Dienstag, 27. Juni 2017

Pfenning-Lagerhallen ab August bezugsfertig?

Guten Tag!

Heddesheim/Viernheim, 27. Januar 2011. (update) Folgt man den Angaben einer Anzeige auf Immobilienscout24.de ist „Pfenning“ im August 2011 bezugsfertig. Zumindest preist das Unternehmen 98.000 Quadratmeter Logistikfl├Ąche an – provisionsfrei.

Anmerkung der Redaktion: Unsere flei├čigen LeserInnen bei „Pfenning“ haben den Artikel zum Anlass genommen, die Anzeige ratzfatz zu korrigieren. Die Lagerhallen werden jetzt laut Angebot „2012“ fertig sein. ­čÖé

Von Hardy Prothmann

"Schnelle Erreichbarkeit von Verbraucherm├Ąrkten" und "gefahrguttauglich" - sow bewirbt "Pfenning" seine noch nicht gebauten Hallen. Quelle: immobilienscout24.de

Ist das seri├Âs? Ausweislich einer Vermietungsanzeige beim Internetportal „immobilienscout24.de“ sind ab August 2011 insgesamt 98.000 Quadratmeter Logistikfl├Ąche provisionsfrei zu mieten. Preise gibt es auf Anfrage.

Die Firmengruppe „Pfenning“ hatte bereits im Fr├╝hjahr 2009 mit der „Vermarktung“ des damals noch nicht genehmigten Gel├Ąndes begonnen, wie das heddesheimblog durch Recherchen und nicht etwa die Firma selbst bekannt gemacht hatte.

Mit den Ergebnissen der Recherchen konfrontiert, ├Ąu├čerte sich die Unternehmsleitung, dass sei „ein Gesch├Ąft mit langem Vorlauf“. Man m├╝sse so fr├╝h beginnen.

Anscheinend l├Ąuft es nicht gut mit der Vermarktung, sonst w├╝rde ja nicht die Gesamtfl├Ąche zur Miete angeboten. Vielleicht ist die Anzeige auch schon ├Ąlter – so alt kann sie aber noch nicht sein, da in fr├╝heren Anzeigen das Jahr 2010 als „bezugsfertig“ angepriesen wurde.

Vielleicht ist das Angebot auch ├╝berholt – aber muss man nicht erwarten k├Ânnen, dass ein Logistikunternehmen Eigenanzeigen pflegt und im Griff hat?

Pikant ist die Beschreibung des Projekts:

„Nutzen f├╝r unsere Kunden

  • Vorhandener Gleisanschluss
  • Einbindung der Schiene in zukunftsf├Ąhige Logistikkonzepte Gute geographische Lage, erstklassige Infrastruktur
  • Schnelle Erreichbarkeit vieler Verbraucherm├Ąrkte Zukunftsweisendes Umweltkonzept („Green Logistics“)
  • Ressourcenschonendes Konzept bringt Kostenvorteile Flexibilit├Ąt und Synergieeffekte durch Multi-User-Konzept
  • Individuelle L├Âsungen zu marktf├Ąhigen Konditionen Wertsch├Âpfung durch einen zuverl├Ąssigen Logistikpartner“

„Pfenning“ hat immer betont: „Die Waren kommen aus der Ferne und gehen in die Ferne.“

Tats├Ąchlich wird angepriesen: „Schnelle Erreichbarkeit vieler Verbraucherm├Ąrkte.“

├â┼ôbersetzt hei├čt das: Lieferung in der N├Ąhe. Daf├╝r werden kleine Lkw als 18 Tonnen ben├Âtigt, die „Verbraucherm├Ąrkte“ anliefern. Zudem ist das Lager „gefahrguttaublich“.

„Pfenning“ hat mit der Gemeinde Heddesheim einen zweifelhaften „Verkehrslenkungsvertrag“ geschlossen, der Querungen des Orts von Lkw ├╝ber 18 Tonnen mit 20 Euro Bu├čgeld belegt.

Darf man nun vermuten, dass diese Regelung eine T├Ąuschung ist, weil „Verbraucherm├Ąrkte“ von unter 18-Tonnen-Lkw „schnell erreicht“ werden k├Ânnen?

Das angeblich so freundliche Unternehmen, das sich selbst als „guter Nachbar“ empfohlen hat, best├Ątigt weiterhin seine intransparente ├ľffentlichkeitsarbeit. Nachdem das Ziel erreicht worden ist, ein verabschiedeter Bebauungsplan und superg├╝nstiger Erwerb einer 1A-Fl├Ąche, hat man vom „guten Nachbarn“ in Heddesheim nichts mehr gesehen, noch geh├Ârt.

Sollten die Angaben der Anzeige zutreffen, will „Pfenning“ innerhalb von sechs Monaten eine Fl├Ąche von 200.000 Quadratmetern bebauen. Die Anstrengung dazu muss enorm sein – die Belastung f├╝r Heddesheim ebenfalls.

