Freitag, 22. Juni 2018

Kesslers Rebhuhnparadies

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Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 27. Februar 2010. Die Redaktion hat ein Text erreicht – der schockierende Behauptungen aufstellt. Die geplante Ansiedlung der Firma Pfenning ist nur ein Tarnprojekt. Die Wahrheit ist viel ernster.
Satire

Wer der Heddesheimer Gemeinderatssitzung vom 25.02.2010 aufmerksam folgte, konnte heraus hören, dass BĂŒrgermeister Kessler ein neues Megaprojekt fĂŒr Heddesheim plant: „Kesslers Rebhuhnparadies“.

Unter dem Vorwand der Ansiedlung eines großen Logistikzentrums nördlich der Benzstraße plant der BĂŒrgermeister – wie sich erst jetzt heraus stellte – heimlich einen großen Vogelpark fĂŒr Wildvögel.

Die bisherigen Planungen zu diesem Projekt fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Weder Anwohner, noch der Vogelschutzverein oder sonstige Betroffene wurden im Vorfeld darĂŒber informiert.

Obwohl bisher kaum Informationen zu „Kesslers Rebhuhnparadies“ bekannt geworden sind, hat der Heddesheimer Gemeinderat mit ĂŒberwĂ€ltigender Mehrheit von 12:9 Stimmen fĂŒr die Inangriffnahme dieses neuen Großprojekts gestimmt.

Allein die erwarteten Mehreinnahmen durch Ökotouristen und die Aufwertung ganz Heddesheims durch Verbesserung der ökologischen Vielfalt waren ausschlaggebend fĂŒr diese Entscheidung.

Nach der Gemeinderatssitzung hat sich spontan eine Gruppe Heddesheimer BĂŒrger zusammen gefunden und die „BI Nein zum Rebhuhnpark“ ins Leben gerufen.

Mit dabei ist auch der Vorsitzende des Vogelschutzvereins der mit dem Projekt eine starke Konkurrenz befĂŒrchtet. Die negativen Auswirkungen eines derartigen Großprojekts fĂŒr Heddesheim sind noch gar nicht abzusehen.

Insbesondere die Zunahme des Verkehrs vor allem im Luftraum lĂ€sst sich noch gar nicht abschĂ€tzen – so erwĂ€hnte der BĂŒrgermeister die erforderliche Einflugschneise mit der zugehörigen Beschilderung und Beleuchtung der Landebahn fĂŒr die Wildvögel nur am Rande.

Auch die unmittelbare NĂ€he von großen Lagerhallen von bis zu 19 m und eines Verwaltungshochhauses von 25 m Höhe wurden nicht berĂŒcksichtigt.

In dieser Hinsicht ist es geradezu verantwortungslos ein Wildvögelparadies zu errichten, das eine unkalkulierbare Menge Federvieh anzieht und benachbarte GebÀude in Mitleidenschaft zieht.

Ein Verkehrskollaps im Heddesheimer Luftraum ist quasi vorprogrammiert

Von der erhöhten Umweltbelastung durch sĂ€urehaltige Vogelscheiße und die Feinstaubbelastung durch den FlĂŒgelschlag der RebhĂŒhner mal ganz abgesehen.

Wie wÀhrend der Gemeinderatssitzung durchsickerte sollen die benachbarten Lagerhallen dazu missbraucht werden, den Vogelpark auch nachts zu beleuchten, so dass zusÀtzliche Nachtvögel angezogen werden.

Dazu sollen spezielle LichtbĂ€nder in der GebĂ€udewand integriert werden. Außerdem soll ein Großteil der LagerflĂ€chen fĂŒr Vogelfutter vorgesehen sein.

Daraus lĂ€sst sich schließen, dass mit einem sehr großen tĂ€glichen und nĂ€chtlichen Vogelaufkommen gerechnet wird.

Allein diese wenigen Tatsachen zeigen, dass die weiteren Entwicklungen zu „Kesslers Rebhuhnparadies“ sehr aufmerksam und kritisch verfolgt werden mĂŒssen.

Noch steht das Projekt in der Planungsphase und lÀsst sich verhindern.

Christoph S.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.