergabe an einen CDU Kandidaten n├Ąchste Woche unm├Âglich geworden:

Sie werfen der IG Nein-zu-Pfenning „verdrehte oder unwahre Argumente“ (Zitat) vor. Sie selber sind Dank Ihrer Wurfsendung noch viel schlimmer!

Die 7 Fragen / Aussagen sind absolute Volksverdummung!

Hier meine Begr├╝ndung:

1) „Arbeitspl├Ątze sind mir wichtig.“: Clevere Formulierung, da jeder normal denkende Mensch zuerst anerkennend nicken wird. Was hat dies mit der Ansiedlung der Firma Pfenning zu tun? Nat├╝rlich nichts. Mit der Ansiedlung dieser Firma kommt es, betriebswirtschaftlich absolut sinnvoll, zu gew├╝nschten Synergieeffekten, so dass zumindest in der Verwaltung sogar Arbeitspl├Ątze wegfallen k├Ânnten. Arbeitspl├Ątze werden hier nicht neu geschaffen, die jetzigen Arbeitnehmer fahren morgens anstatt nach Viernheim halt nach Heddesheim. Dies gilt auch f├╝r die Ausbildungspl├Ątze (siehe Punkt 5) Von den Sub-Unternehmen, die ├╝berhaupt keinen Mehrwert bringen und nur die Luft mit Ihren Trucks verpesten, ganz zu schweigen.

2) „Der Erhalt unserer ├Âffentlichen Einrichtungen ist mir wichtig.„: Nat├╝rlich, dieser Hinweis suggeriert, dass a) in Heddesheim alle ├Âffentliche Einrichtungen geschlossen werden m├╝ssen, wenn Pfenning nicht kommt und b) Pfenning ├╝berhaupt nennenswerte Steuern zahlt.

3) „Solide Gemeindefinanzen sind mir wichtig.“: Was soll eigentlich immer diese Anh├Ąufung von Selbstverst├Ąndlichkeiten? Nat├╝rlich sind solide Finanzen im Gemeindehaushalt immer wichtig. Warum stellen Sie sich als CDU nicht hin und sagen: Die Firma Pfenning zahlt uns auf Jahre konstante und hohe Steuern, so da├č die Gemeindefinanzen stets solide sind. Dies k├Ânnen Sie nicht, da Sie es ja nicht wissen, ob dies der Fall ist. Hier spielt nur das Prinzip Hoffnung eine Rolle.

Nach meinem Recherchen tritt die Firma Pfenning im Gewerbegebiet als Mieter(!) auf, zahlt also an eine (Tochter-)firma Miete, so dass es hier zu einer Gewinnverrechnung kommt. Sehr clever von diesem Logistik-Unternehmen. Aber die Gemeinde geht, was Gewerbesteuer betrifft, hier wahrscheinlich auf Jahre leer aus.

4) „Ich akzeptiere eine Erh├Âhung des Durchgangsverkehrs auf der Ringstra├če.“ Wenigstens hier bleiben sie ehrlich. Als direkter Ringstra├čenbewohner kann ich hier nat├╝rlich nur dagegen sein. Alle Immobilien in 100 Meter Radius zur Ringstra├če werden quasi ├╝ber Nacht weniger wert sein. Die Ringstra├če wurde damals nicht f├╝r so viele Lkw entworfen. Ansonsten h├Ątte man entweder den L├Ąrmschutz verst├Ąrkt oder einer Ansiedlung bis zur Stra├če seitens der Gemeinde gar nicht zugestimmt.

Sehr geehrte CDU-Gemeinderatsmitglieder und die, die es werden wollen:
Haben Sie an die untragbare Gef├Ąhrdung der Fu├čg├Ąnger gedacht?
Schon jetzt ist es f├╝r ├Ąltere Mitb├╝rger und Kinder lebensgef├Ąhrlich von der Ahornstrasse z.B. zum Hallenbad, Baggersee oder Eislaufbahn zu kommen. Ein Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist. Hier fehlt (und dies wird durch die Zunahme des LKW Verkehrs noch verst├Ąrkt) entweder eine Unterf├╝hrung oder eine ├â┼ôberf├╝hrung f├╝r Radfahrer und Fu├čg├Ąnger. Und kommen sie mir nicht mit der Ampel bei der Kepler-Schule. Von der Ahornstrasse ist diese ├╝ber 300 Meter weiter weg und keine Alternative.

