Montag, 19. Februar 2018

Reaktionen der Heddesheimer Fraktionen

Nun haben die Heddesheimer Fraktionen doch reagiert – und zwar so, wie man es erwarten durfte, schlie√ülich habe ja alle f√ľr das Pfenning-Projekt gestimmt.

Der Mannheimer Morgen hat angefragt:
„1. Warum sind Sie f√ľr/gegen die Ansiedlung des Unternehmens?“
„2. Wie stehen Sie zu den Bef√ľrchtungen der B√ľrger hinsichtlich der zus√§tzlichen Verkehrsbelastung?“

Der Mannheimer Morgen schreibt in einem Begleitartikel, dass sich der Widerstand „in einer so genannten Interessengemeinschaft“ formiert habe.
Warum man zu einer Interessengemeinschaft, also einer Gruppe die gemeinsame Interessen verfolgt, „so genannt“ schreiben muss, wei√ü nur die Redaktion. Der „so genannten“ Zeitung war sicherlich nicht bewusst, dass sie hier einen abwertenden Ausdruck benutzt.
Wie auch immer…

Die Antworten lesen Sie auf der website der Zeitung hier.

Kurz zusammengefasst:
Interpretationen und Anmerkungen sind von mir und kursiv.

In der Reihenfolge, in die Zeitung die Stellungnahmen gebracht hat:

Die CDU
Chance auf mehr Arbeitsplätze

„In Heddesheim haben die Arbeitspl√§tze von 2003 bis 2007 um 9,4 Prozent abgenommen, ein Trend der anh√§lt.“
Wie soll man das nun verstehen? Vielleicht ist die Zahl der Arbeitspl√§tze gemeint. Sollte das so sein, ist es recht lustig, wie die CDU f√ľnf Jahre zusammenrechnet, um auf eine einigerma√üen beeindruckende Zahl zu kommen. Beeindruckender w√§re, dass Heddesheim seit 2000 √ľber 40 Prozent weniger Arbeitslose hat, aber mit dieser Erkenntnis k√∂nnte man ja das „mehr Arbeitspl√§tze“-Argument glatt vergessen.

„…der Regionalverband rechnet mit zus√§tzlichen 0,6 bis 0,8 Arbeitspl√§tze je Arbeitsplatz beim Logistikunternehmen.“
Welcher Regionalverband? Der der Landfrauen, der Kaninchenz√ľchter, der CDU, der….?

„Das zweifellos hohe Verkehrsaufkommen der Anwohner der Ringstra√üe ist urs√§chlich unabh√§ngig von der Ansiedlung der Firma Pfenning.“
Der Satz hat es in sich! Die Anwohner sind schuld. Sie sind zweifellos schuld am Verkehrsaufkommen, zumindest steht das da. Und zweitens steht da, dass das Verkehrsaufkommen hoch ist, das aber nichts mit Pfenning zu tun hat. Wer hätte das gedacht. Die Anwohner haben ja genau deswegen Angst, dass es noch mehr wird.

Die SPD
Bedenken werden so nicht eintreten

Na dann.

„Es werden neue Arbeitspl√§tze und Ausbildungspl√§tze geschaffen.“
Die SPD hatte schon immer das Problem, es besser wissen zu wollen, als andere. Ein anderer ist Karl-Martin Pfenning. Der wurde im Zuge des Zuschlags f√ľr das Pfenning-Projekt in der Presse so zitiert, dass ca. 450 Arbeitspl√§tze von Viernheim nach Heddesheim verlagert w√ľrden. Au√üerdem sollen 200 Arbeitspl√§tze aus der weiteren Region hier zusammengezogen werden. Wie das mit dem Zusammenziehen gemeint war, konnten sich Besucher der B√ľrgerinformation vergangene Woche selbst ausrechnen. Dort pr√§sentierte Pfenning die Zahlen (wof√ľr man ja schon fast dankbar sein durfte, weil es endlich mal konkrete Zahlen waren). Danach plant Pfenning 500 Arbeitspl√§tze in Heddesheim. Macht also ein dickes Minus von 150 Arbeitspl√§tzen oder gute 20 Prozent Arbeitsplatzabbau. Hinzu k√§men 250 Leiharbeiter. Bei denen ist das halt so, dass sie mal hier mal da besch√§ftigt sind, sie werden geliehen und nicht eingestellt. Und: 250 Subunternehmer. Dieses Wort l√§√üt sich mehr oder weniger auch als Scheinselbst√§ndiger lesen. Das d√ľrften konkret LKW-Fahrer sein, die, wenn schon denn schon, ihren Arbeitsplatz selbst schaffen – sie sind ja, √§hm, Unternehmer. Sch√∂n, dass die Heddesheimer Genossen sich daf√ľr aussprechen.

