Donnerstag, 29. Juni 2017

Thomas - die Männerkolumne

„Jetzt reicht’s“ – ein Mann kommt zu Wort

Das Zeichen für die Männlichkeit. Quelle: Wikipedia.

Rhein-Neckar, 30. Januar 2012. Seit Herbst 2009 veröffentlicht Gabi ihre Kolumne. Thomas ist ein Stammleser. Woche fĂĽr Woche hat er Gabis Kolumne gelesen – dann hat es ihn gepackt. Endlich soll auch mal die männliche Seite auf den Tisch kommen. Thomas versucht sich an der Frage: Was denken zum Beispiel Männer ĂĽber die Freundinnen ihrer Frau?

Seit gut zwei Jahren verfolge ich Gabis Kolumne. Das ist ganz nett, aber die weibliche Sichtweise geht mit der Zeit doch ganz schön auf die Nerven. Jetzt reicht’s!

Was musste ich alles lesen über Diäten und Männer und Kinder und Putzen und Bügeln und Freundinnen. Ganz vergessen wurde dabei doch, was uns Männer interessiert, was wir denken.

Dieses Gequatsche, diese endlosen Telefonate…

Nehmen wir zum Beispiel Freundinnen. Mein Gott, was fĂĽr ein Stress. Dieses Gequatsche, endlose Telefonate, das Wiederkauen von immer den gleichen Themen. „Hast du schon gehört, was meinst du, was soll ich tun, was denkst du darĂĽber …“

Sind denn Frauen nicht in der Lage irgendetwas zu beschlieĂźen, ohne dies zuvor stundenlang mit ihren Freundinnen bequatscht zu haben?

Meine Frau ist hierfür ein Paradebeispiel. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht ewig am Telefon hängt und die Wortfetzen, zeugen kaum von Entschlussfreude: „Nein wirklich, das gibt’s doch nicht, was hast du/er/sie dann gesagt/getan, meinst du, da ist ja furchtbar, das ist ja toll, das verstehe ich sehr gut …“ Eine endlose Litanei von kaum aussagekräftigen Sätzen wird um meine Ohren gespült und sie scheint sich dabei auch noch prächtig zu unterhalten.

Wie viel anders dagegen laufen die Gespräche mit meinen Freunden am Telefon ab: „20 Uhr? Geht klar!“

Intelligenz vs. Verstehen

Die Treffen – wenn ich sie mitbekomme, was ich versuche zu vermeiden – laufen nicht viel anders ab. Ein Geschnatter und Geschwätze, immer auf der gleichen Tonspur, nur unterbrochen von aufgeregten „O nein, das kann ja nicht wahr sein“. Und dazu immer wieder Prosecco.

Und was am Telefon schon stundenlang durchhechelt wurde, geht genauso weiter. Kinder, Männer, Klamotten, manchmal Job, aber dann eher unter dem Motto: „Stell dir vor, was mein Chef/Kollege gesagt hat“.

Eigentlich ist meine Frau intelligent. Aber wenn ich ihr versuche, zu erklären, wie viel Lebenszeit sie mit diesen sinnlosen Gesprächen verbringt, wird sie einfach nur stur. Da gibt es kein Einsehen.

Frauen wollen keine Lösungen, sie wollen verstanden werden

Die Mitteilungswut von Frauen macht kaum vor irgendwas Halt – ich hoffe zumindest vor unserem Schlafzimmer, aber auch da bin ich mir nicht ganz sicher – und die Themen werden dann kaugummiartig von allen Seiten betrachtet und diskutiert. Ziel ist dabei ja auch nicht, zu einem Ergebnis zu kommen, ganz im Gegenteil, spreche ich sie darauf an, was nun nach diesem stundenlangen Gespräch herausgekommen ist, antwortet sie meist mit einem tiefen Seufzer: „Du verstehst ja überhaupt nichts.“

Treffe ich mich mit Freunden, läuft das ganz anders ab. Weitaus effektiver. Hat einer ein Problem, und das sind dann wirkliche Probleme, bei der Arbeit, mit dem Auto, mit dem Computer, manchmal natürlich auch mit Frauen, aber da muss einer schon verlassen werden, dass er dies thematisiert, oder mit Kindern, wenn es um Entscheidungen wie Schulart, Ausbildung oder Studium geht. Er schildert dies in klaren und unmissverständlichen Worten und lösungsorientiert versuchen wir ihn dabei zu unterstützen.

So bewältigt man Konflikte. So wurde die Geschichte entschieden, so haben wir Männer den Fortschritt gemacht.

Frauen wollen keine Lösungen, Frauen wollen verstanden werden. Meine Frau wird richtig sauer, wenn ich ihr in klaren Worten, Lösungen und Strategien vorschlage. Sie fühlt sich dann missverstanden und wo rennt sie dann hin. Richtig, zu ihren Freundinnen und dann tun sie das, was sie am besten können, sinnlos quatschen.

Und wo sind in der Entwicklungsgeschichte die Frauen, welche groĂźen Namen gibt es da? Vor lauter Verstehen, haben sie nichts auf die Beine gestellt.

Wo wäre die Menschheit heute? Richtig, wir säßen noch am Lagerfeuer, wenn sie das mal zustande gebracht hätten, und würden Beeren essen.

Das musste jetzt mal gesagt sein.

Anmerkung der Redaktion:

Thomas ist Ende Vierzig, lebt in der Rhein-Neckar-Region, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Ăśber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.