Freitag, 22. November 2019

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Zur Sache: Die „unselige“ Berichterstattung im Mannheimer Morgen

Schere, Kluft, Arm, Reich - wichtiges Thema. Beim "MM" von "außen besetzt". Quelle: MM

Mannheim/Rhein-Neckar, 20. Juli 2011. (red) Die Entwicklung ist dramatisch – sowohl für Beschäftige mit niedrigen Einkommen als auch für Abonnenten des Mannheimer Morgen. In der heutigen Ausgabe benennt die Zeitung „Geringverdiener zu Verlierern“, berichtet weiter auf Seite 5 unter „Wirtschaft“ zu „Kluft zwischen Arm und Reich wächst“ und kommentiert die „unselige Schere“. Dahinter steckt sehr viel „Unseligkeit“. Auch eine journalistische. Und einen nicht vorhandene Transparenz.

Von Hardy Prothmann

Der MM „berichtet“ also und „kommentiert“ – so scheint es zumindest.

Tatsächlich steht auf Seite 1 ein Text von „unserem Korrespondenten“ Wolfgang Mulke. Der kommentiert auch auf Seite 5. Dort steht ein weiterer Bericht „von dpa-Korrespondenten (sic!) Bernd Röder“.

Diese Berichterstattung ist keine eigene, redaktionelle Leistung des Mannheimer Morgens. Sie ist eingekauft. Von der Agentur „die-korrespondenten.de„, bei der Wolfgang Mulke arbeitet und bei dpa, der Deutschen Presse-Agentur.

„Dein“, „Mein“, „Unser“ – der „MM“ ist für „uns“ alle da – oder doch nicht?

Mal abgesehen von dem Grammatik-Fehler bei Herrn Röder… – ist Herr Mulke tatsächlich „unser Korrespondent“, wie der MM das behauptet? Tatsächlich arbeiten „die-korrespondenten.de“ für viele Zeitungen. Ebenso wie dpa.

Das geht auch in Ordnung.

Wer sich diese Dienstleistung als „unser“, sprich „eigene“ aneignet, ist aber nicht wirklich ehrlich gegenüber den Leserinnen und Lesern.

Denn es ist keine eigene, redaktionell-journalistische Leistung der Zeitung. Beim Gemüsehändler würden man unter „unser Anbau“ erwarten, dass der Apfel auch aus „unserem“ Garten kommt. Bei der Zeitung ist das „abstrakter“.

Es scheint, als informierten Korrespondenten exklusiv für die Zeitung. Tatsächlich ist der MM nur eine von vielen Zeitungen, die tagtäglich bei Dienstleistern Informationen einkaufen und diese verbreiten. „Unser Korrespondent“ ist aber eine gewagte Behauptung. Denn „unser“ signalisiert „Exklusivität“. Tatsächlich ist das meistens nicht so.

Das aktuelle Thema beschäftigt sich mit der „Lohnschere“ und Wolfgang Mulke schreibt einen wirklich guten Kommentar. Kritisch, auf den Punkt. Immer mehr Menschen werden in Billigjobs gedrängt: „Sie sind trotz Arbeit arm dran.“ Der Satz beschreibt Lebensschicksale.

Wir haben schon „gestern“ darüber berichtet – schneller und mit eigener Recherche:
http://rheinneckarblog.de/2011/07/19/diw-kaufkraft-sinkt-wer-wenig-hatt-hat-noch-weniger/

„Lebensschicksale“ werden vermutlich auch bei der Zeitung Mannheimer Morgen beschrieben, ohne dass sie benannt werden:

„Denn immer mehr Beschäftige bekommen nur schlecht bezahlte Stellen“,

ist eine treffende Analyse und dürfte auf alle Zeitungsausträger und viele „freie Mitarbeiter“ der Zeitung zutreffen.“

„Lebenschicksale“ – schlecht, schlechter, noch schlechter bezahlt gilt vor allem für „freie Mitarbeiter“. Von Zeitungen.

In den vergangenen Wochen haben ver.di und der Deutsche Journalistenverband zu Streiks aufgerufen – Zeitungsabonnenten haben das an den „dünnen“ Ausgaben festgestellt.

Denn die deutschen Zeitungsverleger wollen nicht nur keine „Lohnanpassungen“ vornehmen – nein, ganz im Gegenteil, sie wollen teils bis zu 25 Prozent weniger für Berufsanfänger zahlen. Sie sind aktiver Teil des Systems, dass Menschen Arbeit gibt, die trotz Beschäftigung „arm dran sind“.

Gleichzeitig wollen diese Verleger eine Leistungsschutzabgabe erstreiten, eine Art Lizenzgebühr, die alle Teile der Wirtschaft, der Verwaltung, insgesamt die gesamte Öffentlichkeit trifft: Sobald jemand eine „Zeitung“ zitiert, soll Geld fließen. An die Verleger. Das ist zwar sehr vereinfacht dargestellt, aber im Prinzip das, was sich die Verleger wünschen. Dieser „Leistungsschutz“ kommt aber niemals bei den „Urhebern“ an, also den Schreibern, sondern bei den „Verbreitern“, also den Verlegern.

Die allermeisten Lokalzeitungen zahlen Zeilenhonorare, die jenseits von „Gut und Böse“ sind, wenn man das Geld auf „Mindestlohn pro Stunde“ umrechnet. Wer auf sechs Euro pro Stunde kommt, kann sich glücklich schätzen. Fotografen sollen beim MM beispielsweise für Fotos für die Online-Galerien genau nichts erhalten. Das ist eine „Service-Leistung“, die erwartet wird. Wer der nicht nachkommt, muss damit rechnen, dass „bezahlte Jobs“ weniger werden.

Große Teile der Zeitung sind mittlerweile „Discount-Ware“. Irgendwo hergestellt und massenhaft verbreitet – die Leserinnen und Leser können diese „Nachrichten“ umsonst und zuhauf überall im Internet finden. Selbst scheinbar „exklusive“ Themen sind nichts weiter als „zugeschickt“ verbreitete Informationen von Ämtern, Vereinen oder Firmen.

Trotzdem gibt es immer noch genug gutgläubige „Abonennten“, die für „Exklusivität“ zwanzig bis dreißig Euro pro Monat zahlen. Wer sich „kundig“ macht, stellt den Preis in Frage.

Zeitung heute? Sowas wie ein „Ein-Euro-Shop“.

Kein Wunder, dass immer mehr Abonnenten kündigen – „Qualitätsjournalismus“ wird schon lange nicht mehr geboten.

Stopp. Der Kommentar von Wolfgang Mulke ist guter Qualitätsjournalismus. Er benennt Fehlentwicklungen. Prangert an.

Leider fehlt es an der Transparenz in der eigenen Zeitung, was man Herrn Mulke nicht vorwerfen kann. Soll er etwa thematisieren, wie es um die „Niedriglohnpolitik“ des MM bestellt ist? Und sich Ärger einhandeln und nicht mehr „gebucht“ werden? Auch Herr Mulke muss sein Geschäft machen.

Ich selbst war auch mal „freier Mitarbeiter“ des Mannheimer Morgen. Von 1991-1994. Damals habe ich für 55 Pfenning „die Zeile“ geschrieben. In einem Monat habe ich mal rund 1.400 Mark „verdient“. Im „Schnitt“ bedeutete das pro Tag ein bis zwei „Artikel“. Rund eine Stunde hin und zurück zum Termin. Ein bis drei Stunden vor Ort. Eine Stunde Vorbereitung. Ein Stunde Schreiben. Oder vielleicht  mehr. Zwei, drei, vier Stunden, Gespräche, Telefonate, Treffen – wenn mir das „Thema“ wichtig war.

Und die „Themen“ waren wichtig – zumindest mir. Und den Menschen, die „betroffen“ waren.

Einige Texte waren nur 40-Zeiler. Einige länger, vielleicht 120-Zeiler (drei bis vier Spalten-Texte). Mit echter „Recherche“, viel Aufwand, stundenlangen Gesprächen. Terminen. Die Arbeit war sehr aufwändig, hat aber „Spaß“ gemacht.

Wenn es „gut“ lief, waren das also vier Stunden für 25 Mark oder rund sechs Mark die Stunde. Wenn es schlecht lief, waren es sechs oder mehr Stunden. Also nur vier Mark die Stunde. Das war 1994.

„Berechenbare Information?“ – Klar, auf dem Niveau von 55 Pfenning. Pro Zeile.

Oft haute die „Rechnung“ auch nicht hin. Dann war es „Berufsethos“. Ruhm und Ehre. Wichtiger als Geld.

Wenn man das „System“ kapiert oder „im Stoff stand“, konnte man die „Stunde Vorbereitung streichen“ und wenn man clever war, „hin und zurück“ mit möglichst vielen Terminen verbinden – was meistens Wochend- und Abendtermine beinhaltete.

Und wenn man „noch besser“ verstanden hatte, „dichtete“ man irgendwelchen Blödsinn, Hauptsache, alle waren zufrieden, es war ein tolles Ereignis, es war schön und nochmal, alle waren zufrieden. Um der „Erwartung“ der Redaktionsleitung zu genügen, aber auch, um wenigstens ein bisschen anständig zu verdienen, schreibt man dann halt solchen Mist.