„Dies (siehe oben, d.V.) steigert die Attraktivit√§t Heddesheims als Arbeits- und Wohnort.“
Um die rhetorische Volte zu genie√üen: 200.000-400.000 Quadratmeter Ackerland werden versiegelt, 1000-2000 LKW werden in Spitzenzeiten auf dieser Fl√§che abgefertigt – das ist das Szenario f√ľr die „Mehr-Arbeitspl√§tze“. Daraus zu folgern, dass die Attraktivit√§t als Wohnort gesteigert wird, kann man nur verstehen, wenn man der Arbeiterpartei angeh√∂rt, die gucken n√§mlich gerne auf Hallen und f√ľhlen sich nur wohl, wenn die Luft nach Diesel riecht.

„Die Bedenken der B√ľrger (bzgl. Verkehrsbelastung, d.Verf.) sind nachvollziehbar, werden aber so nicht eintreten, da der LKW-Verkehr nicht durch den Ortskern geleitet wird.“
Warum sind diese Texte so schwer verst√§ndlich. Ich lese, dass jemand den LKW-Verkehr durch den Ortskern leiten wollte und das jetzt nicht so sein wird. Wenn also niemand die LKWs durch den Ortskern leitet, dann wohl drum herum, also beispielsweise auch √ľber die Ringstra√üe. Da scheinen keine SPD-W√§hler zu wohnen.

„Wir werden die FA.Pfenning an ihren Aussagen messen.“
Damit weiß jeder Heddesheimer, wo die Autorität sitzt.

Die FDP
Einnahmen f√ľr die Gemeinde

„Mit Pfenning erwartet die FDP Zug um Zug neue Arbeitspl√§tze unterschiedlicher Ausbildung und Qualifikation auch f√ľr Heddesheimer ortsnah.“
Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Pfenning gibt seinen Standort Viernheim auf und die Arbeiter werden sicherlich den Weg von Viernheim nach Heddesheim schaffen, um dann dort ihren vermutlich √ľberwiegend gering bezahlten Job zu machen.

„Wir fordern seit langem eine Verkehrsentlastung in der Ortsmitte und diese Forderung gilt nat√ľrlich auch f√ľr Pfenning.“
Auch nicht schlecht. Man holt sich einen Logistiker ins Haus, der viel Verkehr mit sich bringt und will gerade von dem dann eine Verkehrsentlastung.

Die Gr√ľnen
Brauchen Vertrag zu LKW-Verkehr

„Wichtig f√ľr uns waren die Sicherung von ca. 1000 Arbeitspl√§tzen in unserer Region…“
Die Heddesheimer Gr√ľnen sehen sich also eher als Regionalverband. Auch gut. Aber viel besser ist, dass sie ca. 1000 Arbeitspl√§tze sichern, obwohl es (siehe oben) bislang nur 650 oder vielleicht auch nur 500 sind.

„Vor allem das √∂rtliche Verkehrsaufkommen und hier der Anteil der LKW muss begrenzt werden.“
Die Gr√ľnen wissen was, was andere nicht wissen. Sie fordern weniger LKW und sind f√ľr die Ansiedlung eines Unternehmens, dass selbst zugibt, in Spitzenzeiten bis zu 1000 LKW-Fahrten pro Tag zu erzeugen. Das verstehe, wer will.

„Ein generelles Durchfahrtverbot f√ľr alle schweren LKw (√ľber 7,5 Tonnen) ist ein denkbarer Weg.“
Starke Forderung. Da Gemeinden aber nicht √ľber Landes- und Kreisstra√üen befinden k√∂nnen, wissen die Gr√ľnen, dass ihre starke Forderung von vorneherein zwar denk- aber nicht durchf√ľhrbar ist.

