Sonntag, 20. August 2017

Heddesheims Hauptamtsleiter Julien Christof ist Freizeitjournalist, Blogger, Wahlkämpfer. Mit dem Segen seines Chefs

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Heddesheim/Osterburken, 24. März 2011. (red) Bürgermeister Michael Kessler hat ein Problem mit neuen Medien: „Twitterei“ und Blogs sind ihm suspekt. Auch Journalisten sind im suspekt. Journalisten, die neue Medien benutzen, findet er gar „ekelhaft„. Sein Hauptamtsleiter Julien Christof hingegen ist ein Experte. Er nutzt die neuen Medien rege – als überzeugter CDU-Parteimann, Mitglied des Kreisvorstands, Pressesprecher, Internetbeauftragter und aktiver Wahlkämpfer im Landtagswahlkampf. Und betätigt sich dann und wann auch noch als Journalist. Das macht er selbstverständlich alles in seiner Freizeit.

Julien Christof findet es gut, die Grünen als "Dagegen-Partei" zu benennen. Quelle: JU NOK Facebook

Als Hauptamtsleiter gibt Julien Christof immer den neutralen Beamten in Diensten der Gemeinde. Sobald er Freizeit hat, ist er aber ein glühender Parteisoldat in Diensten der CDU.

Nicht einfach ein Mitglied, auch nicht einfach ein aktives Mitglied  – nein, Julien Christof mischt ganz vorne mit.

Ausgefüllte Freizeit als Journalist und Blogger

In seinem Heimatort Osterburken ist er stellvertretender Vorsitzender, er ist im Vorstand der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis aktiv und Pressesprecher der agilen Truppe. Die betreiben verschiedene CDU-Blogs, inklusive Twitter und Facebook. Herr Christof benutzt beim Twittern auch gerne mal Pseudonyme, „Mephjizzo“ beispielsweise.

Außerdem ist er im Kreisvorstand der CDU Neckar-Odenwald-Kreis, dort als „Beauftragter für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.“

Die erledigt er fleißig. So schreibt er unter anderem für die Rhein-Neckar-Zeitung und für die Fränkischen Nachrichten. Die Fränkischen Nachrichten wiederum gehören zur Dr. Haas-Gruppe, zu der auch der Mannheimer Morgen gehört. Und sogar in der Südwestpresse Ulm ist ein „Julien Christof“ mit journalistischen Tätigkeiten zu finden – vielleicht gibt es aber auch mehrere „Julien Christof“, die zufällig in der selben Gegend als Journalisten tätig sind.

Herr Christof beschreibt seine journalistische Tätigkeit auf Anfrage so:

„Ich habe im Jahr 2001 als 16-Jähriger ein gymnasiales Schulpraktikum bei der
Lokalredaktion Buchen der Rhein-Neckar-Zeitung absolviert. Seitdem bin ich
dort unregelmäßig als freier Mitarbeiter tätig. Dabei war ich bereits für
den Lokalteil, die Jugendseite und die Fußballberichterstattung im Einsatz.

Mit Aufnahme meines Studiums an der FH Kehl im Jahr 2005 habe ich die
journalistische Tätigkeit reduziert. Momentan schreibe ich gelegentlich
Artikel für die Lokalteile des Bereichs Buchen. Es gibt für meinen Heimatort
Osterburken einen freien Mitarbeiter, den ich ab und an vertrete. Der
neueste Artikel war vergangene Woche über die Vereinsehrungen der Stadt
Osterburken, insgesamt hat die Tätigkeit natürlich auch aus Zeitgründen
geringen Umfang.“

Wahlkämpfer Julien Christof (3. von links) am Parteistand in Sennfeld. Quelle: JU NOK Facebook

Einen „geringen Umfang“ also. Also so eine Art kleiner Nebenjob. Den erledigt er trefflich – als Pressesprecher der CDU schreibt er gleichzeitig auch gerne als Journalist über die CDU. Die frohen Botschaften erscheinen dann in der Zeitung. In diesem Fall aber unter dem Kürzel JC.

Christof ist mal Pressesprecher, mal Journalist, mal beides.

