Sonntag, 23. Juli 2017

Panzergranaten im Neubaugebiet gesprengt

Explosive Lage „Mitten im Feld“

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Heddesheim, 31. Januar 2013. (red/sw) Zwei bei den Bauarbeiten im neuen Baugebiet „Mitten im Feld“ gefundene Panzersprenggranaten erfordern erneut den Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD). Bereits Anfang Januar mussten die Sprengstoffspezialisten anr├╝cken, um eine Panzergranate kontrolliert zu sprengen.


Von Susanne Warmuth

Nur zuf├Ąllig erfuhr unsere Redaktion heute durch Passanten vom Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Neubaugebiet „Mitten im Feld“. Nachdem bereits am 4. Januar diesen Jahres auf einem Feldweg zwischen Lessing- und Viernheimerstra├če eine Panzergranate gefunden wurde, musste auch heute wieder der KMBD anr├╝cken, um weitere Granaten zu entsch├Ąrfen. In dieser Gegend befanden sich im 2. Weltkrieg Gesch├╝tzstellungen.

Die Firma Terrasond GmbH war bereits seit einigen Tagen damit besch├Ąftigt, das Terrain nach aus dem zweiten Weltkrieg ├╝brig gebliebenen Bomben und Granaten abzusuchen. Terrasond ist unter anderm auf Baugrunduntersuchungen mit Kontaminationsverdacht auf Kampfmittel spezialisiert. Gefunden wurde neben einer amerikanischen Panzergranate Kaliber 76mm zwei weitere Panzersprenggranaten Kaliber 88mm aus deutscher Fabrikation. Die Granate der Amerikaner wurde von Terrasond als ungef├Ąhrlich eingestuft und konnte abtransportiert werden. Die beiden deutschen waren nicht gefahrlos zu transportieren. Sie mussten daher kontrolliert gesprengt werden. Das┬á d├╝rfen laut gesetzlicher Regelung nur die Experten des KMBD.

HED Kampfmittelfunde Mitten im Feld 2013_01_31(2)

Ein Knall und ein Geruch wie an Sylvester. Viel mehr ist von der Sprengung nicht zu sehen.

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Mitarbeiter der KMBD und der Fa. Terrasond ├╝berpr├╝fen Reste der gesprengten Panzergranate.

 

Diese Granaten enthalten 64 Gramm reines Hexogen, ein hochexplosiver Sprengstoff, wie Feuerwerker und Mitarbeiter des KMBD Sven Rasekorn erkl├Ąrt. Die Gefahr, die von Granaten dieser Bauweise ausgeht, sind vor allem Verletzungen durch Splitter. Die Sprengung wurde in einer eigens daf├╝r ausgehobenen Grube fernab der Bebauung ausgef├╝hrt. Die Granaten wurden zuvor noch mit einem Eisendeckel abgedeckt, um die Streuung der Splitter zu einzud├Ąmmen.

Eindrucksvoll zeigte sich die Kraft, die bei der Sprengung freigesetzt wurde, als dieser von der Explosion hoch in die Luft geschleudert wurde. Die nach der Sprengung verbliebenen Reste der Sprengs├Ątze werden zum KMBD nach Sindelfingen gebracht. Dort werden die Sprengstoffreste im Panzerofen abgebrannt. Der Polizeiposten Heddesheim sperrte die Ringstra├če zur Sicherheit von┬á9:50 – 10:45 Uhr.

 

HED Kampfmittelfunde Mitten im Feld 2013_01_31

Links ein Splitterteil, rechts die Reste der urspr├╝nglich rund 35 cm langen Granate.

 

Sicherheitshalber wurde w├Ąhrend der beiden Sprenungen die Ringstra├če durch die Polizei abgesperrt. Eine Gefahr f├╝r Anwohner und Bev├Âlkerung bestand zu keiner Zeit.

Das Baugebiet „Mitten im Feld“ ist zum jetzigen Zeitpunkt etwa zu zwei Dritteln abgesucht. Auch das verbleibende Drittel soll noch genau untersucht werden. Gr├Â├čere Kampfmittel, wie etwa Fliegerbomben, seien auf diesem Gel├Ąnde nicht zu erwarten, betonte Bauamtsmitarbeiter Dirk Vehrenkamp. Bereits bei den Planungen zu „Mitten im Feld“ seien Luftbilder der Aliierten Streitkr├Ąfte auf abgeworfene Bomben hin ausgewertet worden.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.