Samstag, 23. September 2017

Der Umzug, der Einmarsch, die „Parreredd“, die Schlumbel und die Borscht


Heddesheim, 18. Oktober 2009

Guten Tag!

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Alle Fotos: heddesheimblog, hp

In Heddesheim war was geboten am Sonntag: Umzug vom „Parrehaus“ zum B├╝rgerhaus – Einmarsch – „Kerweredd vum Kerweparrer (Sebastian T├Ąubert)“ – Verm├Ąhlung des „Kerwebr├Ąutigams (Rainer Schmitt) mit seiner Schlumbel (Schlumbel)“, Abschied von der „Schlumbel“ und Auftritt von sechs der acht „Borscht“ – trainiert von Rock‘ n Roll-Meisterin Sabrina Mayer. Und dann war doch noch… genau, die Kerwe.

Der Umzug

Teilnehmer: Guggemusik-Gruppe Nodeschisser, die Brass Band aus Mannheim-Wallstadt, Prinzessin Manuela I vom TG Restaurant, die├é┬áGarde der Grumbe sowie die Ehren- und Festdamen des S├Ąngerbundes und der S├Ąngervereinigung und jede Menge Heddesheimer.
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Der Einmarsch und die „Parreredd“
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Die Schlumbel
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Die Borscht
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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Mitarbeit: Horst P├Âlitz

Tolle Stimmung beim 11. Guggemusikfest


Heddesheim, 29. September 2009

Guten Tag!

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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Theater im B├╝rgerhaus: „Ich bin, was ich bin – und das ist gut so!“


Guten Tag!

Heddesheim, 25. September 2009. Mit der spritzigen Kom├Âdie „Norman, bist Du es?“ erlebte das Heddesheimer Theaterpublikum im B├╝rgerhaus am Donnerstagabend einen kurzweiligen Abend.

Von Sabine Prothmann

Die freche Kom├Âdie „Norman, bist du es?“ von Ron Clark und Sam Bobrick, die am gestrigen Donnerstag die Heddesheimer Theatersaison er├Âffnete, w├╝hlte in Vorurteilen und Klischees – „wenn du mal 50 bist, z├Ąhlen drei Dinge: Saubere Unterw├Ąsche, eine saubere Wohnung und das Fernsehen“ – auf so charmante Weise, dass das Publikum im gut besuchten B├╝rgerhaus die hervorragenden Schauspieler mit viel Applaus und Gel├Ąchter bedachte.

Zum Inhalt: Der 50j├Ąhrige Bernhard Wolters, bestens besetzt mit Kalle Pohl („7 Tage, 7 K├Âpfe“), ist Besitzer einer Reinigungsfirma und seine Frau ist gerade mit seinem Bruder durchgebrannt. Er sucht Zuflucht bei seinem Sohn Norman, glaubhaft dargestellt von Otto Beckmann, der jedoch ganz anders lebt, als sein Vater dachte.

„Ich bin, was ich bin – und das ist gut so“, mit diesen Worten versucht der 25-j├Ąhrige Norman seinen verzweifelten Vater zu beruhigen, der gerade erfahren hat, dass sein Sohn schwul ist und mit einem Mann zusammenlebt. „Sag mir, dass du Rauschgift nimmst“, denn selbst das w├Ąre f├╝r Vater Bernhard Wolters besser zu ertragen.

Spritzige Dialoge und Spielfreude

W├Ąhrend er anf├Ąnglich noch ├╝ber das weibliche Geschlecht schimpft „halte sie dir vom Leibe“, versucht er nach dem Outing mit Hilfe von Fachliteratur und der Prosituierten Babsi – sch├Ân schrill gespielt von Ruth Willems – seinen Sohn und sp├Ąter auch dessen Lebensgef├Ąhrten Tom von den Vorz├╝gen der Heterosexualit├Ąt zu ├╝berzeugen.

Der bekannte Schauspieler Julian Manuel spielte Freund Tom, Psychotherapeut von Beruf, ├Ąu├čerst ├╝berzeugend und sorgt schon in der Eingangsszene f├╝r den ersten Lacher, als er splitterfasernackt ├╝ber die B├╝hne rennt.

Tom versucht den r├╝ckst├Ąndigen Bernhard zu entspannen, Norman haut ab, daf├╝r taucht unversehens die ebenso ahnungslose Mutter wieder auf.