Die Verlage haben in dieser Zeit zweistellige Umsatzrenditen geschrieben.

Am 20. Juli 2011 lese ich im Mannheimer Morgen einen Kommentar über die „unselige Schere“. Der Kommentar trifft den Punkt. Er ist kritisch und korrekt. Er beschreibt Lebensschicksale. Der Journalist Wolfgang Mulke hat einen korrekten Job gemacht.

Gibt es eigentlich keine Journalisten beim MM, die genauso hätten schreiben können? Das ist meine Frage. Wieso ist die Redaktion nicht in der Lage, das Thema zu berichten und zu lokalisieren?

Schupsen die „Redakteure“ nur noch Bratwurstfeste und gute Stimmungen oder haben sie noch irgendeinen Funken Ehrgeiz in sich, wirklich gute Journalisten zu sein?

Eine der härtesten „Branchen“ in Sachen „Mindestlöhne“ ist der Journalismus.

Oder ist es die Schockstarre, dass sie Teil des Systems sind und niemals ehrlich über Mindestlöhne, Ausbeutung und unhaltbare Zustände über andere berichten können, ohne sich selbst zu meinen?

Mir tun die „Kollegen“ wirklich leid, aber ich habe kein Mitleid mit ihnen.

Ich kann jeden verstehen, der seinen „Vorteil“ retten will, aber ich verachte auch jeden, der sich dabei noch „Journalist“ nennt und so tut, als sei er im Auftrag der „Öffentlichkeit“ unterwegs.

Der MM ist Teil dieser Ausbeuter-Wirtschaft, die Menschen „Arbeit gibt, mit der sie arm dran sind“. Das muss man sagen. Das muss man aufschreiben.

Aber das wird man niemals in dieser Zeitung lesen.

Das Drama der journalistischen Bedeutungslosigkeit – der Fall Kachelmann ist beispielhaft für den „Fall“ des Mannheimer Morgens


Journalistisch nur verloren und nichts gewonnen hat vor allem der MM. Quelle: MM

Mannheim/Rhein-Neckar/Deutschland, 31. Mai 2011 (red) Ãœberall in Deutschland wurde gestern schon über den Freispruch von Jörg Kachelmann berichtet. Der Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung hat seit gut einem Jahr deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Bunte, Focus, Bild und Spiegel haben die Berichterstattung „vorangetrieben“. Ein wenig auch die Agenturen. Mit Sicherheit auch „das Internet“. Keine Rolle hingegen spielte der Mannheimer Morgen.

Von Hardy Prothmann

Um eines klipp und klar festzustellen: Die meisten großen Medien haben im „Fall Kachelmann“ nicht nur versagt, sondern deutlich gemacht, wie erbärmlich es um den „Journalismus“ in Deutschland bestellt ist. Allen voran Alice Schwarzer, die sich für sich für Bild ins Zeug gelegt hat und Gisela Friedrichsen für den Spiegel.

Schlüpfriger Journalismus

Scheckbuch-Journalismus á la Bunte, 50.000 Euro für ein Interview mit einer Ex-Geliebten, die schlüpfrige Details erzählt, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Prozess an sich zu tun haben, ist nur Blick in den pornografischen Abgrund des „Unterhaltungsjournalismus“ gewesen.

Bis heute fehlt eine Distanzierung durch den „allseits geachteten“ Dr. Hubert Burda über die Verfehlungen in und durch seine Medien in diesem „spektakulären“ Prozess.

Verlierer-Journalismus

Der Mannheimer Morgen kommentiert heute: „Nur Verlierer.“ Und urteilt wahr und richtig. Der angebliche Vergewaltiger Kachelmann ist ein Verlierer. Das angebliche Vergewaltigungsopfer, eine Radiomoderatorin, ist eine Verliererin. Das Mannheimer Landgericht ist ein Verlierer. Die Staatsanwaltschaft ist eine Verliererin.

Und der Mannheimer Morgen hat auf ganzer Linie versagt und verloren. Der lokale Platzhirsch spielte journalistisch auch nicht den Hauch ein Rolle in diesem Drama. Kennen Sie eine exklusive Meldung der Zeitung in dem Fall? Eine Nachricht von Bedeutung? Die eine Rolle gespielt hätte? Die etwas oder jemanden bewegt hätte? Nein? Ich auch nicht.

Die Presseerklärung des Landgerichts beschäftigt sich fast nur am Rande mit dem Prozess und dem Urteil. Zentraler Inhalt ist ein Frontalangriff auf „die Medien“.

Frontalangriff auf die Medien

Und dieser Angriff aus der Verteidigungsposition heraus ist sogar nachvollziehbar. Die Richter waren in ungekanntem Ausmaß Teil der Berichterstattung. Vor allem negativer. Wie fatal unprofessionell die Richter sich verhalten haben, reflektieren sie dabei nicht. Sonst müssten sie sich ja nicht in diesem unerwarteten Maß beschweren und rechtfertigen.

Dieser Frontalangriff galt mit Sicherheit nicht dem Mannheimer Morgen. Der hat sich weder durch schlüprige Details noch durch andere Informationen hervorgetan, sondern alle anderen Medien in seinem Vorgarten spielen und eine riesige Verwüstung anrichten lassen.

Journalistischer Ehrgeiz? Kein Funke

Nicht einmal war der Funke eines journalistischen Ehrgeizes erkennbar. Der Wille, mit solider Recherche oder starker Meinung oder Lokalkompetenz so exklusiv und überzeugend zu sein, dass andere „genötigt“ werden zu schreiben: „Wie der Mannheimer Morgen berichtet…“

(Falls es doch einmal in einem Jahr gelungen sein sollte, erkenne ich das nach in Kenntnissetzung an und bitte um Hinweis auf Korrektur bevor eine mit Kosten verbundene Abmahnung geschrieben werden sollte.)

Heute morgen werden die Menschen in den Spiegel schauen und sich vielleicht die ein oder andere Frage dabei stellen.

Der Strafverteidiger Johann Schwenn wird vermutlich denken: Guter Job!

Jörg Kachelmann wird denken: Nein, danke.

Alice Schwarzer wird denken: Doch!

Gisela Friedrichsen wird denken: Wie ungerecht!

Die Radiomoderatorin wird denken: (Nicht-öffentlich)

Stefan Eisner (unbekannter MM-Redakteur, der den Kommentar geschrieben hat.) denkt: Nur Verlierer.

Horst Roth, der MM-Chefredakteur wird denken…

Keine Ahnung, was Herr Roth denkt.

Vermutlich denkt er. Irgendwas. Dass er auch nur im Ansatz darüber nachgedacht hat, wie man diesen Prozess journalistisch „top“ begleitet, darf man getrost in Frage stellen. Und wenn das so gewesen sein sollte, war er leider nicht erfolgreich.

Lordsiegelbewahrer der gepflegten Bratwurstberichterstattung

Herr Roth darf sich gerne aber als „Lordsiegelbewahrer“ fühlen, denn er führt eine lange Tradition fort. Ob „Königsmord der SPD„, Peter Graf-Prozess, Flowtex-Skandal, aktuell Bilfinger & Berger und die Nigeria-Connection – seit nunmehr fast 15 Jahren ist der Mannheimer Morgen kaum mehr in der Lage, eine „Nachrichtenquelle“ für andere Medien zu sein.

Terminberichterstattung, Fasnacht, Vereine, Bratwurstjournalismus und „deshämmerschunimmersogemacht“ bestimmen die journalistische Minderleistung dieser ehemals geachteten Zeitung.

Dabei ist Mannheim ein deutsche Metropole. Eine Top-Stadt, in der „was geht“ – immer wieder. Mit 300.000 Einwohnern ist die Stadt nicht sehr groß, aber sie hat großes Potenzial. Politisch, kulturell, wirtschaftlich und sportlich.

Der Mannheimer Morgen bildet das leider so gut wir gar nicht ab. Er bedient die lokalen Zirkel und vor allem seinen Terminkalender, schaut dabei hilflos der sinkenden Auflage zu und feiert sich selbst dafür… Wofür? Vermutlich, dass es ihn überhaupt noch gibt.

Das Drama der journalistischen Bedeutungslosigkeit ist kaum an einer anderen Zeitung so „dokumentierbar“ wie am Mannheimer Morgen.

 

Aufruf: Besorgen Sie sich bitte den Mannheimer Morgen von heute

Guten Tag!

Heddesheim, 06. Mai 2011. (red) Unser Verhältnis zum Mannheimer Morgen ist – sagen wir mal, nicht optimal. Trotzdem bitten wir alle politisch interessierten Menschen, sich ein Exemplar der heutigen Ausgabe zu kaufen – oder irgendwie anders zu besorgen. Und die Berichte über die Edeka-Erweitung genau zu lesen und mit unseren Berichten zu vergleichen. Denn wer sich eine Meinung bilden will, ist gut beraten, mehr als eine Informationsquelle zu benutzen.

Von Hardy Prothmann

Die MM-Redakteurin Anja Görlitz hat bekanntlich eine Abmahnung gegen mich angestrebt, weil ich im Februar 2010 einen Text über das „Drama der journalistischen Prostitution“ geschrieben habe, durch den sich Frau Görlitz in ihrer beruflichen Ehre beschädigt gesehen hat.

