Mittwoch, 23. August 2017

„Pfenning“ verdirbt Merx den Abschied – Bowien beratendes Mitglied – Gimber ist Vorstand

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Guten Tag!

Heddesheim, 29. M├Ąrz 2010. (red/p├Âl) Der SPD-Ortsverband Heddesheim traf sich am Freitag, den 26. M├Ąrz 2010 zur Jahreshauptversammlung in den R├Ąumen der Feuerwehr Heddesheim.

Nur 22 der nach eigenen SPD-Angaben rund 100 Parteimitglieder in Heddesheim trugen sich als stimmberechtigte Mitglieder in die Anwesenheitsliste ein.

Merx k├╝ndigt zum wiederholten Male seinen R├╝cktritt vom 1. Vorsitz an.

Der 1. Vorsitzende J├╝rgen Merx verlas seinen Rechenschaftsbericht. Merx wies (wie schon mehrmals zuvor) darauf hin, dass er schon vor zwei Jahren den Entschluss gefasst habe, nach insgesamt fast 10 Jahren Amtszeit, zun├Ąchst als 2., dann 1. Vorsitzender nicht mehr f├╝r das Amt kandidieren zu wollen: „Was aber nicht hei├čt, dass ich mich ganz aus dem Vorstand zur├╝ckziehen werde.“

Es folgten der Bericht des Kassierers Ahmed El Manschawi: Durch die Wahlkampf-Aufw├Ąndungen wurde im vergangenen Jahr ein leichtes Minus gemacht. Die Kassenpr├╝fer bescheinigten ihm eine durchweg korrekte Kassenf├╝hrung.

Michael Bowien er├Âffnet die Aussprache.

Die Aussprache er├Âffnete Michael Bowien. Unabh├Ąngig davon, ob man f├╝r oder gegen Pfenning sei, d├╝rfe das, was den Genossen im letzten Jahr unterlaufen sei, sich nicht mehr wiederholen: Man k├Ânne ein Projekt dieser Art und Gr├Â├čenordnung nicht ohne interne Diskussion begleiten, sagte Bowien.

Und weiter: Man k├Ânne auf keinen Fall eine Liste von 22 Kandidaten aufstellen, ohne diese mit dem Thema vertraut zu machen und schlie├člich k├Ânne man sich dann nicht auf einer Kandidatenvorstellung hinstellen und versuchen, ein solches Thema einfach auszuklammern.

„Die Gr├╝nen haben uns im Marketing Einiges voraus.“ J├╝rgen Merx

Dazu gab es zustimmende, aber auch entschuldigende ├âÔÇ×u├čerungen. „Wir brauchen mehr Kommunikation nach innen“, sagte ein „Genosse“.

J├╝rgen Merx sagte: „Sicher waren wir der Gegenseite marketingtechnisch unterlegen. Man muss anerkennen, dass uns die Gr├╝nen da Einiges voraushaben.“

Auch sei es schwierig, 22 Personen in kurzer Zeit zu schulen und schlie├člich sei man von der rasanten Entwicklung doch irgendwie ├╝berrascht worden, waren andere vorgetragene Argumente.

Danach wurden Kassenwart und Vorstand entlastet.

Beim Bericht des Fraktionsvorsitzenden aus dem Gemeinderat wurde es wieder lebhaft.

Wir brauchen mehr Kommunikation. SPD-Mitglied

Wieder war J├╝rgen Merx an der Reihe. Zur Kommunalwahl, bei der die SPD wieder einen (und nur mit Gl├╝ck keinen zweiten) Gemeinderatssitz abgeben musste: Eigentlich sei man davon ausgegangen, mit der Kandidatenliste gut aufgestellt gewesen zu sein und habe gehofft, einen oder zwei Sitze dazugewinnen zu k├Ânnen. Leider sei es anders gekommen, schlimmer, man habe soger einen Sitz verloren.

Merx verteidigte nochmals die Position der Fraktionsmehrheit, die in der Pfenning-Ansiedlung Vorteile f├╝r die Gemeinde sehe.

Auch in der hier folgenden Aussprache meldete sich Michael Bowien zu Wort. „Ich kann nat├╝rlich nicht anders, als die Gelegenheit wahrzunehmen, hier nochmals meine anderslautende Meinung darzustellen“, sagte Bowien.

Austauschbare Dienstleistung.

Bowien begr├╝ndete seine Ablehnung vor allem damit, dass man ein wertvolles Gewerbegebiet f├╝r eine Branche hergebe, die in den n├Ąchsten Jahren nur unter Druck stehen werde: „Logistik ist eine austauschbare Dienstleistung, damit verdient man in Zukunft kein Geld“, sagte Bowien.

Logistik-Betriebe st├╝nden unter enormem Kostendruck durch steigende Mautgeb├╝hren, steigende Spritkosten und steigende Fahrzeugkosten wegen erh├Âhter Umwelt-Standards bei gleichzeitigem Druck auf die Erl├Âse wegen heftigen Wettbewerbs, der sich durch die neuen EU-Richtlinien (Liberalisierung, ├ľffnung nach Ost-Europa) weiter versch├Ąrfen werde, sagte Bowien.

Ein SPD-Mitglied sagte: „Ich muss dem Michael Bowien vollkommen recht geben. Ich arbeite seit 20 Jahren in der Logistik-Branche und kann die Aussagen nur best├Ątigen. Wir haben sogar schon Auftr├Ąge zur├╝ckgegeben, weil wir damit nur noch Verluste eingefahren h├Ątten.“

Die ├âÔÇ×u├čerungen Bowiens erhielten auch Widerspruch. Insgesamt waren die Debatten aber erkennbar um Harmonie bem├╝ht. Wenngleich sich eine „Einigung“ nicht abzeichnete.

Im Anschluss an die „Debatte“ folgten Neuwahlen.

Harry Gimber neuer Vorstand: „Ich bin unerfahren.“

Der alte Vorstand hatte sich auf Harry Gimber, 48 Jahre, Industriemeister, als Kandidaten f├╝r die Nachfolge von Merx geeinigt.

Gimber, nach eigener Aussage bislang in politischen F├╝hrungs├Ąmtern unerfahren, wurde einstimmig gew├Ąhlt.

Zum 2. Vorsitzenden kandidierte J├╝rgen Merx, der bei 4 Enthaltungen gew├Ąhlt wurde.

Neuer Schriftf├╝hrer ist Wolfgang Nase. Carmen Urbach ├╝bernimmt ab sofort die Pressearbeit. Ahmad El Menschawi bleibt Kassierer.

Beisitzer sind: Dominic Brenneisen, Michael Holler, Reiner Lang, Jochen Neund├Ârfer, Michael Rei und Thomas Werkhausen.

Michael Bowien wurde zus├Ątzlich als beratendes Mitglied in den Vorstand gew├Ąhlt.

Roland Raiser und Heinz Seeger nehmen weiterhin ihre Aufgabe als Kassenpr├╝fer wahr.

Leonhard Schneider: Seit 60 Jahren in „der Partei“.

Es folgten noch die Wahlen von Kreisparteitagsdelegierten sowie Delegierten f├╝r die Konferenz zur Nominierung des Landtagskandidaten.

Im Anschluss ehrte der Ortsverband Leonhard Schneider f├╝r seine 60-j├Ąhrige Parteizugeh├Ârigkeit.

Zur Gratulation kamen Lothar Bindung (MdB) und Gerhard Kleinb├Âck (MdL). „Bei so langer Zugeh├Ârigkeit muss man ja fast fragen: wieso bist Du eigenlich noch in der Partei?“, sagte Binding und zeigte Humor.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.