Heike Thiem-Schneider spielt die in Liebesdingen gescheiterte Bettina Wolters sehr glaubhaft. Sie wei├č genau, dass sie nach dem Ausbruch aus ihrer Ehe nicht mehr bereit ist ohne Zugest├Ąndnisse hinter die Registrierkasse ihrer Reinigung zur├╝ck zu kehren.

Nach vielen turbulente Verwicklungen und br├╝llend komischen Situationen steuert die Handlung dann letztendlich doch noch auf ein harmonisches Happyend zu.

Spritzige Dialoge und die un├╝bersehbare Spielfreude der Schauspieler machten den Theaterabend zu einem kurzweiligen Vergn├╝gen. Sch├Ân und zur├╝ckhaltend auch das B├╝hnenbild von Daniela Piecha.

Was die Konzertdirektion Rainer Haas am Donnerstag auf die B├╝hne brachte, l├Ąsst auf alle F├Ąlle gespannt sein auf die n├Ąchsten St├╝cke.

Ausstellung im Schwetzinger Schloss: „Atelier und K├╝nstler VII“


Guten Tag!

Schwetzingen, 21. September 2009. Am Sonntag ├Âffnete die Ausstellung „Atelier und K├╝nstler VII“ in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses im Rahmen der 20 Kreiskulturwoche.

34 K├╝nstlerinnen und K├╝nstler aus der Metropolregion Rhein-Neckar pr├Ąsentieren bis 11. Oktober ihre Werke im Licht durchfluteten gro├čen Raum, der ausgezeichnete Voraussetzungen f├╝r die Pr├Ąsentation bietet. Darunter der Heddesheimer K├╝nstler Dr. Kurt Fleckenstein.

„Kunst kennt keine Grenzen“, sagte Oberb├╝rgermeister Dr. Rene P├Âltl. und freute sich, dass der Rhein-Neckar-Kreis und Landrat Dr. J├╝rgen Sch├╝tz den Startschuss f├╝r „Atelier und K├╝nstler“, wie der Titel der Ausstellung lautet, in die Kulturstadt Schwetzingen gelegt hatten.

In seiner Einf├╝hrung in die Ausstellung unterstrich der fr├╝here Direktor des Heidelberger Kunstvereins, Prof. Hans Gercke, die „hohe k├╝nstlerische Potenz der Metropolregion.“

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Sonniges Ambiente in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses. Bild: Dorothea Burkhardt

Die Ausstellung und die damit verbundene siebte Ausgabe des „Atelier und K├╝nstler“-Projektes brauche keine Vergleiche mit anderen Regionen zu scheuen. Die Kreiskulturwoche habe Ma├čst├Ąbe gesetzt und mit der „Atelier und K├╝nstler“-Reihe einen unverzichtbaren ├â┼ôberblick ├╝ber das k├╝nstlerische Schaffen entstehen lassen.

Bevor Landrat Dr. J├╝rgen Sch├╝tz die Ausstellung er├Âffnete, erinnerte er daran, dass K├╝nstlerinnen und K├╝nstler auch vom Verkauf der Kunstwerke leben und forderte dazu auf, „sich ausgezeichnete Kunst nach Hause zu holen.“ J├╝rgen Mauter und Gerald Weiser-Haensch umrahmten die Vernissage mit klassischer Gitarrenmusik.

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Gruppenbild mit Landrat (Dr. J├╝rgen Sch├╝tz, Mitte mit K├╝nstlern). Bild: Dorothea Burkhardt

Atelier und K├╝nstler VII ist bis zum 11. Oktober 2009 in der Orangerie im Schloss Schwetzingen zu sehen, immer dienstags, donnerstags und samstags von 15 bis 18 Uhr, an den Sonntagen von 11 bis 18 Uhr.

Der Zugang zum Schlossgarten / Orangerie ist eintrittspflichtig, der Besuch der Ausstellung ist frei.

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Drei Tage S├Ąngerfest

Guten Tag,

heute beginnt das dreit├Ągige S├Ąngerfest – der H├Âhepunkt im Jubil├Ąumsjahr von S├Ąngervereinigung und S├Ąngerbund in Heddesheim.

Die S├Ąngervereinigung feiert ihren „100-j├Ąhrigen Geburtstag“, der S├Ąngerbund seinen 140-ten.

Ãœber 90 Vereine mit mehr als 3600 Aktiven nehmen am Programm teil.