„Pfenning“ bleibt weiterhin das Top-Politikum in Heddesheim. An dem auch das „Schicksal“ der „Ja-Sager“ h├Ąngt, die auch nicht einen Zweifel an der Seriosit├Ąt des Vorhabens hatten, also B├╝rgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP und allen voran deren Fraktionssprecher.

In der heutigen Gemeinderatssitzung wird interessant sein zu erfahren, wie denn der „Stand der Dinge“ ist.

Alle Texte zu „Pfenning“ lesen├é┬á Sie hier: Pfenning.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Christoph S.

    Diese Immoblilienanzeige ist schon l├Ąngere Zeit auf immobilienscout24. Ich habe sie September oder Oktober 2010 schon gesehen. Exakt diesselbe Anzeige ist auch auf immowelt.de zu finden. Die Anzeige wurde ├╝brigens nicht von pfenning selbst, sondern von lagerflaeche.de (mit Sitz in D├╝sseldorf) geschaltet.

    Aber das interessanteste ist, dass die Verf├╝gbarkeit nachdem der Artikel im heddesheimblog erschienen ist ge├Ąndert wurde auf „Verf├╝gbar ab: 2012 „.

    • heddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke f├╝r den Hinweis.

      ­čÖé

      Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
      Das heddesheimblog

  • Kurt Fleckenstein

    Herr Pfenning hat der Heddesheimer Bev├Âlkerung in der Planungsphase immer vorgegaukelt, als w├╝rde er die Hallen nur f├╝r seine eigene Spedition nutzen. Entsprechend der Anzeige hat er uns hinters Licht gef├╝hrt. Wir m├╝ssen in Heddesheim damit rechnen, das eine Masse von Spediteuren die Fl├Ąchen anmietet und eine nicht ├╝berschaubare Zahl von fremden LKW die Heddesheimer Strassen belagern. Auf diese Mieter hat Heddesheim ├╝berhaupt keinen Einfluss. Auch der „Gute Name“ von Pfenning wird die Mieter nicht interessieren. Sie werden ihr Gesch├Ąft unter den f├╝r sie optimalen Bedingungen betreiben.
    Heddesheim wird zu einem Logistkzentrum f├╝r Speditionen, Frachtf├╝hrer und Transportdienstleister mit allen erdenklichen Ausrichtungen und negativen Erscheinungen. Pfenning hat uns alle hinters Licht gef├╝hrt und der B├╝rgermeister, einschlie├člich der Bef├╝rworter im Gemeinderat, haben es nicht gesehen und wollen es nicht sehen. Der Schaden f├╝r Heddesheim wird alle Vorstellungen ├╝bersteigen. Der B├╝rgermeister sollte sich schon jetzt um einen neuen Wohnsitz k├╝mmern, weil er nach Fertigstellung der Hallen von der Heddesheimer Bev├Âlkerung zur „Persona non grata“ erkl├Ąrt werden wird.

    • Snake Plissken

      Eine Gemeinde die Ihren „ehemaligen“ B├╝rgermeister mit Fu├čtritten von dannen jagt, ein traumhafter Gedanke. Vielleicht sollten manche Vereine oder Institutionen Ihre Macht jetzt schon nutzen und dem Selbstdarsteller den Zutritt verweigern wenn es mal wieder nur drum geht medienwirksam im Bild zu sein.

      • lutz

        Ich bin sicher, dazu wird es kommen, wenn sich weiter konkretisiert, was Pfenning f├╝r die Gemeinde bedeutet. Dann gehen den Leuten die Augen auf und Michael „Mubarak“ Kessler wird zur Persona non Grata.

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    na das pa├čt doch prima ins Bild. Wer hat denn an diesen Vertrag geglaubt? Machen wir es wie Pfenning und unsere Politiker – l├╝gen wir nicht, besch├Ânigen wir nur.

    Was haben wir in den letzten Tagen alles neues erfahren? Neues? Eher nicht, was wir ahnten, vermuteten und wu├čten wurde nur best├Ątigt.

    Die Gr├╝nen finden im Internet zuf├Ąllig einen Auftritt der IFOK, in der diese zugibt, was schon von Anfang an klar war. Der 35000,. ├óÔÇÜ┬Č teuere Einsatz der IFOK war nicht dazu da irgendeinen „ergebnisoffenen“ Dialog zu gestalten sondern um „Akzeptanz“ f├╝r Unakzeptables zu schaffen. Getreu der IFOK Internetseite haben sie die „Nu├č geknackt“ und obwohl in Heddesheim schon „alles klar war“, das Ding gedreht.
    Das „Ding“ war die Ablehnung der Pfenning Ansiedelung in der Bev├Âlkerung, der Widerstand durch die b├Âse IG nein zu pfenning.
    Da├č die IFOK den knappen Vorsprung von 40 Stimmen bei der – nun als Manipulation und Verarschung entlarvten B├╝rgerbefragung – als Erfolg deutet und damit in der umstrittenen Logistik-Branche auf Kundenfang geht, ist mutig. Und ein Witz. Ebenso die Ausf├╝hrungen des B├╝rgermeisters dazu beim Neujahrsempfang. Die Befragung selbst steht au├čer Zweifel, aber die drei Fragen und die Einflu├čnahme der IFOK durch „joint fact finding“ und Meinungsmache und was im Vorfeld alles nicht bekannt war, schreien „Manipulation“. Wie die L├Ąmmer hat man das Volk erst beruhigt, mit dem Opium der angeblichen Beteiligung bet├Ąubt, verdummt und dann in aller Ruhe zur eigenen Schlachtbank gerufen. Hut ab vor den Heddesheimern, die sich in gro├čer Zahl nicht haben auf die Eisbahn f├╝hren lassen.

