Sonntag, 20. August 2017

„Pfenning“ lehnt „Verkehrslenkung“ für Hirschberg ab

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Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 31. März 2010. (red) Nach Informationen des hirschbergblogs will die Unternehmensgruppe „Pfenning“ im Falle eines Staus auf der A5 ihre Lkw über die B3 als Ausweichstrecke fahren lassen.

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ ist nach Informationen des hirschbergblogs (Teil des rheinneckarblog, ebenso wie das heddesheimblog, Anm. d. Red.) nicht bereit, einen „Verkehrslenkungsvertrag“ mit Hirschberg abzuschließen.

Mit der Gemeinde Heddesheim hat „Pfenning“ einen solchen Vertrag geschlossen. Es handelt sich dabei um eine „Selbstverpflichtung“ des Unternehmens, keine Lkw „durch den Ort fahren zu lassen“.

Das heddesheimblog hat darüber umfassend berichtet.

Der Vertrag ist ein juristisches „Novum“, sprich, es gibt in Deutschland keinerlei Verträge ähnlicher Art.

Die Gemeinde Hirschberg wurde im Bebauungsplanverfahren um die in Heddesheim geplante „Pfenning“-Ansiedlung als „Träger öffentlicher Belange“ um Stellungnahme gebeten.

Die Gemeinde Hirschberg hatte sich in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) am 12. Januar 2010 mit dem „Bebauungsplan Gewerbegebiet Nördlich der Benzstraße in Heddesheim“ befasst und kam zu dem Ergebnis, dass „die Gemeinde Hirschberg dem Bebauungsplan nur zustimmen kann, wenn sichergestellt ist, dass der Kreisverkehr (Gewerbegebiet Hirschberg, Anm. d. Red.) die zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbelastungen mit aufnehmen kann.“

Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, „mit dem Logistikunternehmen eine Vereinbarung zu treffen, dass Schwerlastverkehr in Hirschberg vermieden wird.“

Darüber wurde in den Medien berichtet.

Auf Nachfrage des hirschbergblogs hat Bürgermeister Manuel Just bestätigt, dass von Seiten „Pfenning“ keine Initiative erfolgte. Also hat sich Bürgermeister Just mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt und einen Termin vereinbart.

„Pfenning“ war nicht bereit, einen „Verkehrslenkungsvertrag“ für Hirschberg abzuschließen.

Dieser Punkt und weitere Aspekte der geplanten Unternehmensansiedlung wurde im Hirschberger Gemeinderat am 30. März 2010 verhandelt.

Anmerkung der Redaktion: Wir werden dazu weiter berichten und bitten um Aufmerksamkeit.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    ja wen wundert es?

    Der Unterschied zwischen Hirschberg und Heddesheim ist leicht zu finden. Der Heddesheimer Gemeinderat stimmt über den Bebauungsplan ab, nicht der Hirschberger.

    In Hirschberg findet auch keine Bürgerbefragung statt, die man manipuliern müßte indem man einen unsinnigen, nutzlosen und juristisch unhaltbaren Vertrag aus der Tasche zaubert und als „Durchbruch bei der Verkehrslenkung“ verkaufen muß. Hirschberg kann Pfenning schlichtweg egal sein und ist es auch. Die Straßen sind frei und dürfen von jederman befahren werden, da muß man nicht einmal den Anschein erwecken, es würde interessieren, ob man an belasteter Stelle den endgültigen Verkehrskollaps verursachen wird.

    Nicht daß es Heddesheim gut mit Pfenning ginge. Der gute Nachbar, der rein räumlich vielleicht mehr Hirschberger Nachbar ist, zahlt seine Gewerbesteuer vielleicht einmal in Heddesheim, wenn er je welche zahlen wird. Aber der Ausweichverkehr bei verstopfter Autobahn wird auf jeden Fall über die B3 gehen.
    Wo denn auch sonst, wenn für Heddesheim der Vertrag erfüllt werden soll?
    Pfenning braucht keinen Vertrag mit Hirschberg, nicht einmal um seinen guten Willen zu zeigen. Was mit Hirschberg und dem Verkehr wird, geht Pfenning irgendwo vorbei…

