Donnerstag, 24. August 2017

Ortsumfahrung Heddesheim in der Warteliste

L 597- neu bleibt im Rennen

Print Friendly, PDF & Email

Rhein-Neckar/Heddesheim/Ladenburg, 29. Juni 2012. (red/pm) Die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (Gr├╝ne) sowie Gerhard Kleinb├Âck (SPD) haben sich zu zwei Stra├čenbauprojekten im Wahlkreis Weinheim ge├Ąu├čert – die L 597 samt Neckarbr├╝cke hat demnach Chancen auf eine Umsetzung in den kommenden Jahren. Die Ortsumgehung Heddesheim nicht vor 2020.

Information von MdL Sckerl/MdL Kleinb├Âck:

ÔÇ×Trotz des von CDU und FDP ├╝bernommenen riesigen Schuldenbergs will die gr├╝n-rote Landesregierung in den kommenden Jahren 380 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau┬á von Landesstra├čen investierenÔÇť, sagte Uli Sckerl, Parlamentarischer Gesch├Ąftsf├╝hrer der Gr├╝nen-Fraktion anl├Ąsslich eines am Freitag vom Verkehrsministerium in Stuttgart ver├Âffentlichten Priorit├Ątenkatalogs. Damit soll der Generalverkehrsplan (GVP) des Landes von 2010 fortgeschrieben werden. Der Entwurf trifft auch Aussagen zu Stra├čenprojekten im Wahlkreis Weinheim und im n├Ârdlichen Rhein-Neckar-Kreis.

ÔÇ×Die L 597-neu inklusive der geplanten Neckarbr├╝cke bei Ladenburg bleibt im RennenÔÇť, sagte der SPD-Abgeordnete Gerhard Kleinb├Âck. ÔÇťDamit bleiben alle Chancen zu ihrer Realisierung gewahrtÔÇť.

Nicht im vorderen Dringlichkeitsbereich landete die Ortsumfahrung in Heddesheim. ÔÇ×Es gibt sehr viele Projekte im Land, deren Planungs- und Realisierungsstand weiter ist und die aufgrund objektiver Kriterien zuerst zum Zuge kommen sollenÔÇť, sagte Uli Sckerl dazu. Das m├╝sse man einfach zur Kenntnis nehmen. Man habe seitens gr├╝n-rot immer darauf hingewiesen, dass eine Realisierung der Ortsumfahrung vor 2020 unrealistisch sei.

Gerhard Kleinb├Âck erg├Ąnzte, dass auch die L 597 noch in der Warteschleife sei. ÔÇ×Die Ma├čnahmen des GVP beginnen erst 2015, bis dahin k├Ânnen wir nur dringende Sanierungsarbeiten an bestehenden Landesstra├čen finanzierenÔÇť, sagte er. Die L 597 befinde sich in einem Extra-Katalog von vier teuren Gro├čprojekten mit einem Gesamtvolumen von rund 140 Millonen Euro. Dort rangiere die Stra├če aufgrund ihres weit fortgeschrittenen Planungsstandes auf dem ersten Rang. Es komme in den n├Ąchsten Jahren nun darauf an, zur Finanzierung ein Extraprogramm des Landes zu entwickeln.

Uli Sckerl verdeutlichte, dass f├╝r den Generalverkehrsplan insgesamt 734 Ma├čnahmen mit einem Gesamtvolumen von 2,496 Milliarden Euro angemeldet worden seien. „Das Land muss eine Haushaltsl├╝cke von 2,5 Milliarden Euro schlie├čen. Wie sollen wir diesen Betrag zus├Ątzlich f├╝r Stra├čen aufbringen? Das ist v├Âllig ausgeschlossen. Deshalb geht es nur mit strengen Kriterien und nach Priorit├ĄtenÔÇť, sagte er. Der Haushalt gebe nicht mehr als 38 Millionen pro Jahr her, man lege sich jetzt auf einen Ma├čnahmenkatalog f├╝r 10 Jahre fest.

Sckerl und Kleinb├Âck erl├Ąuterten dann das Verfahren zur Fortschreibung des GVP. In diesem w├╝rden alle noch nicht realisierten Ma├čnahmen aus dem Planungsstand von 1995 und alle neu angemeldeten Ma├čnahmen zusammengef├╝hrt und einer gr├╝ndlichen Priorisierung unterzogen. Daf├╝r habe das Verkehrsministerium mit Hilfe von externem Sachverstand 10 Kriterien entwickelt.

Der Vorschlag gehe nun an den Landtag und anschlie├čend in die Verbandsanh├Ârung. ÔÇ×Er ist nicht in Stein gemei├čelt. Da reden jetzt u.a. die kommunalen Landesverb├Ąnde mit. Auf deren Sachverstand legen wir gro├čen WertÔÇť, f├╝hrte Kleinb├Âck aus.┬á

Uli Sckerl machte abschlie├čend deutlich, dass das Land sich bereits mit ├╝ber 80 Millionen Euro beim Bau de Branichtunnels in Schriesheim engagiere. ÔÇ×Der Tunnel ist das mit Abstand teuerste Stra├čenprojekt des Landes. Es ist nur nat├╝rlich, dass ebenso dringende Projekte in anderen Landesteilen nun erst einmal zum Zuge kommen. Wir k├Ânnen nicht verlangen, dass der ganze Kuchen bei uns verspeist wirdÔÇť, sagte er.“

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Richard Landenberger

    Eine weitere Ortsumgehung von Heddesheim w├Ąre auch unter CDU/FDP nicht vor
    2030 gekommen.
    Im Norden von Ladenburg gibt es eine S├╝dumgehung von Heddesheim, man braucht nicht alles doppelt um der Bequemlichkeit willen.
    Wieviel hundert ha will man denn noch zubetonieren?!
    Richard Landenberger

  • G├╝nther Heinisch

    Guten Tag,

    nicht nur das Richard, es gibt Interessensgruppen die wollen noch viel mehr Stra├čen. So die IHK Rhein-Neckar, denen k├Ânnen es nicht genug Stra├čen sein. In ihrer

    Standortinitiative Verkehrswege

    schreibt die IHK

    Ortsumgehung Heddesheim
    Situation:
    Als Folge des Baus einer neuen Neckarbr├╝cke bei Ladenburg im
    Zuge der L 597, deren Planfeststellungsverfahren schon weit
    fortgeschritten ist, ist zu erwarten, dass der Verkehr im Zuge der
    Landesstra├čen L 597/ L 631 / L 541 zunehmen wird.
    Die ohnehin schon stark belastete und daf├╝r nicht ausgerichtete
    Ortsdurchfahrt von Heddesheim wird zus├Ątzlichen Verkehr aufnehmen
    m├╝ssen, solange es keine Umgehung gibt. Die Planung
    f├╝r eine Umfahrung im Zuge der L 541 wurde erst begonnen;
    eine Verkehrsuntersuchung ist bereits abgeschlossen. Es gibt
    noch keine Trassenvorschl├Ąge f├╝r diese Ma├čnahme, die m├Âglichst
    zeitgleich mit der neuen Neckarbr├╝cke in Betrieb genommen
    werden sollte.
    Verkehrsbelastung:
    westlich von Heddesheim: 6 000 Kfz pro Tag
    ├Âstlich von Heddesheim: 8 000 Kfz pro Tag“

    Heddesheim kann also gar kein Interesse an der Neckarbr├╝cke haben solange die Verkehrsprobleme hier nicht zufriedenstellend gel├Âst sind. Und das ohne den Bau neuer Stra├čen, die Landschaft versiegeln und neuen Verkehr anziehen.