Donnerstag, 21. September 2017

Plakatwettbewerb zur Alkoholprävention gestartet - Schulen können sich anmelden

„Bunt statt Blau“: Sch√ľler gegen Komasaufen

Mannheim/Rhein-Neckar, 19. Februar 2014. (red/jsc) Die DAK will mit ihrer Plakataktion „Bunt statt Blau“ ein Zeichen gegen Komasaufen setzen. Die jungen Menschen sind dazu aufgefordert bunte Bilder zu malen, die vor dem Rauschtrinken warnen. Sch√∂ner Nebeneffekt dabei: Die Sch√ľler denken √ľber ihren eigenen Konsum nach. [Weiterlesen…]

Eisbahn öffnet am 1. November

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Oktober 2010. (pöl/pm) Am 01. November 2010 öffnet die Heddesheimer Freiluft-Eisbahn.

Pressemitteilung der Gemeinde Heddesheim:

„Der Countdown zum Beginn der Eislaufsaison in Heddesheim l√§uft: Ab Montag, 1. November 2010, √∂ffnet die Freiluft-Kunsteisbahn im Sportzentrum (Ahornstra√üe 78) wieder ihre T√ľren und l√§dt zum t√§glichen Schlittschuh-Spa√ü mit Blick auf die Bergstra√üe ein.

Die Anlage bietet alles, was ein Besuch zum Erlebnis werden lässt. Angeschlossen an die Kunsteisbahn sind ein Kiosk und ein Glaspavillon, in dem sich die Besucher aufwärmen oder das Treiben auf der Bahn verfolgen können. Ein Schlittschuhverleih befindet sich ebenfalls vor Ort.

Montagnachmittags zwischen 14 und 17 Uhr findet auch in diesem Jahr wieder der Kindernachmittag statt. Mit Hilfe von Lernhilfen haben Kinder bis zehn Jahre die Möglichkeit spielerisch das Eislaufen zu lernen. Im Anschluss an den Kindernachmittag findet ab Dezember 14-tägig eine Kindereisdisco statt, denn auch die Kleinen bekommen bei uns die Gelegenheit bei fetziger Musik und winterlichem Lichterzauber mal so richtig abzutanzen.

Dienstags, donnerstags, freitags und sonntags ist jeweils von 9.30 bis 22 Uhr √∂ffentlicher Lauf, mittwochs von 9.30 bis 20.45 Uhr und samstags von 9.30 bis 16.30 Uhr. Fast schon legend√§r ist die Eisdisco, die jeden Samstag von 17 bis 22 Uhr stattfindet. Gespielt werden die neuesten Chartbreaker und eine Lightshow sorgt f√ľr Discoatmosph√§re. Dar√ľber hinaus finden einmal im Monat Special Friday Night Parties statt. Von Disco Hits √ľber R`n`B Night Fever bis zur √ú 30 Party, Oldies, etc. ist f√ľr jedes Alter und jeden Musikgeschmack etwas geboten.

Ab 01. November 2010 k√∂nnen Kinder f√ľr nur 5,50 √Ę‚Äö¬¨ pro Kind inkl. einem Essen, Getr√§nk und einer kleinen √ÉŇďberraschung ihren Geburtstag auf der Eisbahn feiern. Dabei kann zwischen folgenden Gerichten inkl. eines 0,5 l Getr√§nkes gew√§hlt werden: Rinds-/Bockwurst mit Br√∂tchen oder Cheeseburger/Hamburger oder Currywurst mit Br√∂tchen. Zwei Begleitpersonen zahlen einen erm√§√üigten Eintrittspreis von nur 2,00 √Ę‚Äö¬¨ pro Person. Das Geburtstagskind hat selbstverst√§ndlich freien Eintritt! Wir bitten um eine rechtzeitige Anmeldung des Kindergeburtstages unter der Tel.-Nr. (06203) 4039686.

