Donnerstag, 24. August 2017

Diskussion um Begrünungskonzept – „Ich bin die Gemeinde“

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Guten Tag!

Heddesheim, 23. April 2010. Die Flächen um den neu erstellten nördlichen Teil des Wegs um den Badesee sollen durch ein Begrünungskonzept aufgewertet werden. Im Gemeinderat gab es eine Diskussion um die Beauftragung der Landschaftsarchitektin Warneke und nicht nur eine bemerkenswerte Aussage des Bürgermeisters.

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Die Umgebung des neuen Teilstücks des Wegs um den Badesee soll begrünt werden. Bild: hblog

 

Die Flächen am nördlichen Teil des Weges um den Badesee sollen im Herbst durch ein Begrünungskonzept als Biotop aufgewertet werden. Nach Angaben der mit der Planung beauftragten Landschaftsarchitektin Ilsmarie Warnecke werden dadurch dem Öko-Konto der Gemeinde 400.000 Punkte oder umgerechnet 140.000 Euro zugeschlagen.

Auf den Flächen links und rechts des Weges sollen Gehölze, Kräuter und Blumen angepflanzt werden. Weiter ist eine Benjes-Hecke geplant.

Tatsächlich müssen noch Bodenproben genommen werden, um das Konzept und mögliche Anpflanzungen in Einklang zu bringen. Der Gemeinderat Kurt Klemm (Bündnis90/Die Grünen) erkundigte sich, ob unter den Anpflanzungen auch genügend Futterpflanzen für Vögel vorgesehen sein, was Warnecke bestätigte.

Die Gemeinderäte Rainer Hege und Dieter Kielmayer (beide CDU) erinnerten daran, dass ursprünglich gedacht war, dass der Weg durch Baumpflanzungen beschattet werden solle – nach dem Begrünungskonzept sehe das aber anders aus.

Bürgermeister Kessler führte aus, dass die Bäume keinen Schatten werfen würden, wenn die Sonne den Weg entlangs zöge. Der freie Gemeinderat Hardy Prothmann wunderte sich darüber und sagte, da der Weg nord-südlich verlaufe und die Sonne im Osten aufgeht und im Westen unter, sei sehr wohl mit Schattenwurf zu rechnen.

Die Gemeinderäte Kurt Klemm und Rainer Hege diskutierten über den Weg, der an der Streuobstwiese entlangläuft. Klemm behauptete, das sei kein echter Weg, Hege hingegen, das sei ein Wirtschaftsweg.

„Ich bin die Gemeinde.“ Bürgermeister Kessler

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Erstes Konzept für die Begrünung um das Wegstück nördlich des Badesees. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Der Gemeinderat Prothmann gab mit Hinweis auf das Protokoll eine Erklärung ab: „Ich halte es für äußerst unglücklich, Frau Warnecke, die auch das Grüngutachten für die geplante Pfenning-Ansiedlung gemacht hat, mit diesem Auftrag zu betreuen. Das hat nichts mit der Person von Frau Warneke zu tun, kann aber als Belohnung missverstanden werden.“

„Ich erlaube, was Frau Warneke sagt.“ Bürgermeister Kessler

Zuvor hatte sich Prothmann erkundigt, wie viele Aufträge Frau Warneke denn schon vor dem „Pfenning“-Auftrag für die Gemeinde gehabt hätte. Frau Warneke konnte sich nicht erinnern, ebenso wenig Bürgermeister Michael Kessler: „Ich erinnere mich nicht.“ Als Herr Prothmann dann nochmals Frau Warneke fragen wollte, verbot Bürgermeister Kessler sowohl die Frage an Frau Warneke als auch eine Antwort durch Frau Warneke.

Daraufhin fragte Prothmann: „Ist es nicht möglich, Frau Warneke eine Frage zu stellen, auf die sie selbst antwortet?“ Bürgermeister Kessler: „Ich erlaube, was Frau Warneke sagt.“ Es entwickelte sich eine kurze Diskussion, an deren Ende Bürgermeister Kessler feststellte: „Ich bin die Gemeinde.“

Das Begrünungskonzept wurde bei einer Enthaltung durch Prothmann angenommen.

Hinweis der Redaktion: Hardy Prothmann ist verantwortlich für das heddesheimblog.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • heddesheimerin 2

    Hallo Herr Pölitz: dann sollten Sie aber auch dazu sagen, daß die Aussage eher im Sinne von „Ich vertrete die Gemeinde nach außen“ gemeint war.

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Sie haben Verständnis dafür, dass wir darüber berichten, was gesagt wurde und nicht, was vielleicht gemeint sein könnte.
      Herr Bürgermeister Kessler ist sicher souverän genug, zwischen „Ich bin die Gemeinde“ und „Ich vertrete die Gemeinde nach außen“ zu unterscheiden. Gesagt hat er: „Ich bin die Gemeinde.“

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  • onkel heini

    Na ja, vielleicht hat BM Kessler auch zu viele Bücher über den Sonnenkönig geblättert, der(Ludwig XIV) da sagte“Der Staat bin ich“
    Lieber BM Kessler, nein Sie sind nicht die GEmeinde, die Gemeinde sind die ca.12000 Bürger, und zumindest für mich sprechen Sie nicht.Davon abgesehen fehlt Ihnen auch der Glanz der Französichen Könige, auch hat Heddesheim kein Schloß. Aber vielleicht ist das ja das nächste Projekt Ihrer Alleinherschaft.Schloß Heddesheim, mit Graf Kessler der Erste. Fehlt noch der Hofstaat, aber den haben Sie ja wohl schon zusammen. Ich freue mich jetzt schon auf die Festspiele am Hofe. Vielleicht sollte Sie damit wir Bürger uns richtig verhalten „Ihre Anredeform“ bekannt geben. Nicht das man noch den Kopf verliert, falls man Sie mit falschem Titel anspricht. Den Verstand hat wohl so mancher schon alls vermißt gemeldet. AVE Cäsar!

  • Tagesbetrachter

    Zuerst war da der Anspruch. Nun kam er, der Ausspruch
    „ich bin die Gemeinde“. Was kommt als nächstes.

    TV-Sprecher sagen gelegentlich ich bin Lieschen Müller oder so.

    Die div. Krankenhäuser sind voll von Persönlichkeiten
    die z.B. behaupten ich bin Napoleon.

  • Argus

    Ach so:
    Ludwig XIV. – „Ich bin der Staat“

    Der Größenwahn zeigt Früchte!

  • TJ

    Warum muss bei solch einem Projekt eigentlich keine Ausschreibung stattfinden? Die Anmerkung bzgl. Belohnung von Herrn Prothmann kann man da nur unterstreichen. Mal sehen welche „Getreuen“ in der nächsten Zeit Aufträge bekommen… Erschreckend diese Dreistigkeit. Man stellt sich immer wieder die Frage: „Wer kontrolliert die Wächter?“

    • Argus

      Weil von Belohnung geschrieben/gesprochen wird:
      Wer wurde evtl.von Pfenning „belohnt“?
      Ich weiß Vorteilsnahme ist ein berüchtigtes Wort.
      Die versuchte Verschleierung des „Projektes“ läßt das vermuten,leider nicht beweisen!