Eventuell könnte es sein, dass man als Leser einfach nicht verwundert sein soll, wenn Julien Christof über sich selbst und seine CDU und deren Erfolge in einem „journalistischen“ Medium schreibt. Denn über die CDU schreibt Herr Christof dann doch schon häufiger, was er aber als „geringen Umfang“ versteht.

Eine solche Tätigkeit muss genehmigt werden, wenn beispielsweise nach §62 Absatz 2, Nr. 2 des Landesbeamtengesetz folgendes zu befürchten ist:

(2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu besorgen ist, dass durch die Nebentätigkeit dienstliche Interessen beeinträchtigt werden. Ein solcher Versagungsgrund liegt insbesondere vor, wenn die Nebentätigkeit

  1. die Beamtin oder den Beamten in einen Widerstreit mit den dienstlichen Pflichten bringen kann oder
  2. die Unparteilichkeit oder Unbefangenheit der Beamtin oder des Beamten beeinflussen kann oder

Herr Christof beantwortet und Anfrage aber mit einem anderen Paragrafen und bestätigt, dass Bürgermeister Michael Kessler über die journalistischen Nebentätigkeiten informiert ist und diese genehmigt hat (sonst dürfte er diese ja nicht ausüben).

Eine journalistische Tätigkeit muss nach § 63 Abs. 1 und 2 des Landesbeamtengesetzes angezeigt werden, in bestimmten Fällen nach Abs. 3 auch nicht. Diese ist meinem Dienstvorgesetzten bekannt.

Absatz 3 betrifft „schriftstellerische, wissenschaftliche, künstlerische oder Vortragstätigkeiten“, all das ist Journalismus nicht. Journalismus ist ein sogenannter freier Beruf, der nach § 63, Absatz 1, Nr. 1 a) genehmigungspflichtig ist.

Ausgefüllte Freizeit als engagierter Pro-Stuttgart21-Demonstrant und CDU-Wahlkämpfer

Als würde ihn der Job als junger und noch gar nicht so lange im Amt befindlicher Hauptamtsleiter kaum auslasten, reichen diese Freizeitbetätigungen aber noch lange nicht. Hauptamtsleiter Privatmann Julien Christof ist mitten im Landtagswahlkampf – als Mitglied des „AK Wahlkampf“ von Kandidat Peter Hauk, der im Neckar-Odenwald-Kreis antritt. Der Ex-Minister gilt mit seiner Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag als Nummer 2 hinter Ministerpräsident Mappus und gilt als rabenschwarzer CDU-Hardliner.

Julien Christof (rechts vorne) vor einer Pro-Stuttgart21-Demo zusammen mit Peter Haus (2. von links). Quelle: JU NOK Facebook

Als aktiver Wahlkämpfer und Mitglied des „Team Hauk“ kommt Julien Christof in seiner Freizeit viel rum. Er fährt zur Pro-Stuttgart21-Demo nach Stuttgart, hilft am Wahlkampfstand aus und plant mit anderen zusammen in der „Arbeitsgruppe Wahlkampf“ die Auftritte des „Schwarzen Peter“, wie sich Peter Hauk gerne nennen lässt.

Christof und der Schwarze Peter

Auch die Website „Der schwarze Peter“ wird durch die Junge Union Neckar-Odenwald-Kreis betrieben, bei dem Herr Christof im Vorstand tätig ist.

Der wiederum hatte im Herbst in Hirschberg verkündet, dass es „dem Land Baden-Württemberg Wurscht sein kann, ob Stuttgart 21 jetzt zehn oder fünfzehn Milliarden Euro kostet“ – damit ist er der Zeit voraus. Im Moment liegen die Schätzungen bei sechs bis sieben Milliarden Euro, nachdem Stuttgart21 ursprünglich mal zwei Milliarden kosten sollte.

Selbstverständlich muss man annehmen, dass Julien Christofs diverse Nebentätigkeiten und Engagements nicht die „Unparteilichkeit und Unbefangenheit des Beamten beeinflussen können“, denn sonst dürfte er diese Tätigkeiten ja nicht ausüben, müsste also sein Dienstherr, Michael Kessler, ihm diese untersagen.

„Es ist nicht verboten, sich politisch zu engagieren“, sagt Christof.