F√ľr Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt frei. Kinder ab sechs Jahren sowie Jugendliche und Erm√§√üigte (Sch√ľler, Studenten, Rentner etc.) zahlen 2,20 √Ę‚Äö¬¨, Erwachsene 3,20 √Ę‚Äö¬¨. Billiger wird es in allen Kategorien mit einer Mehrfachkarte. Die Eisdisco am Samstag kostet f√ľr Kinder/Jugendliche und Erm√§√üigte 3,20 √Ę‚Äö¬¨ und f√ľr Erwachsene 4,20 √Ę‚Äö¬¨. F√ľr 0,50 √Ę‚Äö¬¨ k√∂nnen Zuschauer (ab sechs Jahren) am Eislaufspa√ü teilhaben.

Die Kunsteisbahn ist mit der Buslinie 630, Haltestelle Sportzentrum, vom OEG Bahnhof Heddesheim oder Leutershausen/Großsachsen, gut zu erreichen.

Weitere Informationen zu √Ėffnungszeiten, Eintrittspreisen und noch einiges mehr finden Sie unter www.heddesheim.de. Dort ist auch ein neues Image-Video der Eisbahn zu finden.“

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Nachdem offensichtlich zuerst der Mannheimer Morgen informiert wurde und wir wieder einmal die Ungleichbehandlung unserer Redaktion thematisiert haben, schickte uns die Gemeindeverwaltung die vorliegende Pressemitteilung am 25. Oktober 2010 zu, mit der Bitte um Ver√∂ffentlichung „um die beliebte Eisbahn in der Region bekannter zu machen“. Und darin wurde uns erstmals seit November 2009 die M√∂glichkeit von „R√ľckfragen“ beim Hauptamtsleiter Julien Christof angeboten.

Der Bitte entsprechen wir gerne im Sinne der √Ėffentlichkeit. Diese bitten wir auch zu ber√ľcksichtigen, dass der Fall von alkoholisierten 12-j√§hrigen M√§dchen auf dem Gel√§nde der Eisbahn im vergangenen Jahr von der Gemeinde nicht √∂ffentlich gemacht wurde und der Redaktion trotz Nachfrage bis heute keine Informationen vorliegen, wie die Gemeinde den Schutz vor Alkoholmissbrauch sicherstellt.

Das „Image-Video“ wurde von „Nussbaum-Medien“ erstellt, die das Internet-Portal „Lokalmatador“ betreiben. Der Nussbaum-Verlag, der auch das Mitteilungsblatt herausgibt, sitzt in St. Leon-Rot und wird von der Gemeindeverwaltung ebenfalls gegen√ľber des einzigen √∂rtlichen Mediums, dem heddesheimblog, bevorzugt bedient.

Der Nussbaum-Medien-Verlag ist der gr√∂√üte badische Anzeigenverlag und ist beispielsweise auch f√ľr den BdS Heddesheim t√§tig. Er generiert sein Gesch√§ft mit bezahlten Inhalten – journalistische Informationen bietet der Verlag nicht. B√ľrgermeister Michael Kessler hat eine Gegendarstellungsanfrage im Mitteillungsblatt durch „Hausjuristen“ des Nussbaum-Verlags bearbeiten lassen – es gibt hier eine „gedeihliche“ Zusammenarbeit, die beiderseitig „interessengesteuert“ ist.

Mit der Namensgebung „Lokalmatador“ hat der Nussbaum-Verlag das eigene Selbstverst√§ndnis zum Ausdruck gebracht, aber gleichzeitig wenig Sinn f√ľr die Bedeutung gezeigt. Matador leitet sich von spanisch „matar“=t√∂ten ab. Der Lokalmatador ist folglich der „Lokalt√∂ter“.

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer j√ľnger“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. November 2009. Die betrunkenen, 12-j√§hrigen M√§dchen auf der Heddesheimer Eislaufbahn sind kein Einzelfall. √ÉŇďberall im Land und im Kreis steigen die F√§lle von Alkoholmissbrauch bedenklich an. W√§hrend die Gemeindeverwaltung lieber angeblich „im Hintergrund“ t√§tig wird, gehen andere St√§dte und Kommunen das Problem offensiv an. Mit Erfolg – wie die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg wei√ü. Sie wirbt f√ľr eine „Alkohol-Politik“.

