Donnerstag, 29. Juni 2017

Dokumentation: Streit um Twitter & co – oder die Angst vor der Transparenz und Meinungsfreiheit

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 25. Februar 2011. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP haben ein Problem mit dem „Verhalten“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann. Der Vorwurf: Durch „Twittern“ missachte GR Prothmann den Rat. Der Streit um Twitter & co ist nicht auf Heddesheim begrenzt.

In Augsburg gab es Ende 2009 Zoff ums Twittern. Erst im Sommer 2010 wurde es wieder erlaubt. Quelle: Augsburger Allgemeine

Der „Streit“ um den „Anstand“ zwischen konservativen B√ľrgermeistern, ihren jeweiligen „Rats-Mehrheiten“ und progressiven Gemeinder√§ten wird landauf, landab gef√ľhrt. Im Kern geht es um die Kontrolle der „Deutungshoheit“. Einzelne Gemeinder√§te oder kleine Fraktionen sollen sich der „Mehrheit“ unterordnen. Meinungsfreiheit ist dabei eher ein gering geachtetes Gut.

Wutentbrannte Reaktion

Am 18. Dezember 2009 berichtet beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung unter der √ÉŇďberschrift: „Debatte um Kommunikationsdienst – √É‚Äěrger um Twitter-Nachrichten aus dem Augsburger Stadtrat“ √ľber den damals 26-j√§hrigen Stadtrat Christian Moravcik (Gr√ľne). Moravcik hatte getwittert und andere Stadtr√§te f√ľhlten sich dadurch angeblich „gest√∂rt“.

Lange Zeit allerdings nicht – es war laut Bericht „seit Monaten bekannt“, dass der junge Mann den Internet-Dienst nutzt. Doch bei einer Sitzung verfolgte eine CSU-Stadtr√§tin am Notebook, was der „Kollege“ denn da so an Nachrichten verbreitet.

Eine Bemerkung √ľber den CSU-Fraktionschef f√ľhrte zum Eklat. Die Augsburger Allgemeine, ebenfalls eher eine konservative Zeitung, berichtete: „Kr√§nzle reagierte wutentbrannt.“

Es folgten monatelange Diskussionen um ein Verbot und schlie√ülich eine „Selbstverpflichtung“, wie Twitter zu benutzen sei. Die Augsburger Allgemeine berichtet am 24. August 2010: „Augsburger Stadtrat: Twittern wieder erlaubt.

Die Th√ľringische „Goethe- und Universit√§tsstadt“ Ilemnau (rund 26.000 Einwohner) ist da weiter. Sie achtet die Meinungfreiheit.

Hier ist Twittern sogar ins Ortsrecht aufgenommen worden.

In Ilmenau ist Twittern per Ortsrecht erlaubt

In der „Gesch√§ftsordnung f√ľr den Stadtrat und die Aussch√ľsse sowie die Ortsteilr√§te der Stadt Ilmenau vom 5. November 2009“ hei√üt es unter Paragraf 3 „√Ėffentlichkeit der Sitzungen“:

„(5) Tonbandaufzeichnungen sowie Filmaufnahmen durch Dritte sind nur mit einstimmiger
Zustimmung des Stadtrates zul√§ssig. Die Zustimmung gilt als erteilt f√ľr Fotoaufnahmen,
wenn sie durch Journalisten vom Presseplatz aus erfolgen.
(6) Elektronische Informationen aus der öffentlichen Sitzung (z. B. Twittern) heraus sind
erlaubt. Dies gilt nicht f√ľr die nicht√∂ffentliche Sitzung. Nur derjenige, der die elektronische
Information in das Internet eingibt, ist f√ľr die Rechtsfolgen der Verbreitung der
elektronischen Kurzinformation verantwortlich.“

Dort darf also die Presse sogar vom Platz aus fotografieren und bei Zustimmung des Stadtrates sogar filmen oder Tonbandaufnahmen machen.

In Weinheim ist die CDU Vorreiter

Im Weinheimer Gemeinderat gibt es ebenfalls Stadträte, die sich sozialer Netzwerke bedienen, darunter mindestens ein Stadtrat der CDU.