Julien Christof sieht keine Befangenheit, ganz im Gegenteil antwortet er auf unsere Anfrage:

„Seit einigen Jahren bin ich Mitglied der Jungen Union Adelsheim/Osterburken im Neckar-Odenwald-Kreis. Dort bin ich stellvertretender Ortsvorsitzender sowie im Kreisvorstand. Einer meiner Beweggründe für die Mitgliedschaft war mein Interesse für die Kommunalpolitik und Politik allgemein. Generell halte ich es für gut, wenn sich junge Menschen für Politik interessieren und auch politisch engagieren, egal ob und in welcher (demokratischen) Partei; zum Auftrag der Parteien vgl. § 1 des Parteiengesetzes.

Nach den Beamtengesetzen ist es Beamten nicht verboten, sich politisch zu engagieren oder Parteimitglied zu sein, denn das Grundgesetz und hier speziell die Meinungsfreiheit gelten auch für Menschen, die im öffentlichen Dienst tätig sind. Auch erstreckt sich die Mitgliedschaft nicht auf Heddesheim oder den Rhein-Neckar-Kreis, sondern den Nachbarkreis.“

Julien Christof (links) demonstriert in seiner Freizeit für Stuttgart21. Quelle: JU NOK Facebook

Engagement ist gut und richtig, ebenso die Sache mit der Meinungsfreiheit. Herr Christof verweist vollkommen zu recht auf das Grundgesetz – auch wenn er es sonst nicht so damit hält und beispielsweise auf Anordnung oder freiwillig (das ist nicht bekannt) in öffentlichen Gemeinderatssitzungen Gemeinderäte observiert und aus seiner Sicht „problematische“ Meinungsäußerungen sofort seinem Chef, dem Bürgermeister Kessler meldet, der sich dann jedesmal unter Verwendung von Worten wie „unanständig“, „würdelos“ und „respektlos“ ereifert.

Christof „gefällt“ die CDU-Seite: Die-dagegen-Partei

Vielleicht verstehen Herr Kessler und Herr Christof „Unparteilichkeit“ und „Unbefangenheit“ ja auch nur sehr eindimensional und nicht so ganz allgemein.

Wiederum vermutlich nur in seiner Freiheit ist Herr Christof auch bei Facebook aktiv. Hier kann man durch Klicken der Schaltfläche „Gefällt mir“ seine Stimmung zum Ausdruck bringen (siehe erstes Bild). Herrn Christof gefällt unter anderem ein Eintrag mit Hinweis auf die Website „Die-dagegen-Partei“ – eine Website die von der „CDU Deutschlands“ unter Vorsitz von Frau Bundeskanzelerin Merkel verantwortet wird.

Die Facebook-Seite wiederum ist eindeutig von der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis verantwortet und man darf vermuten, dass Herr Christoph hier in seiner Freizeit auch aktiv mitwirkt. Auf der CDU-eigenen-Seite „Die-dagegen-Partei“ schließt sich dann der Kreis zu Heddesheim – auch hier wird ein Dagegen-Projekt der Grünen aufgeführt:

„Gewerbeansiedlung

In Heddesheim bei Mannheim sind die Grünen gegen die Ansiedlung eines Logistikunternehmens. Mit dem Projekt könnten bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Bei einer Bürgerbefragung hatte sich eine Mehrheit für die Ansiedlung ausgesprochen.
(Demo-Aufruf der Grünen Heddesheim für den 06.11.2010)“

Jetzt könnte man vermuten, dass die Berliner CDU entweder sehr gute Rechercheure hat, um herauszubekommen, zu welcher Demo die „Grünen Heddesheim“ am 06. November 2010 aufgerufen haben. Oder man könnte vermuten, dass die CDU auch Rechercheure vor Ort hat – Herrn Christof ist das Recherchieren als Nebenerwerbsjournalist sicher nicht gänzlich fremd.

Ob den Heddesheimer Grünen dieses „Engagement“ gefällt und sie künftig glauben, Herr Christof sei „unparteilich“, ist mal dahin gestellt. Aber vielleicht hat ja auch ein anderer CDU-Mann, beispielsweise der Internet-Experte Reiner Hege oder gar die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Brechtel den Tipp gegeben.

