Donnerstag, 24. August 2017

Rund 90 Teilnehmer spazieren mit der IG neinzupfenning zum Pfenning-Gelände

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Guten Tag

Heddesheim, 28. September 2010. (red) Die“ IG neinzupfenning“ hatte Mitte vergangener Woche per Flugblatt zu einer „Tour de Flur“ aufgerufen, um mit einem gemeinsamen Spaziergang ihren Protest gegen die geplante „Pfenning“-Ansiedlung auszudrücken. Rund 90 Teilnehmer machten bei Wind und Regen mit und liefen vom Rathaus bis zur Benzstraße, wo das riesige Logistikzentrum entstehen soll.

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"IG neinzupfenning" spaziert gegen "Pfenning".

Hans Weber, einer der Sprecher der „IG neinzupfenning“ begrüßte die Teilnehmer auf dem Fritz-Kessler-Platz vor dem Heddesheimer Rathaus: „Bei dem Wetter haben wir mit weniger Spaziergängern gerechnet. Lassen Sie uns loslaufen, wir wollen nicht demonstrieren, sondern zeigen, dass es Menschen in Heddesheim gibt, die gegen diese Pfenning-Ansiedlung sind.““

Kurz nach 11:00 Uhr spazierte die Gruppe in Richtung geplantem „Pfenning“-Gelände. Hinzu kam Hans-Ulrich Sckerl, Landtagsabgeordneter von Bündnis90/ Die Grünen.

Der kommentierte: „Sie ziehen provokant eine Parallele zu Stuttgart 21. Ich bin mir sicher, im Land, nicht nur in Baden-Württemberg, entsteht eine neue Bürgerbewegung. Diese theoretische Politik, die Interessen folgt, die haben wir satt.“

„Die Politik kommt nicht bei den Bürgern an.“ Uli Sckerl

Sckerl sagte weiter: „Wir wollen eine Politik, die die BürgerInnen von Anfang an einbezieht, auf ihren Sachverstand hört. Und die stärker die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt.“

Sckerl sagte weiter, dass er oft darauf angesprochen worden sei, ob die „Heddesheimer spinnen“, wenn sie am Ende der Wirtschaftskrise dieses Unternehmen nicht wollten: „1000 Arbeitsplätze, Gewerbesteuer, spinnen die denn? Das bin ich oft gefragt worden. Ich habe dann gesagt, kommt her, schaut euch diese schöne Gemeinde an und stellt euch dann vor, was das für eine Veränderung sein wird, wenn hier die Gigaliner durchziehen. Passt das hierher? Es passt nicht. Deshalb gibt es den Widerstand.“

Auch auf die Verbindung zu Stuttgart 21 ging Sckerl ein: „Sicher wurd über 15 Jahre lang alles demokratisch entschieden, das kam aber beim Bürger nie an. Der wurde nicht gefragt. Und als der Unwut gewachsen war, war alles entschieden. Einen Bürgerentscheid haben der VHG, das Landratsamt und andere Interessen zu gemacht. Ich glaube aber nicht, dass Heddesheim schon entschieden ist.“

Sckerl gehe es nicht um die Verhinderung von Logistik: „Der Vorwurf ist bösartig.“ Vielmehr gehe es um die Frage: „Wo passt so eine Ansiedlung hin?“

Die „IG neinzupfenning“ will ihre Spaziergänge fortsetzen. Der nächste Termin soll Donnerstag, der 30. September 2010 sein, um 16:30 Uhr vor dem Rathaus.

Video und Bilder

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Thomas Ott

    Ich finde es löblich, dass in diesem Artikel die Teilnehmerzahl nicht auf 100 hochgejubelt wurde. Wetter hin oder her halte ich persönlich die Teilnehmerzahl angesichts der behaupteten „Spaltung“ des Ortes für gering. Mich würde interessieren wie die Pfenning-Gegner selbst die Zahl von 90 Teilnehmern interpretieren.