Das Mannheimer Landgericht ist der Argumentation gefolgt und hat ohne Anhörung eine „Einstweilige Verfügung“ gegen mich erlassen. Diese habe ich durch meine Anwälte akzeptieren lassen, um weitere Prozesskosten für diesen einen Kommentar – über die angefallenen rund 5.000 Euro hinaus – zu vermeiden. Teile dieses Textes, der sich den „Abhängigkeiten“ und „Verbindungen“ zwischen „Journalismus“ und „Funktionsträgern“ in zugespitzter Form gewidmet hat, darf ich deshalb bei Androhung von Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten oder Ordnungsstrafe von bis zu 250.000 Euro nicht wiederholen.

Außer ich prozessiere gegen diese Entscheidung – das könnte im Fall einer „Niederlage“ nochmals 10-15.000 Euro kosten. Mein Anwälte meinen, die Chancen stehen 50:50, diesen Prozess zu gewinnen oder zu verlieren. Hätte ich das Geld „über“, würde ich es sehr gerne drauf ankommen lassen. Tatsächlich investiere ich es lieber in die tägliche Arbeit. In journalistische Information.

Das heddesheimblog ist vor etwa zwei Jahren entstanden. Der erste Text wurde am 28. April 2009 veröffentlicht: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?„.

Dieser Text wurde eine Woche nach der „Präsentation“ der geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ am 21. April 2009 im Bürgerhaus verfasst. Dort habe ich mich als Bürger informiert und beschlossen, als Journalist dieses Bauvorhaben zu „prüfen“. Ich hatte diese „Bürgerinformation“ als „Farce“ empfunden. Also habe ich recherchiert. Und das tue ich aktuell wieder.

Soviel vorab: Edeka ist ein „bedeutendes Unternehmen“. Aber Edeka ist nicht „sakrosant“ und wird sich einer kritischen Prüfung stellen müssen.

Der zweite Text ist am 29. April 2009 unter der Schlagzeile „Was heißt bedeutend?“ erschienen und folgte der ersten journalistischen Tugend – nicht einfach zu glauben, was einem gesagt wird, sondern sich in Kenntnis zu setzen, viele Quellen zu prüfen, sich zu informieren.

Im Archiv des Mannheimer Morgens hatte ich zum Unternehmen „Pfenning“ aus den Jahren 2000-2003 Artikel gefunden – ausschließlich negative Berichte über dieses „heimatverbundene Traditionsunternehmen“.

Gleiches Spiel. Gefälligkeitsberichterstattung. Recherche findet nicht statt. Anja Görlitz nennt Bürgermeister Michael Kessler das "Ortsoberhaupt" und folgt "willig" seinen Aussagen. Und zeigt damit, dass sie die grundsätzliche Verfassung einer Gemeinde nicht verstanden hat. Der Gemeinderat ist das oberste Gremium der Kommune, nicht der Bürgermeister. Quelle: MM

Am 05. Februar 2009 spielten diese Berichte im MM keine Rolle, auch später nicht. Im MM stand: „Sie sehen einen rundum glücklichen Bürgermeister.“ Der Heddesheimer Bürgermeister war Michael Kessler war laut MM stolz, „so ein großes und bedeutendes mittelständiges Familienunternehmen für Heddesheim gewonnen zu haben.“

Bis heute hat dieser Bürgermeister die „großen und bedeutenden“ negativen Fakten aus der „Geschichte“ dieses Unternehmens nicht zur Kenntnis genommen.

Bis heute hat der MM nicht einmal die eigene Berichterstattung zitiert.

Diese Informationen, die mir nur über einen bezahlten Zugang zur Verfügung standen, hätte Frau Görlitz im eigenen Unternehmen nutzen können. Ob sie das nicht wusste oder nicht wollte, weiß ich nicht. Ihre Berichterstattung nahm jedenfalls keinen Bezug darauf und auch später war dies nicht feststellbar. Die Jubelberichterstattung hingegen ging fort.

Heute erinnert diese „Journalistin“ an den „glücklichen Bürgermeister“, denn sie damals selbst so inszeniert hat und stellt infrage, „ob Bürgermeister Kessler an seine Aussage „möglicherweise nicht so gerne erinnert“ werden „möchte“.

Warum hat Frau Görlitz, die doch einen „exklusiven Zugang“ zu diesem Mann hat, den Bürgermeister nicht gefragt?

Die Frage ist eine Scheinfrage. Denn das ist das Problem des MM, der Frau Görlitz und einem „Monopol“-Journalismus, der längst nicht mehr unabhängig arbeitet und informiert.

Und der MM ist unter Druck. Durch unsere Berichterstattung und durch die der vielen Kommentatoren, die mit eigenen Gedanken und Hinweisen das „Deutungsmonopol“ der Zeitung unter Druck setzen. Denn es gibt dank des Internets jede Menge Möglichkeiten, behauptete „Fakten“ zu überprüfen.

Wenn Sie neu bei uns sind, empfehlen wir Ihnen die Berichte der vergangenen Tage zu Edeka bei uns und im MM. Vergleichen Sie. Schauen Sie aufs Datum. Wann hat wer was wie berichtet? Wenn Sie uns schon länger lesen, wissen Sie, dass die Berichterstattung im MM und unsere sich teils enorm unterscheiden.

Einige Fakten sind oft ähnlich, aber in der Aussage, in der Einordnung oft grundverschieden. Und wir bieten meist mehr Fakten, die der MM nicht recherchiert hat, oder schlimmer: Offensichtlich nicht nennen will. Warum? Die Antwort ist ganz einfach.

2009 ist anders als 2011 - der MM kann sich die Gefälligkeitsberichte wie diese nicht mehr leisten. Quelle: MM

Wir berichten unabhängig und kritisch. Der MM berichtet anders als wir. Das Urteil, wer umfänglicher, hintergründiger, ehrlicher, genauer, meinungsstärker berichtet, überlassen wir ihnen.

Machen Sie sich selbst ein Bild. Prüfen Sie die angebotenen Informationen.

Unsere Berichterstattung ist sicher nicht fehlerfrei. Das ist keine Berichterstattung jemals. Aber wir geben uns Mühe, aufrichtig, faktentreu und wahrhaftig zu berichten. Transparenz ist für uns deshalb Pflicht. Wir verweisen auf den MM und stellen uns dem Vergleich. Der MM tut bis heute so, als gäbe es das heddesheimblog nicht. Warum wohl?

Unser Ziel ist der journalistische Wettbewerb. Gegenüber den „etablierten“ Medien haben wir oft „Lücken“, weil unsere Mannschaft klein ist, unser Medium jung, die Finanzen bescheiden sind und an eine „Vollversorgung“ können wir nur im „Traum“ denken. Auch ein MM bietet das nicht, tut aber so, als täte er das. Wir hingegen haben Mut zur Lücke und geben uns alle Mühe, jede Lücke zu schließen.

Tatsächlich sind wir aber schon jetzt oft schneller als die „Platzhirsche“. Das ist aber nicht unser Ziel. Wir wollen nicht schneller, sondern „besser“ sein. Besser heißt: Wir machen keine liebedienerische Hofberichterstattung. Wir biedern uns nicht an. Wir schreiben niemanden nach dem Mund. Wir berichten aufrichtig.

Wir sind kritisch. Wir prüfen. Wir beobachten. Wir sind lieber langsamer, als ein „Thema abzufrühstücken“ und bieten lieber eine Analyse als eine Terminberichterstattung und „gefällige“ Darstellungen.

Besorgen Sie sich den MM von heute. Vergleichen Sie unsere Informationen mit denen in der Zeitung. Bilden Sie sich Ihre Meinung. Stellen sie infrage, ob diese Aussage stimmt:

"Meinungsäußerung" vom MM. Ist das so? Seien Sie kritisch. Quelle: MM

Das heddesheimblog ist das einzige Medium vor Ort, dass sich mit allen „Kräften“ kritisch auseinandersetzt. Nicht nur der Bürgermeister redet deswegen kein Wort mehr mit uns. Auch die „IG neinzupfenning“ nicht. Auch die CDU nicht. Die SPD nicht. Die FDP nicht. Die AWO nicht. Die TG nicht. Verschiedene Gewerbetreibende nicht.

Weil wir so böse sind? Kann sein. Nur komisch, dass dieses „Phänomen“ überwiegend in Heddesheim stattfindet. In anderen Orten ist das nicht so. Was ist in Heddesheim anders? Es gibt hier vielfältige, „enge“ Verbindungen und Verflechtungen.

Alle genannten „Protagonisten“ haben wir kritisch begleitet. Und Kritik konnte kaum einer in diesen undemokratischen Zirkeln vertragen. Auch die Grünen haben sich schwer getan, sind aber offener und dialogbereiter und trotz „Kontroversen“ mit unserer Redaktion im guten Kontakt.

Trotz aller „Schwierigkeiten“ haben wir oft die besten Nachrichten, die besten Fakten, die besten Analysen. Warum? Ganz einfach: Wegen unserer Leserinnen und Leser (die auch Teil der CDU, der SPD, der TG, usw. sind). Die informieren uns aktuell und nachhaltig. Zusammen mit unseren Recherchen ergibt das die beste Berichterstattung.

