Samstag, 19. August 2017

Dokumentation: heddesheimblog-Erlass II – der Heckmeck geht weiter

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Guten Tag!

Heddesheim, 26. April 2010. B├╝rgermeister Michael Kessler hat Sorge um die Reputation seiner Mitarbeiter. Deswegen fordert er die Redaktion auf, Namen zu l├Âschen.

Der Heckmeck des B├╝rgermeisters gegen├╝ber dem heddesheimblog geht weiter. Kein Schreiben ist zu absurd, kein Argument zu konstruiert, um nicht doch verwendet zu werden.

Aktuell werden wir aufgefordert, zwei Namen von Sekret├Ąrinnen zu l├Âschen, die „im Auftrag“ der Gemeinde emails an uns versandt haben. Dem sind wir nachgekommen. Weil es sich nicht lohnt, dar├╝ber zu streiten, ob die Namen nun so genannt werden k├Ânnen oder nicht. Aus unserer Sicht k├Ânnen sie das, sind aber in diesem Fall nicht unbedingt notwendig f├╝r die Berichterstattung. Deswegen haben wir sie gestrichen.

Wieso die Nennung der Namen angeblich das „allgemeine Pers├Ânlichkeitsrecht“ beeintr├Ąchtigt, wei├č nur der B├╝rgermeister allein.

Weiter werden wir aufgefordert, k├╝nftig die Nennung von Namen oder die Einwilligung der betreffenden Person zu unterlassen. Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

Selbstverst├Ąndlich nennen wir immer dann Namen, wenn es notwendig ist – mit oder ohne Zustimmung.

Der, der eine solche Anordnung treffen kann und getroffen hat, ist schnell benannt: B├╝rgermeister Kessler. Das Ziel der Anordnung ist klar: Verhinderung oder Behinderung unserer journalistischen Arbeit. Herr Kessler zementiert einmal mehr seine pressefeindliche Haltung und ein gest├Ârtes Verh├Ąltnis zur ├ľffentlichkeit.

Vollst├Ąndig absurd ist die Unterstellung, durch die Nennung von Namen w├╝rden Personen „besch├Ądigt“. Auch hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens: Es soll der Eindruck erweckt werden, unsere Berichterstattung habe nur zum Ziel, „Personen zu sch├Ądigen“.

Das hat sie nicht. Die Berichterstattung und Dokumentation von Ereignissen oder Zusammenh├Ąngen ist das einzige Anliegen, das wir verfolgen. Das Ziel ist die bestm├Âgliche Information der ├ľffentlichkeit.

Dokumentation, email der Gemeinde Heddesheim vom 26. April 2010, 12:00 Uhr:

„Sehr geehrter Herr Prothmann,

in Ihrem Artikel
http://heddesheimblog.de/2010/04/14/dokumentation-der-heddesheimblog-erlass/
vom 14.04.2010 ver├Âffentlichen Sie einen E-Mail-Schriftwechsel mit der
Gemeinde Heddesheim.

Sie legen in Ihren Ver├Âffentlichungen jeweils sehr gro├čen Wert auf die
Einhaltung des Datenschutzes durch Personen oder Institutionen wie z.B.
den B├╝rgermeister oder das Kommunalrechtsamt
(http://heddesheimblog.de/?s=datenschutz).

Unabh├Ąngig davon, dass wir es f├╝r zweifelhaft halten, ob das
Ver├Âffentlichen kompletter E-Mail-Schriftwechsel rechtlich zul├Ąssig ist,
teilen wir Ihnen wie bereits in der Gemeinderatssitzung vom 22.04.2010
folgendes mit:

Die zitierten E-Mails wurden klar erkennbar von den gesch├Ąftlichen
E-Mail-Accounts der Mitarbeiterinnen „im Auftrag“ der Gemeinde
Heddesheim versendet, wie Sie es auch ver├Âffentlicht haben („Am
14.04.2010 um 12:45 schrieb Gemeinde Heddesheim…“). Es handelt sich
also um Ausk├╝nfte der Gemeinde Heddesheim und nicht von einzelnen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wir fordern Sie daher unter Verweis auf das Allgemeine
Pers├Ânlichkeitsrecht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde
Heddesheim auf, die Namen der Mitarbeiterinnen in den ver├Âffentlichten
E-Mails des o.g. Artikels zu entfernen und k├╝nftig die Nennung von Namen
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne deren Einwilligung, die mit
der Beantwortung einer Auskunft gegen├╝ber Ihrem journalistischen Angebot
beauftragt sind, zu unterlassen.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

i. A. XXX

Gemeinde Heddesheim
– Hauptverwaltung –
Fritz-Kessler-Platz
68542 Heddesheim“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Jochen Schust

    Im vorliegenden Fall w├╝rde es mich tats├Ąchlich interessieren, wie das juristisch zu bewerten ist. Die Nennung der jeweiligen Vorzimmerdame/Mitarbeiterin ist ja f├╝r die Anfrage nicht wirklich relevant.