Interview: Hardy Prothmann

Frau Zapf-Freudenberg, zwei 12-j√§hrige M√§dchen werden stark alkoholisiert auf der Eisbahn in Heddesheim aufgegriffen. Die Gemeinde Heddesheim versucht den Vorfall zu verschweigen, angeblich, um diese Kinder zu sch√ľtzen. K√∂nnen Sie das nachvollziehen?
Zapf-Freudenberg: „Ja – weil zun√§chst ein Imageverlust bef√ľrchtet wird und man sich fragt: wer ist oder soll sich hier verantwortlich f√ľhlen? Dieser Vorfall sollte in der Gemeinde dazu benutzt werden, kritisch zu fragen: Wie wird mit Alkohol umgegangen auf Wein-, Gassen-, Stra√üenfesten? Wird der Jugendschutz gelebt auf Fasnacht-, Tanz-, Diskoveranstaltungen? Gibt es Probleme in Zusammenhang mit Alkoholkonsum in Jugendtreffs/Jugendclubs?√ā¬†Entstehen St√∂rungen, wie L√§rmbel√§stigung, Vandalismus, Gewalt, Verschmutzung an so genannten inoffiziellen Jugendtreffs, wie Bush√§uschen, Spielpl√§tze, Flussufer, W√§ldchen, Sportpl√§tzen?“

Das sind jede Menge Fragen.
Zapf-Freudenberg: „Ich war noch nicht fertig: Gibt es Handlungsbedarf aus Jugendschutzsicht beim Ausschank: Schulung von Thekenpersonal, Einlass-, Alterskontrollen, Weitergabe von Spirituosen an unter 18-J√§hrige? Gibt es Flatrate-Alkoholkonsumangebote, √∂ffentlich veranstaltete Trinkspiele, Happy Hour-Angebote f√ľr Jugendliche/junge Erwachsene? Ist der sichere Heimweg f√ľr Festbesucher geregelt? Wird der Jugendschutz bei Alkoholverkauf in Tankstellen, Kiosken eingehalten?“

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer j√ľnger.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Wie sollte eine Gemeinde mit dem Thema Alkohol und Jugendliche umgehen?
Zapf-Freudenberg: „Kritisch und offensiv. Hinschauen, denn Wegschauen ist hier keine L√∂sung. Gemeindepolitik und-verwaltung, die Vereine, die Gastronomen, die Schulen, das Jugendamt, Kriminalpr√§vention und Polizei, Vertreter des √∂ffentlichen Nahverkehrs, Pr√§ventionsfachkr√§fte aus Suchtberatungsstellen und die Eltern m√ľssen zusammenwirken, um der bedenklichen Entwicklung entgegen zu wirken, dass das Thema Alkoholmissbrauch immer „j√ľnger“ wird.“

Welche Tendenz stellen Sie fest?
Zapf-Freudenberg: „Die deutsche Hauptsstelle f√ľr Suchtfragen gibt in ihrem Jahrbuch Sucht 2008 an, dass 92 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12-25 Jahren Erfahrungen mit Alkohol haben, 14 Prozent davon trinken „riskant“, das hei√üt mehr als 120g reinen Alkohol pro Woche (ca. 374 ml Wodka) und laufen damit Gefahr, sich vielf√§ltig zu sch√§digen, vor allem das Gehirn, und die Anwartschaft auf eine Alkoholabh√§ngigkeit zu erwerben.“

Gibt es ein kritisches Alter?
Zapf-Freudenberg: „Die Alkoholrauscherfahrung sind bei den 16-17-J√§hrigen am h√§ufigsten.√ā¬†Die alkoholbedingten Behandlungsf√§lle haben sowohl im Land als auch im Kreis von 2007 auf 2008 um √ľber zehn Prozent zugenommen. Im Rhein-Neckar-Kreis waren es im Jahr 2008 offiziell 151 F√§lle. Das ist die Spitze eines Eisberges, der zeigt, dass wir uns k√ľmmern m√ľssen.“

„Es wird immer noch zu wenig getan.“

Sie sagen, man m√ľsse zusammenwirken, um das Problem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen in den Griff zu bekommen. Gibt es daf√ľr positive Beispiele?
Zapf-Freudenberg: „Ja, leider kann ich nicht sagen, „jede Menge“, weil immer noch viel zu wenig getan wird.

