Samstag, 19. August 2017

Erfolgreiche Bereichsübung der Jugendfeuerwehren

„Großbrand“ in der Spedition

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Zusammenarbeit ist das Wichtigste bei einem Brandeinsatz.

 

Edingen-Neckarhausen, 29. Juli 2012. (red/la) Am Samstag löschten die Jugendfeuerwehren mehrerer Gemeinden bei ihrer Bereichsübung einen Großbrand in der Spedition TTM Trucking. 50 Minuten dauerte die Übung an der 53 Jugendliche und neun Fahrzeuge beteiligt waren.

Von Reinhard Lask

Großeinsatz in Neu-Edingen: Acht Löschfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen fahren am Samstag um 11 Uhr auf das Gelände der Spedition TTM Trucking. Hier steht die Lagerhalle bereits lichterloh in Flammen. Kurz darauf erfahren die 53 Jungfeuerwehrmänner und -frauen, dass es drei Verletzte zu retten gibt. Außerdem steht ein Behälter mit giftigen Chemikalien in der Nähe der Flammen. Dieser muss erst gekühlt und dann außer Reichweite gebracht werden.

Zwar ist der Einsatz nur eine Übung, aber die jungen Brandbekämpfer aus Edingen-Neckarhausen, Ilvesheim, Ladenburg, Altenbach und Heddesheim mussten sich beweisen, als wäre alles ein Ernstfall. Rund 50 Zuschauer beobachten den Einsatz auf dem Gelände in angemessener Entfernung.

Kurz nachdem die Alarmmeldung um 11 Uhr eintrifft, setzten sich die Löschfahrzeuge in Bewegung. „Die Lagerhalle befindet sich im Vollbrand. Die Jugendfeuerwehr wird in drei Wellen vorstoßen“, erklärt Pressewart Daniel Gärtner.

Nach kurzer Lagebesprechung mit der Leitstelle fahren die roten Wägen auf ihre Positionen, die 53 Jugendlichen rollen 15 große Schläuche. Bald spritzen große Mengen Wasser auf das Gebäude und Gelände. Die jüngsten Teilnehmer der Übung sind zehn Jahre alt.

Das Material mit dem sie arbeiten ist natürlich nicht kindgerecht. Das zwingt die Kinder und Jugendlichen effektiv zusammenarbeiten zu müssen, um die Aufgaben bewältigen zu können,

sagt Hannes Steffen Henn, Pressewart der Abteilung Edingen. Einige aktive Einsatzkräfte sind auch im Einsatz. „Bei Aufgaben die Erwachsene machen müssen, wie zum Beispiel das Fahrzeug lenken sind natürlich normale Feuerwehrleute im Einsatz“, sagt Henn. Alles was die jungen Wehrleute allein machen können, sollen sie auch schon selbst erledigen können. Dazu gehört auch die Schutzkleidung und eine Atemschutzmaske anzulegen und die gekühlte Gasflasche zu bergen.

Auf der anderen Seite der Spedition haben die jungen Brandbekämpfer bereits eine verletzte Person gerettet, die zwischen zwei Lkws lag.“Menschenrettung hat immer oberste Priorität“, erklärt Henn.

Wenn der Louvre brennt und neben der Mona Lisa ein Mensch liegt, retten wir zuerst den Menschen.

Unter den Zuschauern sind auch Marcus Bien und Sandro Fillbrunn, Mitglieder der Geschäftsführung bei TTM Trucking. Auch sie verfolgten gespannt den Einsatz auf ihrem Gelände. Diesmal ist es nur eine Übung. Im Januar 2011 war die Feuerwehr bei einem echten Einsatz „zu Besuch“. Bei einem „Gefahrgutunfall“ waren damals giftige Chemikalen ausgeflossen. Die Feuerwehr brachte die Lage damals schnell unter Kontrolle. „Danach kam die Idee auf, das Gelände für Übungen zu nutzen. Das haben wir gern zur Verfügung gestellt“, sagt Bien. Vorbereitungen für die Übung sollten sie nicht treffen. „Wir sollten nichts wegräumen, sondern alles genauso lassen, wie es auch im normalen Betrieb bei uns aussehen würde. Die Übungsumgebung soll so natürlich wie möglich sein“, sagt Bien.

Nach rund 50 Minuten ist der Großeinsatz erfolgreich beendet. Die Verantwortlichen und alle anderen Teilnehmer sind zufrieden mit der Tagesleistung. Auch der stellvertrende Kreisjugendfeuerwehrwart David Heid ist zufrieden:

Eine sehr gelungene Übung. Auch die Kleinsten haben eine tolle Leistung gezeigt.

Die drei Verletzten sind zu dem Zeitpunkt schon längst wieder wohlauf. Nach der Manöverkritik gehen die Einsatzkräfte, deren Familien und Besucher zum sogenannten „B-Teil“ über – die erfolgreiche Übung zu Feiern.

Die Bildergalerie finden Sie im EdingenNeckarhausenblog.de.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.