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke f├╝r Ihren Beitrag.

      Da wir nicht ├╝ber einen Hausjuristen verf├╝gen, k├Ânnen wir Ihnen keine rechtsverbindliche Auskunft geben.

      Wir benutzen unseren gesunden Menschenverstand. Wenn eine offizielle Information an die Presse gegeben wird, die namentlich gezeichnet ist, ist die Zeichnung ein Teil der Information. Der Absender hat die M├Âglichkeit, nur als Beh├Ârde aufzutreten oder eben einen Ansprechpartner zu nennen.

      Nach unseren Informationen ist der Hauptabteilungsleiter Julien Christof verantwortlich f├╝r die Pressearbeit. Tats├Ąchlich scheint ihm aber diese Verantwortung durch den B├╝rgermeister Michael Kessler nicht zugetraut zu werden, da die meisten Antworten durch das Vorzimmer des B├╝rgermeisters beantwortet werden.

      Der Versuch, Namensnennungen zu unterbinden, hat ein eindeutig erkennbares Ziel: Die Gemeindeverwaltung wird vorgeschoben, um Aussagen nicht „identifizierbar“ an Personen festmachen zu k├Ânnen. Anders ausgedr├╝ckt: Man stiehlt sich aus der Verantwortung.

      Das zweite Ziel ist die Unterstellung, unsere journalistische Berichterstattung lege es darauf an, „Mitarbeiter der Verwaltung“ zu besch├Ądigen. Das ist nat├╝rlich Quatsch. Kein Quatsch ist, dass sich die Verwaltung unter der Leitung des B├╝rgermeisters Kessler selbst besch├Ądigt, indem sie sich mehr und mehr „ent├Âffentlicht“ und zu einem unnahbaren, anonymen Apparat entwickelt – b├╝rgerfreundliche Verwaltung geht anders.

      Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
      Das heddesheimblog

      • heddesheimerin

        Ohne dass ich Juristin bin, nehme ich doch an, dass es bei einer Dienststelle IMMER eine Person gibt, die presserechtlich verantwortlich ist und diese Mails dann unterzeichnen sollte. Offenbar ja Herr Christof, von dem man erstaunlich wenig h├Ârt und liest in den ├Ârtlichen Medien.

        Nach dem Wechsel im Vorzimmer des Herrn BM – ich werde die fraglichen Namen jetzt nicht nennen – darf zudem spekuliert werden, welche Seilschaften hier im Hintergrund gewirkt haben!

      • Argus

        Der BM bet├Ątigte sich wieder mal als „Filterman“!
        Das ist schon krankhaft!
        Bitte weiter Ro├č und Reiter nennen!

  • lutz

    „Offenbar ja Herr Christof, von dem man erstaunlich wenig h├Ârt und liest in den ├Ârtlichen Medien.“

    Wundert mich auch, dass man von dem „Hauptabteilungsleiter“ so wenig h├Ârt. Das l├Ąsst 2 Schl├╝sse zu: Entweder Julien Christof hat es inhaltlich nicht „drauf“ oder er kann es Medien und ├ľffentlichkeit gegen├╝ber nicht r├╝berbringen. Beides w├Ąre nicht gut f├╝r einen Mann in seiner Position. Taktisch t├Ąte Kessler jedenfalls gut daran, die Last der diversen Angriffe auf ihn auf mehrere Schultern zu verteilen. Ich w├╝rde mit in seiner derzeitigen Lage jedenfalls einen „Mann f├╝rs Grobe“ besorgen.