Ein positives Beispiel ist ein Veranstalter gro√üer Events in Mannheim. Der Gesch√§ftsf√ľhrung fiel auf, dass Jugendliche bereits im Vorfeld von Veranstaltungen auf dem Gel√§nde „vorgl√ľhten“ und alkoholisiert St√∂rungen verursachten. Kriminalpr√§vention, Polizei, Besch√§ftigte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, Jugend- und Gesundheitsamt, Fanclubs, Pr√§ventionsmitarbeiter der Suchtberatungsstellen und Veranstalter bildeten so genannte Jugendteams und zeigten auf dem Gel√§nde und in der Halle Pr√§senz, sprachen Jugendliche an und informierten dar√ľber, dass der Jugendschutz auf der Veranstaltung eingehalten wird.“

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Die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg fordert eine "Alkohol-Politik": "Wegschauen hilft nicht." Foto: privat

Und die Jugendlichen haben gleich alles verstanden und alles war gut?
Zapf-Freudenberg: „Nein. Einigen alkoholisierten Besuchern wurde Platzverweis erteilt. Und ja: Diese Aktion lief einige Male und die Auff√§lligkeiten wurden sichtbar geringer. √É‚Äěhnliche Erfahrungen wurden in Mannheim auf zwei Kerwe-Veranstaltungen gemacht, die durch Gewaltaufkommen infolge Alkoholkonsum Handlungsbedarf forderten. Das ist ein toller Erfolg und ein sehr gutes Beispiel, dass die M√ľhe sich lohnt.“

Haben Sie eine Erkl√§rung daf√ľr, warum die Jugendlichen, die Alkohol missbrauchen, immer j√ľnger werden?
Zapf-Freudenberg: „Es ist eine Entwicklungsaufgabe des Jugendalters neben vielen anderen, zu lernen, mit Alkohol umzugehen. Wir erwarten das ja auch von unseren jungen Menschen. Dabei wird experimentiert und ausgetestet. Normalerweise verliert sich diese Risikobereitschaft beim Alkoholkonsum mit Eintritt ins Berufsleben und der Partnerwahl. Einige Jugendliche haben keine f√∂rderliche Ausgangsbasis und werden hilfebed√ľrftig, weil sie diese Entwicklungsaufgabe nicht allein bew√§ltigen k√∂nnen.

Alkoholkonsum wird von Jugendlichen als Eintritt in das Erwachsenensein betrachtet, ist also ein Attribut des Erwachsenen. Alkoholkonsum im Jugendalter ist auch als Bew√§ltigungshandeln und Suche nach Entlastung des Jugendlichen zu sehen.“

Eine „Alkohol-Politik“ gibt den Jugendlichen Leitplanken.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Entlastung wovon?
Zapf-Freudenberg: „Die Kinderzeit wird immer k√ľrzer. Wir erwarten von unseren Spr√∂sslingen immer fr√ľher Erwachsenenverhalten: sich der Norm anzupassen, W√ľnsche/Bed√ľrfnisse aufzuschieben, zu verzichten, sachlich und zielorientiert zu handeln, vor allem leitungsorientiert, usw. Gleichzeitig verl√§ngert aber sich die Jugendzeit. Der Eintritt in die wirtschaftliche Unabh√§ngigkeit wird bis in das dritte Lebensjahrzehnt verz√∂gert.

