Sonntag, 20. August 2017

Asphaltierung soll 60.000 Euro kosten / Streit über Nutzung durch Landwirtschaft

„Attraktive“ Fuß- und Radwegverbindung beschlossen

Print Friendly, PDF & Email

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Nördlich des Logistikzentrums will Heddesheim eine „attraktive“ Fuß- und Radwegverbindung bauen. Der Schotterweg, den das Logistikunternehmen Pfenning anlegen ließ, soll dabei für 60.000 Euro asphaltiert werden.

Von Reinhard Lask

Bürgermeister Michael Kessler sieht den Radweg als willkommene Alternative für die immer stärker befahrene Benzstraße, die durch das steigende Verkehrsaufkommen immer unattraktiver für den Radverkehr werde.

Wir sollten die Chance für Fußgänger und Radfahrer nutzen. Die Situation bietet sich an hier und jetzt einen Radweg zu schaffen.

Doch die Grünen und auch CDU-Gemeinderat Reiner Hege hatten Einwände. Während sich die Grünen vor allem an den hohen Kosten und ihrer Ansicht nach kaum vorhandenem Nutzen störten, wandte sich Hege strikt gegen die Wegsperrung für den landwirtschaftlichen Verkehr. Im Falle einer Sperrung müssten die Landwirte auch durch die viel von Lkws befahrene Benzstraße, fürchtete Hege.

Kurt Klemm (Grüne) bezweifelte die Notwendigkeit der Investition: Man besitze bereits tolle Radwege. Den Weg könne man ruhig der Landwirtschaft allein zugestehen. Zudem seien 60.000 Euro einfach zu viel Geld.

Man muss auch nicht überall hinkommen. Zudem ist Wegesituation auch jetzt schon gut.

Auch Jürgen Harbarth (SPD) störte sich an der hohen Summe von 60.000 Euro. „Außenrum fahren ist okay“, meinte er.

Kessler betonte jedoch, die Notwendigkeit der Asphaltierung:

Die Benzstraße ist stark als Radweg benutzt worden und wird nun stärker befahren sein.

Man solle diese Chance für Fußgänger und Radfahrer nicht verstreichen lassen. Da sich die Benzstraße nun mitten im Gewerbegebiet befinde, biete es sich nun geradezu an, den neuen Radweg zu schaffen.

Hege bestand jedoch vehement auf der Freigabe für die Landwirtschaft, gerade weil auf der Benzstraße mehr Verkehr herrsche. Der Widerstand lies Bürgermeister Kessler einlenken. Er schlug vor nur, über eine grundsätzliche Zustimmung zum Wegebau abzustimmen und kündigte an, mit der Landwirtschaft über eine Freigabe zu diskutieren.

Ulrich Kettner (Grüne) wandte jedoch ein, dass dann eine Asphaltierung unnötig sei:

Die brauchen Radfahrer nicht unbedingt. Belassen wir den Weg als Schotterweg für Spaziergänger.

Doch Hasselbring wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen, da der Unterbau quasi bereits von Pfennig „kostenlos“ erstellt worden sei.

Nun gaben sich einige SPD-Räte bei den Befürwortern ein. Man habe nun die Möglichkeit das Radwegenetz auszubauen, sagte Karin Hoffmeister-Bugla. Sie könne nicht nachvollziehen, dass man da „Nein“ sagen kann. Schließlich sei heute schon klar sei, dass der neue Weg stark von Radfahrern genutzt werde.

Auch Jürgen Merx (SPD) widersprach den Grünen. Der Radweg sei eine notwendige Verbesserung für die Verbindung nach Hirschberg und zum Badeseegebiet. Zudem sei die Asphaltierung dringend notwendig:

Auf dem bisherigen Schotterweg, kann man mit dem Rennrad nicht entlangfahren.

Reiner Edinger (Grüne) hingegen würde das Geld lieber zum Ausbau der innerörtlichen Radnetzes nutzen, dass praktisch nicht vorhanden sei.

Am Ende entschied der Gemeinderat mit den Stimmen der CDU, FDP und Teile der SPD für den Ausbau. Die Grünen (5) stimmten dagegen. Teile der SPD (3) enthielten sich der Stimme. Wie angekündigt hatte Bürgermeister Kessler die Sperrung aus der Abstimmung genommen, um diese mit Vertretern der Landwirtschaft zu diskutieren.

  • Radfahrer

    Würde diese Strecke nicht asphaltiert werden, weichen sicherlich einige Radfahrer auf die L541 aus, um von oder nach Hirschberg und weiter zu kommen, Konfliktpotential vorgegeben. Unverständlich, dass gerade die Grünen hier nicht mitmachen. Denn gerade Radfahrer sind auf gute kurze Wege angewiesen.

  • Klaus.E

    Guten Tag,

    ich hätte mir gewünscht, dass man den Weg so anlegt, wie es beim Weg am See gemacht wurde. Auch dieser Weg wird von Fahrradfahrern genutzt. Ein solcher Weg würde sich besser in das Landschaftsbild einfügen, ist im Sommer beim Spazieren oder Laufen nicht so heiß, auch bekommt man hier keinen PKW-Verkehr wie bei Asphalt. Mit dem möglich eingesparten Geld hätte man einige Bäume auf Heddesheimer Gemarkung pflanzen können.

    Fazit: Hätte man gleich die richtige Schotterung gewählt, hätte kein Hahn danach gekräht.

  • Kher

    Viel sinniger wäre es, die 60.000 Euro mal in eine gescheite Unterführung am Bahnhof zu investieren. Da hätten Fußgänger am Bahnhof und Radler von/nach Hirschberg gleichermassen was davon.
    Und der ein oder andere bahnreisende Mitbürger in Rolli bzw mit Gehbehinderungen hätte auch gleich noch davon profitiert. Zugleich würde man den Fußgängerverkehr auf der Brücke vielleicht auch endlich mal entschärfen.

    Aber warum weiter denken, schliesslich simmer ja in Heddese…

  • Kurt Klemm

    Guten Tag,
    bei diesem Thema wird das Grundsächliche total verkehrt dargestellt.
    Ausgleichsflächen sollen ein Ausgleich für die die Fläche sein, die durch den Bau dieses riesigen Logistigzentrum für die Natur vorloren geht. Auf keinen Fall kann es sein, so wie es Bgm.Kessler den Gemeinderäten vorstellte, dass diese Ausgleichsflächen für den allgemeinen Naherholungswert den Radfahrern angeboten werden soll.
    Wir haben in unserer Feldflur ein vorzügliches Radwandernetz mit den kürzesten Wegen egal in welcher Richtung und vor allem sehr sicher.
    An der Stelle des vollkommen unnötigen Schotterweges war ein Grasweg der unserer Landwirtschaft vollkommen genügte.
    Für die Ausgleichsflächen gibt es ganz klare Vorgaben, diese sollen in erster Linie als Rückzugsgebiete für die durch diese Baumaßnahmen schon eh stark gebeutelte Natur sein.
    Nun aber so zu tun als wäre der Logistiker ein Wohltäter und man müssste die Gelegenheit nur beim Schopfe packen, ist einfach falsch und verlogen, gegenüber der Natur.
    Um keine Verinselungen für Flora und Fauna zu erhalten, ist es wichtig Ausgleichsflächen mit dem angrenzenden Ackerbiotop zu vernetzen.
    Hier eine Störung, bei der Biotopvernetzung, in Form eines asphaltierten Radweges als umweltfreundlich zu preisen, spottet jeder Beschreibung, abgesehen von 60 000 Euro die dieser Weg unsere Gemeinde kosten soll.