Wir prüfen diese Informationen, recherchieren, veröffentlichen und bieten damit einen bestmöglichen Journalismus. Von und für die Menschen hier vor Ort.

Und ich persönlich und meine Mitarbeiter stehen dafür ein, dass wir uns niemals, unter keinen Umständen, für irgendwas oder irgendwen „verkaufen“.

Bestmöglicher Journalismus heißt: Wir geben uns nie mit einfachen Antworten zufrieden. Wir fragen nach, wir sind kritisch.

Und wir freuen uns über kritische Leserinnen und Leser. Immer. Versprochen.

Und wir garantieren Ihnen, dass „Bürgerbeiligung“ mehr kann, als das, was Zeitungen (und die, die ihre Botschaften darin transportieren lassen) denken, das Bürgerinnen und Bürger denken sollen.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut – „bedeutender“ als jedes unternehmerische Ziel.

Meinungsfreiheit braucht transparente Informationen.

Besorgen Sie sich deshalb den MM von heute und archivieren Sie die Seite 20. Es wird sicherlich spannend sein, welche Informationen dort nicht genannt worden sind und wie sich dieses „Thema“ weiter entwickelt.

Landtagswahl 2011: Mannheimer Morgen berichtet eindeutig parteiisch – für die CDU


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 15. März 2011. (red) Wähler werden nicht nur durch Wahlplakate beeinflusst, sondern auch durch die Medien. Eine möglichst ausgewogene Berichterstattung ist deshalb wichtig. Denn wer besonders häufig in der Berichterstattung erwähnt wird, ist auch präsenter beim Wähler. Mit der „Ausgewogenheit“ hat der Mannheimer Morgen jedoch ein Problem.

Dr. Birgit Arnold (FPD), Gerhard Kleinböck (SPD), Uli Sckerl (Bündnis90/Die Grünen), Georg Wacker (CDU) – so heißen, alphabetisch geordnet, die Spitzenkandidaten der „etablierten Parteien“.

Alle vier treten im Wahlkreis 39 Weinheim zur Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg an.

Allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen, die nicht nur durch die Parteifarbe oder -kasse bestimmt werden. Sondern auch durch die Berichterstattung.

Gehen Sie mal in sich und denken nach:

  • Welcher Name ist Ihnen ein Begriff? Arnold, Kleinböck, Sckerl, Wacker?
  • Welchen Namen haben sie oft gehört, gelesen?
  • Welchen Namen eher weniger?
  • Und für was steht der jeweilige Kandidat?
  • An welches Bild der Kandidaten erinnern Sie sich?

Unausgewogene Berichterstattung

Halten Sie ruhig „Ihre“ Erinnerungen fest und vergleichen Sie diese mit unserer Auswertung. Sie werden überrascht sein, wie genau das Ergebnis sein wird.

Wir haben uns nicht auf die Erinnerung verlassen, sondern die Berichterstattung des Mannheimer Morgens in den vergangenen Wochen genauer angesehen und ausgezählt. Die Ergebnisse sind mehr als interessant – denn sie zeigen, wie unausgewogen berichtet wird und wie die „Erinnerung“ beeinflusst wird.

Zur Methode: Wir haben sämtliche Ausgaben des Mannheimer Morgens „Rhein-Neckar“ seit Januar 2011 bis einschließlich 10. März 2011 nach den oben genannten Spitzenkandidaten durchsucht. Jede Erwähnung wurde als Treffer gezählt.

Darüber hinaus haben wir Unterscheidungen nach Größe des Berichts, Bild Ja/Nein sowie Größe des Bildes vorgenommen.

Unsere Ergebnisse nachfolgend im Ãœberblick:

Einteilung nach Häufigkeit der Erwähnung:

Auf Platz 1 dieses „Rankings“ befindet sich der CDU-Spitzenkandidat Georg Wacker mit 38 Artikeln, in denen sein Name genannt wird.

Mit deutlichem Abstand folgt Gerhard Kleinböck (SPD) mit 27 Erwähnungen.

Ebenfalls deutlich ist der Abstand auf Dr. Birgit Arnold (FDP) und Uli Sckerl (Grüne) mit je 21 Erwähnungen.

Einteilung nach Größe des Artikels:

Hier haben wir drei Einstufungsarten vorgenommen. Sehr kurze Artikel haben wir als „Nachricht“ gewertet, gefolgt von einem „Bericht“ bis hin zu einem „Großen Bericht“. Anhand dieser Einteilungen ergibt sich folgende Rangabstufung:

Nachricht: Georg Wacker (CDU) fand insgesamt 19 namentliche Erwähnungen in einer „Nachricht“, Uli Sckerl (Grüne) war 15-mal namentlich erwähnt worden. Dr. Birgit Arnold (FDP) erhielt 9 Erwähnungen in einer Nachricht. Das Schlusslicht bildet Gerhard Kleinböck (SPD) mit 8 Nennungen in einer Nachricht.

Bericht: Diesen Bereich führt Gerhard Kleinböck (SPD) mit insgesamt 12 Erwähnungen. Dicht gefolgt wird er von Georg Wacker (CDU), der es hier auf 10 Erwähnungen bringt. Auf Platz 3 findet sich Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 6 Nennungen wieder. Am Ende der Skala befindet sich hier Uli Sckerl mit 3 Erwähnungen in einem Bericht.

Großer Bericht: Bei den großen Berichten führt abermals Georg Wacker (CDU) mit 9 Erwähnungen. Ihm folgt Gerhard Kleinböck (SPD) mit 7 Nennungen. Am Ende der Skala finden sich erneut Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 5 Erwähnungen sowie Uli Sckerl (Grüne) mit gerade mal 3 Erwähnungen.

Außerhalb der Einteilung von Nachricht bis Bericht fand Dr. Birgit Arnold (FDP) im Rahmen eines Interviews Erwähnung und Uli Sckerl (Grüne) wurde einmal im „Zitat des Tages“ genannt.

Einteilung nach Bild Ja/Nein:

Bei dieser Abstufung haben wir ausgewertet, ob im Zuge der Namenserwähnung auch ein Bild vorhanden war. Entscheidend hierfür war jedoch nicht, ob es sich dabei um ein Porträtfoto handelte. Wir haben auch die Setzung eines „Symbolfotos“ gezählt, da Bilder in journalistischen Texten einen besonderen Reiz darstellen.

Dieses „Ranking“ wird abermals von Georg Wacker (CDU) geführt, der es auf stattliche 22 Bilder brachte, wenn sein Name in einem Artikel fiel.

Direkt dahinter befindet sich abermals Gerhard Kleinböck (SPD) mit 18 Bildern.

Im „zweitstelligen“ Bereich findet sich immerhin noch Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 12 Bildern.

Gegenüber Georg Wacker erreicht Uli Sckerl (Grüne) nur magere 7 Bilder und damit ein Drittel.

Einteilung nach Bildgröße:

Auch die Größe der Bilder ist ein interessantes Kriterium – je größer, desto besser „bemerkbar“. Hier unterschieden wir drei Varianten: Klein – Mittel – Groß.

Kleine Bilder erhielten: Georg Wacker (CDU)  9 Bilder, Uli Sckerl (Grüne) 4 Bilder, Gerhard Kleinböck (SPD) 2 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 2 Bilder.

Mittlere Bilder erhielten: Gerhard Kleinböck (SPD) 8 Bilder, Georg Wacker (CDU) 6 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 3 Bilder, Uli Sckerl (Grüne) 1 Bild.

Große Bilder erhielten: Gerhard Kleinböck (SPD) 8 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 7 Bilder, Georg Wacker (CDU) 7 Bilder, Uli Sckerl (Grüne) 2 Bilder.

Gesamtergebnis:

Anhand der vier möglichen Rangplatzierungen und der acht Kriterien ergibt sich folgendes Bild:

Georg Wacker belegte: 5x den 1. Platz und 3x den 2. Platz

Gerhard Kleinböck belegte: 3x den 1. Platz, 3x den 2. Platz, 1x den 3. Platz und 1x den 4. Platz

Dr. Birgit Arnold belegte: 1x den 2. Platz, 6x den 3. Platz und 1x den 4. Platz

Uli Sckerl belegte: 2x den 2. Platz, 1x den 3. Platz und 5x den 4. Platz.

Anhand dieser Ergebnisse lassen sich folgende Querschnitte bilden. Je näher der Wert bei 1 ist, desto präsenter war der entsprechende Kandidat in der Berichterstattung des Mannheimer Morgen im Zeitraum Januar 2011 – 10. März 2011.

Geht es nach der quantitativen Auswertung der Berichterstattung im MM hat der Kandidat Georg Wacker (CDU) einen weiten Vorsprung vor den anderen. Quelle: rheinneckarblog

Der „klare“ Sieger in der Berichterstattung ist mit jeweils deutlichem Abstand Georg Wacker (CDU) – der „klarste“ Verlierer Uli Scklerl (Grüne). Jedenfalls nach den „Präferenzen“ des Mannheimer Morgens.