„Dar√ľber hinaus muss mit Pfenning eine vertragliche Festlegung getroffen werden, dass alle LKW-Fahrten auf die A5 erfolgen m√ľssen.“
Goldig. Da strahlt die Sonnenblume. Erstens wird es einen solchen Vertrag nie geben, weil er grob wettbewerbsverzerrend w√§re und zweitens fragt man sich, ob die gr√ľne Utopie tats√§chlich denkt: Alle LKW auf die Autobahn und alles ist gut.

pro

Was heißt bedeutend?

Nun, dem Wortsinn nach, dass man etwas oder jemanden deutet.

Der Duden setzt „bedeutend“ mit „au√üergew√∂hnlich“ gleich und definiert:
au|√üer|ge|w√∂hn|lich : a) nicht in, von der gew√∂hnlichen, √ľblichen Art; vom √ÉŇďblichen, Gewohnten abweichend; ungew√∂hnlich:
√ā¬© Duden – Deutsches Universalw√∂rterbuch. 4. Aufl. Mannheim 2001.

Machen Sie sich selbst ein Bild von der Bedeutung des Unternehmens pfenning logistics GmbH, der Vorgängerfirmen und der verbundenen
Unternehmen.

Anmerkung:
Sofern nicht anders gekennzeichnet finden Sie hier Datum, Schlagzeile und Unterschlagzeile sowie eine kurze Zusammenfassung von Texten aus dem Mannheimer Morgen und dessen Regionalausgaben √ľber Unternehmen der Pfenning-Gruppe.
Fett gedruckt sind die originalen Schlagzeilen der Zeitung. In Anf√ľhrungszeichen stehen direkte Zitate aus den Artikeln.

Wer die Originale auf der homepage des Mannheimer Morgen nachlesen will braucht eventuell einen Abonnenten-Zugang oder alternativ den Morgenweb-Schl√ľssel aus der tagesaktuellen Ausgabe.

30. Dezember 2000
„Sylvester-Kracher“ schockt Mitarbeiter
Zum Jahreswechsel verkauft sich die Pfenning Spedition GmbH an die Profi-Log Spedition GmbH, Werftallee 13, 18119 Rostock. „Die Herren Nitzinger und Dollner sind nicht mehr Gesch√§ftsf√ľhrer der Pfenning Spedition√Ę‚ā¨¬¶“ (Herr Nitzinger ist heute Gesch√§ftsf√ľhrer von pfenning logistics, Anm. von H. Prothmann). 130 Besch√§ftige sind betroffen, die Verwirrung ist gro√ü. Nitzinger teilt mit, dass die Pfenning Spedition GmbH keine Betriebsadresse mehr in Viernheim habe, eine Betriebsversammlung sei daher „illegal“. Besch√§ftigten, die ihre Arbeit bei der Mannheimer Niederlassung der Profi-Log antreten w√ľrden, „behalten ihre sozialen Anwartschaften“, droht er unverhohlen allen, die das nicht tun.

30. Dezember 2000
Schock-Nachricht vom Chef
Die Journalistin Ruth Weinkopf versucht verzweifelt den „bisherigen“ Firmenchef Karl-Martin Pfenning, einen seiner Gesch√§ftsf√ľhrer oder die Firma Profi-Log in Rostock oder Mannheim telefonisch zu erreichen. Weder die Auskunft, noch andere Firmen an den neuen Standorten kennen Profi-Log oder die neu gegr√ľndete PF United Logistics in Viernheim.

3. Januar 2001
Profi-Log legt Fehlstart hin
Verwirrspiel um ehemalige Spedition Pfenning geht weiter

Ein privater Sicherheitsdienst hindert rund 30 Besch√§ftigte der ehemaligen Viernheimer Pfenning Spedition GmbH daran sich mit Vertretern der Gewerkschaft √ĖTV in der Kantine zu treffen.
Mitarbeiter, die in Mannheim ihre Arbeit an der neuen Betriebsstelle aufnehmen wollten, wurden wieder nach Hause geschickt. Das Arbeitsgericht Darmstadt erl√§sst eine einstweilige Verf√ľgung und untersagt den ehemaligen Mitarbeitern, ihre Arbeit in Mannheim aufzunehmen, bevor nicht die Verhandlungen √ľber einen Interessenvergleich abgeschlossen sind. Uwe Nitzinger, Gesch√§ftsf√ľhrer der Pfenning Logistik GmbH, nennt als Gr√ľnde f√ľr den Verkauf der Firma „markpolitische Aspekte“.