Das Programm:

Freitag, 3. Juli 2009 15:30 Uhr

17:30 Uhr

19:00 Uhr

Treffen auf dem Dorfplatz

Festzug vom Dorfplatz zum Festzelt

Festbankett, anschl. Freundschaftssingen

Samstag, 4. Juli 2009 14.00 Uhr

18.00 Uhr

Freundschaftssingen

Pr├Ądikatsingen

Sonntag, 5. Juli 2009 8.00 Uhr

20.00 Uhr

Volksliederwertungssingen

Heddesheimer Abend mit Tanz und der Musikkapelle Neckarhausen

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Rita Weins: Als K├╝nstlerin macht sie Druck

Rita Weins ist K├╝nstlerin. Aber keine abgehobene, sondern eine ganz praktische. Deswegen l├Ąsst sie andere auch an ihrer Kunst teilhaben und gibt Kurse. Die Teilnehmer nehmen am Ende ihre eigene Kunst mit nach Hause – zum Anziehen, zum Dekorieren – ganz praktisch eben.

Portr├Ąt: Hardy Prothmann

Rita Weins ist eine fr├Âhliche Frau. Der Grund daf├╝r ist ein einfacher: „Seit ich Kind bin, entdecke ich die Welt ├╝ber das Handwerk und die Kunst. Wenn ich neue Stoffe oder Techniken entdecke, habe ich einfach Spa├č daran, meine Ideen zu verwirklichen.“

„Sich selbst zu verwirklichen ist einfach wunderbar.“ Rita Weins

Sie sagt, ein bisschen sei das wie eine Sucht, diese Suche nach Verwirklichung. Aber eine ohne Nebenwirkungen. Au├čer der Freude, die sie sich und anderen damit bereitet.

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Rita Weins: Kunst bringt Freude. Bild: pro

Seit f├╝nfzehn Jahren lebt Rita Weins in Heddesheim. Mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern (18 und 16 Jahre alt). Der Sohn wird im Herbst das Haus verlassen, um eine Ausbildung zu starten – eine kreative.

Rita Weins hat auch fr├╝h angefangen, nicht nur auszuprobieren, sondern sich systematisch mit Kunst zu besch├Ąftigen – aus beruflichen Gr├╝nden. Sie ist gelernte Hauswirtschaftsleiterin: „Ich habe damals Kurse in kreativem Gestalten gegeben und bin so zur Seidenmalerei gekommen. Seitdem hat mich das nicht mehr los gelassen.“

Die Autodidaktin malt am liebsten auf Wildseide: „Der Stoff fasziniert mich und die vielen M├Âglichkeiten, ihn zu bearbeiten, ob mit Radierungen, Druck oder Acryl.“

Ausstellung in Heddesheim

2004 hat sie in der Heddesheimer B├╝cherei ausgestellt: „Die Ausstellung hat mich in Heddesheim bekannt gemacht, daf├╝r bin ich dem B├╝cherei-Team sehr dankbar.“

Mittlerweile kann sie sich ├╝ber Auftr├Ąge nicht beklagen: „Ich habe als freischaffende K├╝nstlerin zwei Standbeine. Das eine ist die Malerei. Meistens arbeite ich im Auftrag, der Kunde sagt mir also, was er sich vorstellt, wir besprechen das und dann geht es ans Werk.“

F├╝r die Kunden keine allzu kostspielige Angelegenheit. Rita Weins Werke kosten je nach Gr├Â├če und Material 300-700 Euro. In Waldmichelbach hat sie im „Casa mia“ einen Ausstellungsraum.

Als Kursleiterin macht Rita Weins ordentlich „Druck“.

Das zweite Standbein sind Kurse, die sie entweder zu Hause oder in Mannheim gibt: „Zu Hause ist die Zahl auf drei bis vier Teilnehmer begrenzt. In Mannheim gebe ich die Kurse im Kreativshop „Jeromin“. Da sind es dann bis zu acht Teilnehmer.“

Fr├╝her hat sie auch in der VHS Kurse gegeben: „Dort waren die Bedingungen f├╝r kreatives Arbeiten aber nicht ideal. Es dauert seine Zeit, bis die Teilnehmer „sich eingerichtet haben“ und einen Bezug zum Material haben.