  • onkel heini

    Achtung, es k├Ânnte Satire sein!
    Haben die Heddesheimer Schlo├čfestspiele schon begonnen?. Graf Kessler der Erste setzt seine Alleinherschaft ja prombt in Szene. Es w├Ąre wichtig zu erfahren, wer Protokollchef f├╝r „Seine Durchlaucht“ ist. Die modernen Monarchien verf├╝gen in der Regel ├╝ber eine Presseabteilung. Also,der Auftrag an die Hofbediensteten w├Ąre jetzt selbige einzurichten.
    Die Zeitschrift „Gala“ hat schon mal angefragt,ob man eine erste Fotoserie des Regenten bringen kann. Ich freue mich , auf den Text und die Bilder.
    Bis zum n├Ąchsten Mal
    Euer Onkel Heini

  • Tommes

    Die Namensnennung der Vorzimmerdamen, bzw. anderer Bediensteter des Rathauses ist tats├Ąchlich nicht angezeigt, da nicht relevant. Alles, aber auch wirklich alles, was aus dem Rathaus kommt, ist unter alleiniger Verantwortung des B├╝rgermeisters Kessler, da er anscheinend hier wenigstens seinen Laden noch im Griff hat. Der Regent auf seiner Scholle w├╝rde doch keinen m├╝ndigen Angestellten dulden, dem er zutraut, in Eigenverantwortung z.B. die Presse zu bedienen. Ohne seinen Segen kommt nichts rein und verl├Ąsst auch nichts das ehrenwerte Haus am Fritz Kessler Platz. Somit braucht es keine Namen der ausf├╝hrenden Organe. Es wei├č doch eh jeder von wem es kommt.

  • Andreas Kellner

    Eine besondere Empfehlung f├╝r B├╝rgermeister Kessler wie erfolgreiche Pressearbeit funktionieren kann:

    ├óÔéČ┼żPresse- und ├ľffentlichkeitsarbeit ist eine gesetzlich festgelegte Pflichtaufgabe der ├ľffentlichen Verwaltung. Das Kompetenz-Center ├ľffentlichkeitsarbeit ist der erste Ansprechpartner f├╝r Medien und dient als Bindeglied zwischen den Dienststellen der Verwaltung und den Medien. Im Vordergrund steht immer die umfassende und sachliche Information. Die ├ľffentlichkeitsarbeit bietet den Medien Informationen an durch Pressemitteilungen, Pressegespr├Ąche und laufende Kontakte. Sie beantwortet Anfragen von Journalisten und vermittelt der Presse Expert/innen aus der Stadtverwaltung. Neben der Pressearbeit im engeren Sinn beteiligt sich die ├ľffentlichkeitsarbeit an Marketingaktionen, die der St├Ąrkung der Stadt insgesamt dienen.

    Im Rahmen der internen Kommunikation informiert die ├ľffentlichkeitsarbeit die Kolleg/innen in der Stadtverwaltung durch das Mitteilungsblatt. Sie ber├Ąt die Dienststellen der Stadtverwaltung bei der Erstellung von Pressemitteilungen, bei Kontakten mit den Medien, bei der Erstellung von Brosch├╝ren, Flyern und Plakaten sowie bei der Pflege ihrer Internet- und Intranetseiten. Da auch die ├ťberwachung des Erscheinungsbildes zu den Aufgaben der ├ľffentlichkeitsarbeit geh├Ârt (Corporate Design), gibt es Rat und Hilfe bei dessen Einhaltung. Die Koordination und Gestaltung des Internetauftrittes der Universit├Ątsstadt ist ebenfalls beim Referat f├╝r ├ľffentlichkeitsarbeit angesiedelt.├óÔéČ┼ô

    In Mannheim habe ich den T├╝binger Oberb├╝rgermeister Boris Palmer kennen gelernt. Der obige Text ist von der Homepage der Stadt T├╝bingen. Die Ansprechpartnerin f├╝r die Presse ist Sabine Schmincke. Ihren beruflichen Lebenslauf findet man ebenfalls dort.
    Er freut sich ├╝ber Anrufe von anderen Kommunen. Kommunen die auch von ihm lernen m├Âchten:

    Universit├Ątsstadt T├╝bingen
    B├╝rgermeisteramt
    Am Markt 1
    D-72070 T├╝bingen

    E-Mail: ob@tuebingen.de
    Tel.: 07071/204-1300
    Fax: 07071/204-1000
    Sprechzeiten: nach Vereinbarung

    Interessant – nicht wahr?

    • lutz

      „In Mannheim habe ich den T├╝binger Oberb├╝rgermeister Boris Palmer kennen gelernt.“

      Von Palmer kann man tats├Ąchlich einiges lernen in Sachen b├╝rgerorientierter ├ľffentlichkeitsarbeit. Ich f├╝rchte nur, Herr Kessler ist weder f├Ąhig noch willens, hier ein m├Âgliches Vorbild zu erkennen.