Unsere jungen Menschen sind dabei einem Bombardement von Werbung der Tabak- und Alkoholindustrie ausgesetzt, die mit ihren Produkten als Lifestyle werben und ins Schwarze treffen. Und unsere jungen Menschen stehen immer weniger unter dem Einfluss ihrer Eltern. Deswegen ist es dringend angeraten, eine Alkoholpolitik zu betreiben und Kindern und Jugendlichen auch auf Gemeindeebene Leitplanken zu geben.“

Was ist eine „Alkoholpolitik“?
Zapf-Freudenberg: „Es ist der erkl√§rte Wille der kommunalen Gebietsk√∂rperschaft den exzessiven Alkoholkonsum und seine Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen l√∂sungsorientiert zu bek√§mpfen, sich hierf√ľr zust√§ndig zu f√ľhlen und zu handeln. Voraussetzung ist die Problembeobachtung und -beschreibung und die weitere Vernetzung und Diskussion am runden Tisch. Teilnehmer k√∂nnen Gemeindeverwaltung und -politik, Polizei und Kriminalpr√§vention, Jugendamt, Jugendtreffs, Einrichtungen der Jugendhilfe, Schule, Elternschaft, Suchtberatungsstellen, Vereine, Gastronomie sein.

Es sollte eine lokale Agenda mit Ma√ünahmen und der Umsetzung verabschiedet werden. Ferner muss auff√§llig gewordenen Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Das beginnt durch ein Gespr√§ch mit alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern und dem Angebot weitere Hilfestellungen im Krankenhaus. Ferner muss es weitere Ma√ünahmen f√ľr junge Menschen mit Risikoprofil geben. Hier bietet das Projekt HaLT (Hart am Limit) des Pr√§ventionszentrums Villa Sch√∂pflin eine gute L√∂sung.

Link:
Baden-W√ľrttembergischer Landesverband f√ľr Pr√§vention und Rehabilitation: Lokale Alkoholpolitik.

Zur Person:
Astrid Zapf-Freudenberg ist Diplom-Sozialarbeiterin und arbeitet in Mannheim in der Fachstelle Sucht des Baden-W√ľrttembergischen Landesverband f√ľr Pr√§vention und Rehabilitation gGmbH (bwlv).
Die bwlv „Fachstelle Sucht“ bietet durch drei Sozialarbeiter/Sozialp√§dagoginnen und einem Psychologen Mannheimer B√ľrgerinnen und B√ľrgern Suchtberatung und ambulante medizinische Rehabilitation, Vermittlung in station√§re medizinische Rehabilitation und Nachsorgebehandlung, Nikotinentw√∂hnung, Tagesst√§tte f√ľr suchtkranke Menschen, alkoholfreies Caf√©, sechs Selbsthilfegruppen, eine offene Info-Gruppe.
Frau Zapf-Freudenberg ist Leiterin der Fachstelle und als Fachkraft f√ľr Suchtpr√§vention informiert, ber√§t und unterst√ľtzt sie Betriebe/Verwaltungen, Vereine, Schule, Kinderg√§rten, Gemeinwesen bei der Umsetzung von Suchtpr√§ventionsprogrammen.

Info:
stern: Blaue Briefe gegen den Suff

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Guten Tag!

Heddesheim, 12. November 2009. H√§tte das heddesheimblog keinen Hinweis aus der Bev√∂lkerung bekommen und √ľber den Fall zweier stark alkoholisierten M√§dchen im Alter von 12 Jahren auf der Eisbahn berichtet – h√§tte die √Ėffentlichkeit nichts √ľber den Vorfall erfahren. Aus Sicht der Gemeinde dient dieses Schweigen „der R√ľcksicht und dem Schutz der betroffenen Jugendlichen und deren Eltern“. Ist das so?

Kommentar: Hardy Prothmann

Das heddesheimblog musste behaarlich nachhaken, um n√§here Einzelheiten von der Gemeinde √ľber den Alkoholmissbrauch zweier 12-j√§hriger M√§dchen am vergangenen Wochenende (07. November 2009) auf der Eisbahn zu erfahren. Warum eigentlich?

