Montag, 13. Juli 2020

Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

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Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Eigentlich sollte ĂŒber Verkehr und Ökologie beim zweiten „Dialog“-Kreis gesprochen werden – diese Themen vielen aber aus.

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Stattdessen stellte der Planer GĂŒnter KrĂŒger das geplante „Pfenning“-Projekt aus seiner Sicht vor.

„Drei Standorte waren seit zwei Jahren in der engeren Planung – einer davon war Heddesheim“, sagte Planer GĂŒnter KrĂŒger von KrĂŒger Consult, Burgwedel, in seiner PrĂ€sentation.

Die Entscheidung fĂŒr das geplante „Pfenning-Projekt“ sei wegen des Bahnanschlusses und des GelĂ€ndes auf Heddesheim gefallen. Bei dem Vorhaben handle es sich um ein „durchgeplantes Projekt“ (Klick fĂŒhrt zu einer Pressemitteilung der KrĂŒger Consult GmbH ĂŒber ein durchgeplantes Projekt, Anm. d. Red.).

„Wir mussten vielfĂ€ltige Anforderungen bedenken, beispielsweise um einen möglichst vielfĂ€ltigen Nutzen der Anlage zu gewĂ€hrleisten“, sagte GĂŒnter KrĂŒger, „NatĂŒrlich unter BerĂŒcksichtigung der gesetzlichen EinschrĂ€nkungen.“

„So, wie Sie das Projekt hier sehen, haben wir uns fĂŒr eine schallschutzoptimierte Variante entschieden, da die LadeflĂ€chen innen liegen.“

Herr KrĂŒger erklĂ€rt das Projekt anhand mehrerer großer Tafeln, die die bekannten zwei GebĂ€udestreifen zeigen, mit innenliegenden Toren.

„Wir haben die GrĂŒnflĂ€chen optimiert. Der tatsĂ€chliche Bebauungsplan ist natĂŒrlich abhĂ€ngig von den Gutachten und kritischen Anmerkungen, die dann noch eingearbeitet werden mĂŒssen.“

Herr KrĂŒger verweist auf großgezogene Fotos, auf denen auf mindestens der HĂ€lfte der BildflĂ€che Acker zu sehen ist, ganz im Hintergrund eine Baumgruppe und dahinter das „Projekt“.

„Sie können hier sehen, wie sich die GebĂ€ude in die Landschaft einfĂŒgen.“

„Sie mĂŒssen wissen, dass wir das Gebiet kleinteilig entwickeln (was das sein könnte, lesen Sie hier, Anm. d. Red.). Das heißt, das, was sie hier als zwei komplexe Baureihen sehen, ist nicht so. Die GebĂ€ude sind voneinander getrennt. Jede Halle hat etwa 4.500 Quadratmeter.“

„Außerdem sehen Sie, dass wir LichtbĂ€nder eingesetzt haben, das wirkt sehr schön, wenn das leuchtet.“

„Die Hallen mĂŒssen aus BrandschutzgrĂŒnden getrennt sein, dass sind sie auch. Alle verfĂŒgen ĂŒber Brandmauern, damit ein Feuer nicht ĂŒbergreifen könnte.“

„Die BegrĂŒnung der FlĂ€chen entspricht dem heutigen Stand. Es werden 50.000 Quadratmeter begrĂŒnt und ich kann Ihnen versichern, weil es die Diskussion gab, es geht kein Regenwasser verloren.“

„Die Hallen wollen wir hier und da als lebendige WĂ€nde mit Kletterpflanzen begrĂŒnen.“

Das VerwaltungsgebÀude solle 24 Meter hoch werden, einige Hallen, eventuell 40.000 Quadratmeter, könnten 18 Meter hoch werden.

Außerdem sei ein „Pylon„, also ein Turm, in Höhe von 30 Metern im nord-östlichen Teil an der Autobahn geplant.

Die PKW wĂŒrden von der Benzstraße im Osten ein- und ausfahren, die Lkw ausschließlich im Westen ĂŒber eine noch zu bauende Anschlussstraße.

Das Gebiet solle insgesamt von der Lkw-Zufahrt, also von Westen aus Richtung Osten nach und nach entwickelt werden. Darunter auch die „möglicherweise“ 18 Meter hohen Hallen.

An den Vortrag schlossen sich Fragen an.

Wie breit soll der „GrĂŒngĂŒrtel“ sein? „Wir wollen ein Wall aufschĂŒtten, drei Meter hoch und 24 Meter breit. Damit wĂŒrde sich auch die optische Höhe von 12,5 Metern auf knapp zehn Meter verringern.“

Welchen Sinn machen die „LichtbĂ€nder“? Herr KrĂŒger erklĂ€rt, dass die LichtbĂ€nder aus Glas bestehen, damit in die Hallen Tageslicht eindringen kann: „Das spart Energie“. Abends wĂŒrden sie dann „leuchten“ weil die Hallen dann beleuchtet seien.

Warum braucht es einen Pylon (Turm)? Herr Uwe Nitzinger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der KMP Holding GmbH (Pfenning-Gruppe) erklĂ€rt: „Das wĂ€re ungefĂ€hr so wie in Hirschberg. Wie wollen das als Möglichkeit. Warum sollen wir uns schlechter stellen als die Konkurrenz?“

Sind die 18 Meter möglich oder geplant? Herr Nitzinger: „Diese Höhe erfordert Sprinkleranlagen, das macht es teuer. Gleichzeitig stehen die Regale eng, was heißt, dass die Arbeiten mit zunehmender Höhe langsamer werden. Das lohnt sich nur fĂŒr Ware, die nicht schnell umgeschlagen wird. Wir wollen diese Option, weil wir vielleicht Kunden dafĂŒr haben, wenn nicht, dann bauen wir das nicht.“

Kann man die 12-Meter-Hallen aufstocken? Herr KrĂŒger erklĂ€rt: „Nein, das ist technisch und ökonomisch nicht realisierbar.“

Können sich auch BĂŒrger an der BegrĂŒnung beteiligen? Es gibt in Heddesheim einige Naturexperten? Herr KrĂŒger: „Die BegrĂŒnung ist nicht unsere Sache, das wĂŒrde ein Gartenbauplaner machen.“

Pfenning zieht doch Standorte zusammen, wieso wissen Sie eigentlich nicht, was in Heddesheim zusammenkommen soll? Sie mĂŒssen doch wissen, ob 12 Meter reichen oder 18 notwendig sind? Herr Nitzinger: „Wir wollen uns die Option offen halten.“

Die Vorstellung des Planers ging nahtlos in TOP3 ĂŒber: „Zukunftsperspektive Heddesheim“.

Lesen Sie hier weiter: Zweites „Dialog“-GesprĂ€ch: Erregte Diskussion I

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.