Montag, 15. Oktober 2018

Bei der „Schicksalswahl“ zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab

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Sollten die Prognosen eintreffen, bleibt die CDU zwar stĂ€rkste Fraktion, verliert aber die Macht im Land an GrĂŒn-Rot.

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Weinheim, 27. MĂ€rz 2011. (red) Nach Agenturberichten zeichnet sich landesweit eine hohe Wahlbegteiligung ab. Im Vergleich zur Landtagswahl 2006 liegen die Werte gut 50 Prozent ĂŒber den vergangenen Wahlen. 7,8 Millionen Menschen sind in Baden-WĂŒrttemberg wahlberechtigt.

„In Baden-WĂŒrttembergs Landeshauptstadt Stuttgart hatten bis 11.00 Uhr 8,7 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen gemacht. Bei der Wahl vor fĂŒnf Jahren waren es um diese Zeit nur 6,4 Prozent. In Heidelberg lag die Wahlbeteiligung am spĂ€ten Vormittag bei 8,4 Prozent, 2006 waren es zur gleichen Zeit nur 4,9 Prozent gewesen“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

2006 lag die Wahlbeteiligung bei 57,5 Prozent, landesweit war die Beteiligung noch schlechter, nÀmlich nur 53,4 Prozent. Bei den unter 30-jÀhrigen lag die Beteiligung gar nur bei 33 Prozent.

In Baden-WĂŒrttemberg ist es die wohl spannendste Landtagswahl aller Zeiten: Seit 58 Jahren ist die CDU ununterbrochen an der Macht und könnte diese nun zum ersten Mal verlieren. CDU und FDP-WĂ€hler gelten als „pflichtbewusster“ bei Wahlen. Niedrige Wahlbeteiligungen schaden deshalb vor allem den anderen Parten. Eine hohe Wahlbeteiligung weist auf eine hohe Mobilisierung von GrĂŒnen und SPD-WĂ€hlern hin – aber auch fĂŒr Die Linke.

Die CDU gilt als schwer angeschlagen. Nicht nur durch „Ă€ußere Ereignisse“ wie die atomare Katastrophe in Japan, den BĂŒrgerkrieg in Libyen und den schwachen Euro, sondern vor allem durch die politische Orientierungslosigkeit innerhalb der CDU. Der Atom-Freund und MinisterprĂ€ident Stefan Mappus meldete selbst Zweifel an, um sich dann wieder zur Atomkraft zu bekennen. Das sind rein wahltaktische Manöver, allerdings dilletantisch ausgefĂŒhrt – wie die Bekenntnis des Bundeswirtschaftsministers BrĂŒderle, der vor Managern das „Atom-Moratorium“ als Wahlkampfmittel bezeichnet hatte.

Die GrĂŒnen erlebten in den Umfragen einen Höhenflug – wenn die Prognosen eintreffen, werden sie in Baden-WĂŒrttemberg ihre Anteile auf rund 24 Prozent verdoppeln und zusammen mit der SPD die Regierung stellen können. Der neue und erste grĂŒne MinisterprĂ€sident wĂŒrde dann der 62-jĂ€hrige Winfried Kretschmann werden. Er gilt vielen Baden-WĂŒrttembergen als wĂ€hlbar – durch seine besonnene Art. Zudem ist er glĂ€ubiger Katholik, was ihn CDU-AnhĂ€ngern sympathischer macht.

Um 18:00 Uhr wird es erste Hochrechnungen geben. Wir informieren Sie umgehend mit Analysen zur Wahl.

Auch in Rheinland-Pfalz wird einer neuer Landtag gewĂ€hlt – die SPD unter MinisterprĂ€sident Kurt Beck gewinnt dort sicher. Auch den GrĂŒnen werde gute Chancen eingerĂ€umt, wieder in den Landtag zu kommen.

Einen schönen „Schicksalswahltag“ wĂŒnscht
Das rheinneckarblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.