3. Januar 2001
Sicherheitsdienst verwehrt Beschäftigten Zutritt
Gespannte Atmosphäre bei ehemaliger Pfenning Spedition / Betriebsratsvorsitzender will wegen Tätlichkeiten Anzeige erstatten

Der Betriebsrat ruft zur Betriebsversammlung auf, die ehemalige Gesch√§ftsf√ľhrung bezeichnet dieses Treffen per Aushang als „illegal“. Der Betriebsratsvorsitzende Hans-Dieter Mai gibt an, von Sicherheitsleuten „in den Bauch geboxt“ worden zu sein, „so dass er zu Boden ging“. Er sei ein zweites Mal geschubst worden, zu Boden gegangen und auf den Hinterkopf gefallen. „Ich habe Kopfschmerzen und √ÉŇďbelkeit“, wird Mai zitiert. Mitarbeiter durften nach eineinhalb Stunden dann doch zur Betriebsversammlung, aber nicht an ihre Arbeitspl√§tze. √ĖTV-Sprecherin Monika Hettwer bezeichnet das Vorgehen der Firma als „sensationell“ und „menschenverachtend“.
√Ę‚ā¨¬¶
„Sie spielte damit auf Vorkommnisse vor knapp zehn Jahren an. Damals, im April 1991, war ein Werkstattleiter wegen eines Warnstreiks ausgerastet und hatte mit einem Truck den Tisch der Gewerkschaft niedergewalzt. √Ę‚ā¨¬¶ Entlassen hat die Spedition damals einen Betriebsrat√Ę‚ā¨¬¶ Er musste sp√§ter nach einem Beschluss des Arbeitsgerichts Darmstadt wieder eingestellt werden. Zuvor hatte ihm sein Arbeitgeber schon mehrfach – ebenfalls erfolglos – gek√ľndigt. Der Mann ging schlie√ülich von alleine.“

4. Januar 2001
Angestellten erneut Zutritt verweigert
Auch der Viernheimer B√ľrgermeister Matthias Baa√ü schaltet sich nun in das „Verwirrspiel um die fr√ľhere Spedition Pfenning“ ein. Er stellt den protestierenden Besch√§ftigten einen Raum im „Forum f√ľr Senioren“ f√ľr Betriebsversammlungen zur Verf√ľgung. Der Betriebsratsvorsitzende wird mit Mitteilung von Uwe Nitzinger seiner Funktion enthoben.
B√ľrgermeister Baa√ü kritisiert die Informationspolitik des Unternehmens und verlangt umfassende Aufkl√§rung. „Zur neugegr√ľndeten Firma Profi-Log machte Nitzinger auch dem B√ľrgermeister gegen√ľber keine weiteren Angaben.“ Der Zeitung erkl√§rt Nitzinger, „von einer Zusammenarbeit mit der in Viernheim neugegr√ľndeten Pf united logistics GmbH, mit der der bisherige Eigent√ľmer nichts mehr zu tun habe, verspreche er sich einschneidende Verbesserungen im Dienstleistungs- und Servicebereich, man stehe vor einem „Quantensprung“ im Speditionsgesch√§ft.“

5. Januar 2001
Politik appelliert an Spedition
„Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister appellierte gestern an die Unternehmensleitung: „im Sinn der der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Unternehmens der Firma Pfenning, das Verwirrspiel der vergangenen Tage zu beenden.““
„Der Bundestagsabgeordnete respektiert „die Freiheit unternehmerischer Entscheidungen, die im Rahmen der geltenden rechtlichen Bestimmungen erfolgen. Aber das Wohl des Unternehmens und das Wohl der Arbeitnehmer sind keine Gegens√§tze, sie bedingen einander.“
„Der Fraktions- und Parteivorsitzende der Viernheimer CDU, Martin Ringhof, erinnerte daran, dass das deutsche Wirtschaftssystem auf dem der sozialen Marktwirtschaft beruhe. Das Verhalten der Arbeitgeber (Pfenning, Anm. H. Prothmann) vertrage sich weder hiermit noch mit den Grunds√§tzen einer christdemokratischen Wirtschaftspolitik.“
Die Gr√ľnen kritisieren die „Wildwest-Manieren“ der Spedition.

