Freitag, 16. November 2018

Marathon-Sitzung des Gemeinderats I

Print Friendly, PDF & Email

Vier Stunden tagte der Heddesheimer Gemeinderat in seiner heutigen Sitzung am 25. Juni 2009 öffentlich. Zwölf Punkte standen auf der Tagungsordnung. Diskussionen gab es wenige, die aber wurden heftig gefĂŒhrt. An die öffentliche Sitzung schloss sich eine nicht-öffentliche Sitzung an.

Zwölf Punkte stehen selten auf der Tagungsordnung des Heddesheimer Gemeinderats. Dementsprechend lange dauerte die Sitzung: erst kurz nach 21:00 Uhr war man mit allen Themen durch.

Ökokonto

Zum Thema Ökokonto wurde von der Landschaftsplanerin Ilsmarie Warneke ein Sachstandsbericht vorgetragen. Frau Warneke erlĂ€uterte die Eckpunkte und erklĂ€rte die baurechtliche Vorschriften. Danach muss bei Baumaßnahmen, abhĂ€ngig von der GrĂ¶ĂŸe und der Art, die einen Eingriff in die Natur darstellen, eine entsprechende Ausgleichsmaßnahme erfolgen. Die Gemeinden können diese FlĂ€chen unabhĂ€ngig von Baumaßnahmen anlegen und einem Ökokonto „gut schreiben“ lassen. Erfolgt spĂ€ter eine Baumaßnahme, wird diese vom „Ökokonto“ abgebucht.

Als Beispiel fĂŒr eine hochwertige Öko-FlĂ€che benannte Frau Warneke das Naturschutzgebiet der Vogelfreunde und die ebenfalls von den Vogelfreunden angelegte Feuchtwiese.
Folgende FlĂ€chen sind nach der hessischen Kompensierungsverordnung dem Öko-Konto zugerechnet worden:

Flst Nr. 7548 Die hintere HirschlÀnder 141934
Flst Nr. 7759 Achtzehn Morgen 100796
Westlich der Uhlandstraße 21528
Erweiterung GrĂŒnflĂ€che im Gebiet
„westlich der Uhlandstraße 21338
285.596 WP

<Beim Bebauungsplan Gewerbegebiet „Im Eigentum“ wurde das Ökokonto erstmals 2005 berĂŒcksichtigt. Dadurch entstand ein rechnerisches Defizit von 116.460 Wertpunkten (WP), die abgezogen wurden. Damit weist das Ökokonto noch 169.136 WP auf. Dieser Punktestand stellt den „Anfangsbestand“ des Ökokontos dar.> (<> ergĂ€nzt 26. Juni, d.Red.)

Energetische Sanierung des Rathauses und Fassadengestaltung

Im Anschluss erlĂ€uterten die Architekten Fellmeth und ThĂŒrer den Sachstand in Sachen energetischer Sanierung des Rathauses einschließlich der Fassadenneugestaltung.

Herr Fellmeth stellte dabei EntwĂŒrfe vor: „Empfehlen wĂŒrde ich ihnen eine relativ reduzierte Lösung.“ Die sieht die Verkleidung mit Buntsandsteinplatten der Marke „Creme royal“, einem hellen Stein. Dieser sei auch bei der Kunsthalle in Hamburg vor 17 Jahren verbaut worden und zeige bis heute keine Witterungsspuren oder SchĂ€den durch sauren Regen, sagte Architekt ThĂŒrer auf Nachfrage der GemeinderĂ€tin Ulrike LochbĂŒhler, die sich zur Haltbarkeit erkundigte.

Die Notleiter am hinteren Teil des Rathauses soll so versetzt werden, dass sie vom neuen Dorfplatz aus nicht mehr zu sehen ist. Außerdem regte Architekt Fellmeth an, den Hof gleich mit zu gestalten. Bei der hinteren Fassaden sollen die Glasbausteine durch Festglas ersetzt werden.

Nach Zustimmung des Gemeinderats werden jetzt DetailplĂ€ne erstellt, die „Kostensicherheit“ geben sollen.

BĂŒrgermeister Kessler sagte: „Wir bekommen hier hohe ZuschĂŒsse und es spricht vieles dafĂŒr, dass Projekt jetzt anzugehen, damit wir bis Sommer 2010 fertig damit sind.“

Jahresenergiebericht 2008

Uwe Jung von der KliBa GmbH stellte den Jahresenergiebericht 2008 vor. Danach konnte der Gesamtenergieeinsatz von 6,2 Mio. kWh im Jahr 2007 auf 5,9 Mio. kWh verringert werden. Das sind etwa fĂŒnf Prozent. Seit Beginn des Energiecontrollings 2001 konnte der Gesamtenergieeinsatz um 31 Prozent gesenkt werden.

Trotzdem sind die Energiekosten  (einschließlich Wasserkosten) auf Grund von Preissteigerungen von rund 506.000 Euro im Jahr 2007 auf rund 518.000 Euro im Jahr 2008 gestiegen. Das entspricht einer Kostensteigerung von zwei Prozent.

Der Gemeinderat Joachim Schief (GrĂŒne) bemĂ€ngelte den Sachstand als verbesserungsfĂ€hig, „weil andere Kommunen deutlich besser sind. Mit fehlt auch eine Zukunftsvision, zum Beispiel ein Ziel zu fixieren, ab dem 100 Prozent der Versorgung aus erneuerbaren Energien bezogen werden kann.“

Teil 2:
Kinderkrippe
KindergartengebĂŒhren
Investitionskostenzuschuss konfessionelle KindergÀrten
Sanierung Hans-Thoma-Schule, evangelischer Kindergarten

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.