Georg Wacker (CDU): 1,4
Gerhard Kleinböck (SPD): 2
Dr. Birgit Arnold (FDP): 3
Uli Sckerl (Grüne): 3,1

Erinnern Sie sich noch an die Fragen oben?

Entspricht das Ihrer Wahrnehmung?

Werden Sie dementsprechend wählen?

Ganz sicher beeinflusst auch eine solche Analyse die Entscheidung, wer wo sein Kreuz macht.

Wahlentscheidungen basieren auf vielfältigen Faktoren, früher vor allem auf dem „sozialen Stand“, der Bildung, des Vermögens. Heute immer mehr auf Informationen.

Ganz sicher ist damals wie heute die Regel: Nur wer „wahr genommen“ wird, hat auch Chancen.

Nicht nur Argumente entscheiden, sondern auch „Gefühle“. Erfahrungen und Erinnerungen.

Wer ist eher etabliert? Wer kann mit wem? Wer „scheint“ der bessere Kandidat zu sein? Wer ist am ehrlichsten?

Der innere „Abstimmungsprozess“ erfolgt vor dem Kreuz auf dem Wahlzettel.

Leserinnen und Leser, die „grün“ präferieren, müssen massiv enttäuscht sein und sich fragen, was sie von einer so eindeutig „parteiischen“ Berichterstattung halten sollen. Der vierte Platz für den Kandidaten Hans-Ulrich Sckerl ist eindeutig nicht der Platz, den der „Innenexperte“ und die Grünen im Land und im Kreis einnehmen – die „Präsenz“ in der Berichterstattung täuscht hier massiv.

Anmerkung der Redaktion:
Die Ergebnisse unserer Auswertung sind nicht repräsentativ für „alle Medien“ zu verstehen, da wir nur die Berichterstattung im Mannheimer Morgen untersucht haben.
Es handelt sich um eine quantitative Erhebung, nicht um eine qualitätive. Nicht bewertet wurden „negative“ oder „positive“ inhaltliche Text- oder Bildaussagen.

Recherche: Christian Mühlbauer, Paul Maaß

Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

Guten Tag!

Heddesheim, 09. September 2010. Heute berichtet der Mannheimer Morgen unter der Ãœberschrift „Die Sanierung geht weiter“ über den Ammoniak-Unfall an der Eisbahn vom Montag. Angeblich hat der Redakteur Hans-Jürgen Emmerich einen vierspaltigen Bericht geschrieben. Doch das ist eine Täuschung.

Von Hardy Prothmann

Die Zeitungsbranche ist bundesweit in der Krise – mehrere hundert festangestellte Redakteure haben allein im vergangenen Jahr ihre Jobs verloren. Der Grund: Verluste im Anzeigengeschäft und vor allem die stetigen Abo-Rückgänge stetzen den Zeitungen massiv zu – und dafür gibt es Gründe.

Im Anzeigenbereich haben die Zeitungen die früheren „Goldgruben“, die so genannten „Rubrikenmärkte“ Auto, Jobs, Immobilien längst an Internetangebote verloren. Und auch im Nachrichtenbereich habe es die Zeitungen zunehmend schwerer, gegen die Internetkonkurrenz anzugehen. Fast jede Nachricht gibt es schon am Vortag meist viel ausführlicher und kostenfrei im Internet – sei es Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur.

Qualitatives Problem bei der Berichterstattung.

Hinzu kommt ein qualitatives Problem in der Berichterstattung. Statt eigene Recherche zu leisten und eigene Gedanken zu verarbeiten, transportieren Zeitungen immer häufiger vorgefertigte Berichte. Und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

emmerich

Umgeschriebene Pressemitteilung wird als "eigener Bericht" ausgegeben. Quelle: MM

So auch heute im Mannheimer Morgen. Der Bericht unter der Ãœberschrift „Die Sanierung geht weiter“ ist angeblich durch den Redakteur Hans-Jürgen Emmerich geschrieben worden. Vierspaltig mit großem Aufmacherfoto. Tatsächlich handelt es sich bei dem „Redakteursbericht“ um eine umgeschriebene Pressemitteilung der Gemeinde Heddesheim.

Ist das Umschreiben einer Pressemitteilung eine „journalistische“ Leistung, die es rechtfertigt, dass ein Redakteur dies als eigene, unabhängige Berichterstattung ausgibt? Immerhin steht er für seinen Namen damit ein.

Mogelpackung.

Oder kann oder muss man das nicht eher als eine gedruckte Bankrotterklärung verstehen? Journalismus lebt vor allem von der Glaubwürdigkeit. Dazu gehört, dass Journalisten die von ihnen veröffentlichten Informationen sorgfältig prüfen, nachrecherchieren und ihre Quellen belegen. Dazu gehört, dass wo „MM“ oder „Emmerich“ draufsteht, das auch drin sein sollte. Alles andere ist eine Mogelpackung.

Hans-Jürgen Emmerich benennt mehrfach seine „Quelle“, die Gemeinde Heddesheim. Soweit in Ordnung. Dass aber der überwiegende Teil des Textes 1:1 übernommen ist und nur hier und da ein wenig umgeschrieben wurde – darüber informiert er die LeserInnen nicht. Eine Information hat er tatsächlich nachrecherchiert, die nicht in der Pressemitteilung vorhanden war: 20.000 Euro sind für die Sanierungsarbeiten im Gemeindehaushalt 2010 eingestellt.

Diese Praxis, sich fremde Inhalte anzueignen und so zu tun als ob, ist allerdings gang und gäbe bei vielen Zeitungen, denen der journalistische Anstand längst abhanden gekommen ist. Diese Praxis läuft meist nach einem einfachen Muster ab. Es gibt eine Textvorlage, eine Presseinformation, einen PR-Artikel oder eine dpa-Meldung, man „recherchiert“ ein, zwei Fakten zusätzlich und schwupsdiwups tut man so, als sei das eine eigenständige Leistung und schreibt seinen Namen drüber. Damit macht sich der MM selbst zum journalistischen Sanierungsfall.

Nicht immer ist eine Prüfung und Nachrecherche für Redaktionen einfach. Der Bürgermeister Michael Kessler hat zum Beispiel wegen der intensiven Recherchen und der aus seiner Sicht missliebigen Berichte im heddesheimblog seinen Mitarbeitern einen Maulkorb verpasst – sie dürfen dem heddesheimblog keine Auskunft erteilen (was viele aber doch tun und dabei wissen, dass wir unsere Quellen schützen). Der Mannheimer Morgen hat dieses Problem nicht, denn der berichtet meist so, wie sich der Bürgermeister das vorstellt.

Gründe der Kritik.

Unsere Kritik an der Arbeit des Mannheimer Morgen hat verschiedene Gründe: Ganz klar stehen wir mit der Zeitung in Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Journalistisch betrachten wir den MM schon lange nicht mehr als Konkurrenz, weil dessen Lokalberichterstattung überwiegend frei von eigener Recherche und journalistischer Kompetenz ist. Ganz im Gegenteil findet hier häufig eine „interessierte“ Berichterstattung statt und noch viel schlimmer: Ãœber Dinge, die der Redaktion und den „guten Verbindungen“ nicht passen, wird erst gar nicht berichtet.

Es gibt aber noch einen viel gewichtigeren Grund, warum wir über die aus unserer Sicht mangelhafte Berichterstattung informieren: Wir nehmen unsere LeserInnen ernst, genauso, wie unsere Aufgabe, die BürgerInnen umfassend, wahrhaftig und vor allem unabhängig zu informieren. Dabei verweisen wir auch auf die Arbeit von anderen Redaktionen, wenn diese einen „Mehrwert“ an Informationen für die LeserInnen haben. Denn keine Redaktion dieser Welt hat immer alle Informationen und setzt jedes Thema immer am besten um – wer das behauptet, lügt.

Verlorene Exklusivität. Verlorene Glaubwürdigkeit.

Zurück zum Internet. Die Lokalberichterstattung war bis vor einiger Zeit der einzig „exklusive“ Inhalt, den Lokalzeitungen noch hatten. Doch auch hier verliert die Zeitung an „Exklusivität“, also an Wert, in dem Maß, in dem eine solide Lokalberichterstattung auch im Internet stattfindet.

Schneller, hintergründiger, transparenter, sind drei Eigenschaften von Internet-Angeboten, die den Zeitungen bundesweit zu schaffen macht. Es gibt löbliche Ausnahmen wie die Stuttgarter Zeitung oder die Rhein-Zeitung in Koblenz, die mit journalistischem Ehrgeiz ausgestattet sind.

Der Mannheimer Morgen gehört definitiv nicht dazu. Ein Beispiel? Im „Fall“ Kachelmann ist es der Zeitung wieder einmal nicht gelungen, journalistisch der bundesweiten Konkurrenz voraus zu sein. Ãœberall in der Republik konnte man meist exklusivere Nachrichten zur Sache lesen, als im „MM“. Das war auch so beim „Peter Graf“-Prozess oder dem „Flowtex“-Skandal, um nur zwei weitere prominente Beispiele zu nennen.

