Samstag, 19. August 2017

Drei Wochen lang erhöhter Nitratgehalt im Trinkwasser

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Guten Tag

Heddesheim/Hirschberg, 28. September 2010. (red/pm) Der Verband Gruppenwasserversorgung (Gemeinden Heddesheim und Hirschberg) informiert in einer Pressemitteilung über einen bedeutenden Anstieg des Nitratgehalts im Trinkwasser. Wegen Brunnenarbeiten kann das eigene Wasser mit Wasser vom Lobdengauverband (Ladenburg) drei Wochen lang nicht gemischt werden, was einen erhöhten Nitratgehalt zur Folge haben wird.

Presseinformation des Verbands Gruppenwasserversorgung:

„Der Verband Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße gibt an die Verbandsgemeinden Heddesheim und Hirschberg und deren Bürger Wasser von hoher Qualität ab.

Dies wird durch Eigenförderung aus Flachbrunnen, sowie der Zumischung von nitratarmen Wasser aus dem Tiefbrunnen des Lobdengauverbandes in Ladenburg erreicht.

Wegen dringend notwendiger Umbau- und Unterhaltungsarbeiten muss dieser Brunnen ab 04. Oktober 2010 bis voraussichtlich 25. Oktober 2010 außer Betrieb genommen werden und steht dem Verband Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße nicht zur Verfügung.

In der ganzen Zeit kann der gesetzlich geforderte Grenzwert von 50 mg/l Nitrat im Trinkwasser nicht eingehalten werden.

Die Bevölkerung wird hiermit über die veränderte Versorgungssituation, insbesondere über die Grenzwertüberschreitung beim Nitratgehalt, informiert. Es wird besonders darauf hingewiesen, dass für die Zubereitung von Säuglingsnahrung im Handel erhältliches Wasser verwendet werden sollte (z.B. Mineral- oder Tafelwasser), welches mit dem Hinweis „besonders geeignet für die Säuglingsnahrung“ gekennzeichnet ist.

Fragen hierzu beantwortet das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises unter der Telefon Nr. 06221/5221 821.

Für die Verbandsgemeinden Heddesheim und Hirschberg wird sich der Nitratwert während der Dauer der Umbau- und Unterhaltungsarbeiten voraussichtlich bei 70 mg/l einstellen.

Der Nitratgehalt des im Verbandsgebiet abgegebenen Trinkwassers wird während der Stillstandzeit des Tiefbrunnens regelmäßig untersucht. Die aktuellen Werte können bei der Gemeinde Heddesheim unter der Telefon-Nr. 06203/101 231, sowie unter der Homepage der Gemeinde www.heddesheim.de, erfragt werden.

Der Wassergewinnungsverband Lobdengau wird bestrebt sein, den Zeitraum für die Umbau- und Unterhaltungsarbeiten so kurz als möglich zu halten, damit der Tiefbrunnen wieder schnellstmöglich zur Trinkwasserversorgung des Verbandsgebietes genutzt werden kann.

Michael Kessler
Verbandsvorsitzender“

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Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Horst Berger

    Wasser durch „Landwirte“ vergiftet – Luft durch LKW verpestet – und demnächst Uran im Trinkwasser?

    „Die neue Umweltplage Nitrat zeigt einmal mehr die verhängnisvollen Folgen ökologischer Unachtsamkeit. Nitrate sind Stickstoffverbindungen und ein natürlicher Bodenbestandteil, unentbehrlicher Nährstoff für alle Lebewesen. Spinat, Radieschen, Kohl, Sellerie – fast jedes Gemüse enthält Nitrat.

    Doch die moderne Chemie-Wirtschaft hat den Pegel dramatisch erhöht: In den letzten zehn Jahren hat sich der Stickstoffverbrauch der Landwirtschaft verdoppelt, Jahr für Jahr kippen die Landwirte tonnenweise nitrathaltigen Dünger oder Gülle aus der Masttierhaltung auf die Felder.

    Da Nitrate leicht wasserlöslich sind, können sie, soweit nicht vom Boden oder den Pflanzen gespeichert, ins Grundwasser ausgewaschen werden. Im Trinkwasser tauchen sie dann wieder auf – als „Zubrot zum Nitrat in den anderen Lebensmitteln“. Nitrat pur führt in größeren Mengen, 10 bis 15 Gramm, zu Brechreiz, Durchfall und anderen Vergiftungserscheinungen – harmlos im Vergleich zu der Wirkung jener Stoffe, die im Körperstoffwechsel aus Nitrat entstehen: Nitrite und Nitrosamine.

    Nitrit ist ein starkes Gift, das vor allem bei Säuglingen rasch und in geringsten Mengen die sogenannte Blausucht (Methämoglobinämie) hervorruft: Die Sauerstoffaufnahme des Blutes wird eingeschränkt, die Haut verfärbt sich bläulich, die Kinder bekommen keine Luft mehr.
    Ärzte empfehlen bei dieser Konzentration Eltern von Kleinkindern, zum Anrühren von Babynahrung nur noch Mineralwasser zu verwenden – vor allem Säuglinge in den ersten drei Monaten sind gefährdet, und in sieben bis acht Prozent aller Fälle endet die Krankheit tödlich.
    Bedenklicher noch sind die langfristigen Gefährdungen durch Nitrite. Denn zusammen mit bestimmten Eiweiß-Vorstufen, die fast überall in der Nahrung zu finden sind, können sie Nitrosamine bilden, die zu den stärksten krebserregenden Stoffen zählen.

    Um die Risiken möglichst gering zu halten, plädierten die Autoren der amerikanischen Umweltstudie „Global 2000″ für einen Nitrathöchstwert im Trinkwasser von zehn Milligramm pro Liter. Die Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet setzt sich für einen Höchstwert von 25 Milligramm ein.“ Soweit der Spiegel-Bericht vom 21. Juni 1982!

    Vielen Dank Bürgermeister Kessler für die Gift-Warnung. Anscheinend werden die US-Amerikaner die in Heddesheim leben nicht informiert. Es soll auch noch Menschen geben in Heddesheim die kein Ortsblatt, MM oder Internet haben. Dafür haben sie viele Kinder.

    Wie werden Familien in Heddesheim informiert die unserer Sprache nicht mächtig sind?

    Werden diese Woche an alle Haushalte Flugblätter verteilt? Vielleicht sogar in verschieden Sprachen?

    Wird der Verbandsvorsitzende Michael Kessler im Heddesheimer Rathaus einmal nachfragen, wieviel Nationalitäten in Heddesheim leben?

    Wie hoch ist eigentlich die Uran-Belastung im Heddesheimer-Trinkwasser, Herr Verbandsvorsitzender Michael Kessler?

  • sven

    Herr Berger, rechnen Sie mal nicht damit, dass der Ignorant Kessler Ihnen hier auf Ihre gerechtfertigten Fragen antworten wird. Insbes. das Thema ausländiche Mitbürger halte ich für wichtig. Mindestens sollte eine Info in den wichtigsten in Heddesheim gesprochenen Sprachen erfolgen. Ich kenne soviele z. B. türkische Kollegen mit kleinen Kindern, denen ich das auch persönlich sagen werde.