Drei Stunden sind eine gute Zeit f├╝r die Einf├╝hrung und manchmal braucht es auch l├Ąnger.“ Ganz feste Zeiten sind deshalb ungeeignet f├╝r die kreative Arbeit.├é┬áAuch die Zahl der Teilnehmer war zu gro├č: „Ich m├Âchte schlie├člich auf jeden eingehen k├Ânnen und je mehr Teilnehmer es sind, umso weniger ist das m├Âglich.“

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Nach dem Drucken muss geb├╝gelt werden, damit der Stoff entf├Ąrbt wird. Bild: pro

In den Kursen lernen die Teilnehmer den kreativen Umgang mit Druckstempeln: „Der Textildruck ist ein wunderbarer Einstieg in die Welt des kreativen Gestaltens“, sagt Rita Weins.

„Mir ist dabei wichtig, dass die Teilnehmer ihre eigenen Ideen finden und verwirklichen. Wenn Sie dann nach drei bis vier Stunden wieder nach Hause gehen, haben sie selbst gestaltete T-shirts, Tischdecken, Bez├╝ge dabei, an denen sie sich freuen k├Ânnen. Das ist einfach Klasse, wenn die Menschen mit „ihrem“ eigenen „St├╝ck“ nach Hause gehen.“

W├Ąhrend sie erz├Ąhlt, strahlen ihre Augen und dann… muss sie es zeigen. Sie ist eben eine „praktische“.

Alte Techniken, antike Stempel

In ihrem Werkraum pr├Ąsentiert sie teils antike indische Stempel, die aus Ebenholz gearbeitet sind – jeder f├╝r sich ein kleines Kunstwerk. „Die kosten nat├╝rlich mehr Geld, als die modernen Stempel aus Silikon“, sagt Rita Weins.

„Mit den Silikonstempeln kann man auch wunderbar arbeiten, die antiken St├╝cke sind nat├╝rlich aber einfach sch├Âner und es gef├Ąllt mir, dass sie von der langen Geschichte der Druckkunst erz├Ąhlen.“

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Antike indische Stempel sind selbst Kunstwerke. Bild: pro

Rund 50 Euro kostet eine Erstausstattung mit Stempeln, Entf├Ąrber und Stoffen. Rita Weins hat ├╝berwiegend Frauen in den Kursen: „Aber ich hatte auch schon reine M├Ąnnerkurse. Viele der Teilnehmer wollen ihre F├Ąhigkeiten erweitern, weil sie als P├Ądagogen oder Lehrer kreativ mit ihren Sch├╝lern arbeiten.“

So wie Rita Weins: „Besonders freue ich mich, wenn ich irgendwo eine „alte Technik ausgraben“ kann und sie selbst lerne.“

So wie ihr Faible f├╝r Filz. Den Stoff hat sie vor einigen Jahren f├╝r sich entdeckt und probiert seitdem eifrig das neue (alte) Material aus. Dabei entwickelt sie durchaus Forschergeist: „Filz ist als Kunstmaterial nicht mehr so bekannt, das reizt mich einfach.“

Bildergalerie

Mendelssohn-Konzert: Momentaufnahmen

Guten Tag!

Impressionen eines gro├čen Ereignisses in Heddesheim.

Freudige Erwartung: Mendelssohn. Bild: pro

Freudige Erwartung: Mendelssohn. Bild: pro

 

Innig: Die Solistin Martina Trumpp und ihre Geige. Bild: pro

Innig: Die Solistin und ihre Geige. Bild: pro

 

Pause.

Bassist. Pause. Bild: Pro

Geniale Kompositionen. Bild: pro

Geniale Kompositionen. Bild: pro

Dramatisch: Thomas Str├Âckens.

Dramatisch: Tenor Thomas Str├Âckens. Bild: pro

 

Glockenklare Stimme: Theresia Aranowski. Bild: pro

Glockenklare Stimme: Sopranistin Theresia Aranowski. Bild: pro

Handschlag. Der erste Geiger und sein Dirigent. Bild: pro

Handschlag. Der erste Geiger und sein Dirigent. Bild: pro

Standing ovations: Heddesheimer Konzertbesucher sind begeistert. Bild: pro

Standing ovations: Heddesheimer Konzertbesucher sind begeistert. Bild: pro

Mendelssohnscher Hochgenuss

„Sensationell“, „ganz gro├čartig“, „spitze“, „ich bin ├╝berw├Ąltigt“. Die G├Ąste des „Konzerts zum Mendelsohn-Jahr“ in der evangelischen Kirche Heddesheim waren begeistert. Erwartungsvolle Mienen betraten das Gotteshaus vor dem Konzert, verz├╝ckte Gesichter verlie├čen die Kirche.

von Hardy Prothmann

Es gibt Ereignisse, die geh├Âren einfach zu den gr├Â├čten eines Jahres. Was Frank Christian Aranowski mit der Oekumenischen Philharmonie, vier Solisten, dem evangelischen Kirchenchor Heddesheim sowie dem Konzertchor der Liedertafel Ettlingen in Heddesheim zur Auff├╝hrung brachte, war so ein Gro├čereignis.