9. Januar 2001
Unternehmerische Willk√ľr
„Mit Sorge beobachten die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) die wachsende Tendenz, wie sich gewisse Kreise versuchen unter strenger Wahrung ihrer Eigeninteressen und der Missachtung der Rechte anderer aus ihren Pflichten zu stehlen. Ein solch gravierendes Beispiel unternehmerischer Willk√ľr liefert derzeit die Gesch√§ftsleitung der Spedition Pfenning in Viernheim.“
Hans Winkler, 1. Vorsitzender KAB

12. Januar 2001
Termin vor Arbeitsgericht geplatzt
Pfenning Gesch√§ftsf√ľhrung ignoriert Vorladung

„Die Vorg√§nge um die Pfenning Spedition GmbH, Viernheim, nehmen immer groteskere Z√ľge an. Zu einer Verhandlung, die f√ľr gestern vor dem Arbeitsgericht Darmstadt anberaumt war, erschien kein Vertreter der Gesch√§ftsf√ľhrung. Begr√ľndung: Man sein nicht zust√§ndig, das Unternehmen verkauft.“
„Weiterhin nebul√∂s bleibt die Firma Profi-Log Spedition GmbH, an die die Pfenning Spedition GmbH nach Angaben der Gesch√§ftsf√ľhrung verkauft worden sein soll.“
„Das Gremium (√ĖTV, Anm. Hardy Prothmann) fordert die Verantwortlichen in einem Schreiben auf, bei einer Betriebsversammlung am kommenden Montag endlich Klarheit √ľber die Eigentumsverh√§ltnisse zu schaffen.“

13. Januar 2001
Pfenning meldet sich zu Wort
Speditionschef macht Gewerkschaft f√ľr Unruhe verantwortlich

„Pfenning gibt nur einen Fehler zu: Der Sicherheitsdienst h√§tte dem Betriebsratsvorsitzenden √Ę‚ā¨¬¶ nicht den Zutritt zum Betrieb verbieten d√ľrfen. Die Bewachung√Ę‚ā¨¬¶begr√ľndet Pfenning mit versicherungsrechtlichen Anforderungen.“
„Scharfe Angriffe richtet der Firmenchef gegen die √ĖTV-Gewerkschaftssekret√§rin Monika Hettwer: „Sie versteht es meisterlich, das Feuer zu sch√ľren“, so Pfenning. √Ę‚ā¨¬¶ Hettwer l√§sst dieser Angriff kalt: „Es ist meine Aufgabe, Missst√§nde zu bek√§mpfen, das tue ich.“

16. Januar 2001
Trauerspiel
Unser Redaktionsmitglied Dirk Pohlmann kommentiert den Fall Pfenning Spedition
„Pfenning Holding, Pfenning, Logistik, Pfenning Spedition, Log-Sped, Profi-Log, Profi-Consult, PF United Logistics: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollst√§ndigkeit und ist dennoch bereits un√ľbersichtlich.“

16. Januar 2001
Jetzt will der Landrat vermittelnd eingreifen
Streit um en Verkauf der Pfenning Spedition GmbH geht weiter / Wieder Solidaritätsbekundungen in der Lilienstraße

„Mir geht‚Äôs um Transparenz und darum, die Firmenpolitik offen zu legen“, betonten Hofmann (der Landrat, Anm. Hardy Prothmann). „Es muss Klarheit √ľber den k√ľnftigen Status herrschen. Schlie√ülich m√ľssen die betroffenen Arbeitnehmer ihre Familien ern√§hren.“
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„Die Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht berichtete von eigenen Recherchen in Rostock. Dort sei die Firma Profi-Log weder im Handelsregister eingetragen noch sei sie dem Speditionsfachverband oder der IHK bekannt.“

