Montag, 22. Oktober 2018

Panzergranaten im Neubaugebiet gesprengt

Explosive Lage „Mitten im Feld“

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Heddesheim, 31. Januar 2013. (red/sw) Zwei bei den Bauarbeiten im neuen Baugebiet „Mitten im Feld“ gefundene Panzersprenggranaten erfordern erneut den Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD). Bereits Anfang Januar mussten die Sprengstoffspezialisten anrĂŒcken, um eine Panzergranate kontrolliert zu sprengen.


Von Susanne Warmuth

Nur zufĂ€llig erfuhr unsere Redaktion heute durch Passanten vom Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Neubaugebiet „Mitten im Feld“. Nachdem bereits am 4. Januar diesen Jahres auf einem Feldweg zwischen Lessing- und Viernheimerstraße eine Panzergranate gefunden wurde, musste auch heute wieder der KMBD anrĂŒcken, um weitere Granaten zu entschĂ€rfen. In dieser Gegend befanden sich im 2. Weltkrieg GeschĂŒtzstellungen.

Die Firma Terrasond GmbH war bereits seit einigen Tagen damit beschĂ€ftigt, das Terrain nach aus dem zweiten Weltkrieg ĂŒbrig gebliebenen Bomben und Granaten abzusuchen. Terrasond ist unter anderm auf Baugrunduntersuchungen mit Kontaminationsverdacht auf Kampfmittel spezialisiert. Gefunden wurde neben einer amerikanischen Panzergranate Kaliber 76mm zwei weitere Panzersprenggranaten Kaliber 88mm aus deutscher Fabrikation. Die Granate der Amerikaner wurde von Terrasond als ungefĂ€hrlich eingestuft und konnte abtransportiert werden. Die beiden deutschen waren nicht gefahrlos zu transportieren. Sie mussten daher kontrolliert gesprengt werden. Das  dĂŒrfen laut gesetzlicher Regelung nur die Experten des KMBD.

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Ein Knall und ein Geruch wie an Sylvester. Viel mehr ist von der Sprengung nicht zu sehen.

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Mitarbeiter der KMBD und der Fa. Terrasond ĂŒberprĂŒfen Reste der gesprengten Panzergranate.

 

Diese Granaten enthalten 64 Gramm reines Hexogen, ein hochexplosiver Sprengstoff, wie Feuerwerker und Mitarbeiter des KMBD Sven Rasekorn erklĂ€rt. Die Gefahr, die von Granaten dieser Bauweise ausgeht, sind vor allem Verletzungen durch Splitter. Die Sprengung wurde in einer eigens dafĂŒr ausgehobenen Grube fernab der Bebauung ausgefĂŒhrt. Die Granaten wurden zuvor noch mit einem Eisendeckel abgedeckt, um die Streuung der Splitter zu einzudĂ€mmen.

Eindrucksvoll zeigte sich die Kraft, die bei der Sprengung freigesetzt wurde, als dieser von der Explosion hoch in die Luft geschleudert wurde. Die nach der Sprengung verbliebenen Reste der SprengsĂ€tze werden zum KMBD nach Sindelfingen gebracht. Dort werden die Sprengstoffreste im Panzerofen abgebrannt. Der Polizeiposten Heddesheim sperrte die Ringstraße zur Sicherheit von 9:50 – 10:45 Uhr.

 

HED Kampfmittelfunde Mitten im Feld 2013_01_31

Links ein Splitterteil, rechts die Reste der ursprĂŒnglich rund 35 cm langen Granate.

 

Sicherheitshalber wurde wĂ€hrend der beiden Sprenungen die Ringstraße durch die Polizei abgesperrt. Eine Gefahr fĂŒr Anwohner und Bevölkerung bestand zu keiner Zeit.

Das Baugebiet „Mitten im Feld“ ist zum jetzigen Zeitpunkt etwa zu zwei Dritteln abgesucht. Auch das verbleibende Drittel soll noch genau untersucht werden. GrĂ¶ĂŸere Kampfmittel, wie etwa Fliegerbomben, seien auf diesem GelĂ€nde nicht zu erwarten, betonte Bauamtsmitarbeiter Dirk Vehrenkamp. Bereits bei den Planungen zu „Mitten im Feld“ seien Luftbilder der Aliierten StreitkrĂ€fte auf abgeworfene Bomben hin ausgewertet worden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.