In der Musik versunken: Solistin Martina Trumpp.

In der Musik versunken: Solistin Martina Trumpp. Bild: pro

In der vollbesetzten Kirche ging es p├╝nktlich los. Dirigent Aranowski hatte die Choralkantate „Verleih uns Frieden“ als Auftaktst├╝ck klug gew├Ąhlt. Zur Einstimmung auf das, was danach folgen sollte: Konzert f├╝r Violine und Orchester, e-moll, Op. 64.

Martina Trumpp ├╝berzeugt

Erst drei Jahre spielt die Oekumenische Philharmonie unter dem Initiator und Dirigenten Frank Christian Aranowski. Sicher, von Berufsmusikern kann man erwarten, dass sie ihr Handwerk beherrschen, dass sie aber so gut in so kurzer Zeit harmonieren, ist selten. Wie auch die Kunstfertigkeit der erst 23 Jahre alten Solistin Martina Trumpp (Violine), die mit ihrem intensiven, handwerklich herausragendem Spiel das Auditorium vom ersten bis zum letzten Ton mitriss.
Dass die junge Frau dar├╝ber hinaus sehr attraktiv ist, verlieh ihrer ganz wunderbaren Vorstellung noch mehr Glanz. Erst nach einer Zugabe, einem Satz einer Bach Solo-Sonate, durfte sie die Kirche frenetisch bejubelt verlassen.

Mitrei├čende Dynamik

Wer Frank Christian Aranowski kennt, wei├č, dass er im Grunde ein zug├Ąnglicher, sehr freundlicher Menschen. Das bleibt er auch als Dirigent. Allerdings entwickelt er eine Dynamik, die mitrei├čend ist. Und ihm gelingt es, sein Orchester und die Ch├Âre in seinen Bann zu ziehen.

Romantischer Dramatiker: Frank Christian Aranowski

Romantischer Dramatiker: Frank Christian Aranowski. Bild: pro

Seine Frau Theresia Aranowski, erste Sopranistin, begeisterte an diesem Abend ebenso mit einer glockenreinen Stimme, im Duett hervorragend erg├Ąnzt durch das warme Timbre der zweiten Sopranistin Manami Kusano. Auch Thomas Str├Âckens lieferte eine solide und dramatische Vorstellung als Tenor. Die Stimme des Abends aber war Theresia Aranowski.

Herausforderung und Freude

F├╝r Laiench├Âre wie den evangelischen Kirchenchor Heddesheim und den Konzertchor der Liedertafel Ettlingen ist die Zusammenarbeit mit einem Profi-Orchester nat├╝rlich immer eine Freude, aber auch eine gro├če Herausforderung.
Die haben beide bestanden. Vielleicht auch, weil man sich kennt und Chor und Orchester nicht zum ersten Mal zusammen auftraten.
An Harmonie mangelte es nicht an diesem Abend, es f├╝gte sich alles ├╝berdurchschnittlich gut zusammen.

Mendelssohn war ein Star

Im Gespr├Ąch mit heddesheimblog sagt Frank Christian Aranowski ├╝ber Felix Mendelssohn Bartholdy: „Das besondere an ihm war, dass er zu seinen Lebzeiten der absolute „Star“ war, musikalisch und wirtschaftlich erfolgreich. Nach seinem Tod wurde er aufgrund antisemitischer Tendenzen, ma├čgeblich durch Richard Wagner, diskreditiert.“

Begeisternd: Dirigent, Orchester und Chor.

Begeisternd: Dirigent, Orchester und Chor. Bild: pro

Wer ein Ohr hat, wei├č, was man an Mendelssohn hat: Ein Komponist, der seine Kindlichkeit bewahrt hat, ohne naiv zu sein und dar├╝ber hinaus viel geben kann, was mit dem Herzen und dem Glauben an das Sch├Âne zu tun hat.

Fotoseite: Momentaufnahmen