Stattdessen feiert die Zeitung Vereine, Fasching, Feste ab. Dabei handelt es sich um „Terminjournalismus“. Zu den Terminen werden „Reporter“ geschickt, die schreiben auf, was man ihnen sagt oder wie im Fall Emmerich, schreiben sie einfach mal eine Pressemitteilung um und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

Dem Anspruch, als „4. Gewalt“ Behörden, Ämter, Institutionen, Firmen und andere im Sinne der Öffentlichkeit zu kontrollieren, kommt eine solche Presse längst nicht mehr nach. Und da es immer noch viele (vor allem ältere) Menschen gibt, die sich nur aus einer Quelle, der Zeitung, „informieren“, hat das auch nachteilige Wirkungen auf unser demokratische Gesellschaft.

Es gibt noch mehr Gründe, warum der Mannheimer Morgen durch das heddesheimblog häufig kritisiert wird. Ich habe als Student meine ersten journalististischen Erfahrungen bei dieser Zeitung gesammelt und war von 1991-1994 freier Mitarbeiter dieser Zeitung, die einstmals einen wirklich guten Ruf hatte und bekannte Journalisten hervorgebracht hat, beispielsweise Hugo Müller-Vogg, der später langjähriger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war und heute als Kolumnist für die Bild-Zeitung tätig ist. Früher habe ich gerne diese Zeitung als Referenz genannt, heute muss man sich schon fast dafür schämen.

Journalistische Ehre

Der Hauptgrund aber ist und bleibt die journalistische Haltung: Die Menschen haben ein Recht darauf, ordentlich und transparent informiert zu werden.

Es ist auch eine Frage der journalistischen Ehre: Sie, liebe Leserinnen und Leser, können sich beim heddesheimblog darauf verlassen, dass, wo heddesheimblog drauf steht, auch heddesheimblog drin ist.

Auch wir übernehmen hin und wieder fremde Berichte und Pressemitteilungen – so auch zum aktuellen Thema „Ammoniak-Unfall“ an der Eisbahn. Aber wir ordnen die Information so ein, dass unsere LeserInnen wissen, wer diese Information verfasst hat.

Anmerkung der Redaktion: Wer sich die Mühe machen will, kann die Pressemitteilung der Gemeinde mit dem Bericht des Mannheimer Morgen vergleichen.

Berichterstattung im Mannheimer Morgen

Guten Tag!

Heddesheim, 03. Juli 2010. Im Mannheimer Morgen wird heute über eine juristische Auseinandersetzung zwischen der Redakteurin Anja Görlitz und dem für das heddesheimblog verantwortlichen Journalisten Hardy Prothmann berichtet.

Der Mannheimer Morgen hatte bislang keinerlei Information über diesen juristischen Streit und seine Hintergründe veröffentlicht.

Leider ist die Berichterstattung des Mannheimer Morgens in der Sache verkürzt und unvollständig. Beispielsweise wird nicht berichtet, dass die „Einstweilige Verfügung“ des Mannheimer Landgerichts ohne Anhörung von Hardy Prothmann im „Eilverfahren“ erlassen wurde.

Da die Sache, anders als im Mannheimer Morgen dargestellt, noch nicht beendet ist, wird das heddesheimblog erst nach Rücksprache mit dem Anwalt eine umfangreiche Dokumentation des Vorgangs voraussichtlich Anfang der kommenden Woche veröffentlichen.

Wie gewohnt, werden wir transparent Hintergründe, Zusammenhänge und Fakten aufführen, damit sich die LeserInnen unabhängig ihre eigene Meinung bilden können.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Mannheimer Morgen erfindet „Pfenning-Investorengesellschaft“

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Dezember 2009. Heute ist im Mannheimer Morgen ein Text erschienen, in dem die Tagesordnungspunkte der morgigen Gemeinderatssitzung zu lesen sind. Aber nicht nur das: Die Redakteurin erfindet auch Firmenbezeichnungen, die es gar nicht gibt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Zitat aus dem Mannheimer Morgen:
„Auch die geplante Pfenning-Ansiedlung fordert von den Räten abermals einen Beschluss: den zur Bildung eines Umlegungsausschusses für die Neuordnung dreier Grundstücke am südwestlichen Rand des Bebauungsplangebiets „Nördlich der Benzstraße“. Die Grundstücke sollen derart geordnet werden, „dass nach Lage, Form und Größe für die vorgesehene bauliche Nutzung zweckmäßig gestaltete Parzellen entstehen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Hintergrund ist, dass nach wie vor einer der Grundstückseigentümer nicht dem Verkauf an die Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010 zugestimmt hat.“

Es gibt keine „Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010“.

Ist es Absicht? Ist es Schluderei? Ist es Unvermögen? Was auch immer die MM-Redakteurin Anja Görlitz dazu treibt, sie schreibt Unsinn. Es gibt keine „Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010“.

Was es gibt, ist eine Phoenix 2010 GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Das ist eine Personengesellschaft. In diesem Fall Karl-Martin Pfenning und der Immobilienunternehmer Georg Adler. Diese Gesellschaft investiert in den geplanten „Pfenning“-Standort.

„Pfenning logistics“ wird Mieter des Geländes werden. Karl-Martin Pfenning wiederum ist Chef der KMP-Holding GmbH, der Muttergesellschaft der „pfenning logistics“.

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hat dies dem heddesheimblog auf Nachfrage bestätigt.

Dies bedeutet nicht, dass die Phoenix 2010 GbR damit zur „Pfenning-Investorengesellschaft“ wird. Es bedeutet allerdings, dass die seit Monaten mit dem Thema befasste MM-Redakteurin Anja Görlitz nicht zu erstem Mal beweist, dass sie in vielerlei Hinsicht bis heute anscheinend ahnungslos ist.

Vielleicht ist sie das auch nicht und hat den Auftrag (von sich selbst oder jemandem anderen) die Phoenix 2010 GbR zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu einem Teil der „Pfenning“-Gruppe zu machen, was sie aber nicht ist.

Frau Görlitz sollte den Titel „Ratsschreiberin“ führen.

Auch der „Hintergrund“ ist falsch dargestellt. Tatsache ist, dass ein Eigentümer auf dem vorgesehenen Gelände sein Grundstück bislang nicht verkauft hat. Das allein rechtfertigt aber nicht die geplante „Umlegung“. Der Investor müsste um dieses Grundstück herum bauen, was zunächst auch so angekündigt wurde.

Der Bürgermeister Michael Kessler will mit diesem Umlegungsausschuss der Phoenix 2010 GbR einen Gefallen tun – zu Lasten des Grundeigentümers. Und das wie gewohnt völlig intransparent unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn der Umlegungsausschuss tagt, Sie haben es erraten, nicht-öffentlich. Zusammengesetzt wird er mit zwei Vertretern der CDU, zwei von den Grünen und je einem von SPD und FDP (wobei die FDP nur einen hat, weil die Gemeinderätin Ingrid Kemmet befangen ist). Den Vorsitz führt der Bürgermeister. Somit dürfte von vorne herein klar sein, wie dieser Umlegungsausschuss entscheiden wird: 5:2 für eine Umlegung. Ob sich das der Eigentümer gefallen lassen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Ãœber all diese Zusammenhänge werden Leser des Mannheimer Morgens garantiert nicht informiert. Seit Februar hat das Blatt nicht einen auf einer eigenen These basierenden Artikel mit entsprechender Recherche zum Thema „Pfenning“ veröffentlicht. Das ist bedauerlich – für alle Leser, die glauben, informiert zu werden, dabei aber getäuscht werden.

Fehler machen wir alle – auch Journalisten. Langsam aber sicher muss man den Eindruck haben, dass es sich bei der durchweg mangelhaften Berichterstattung des Mannheimer Morgens zum Thema nicht um Fehler, sondern um Vorsatz handelt.

Frau Görlitz würde der Öffentlichkeit einen Gefallen tun, wenn sie sich in Zukunft nicht mehr Redakteurin nennt, sondern Ratsschreiberin.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Hält der Mannheimer Morgen seine Leser für vollkommen verblödet?

Was ist der Unterschied zwischen einer Werbeanzeige und einem redaktionellen Artikel im Mannheimer Morgen zum geplanten Pfenning-Projekt?, fragt sich unser Kommentator Helle Sema. Die ernüchternde Erkenntnis: Es gibt keinen.

Kommentar: Helle Sema

Lässt sich pauschal sagen, dass der Mannheimer Morgen zu einem willfährigen Anzeigenblättchen verkommen ist, das seinen Anzeigenkunden die redaktionellen Texte ums Maul schreibt?

Nein. Das wäre sicher zu hart. In Bezug auf die geplannte Pfenning-Ansiedlung lässt sich das aber sehr wohl so sagen. Ein schönes Beispiel ist der heutige Namensartikel von Ulrich Roth, der als Urlaubsvertretung von Anja Görlitz mindestens genauso recherchefrei berichtet, was ihm die Pfenninge in die Feder diktieren.

Die Pfenning-Umsiedlung hat einen „ökologischen Aspekt“, meint Ulrich Roth.

Der Einstieg ist hochinteressant. So, wie sich das liest, ist die geplante Pfenning-Ansiedlung ein gelungenes Stück Umweltschutz: 150 Lkw-Bewegungen weniger – pro Tag! Die Umsiedlung habe einen „ökologischen Aspekt“ – statt eines hingedrehten Arguments.