5) „Arbeitspl├Ątze f├╝r unsere Jugend sind mir wichtig.“: Dasselbe Problem wie oben: Ein allgemeiner Hinweis, dem jeder zustimmen kann, wird hier auf den Einzelfall ├╝bertragen. Billig, billig!

Ich gehe hier mit jedem von Ihnen eine Wette ein: Es wird aufgrund der Ansiedlung kein Azubi mehr eingestellt als fr├╝her. Ich w├╝nsche zuk├╝nftigen Auszubildenden aus Heddesheim eine erfolgreiche Bewerbung bei der Firma Pfennig in Viernheim! Ich denke die Entfernung nach Viernheim nimmt jeder Auszubildende gerne in Kauf. Warum sollte die Ansiedlung mehr Ausbildungspl├Ątze bringen? Dies unterstellt ja wohl Ihre Aussage.

6) „Eine, f├╝r die Gemeinde risikofreie Entwicklung….ist mir wichtig.“: Ja, aber Gewerbetreibende, die weniger Fl├Ąche
verbrauchen sind mir noch wichtiger. Ein Beton-Schandfleck f├╝r Heddesheim ist kilometerweit sichtbar. Ein Gewerbemix mit vielen kleineren Unternehmen unterschiedlichster Pr├Ągung ist mittelfristig finanziell sogar besser, da das Risiko breiter gestreut wird. Bei kleineren Unternehmen werden auch nicht so horrende Erschlie├čungskosten zu zahlen sein.

7) „Der Wandel von Ackerland hin zu gewerblich genutzter Fl├Ąche ist f├╝r mich akzeptabel.“: Und wieder: ja im allgemeinen schon (zumal diese Fl├Ąche, schon immer als Gewerbegebiet ausgewiesen war). Im besonderen aber nein! Diese Betonburg ist einfach 10 Nummern zu gro├č. Schauen Sie bitte mal Richtung Bergstra├če. Schon die Erweiterung der EDEKA war grenzwertig. Mit der Firma Pfennig setzt man sogar noch einen drauf. Betonw├Ąnde soweit das Auge reicht. Aber ich kann ja dann nach Ladenburg fahren, wenn ich die Bergstra├če sehen m├Âchte…

Fazit: Die Firma Pfennig ist f├╝r Heddesheim eine Nummer zu gro├č. Die Nachteile ├╝berwiegen bei Weitem. Um eines klar zu stellen: Ich habe nichts gegen die Firma Pfenning an sich. Betriebswirtschaftlich kann man zu Standortfrage nur gratulieren. Durch den neuen geplanten Standort verschafft man sich Wettbewerbsvorteile gegen├╝ber den anderen Logistik Firmen. Nur die Auswirkungen f├╝r die Heddesheimer B├╝rger sind nicht akzeptabel. Verbaute Fl├Ąche, zersiedelte Landschaft, mehr Dreck mehr L├Ąrm. Viele Minuszeichen, die Sie als Vertreter der B├╝rger einfach ├╝bergehen.

Deshalb sage ich: Nein zu Pfennig und nein zur CDU Heddesheim!!

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Steffen Warmuth

Mehr Arbeitspl├Ątze durch Pfenning?

Guten Tag,

das heddesheimblog ist der Frage nachgegangen, ob durch die Pfenning-Ansiedlung in Heddesheim tats├Ąchlich mehr Arbeitspl├Ątze vor Ort entstehen. Daf├╝r haben wir einen der „Top“-Logistikexperten in Deutschland befragt.
Der bezeichnet das geplante Pfenning-Projekt als „Riesending“ – Arbeitspl├Ątze k├Ânnten entstehen – bundesweit, aber nicht unbedingt in Heddesheim.