Die St√§dte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg, √ľber die unsere Redaktion auch berichtet, sind dar√ľber informiert, dass wir vom Pressetisch aus w√§hrend der Sitzung twittern, Eintr√§ge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort ver√∂ffentlichen.

Die Gemeinder√§te und B√ľrgermeister dieser Kommunen haben nichts dagegen einzuwenden und verhalten sich in dieser Hinsicht vorbildlich in bezug auf Meinungsfreiheit und Transparenz.

Verboten sind dort wie in vielen Gemeinder√§te Ton-, Film- und Fotoaufnahmen, au√üer, sie werden ausdr√ľcklich gebilligt.

In Heddesheim l√§sst der B√ľrgermeister „observieren“

In Heddesheim hingegen r√ľgte der B√ľrgermeister Michael Kessler den partei- und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann zum wiederholten Male, „Twittern“ sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Hier hat Hardy Prothmann einen von "kooptech" Tweet "retweetet", was man am vorgestellten RT erkennt. "kooptech" ist die renommierte IT-Journalistin Christiane Schulzi-Haddouti. Quelle: twitter.com

Der B√ľrgermeister Kessler l√§sst dazu die Twitter-Aktivit√§t des Gemeindrats Prothmann w√§hrend der Sitzung durch Gemeindebeamte beobachten. Die Arbeitsanweisung scheint klar zu sein. Sobald eine Nachricht auftaucht, in die man aus Sicht der Verwaltung eine „Missachtung“ hineininterpretieren kann, unterbricht der B√ľrgermeister die Sitzung, um eine „Stellungnahme“ vorzunehmen.

Die Frage, inwieweit es sich um eine Missachtung des Gemeinderats durch die Verwaltungsmitarbeiter und den B√ľrgermeisters handelt, wenn diese w√§hrend der Sitzung im Internet Twittermeldungen lesen, ist in der Sitzung vom 24. Febraur 2011 nicht gekl√§rt worden.

Angst vor „Kontrollverlust“

Der Hintergrund f√ľr Auseinandersetzungen in Augsburg, Heddesheim oder anderswo ist sicherlich mit der Angst vor „Kontrollverlust“ zu begr√ľnden.

Obwohl es sich um √∂ffentliche Gemeinderatssitzungen handelt, war man es lange gewohnt, dass sich die Fraktionen und Verwaltungen im Vorfeld der Sitzungen absprechen. Man kann das auch „Hinterzimmerdemokratie“ nennen oder „Gemauschel“ oder wie auch immer.

Die wenigen B√ľrger, die bei solchen Sitzungen anwesend sind, erhalten keine Hintergrundinformationen, erleben keine tats√§chliche Debatte. Die „√Ėffentlichkeit“ wird im Nachgang h√§ufig √ľber Monopolzeitungen informiert. Politikverdrossenheit ist da vorprogrammiert.

Eigene Meinungen und Sichtweisen und eine zeitnahe Verbreitung (ver-)st√∂ren da viele „Traditionalisten“, die sich weder einer kritischen √Ėffentlichkeit und schon gar nicht kritischen Gemeinderatsmitgliedern, die alle demokratisch gew√§hlt wurden, stellen wollen.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Reaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f√ľr das heddesheimblog und ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.

  • Harry Gimber

    Guten Tag.
    √úber die gestrige Sitzung und √ľber die Weise wie dort mit einem Gemeinderat verfahren wird kann ich nichts sagen. Ich war diesmal nicht zugegen, deswegen √ľber dieses Thema kein Kommentar.
    Was ich allerdings kommentieren kann ist ihr bisheriges Verhalten am Ratstisch. Sie sind von der Heddesheimer Bev√∂lkerung mit einer recht hohen Stimmenzahl in dieses Gremium gew√§hlt. Es st√ľnde ihnen gut an wenn sie die Sitzungen auch mit allen Sinnen verfolgen w√ľrden. Genau daf√ľr wurden sie gew√§hlt. Alles andere werte ich als eine Missachtung der W√§hler. Ver√∂ffentlichen was wert ist ver√∂ffentlicht zu werden (oder auch nicht) k√∂nnen sie auch nach der Sitzung wie sie es ja in der ihnen eigenen Weise immer wieder tun. Ich kann gut verstehen dass sich einige R√§te missachtet f√ľhlen wenn Ihnen, Hr. Prothmann, bei deren Ausf√ľhrungen ihre eigenen Internetaktivit√§ten wichtiger sind als die Sitzung zu verfolgen.
    Dass sie als Pressevertreter an den Gemeinderatssitzungen der St√§dte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg vom Pressetisch aus (Zitat von ihnen) √Ę‚ā¨Ňĺtwittern, Eintr√§ge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort ver√∂ffentlichen, bleibt ihnen √ľberlassen. Hier sind sie auch nur Pressevertreter und kein Mitglied im Gremium. Stehen somit auch nicht in der Pflicht der W√§hler.
    Mein Tipp: √úberdenken sie einfach einmal ihre Verhaltensweise, verfolgen sie die Sitzungen ohne zu twittern etc.

    Einen schönen Tag noch,
    Harry Gimber

    • A. Felis

      Hallo,

      ich muss Hrn Gimber im Grundsatz recht geben. GR Vertreter sollten sich auf die Sitzung konzentrieren und nicht zwischendurch zwittern kommentieren etc. Was kommt dann als nächstes, GRs die sich mit Videokameras gegenseitig filmen? Twittern können Sie doch gern hinterher.

      Das hat auch aus meinem Empfinden nichts mit Vorschriften zu tun. Sondern mit Anstand und Achtung vor der Vorträgen anderer GRs, Disziplin und professioneller Arbeitsauffassung (auch als Ehrenamtlicher).

      Und darauf verweisen, dass andere GRs auch unaufmerksam sind und „Faxen machen“ in der Sitzung halte ich f√ľr ein schwachses Argument.

      Viele Gr√ľ√üe,

      A. Felis

    • heddy

      Sehr geehrter Herr Gimber,

      √ľberdenken Sie bei Ihren √úberlegungen doch auch einmal das mitunter „ungeb√ľhrliche Verhalten“ von SPD-Abgeordneten im GR, insbes. von Herrn Merx! Wer im Glashaus sitzt…

    • Mhm’er

      @Harry Gimber,

      na hallo !!!

      Haben Sie sich eigentlich schon mal die Debatten im Bundestag angeschaut?
      Link (dort auf Live-√úbertragung klicken): http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen/index.jsp
      Meinen Sie etwa, es gibt einen Unterschied zwischen einer SMS (Merkel, Westerwelle etc.) oder einem
      Twitter-Beitrag? Wollen Sie damit sagen, diese hohen „B√ľrgervertreter“ w√ľrden auch nicht zuh√∂ren?

      Ich war gestern auch nicht anwesend, bin aber der Meinung, da√ü jeder die Art, wie er dieses Amt (GR) aus√ľbt, selbst bestimmen sollte.

      Ich finde, der BM kann eine Sitzung deshalb nicht willk√ľrlich unterbrechen. Sollte ein Twitter-Beitrag ihm nicht gefallen (Causa „Leguan“),
      dann steht es ihm frei, sich im Anschlu√ü dar√ľber zu echauffieren bzw. der „beleidigten“ Person sich zu wehren.
      Daf√ľr gibt es in unserem Rechststaat entsprechende Mittel
      (ich glaube allerdings, da√ü er damit nicht weit kommen w√ľrde – deshalb w√§hlt er wohl diesen Weg).

      Auf keinem Fall kann man das Twitter oder „Facebooken“ w√§hrend einer √ĖFFENTLICHEN Sitzung verbieten. Egal ob GR oder Zuschauer.
      Im Gegenteil: Da es sich um eine öffentliche Sitzung handelt, sollte der BM sie sogar im Internet als Livestream anbieten.
      Oder hat er Geheimnisse, die die B√ľrger nicht mitbekommen sollen?
      Der Bundestag macht es uns ja vor.

      Richten, √ľber das Verhalten eines GR, kann nur der W√§hler,
      Und sollte es den W√§hlern nicht gefallen, wie Herr Prothmann sein Amt ausf√ľllt, dann wird er es bei den n√§chsten Wahlen quittiert bekommen.
      Das gilt allerdings ebenso f√ľr den B√ľrgermeister, sollte er sein Amt nicht ordnungsgem√§√ü ausf√ľllen (man beachte den Konjunktiv ūüôā

      Einen schönen Tag,
      Mhm’er

      • lutz

        „Da es sich um eine √∂ffentliche Sitzung handelt, sollte der BM sie sogar im Internet als Livestream anbieten.
        Oder hat er Geheimnisse, die die B√ľrger nicht mitbekommen sollen“

        So unterhaltsam wie die Sitzungen derzeit sind, k√∂nnte man f√ľr eine √úbertragung wohl inzwishen sogar Geld verlangen! Deutschland schaut auf den GR Heddesheim!

      • Harry Gimber

        Hallo Mhm’er

        Der Gemeinderat im Kleinen oder der Bundestag im Großen.
        Richtig ist es in beiden Gremien nicht die Sitzungszeit mit SMS, Twitter etc. zu verbringen. Die gew√§hlten Vertreter haben, so sie ihr Mandat ernst nehmen wollen, die verdammte Schuldigkeit den W√§hlern gegen√ľber sich auf das zu konzentrieren was im Gremium vorgeht. Das wird auch in meinem Betrieb bei jeder Besprechung so gehalten, ob Betriebsrat oder Gesch√§ftsleitung.
        Wenn sie meinen Beitrag noch einmal genau lesen werden sie auch nichts finden von verbieten oder untersagen besagter Internet Aktivit√§ten w√§hrend einer Sitzung. Das habe ich, wie sie sehr wohl wissen, nicht geschrieben und es entspricht auch nicht meiner Meinung. Es fehlt mir hier nur der Anstand dem Gremium, dem Sitzungsleiter und nicht zuletzt dem W√§hler gegen√ľber.

        Einen schönen Tag noch,
        Harry Gimber

        • Hallo Herr Gimber,

          Sie verwenden wie viele den Begriff Anstand ganz selbstverst√§ndlich. Die Frage muss aber sein: Was ist Anstand? Was verstehen Sie darunter, ich, andere Menschen? Verstehen wir alle dasselbe oder haben wir sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was „Anstand“ eigentlich ist?

          So wie Sie den Begriff verwenden, sprechen Sie mir den Anstand ab. D√ľrfen Sie das? Oder ist das nicht schon an sich auch unanst√§ndig?

          Wer legitimiert Sie, moralisch zu urteilen und zu bestimmen, was sich wann wem gegen√ľber anst√§ndig verh√§lt oder es am Anstand fehlen l√§sst?

          Es gibt auch heute noch Erwachsene, die von Kindern verlangen, dann zu reden, wenn es ihnen erlaubt wurde. Alles andere wird als unanst√§ndig begriffen. Es gibt auch heute noch Menschen, die ein M√§dchen im Minirock als „unanst√§ndig“ beurteilen. In anderen Kulturen ist es unanst√§ndig kein Kopftuch zu tragen oder anders eben anst√§ndig, dies zu tun.

          Was Sie als Anstand bezeichnen, kann ich mit derselben Legitimation, die Sie nutzen, nämlich die Meinungsfreiheit, als Angepassheit, Konformität, Untertanenhaltung, Spießertum oder anderen Begriffen belegen.

          Sie sprechen den Gemeinderat an. Ist es f√ľr B√ľrgerInnen und B√ľrger eigentlich nicht eine Frage des Anstands und der Pflicht vor der Teilhabe am Gemeinwesen, die Sitzungen regelm√§√üig zu besuchen. Muss man das nicht erwarten k√∂nnen? Und sind so betrachtet nicht alle, die nicht regelm√§√üig beiwohnen, nicht unanst√§ndige Mitglieder unserer Gemeinde?

          Meine Aufgabe als Gemeinderat ist es, das Wohl zu fördern und schaden abzuwenden. Dem komme ich nach. Ganz im Gegenteil zu Ihrer Auffassung bringe ich mich dabei mehr ein, als viele andere.
          Soll ich Frau Karin Hoffmeister-Bugla, Herrn Harbarth oder Herrn Siegel und Frau Brechtel als „unanst√§ndig“ bezeichnen, weil diese und andere im GR sich so gut wie nie einbringen, daf√ľr aber alle vorbereiteten Entscheidungen einfach nur abnicken? Das k√∂nnte ich, das tue ich aber nicht.

          Ist es nicht hochgradig unanständig, dass ein Großteil der Beratungen nicht öffentlich erfolgt und ihm Gemeinderat mit vorbereiteten Reden so getan wird, als erfolge hier eine Debatte und ein Abwägungsprozess, der in Wirklichkeit gar nicht stattfindet?

          Wer mit dem Wort Anstand kommt, muss sehr genau wissen, was er damit meint und weshalb er es verwendet. Meistens wird es nur dazu benutzt, um einem anderem, in diesem Fall mir, den „Anstand“ abzusprechen. Es ist also ein negativer „Kampfbegriff“.

          Wenn Sie die Sitzungen beobachten und mitverfolgen, wie der B√ľrgermeister kaum eine meine √É‚Äěu√üerungen unkommentiert l√§sst, mir und meistens GRs der Gr√ľnen immer wieder ins Wort f√§llt, eigenm√§chtig nicht nach der Reihenfolge der Meldungen, sondern nach der Dramaturgie, die er will, entscheidet, dann verstehen Sie auch, warum das nicht zu einer „anst√§ndigen“ Situation f√ľhrt.

          Zum Vergleich empfehle ich Ihnen mal eine Sitzung in Hirschberg, Ladenburg oder Weinheim. Auch dort wird teils heftig in der Sache debattiert, aber die Sitzungsleitungen unterscheiden sich um Welten vom dem, was Herr Kessler vorgibt.

          Wenn Sie die Protokolle einsehen, werden Sie feststellen, dass ich mich mit am meisten in die „Debatten“ einbringe. Jederzeit pr√§sent bin und von mir h√∂ren Sie kein Wahlkampfget√∂se, weil ich parteilos bin und die Interessen der W√§hler und nicht irgendwelcher Parteien vertrete.

          Zum Twitter: Sie die Gemeindebediensteten „unanst√§ndig“, die mitprotokollieren? Ist der Protokollant in einem Verein oder einer Firma unanst√§ndig, weil er mitschreibt? Sind die Journalisten unanst√§ndig, wenn sie sich Notizen machen? Und spricht irgendjemand diesen Personen „Aufmerksamkeit“ ab? Sind die Stadt Ilmenau in Th√ľringen und der Gemeinderat „unanst√§ndig“, weil diese „Twittern“ sogar in der Hauptsatzung als erlaubt aufgenommen haben? Wohl kaum.

          Und auch was den „Anstand“ dem W√§hler gegen√ľber angeht, Herr Gimber, habe ich eine andere Auffassung. Alle W√§hler haben die M√∂glichkeit mein Twitter unter meinem Namen zu verfolgen und sich ein Bild zu machen – ganz offen. Man kann ablehnen, was ich denke und aufschreibe, man kann dem folgen oder keine Meinung haben.

          Aber wenn Sie vom Anstand im Gemeinderat reden, sollten zuallerst Herrn Merx und Herrn Lang beispielsweise ansprechen, die st√§ndig mit Gespr√§che st√∂ren, wenn beispielsweise jemand von den Gr√ľnen das Wort hat. Das halte ich zum Beispiel f√ľr sehr unanst√§ndig und w√ľrdelos. Hier wird nicht nur der jeweilige Sprecher ignoriert – es wird auch erst gar nicht zugeh√∂rt. Auch die CDU macht das gerne. Die FDP f√§llt hier nicht unast√§ndig auf.

          Wie hei√üt es so sch√∂n: Kehren Sie am besten erstmal f√ľr der eigenen T√ľr!

          Beste Gr√ľ√üe
          Hardy Prothmann

    • Heddesheimer

      Hallo Herr Gimber, ich f√ľhle mich deswegen nicht minder Vertreten.

  • Horst Berger

    Das Ende der Pressefreiheit in Heddesheim?

    Wie B√ľrgermeister Kessler den Journalisten Prothmann bespitzeln und √ľberwachen l√§sst…

    Es ist ein ungew√∂hnlicher Einsatz. Statt auf Parks√ľnder machen Gemeindemitarbeiter Jagd auf einen kritischen Journalisten. Dies passiert in Heddesheim, im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar.

    Seit der Journalist Prothmann mehrere Skandale um B√ľrgermeister Kessler ans Licht gebracht hat, gibt es dort dramatische Einschr√§nkungen der Pressefreiheit. Der Twitter-Account des Journalisten Prothmann wird seit neuestem √ľberwacht! So sieht in Heddesheim mittlerweile die Pressefreiheit aus!

    B√ľrgermeister Michael Kessler pflegt einen royalistischen Verwaltungsstil. Kaum etwas geschieht ohne sein Einverst√§ndnis. Als Kessler in den letzten Monaten wegen einer Reihe von Skandalen im Zuge der Pfenning-Ansiedlung unter Druck geriet, stellt sich jetzt die Frage, ob er pers√∂nlich die Twitter-√úberwachung des Journalisten Prothmann angeordnet hat! Oder machen das seine Beamten von alleine? Mit welchem Recht?

    BM Kessler zeigt bei jeder Gelegenheit seine Verachtung gegen√ľber dem Journalisten Prothmann. Er macht sich bei jeder Gelegenheit √ľber ihn lustig, setzt seine Arbeit herab. Kessler zeigt immer offener, dass er den Journalisten Prothmann hasst und verachtet.

    Die Missachtung demokratischer Pressefreiheit durch den B√ľrgermeister erzeugt ein Klima, in dem der Journalist Prothmann mehr und mehr zum Freiwild wird.

    Ich glaube, was zurzeit in Heddesheim passiert, ist nicht nur unser lokales Problem. Wir leben in einem historischen Umbruch. Die Macht der B√ľrgermeister / Politiker dieser Art in der Welt geht zu Ende. Mit der momentanen Krise des Kapitalismus geht eine Epoche zu Ende. Und das hat eine Krise unserer Demokratie zur Folge.

    Der Landesf√ľrst Mappus l√§sst √ľber 300 Sch√ľler, B√ľrger und Frauen durch Polizeibeamte niederkn√ľppeln. Er wird in Heddesheim fast ehrfurchtsvoll empfangen!
    Bundespr√§sident Wulff wird vom CDU Gemeinderat Hege als ein erfolgreicher Politiker genannt. Der war ja auch schon in Heddesheim. Wulff macht Urlaub beim Dr√ľckerk√∂nig Maschmeyer (Finanzvertrieb AWD).
    Ex-Dr. zu Guttenberg, Plagiator und dreister Betr√ľger empfiehlt sich im Bundestag als Vorbild! Die lokale CDU feiert den Plagiator auf ihrer Internetseite!
    Und BM Kessler l√§sst den Journalisten Prothmann √ľberwachen! Man kann nur entsetzt sein!

    Mit twitter, facebook und Google werden in der arabischen Welt viele Despoten von der Bev√∂lkerung in die Bedeutungslosigkeit entlassen. Willkommen im Jahre 2011 Herr Gimber! Emp√∂ren sie sich √Ę‚ā¨‚Äú aber bitte bei den richtigen √Ę‚ā¨ŇĺPers√∂nlichkeiten√Ę‚ā¨Ňď!

    Fazit:

    Ohne Pressefreiheit gibt es keine Demokratie. Die Einwohner Heddesheims und alle die es angeht, sollten nicht dulden, dass der B√ľrgermeister Kessler √Ę‚ā¨ŇĺGemeindebedienstete√Ę‚ā¨Ňď auf den Journalisten Prothmann ansetzt! Keine twitter-Zensur in Heddesheim!

    Fordern Sie einen sofortigen Stopp der √úberwachung des Journalisten Prothmann!

    Schreiben Sie eine E-Mail an den B√ľrgermeister:

    michael.kessler@heddesheim.de

    PS: Kopieren Sie diesen Aufruf und machen Sie auf diesen unglaublichen Vorgang aufmerksam!

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Hierzu ein lesenswerter Beitrag auf dem regioblog.

    http://www.regioblog.de/index.php/archives/2010/04/26/twitterrueckkopplung-in-den-stadtrat-die-7-augsburger-regeln-als-ehrenkodex/

    Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
    Das heddesheimblog