Wenn Herr Roth recherchiert hätte, hätte er erfahren, was das von ihm aufgeschriebene Zitat von Herrn Nitzinger bedeutet: „(…), weil wir unsere bisherigen sieben Standorte auf einen Einzigen in Heddesheim reduzieren.“ Die Pfenning-Gruppe hat weit mehr „Standorte“ in der Region. In diesem Fall sind Läger gemeint, die auf Kundengelände stehen, wie zum Beispiel bei der Rheinchemie in Mannheim. Insofern hätte Herr Roth dann auch festgestellt, dass die Aussage „auf einen Einzigen (Standort) in Heddesheim reduzieren“ nicht zutrifft.

Vielleicht ging es um Gefälligkeiten…

Vermutlich hat Herr Roth aber auch gar nicht die Absicht gehabt, Zutreffendes zu berichten, sondern dem guten Anzeigenkunden „Pfenning“ einen Gefälligkeitsbericht zu schreiben.

Dementsprechend noch besser ist die Berichterstattung übers „Strafgeld für Falschfahrten“. Pfenning verhandelt mit der Gemeinde gerade über die Höhe des „Strafgelds“. Spätestens hier hätte Herr Roth doch mal mit der Recherche ansetzen können. Wie wird denn kontrolliert, das die Anzeigen von „Falschfahrten“ über eine „Pfenning-Hotline“ dann auch tatsächlich der Gemeinde gemeldet werden? Und noch wichtiger: Bekommen Anzeiger eine Provision? Und gibt es ab 50 Anzeigen vielleicht eine Ehrung als „Aufpasser für die Gemeinde“?

Dann darf der Geschäftsführer der KMP-Holding („Pfenning“), Uwe Nitzinger, sagen, wie das so läuft mit den Arbeitsplätzen, dass diese alle hochqualifiziert sind, die Firma konjunkturunabhängig sei und die Sicherheit gegeben ist. Und Gewerbesteuer wird auch gezahlt und das „örtliche Gewerbe“ werde befruchtet. Und zu guter Letzt: „Pfenning“ fördert die Vereine. Es fehlt eigentlich nur noch ein „Hurra“ am Schluss des Textes.

Hält der Mannheimer Morgen seine Leser für verblödet?

Ich frage mich, wie abgebrüht man als Journalist sein muss, um solch einen Werbetext ohne jeglichen Skrupel im redaktionellen Deckmantel zu schreiben? Und wie sehr muss man seine Leser verachten, dass man ihnen so einen geschönten Bericht vorsetzt? Vielleicht hält Herr Roth seine Leser ja auch nur für vollkommen verblödet? Wenn ich den Herr Roth das nächste Mal treffe, frage ich ihn das.

Der Mannheimer Morgen und seine Stimmungen

Guten Tag!

Heddesheim, 26. August 2009. Schon bemerkt? Der Mannheimer Morgen bietet im Internet auf seiner Regionalseite eine Abstimmung ähnlich der Bürgerbefragung an.

Erstaunlich ist, dass um die zehn Prozent weder Arbeitsplätze noch Gewerbegebietsentwicklung wollen. Noch erstaunlicher, dass erst gut 90 Prozent gegen die geplante „Pfenning-Ansiedlung“ stimmten, dann aber die „Befürworter“ aufholten.

Jetzt steht es nur rund 56 Prozent „Nein“ zu 44 Prozent „Ja“.

Doch was soll man davon halten? Das könnten 5,6 Menschen gegen 4,4 Menschen sein, wenn zehn abgestimmt hätten. Wahrscheinlich sind es mehr. Wie viel mehr, verrät uns das Tool des MM nicht.

Ãœberhaupt verrät so eine Abstimmung, wie sie auch hier im heddesheimblog seit Monaten läuft, nur einen Trend.

Der heißt: Nein zu Pfenning.

Zumindest für alle, die die Abstimmungen finden. Andere, die keinen Zugang zum Netz haben, haben alle den Zugang zur Wahlurne.

Der 27. September und die an diesem Tag stattfindende Bürgerbefragung werden hoffentlich für Klarheit sorgen.

Umfragen wie beim MM, die weder eine Information geben, wie viele Besucher ihre Stimme abgegeben haben, noch erklären, dass Besucher ihre Stimme mehrfach abgeben können, sicher nicht.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Bürgermeister Kessler und Mannheimer Morgen und „die Politik“ informieren die Bürger


Guten Tag!

Heddesheim, 07. August 2009. Der Mannheimer Morgen berichtet heute unter der Ãœberschrift „Bau der Ortsumgehung frühestens 2011“ über die entsprechenden Planungen.

heddesheimblog

Zitat MM: „Die Aufnahmen des Demonstrationsvideos sprachen Bände. Ein Lkw mit zwei Anhängern schafft es im Heddesheimer Ortskern nur durch Behindern des Verkehrs und Gefährdung von Fußgängern sowie Radfahrern, eine enge 90-Grad-Kurve zu nehmen.“

„Szenen wie diese spielen sich innerorts bei uns im Minutentakt ab“, erklärt Bürgermeister Michael Kessler dem Staatssekretär im Innenministerium, Rudolf Köberle, das Gesehene. Köberle informierte sich zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten und Staatssekretär Georg Wacker über die Heddesheimer Verkehrsbelastung im Konferenzraum des Rathauses.“

Soweit die Berichterstattung des Mannheimer Morgen. Das heddesheimblog berichtet über dasselbe Thema am 07. Mai 2009. Also drei Monate früher:

Interview: Wann kommt die Umgehungsstraße?

Alle Aussagen des Berichts des Mannheimer Morgens sind im Bericht des heddesheimblogs enthalten. Bis auf die Ausnahme, dass ein Video vorgeführt wurde, dass die „schlimme Situation“ in Heddesheim zeigt.

Außerdem berichtet das heddesheimblog nicht, dass sich ein Staatssekretär und ein CDU-Landtagsabgeordneter „erkundigen“ – das war vor drei Monaten auch nicht der Fall.

Fazit: das heddesheimblog berichtete schon vor drei Monaten das, was der Mannheimer Morgen heute berichtet – scheinbar aktuell.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Fundstelle: Der Mannheimer Morgen berichtet negativ über Pfenning

Erstaunlich, wie wenig die „Mediengesellschaft“ über ihre Medien weiß und mit ihnen umgehen kann.

Im Mannheimer Morgen sind heute mehrere Leserbriefe zur Pfenning-Ansiedlung und der Haltung der Parteien sowie des Bürgermeisters erschienen.
Zwei längere Beiträge bemängeln, dass der MM überwiegend negativ über die Pfenning-Ansiedlung berichtet:

„…verständlich ist es für mich nicht, das überwiegend im MM von Pfenning-Gegnern berichtet und dem Leser nicht der Eindruck vermittelt wird, dass die Berichterstattung und Informationen neutral und sachlich gestaltet sind“, schreibt Andrea Frank aus Heddesheim, nachzulesen hier.

„Dank dem Flugblatt der IG Nein zu Pfenning und der überwiegend negativen Berichterstattung des Mannheimer Morgen, war meine allererste Meinung: Hoffentlich kommt die Firma Pfenning nicht nach Heddesheim. Um mir ein neutrales Bild zu machen, besuchte ich die Informationsveranstaltung am 21. April. Meiner Meinung nach wurden hier bereits die meisten Fragen beantwortet…“, schreibt Carmen Wilhelm aus Heddesheim, nachzulesen hier.

Wie ist das gemeint? Nach Sichtung des Archivs konnte ich keinen negativen Bericht des Mannheimer Morgen zur geplanten Pfenning-Ansiedlung finden. Hatte ich etwas übersehen im Mannheimer Morgen? Ach ja: die Leserbriefe. Deren Aussagen waren ganz überwiegend „negativ“ in Sachen Pfenning.

So löst sich also das Rätsel: Die beiden Leserbriefschreiberinnen können nicht zwischen einem redaktionellen Artikel und einem Leserbrief unterscheiden.

pro

Der Mannheimer Morgen wacht deckt auf…

…so langsam zumindest.
Immerhin gibt es heute, 13. Mai 2009, einen Dreispalter zum Thema: Nicht alle Kandidaten für Pfenning

Solide Recherche. Der MM deckt auf.

Solide Recherche. Der MM deckt auf.

Sowas aber auch: Bislang ging die Zeitung wohl davon aus, dass alle 88 Kandidaten einer Meinung sind.
Doch mal ehrlich: Wo hat es das zum letzten Mal gegeben? Vielleicht beim MM? Sind dort immer alle einer Meinung? Ja gut, manchmal könnte man das schon glauben.

Michael Bowien (SPD) spricht sich im Gespräch mit dem MM gegen das Vorhaben des Viernheimer Logistikunternehmens aus“, schreibt der MM.
Damit ziehe ich meinen pauschalen Vorwurf zurück, der MM wüsste nicht, was Recherche ist.

Der MM hat recherchiert, vielleicht hier beim heddesheimblog: neinzupfenning will Wahlempfehlungen abgeben, 12. Mai 2009, vielleicht auch woanders.
Mal gespannt, ob dazu morgen auch was in der Zeitung steht.