16. Januar 2001
Keine Bewegung im Streit um Pfenning
Gesch√§ftsf√ľhrungen und Gewerkschaft bleiben unvers√∂hnlich / Politik gibt Vermittlung auf

„Die Positionen im Streit um die Viernheimer Pfenning-Gruppe bleiben unver√§ndert, einen Einigung scheint weiter entfernt denn je.“

23. Februar 2001
Pfenning-Fahrer gehören zur PF
Arbeitsgericht Darmstadt gibt Gewerkschaft Recht

„Das Darmst√§dter Arbeitsgericht hat ein Machtwort gesprochen: Die Arbeitnehmer der fr√ľheren Pfenning Spedition GmbH haben einen Besch√§ftigungsanspruch gegen die Firma PF United Logistics Spedition GmbH. Es liegt ein Betriebs√ľbergang von der Pfenning Spedition auf die PF United vor.“

23. November 2001
Paukenschlag bei Pfenning
Pf United Logistics stellt Antrag auf Insolvenzverfahren

„Genau ein Jahr nach der Aff√§re um den Verkauf der Pfenning Spedition GmbH gibt es in der Viernheimer Logistik-Gruppe einen neuen Paukenschlag: Die pf United Logistics GmbH hat gestern einen Antrag auf Er√∂ffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens 53 Arbeitnehmer.“
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„Die pf United begr√ľndete gestern ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit Kundenverlusten auf Grund der „spektakul√§ren Aktionen der √ĖTV und des Betriebsrates“.

23. Juni 2006
Meterhohe Flammen schießen aus der Lagerhalle
Großbrand auf dem Gelände der Spedition Pfenning / Millionenschaden, aber keine Verletzten / Brandursache unklar

„Mit einem Inferno aus Rauch und Flammen k√§mpfte die Feuerwehr in der Nacht zum Freitag: Bis zu 25 Meter hoch schossen die Stichflammen aus einer Lagerhalle in Viernheim. Sie wurden durch den Brand v√∂llig zerst√∂rt.“
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„Zeitweise drohte das Feuer auch auf zwei Tanks mit Fl√ľssiggas und auf ein benachbartes Unternehmen √ľberzugreifen, das Aluminium und Altpapier gelagert hat. Das konnten knapp hundert Einsatzkr√§fte aber verhindern. Als besonders kritisch beschreiben Einsatzkr√§fte den Augenblick, als sich kurz dach ihrem Eintreffen gro√üe Mengen brennbarer Stoffe durch Sauerstoffzufuhr auf einen Schlag entz√ľndeten.“

17. November 2007
Umstieg von Zug auf LKW
„Der Streik der Lokomotivf√ľhrer trifft nicht nur Urlaubsreisende und Berufspendler, der nach und nach eskalierende Ausstand beschert auch den Spediteuren jede Menge Mehrarbeit. Der Frachtverkehr verlagert sich zunehmend von der Schiene auf die Stra√üe√Ę‚ā¨¬¶“
„Betroffen ist auch die Viernheimer Spedition Pfenning Logistics, die Waren eines Hauptkunden (Henkel, Anm. Hardy Prothmann) normalerweise per Zug geliefert bekommt. „Da das derzeit nicht m√∂glich ist, wurde der gesamte Transport auf LKW umgestellt, so Sprecherin P√©lagie Mepin.“

Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?

Das Unternehmen pfenning logistics GmbH will ab 2010 mit dem Bau von Hallen nördlich der Benzstraße beginnen und dort ein riesiges Logistik-Zentrum errichten. 2013 soll der Firmensitz vom hessischen Viernheim ins badische Heddesheim wechseln.

Geplant ist die Bebauung eines Areals nördlich der Benzstraße in einer Größe von 200.000 Quadratmetern. Ein zweiter Bauabschnitt könnte nochmals so groß werden, also insgesamt gut 400.000 Quadratmeter umfassen.

Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler freut sich Anfang Februar 2009: „Sie sehen einen insgesamt rundum gl√ľcklichen B√ľrgermeister“, zitiert ihn der Mannheimer Morgen. Und: „Wir sind stolz, so ein gro√ües und bedeutendes mittelst√§ndisches Familienunternehmen f√ľr Heddesheim gewonnen zu haben.“ (Was „bedeutendes“ Unternehmen meint, l√§sst sich eindrucksvoll unter Was hei√üt bedeutend? nachlesen.)

