Mittwoch, 26. September 2018

Gabi´s Kolumne: Sichten-sortieren-ausmisten

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Kennen Sie das? Im Frühjahr und im Herbst muss ich immer ausmisten. Im Frühling, weil der Sommer kommt und im Spätjahr, weil sich Weihnachten nähert.

Im Keller fange ich meistens an, hier sammelt sich alles, was ich erst vor Kurzem ausrangiert habe. Geburtstags- und Weihnachtgeschenke, die man schon beim Auspacken unter Rubrik Flohmarkt abgespeichert hat.

Kinderklamotten, Schuhe, Spielsachen etc., aus denen die Kinder gerade eben entwachsen sind, wandern in eine gesonderte Kiste.

Und dann fängt das komplizierte System an: Bestimmtes wandert in die Unterkiste für die Tochter einer Freundin, die eineinhalb Jahre jünger ist als meine Tochter. Kommen die Sachen zurück – und ich schwöre die Sachen kommen zurück, weil alle ihren Keller ausräumen – gehen die Klamotten entweder noch zur Nichte, die 4 Jahre jünger ist oder in die Flohmarkt Kiste oder direkt in die Altkleidersammlung – das ist der unkomplizierteste Ort – von dort kommt nichts mehr zurück.

Der Stress beginnt dann richtig, wenn sich die Kisten im Keller anfangen zu stapeln, spätestens dann sollte man sich entscheiden, ob man Sperrmüll, Altholz, Altschrott, Elektro … anmeldet – was natürlich auch heißt, die Kisten müssen wieder ausgeräumt und sortiert werden – oder ob man doch den Weg der Kiste Bestimmung geht und sich auf dem nächsten Flohmarkt anmeldet.

Und dann gibt es ja auch noch den Speicher, hier lagert vornehmlich Spielzeug, was man ausgeräumt hat, aber eigentlich neben Kinderbett und Stubenwagen für die nächsten Generationen bewahren wollte.

Zudem lagern, da noch meine Puppen und Kinderbücher, die meine Mutter für künftige Generationen bewahren wollte, die dann irgendwann von ihrem Speicher auf meinen Speicher wechselten, um letztlich dann von meinen Kindern verschmäht zu werden. Denn wer liest heute noch „Hummelchen“, „Bummi“, „Pucki“ etc.?

In meiner Herbstaufräumwut beginne ich auch hier Flohmarktkisten zu packen, die vom Speicher dann in den Keller ziehen, um dann an einem frühen Samstagmorgen in mein Auto geladen zu werden.

Glücklich komme ich am späten Nachmittag zurück, 2 Kisten leichter und ein paar Euro „reicher“.

Und was passiert mit den restlichen Kisten? Die wandern erst mal wieder in den Keller bis zum nächsten Frühjahr und dann geht die Prozedur wieder von vorne los: Sichten, Sortieren, Umpacken …..

Und zwischenzeitlich miste ich meinen Kleiderschrank aus.

gabi

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.