Auch Heddesheim ist in der Dagegen-Kartei der CDU

Interessant ist der Konjunktiv „könnten entstehen“ und der Ausdruck „Mehrheit“ für einen Stimmenvorsprung von 40 Stimmen bei einer „Bürgerbefragung„. Auch so bringt man komplexe kommunalpolitische Vorgänge und „Interesse für Kommunalpolitik“ auf ein kurzes Karteikartenformat.

Gut vernetzte CDU - sogar Heddesheim hat es ins "Dagegen-Angebot" der "CDU Deutschlands" geschafft. Quelle: die-dagegen-partei.de

Offen ist nun die Frage, wie mit der Aussage umzugehen ist, dass Herr Christof sich nur „im Nachbarkreis“ politisch so massiv engagiert, wenn sein Kandidat auch in diesem Kreis auftritt – dazu noch in Hirschberg, dem Nachbarort von Heddesheim, der ebenfalls von einer „Gewerbeansiedlung“ betroffen sein wird.

Julien Christof als "Beauftragter für Presse und Öffentlichkeitsarbeit" des CDU-Kreisverbands Neckar-Odenwald. Quelle: CDU NOK

Und seine vielfältigen Aktivitäten im Internet schließen diese „Kreise“ oder heben sie vielmehr auf, weil diese Informationen nicht an Kreisgrenzen halt machen, sondern wie gezeigt selbst bis nach Berlin reichen und von dort wieder zurück.

Parteiliche Freizeit vs. unparteiliche Arbeitszeit?

Herr Bürgermeister Michael Kessler wiederum wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob er das „freizeitliche Treiben“ seines Hauptamtsleiters weiterhin so genehmigt oder nicht eventuell etwas „unverschämt“ und „respektlos“ findet – mal ganz abgesehen von der Frage, ob man tatsächlich davon ausgehen kann, dass Herr Christof seine „Freizeitbeschäftigungen“ und seine Pflicht zur Unparteilichkeit als Beamter sauber trennen kann.

Insgesamt muss Herr Christof viel Freizeit haben, denn als Anschrift gibt er die Mauritiusstraße in Osterburken an. Zwischen seinem Wohnort und seinem Arbeitsort im Rathaus am Fritz-Kessler-Platz liegen je nach gewählter Fahrtstrecke 105-120 Kilometer – die schnellste Strecke dauert einfach 1 Stunde 17 Minuten. Aber das ist theoretisch – denn es geht über die A6 und die ist ständig zu.

Wer vermutet, dieses „freizeitliche Engagement“ diene nur dem „Interesse für die Kommunalpolitik und Politik allgemein“, wie Herr Christof uns geschrieben hat, muss respektvoll anerkennen, welch „herausragenden“ Einsatz dieser junge Mann doch so bringt. Und das alles in der Freizeit.

Wer vermutet, dieses Engagement könne vielleicht der „Beförderung“ auf höhere Weihen dienen ebenso wie der Hauptamtsleiterposten, der nur ein Zwischenjob für den ehrgeizigen CDU-Mann sei, naja, der wird sich mit ziemlicher Sicherheit vom Bürgermeister Kessler sagen lassen müssen, dass das eine „unerhörte Vermutung“ ist.

Julien Christof (rechts) beim Gruppenbild. Quelle: JU NOK Facebook


Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Horst Berger

    Die Junge Union sind ja auch Taliban-Kämpfer! Willi Stächele (CDU) sagte bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der Jungen Union: „Ihr seid meine Talibane, ihr müsst kämpfen“.

    Junge Union Talibane sind auch bereits aktiv: Die Polizei hat im Ostalb-Kreis zwei junge Männer beim Abhängen von Wahlplakaten überrascht. Im Auto hätten sie sowohl die Gartenschere als auch sechs Wahlplakate von SPD und Linken gefunden. In diesem Zusammenhang hat die Linke Strafanzeige gegen zwei Mitglieder der Jungen Union Ostalb gestellt.

