Dienstag, 23. Januar 2018

Gemeinsame Werkrealschule: Antwort der Fraktionen

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Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 23. Februar 2010. Heute entscheidet der Hirschberger Gemeinderat in ├Âffentlicher Sitzung ├╝ber einen „modifizierten“ Antrag f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Hirschberg und Heddesheim.

Wir haben gestern eine Rundmail an alle Fraktionen in Hirschberg und Heddesheim geschickt und um Beantwortung bis heute 14:00 Uhr gebeten.

  1. Der urspr├╝ngliche Antrag wollte die Sch├╝ler vor Ort bis zur Klasse 9 unterrichten. Wie beurteilen Sie einen Antrag, bei dem dies ab Klasse 8 nicht mehr der Fall ist?
  2. Wie werden die Schulstandorte aus Ihrer Sicht durch den neuen Antrag gest├Ąrkt?
  3. Was sind aus Ihrer Sicht die Vor-/Nachteile einer Werkrealschule?

Bislang hat die Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen geantwortet. Sollten weitere R├╝ckmeldungen eingehen, erg├Ąnzen wir den Artikel.

Ulrich Kettner (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen)

1. Die Akzeptanz des Modells wird durch den modifizierten Antrag, der eine wechselnde Beschulung ab Klasse 8 an beiden Standorten vorsieht, sicher noch mehr leiden. Der eh bei Eltern der Grundschule schon deutlich erkennbare Trend weg von der HS/WRS zu den anderen weiterf├╝hrenden Schularten wird sich eher noch verst├Ąrken, so dass die dem Modell zugrunde liegende Annahme von 20% ├â┼ôbergangsquote├é┬á auf die WRS in der
Zukunft vermutlich noch geringer wird.

2. Wir sahen auch in der vorausgehenden Fassung des Antrags├é┬áeine Schw├Ąchung beider Schulstandorte, durch d├â┬şe Zusammenlegung├é┬á zu einem Schulbezirk mit Hauptsitz in Hirschberg insbesondere├é┬á aber eine Schw├Ąchung des Standorts Heddesheim. Die St├Ąrkung der Schule vor Ort war aber erkl├Ąrtes Ziel aller Beteiligten.├é┬á Das modifizierte Modell├é┬á wird die Lernbedingungen eher noch verschlechtern. Organisatorische Probleme bei Stundenplangestaltung und Personaleinsatz werden die p├Ądagogische Arbeit bei eh schon mit M├Ąngeln behaftetem Schulkonzept ├╝berlagern. Das vorliegende Modell hat in erster Linie das Ziel, beide Standorte rein numerisch gleichzustellen, was die Anzahl der an beiden Orten unterrichteten Klassen├é┬ábetrifft. Weitere Folgen sind die Frage der Auslastung beider Schulgeb├Ąude unter dem Zwang, hier wie dort R├Ąumlichkeiten vorhalten zu m├╝ssen. Erh├Âhte Kosten f├╝r Sch├╝lerbef├Ârderung kommen hinzu.

3. Die WRS kann Kindern mit Lernproblemen den Weg zu einem mittleren Bildungsabschluss ├Âffnen, der├é┬ásie aber nur├é┬áformaljuristisch├é┬áin Konkurrenz zu Realsch├╝lern oder Gymnasiasten mit mittlerer Reife gleichstellt. In der Praxis werden beide Abschl├╝sse jedoch als Voraussetzung f├╝r Ausbildungsplatzsuche oder weiterf├╝hrende Bildungswege nicht gleichwertig gesehen. Das neue WRS-Konzept wird diesen Nachteil nicht aufwiegen k├Ânnen. Daf├╝r sind die von der Kultusverwaltung├é┬ágeplanten Ma├čnahmen und Ressourcen zu d├╝rftig und f├╝hren zur Zementierung der Dreigliedrigkeit,├é┬ábzw. sogar zur Viergliedrigkeit des baden-w├╝rttembergischen Sonderwegs.

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Das heddesheimblog

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • kompakter

    hallo,

    wetten, dass das die einzige antwort sein wird?

    gru├č

    • Argus

      Glaube ich auch!
      Das WRS-Konzept ist eine politische Spinnerei mit dem evtl. Geld gespart werden soll!
      WRS wird immer nur eine etwas bessere Hauptschule sein!