Der Gemeinderat hatte das Projekt zuvor am 22. Januar einstimmig abgesegnet. Der Beschluss allerdings wurde in einer nicht-√∂ffentlichen Sitzung gefasst, die Heddesheimer B√ľrgerinnen und B√ľrger erfahren von dem Projekt aus der Presse.

Frohe Botschaft?

Die Botschaft lautet: Heddesheim bekomme auf einen Schlag bis zu 1000 neue Arbeitsplätze, Heddesheim könne stolz sein auf diese Akquisition, die kleine Gemeinde werde ein bedeutender Standort, die wirtschaftliche Entwicklung der Kommune werde gefördert. Heddesheim komme mitten in der Krise voran.

Kurze Zeit darauf zeigt sich aber, dass B√ľrgermeister und Gemeinderat ihre Rechnung nicht mit den B√ľrgern gemacht haben.

Was bedeutet das f√ľr uns?

Denn die haben Sorgen. „Was bedeutet das f√ľr uns?“, ist die Kernfrage. Die meisten meinen den Verkehr, viele die Gef√§hrdung durch den Verkehr, ebenfalls viele die Umweltbelastung durch Feinstaub, L√§rm und versiegelte Fl√§chen, manche Eigent√ľmer f√ľrchten einen Wertverlust ihrer Wohnungen, H√§user, Grundst√ľcke.

Wer bis dato noch keine Meinung hatte, findet Anfang April ein „Flugblatt“ mit diesen Fragen in seinem Briefkasten.

Und pl√∂tzlich sind sehr viele Heddesheimer nachdenklich geworden, manche sind gar sauer auf ihren B√ľrgermeister und den Gemeinderat.

Denn sie f√ľhlen sich √ľbergangen. (siehe einen Leserbrief aus dem Mannheimer Morgen).

Sie haben das Gef√ľhl, dass das Schicksal Heddesheims und damit ihr eigenes √ľber ihre K√∂pfe hinweg entschieden wird. Mit ungewissem Ausgang.

B√ľrgerbeteiligung als Farce

Sie f√ľhlen sich verraten, weil die „B√ľrgerbeteiligung“, bei der das Projekt vorgestellt wird, zur Farce wird. B√ľrger, die sich beteiligen, also ihre Ansichten √§u√üern und Fragen stellen, bekommen von einem sichtlich mehr und mehr genervten B√ľrgermeister nur die Auskunft, dass kritische Fragen eines Flugblatts unwahre Behauptungen aufstellten und die Fakten nicht kennten und pfenning logistics nach Heddesheim kommen wird.

Manch einer der Fragesteller wird an diesem Abend von einem selbstgef√§lligen SWR-Moderator abgemeiert, der Stimmqualit√§t oder Ausdruck der fragenden B√ľrger bem√§ngelt und dabei selbst wegen fortw√§hrenden Nuschelns oft schlecht zu verstehen ist. Der Moderator l√§√üt gar einem Redner gleich mehrfach das Mikrofon abdrehen. Nur die Buh-Rufe der versammelten B√ľrger bringen ihn zur Einsicht.

Und viele sind fassungslos, als Uwe Nitzinger, Gesch√§ftsf√ľhrer des Unternehmens pfenning logistics, auf die Frage nach Gefahrstoffen wie beispielsweise Trennmitteln die Sachlage so erkl√§rt: Ja, Trennmittel lagere man auch, aber die seinen in der Industrie eben so notwendig wie das Fett, mit der die Hausfrau die Backform einstreicht, damit der Kuchen nicht haften bleibt.

Sind 100 Millionen Euro mehr wert als kritische Fragen?

Und viele der anwesenden B√ľrger f√ľhlen sich verkauft angesichts der Zahlen. 100 Millionen Euro will das Unternehmen pfenning logistics in den neuen Standort investieren.