    Der Besuch von Ministerpräsident Stefan Mappus am vergangenen Samstag im Mosbacher Ortsteil Lohrbach war auch Thema in der ZDF-Sendung Frontal 21. Das Fernsehteam hatte dort für einen Beitrag zum Atomausstieg gedreht; dabei kam es zum Konflikt zwischen Journalisten und Veranstaltern. Der Zutritt zur Odenwaldhalle, in der knapp 300 CDU-Anhänger Mappus erwarteten, wurde den Fernsehleuten verweigert. Beim Versuch, die Ankunft des Regierungschefs zu filmen, sei das Team vor der Halle dann von Vertretern der Jungen Union mehr oder minder aktiv abgedrängt worden, so die zuständige ZDF-Redakteurin. Die Bilder dazu gibt es auf der Homepage http://www.frontal21.de . Der Beitrag ist vom 22.03: Strahlende Last für Generationen. Ein weiterer Videobeitrag ist hier: http://odenwald.wochenschau.tv/video/Stefan-Mappus-in-Mosbach-Lohrba

    Und wer war bei dieser „anständigen“ Veranstaltung mit dabei? Richtig, der Heddesheimer JU-Taliban und Hauptamtsleiter Christof. Er ist halt doch mehr für die eingeschränkte Pressefreiheit. (Bericht mit Bild: http://www.cdu-nok.de/2011/03/ministerprasident-stefan-mappus-kommt-nach-lohrbach-2/ )

    Und zuletzt? Als Mappus in Heddesheim war? Auch hier sind die JU-Taliban negativ aufgefallen. Sie fotografierten ohne Erlaubnis die BürgerInnen die ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit wahrgenommen haben. Ob bereits Strafanzeigen vorliegen ist nicht bekannt. Ich denke aber diese werden erfolgen, sobald die Namen der JU-Taliban-Fotografen feststehen.

    Das Engagement von Herr Chrisof ist äussert bedenklich und erschreckend. Ebenso das merkwürdige Verhalten von CDU-Vorsitzende Rainer Hege und Bürgermeister Kessler:

    Als Mappus in Heddesheim über den ENBW-Deal sprach applaudierten beide, nickten lächelnd. Dieser Deal ist verfassungswidrig und wird das Land ( auch die Heddesheimer Steuerzahler ) noch teuer zu stehen kommen! Der Deal wurde auch kritisiert, weil Mappus ihn von der Bank Morgan Stanley organisieren ließ. Mappus ist mit deren Deutschland-Chef Dirk Notheis ( Trauzeuge von Mappus)eng befreundet. Notheis ist außerdem Mitglied des CDU-Landesvorstands.

    Wo beginnt eigentlich politische Korruption?

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    und sieh an. Wer den Gemeinderatssitzungen in Heddesheim folgt, der weiß daß es praktisch unmöglich ist, Gemeinderat und Journalist zu sein. Das ist jedenfalls der Vorwurf an den Betreiber dieses blogs.

    Wer so argumentiert kommt durch die privaten Aktivitäten des Heddesheimer Hauptamstleiters in einige Erklärungsnot.
    Denn der ist wohl alles, Journalist, Medienbeauftragter, twitterer, facebooker, parteipolitisch eindeutig gebunden, Wahlkämpfer, Jung-Unionist.

    Zugegeben, das ist er in seiner Freizeit und er ist nicht selbst Mitglied im Heddesheimer Gemeinderat. Er ist aber qua Amt in jeder Sitzung dabei. Nach dem Bürgermeister ist er Chef der Verwaltung. Als solcher arbeitet er dem Bürgermeister zu, schreibt er Entwürfe, Konzepte, formuliert Anträge der Verwaltung und ihre Begründungen, möglicherweise Redebeiträge für den Bürgermeister, gibt mit Richtungen vor. Kurz, er ist nicht ohne Einfluß.

    Wer Herrn Prothmann Vorwürfe macht, er könne Amt, Gesinnung und Tätigkeit nicht trennen – was muß der zu Herrn Christof sagen?

    Das ist nicht das Selbe? Stimmt auffallend. Prothmanns blog kann man lesen und mögen oder nicht, sich seine Meinung bilden oder es lassen, zustimmen oder ablehnen.