    Damit zeigt sich auch was der wertlose Vertrag der Heddesheimer wirklich wert ist. Nichts. Pfenning will sich seine Routen nicht vorschreiben lassen. In der Spedidtionsbranche gilt Zeit ist Geld und gefahren werden immer die kürzesten und schnellsten Wege.
    Der Vertrag mit Heddesheim kam nur unter dem politischen Druck im Vorfeld der Bürgerbefragung zu Stande. Vielleicht steht die Heddesheimer Verwaltung wirklich hinter dem Vertrag. Aber wenn sie bei Sinnen ist, weiß auch sie um seinen Stellenwert.

    Diese Verweigerung sollte für Heddesheim ein Signal sein. Es zeigt, wie Pfenning tickt und worauf sich Heddesheim eingelassen hat. Es ist nur zu fürchten, daß dieses Signal – wie alle anderen – auf 12:9 taube Ohren stößt. Wobei eigentlich eine Partei im Gemeinderat zu Heddesheim sitzt, die damit Erfahrung haben sollte, wenn Völker die Signale hören. Zumindest sollte sie wissen was diese Worte bedeuten.

    In Heddesheim wurde der Verkehrslenkungsvertrag dazu geschlossen, die Bürger zu täuschen und in Sicherheit zu wiegen.
    „Wir haben was getan. Wir haben einen Vertrag. Wir haben den Verkehr gelenkt. Wir beherrschen den Verkehr. Es ist alles in Ordnung“.

    Nichts ist mit diesem Projekt in Ordnung. Nichts ist geregelt. Bei nüchterner Betrachtung gibt es für Heddesheim und Hirschberg keinerlei belegbare Vorteile. Belegbare Nachteile gibt es fast so viele wie einstmals angekündigte Arbeitsplätze, ca. 1000.

    Einen schönen Tag noch.

  • GüSi

    „Z w a n g s r o u t e n nicht erlaubt“ (Az:10S3348/08) VGH BW-Mannheim.
    Auch Fa. Pfenning weiß das und wird sich einen Dreck
    um „Selbstverpflichtung, keine LKW durch den Ort fahren zu lassen“ kümmern. Und „es fahren nur LKW bis 16 Tonnen“. Weiß die Bevölkerung, wie groß ein 16-Tonner ist?
    Gruß

  • Argus

    Wobei eigentlich eine Partei im Gemeinderat zu Heddesheim sitzt, die damit Erfahrung haben sollte, wenn Völker die Signale hören. Zumindest sollte sie wissen was diese Worte bedeuten.
    ……………………………………………………………………..
    Völker,hört die Signale!
    Auf zum letzten Gefecht!
    Trifft evtl. für gewisse GR zu,bis 2013!
    Die sollten sich aber vorher die Ohren durchpusten lassen,sonst machen das die W#hler!

  • TJ

    Wo sind denn jetzt die großen Phrasen „ein LKW Fahrer stellt sich lieber in den Stau als über eine Ausweichroute zu fahren“ Stand das nicht sogar in den Hochglanzprospekt der Fa. Pfenning? Eieiei… So platzen die Seifenblasen… Aber das wird doch natürlich nicht für Heddesheim zutreffen… Nach Frankfurt kann man nicht schneller durch Heddesheim kommen… Nein nein nein…. So langsam bleibt nichts mehr übrig von den großen Versprechungen. Rette sich wer kann. Das Volk vergisst nicht!

  • wasdennnoch

    Die Maske von Pfenning fällt. Man ist nicht bereit einen vergleichbaren Verkehrslenkungsvertrag mit Hirschberg zu schliessen und begründet es damit, dass man die B3 nur bei einer Vollsperrung der A 5 nutzen will. Eine Staulage, wie sie heute bereits täglich gemeldet wird. Bedeutet dann – Pfenning-Stau auf der B3. Also nix mit der Aussage nur über die Autobahn, da Ortsdurchfahrten Unsinn sind. Ist nicht die gesamte Planung Unsinn. Wann begreifen das unsere CDU/SPD/FDP Gemeinderäte endlich.

    Kompliment an den Hirschberger Rat.