100 Millionen Euro sind viel mehr als ein paar kritische Stimmen, denken sich viele und kapitulieren schon fast innerlich angesichts eines B√ľrgermeisters und eines Gemeinderats, die klar gemacht haben, was sie wollen.
„Was k√∂nnen wir dagegen schon machen?“, wird nach der Veranstaltung gefragt.

Widerstand leistet eine Interessengemeinschaft „Nein-zu-Pfenning“. Die Motive der Menschen, die sich gegen das Pfenning-Projekt wehren wollen, sind unterschiedlich. Angst vor dem Verkehr, Sorge um den L√§rm und die Umwelt sowie Verlust an Lebensqualit√§t in der Gemeinde waren anfangs die wichtigsten Gr√ľnde.

Die Initiatoren der Interessengemeinschaft haben nachvollziehbare Gr√ľnde f√ľr ihre Ablehnung. Einige sind Gewerbetreibende, die selbst im bereits bestehenden Gewerbegebiet gegen√ľber dem geplanten Logistik-Standort wohnen und ganz egoistisch um ihre Wohn- und Lebensqualit√§t bei bis zu 1000 LKW-Fahrten in Spitzenzeiten pro Tag bangen – und dass nur in der ersten Ausbaustufe.
Andere sind Anwohner der Ringstraße. Ihr Motiv ist im wesentlichen dasselbe wie auch das anderer Heddesheimer, die an den Achsen durch Heddesheim leben, also Viernheimer Straße, Unter- und Oberdorfstraße, Muckensturmer Straße, Werderstraße, Schaafeckstraße und Großsachsener Straße.

Sorgen und Frust

Aber √ľberraschend viele B√ľrger, die dem Pfenning-Projekt skeptisch gegen√ľber stehen, sind nicht direkt betroffen, sondern f√ľhlen mit, machen sich f√ľr andere Sorgen, denken an die Kinder, an die Alten, an die Umwelt und an die Gemeinde an sich.

Und sind erbost √ľber den Auftritt ihres B√ľrgermeisters und entt√§uscht √ľber die unkritischen Gemeinder√§te, die ihre Fragen nicht gestellt und in nicht-√∂ffentlicher Sitzung f√ľr dieses Projekt gestimmt haben.

Bis heute fehlt von Seiten der Fraktionen „CDU“, „SPD“, „FDP“und „B√ľndnis90/Gr√ľne“ jede offizielle Stellungnahme zum Pfenning-Projekt. Ebenso wie auf der homepage der Gemeinde Heddesheim.

„Warum?“, fragen sich viele. Diese Nicht-Informationspolitik sch√ľrt die Bef√ľrchtungen, dass l√§ngst nicht alle „Fakten“, au√üer dass Pfenning kommt, auf dem Tisch liegen. „Was wird uns verheimlicht?“, ist eine g√§ngige Frage.

Als Grund f√ľr die Geheimhaltung nennt B√ľrgermeister Kessler die „selbstverst√§ndlich“ zu sch√ľtzenden „Interessen“ des Investors. Dass auch seine B√ľrger Interessen haben, die es zu sch√ľtzen gilt und dass dies f√ľr einen B√ľrgermeister „selbstverst√§ndlich“ sein sollte, f√§llt ihm nicht ein. Soviel B√ľrgerferne war selten.

„Nach der B√ľrgerbeteiligung“, die nach Ansicht der Mehrheit der anwesenden B√ľrger keine war, ist f√ľr diese nun „vor der B√ľrgerbeteiligung“ geworden. Sie wollen mitreden, zumindest Fragen stellen k√∂nnen und daf√ľr verst√§ndliche Antworten erhalten.

Das versucht auch dieses Blog.

Eine Gemeinde ist so lebendig wie ihre B√ľrger. Sie braucht weder vertrauensselige Ja-Sager, noch notorische Nein-Sager. Sie braucht aktive B√ľrger, die sich f√ľr das eigene Wohl und das ihrer Mitb√ľrger interessieren.

Lesen Sie mit. Schreiben Sie mit. Diskutieren Sie mit. Denken Sie nach. Bringen Sie sich ein.

Sie sind herzlich eingeladen!

Ihr heddesheimblog

P.S.: Am 7. Juni 2009 ist Gemeinderatswahl. Gehen Sie hin oder wählen Sie per Briefwahl.

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