    Was Herr Christof schreiben mag, sofern er es in seiner Funktion als Hauptamtsleiter tut, wird auch gelesen, ist auch meinungsbildend und es wird zugestimmt oder abgelehnt. Aber nicht von irgendwelchen freiwilligen Lesern eines blogs. Sondern von Gemeinderäten.

    Es ist nicht, daß das was Prothmann tut und was Christof tut das Selbe ist. Das ist gar nicht der Punkt.
    Der Punkt ist die unterschiedliche Verantwortung. Und die Möglichkeit und Fähigkeit zur parteipolitischen Weichenstellung schon bei vorbereitetenden Arbeiten im Rathaus. Es geht um die Neutralität, ja in gewisser Weise um Befangenheit.
    Das wird man diskutieren müssen. Sonst wird bald vom „schwarzen Rathaus“ geredet werden.

    Wenn man dann Bilder sieht in denen der Hauptamtsleiter des Heddesheimer Rathauses die orangene Jacke der Unterstützerteams der Jungen Union für CDU Landtagskandidaten trägt… Darf er, in seiner Freizeit kann er an seinem Wohnort machen was er will.
    Wer aber Herrn Prothmann Probleme bei der Trennung von Amt und Mandat vorwirft, muß an seinen eigenen Hauptamtsleiter auch höhere Ansprüche stellen. Ein Problem ist das allemal.

    Noch dazu, wenn die Bilder beweisen, daß es doch Taliban in Heddesheim gibt.

    „Ihr seid meine Talibane, ihr müsst kämpfen“, hatte Finanzminister Stächele (CDU) bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Horb zu Mitgliedern der Jungen Union gesagt.

    Wo kämpft Herr Chrtistof? Hoffentlich nicht bei seiner Arbeit.

    Einen schönen Tag noch.

  • betty

    Danke für den erhellenden Artikel! Ich beobachte schon länger, dass Herr Christof im Hintergrund mehr Fäden für den Herrn Bürgermeister zieht, als einem als Bürger lieb sein kann. Diese Beobachtungen passen in dieses Bild.

    Man sollte trotzdem vorsichtig sein mit einer pauschalen Verurteilung von Herrn Christof. Wenn er sauber und transparent seine Aufgaben und Aktivitäten trennt, halte ich das nicht grundsätzlich für verwerflich.

    Ich frage mich allerdings verstärkt, inwieweit der umtriebige junge Mann auch Hernn Kessler „vor sich hertreibt“ und wir einen „Schatten-Bürgermeister“ haben.

    • heddy

      Ich bin ja mittlerweile zutiefst davon überzeugt, dass hinter einigen „strittigen“ Entscheidungen Herrn Kesslers eigentlich Hr. Christof die treibende Kraft ist. Insofern stimmt das mit dem „Schatten BM“ schon.

      • heddesheimerin

        …dies scheint mir eher eine der in der Gemeinde ja gerade beliebten „Verschwörungstheorien“ zu sein. Wo soll denn bitte Hr. Kessler von Hrn Christof „getrieben“ werden, etwa bei Pfenning? Das ist doch der Wille der Heddesheimer Einheitsfront Kessler/CDU/SPD/FDP.

        Klar geworden ist mir allerdings durch den Artikel, dass Julien Christof mit Sicherheit weiter „nach oben“ will und das Vorzimmer von Hrn Kessler nur als Durchgangsstation seiner Karriere sieht.

  • kompakter

    hallo,

    das psst auch ganz gut zum thema:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,752954,00.html

    gruß

  • CB

    Hallo!

    Hier wird sich über Unabhängigkeit echuffiert und das Blog wirbt kurz vor der Wahl für ein Buch von Herrn Sckerl, führt fünf Artikel zu Herrn Kretschmann an und lässt Werbung der Grünen zu bwz. nimmt diese an!?

    Wie steht es denn um die Unabhängigkeit des Blogs?

    Wird hier nicht manipuliert?

    Sind die Formulierungen nicht suggestiv?

    Es geht hier bergab!!!

    Grüße aus der Sonne,

    CB

    • heddesheimblog

      Guten Tag!

      Sie verwechseln da etwas – unsere Redaktion wirbt nicht für ein Buch von Herrn Sckerl, sondern Herr Sckerl hat eine bezahlte Anzeige für sein Buch bei uns geschaltet und wirbt selbst für sein Buch.