Weiter ist zu lesen, dass Herr Andreas Kellner, Kandidat auf der Liste Bündnis90/Die Grünen, offen gegen das Pfenning-Projekt ist. Und jetzt kommts: „Dass die Fraktion der Grünen im Gemeinderat dem Pfenning-Projekt zugestimmt hat, sehe er nicht als Konflikt“, erklärte er weiter.

Aus Sicht der Zeitung ist das also eine echte Frage, ob jemand, der nicht mit ist, sondern gegen, da nicht in einem Konflikt sein müsse. Und das muss er auch noch erklären, er kann es nicht nur einfach sagen.

Weiter schreibt das Blatt: „…und er (Kellner, d. Red.) hoffe, dass auch die Heddesheimer Bürger dies trotz der zum Teil aufgeheizten Stimmung frei und ohne Angst tun können.“

Wie aufgeheizt die Stimmung ist, können Sie seit Anfang Mai schon hier im heddesheimblog nachlesen:
(Um nach dem Lesen der nachfolgenden links zu diesem Text zurückzukehren, drücken Sie den Zurück-Button ihres Browsers):

Einladung an die Parteien, 5. Mai 2009
Herr Kessler ist in Not, 7. Mai 2009
Kommentar zur Meldung „neinzupfenning im Internet, 8. Mai 2009“
Heddesheimer Verhältnisse, 8. Mai 2009
Es geht ein Riss durch´s Dorf, 11. Mai 2009
Video gegen Pfenning-Ansiedlung „Ein Kessler macht noch keinen Pfenning“, 11. Mai 2009
neinzupfenning will Wahlempfehlungen abgeben, 12. Mai 2009

Hardy Prothmann

P.S.
Eine kleine Sensation ist aber in dem Text versteckt: SPD-Chef  Jürgen Merx „bestätigt dem MM, dass es keine explizite Zusammenkunft der Kandidaten gegeben habe, bei der über das Thema abgestimmt wurde“, schreibt agö.

Was daran die Sensation ist? Es sind derer drei:

Erstens schreibt agö „bestätigt“, ich hätte eigentlich erwartet „gesteht“.
Zweitens: Hätte agö Herrn Bowien genauer befragt, hätte sie erfahren, dass Herr Bowien sich schon sehr darüber gewundert hat, als Bürgermeister Kessler zur SPD gekommen war und hier die Kandidaten auf Linie gebracht werden sollten.
Drittens: Wie lautete wohl die Frage, die Herrn Merx gestellt wurde, etwa: „Gab es eine explizite Zusammenkunft?“ Denn auch eine nicht-explizite Zusammenkunft, bei der Kandidaten auf eine Haltung festgelegt werden, ist schon ein Skandal. Wie man hört einer, der bei allen vier Parteien stattfand.

Komplett unterschiedliche Darstellungen des Sachverhalts

Ominöse Container sollen verschwinden

Heddesheim/Rhein-Neckar, 05. November 2014. (red/ms) In der Gartenstraße stehen seit etwa zwei Wochen seltsame Container. Die Gemeinde kann angeblich keine Auskunft geben, was dort geschieht und wer dahinter steckt. Das Kreisamt hat verfügt, dass die Container bis zum 12. November verschwinden müssen. Laut dem Heddesheimer Bauamtsleiter Jürgen Beck wären die Container „einfach so ohne Vorwarnung“ aufgestellt worden. Wir haben mit dem Betreiber gesprochen – und der behauptet etwas ganz anderes.  [Weiterlesen…]

Nachbericht zur 1. Öffentlichen Redaktionskonferenz von Rheinneckarblog.de

Danke für das Lob! Danke für die Anregungen!

Mannheim-Museumsschiff-Redaktionssitzung-20141013-004-6776

Auf Tuchfühlung: Unsere Redaktionsmitarbeiter zusammen mit Politikern und Gästen auf dem Museumsschiff zur 1. Öffentlichen Redaktionskonferenz am 13. Oktober.

 

Rhein-Neckar/Mannheim, 22. Oktober 2014. (red/ld) Welche Themen interessieren Sie? Und was wollten Sie uns schon immer einmal sagen? Was können wir besser machen? Das wollten wir von unseren Lesern zu unserer ersten öffentlichen Redaktionskonferenz wissen. Am 13. Oktober trafen wir uns in Ali Müllers Restaurant & Café Lounge auf dem Museumsschiff mit den Lokalpolitikern Bernd Kupfer (CDU/Mannheim), Reinhold Götz (SPD/Mannheim) und Raquel Rempp (Freie Wähler/Schwetzingen), die Said Azami mitbrachte: Der 31-jährigen Afghane berichtete von seiner Flucht und über das Leben in der Schwetzinger Flüchtlingsunterkunft. [Weiterlesen…]

Bilanzen zeigen nur einen Weg: nach unten

Pfenning geht es schlechter und schlechter

Heddesheim/Rhein-Neckar, 10. Juli 2014. (red/hp) Die KMP Holding GmbH lässt sich gerne Zeit mit der Veröffentlichung ihrer Bilanzen. Wir haben die Zahlen für 2011 deshalb beim Bundesamt für Finanzen eingefordert – daraufhin wurde das Unternehmen aufgefordert, seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Veröffentlichung nachzukommen. Ende Mai 2014 hat die Muttergesellschaft von „pfenning logistics“ nun die Konzernbilanz für das Jahr 2011 veröffentlicht. Und die zeigt den desaströsen Zustand des Unternehmens, das Bürgermeister Michael Kessler und eine Mehrheit aus CDU, SPD und FDP als „Zukunftssicherung“ ins Dorf geholt haben.
[Weiterlesen…]

Interessante Details zu den Europawahlen - teils deutliche Unterschiede

Europawahl: Unsere Gemeinden im Vergleich

Heidelberg/Mannheim/Rhein-Neckar, 26. März 2014. (red/pro) Aktualisiert. Bei der Europawahl lassen sich klare Aussagen treffen: SPD und AfD sind die Gewinner. Die FDP hat teils dramatische Verluste erlitten. Schaut man sich die Ergebnisse in den Gemeinden des Landtagswahlkreises Weinheim und im Rhein-Neckar-Kreis genauer an, gibt es interessante Details – beispielsweise ist die Wahlbeteiligung dieser Gemeinden besser als im Kreis insgesamt und die SPD gewinnt sogar über den kreisweiten Vergleich. Wir haben für Sie die Zahlen mit teils überraschenden Zusammenhängen zusammengestellt. [Weiterlesen…]

Eine Woche Pause beim Heddesheimblog und der MM dreht voll auf

Bratwurstjournalismus für alle

weisswuerste

Top-Journalismus vom Mannheimer Morgen für Top-informierte Bürger/innen. Lesen Sie unbedingt den ganzen Artikel – einfach auf die Grafik klicken.

Ob die Dorf-Gendarmen das damals auch "vergnüglich" fanden?

„Auftreten von Excessen infolge übermäßigen Getränkegenusses“

Heddesheim, 15. März 2014. (red) Bei einer Recherche im Mannheimer Stadtarchiv ist uns ein Artikel aufgefallen, der zur Wahl 1998 im Mannheimer Morgen veröffentlicht worden ist. Mit Erlaubnis des Verfassers dokumentieren wir das „humorige“ Stück und hoffen, dass 116 Jahre später zivilisierte Zustände am morgigen Wahlsonntag herrschen… 😀 [Weiterlesen…]

Bürgermeisterwahl: Am Ende entscheidet die Mehrheit

Das Heddesheimblog empfiehlt…

wahlempfehlung

Sie haben die Wahl. Sie wählen. Wir geben Ihnen nur eine Empfehlung – weil wir uns auskennen.

 

Heddesheim, 15. März 2014. (red) Deutsche Medien halten sich gerne zurück – anglo-amerikanische sprechen Wahlempfehlungen aus. Wir neigen eher zu den Kollegen in England und Amerika. Grundlage für unsere Wahlempfehlung ist unsere Erfahrung. Im Mai gibt es das Heddesheimblog fünf Jahre – in dieser Zeit haben wir fast 3.000 Artikel zu Heddesheimer Themen veröffentlicht, unzählige Stunden in Gemeinderatssitzungen verbracht, andere Veranstaltungen besucht, Hintergründe recherchiert, sind mit hunderten von Bürger/innen in Kontakt. Und wir arbeiten auch in den Nachbargemeinden, können vergleichen. Wir sind vor Ort, machen uns selbst ein Bild. Wir verfügen über umfassende Informationen und wir geben diese als Empfehlung gerne weiter.

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Logistiker wirft Medien falsche Berichterstattung vor

Alles gut oder alles schlecht in Pfenningheim?

Heddesheim, 13. März 2014. (red) Das  angeschlagene Logistik-Unternehmen „Pfenning“ wehrt sich gegen angeblich falsche Berichte in verschiedenen Medien – das ist ulkig, denn insbesondere das Hausmedium Mannheimer Morgen hat dem Unternehmen breiten Raum gegeben, um die schlechte wirtschaftliche Situation als vollkommen „normal“ darzustellen. [Weiterlesen…]