Sonntag, 23. Juli 2017

Der vermutlich langweiligste Wahlkampf aller Zeiten wird von der CDU dominiert

Kommunalwahl im Schatten der Bürgermeisterwahl

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Heddesheim, 25. April 2014. (red/pro) Wie geht die Kommunalwahl 2014 in Heddesheim aus? Wir haben eine Prognose – größter Verlierer werden die Grünen und die SPD sein. Die FDP wird sich halten und die CDU triumphieren. Schließlich stellt sie den Bürgermeister, die Wiederwahl von Michael Kessler wurde klar entschieden, die Grünen bekommen nichts auf die Reihe. Das dürfte ein Durchmarsch für die CDU werden.

Von Hardy Prothmann

Wir sind zwar in der Pause, das heißt aber nicht, dass wir das Ortsgeschehen nicht im Blick haben. Wer so in der Zeitung rumliest, erfährt eigentlich alles wie immer. In Heddesheim sind alle Menschen zufrieden, alles geht seinen gewohnten Gang, so wie die vergangenen Jahre auch jetzt und sicher auch in Zukunft.

Und Garant für diese Stabilität des immer Gleichen sind natürlich Bürgermeister Michael Kessler und seine Freunde.

Die kommen ganz überwiegend aus der CDU oder stehen der nah, gerne auch aus den Kirchengemeinden, natürlich aus den Vereinen. Was so gar nicht vorkommt im Ort, das sind die Grünen. Oder Probleme, die es zu lösen gibt. Denn erstens gibt es keine und wenn doch, „hält der Kessler Kurs“.

Günther Heinisch und die Grünen sind noch ganz im Bann der 35 Prozent. Ein klasse Erfolg – und weiter? Wenn man sich die grüne Homepage anschaut, dann scheint man immer noch ganz verzückt vom Erfolg der Niederlage zu sein. Langweiliger und einfallsloser kann man sich nicht präsentieren.

Ganz anders die CDU – die legt vor. Mit Bildchen, Terminen, Beiträgen. Auch ziemlich langweilig, aber immer noch um Längen besser als die Grünen und die SPD – deren Webmaster sollte man dringend mal zu Putin schicken, der weiß angeblich, wie Propaganda geht. Dass die FDP nur verschnarcht daherkommt – das wundert keinen.

2009 gab es viel Furore mit dem Start vom Heddesheimblog – was jetzt bis auf ein kurzes Umdrehen Pause macht. Und es gab „Pfenning“ und die „IG Neinzupfenning“. Die IG ist längst Geschichte, Pfenning vermutlich irgendwann auch – man hat sich abgefunden und die Grünen? Sie bringen mal genau nichts auf die Reihe, um das Thema 2009 im Jahr 2014 mal ordentlich ins Rampenlicht zu stellen. Wir haben genug Stoff geliefert – aber es bringt nichts, jemanden zum Jagen zu tragen, der nicht jagen will.

Ist übrigens jemandem aufgefallen, dass Michael Bowien auf der Liste der SPD fehlt? Das war der, der anfangs noch was von „fehlendem Leitbild in Heddesheim erzählt hat“ erzählt hat (kann man im Archiv bei uns nachlesen) und ein Gegner von „Pfenning“ war und dann eigentlich vier Jahre im Gemeinderat durch konsequentes Schweigen klar gemacht hat, dass er nur abwartet, bis das für ihn vorbei ist. Herr Bowien kümmert sich jetzt vermehrt um seinen Tennis-Club, was dem MM auch einen Bericht wert ist.

Ist jemandem aufgefallen, dass Florian Schmid bei der CDU kandidiert? Sie fragen, wer das ist? Nun, ein ziemlich farbloser Verwaltungsangestellter, der mal in Heddesheim unter anderem für’s Internet zuständig war. Wenn ich mich recht erinnere, ist er zu einem kommunalen Rechenzentrum gewechselt und war schwupsdiwups CDU-Mitglied – vielleicht war er das vorher auch schon. Jetzt ist er Kandidat. Ebenso wie Frau Nicole Kemmet – die angeblich nur für den BdS interessierte Elektro-Unternehmerin, die aber – das muss man ihr lassen – sehr häufig die Gemeinderatssitzungen besucht hat. Vermutlich, um zu studieren, wie das denn so ist, wenn sie dann für sich den BdS Lobbyarbeit im Rat machen darf – sofern sie denn gewählt wird. Da sie auf vielen Festen gesehen wurde, dürfte sie viele Kontakte haben. Vielleicht reicht es ja.

Ansonsten treten eigentlich alle bekannten Namen an – nur fünf Jahre älter, was wiederum die Grünen treffen könnte, denn zwei Gemeinderäte sind nicht mehr gerade frisch. Was durchaus auch auf mindestens zwei Gemeinderäte bei der CDU zutrifft. Bei der SPD gibt es einen Gemeinderat, bei dem man sich fragen muss, ob er die Wahlperiode politisch überlebt. Da er in Ladenburg lebt, ist er eigentlich nicht wählbar. Er versucht es trotzdem und Bürgermeister, die SPD-Fraktion und auch alle anderen Fraktionen „machen keinen Wind“. So sehr man politisch auseinander ist – irgendwie ist man doch so eine Art verschworene Kollegenschaft.

Unser Tipp: Die SPD hält sich gerade so und profitiert nicht von der Bürgermeisterwahl – eher verliert sie noch einen Platz. Die FDP verliert einen Sitz, weil dieser Nachrücker so ziemlich die langweiligste Gestalt auf Erden ist und sogar den Nuschler und die Schweigerin noch übertrumpft. Top-Kandidat könnte Clemens Siegfanz werden – mein früherer Nachbar und ein Leistungsträger, den ich den Heddesheimern ohne Ironie wärmstens empfehle. Wirtschaftlicher Sachverstand, christlich im Glauben, sportlich im Leben – mein absoluter Favorit. Die Grünen verlieren zwei Sitze zugunsten der CDU, vielleicht auch drei. Sehr schade wäre es um Herrn Edinger, dem politisch tatsächlich klügsten Kopf bei den Grünen. Andreas Schuster ist fast sicher raus und auch Günther Heinisch muss bangen – er hat, anders als er glaubt, überhaupt keinen Bonus.

Warum ich diese Prognose abgebe? Ganz einfach – da die Gemeinderatswahlen immer auch Persönlichkeitswahlen sind, aber wenig Persönlichkeiten auftreten, wird viel über die Parteilisten gewählt werden. Überraschungen gibt es nur bei den Personen, die auch als Persönlichkeit erkannt werden und das auch wollen. Der Überraschungskandidat könnte Clemens Siegfanz sein – wenn er nicht nur als Pseudo-Kandidat auf der Liste antritt, sondern gewählt werden will. Mal schauen. Wenn er was für seine Wahl tut, ist er drin, wenn nicht, dann eher nicht.

Sie hätten jetzt gerne noch ein paar Links auf irgendwelche Parteiseiten? Gibt es nicht, weil das mehr Arbeit ist, als die Pause zulässt, ebenso Fotos oder Screenshots. Sie können gerne mehr haben, wenn Sie uns mit einem Soli-Beitrag unterstützten – einfach das Formular ausfüllen. Wenn Sie lieber alles für lau haben möchten, na, dann bleiben wir halt in der Pause, die wir ab und an unterbrechen. Wir haben in den vergangenen Wochen einige emails bekommen, ob wir nicht dazu oder dazu berichten können. Können wir, aber nur mit Ihrer Unterstützung.

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.