Montag, 24. Juli 2017

R├╝stige Rentner untersuchen die Geschichte Heddesheims

„Ohne Ehrenamtliche geht es nicht“

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Ohne Ehrenamtliche Helfer w├╝rden die Arch├Ąologen es nicht leisten k├Ânnen. Die Senioren packen ordentlich mit an.

Heddesheim, 25. Februar. (red/jsc) Die Ausgrabungen f├╝r das entstehende Neubaugebiet „Mitten im Feld“ werden nun auf der anderen Seite der Kreisstra├če weitergef├╝hrt. Neben den zust├Ąndigen Arch├Ąologen helfen vor allem ehrenamtliche Helfer mit: Senioren. Ohne sie geht es nicht.

Von Julia Schmitt 

Ein eisiger Wind weht ├╝ber das Feld neben der Kreisstra├če. In einigen hundert Metern Entfernung stehen die ersten H├Ąuser Heddesheims. Wer k├Ânnte, w├╝rde wohl am liebsten dort in der warmen Stube sitzen. Au├čer, man hat was anderes zu tun. Auf dem Feld neben einem gro├čen Berg Erde stehen einige M├Ąnner zusammen. Sie sind alle freiwillig hier. Dick vermummt in lehmverkrustete Arbeitsklamotten gepackt, stehen sie zusammen und freuen sich auf ihre Aufgaben. Die ehrenamtlichen Helfer sind hier, um die geschichtlichen Spuren zu sichern, die sich in der Erde verbergen. Dass sie alle ├╝ber 70 sind, sieht man ihnen nicht an.

Da die Ausgrabungen f├╝r das Baugebiet „Mitten im Feld“ erst mit den Bauarbeiten begonnen haben, stehen die Arch├Ąologen unter Zeitdruck. Die Wissenschaftler┬áDr. Klaus Wirth (53) und Benedikt Stadler (47) von den Reiss-Engelhorn-Museen (REM) k├Ânnen bei der Rettungsgrabung jede helfende Hand gebrauchen und freuen sich ├╝ber die Unterst├╝tzung der Ehrenamtlichen.

Uwe Gerlach, Gerhard Heimsch, Friedrich Ammon, Georg Trapp – das sind nur einige der r├╝stigen Rentner, die mit anpacken. Und auch Frauen arbeiten hier regelm├Ą├čig mit, erkl├Ąrt Arch├Ąologe Wirth.

Z├Ąhlt man das Alter unserer ehrenamtlichen Helfer zusammen, sind die ├Ąlter als die Funde, die wir hier haben,

scherzt Benedikt Stadler.

„Wir arbeiten ├╝berwiegend mit ehrenamtlichen Helfern“, erkl├Ąrt Arch├Ąologe Wirth. In Heddesheim ist er im Auftrag der arch├Ąologischen Denkmalpflege des Regierungspr├Ąsidiums Karlsruhe. „Dort liegt die Leitung, ich bin hier der Beauftragte f├╝r die Ehrenamtlichen Mitarbeiter.“

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Dr. Klaus Wirth (links) zeigt den Helfern, auf was sie bei der Arbeit achten m├╝ssen.

Die Arch├Ąologen sind f├╝r die Unterst├╝tzung dankbar. „Ich finde f├╝r jeden eine Aufgabe“, sagt Herr Wirth. Vermessen, Fotografieren, Graben – es gibt f├╝r jeden etwas zu tun. Die Arch├Ąologen haben gro├čen Respekt vor den Senioren, die mit anpacken. Schlie├člich ist das anstrengende Arbeit. „Der Boden ist mittlerweile hart wie Beton, das hier ist schwere k├Ârperliche Arbeit“, erkl├Ąrt Herr Wirth die Verh├Ąltnisse:

Es ist kein Zuckerschlecken.

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Gerhard Heimsch bei der Arbeit.

Den Rentern macht es Spa├č bei der Ausgrabung mitzuarbeiten. Uwe Gerlach (75) hat jahrelang f├╝r IBM gearbeitet. Nun steht der Mannheimer auf dem Heddesheimer Feld und hilft beim Vermessen. „Das h├Ąlt jung“, erkl├Ąrt er. Sein ehrenamtlicher Kollege Gerhard Heimsch (72) findet die Arbeit spannend:

Es interessiert mich einfach, was in der Vergangenheit passiert ist.

Ein Mitarbeiter ist auf dem Weg zu einer zweiten Grabung, einer hilft beim Vermessen und andere graben flei├čig die Gruben aus. Die Rentner sind eifrig hier drau├čen auf dem kalten Feld – die Arbeit h├Ąlt warm. Herr Wirth motiviert sie immer wieder:

Schon eine einzige Scherbe rechtfertigt den Einsatz.

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Interesse und Spa├č an der Arbeit – deshalb unterst├╝tzen die Ehrenamtlichen die Arch├Ąologen.