    • heddesheimerin

      Hallo Herr Ott,

      wie schön, dass Sie sich so „aktiv“ in unsere Heddesheimer Politik einbringen …. ich interpretiere die 90 Teilnehmer so, dass sie eine ganz beachtliche Zahl für einen ersten Schritt in unserem kleinen Ort sind. Jetzt kommt es darauf an, das Tempo beizubehalten und die Aufmerksamkeit zu steigern. Wenn den Heddesheimern klar wird, worum es geht und dass noch längst nicht alles entschieden, reden wir irgendwann nicht mehr von 90 sondern vielleicht von 900 Heddesheimern auf der Strasse. Und dann schauen wir mal, was Herr Kessler dazu sagt (Bei Ihnen weiss ich das schon, Sie werden uns dann wieder „Nimbysmus“ unterstellen :-)…)

  • sven

    Ich muss sagen, ich war vor Ort auch enttäuscht über die Mobilisierung des Themas in der Heddesheimer Bevölkerung. So bleibt der Eindruck, dass sich hier lediglich die „Aktivisten der schönen Aussicht“ zusammengefunden haben.

  • Kellergeist

    also ich finde 90 teilnehmer eine beachtliche zahl. wenn man bedenkt dass kaum werbung gemacht wurde und das ganze recht spät angekündigt war, können die einladenden zufrieden sein. man beachte: das war keine demonstration sondern ein locker organisierter spaziergang!

  • Jule

    Herr Ott,
    schön dass sie sich ständig in Heddesheimer Belange einbringen. Sie sollten Lokalpolitik zu Hause für die CDU Weinheim machen. Dort ist ausreichend zu tun. Haben Sie Langeweile. Oder hört man da nicht
    auf ihre Meinung.

    Ich jedenfalls finde es toll, dass sich bei Regenwetter, Urlaubszeit und wie ich glaube, beschissener Zeit so viele Menschen eingefunden haben. Uns war es z.B. auch nicht möglich teilzunehmen. Auch an anderen Standorten mit Problemen hat es klein angefangen. Warten Sie ab, wie sich die Lage in der Region entwickelt. Und noch etwas…. Hochjubler braucht die Sache wirklich nicht, nur das angebrachte Interesse der Bürger die davon betroffen werden, wie auch die Hirschberger.

    • Thomas Ott

      Hallo „Jule“,

      es freut mich, dass Sie eine Suchmaschine bedienen können 😉
      Da Sie meine Beiträge ja so aufmerksam verfolgt haben, kennen Sie auch meine Meinung zum Schreiben unter Pseudonymen. Ihr mutiges „outing“ beeindruckt mich. Schade, dass Sie nicht auch meine Firmenwebsite, meine Vereinszugehörigkeiten oder mein Haus in Google Maps aufgezählt und verlinkt haben. Medienkompetenz sieht anders aus.

      Fragen Sie Herrn Prothmann, Art. 5 GG enthält keine Aussagen zum (klein-)räumlichen Geltungsbereich. Und Ihre Ansage „Warten Sie ab, wie sich die Lage in der Region entwickelt“ passt so garnicht zu Ihrer Aufforderung. Übrigens wäre Weinheim vom Umfahrungsverkehr über die B3 genauso betroffen wie Hirschberg.

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Danke für Ihren Beitrag.

        Wir haben die Information Ihrer Parteizugehörigkeit in dem Kommentar von „Jule“ zur Kenntnis genommen und diese Information nicht zensiert, weil es sich um eine öffentliche Information handelt und Sie ein öffentliches Amt begleiten. Zulässig wäre auch eine Nennung Ihrer Firma und von Vereinszugehörigkeiten, weil diese ebenfalls dem „öffentlichen“ Raum entsprechen.