Angeblich geht es um die „R√ľcksicht und den Schutz der betroffenen Jugendlichen und deren Eltern“. „Wir hielten und halten es auf Ihre Anfrage hin weiterhin nicht f√ľr ein verantwortliches Handeln, den Vorfall in allen Einzelheiten √∂ffentlich zu machen, zumal die Eltern, die zuallererst die Aufsichtspflicht √ľber ihre minderj√§hrigen Kinder haben, kurz nach dem Vorfall, sowie das Jugendamt am 11.11.09 informiert wurden.“

Inwieweit eine Berichterstattung wie hier im heddesheimblog eine „Bedrohung“ f√ľr die betroffenen Jugendlichen darstellen k√∂nnte, erschlie√üt sich mir nicht.

Wer soll gesch√ľtzt werden? Die Kinder oder die Verantwortlichen?

Ganz im Gegenteil habe ich mit vielen Eltern gesprochen, die sehr besorgt ob dieses Vorfalls sind und nunmehr ihre Kinder nicht mehr ohne Aufsicht auf die Eisbahn lassen wollen. Weil sie Sorge haben, dass ihre Kinder vielleicht mit Alkohol in Ber√ľhrung kommen oder durch alkoholisierte Jugendliche Schaden erleiden.

Nur um „Missverst√§ndnissen“ vorzubeugen wurde die Redaktion des heddesheimblogs dann doch mit ein paar Details durch den Hauptamtsleiter und Pressesprecher Julien Christof informiert.

Was ist mit „Missverst√§ndnissen“ gemeint?√ā¬†Ganz einfach: Nur durch beharrliches Nachbohren war die Gemeinde √ľberhaupt bereit, wesentliche Informationen √ľber den Vorfall „herauszur√ľcken“. Dass sie letztlich doch informiert hat, soll nun wohl beweisen, dass Presseanfragen „freiwillig“ beantwortet werden.

Dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil hat die Redaktion handfeste Informationen, dass auf Anordnung des B√ľrgermeisters Michael Kessler das heddesheimblog bewusst und vors√§tzlich immer wieder beim Versand von Informationen an die Presse √ľbergangen wird.

Die Gemeinde hätte den Vorfall am liebsten verschwiegen.

Dieser neuerliche Vorfall aber geht weiter. Nicht nur das heddesheimblog wird nicht informiert – √ľberhaupt keine „√Ėffentlichkeit“ wurde informiert, weil die Gemeinde den Vorfall am liebsten verschwiegen h√§tte.

Zum „Schutz der Jugendlichen“? Wer√ā¬īs glaubt, wird selig.

Nat√ľrlich zum eigenen Schutz. Denn ab der Berichterstattung wird die √Ėffentlichkeit aufmerksam darauf achten, wie die Gemeinde sicher stellt, dass die anderen Jugendlichen „gesch√ľtzt“ werden – notfalls auch vor sich selbst.

Um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Es geht um Kinder – zw√∂lf Jahre alt! Betrunkene Kinder! Das sind Sechstkl√§ssler. Noch dazu M√§dchen, nicht etwa „Jungs“ – f√ľr deren Fehlverhalten manche noch eher Verst√§ndnis h√§tten, obwohl fraglich ist, wieso das „eher verst√§ndlich“ sein sollte.

F√ľnf Tage nach diesem Vorfall hatte die Gemeinde immer noch keine detaillierten Informationen und begr√ľndete dem heddesheimblog gegen√ľber diese desinteressierte Haltung damit, dass die Mitarbeiter der Eisbahn „im Schichtdienst“ arbeiten und deswegen eine „vertiefende Stellungnahme“ bislang nicht m√∂glich gewesen sei.

Geht es noch kälter?

Eine „vertiefende Stellungnahme“ also. Geht es noch b√ľrokratischer, desinteressierter, k√§lter?

Im Gegenteil beschwert sich die Gemeinde √ľber einen Vorabbericht, in dem „Informationen weggelassen worden sein sollen“ – n√§mlich, dass es „seit Jahren“ ein Alkoholverbot w√§hrend der Eisdisco gibt.

