Sonntag, 23. Juli 2017

Zeugenaufruf zurĂŒckgenommen

Gutachter konkretisiert Unfallhergang

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unfall k4133

60.000 Euro Schaden – zwei schwer Verletzte. Vor vier Jahren ist hier ein Kind totgefahren worden. Trotzdem ist die Stelle, an der ein Feldweg die K4133 kreuzt, kein „Unfallschwerpunkt“. Na dann.

 

Heddesheim, 30. Juli 2013. (red/pol) Am Freitagabend kam es im Bereich des Muckensturmer Kreisels zu einem Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden und erheblicher Sachschaden entstand.

Information des PolizeiprÀsidiums Mannheim:

„Bislang war die Polizei davon ausgegangen, dass sich einer der Unfallbeteiligten unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hatte. Mittlerweile haben die Ermittlungen ergeben, dass sich der Unfall auf andere Weise ereignet hat, als ursprĂŒnglich angenommen. Unter Zuhilfenahme eines SachverstĂ€ndigen gelang es den Beamten der Verkehrsunfallaufnahme, den Unfallhergang wie folgt zu rekonstruieren:

Gegen 18:20 Uhr wollte eine 52-jÀhrige Weinheimerin mit ihrem schwarzen Lancia-Kleinwagen von der K4133 in einen der kreuzenden Feldwege nach links einbiegen. Hierzu bremste die Frau ihr Fahrzeug ab. Eine hinter dem Lancia fahrende Verkehrsteilnehmerin bremste ihr Auto ebenfalls ab.

Nahezu zeitgleich wollte ein 72-jÀhriger, in Weinheim wohnender Radfahrer von links nach rechts die K4133 queren.

Just in dem Moment, als der Senior anfuhr, um die Kreisstraße zu passieren und die Lancia-Fahrerin bereits nach links abbog, nĂ€herte sich der Fahrzeuggruppe von hinten, ebenfalls aus Richtung Muckensturmer Kreisel kommend, ein rotes Audi-SportcoupĂ©. Um die vermeintlich stehenden Fahrzeuge zu ĂŒberholen, hatte der 25-jĂ€hrige Fahrer auf die Gegenspur gewechselt. In Höhe des kreuzenden Landwirtschaftswegs erfasste der rote Audi zunĂ€chst den Radfahrer und unmittelbar darauf, nahezu zeitgleich den abbiegenden Lancia.

Der Radfahrer wurde in ein angrenzendes Feld geschleudert und so schwer verletzt, dass er mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste. Der Lancia und das Audi-CoupĂ© kamen nach links von der Fahrbahn ab und schleuderten durch die Wucht des Aufpralls etliche Meter weiter ebenfalls in einen Acker, wo sie schließlich zum Stehen kamen. Auch die Lancia-Fahrerin erlitt so schwere Verletzungen, dass sie mit einem Helicopter in ein Krankenhaus geflogen werden musste.

Entgegen ersten Annahmen kam die Lancia-Fahrerin dem roten Audi also nicht entgegen, sondern war in gleicher Richtung unterwegs. Bei dem Lancia handelt es sich auch um das Auto, welches laut Angaben der nachfolgenden Zeugin plötzlich „weg“ war. Da die geschilderten GeschehensablĂ€ufe sehr schnell aufeinander folgten, hatte die Frau vermutlich nicht registriert, dass der Audi den schwarzen Lancia „mitschleifte“ bzw. vor sich herschob, und sich das Verschwinden, des kurz zuvor noch vor ihr stehenden Autos nur so erklĂ€ren können, dass dieses einfach weggefahren war.

Der Sachschaden wird auf ĂŒber 60.000 Euro geschĂ€tzt.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.

  • Claus

    So, ist also wieder ein schwerer Unfall passiert, an einer Stelle an der Überholverbot ist und nur 70Km/h erlaubt sind.

    Ist man dort mal als FußgĂ€nger unterwegs, wird man sehr schnell feststellen, dass fast niemand die Geschwindigkeitsbegrenzung einhĂ€lt. Und wenn dann doch mal jemand mit 70Km/h die Stelle passiert, dann sieht man nicht selten dass ĂŒberholt wird. Ist doch frei, warum schleicht der da vorne?
    Man muss aber auch sagen, dass an dieser Stelle abgebogen wird was das Zeug hÀlt.
    Da mĂŒssen einige unbedingt diese „Landwirtschaftlichen Wege“ benutzen nur damit sie 2 Minuten schneller sind. Die wenigsten haben ein Landwirtschaftliches Fahrzeu was sie berechtigen wĂŒrde dort zu fahren. Aber es wird ja nicht kontrolliert und wenn das gibt es blos eine Verwarnung. Aber das betrifft nicht nur diese Kreuzung, sondern allgemein die Landwirtschaftlichen Wege in der Region. An Schildern mangelt es sicher nicht, nur die Beachtung dieser findet nicht statt (es kontrolliert ja niemand). Oder es wird dort geparkt und mit dem Hung gassi gegangen.
    Ich bin gespannt, wann dort der nÀchste Unfall passiert, an genau der gleiche Stelle.
    Ich wĂŒnsche auf alle FĂ€lle dem Fahrradfahrer gute Besserung, Bei dem Audi Fahrer hoffe ich auf Besserung.