        Die Nennung einer Privatadresse, ein Link auf ihr Privathaus oder sonstige private Informationen hätten wir entweder nicht freigegeben oder (bei Kommentatoren, denen wir die Veröffentlichung ohne vorherige Kontralle gestatten, weil sie sich an die Regeln halten) nach Veröffentlichung zensiert.

        Art. 5 GG enthält keine Aussagen zum (klein-)räumlichen Geltungsbereich, sondern nur grundsätzliche Aussagen zur Meinungs- und Pressefreiheit. Wer sich im öffentlichen Raum und ein solcher ist unsere Kommentarfunktion äußert, betritt diesen öffentlichen Raum.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

        • Thomas Ott

          Ich begleite (sic!) das Amt/die Ämter nicht.

          Offensichtlich haben Sie auch dir Ironie meiner Antwort auf das Outing nicht verstanden. Im Gegensatz zu den meisten Pfenning-Gegnern hier, habe ich von Anfang meinen richtigen Namen genannt und mich nicht wie die Enthüllungsjournalistin „Jule“ hinter einem Pseudonym verschanzt.

          Was Sie dann bitte auch noch klären müssten ist, warum sich nicht-Heddesheimer auf einer Heddesheimer Internetplattform nicht zu über Heddesheim hinausreichenden Themen äussern dürfen sollen. Es lebe das Kirchturmdenken! Ist der Sckerl auch Heddesheimer??

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Natürlich bekleiden Sie das Amt – mal abgesehen davon, dass Sie besser inne haben, ausüben usw…, Sie sehen uns den Rechtschreibfehler nach. 😉

            Und selbstverständlich haben Sie das Recht, hier wie jeder andere, ob Heddesheimer oder nicht, Ihre Meinung zu äußern.

            Aus Sicht der Redaktion begrüßen wir, dass Sie das unter Klarnamen tun, möchten Sie aber nochmals bitten, die Debatte über Pseudonyme oder nicht, nicht zu führen. Wir haben diese Regeln vorgegeben – aus nachvollziehbaren Gründen. Lassen Sie es damit gut sein.

            Einen schönen Tag wünscht
            Das heddesheimblog

        • heddesheimerin

          Um nicht missverstanden zu werden, ich finde selbstverständlich, dass Sie sich auch zu Heddesheimer Themen äußern können (Auch wenn ich Ihre Meinung nicht teile). Schlißelich ist durch das Großprojekt die ganze Region mehr oder weniger betroffen.

        • lutz

          Nun unterlassen Sie doch bitte Ihre Angriffe auf Leser, die es vorziehen, anonym zu kommentieren. Dies ist seitens der Redaktion in Ordnung, wie bereits mehrfach berichtet wurde.

      • jawiejetzt?

        Guten Tag,

        wie ich der homepage der CDU Weinheim entnehme Herr Dr. Ott, sind Sie da nicht irgendwer. Ihre Kommentare hier lesen sich mit diesem Hintergrundwissen plötzlich ganz anders.

        Ich bin mir nicht im klaren darüber, ob sie einer inneren Mission folgen oder, von einem Dr. zum anderen Dr., hier ihrem CDU – Schwesterortsverband beispringen und mit Auftrag unter die Arme greifen und Schützenhilfe leisten.

        Nötig haben die das in Heddesheim auf jeden Fall und man freut sich bei ihrer Partei immer über solche Akte tätiger Nächstenliebe.

        Als Pressesprecher, Internetbeauftragter und Redaktionsmitglied in der Kreisstadt haben Sie natürlich eine Menge mehr Kompetenz als ihre Brüder und Schwestern in der hinterwäldlerischen Provinz, die so was nicht hinkriegen und und mit modernen Medien nicht umgehen können. Und natürlich haben Sie einen ganz anderen Blickwinkel und wesentlich mehr Weitblick als die hiesige Ortsgruppe.

        Es ist wirklich nett von Ihnen, daß sie sich die Zeit nehmen.

        Einen schönen Tag.