F├╝r B├╝rgermeister Kessler, die FDP und Josef Doll (CDU) und auch die SPD sind die Arbeitspl├Ątze ein gewichtiges Argument: „Es werden├é┬ádurch die Pfenning-Ansiedlung├é┬á0,6 bis 0,8 Arbeitspl├Ątze zus├Ątzlich entstehen, laut einer Studie des Regionalverbands“, sagte Josef Doll auf einer CDU-Veranstaltung am 22. Mai 2009 in Heddesheim.

Diese konkrete Aussage ist falsch. Herr Doll hat zwar einen Doktor, was aber nicht hei├čt, dass er Statistiken richtig lesen und interpretieren kann.

Ebenfalls falsch: Es gibt keine „Studie des Regionalverbands (Rhein-Neckar-Kreis, d. Red.)“ zu diesem Thema. Korrekt ist: Es gibt eine Studie des Fraunhofer-Instituts in N├╝rnberg: „Die Top 100 der Logistik“ (Klick ├Âffnet pdf-Dokument)

Falsch interpretiert hat Josef Doll auch die Ergebnisse der Studie: „Bis 0,9 Arbeitspl├Ątze“ zus├Ątzlich entstehen dabei f├╝r jeden „neu geschaffenen“ Arbeitsplatz, nicht aber f├╝r bereits bestehende Arbeitspl├Ątze. Da die Firma Pfenning rund 500 bestehende Arbeitspl├Ątze „umzieht“, entstehen dadurch keine neuen Arbeitspl├Ątze.

Das heddesheimbloghat mit einem der Autoren der Studie, Christian Kille, gesprochen. Er ist Leiter der „Fraunhofer Arbeitsgruppe f├╝r Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft ATL“:
Was bedeutet die Zahl 0,9?
„Der Faktor 0,9 ist bezogen auf die Summe aller „echten Arbeitspl├Ątze“, die neu entstehen“, sagt Christian Kille.
Entstehen die Arbeitspl├Ątze vor Ort?
„Ja und Nein. Es entstehen Arbeitspl├Ątze vor Ort, aber viele auch woanders. Das k├Ânnen Arbeitspl├Ątze im Lkw-Bau sein, Beratert├Ątigkeiten, sonstige Dienstleistungen. Dieser Wert ist auf Gesamtdeutschland bezogen.“
Ist die Zahl 0,9 ein verl├Ąsslicher Faktor?
„Das ist ein Durchschnittswert. Er kann sehr viel besser sein, aber auch sehr viel schlechter.“

Das heddesheimbloginteressiert auch das Argument, dass Pfenning viele Transporte „├╝ber die Schiene“ abwickeln wird:
Ist der Anteil der Transporte ├╝ber die Schiene bedeutend?
„Nein. Der Anteil ist gering.“
Wird sich der Anteil in Zukunft vergr├Â├čern?
„Ja, definitiv. Relativ gesehen wird der Anteil sich gegen├╝ber dem Transport auf der Stra├če vermutlich deutlich steigern. Absolut gesehen, bleibt der Anteil aber in naher Zukunft gering.“
Trifft diese Aussage f├╝r alle Logistik-Unternehmen zu?
„Nein. Das einzelne Logistik-Unternehmen richtet sich auf seine Kunden ein. Hat ein Kunde einen gro├čen Schienenverkehr, wird das Logistik-Unternehmen dementsprechend sich darauf einstellen.“

Das heddesheimbloginteressiert auch, wie der Logistik-Experte Christian Kille die Gr├Â├če des Pfenning-Projekts im Vergleich zu anderen Logistik-Zentren einordnet:
Wo w├╝rden Sie das Pfenning-Projekt mit zun├Ąchst 200.000 und sp├Ąter fast 400.000 Quadratmetern bebauter Fl├Ąche einordnen?
Das kann man schon als „Riesending“ bezeichnen. Wir ordnen kleinere Standorte unter 10.000 Quadratmetern ein, dann 20-50.0000 und ├╝ber 100.000 Quadratmetern. 2008 gab es zum Beispiel keinen Neubau in Deutschland ├╝ber 100.000 Quadratmetern.“

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