Montag, 21. August 2017

„Der Umweltpreis hat uns überregional eine hohe Aufmerksamkeit verschafft.“

Print Friendly, PDF & Email

Guten Tag!

Heddesheim/Erolzheim, 29. Januar 2010. Der Unternehmer Peter Kohler ist stolz auf den Umweltpreis 2009. Sein Möbelhaus ist ganz auf Natur getrimmt – außen wie innen: Im Passivhaus bietet er Naturmöbel an – nicht ganz billig, aber seine Kunden schätzen Qualität. Die Redaktion wollte wissen, ob sich der Aufwand gelohnt hat, sich um einen Umweltpreis zu bemühen – und was Unternehmen in der Region Rhein-Neckar daraus lernen können.

Von Hardy Prothmann

peterkohler

Peter Kohler ist stolz auf seinen Umweltpreis. Bild: Kohler GmbH

Herr Kohler, so ein Preis ist schön. Was bringt der außer einer Urkunde an der Wand?
Peter Kohler: „Enorm viel: Ein herausragendes Image. Mein kleines Möbelhaus hat 2009 den Umweltpreis der Baden-Württembergischen Unternehmen im Bereich Handel bekommen. Das ist was. Das Presseecho war sehr gut. Ich würde sonst nicht so wahrgenommen werden. Eine bessere Werbung für unsere Naturprodukte in einem einzigartigen Ambiente ist nicht vorstellbar.“

Braucht ein regionales Unternehmen wie Ihres denn eine solche Pressewirkung?
Kohler: „Auf jeden Fall. Unser Einzugsgebiet hat ungefähr einen Radius von 50 Kilometern. Aber ein nicht unerheblicher Teil nimmt auch Anfahrten von 100 und mehr Kilometer in Kauf. Wir haben auch viele gute Kunden in Österreich und der Schweiz. Und einige davon sind durch die Presse auf uns aufmerksam geworden. Die erkundigen sich über uns, nehmen Kontakt auf und kaufen dann sicherlich kein kleines Accessoir, wenn sie bereit sind, ein oder zwei Mal im Jahr den langen Weg auf sich zu nehmen. Das sind Kunden, die von Naturmöbeln überzeugt sind und die bei uns fündig werden.“

Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus

teaserkohler

Der Umweltpreis brachte Aufmerksamkeit und diese ein besseres Google-Ranking. Quelle: Kohler

Was nicht billig ist?
Kohler: „Natur hat ihren Preis. Unsere Produkte sind sicher auf den ersten Blick nicht günstig, aber sie haben einen hohen Wert.“

Wieso haben Sie aus Ihrer Sicht den Preis verdient?
Kohler: „Unser Neubau in Erolzheim aus dem Jahr 2008 ist konsequent ökologisch gebaut worden. Nicht nur ein paar Kollektoren auf dem Dach, weil sich das gut macht. Wir haben das weltweit erste Möbelhaus im Passivhausstandard. Unser Objekt ist ökologisch durchdacht und ebenso der Firmeninhalt – unsere Naturmöbel. Als ich vom Umweltpreis aus der Zeitung erfahren habe, dachte ich: Den gewinne ich.“

Glückwunsch, das hat geklappt. Aber das war kein billiges Unterfangen. Wie haben Sie den Bau finanziert?
Kohler: „Das ist für mich eine erhebliche Investition gewesen. Außerdem gibt es eine große Zahl von stillen Teilhabern und Bürgen. Zusammen mit der GLS Bank sowie der Raiffeisenbank Illertal haben wir ein Finanzierungskonzept gestemmt.“

„Der Aufwand für die Bewerbung war mittel –
der Gewinn an Aufmerksamkeit enorm
.“

War es aufwändig, sich um den Umweltpreis zu bewerben?
Kohler: „Ich habe jetzt an sieben oder acht Ausschreibungen teilgenommen und mehrere Preise gewonnen. Im Vergleich zu anderen war der Aufwand für den Umweltpreis eher gering bis mittel. Zur Preisverleihung kam ein Stellvertreter, weil die Umweltministerin Tanja Gönner terminlich leider nicht selbst anwesend sein konnte. Die Aufmerksamkeit war trotzdem enorm und Frau Gönner hat mir zugesichert, dass sie noch einmal persönlich vorbeischaut, was mich sehr freut. Dadurch werden wir wieder Aufmerksamkeit bekommen. Als kleines Möbelhaus könnte ich mit Werbung niemals so viel Aufmerksamkeit erreichen.“

Wie stellen Sie die Aufmerksamkeit fest?
Kohler: „Durch die Berichterstattung werden wir leichter bei Google gefunden – unsere Kunden suchen exklusive, natürliche Produkte und schauen ins Internet. Und sie nehmen dann auch weitere Wege in Kauf. Das Internet ist eine enorme Unterstützung bei unserem Kontakt zu den Kunden. Wir sind ein regionales Haus, verkaufen aber dank Internet weiter über die Region hinaus. Ohne Internet und nur mit klassischer Werbung wäre das für uns nicht möglich.“

Was haben Sie mit den 10.000 Euro Preisgeld gemacht?
Kohler: „Wir brauchten in der Nachbauphase noch ein thermisches Schott. Da war das Geld gut investiert.“

Link:
Umweltpreis für Unternehmen in Baden-Württemberg 2010
Kohler – natürlich einrichten GmbH & Co. KG

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • hallo,
    schöner Bericht über unseren Umweltpreis! leider noch kleiner Fehler drin. die Frau Gönner überreichte den Preis schon persönlich!-in Stuttgart bei Verleihungsfeier. Nur bei Ihrem Besuch in unserem Hause liess sie sich vorläufig vertreten.

    peter Kohler