Sonntag, 20. August 2017

"Pfenning" kündigt "Neugeschäft" an

Neues von der Baustelle: Folge 7 – Pfenning hält sich nicht an eigene Aussagen

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Heddesheim/Viernheim, 26. Januar 2012. (red/pm) Nach Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Herbst 2012 der Kraft Foods Konzern Hallenkapazitäten in Heddesheim nutzen. Entgegen der ursprünglichen Zusage, man wolle die Lager der Region konzentrieren, wird also Neugeschäft angesiedelt.

Dass man den Aussagen von „Pfenning“ nur sehr bedingt trauen kann, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wieder einmal bestätigt das Unternehmen, dass getroffene Aussagen nicht eingehalten werden.

„Pfenning“ hatte die Entscheidung für Heddesheim zunächst damit begründet, dass man verschiedene Standorte in der Region bündeln wolle – andernfalls wäre ein Weggang aus der Region denkbar. Bürgermeister Michael Kessler sowie die Befürworter aus CDU, SPD und FDP beschworen die regionale Verbundenheit und die sinnvolle Konzentration.

Tatsächlich ist davon schon lange keine Rede mehr. In den Verhandlungen wurde zudem angekündigt, dass nach Abschluss der Konzentration der Firmensitz nach Heddesheim verlagert werden würde. Da die Konzentration ausbleibt, darf man gespannt sein, ob auch diese Aussage nicht eingehalten werden wird.

Pressemitteilung von „Pfenning Logistics“:

„Der weltweit zweitgrößte Nahrungs- und Genussmittelkonzern Kraft Foods hat sich entschieden die pfenning-Gruppe mit der Abwicklung seines Logistikstandorts Süd zu beauftragen.

Kraft Foods mußte nach der Integration des Cadbury- und LU-Geschäftes die Logistik europaweit neu organisieren und aufstellen. In diesem Zusammenhang wurde in 2010 neben den Transportstrukturen auch die Dienstleistung für das Südlager ausgeschrieben. Hier hat pfenning logistics das insgesamt überzeugendste Konzept für das Südlager abgegeben, das den Großkunden vor allem in puncto Multi-User-Lagerung, weitgehende Flexibilität, geographische Lage sowie ökologische Nachhaltigkeit überzeugte.

Das Kraft Foods Produktsortiment wird das pfenning-Lager aus Produktionsstätten in ganz Europa erreichen und reicht von Käse und Ketchup über Kaffee bis hin zu Schokolade, darunter befinden sich bekannte Marken wie Jacobs Krönung , Café HAG, T-Discs für das Heißgetränke-System Tassimo, Milka und Toblerone, Philadelphia Frischkäse, das Fertiggericht Mirácoli, die Salatcreme Miracel Whip sowie das Kraft Feinkostsortiment.

Der Logistikdienstleister übernimmt mittels eines maßgeschneiderten Logistikkonzepts die Lagerhaltung, Kommissionierung sowie das Co-Packing der Produkte, die auf ganzen und kommissionierten Paletten oder in regalfertigen Displays das Lager wieder verlassen sol-len. Damit werden maßgeblich die Anforderungen der Kraft Foods Kunden erfüllt.

Der Startschuss für die Einlagerung fällt im September 2012 im neuen Logistikzentrum Heddesheim, das sich aktuell noch in der Bauphase befindet.

Damit siedelt der Logistikdienstleister entgegen ursprünglicher Planungen erhebliches Neugeschäft an und sorgt damit für weiteres Wachstum in der Region. Künftig wird für Kraft Foods eine Gesamtkapazität von bis zu 80.000 Paletten in einem Großteil des Lagerkomplexes bereitgehalten. Dieser Bereich wird im Zwei- bis Drei-Schicht-Betrieb von über 200 Mitarbeitern bewirtschaftet. Ökologisch bietet das Logistikzentrum Heddesheim eine hohe Energieeffizienz.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Snake Plissken

    200 Mitarbeiter…….immerhin ein Fünftel der propagierten Arbeitsplätze. Und vom Gleissanschluß wollen wir mal gar nicht reden.
    Tja Herr Kessler und Ihre Abnicker, schon blöd wenn man so bloss gestellt wird.
    Aber etwas positives kann ich dem Neugeschäft abgewinnen, immerhin kein Chemielager.

  • Horst Berger

    Ehingen ist der Hauptsitz der Firma Schlecker. In dem „Glaspalast“ (Hauptverwaltung) arbeiten ca. 700 Mitarbeiter. In einem aktuellen Interview der ZEIT sagt der Ex-Oberbürgermeister von Ehingen (bis 2010): „Für die Ehinger Stadtkasse wäre die Zerschlagung des Drogerieunternehmens zu verschmerzen. Schlecker zahlt aufgrund anhaltender Verluste schon seit Jahren keine Gewerbesteuer mehr,“

    Sonst noch Fragen zu Pfenning?