Donnerstag, 27. Juli 2017

Bislang keine besondere Infektionslage durch EHEC-Bakterium

Print Friendly


Rhein-Neckar/Stuttgart, 24. Mai 2011. (red/pm) Vor allem in Norddeutschland besch√§ftigt die Beh√∂rden eine gro√üe Fallzahl von mehreren Dutzend schwer erkrankter Menschen, die sich eine EHEC-Infektion (Darmbakterium) zugezogen haben. In Niedersachsen ist ein 83-j√§hriger Mann an der Infektion gestorben. In Baden-W√ľrttemberg gibt es zur Zeit drei schwere F√§lle – einer k√∂nnte mit den in Norddeutschland aufgetretenen Erregern stehen. Experten raten zur Vorsicht – aber keinesfalls zur Panik.

Im Verdacht soll rohes Gem√ľse stehen – m√∂glicherweise wegen einer D√ľngung mit Mist. Experten raten, Obst und Gem√ľse sorgf√§ltig zu waschen oder besser nur gegart oder gekocht zu sich zu nehmen. Auch rohes Fleisch wie „Tartar“ oder „Hackepeter“ ist ein √ÉŇďbertragungsweg, wird aber bei den aktuellen F√§llen nicht als Ursache gesehen.

Einzelne EHEC-Infektionen sind nicht ungew√∂hnlich – die h√§ufige Fallzahl in Norddeutschland deutet aber auf konterminierte Nahrungsmittel hin. Ein ordentliche Hygiene in der K√ľche ist der beste Schutz. Grunds√§tzlich gilt: Gem√ľse ordentlich unter flie√üendem Wasser zu waschen, eventuell mit einer Gem√ľseb√ľrste. Messer und Brettchen sollten nicht f√ľr alle Arbeitsg√§nge verwendet werden, sondern entweder mehrere oder nach jedem Arbeitsgang sorgf√§ltig gereinigt werden. Auch das gr√ľndliche Handewaschen vor, w√§hrend und nach der Mahlzeitzubereitung sollte selbstverst√§ndlich sein. Bis zur Kl√§rung der Ursachen sollte man auf Rohkost verzichten – insbesondere Salat sollte zun√§chst in einem Wasserbad und dann unter flie√üendem Wasser gereingt werden.

In Deutschland sind der Verdacht oder Nachweis einer EHEC-Infektion nach √ā¬ß 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) meldepflichtig, wenn entweder a) ein HUS vorliegt, b) zwei oder mehr Personen erkrankt sind, oder c) ein Erkrankter im Lebensmittel- oder Gastst√§ttengewerbe t√§tig ist. Labor√§rzte m√ľssen jeden Nachweis eines EHEC-Stammes bei der zust√§ndigen Beh√∂rde (Gesundheitsamt) unverz√ľglich melden. (Quelle: Wikipedia)

Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums:

„Bisher verzeichnet Baden-W√ľrttemberg keine erh√∂hte Zahl von EHEC-Infektionen. „Nat√ľrlich beobachten wir das Krankheitsgeschehen genau“, erkl√§rte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter am Dienstag (24.5.) „und informieren selbstverst√§ndlich die Bev√∂lkerung, wenn Ver√§nderungen eintreten sollten.“

Sowohl das Ministerium, als auch das Landesgesundheitsamt und die √∂rtlichen Gesundheits√§mter seien entsprechend sensibilisiert. Das Robert Koch Institut (RKI) verzeichnet f√ľr Baden-W√ľrttemberg seit Jahresanfang 14 EHEC-F√§lle (enteroh√§morrhagischen Escherichia coli). Weitere sieben F√§lle werden aktuell gepr√ľft und sind vom Landesgesundheitsamt bereits dem RKI gemeldet worden. Weiter sind f√ľr Baden-W√ľrttemberg drei F√§lle des so genannten h√§molytisch-ur√§mischen Syndrom (HUS) zu verzeichnen. Bei einem Fall werde ein Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen in Norddeutschland gepr√ľft.

Das HUS ist eine schwere, unter Umst√§nden t√∂dliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enteroh√§morrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Pro Jahr werden dem RKI etwa 1.000 EHEC-F√§lle √ľbermittelt. Das Vollbild des HUS ist charakterisiert durch akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutk√∂rperchen und einen Mangel an Blutpl√§ttchen.

Abh√§ngig vom weiteren Geschehen (Entwicklung der Fallzahlen) wird das Sozialministerium t√§glich ab 15 Uhr (Zeitpunkt der Meldung an das RKI) informieren.“

Weitere Informationen:

Robert-Koch-Institut

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.

  • Hip hip, Hurra.
    Endlich wieder ein Medienspektakel. Bald kommt wieder die Vogelgrippe ūüėČ Oder ein anderer Erreger mit einem Tiernamen, den wir noch nicht hatten. Stinktier-Virus oder so… Die Medien √ľbertreiben wieder mal ma√ülos.

    • Heddesheimer

      Die Tochter einer Bekannten war vor einigen Jahren daran erkrankt, sie war damals ca 4 Jahre, lag Monate im Krankenhaus √ľber 100 Kilometer von zu Hause weg und w√§re daran beinahe gestorben. Krankheits√ľbertrager war wahrscheinlich nicht pasteurisierte Milch.