Was soll das hei√üen? „Wir haben es verboten und damit darf das nicht sein?“ Zumindest liest sich das in der „vertiefenden Stellungnahme“ dann so, in der die Gemeinde auf die Hausordnung verweist.

Anstatt sich zu fragen, wie man solche Exzesse m√∂glichst etwa durch Aufkl√§rung in den Griff bekommen kann, spielen die Verantwortlichen der Gemeinde die „beleidigte Leberwurst“.

Ist das angebracht angesichts dieses dringlicheren Problems besoffener Jugendlicher, die immer j√ľnger werden?

Was nicht sein darf, ist auch nicht passiert.

√ÉŇďber die man aber nichts wei√ü oder wissen will, weil Mitarbeiter Schichtdienst haben und deswegen zun√§chst keine b√ľrokratisch-juristisch-korrekten „vertiefenden Stellungnahmen“ m√∂glich sind?

Worum handelt es sich hier? Um eine Farce? Um eine Episode aus Schilda? Um Inkompetenz? Um Desinteresse? Um die unverantwortliche Haltung einer Gemeinde, die nicht wissen will, wie es zu dem Vorfall kam und lieber alles unter den Teppich kehrt? Nach dem Motto, was nicht sein darf, ist auch nicht passiert?

Oder handelt es sich schlicht und einfach um eine √ÉŇďberforderung der Verantwortlichen, die vermeintlich abseits der sozialen Brennpunkte der Gro√üst√§dte denken, auf dem Land sei noch alles in Ordnung?

„Der verantwortliche Mitarbeiter der Eisbahn hat angemessen auf den Vorfall reagiert“, teilt Herr Christof in seiner „Stellungnahme“ mit.

Davon bin ich √ľberzeugt: Ich habe mehrere Stunden mit diesen Mitarbeitern auf der Eisbahn verbracht, um im Vorfeld der Er√∂ffnung √ľber deren Arbeit zu berichten. Die nehmen ihren Job sehr ernst und f√ľllen ihn mit gro√üem Engagement und Verantwortungsbewusstsein aus. √ā¬†Diese Frage steht also √ľberhaupt nicht zur Debatte.

Paranoide Verschwörungstheoretiker.

Zur Debatte steht das Verhalten der Gemeinde, die lieber verschweigt, statt zu informieren. Das ist in meinen Augen ein „verantwortungsloses und unangemessenes Verhalten“.

Zur Debatte steht, wie die „Eism√§nner“ bei ihrer Arbeit besser unterst√ľtzt werden k√∂nnen, damit es m√∂glichst nicht zu solchen Vorf√§llen kommt.

Werden die Verantwortlichen der Gemeinde diesen Kommentar verstehen? Eher nicht. Denn die gehen nach eigener Aussage davon aus, dass das heddesheimblog „auf jeden Fehler der Verwaltung lauert“.

So gesehen, also aus Sicht „paranoider Verschw√∂rungstheoretiker“, verstehe ich das eigene „Schutzbed√ľrfnis“ der Verantwortlichen.

Da ich als Journalist nicht zu Verschw√∂rungstheorien neige, sondern mich f√ľr Tranzsparenz einsetze, kann ich allerdings √ľber dieses Verhalten und diesen Standpunkt nur den Kopf sch√ľtteln.

Interview: Die Eisbahn ist ein sozialer Ort.

Vorfall auf der Eisbahn: Alkoholisiertes Mädchen wurde in Weinheimer Klinik eingeliefert

Guten Tag!

Heddesheim, 12. November 2009. Am Wochenende kam es bei der „Eisdisco“ am Samstag zu zwei F√§llen von Alkoholmissbrauch durch Kinder auf der Eislaufbahn Heddesheim. Wir berichteten bereits gestern √ľber zwei alkoholisierte M√§dchen im Alter von 12 Jahren. Heute hat die Gemeinde auf unsere Anfrage vom 10. November 2009 Details zu dem Vorfall mitgeteilt.

