Donnerstag, 27. Juli 2017

Bei der „Schicksalswahl“ zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab

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Sollten die Prognosen eintreffen, bleibt die CDU zwar st√§rkste Fraktion, verliert aber die Macht im Land an Gr√ľn-Rot.

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Rhein-Neckar/Weinheim, 27. M√§rz 2011. (red) Nach Agenturberichten zeichnet sich landesweit eine hohe Wahlbegteiligung ab. Im Vergleich zur Landtagswahl 2006 liegen die Werte gut 50 Prozent √ľber den vergangenen Wahlen. 7,8 Millionen Menschen sind in Baden-W√ľrttemberg wahlberechtigt.

„In Baden-W√ľrttembergs Landeshauptstadt Stuttgart hatten bis 11.00 Uhr 8,7 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen gemacht. Bei der Wahl vor f√ľnf Jahren waren es um diese Zeit nur 6,4 Prozent. In Heidelberg lag die Wahlbeteiligung am sp√§ten Vormittag bei 8,4 Prozent, 2006 waren es zur gleichen Zeit nur 4,9 Prozent gewesen“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

2006 lag die Wahlbeteiligung bei 57,5 Prozent, landesweit war die Beteiligung noch schlechter, nämlich nur 53,4 Prozent. Bei den unter 30-jährigen lag die Beteiligung gar nur bei 33 Prozent.

In Baden-W√ľrttemberg ist es die wohl spannendste Landtagswahl aller Zeiten: Seit 58 Jahren ist die CDU ununterbrochen an der Macht und k√∂nnte diese nun zum ersten Mal verlieren. CDU und FDP-W√§hler gelten als „pflichtbewusster“ bei Wahlen. Niedrige Wahlbeteiligungen schaden deshalb vor allem den anderen Parten. Eine hohe Wahlbeteiligung weist auf eine hohe Mobilisierung von Gr√ľnen und SPD-W√§hlern hin – aber auch f√ľr Die Linke.

Die CDU gilt als schwer angeschlagen. Nicht nur durch „√§u√üere Ereignisse“ wie die atomare Katastrophe in Japan, den B√ľrgerkrieg in Libyen und den schwachen Euro, sondern vor allem durch die politische Orientierungslosigkeit innerhalb der CDU. Der Atom-Freund und Ministerpr√§ident Stefan Mappus meldete selbst Zweifel an, um sich dann wieder zur Atomkraft zu bekennen. Das sind rein wahltaktische Man√∂ver, allerdings dilletantisch ausgef√ľhrt – wie die Bekenntnis des Bundeswirtschaftsministers Br√ľderle, der vor Managern das „Atom-Moratorium“ als Wahlkampfmittel bezeichnet hatte.

Die Gr√ľnen erlebten in den Umfragen einen H√∂henflug – wenn die Prognosen eintreffen, werden sie in Baden-W√ľrttemberg ihre Anteile auf rund 24 Prozent verdoppeln und zusammen mit der SPD die Regierung stellen k√∂nnen. Der neue und erste gr√ľne Ministerpr√§sident w√ľrde dann der 62-j√§hrige Winfried Kretschmann werden. Er gilt vielen Baden-W√ľrttembergen als w√§hlbar – durch seine besonnene Art. Zudem ist er gl√§ubiger Katholik, was ihn CDU-Anh√§ngern sympathischer macht.

Um 18:00 Uhr wird es erste Hochrechnungen geben. Wir informieren Sie umgehend mit Analysen zur Wahl.

Auch in Rheinland-Pfalz wird einer neuer Landtag gew√§hlt – die SPD unter Ministerpr√§sident Kurt Beck gewinnt dort sicher. Auch den Gr√ľnen werde gute Chancen einger√§umt, wieder in den Landtag zu kommen.

Einen sch√∂nen „Schicksalswahltag“ w√ľnscht
Das rheinneckarblog

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.