Samstag, 19. August 2017

Vier Entscheidungen zum neuen Kindergarten Werderstra├če

Bauplanung des Kindergartens geht voran

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Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Der Neubau des Evangelischen Kindergartens in der Werderstra├če nahm von den gr├Â├čten Teil der Tagesordnung auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein. Vier Entscheidungen hatten die Gemeinder├Ąte im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten zu f├Ąllen.

Von Reinhard Lask

Architektin Jutta Benkesser vom Heidelberger Architektenb├╝ro Reichel und Benkesser stellte dem Gemeinderat auf der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Stand der Planung zum Neubau des Kindergartens in der Werderstra├če vor. Wenn die Baugenehmigung in den kommenden Tagen erteilt werde, wolle man Anfang Oktober 2012 mit der Planung loslegen. Die Bauzeit soll dann vom 25. Februar bis zum Dezember 2013 dauern.

Einstimmig und ohne gro├če Diskussion ging die Vergabe Tragwerksplanung an das Mannheimer B├╝ro ÔÇ×Herzog und PartnerÔÇť f├╝r 37.000 Euro ├╝ber die B├╝hne. Den Zuschlag f├╝r die technischen Ausr├╝stung ÔÇô Kostenpunkt 47.000 Euro ÔÇô erhielt ebenso einstimmig das B├╝ro Lummer und Biebl aus M├╝hlhausen (Kraichbau).

Uneins war der Gemeinderat in ├Ąsthetischen Dingen. Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass der vorgestellte Entwurf im gro├čen Ganzen gleich geblieben war.

Wir hatten beschlossen den Entwurf ├╝berarbeiten zu wollen.

Nun sei aber kein Fortschritt erkennbar. Es sei die Aufgabe der ├ľffentlichen Hand sich mit der Entscheidung intensiv auseinanderzusetzen. Damit das Ortsbild sch├Ân bleibe, g├Ąbe es bei diesem Geb├Ąude ÔÇ×Bedarf das architektonisch zu ├╝berarbeitenÔÇť, sagte der FDP-Rat, der betont damit im Namen der Fraktion zu sprechen. Die war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht anwesen, worauf B├╝rgermeister Michael Kessler s├╝ffisant hinwies.

Es ist eine architektonische Sprache, die der Architekt vertreten muss.

Der B├╝rgermeister k├Ânne die nachvollziehen. Das gelte auch f├╝r die asymmetrische Darstellung. Er habe viele kinderg├Ąrten gesehen, die einen ├Ąhnlich modernen Charakter h├Ątten. Das Geb├Ąude solle an erster Stelle funktional sein.

Kritik gab es auch von den Gr├╝nen. Kurt Klemm kritisierte, dass dem Neubau eine Hecke weichen w├╝rde, die Feindstaub und L├Ąrm abhalten w├╝rden. Benkesser versprach f├╝r Ersatz zu sorgen.

Ulrich Kettner st├Ârte sich an der Gestaltung der Treppen, die um den Bau herum in den Garten laufen.

Das sieht aus wie der Zugang zu einem Bahnsteig.

Trotz allen ├Ąsthetischen Vorbehalten waren aber am Ende auch die Gr├╝nen daf├╝r. Josef Doll (CDU) hatte zu dem Zeitpunkt schon l├Ąngst im Name der Fraktion sein Gefallen am Entwurf ge├Ąu├čert.

Am Ende stimmten 15 R├Ąte f├╝r den Entwurf. CDU, Gr├╝ne und die Mehrheit der SPD st├Ârte sich explizit nicht an dem modern aussehenden Passivhaus. Nur Hasselbring stimmte dagegen, Reiner Land (SPD) enthielt sich der Stimme.

Um weitere gestalterische Fragen in Zukunft schneller diskutieren zu k├Ânnen, regte B├╝rgermeister Kesser an eine Baugremium zu bilden, dass aus sechs Gemeinder├Ąten (je 2 CDU und Gr├╝ne, je einer von SPD und FDP) bestehen soll schnell Entscheidungen treffen kann. Die Fraktionen stimmten zu.

Gr├Â├čeren Diskussionsbedarf hatte der Rat dann beim neuen Vertrag ├╝ber den Betrieb und die F├Ârderung der kirchlichen Kinderg├Ąrten. Den Neubau des Kindergarten Werderstra├če hatte die Gemeinde zum Anlass genommen einen neuen Vertrag mit allen kirchlichen Kinderg├Ąrten auszuhandeln, der zum 01. Oktober in Kraft tritt.

Laut B├╝rgermeister Kessler sei der Vertrag deckungsgleich mit dem des katholischen Kindergartens. Nun wolle die evangelische Kirche auch einen Kindergarten betreiben. Das sei notwenig gewesen, da man mit den bestehenden sieben Gruppen bereits an Grenze der M├Âglichkeiten gesto├čen war.

Zudem sei es laut Kessler schwierig gewesen, die Kirchen an einer weiteren Beteiligung der Kosten zu bringen. Auch hier seien die Kassen leer. Das Ziel f├╝r 2015 sei eine Kostenentlastung f├╝r Kirchen zu erreichen und ab 2016 neue Gespr├Ąche mit den Kirchen zu f├╝hren,

SPD-Rat Michael Bowien war irritiert:

Wieso ist der Anteil der Kirchen so gering?

Kessler verteidigte das Angebot der Kirchen.

Die Kirchengemeinden in Heddesheim beteiligen sich im Vergleich zu Nachbargemeinden schon sehr stark an den Kosten.

Allein das die Kirchen sich im Vertrag verpflichten zus├Ątzliche Gruppen einzurichten sei ein Erfolg. Schlie├člich sei es die Pflicht der Gemeinde bei Bedarf Pl├Ątze anzubieten.

Die einzige Alternative w├Ąre gewesen einen privaten Betreiber zu finden.

Nun habe die Kirche auch eine Mitverantwortung. Wenn Kirche draufstehe, m├╝sse auch bei der Finanzierung Kirche drinstehen. Kessler verteidigte den Vertrag:

Damit einher geht auch ein deutlicher Verwaltungskostenaufwand, als wenn die Gemeinde der Tr├Ąger w├Ąre. Letztendlich stimmte der Rat geschlossen f├╝r den TOP.