Donnerstag, 24. August 2017

Verkauft? – nicht verkauft? – verkauft? – nicht verkauft? – zu welchem Preis?

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Guten Tag!

Heddesheim, 25. M├Ąrz 2010. In Heddesheim schie├čen die Spekulationen ins Kraut: Haben die Eigent├╝mer eines Grundst├╝cks auf dem Gel├Ąnde der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung zwischenzeitlich ihr Grundst├╝ck verkauft oder nicht? Die Rede ist von einem Preis von rund 130 Euro.

Von Hardy Prothmann

In der heutigen Gemeinderatssitzung steht erneut der Umlegungsausschuss auf der Tagesordnung. Denn die Wahl der Mitglieder zu diesem Ausschuss war nach Auffassung des Kommunalrechtamts des Rhein-Neckar-Kreises nicht korrekt.

Doch braucht es diesen Umlegungsausschuss noch, dem die Gr├╝nen den Versuch der „Zwangsenteignung“ eines Grundst├╝ckseigent├╝mers vorwerfen?

Wenn es stimmt, was Ger├╝chte besagen, ist das Grundst├╝ck inzwischen verkauft. Angeblich f├╝r 130 Euro pro Quadratmeter. Ein durchaus markt├╝blicher Preis.

Das bisherige Problem aus Sicht der „Pro Pfenning“-Bef├╝rworter: Gemessen an der Gesamtfl├Ąche ist das Grundst├╝ck relativ klein – aber es ist wichtig, weil es an der Zufahrt zum geplanten „Pfenning“-Gel├Ąnde liegt.

Das Problem aus Sicht der „Pfenning“-Gegner: Wenn das Grundst├╝ck verkauft sein sollte, ist „Pfenning“ ein gutes St├╝ck weiter gekommen.

Aber es gibt noch ein Problem. Und das h├Ątten die anderen Grundst├╝ckseigner. Die verkaufen „Pfenning“ n├Ąmlich ihre ├âÔÇ×cker f├╝r schlappe 47 Euro. Ein Dumping-Preis, der durch nichts zu rechtfertigen ist.

Um zu verstehen, warum ein kleiner Acker im Vergleich zum „Gro├čen Ganzen“ ein Problem wird: Rund 200.000 Quadratmeter stehen zum Verkauf an. Zu einem Preis von 47 Euro. Das macht in der Summe 9,4 Mio Euro.

Verkauft ist das Gel├Ąnde noch nicht – denn „Pfenning“ hat sich per Vertrag eine „Ausstiegsklausel“ gesichert. Wenn bis zum 30. Juni 2010 kein genehmigter Bebauungsplan vorliegt, kann „Pfenning“, in Wirklichkeit die „Phoenix 2010 GbR“, vom Kaufvertrag zur├╝cktreten. (Anm. d. Red.: GbR steht f├╝r die einfachste Form einer Gesellschaft, einer Gesellschaft b├╝rgerlichen Rechts)

„Phoenix 2010 GbR“ besteht aus zwei Personen: Johann Georg Adler, einem Immobilienunternehmer und Karl-Martin Pfenning.

Liegt aber ein wirksamer Bebauungsplan vor – also das, was B├╝rgermeister Kessler unnachgiebig mit Unterst├╝tzung der Mehrheit aus CDU, SPD und FDP vorantreibt – kommt es nach dem 30. Juni 2010 zur Abrechnung.

Dann kauft die Phoenix 2010 GbR f├╝r 47 Euro den Quadratmeter das Gel├Ąnde.

Ein kleiner Teil des Gel├Ąndes soll angeblich durch die KM Pfenning Objektverwaltung GmbH & Co. KG gekauft worden sein – f├╝r 130 Euro den Quadratmeter.

W├Ąre dieser durchaus markt├╝bliche Preis allen Grundst├╝ckseigent├╝mern angeboten worden, h├Ątte „Pfenning“ genau 26 Millionen Euro bezahlen m├╝ssen.

Unterm Strich blieben damit 16,6 Millionen Euro auf dem Konto von „Pfenning“.

Oder anders: Alle Eigent├╝mer (bis auf einen) h├Ątten ein richtig schlechtes Gesch├Ąft gemacht und auf mehr als 16 Millionen Euro verzichtet – zugunsten von „Pfenning“.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Christian Weinmann

    Es wird immer doller.
    Vielleicht sollte man wirklich dar├╝ber nachdenken eine „Exitstrategie“ zu entwickeln und dem B├╝rgermeister Hilfe anbieten diese auch umzusetzen.
    Vielleicht ist die Situation aus seiner Sicht einfach ausweglos und er kann nicht umkehren, obwohl er es vielleicht m├Âchte.

    Eventuell ist ja ein Psychologe unter den Lesers dieses Blogs, der (unentgeltlich) seine Dienste anbieten kann…

  • wasdennnoch

    Grundst├╝ckspekulatius

    Einer, ja Einer hatte sich nicht daran gehalten, hatte nicht verkauft und erwartet nun im Verh├Ąltnis zu allen Anderen, mit 130 Euro einen kleinen (+175%) Geldsegen. Die 47 Euro, auf Empfehlung der Gemeinde waren aus dieser Sichtweise eine schlechte Beratung. Dem Gemeinderat war dies bekannt. Sollte sich diese Geschichte wirklich als Realit├Ąt herausstellen, w├╝rde ich als Grundst├╝ckseigent├╝mer meine Verkaufabsicht zur├╝ck ziehen. Alle diese Grundst├╝cke sind viel mehr wert. Die Art und Weise wie hier vorgegangen wurde, ist zwar rechtlich m├Âglich, aber moralisch und vor allem christlich verwerflich. Und der Gemeinderat verschanzt sich hinter 12:9. Applaus f├╝r diese Haltung.

    • Argus

      Selbst 130 ├óÔÇÜ┬Č sind zu wenig f├╝r guten Ackerboden!
      47 ├óÔÇÜ┬Č -Zeichen in den Augen haben die Verk├Ąufer sicher etwas verwirrt!
      Sie wurden sch├Ân ver├Ąppelt!