    Der notwendige, unabdingbare und essentiell wichtige Gleisanschlu├č, ist laut Pfenning nun eine „strategische Entscheidung“ und „nicht an Kundenauftr├Ąge“ gebunden.
    Wie war das, der Anschlu├č ist notwendig um die Verteilung der Waschmittel von Henkel dann von Heddesheim aus zu betreiben. Henkel, die Firma die nicht mehr Partner von Pfenning sind weil – v├Âllig ├╝berraschend und unvorhersehbar – im Dezember 2010 der Vertrag ausgelaufen ist. Pfenning scheint es an Weitblick zu fehlen. Dumm gelaufen f├╝r die CDU vor allem – ohne Gleisanschlu├č kommt Pfenning nicht. Vielleicht kommt nun der Gleisanschlu├č – aber es gibt keine Kunden, die ihn nutzen.

    Stattdessen nun Partnerschaft mit einem „regionalen Chemieunternehmen“ mit dem man schon in Lampertheim zusammenarbeitet. Die ehemalige Ciba Spezialit├Ąten Chemie in Lampertheim, f├╝r die Pfenning dort das Lager betreibt, wahrscheinlich auch Produkte ausf├Ąhrt, hei├čt heute BASF Lampertheim GmbH. Das „regionlae Unternehmen“ geh├Ârt also zum gr├Â├čten Chemikonzern der Welt – und dieser hat mit der Schiene nix am Hut aber bestimmt ganz andere Interessen. Daf├╝r werden die Henkelverluste in Viernheim durch Lagerung von BASF Produkten „v├Âllig kompensiert“, die Bahnstrecke wird vom Betreiber zur├╝ckgegeben, das bedeutet keinen Schieneng├╝terverkehr mehr aus Weinheim nach Viernheim, weil Henkel der einzige Schienenkunde f├╝r Pfenning war.

    Usw usf., das wird sonst zu lang. Bei alledem wird nicht gelogen und getrogen. Oh nein, das kann man so nicht sagen, darf man so nicht sagen. Vielmehr ist es zusammenfassend eher so, da├č festgestellt werden kann, da├č, wenn Pfenning oder die Heddesheimer Verwaltung zum Thema Logistikzentrum den Mund aufmachen, die Wahrscheinlichkeit hoch ist, da├č eine neue Unwahrheit das Licht der Welt erblickt hat.

    Einen sch├Ânen Tag noch.

  • Tagesbetrachter

    Bei Tageslicht betrachtet, fragt sich jeder Kaufmann
    was das denn soll. Ein Pfenning, der seit September 2010
    eine g├╝ltige Baugenehmigung hat, bewirbt seine Dienste
    (umfangreiche Hallen- u. B├╝robauten) f├╝r August 2011.
    Dann pl├Âtzlich f├╝r 2012. Morgen vielleicht f├╝r 2013, oder
    kommt es zu weiteren Verschiebungen. Niemand weis es,
    aber viele ahnen es.

    Ein Unternehmen dessen Glaubw├╝rdigkeit zwischenzeitlich
    unter O gesunken ist. Ein B├╝rgermeister, der sein Wissen
    um diese unheilige Allianz schon seinen Kollegen anbietet.
    Ein Gemeinderat, der in Gro├čteilen noch immer nicht
    begreifen will, dass man ihn an der Nase herum gef├╝hrt hat.
    Das sind die Fakten.

    Und dann, wird im d├╝mmsten Fall vielleicht auch noch ein
    BASF-Chemielager aus dem, was mal eine ├╝berregionale Liefer-
    station f├╝r Waschmittel sein sollte. Pfenning ade.
    Mit Vertrauen hat das nichts mehr zu tun.

    Strategie, Unfug oder Wahnsinn. Das ist hier die Frage. Bei der
    Planungslage wohl aber weniger Strategie.

  • Heddesheimer

    Die vor zwei Jahren sanierte Ringstra├če hat Ortsausgang mittlerweile Risse ├╝ber die ganze Fahrbahnbreite.

    Wir werden im weiteren Prozess noch Ideen f├╝r den Stra├čenbau auf unsere Gemarkung pr├Ąsentiert bekommen, die diesen Schwerverkehr aufnehmen k├Ânnen.
    Verst├Ąndnis habe ich daf├╝r nicht das Steuergelder verschwendet und Natur vernichtet wird, da wir eine gute und sogar beworbene Verkehrsanbindung haben und die vorz├╝glich den nutzen haben werden als Abk├╝rzungen zu dienen.