      So ist das bei Medien – man kann Anzeigen schalten. Diese Möglichkeit steht auch anderen Parteien offen. Ob Sie davon Gebrauch machen, ist eine individuelle Entscheidung.

      Der Wahlkampfauftritt von Herrn Kretschmann ist mit fünf Artikeln als Videodokumentation berichtet worden. Korrekt.

      Der Wahlkampfauftritt von Ministerpräsident Stefan Mappus ist mit sechs Artikeln als Videodokumentation berichtet worden.

      Was war nochmal die Frage?

      Woran machen Sie eine „Manipulation“ fest?
      Woran machen Sie „suggestive Formulierungen“ fest?

      Die berichteten Aktivitäten von Herrn Christof finden statt und sind belegt.

      Ob es „bergab“ geht, ist eine Frage der Perspektive. Die Leserzahlen gehen bergauf und sogar Google hat uns seit heute bei Google-News gelistet.

      Wir hoffen, das beruhigt Ihre Sorgen.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Michael Spreng, Politik-Kenner, Journalist und früherer Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber sowie sehr unverdächtig ein „Linker“ oder „Grüner“ zu sein, schreibt in seinem Blog:

    „Selbst für Wähler mit dem kleinen Durchblickerlehrgang ist dies keine Überraschung, aber es ist schon eine Enthüllung, dass Brüderle dies im vertrauten Kreis offen aussprach und damit alle Beteuerungen der Regierung, ihre Kehrtwende habe nichts mit den Wahlen zu tun, wie eine Seifenblase auch regierungsamtlich zerplatzen ließ. Auch die – ohnehin verdächtigen – Verweise der Kanzlerin auf ihren Amtseid sind jetzt Makulatur. Die Glaubwürdigkeit von Schwarz-Gelb ist von Brüderle offiziell beerdigt worden.

    Drei Tage vor der entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg taumelt Schwarz-Gelb – nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Berlin. Es steht nur noch die amtliche Bestätigung durch die Wähler aus. Vom Glanz des Wahlsieges 2009 ist nicht einmal mehr eine funzeliges Licht übriggeblieben. Die Regierung tappt wie die japanischen Atomarbeiter im Kontrollraum des AKW Fukushima nur noch mit der Taschenlampe durch ihre innen- und außenpolitischen Krisen.“

    http://www.sprengsatz.de/?p=3631

    Einen schönen Tag wünscht
    Das heddesheimblog

  • Kurt Klemm

    Interessant zu lesen, wieviele Wölfe in Schafspelzen sich noch in der Gemeindeverwaltung tummeln, sogar ein Amtsleiter ist darunter.
    Mich wundert es eigentlich nicht mehr, wie gelegentlich die Niederschriften der Gemeinderatsprotokolle für die Fraktion der Grünen ausfallen.Wenn mann sie näher betrachtet finden die Grünen oft kaum noch darin statt.Mundtot machen nennt man diese Taktik.Mal sehen was unserem Bürgermeister als nächstes einfällt.

  • TJ

    Interessant, in Heddesheim entstehen 1.000 neue Arbeitsplätze, welche von der dagegen Partei verhindert werden…
    Das zeigt doch mal wieder, was von der CDU zu halten ist, die mit Unwahrheiten und platten, billigen, verdrehten und falschen Parolen versucht auf Stimmenfang zu gehen. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen als neue Arbeitsplätze darzustellen um einer Konkurrents-Partei zu schaden ist Wahlkampf auf unterstem Niveau. Ob die restlichen Dagegen-Darstellungen evtl. ein Körnchen Wahrheit enthalten muss jeder selbst für sich entscheiden. Von wem diese merkwürdige Aussage kommt wohl auch. Dreist, billig und abstoßend solch eine Politik. Denke heute hat der Wähler gezeigt, was er davon hält!

  • klemm otto

    Ich hätte nie geglaubt, dass der immer so freundliche Herr Christoph ein „Taliban Kämpfer“ der CDU ist, wie Herr Stächele sagt.
    Und es gab auch noch kein Dementi bisher von ihm.
    Wie man sich doch über manche Menschen täuschen kann.