Samstag, 19. August 2017

Gemeinsame Werkrealschule: Antwort der Fraktionen

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Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 23. Februar 2010. Heute entscheidet der Hirschberger Gemeinderat in öffentlicher Sitzung ĂŒber einen „modifizierten“ Antrag fĂŒr eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Hirschberg und Heddesheim.

Wir haben gestern eine Rundmail an alle Fraktionen in Hirschberg und Heddesheim geschickt und um Beantwortung bis heute 14:00 Uhr gebeten.

  1. Der ursprĂŒngliche Antrag wollte die SchĂŒler vor Ort bis zur Klasse 9 unterrichten. Wie beurteilen Sie einen Antrag, bei dem dies ab Klasse 8 nicht mehr der Fall ist?
  2. Wie werden die Schulstandorte aus Ihrer Sicht durch den neuen Antrag gestÀrkt?
  3. Was sind aus Ihrer Sicht die Vor-/Nachteile einer Werkrealschule?

Bislang hat die Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen geantwortet. Sollten weitere RĂŒckmeldungen eingehen, ergĂ€nzen wir den Artikel.

Ulrich Kettner (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen)

1. Die Akzeptanz des Modells wird durch den modifizierten Antrag, der eine wechselnde Beschulung ab Klasse 8 an beiden Standorten vorsieht, sicher noch mehr leiden. Der eh bei Eltern der Grundschule schon deutlich erkennbare Trend weg von der HS/WRS zu den anderen weiterfĂŒhrenden Schularten wird sich eher noch verstĂ€rken, so dass die dem Modell zugrunde liegende Annahme von 20% ÃƓbergangsquote  auf die WRS in der
Zukunft vermutlich noch geringer wird.

2. Wir sahen auch in der vorausgehenden Fassung des Antrags eine SchwĂ€chung beider Schulstandorte, durch díe Zusammenlegung  zu einem Schulbezirk mit Hauptsitz in Hirschberg insbesondere  aber eine SchwĂ€chung des Standorts Heddesheim. Die StĂ€rkung der Schule vor Ort war aber erklĂ€rtes Ziel aller Beteiligten.  Das modifizierte Modell  wird die Lernbedingungen eher noch verschlechtern. Organisatorische Probleme bei Stundenplangestaltung und Personaleinsatz werden die pĂ€dagogische Arbeit bei eh schon mit MĂ€ngeln behaftetem Schulkonzept ĂŒberlagern. Das vorliegende Modell hat in erster Linie das Ziel, beide Standorte rein numerisch gleichzustellen, was die Anzahl der an beiden Orten unterrichteten Klassen betrifft. Weitere Folgen sind die Frage der Auslastung beider SchulgebĂ€ude unter dem Zwang, hier wie dort RĂ€umlichkeiten vorhalten zu mĂŒssen. Erhöhte Kosten fĂŒr SchĂŒlerbeförderung kommen hinzu.

3. Die WRS kann Kindern mit Lernproblemen den Weg zu einem mittleren Bildungsabschluss öffnen, der sie aber nur formaljuristisch in Konkurrenz zu RealschĂŒlern oder Gymnasiasten mit mittlerer Reife gleichstellt. In der Praxis werden beide AbschlĂŒsse jedoch als Voraussetzung fĂŒr Ausbildungsplatzsuche oder weiterfĂŒhrende Bildungswege nicht gleichwertig gesehen. Das neue WRS-Konzept wird diesen Nachteil nicht aufwiegen können. DafĂŒr sind die von der Kultusverwaltung geplanten Maßnahmen und Ressourcen zu dĂŒrftig und fĂŒhren zur Zementierung der Dreigliedrigkeit, bzw. sogar zur Viergliedrigkeit des baden-wĂŒrttembergischen Sonderwegs.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • kompakter

    hallo,

    wetten, dass das die einzige antwort sein wird?

    gruß

    • Argus

      Glaube ich auch!
      Das WRS-Konzept ist eine politische Spinnerei mit dem evtl. Geld gespart werden soll!
      WRS wird immer nur eine etwas bessere Hauptschule sein!