Nach Angaben der Gemeinde Heddesheim bemerkte einer der Eismeister am Samstag, den 07. November 2009, „dass sich ein 12-j√§hriges M√§dchen im Beisein von anderen Jugendlichen auf dem Gel√§nde der Eisbahn an einer Sitzbank √ľbergeben hatte“. Das M√§dchen sei nicht ansprechbar gewesen, weswegen der Eismeister den Rettungsdienst gerufen habe, der das alkoholisierte M√§dchen in eine Klinik nach Weinheim gefahren habe.

Ein weiteres M√§dchen habe ebenfalls Alkohol getrunken und sich auf der Toilette der Eisbahn √ľbergeben. Der Eismeister informierte die Eltern der beiden M√§dchen, die sp√§ter auf der Eisbahn erschienen sind.

In beiden F√§llen wurde das Jugendamt durch die Gemeinde am 11. November 2009 informiert. Zun√§chst hatte die Gemeinde am 10. November 2009 mitgeteilt, dass „zust√§ndige Stellen“ informiert worden seien.

Gemeinde sieht die beiden betrunkenen 12-j√§hrigen M√§dchen als „Einzelfall“.

Auf Nachfrage der Redaktion schrieb die Gemeinde, dass sie den Alkoholmissbrauch der Kinder als „Einzelfall“ betrachte und keinen Anlass sehe, „die Organisation unserer Eisdisco grunds√§tzlich in Frage zu stellen, da allen Besuchern bekannt ist, dass der Alkoholkonsum w√§hrend der Eisdisco verboten ist und sie mit dem Kauf der Eintrittskarte die Eislaufordnung der Kunsteisbahn der Gemeinde Heddesheim anerkennen.“

Nach dieser bestehe w√§hrend der Zeiten der Eisdisco absolutes Alkoholverbot. Die Gemeinde k√∂nne nicht verhindern, „dass Personen die Eisdisco besuchen, bei denen nicht erkennbar ist, dass sie bereits im Vorfeld Alkohol getrunken haben.“ Bei Verdacht auf Alkoholkonsum vor und w√§hrend der Eisdisco w√ľrden stichprobenhaft Kontrollen durchgef√ľhrt und Personen unter Umst√§nden aufgefordert, mitgebrachte Taschen oder Rucks√§cke zu √∂ffnen.

Die Eismeister beobachteten das Geschehen permanent. Sollte sich ein Verdacht best√§tigen, w√ľrden die Personen der Eisbahn verwiesen, bei Jugendlichen zudem die Eltern informiert. Man wolle die Besucher nicht pauschal unter „Generalverdacht“ stellen und alle beim Einlass kontrollieren, was „√ľbrigens organisatorisch gar nicht zu leisten w√§re“.

Trotzdem wolle die Gemeinde in den n√§chsten Wochen einen „speziellen Augenmerk“ in dieser Hinsicht auf die Besucher richten.

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Alkoholmissbrauch von jugendlichen Mädchen auf der Kunsteisbahn

Guten Tag!

Heddesheim, 11. November 2009. Am Wochenende kam es bei der „Eisdisco“ am Samstag zu einem Zwischenfall auf der Eislaufbahn Heddesheim. Nach Informationen des heddesheimblogs mussten zwei M√§dchen, um zw√∂lf Jahre alt, die Eisbahn wegen Trunkenheit verlassen.

Entdeckt wurde der Alkoholmissbrauch der unter 14-jährigen Mädchen durch einen Sturz. Der Redaktion liegen noch keine detaillierten Informationen zu dem Vorfall vor.

Nach Angaben aus dem Rathaus wurden die Eltern und „zust√§ndige Stellen“ informiert.

Die Redaktion hat eine Anfrage an das Rathaus gestellt und informiert Sie umgehend √ľber die Hintergr√ľnde und Folgen dieses Vorfalls, sobald die Antworten eingetroffen sind.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog