Mittwoch, 23. August 2017

Krimi-Autor Wolfgang Burger: „Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel.“

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Guten Tag

Heddesheim, 24. September 2010. Alexander Gerlach ist ein sympathischer Ermittler. Wolfgang Burger ist der Autor, der die Geschichten erz├Ąhlt. Im Interview mit dem heddesheimblog erz├Ąhlt der Autor Burger ├╝ber seine Figur Gerlach, ├╝ber die Ermittlungen und wie das alles zusammenh├Ąngt.

Interview: Sabine Prothmann

Herr Burger: Wie viel von Ihnen steckt in dem Kripo-Chef Alexander Gerlach?
Wolfgang Burger: „Schwer zu sagen. Vermutlich mehr, als ich zugeben w├╝rde.“

Sie arbeiten schon wieder an einer neuen Geschichte, wissen Sie schon zu Beginn, wie der Krimi endet?

Burger: „Ja, das wei├č ich immer. Einem Roman geht bei mir (schlie├člich bin ich Ingenieur) immer ein l├Ąngerer Planungsprozess voraus.“

Spielt Gerlachs Geliebte Theresa auch im n├Ąchsten Buch eine Rolle?
Burger: „Selbstverst├Ąndlich. Es wird aber eine dramatische Ver├Ąnderung in der Beziehung geben.“

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Wolfgang Burger wei├č immer, wie seine "Krimis" ausgehen. Bild: privat

Werden Ihre Romane vor allem im Rhein-Neckar-Raum gelesen?
Burger: „├â┼ôberwiegend nat├╝rlich ja, inzwischen aber l├Ąngst nicht mehr nur.“

K├Ânnen Sie sich vorstellen, nur noch als Schriftsteller zu arbeiten?
Burger: „Nein. Aus dem einfachen Grund, dass ich bef├╝rchten w├╝rde vor dem Laptop zu verbl├Âden. Den Kontakt zur Welt und zum „richtigen“ Leben zu verlieren. Am Ende kommen dann meistens B├╝cher dabei heraus, in denen Schriftsteller davon erz├Ąhlen, wie es Schriftstellern geht, denen nichts mehr zu erz├Ąhlen einf├Ąllt.“

Warum haben Sie Heddesheim als Tatort gew├Ąhlt?
Burger:
„Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel. Ich habe ein m├Âglichst anonymes Hochhaus im Umkreis von Heidelberg gesucht, wo Anita Bovary sich verstecken k├Ânnte. Und in Heddesheim bin ich schlie├člich nach einiger Fahrerei f├╝ndig geworden.“

Ihre ersten Krimis spielen in Karlsruhe, aber erst mit den Heidelberg Krimis wurden Sie erfolgreich. Lag es am Handlungsort?
Burger: „Ja. Die Heidelberg-Reihe war der Versuch eines Neuanfangs, nachdem ich festgestellt hatte, dass Karlsruhe als Handlungsort nicht wirklich gut funktioniert. Dass Heidelberg aber derma├čen einschlagen w├╝rde, h├Ątte ich auf der anderen Seite auch nicht erwartet. Es liegt aber vermutlich nicht nur am Handlungsort, sondern auch an den Figuren.“

Haben Sie schon mal dar├╝ber nachgedacht, nach Heidelberg zu ziehen?
Burger: „Das w├Ąre ja furchtbar weit weg von meinem Arbeitsplatz am KIT. Ich sch├Ątze es, zu Fu├č oder mit dem Rad zur Arbeit fahren zu k├Ânnen. Auf der anderen Seite w├╝rde ich f├╝rchten, dass Heidelberg viel von seinem Charme einb├╝├čen w├╝rde, wenn ich jeden Tag dort w├Ąre.“

Was liest der Privatmensch Wolfgang Burger? Und gibt es schriftstellerische Vorbilder?
Burger:
„Alles M├Âgliche. Nat├╝rlich auch Krimis. Entweder von KollegInnen oder von Autoren, die mir empfohlen wurden. Literarische Vorbilder gibt es eigentlich nicht. Neben Krimis lese ich aber auch ganz „normale“ B├╝cher, z. b: von Uwe Timm.“

Hinweis:
Am 10. Februar 2010 wird der Autor zu einer Lesung in Heddesheim sein. Wir k├╝ndigen die genauen Daten noch an.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.