        • Thomas Ott

          Ich kenne keines der Heddesheimer CDU-Mitglieder persönlich und ich habe lediglich meine persönliche Sicht auf die Vorgänge in Stuttgart, Heddesheim und anderswo kund getan. Es liegt mir fern irgendjemand Schützenhilfe leisten zu wollen oder Heddesheim als „hinterwäldlerische Provinz“ zu betrachten.

          Für alle die noch Fragen zu meiner Person haben:
          http://www.xing.com/profile/Thomas_Ott9
          http://www.facebook.com/people/Thomas-Ott/1578451999
          http://www.cdu-weinheim.de/Gemeinderatswahl_2009/Dr__Thomas_Ott/

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Sehr schön – wir begrüßen Transparenz.

            Einen schönen Tag wünscht
            Das heddesheimblog

        • lutz

          Also ich ziehe es vor, wenn sich ein Herr Ott hier offen äußert, anstatt – wie die Heddesheimer CDU-Prominenz – die zentrale Informationsplattform der Gemeinde zu ignorieren oder gar zu verunglimpfen.

          Ich lese Ihre Beiträge gern, Herr Ott, auch wenn ich mich manchmal drüber ärgere.

        • jawiejetzt?

          Guten Tag,

          ja, ja, schon klar.

          @ lutz. Da haben Sie recht, aber man kann niemand zwingen. Bevor die CDU hier gar nicht präsent ist, dann doch wenigstens von außen aus Weinheim 🙂

          Einen schönen Tag.

        • lutz

          … Herr Doll kann dann ja im Gegenzug auf dem weinheimblog die örtliche Politik kommentieren…

      • Heddesheimer

        Der Grund ihres Kommentars ist mir ein Rätsel, weil nicht stimmig ist.

        Meist ist die Autobahn richtung Heidelberg zu 😉 soviel zum Weinheimer Umfahrungsverkehr der genauso Weinheim betroffen macht wie Hirschberg.
        Ich meine mich auch erinnern zu können das es eine Kreisstraße bei Hohensachsen gibt die Richtung Viernheim führt und dort auf die B38 in alle Richtungen.

        Ihre Anspielung zwecks nicht Aufzählung ihrer Persönlicher daten???????????

    • Argus

      Richtig,erst vor der eigenen Haustüre kehren !

      Leider war der Spaziergang etwas spät terminiert !

      Deshalb für mich keine Teilnahme möglich.

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    stimmt, angesichts von einigen zig-tausend in Stuttgart ist das wenig. Aber die Mobilisierung muß erst die seit April 2009 bestehende Trägheit überwinden. „Das ist doch eh alles entschieden, da können wir nichts mehr machen“ muß erst mal aus den Köpfen raus.
    Das ist ein hartes Tagwerk.

    Die Heddesheimer sind an dem Schild „Aufmucken verboten!“ noch immer umgekehrt, wenn sie schon mal bis vors Rathaus gezogen waren mit so was wie Wut im Bauch.

    Daß sie sich damit immer wieder haben von ihren Oberen übers Ohr hauen lassen, hat den Oberen gefallen. Deshalb ist es im Ort so wie es ist. Aber nicht nur in diesem Ort.

    Die Heddesheimer haben noch Chancen, etwas zu bewirken, aber dazu müssen sie sich aufraffen, die Trägheit überwinden und von getriebenen Schafen zu treibenden Wölfen werden.

    Das ist viel verlangt.

    Wenn sie in Heddesheim in Pfenning keinen Grund sehen, aufzustehen haben sie es nicht anders verdient und die Entscheider über ihren Köpfen hatten recht und werden weiter recht haben.

    Denn das nächste Mal wird genau so ablaufen.

    90 sind er Anfang und es liegt an jedem, der nicht vom Verkehr überrollt werden will, jetzt auf die Straße zu gehen. Solange er, sie und es noch kann.

    Sie dürfen den Rasen betreten!